Das Kommando Cyber- und Informationsraum. Schaffung von Resilienz auf militärischer Ebene


Hausarbeit, 2019
15 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Theoretischer Rahmen
Vulnerabilität
Resilienz

Methoden

Analyse
VulnerabilitätausdemCyberraum
StrategischeResilienzdurchdieSchaffungdesKommandoCyber- und
Informationsraum

Beantwortung der Fragestellung

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Am 05. April 2017 stellte die Bundesministerin der Verteidigung, Dr. Ursula von der Leyen das Kommando Cyber- und Informationsraum der Bundeswehr (KdoCIR) in Dienst. Dieser neue Organisationsbereich soll den Cyber- und Informationsraum als militärisches Handlungsfeld erschließen. Das KdoCIR untersteht unmittelbar dem Generalinspekteur der Bundeswehr, was den Cyber- und Informationsraum, zumindest theoretisch, auf die gleiche Stufe wie die „klassischen“ militärischen Handlungsräume, Land, Luft und See, stellt. Im Nachfolgenden soll untersucht werden, inwiefern durch das Aufstellen des besagten Organisationsbereiches eine Lücke hinsichtlich der Verwundbarkeit der Bundesrepublik Deutschland aus dem virtuellen Raum heraus geschlossen wurde.

Die Forschungsfrage, die in diesem Zusammenhang beantwortet werden soll lautet: Inwiefern hat die Bundesrepublik Deutschland im militärischen Bereich Resilienz gegen Angriffe aus dem Cyberraum entwickelt?

Die Relevanz der Thematik resultiert aus einer Reihe von Aspekten. Zunächst ist die Tatsache zu nennen, dass es sich bei der Verwundbarkeit aus dem Cyberraum um ein relativ junges Phänomen handelt. Zwar gibt es Grundlagenforschung in diesem Bereich bereits seit den späten 1980er Jahren, jedoch ist das Erfassen des Cyberraumes als sicherheitspolitisches Handlungsfeld eine Entwicklung, die erst seit kurzem von Bedeutung ist. Ein weiterer Aspekt für die Relevanz liegt darin, dass es speziell für Deutschland in diesem Zusammenhang relativ wenig politikwissenschaftliche Forschung gibt. Beim Studium der Literatur fällt auf, dass es bereits ein breites Spektrum an Literatur zur Cybersicherheit gibt, diese sich jedoch häufig auf die Vereinigten Staaten, China sowie Russland beziehen. Dies führt zum letzten Punkt, der im Zusammenhang mit der Bedeutung des Themas zu nennen ist. Die Bundesrepublik Deutschland ist Fall der Cybersicherheit eine Art „Sonderfall“. Diese Annahme beruht auf mehreren Punkten. Zum Einen hat die Bundesrepublik mit dem Schaffen des militärischen Organisationsbereich relativ lange gewartet – zum Vergleich: die USA stellten einen vergleichbaren Kompetenzbereich bereits 2011 in Dienst. Zum Anderen ist die föderale Struktur Deutschlands ein Faktor. In offiziellen Stellungnahmen wird die Cyber- und Informationssicherheit als gesamtstaatliche Aufgabe definiert. Daraus folgt, dass die Aufgaben nicht eindeutig dem militärischen oder dem zivilen Sektor zugewiesen werden können. Darüber hinaus werden Aufgaben im zivilen Sektor zwischen dem Bund und den Ländern aufgeteilt. Letztlich ist noch zu nennen, dass Deutschland in Bündnissen, insbesondere in der NATO und der EU agiert, was unmittelbare Einwirkungen auf das Bereitstellen militärischer Fähigkeiten wirkt.

Inhaltlich soll sich diese Fallstudie zunächst mit den theoretischen Grundlagen befassen. Diese beinhalten die Begriffe der Vulnerabilität und der Resilienz, die für das Beantworten der Forschungsfrage unabdingbar sind. Darauf folgt ein kurzer Überblick über die angewendeten Methoden. Es folgt der analytische Teil Dabei soll insbesondere die Relevanz des militärischen Sektors innerhalb des Cyberraumes dargestellt werden. Um auf das Fallbeispiel zurückzukehren wird der spezifische Fall Deutschlands dargestellt. Dazu sollen die, durch die Politik identifizierte Problematik, sowie das Aufstellung des Organisationsbereiches und die damit einhergehende mögliche Resilienz verglichen werden. Das führt zur Beantwortung der Forschungsfrage sowie einem abschließenden Fazit.

Theoretischer Rahmen

Für die theoriegeleitete Beantwortung der Fragestellung ist es zunächst von Bedeutung, einen theoretischen Rahmen festzulegen, der die notwendigen Grundannahmen definiert. Zusätzlich ermöglicht die Theorie das gezielte Beantworten ebenjener Fragestellung, um das Wesentliche zu fokussieren.

Vulnerabilität

Die erste theoretische Grundlage, die es zu klären gilt ist die Vulnerabilität. Der Begriff hat seinen Ursprung im lateinischen Wort vulnerare, was etwa Wunde bedeutet. In der Medizin steht der Begriff für die Anfälligkeit, beispielsweise an einer Nerven- oder Organkrankheit, zu erkranken. (Burghardt et al., 2017: 20) Dieser Begriff ist nun in den Zusammenhang mit der Politikwissenschaft im Allgemeinen und mit der Friedens- und Konfliktforschung im Speziellen zu setzen. Bei der ersten Annäherung an den Begriff wird darauf hingewiesen, dass dieser sich nach dem Ende des kalten Krieges entwickelte. Insbesondere sei er eine Reaktion auf die Veränderung der Bedrohungslage, beispielsweise von staatlichen auf nicht-staatliche Akteure. (Münkler et al., 2012: 1).

Es finden sich drei wesentliche Aspekte, wenn es um den Vulnerabilitätsbegriff im Zusammenhang mit der Verwundbarkeit des Staates bzw. der Gesellschaft geht: erstens gehe es darum, die Bedrohungslage nicht im unter dem Gesichtspunkt der eigenen Fähigkeiten, sondern im Bezug auf den möglichen gesellschaftlichen Schaden hin zu untersuchen. Dazu werde in einem zweiten Schritt eine Außenperspektive eingenommen, die es ermöglicht, Ansatzpunkte und Wirkungen zu analysieren. Und drittens werden dazu die möglichen, von einer Wirkung betroffenen Ziele, berücksichtigt. (Münkler et al., 2012: 1 ff)

Resilienz

Ein weiterer theoretischer Grundbegriff, der für die Beantwortung der Fragestellung unabdingbar ist, ist der sogenannte Resilienzbegriff. Bei der genaueren Betrachtung des Begriffes fallen Analogien zum Vulnerabilitätsbegriff auf: Resilienz hat seinen Ursprung im lateinischen Begriff resiliere, was etwa abprallen bedeutet. Außerdem findet man diesen Begriff ebenfalls in anderen wissenschaftlichen Disziplinen. (Wink, 2016; Burghardt: 2016) Jedoch findet sich in der Sozialforschung, anders als beispielsweise in den Naturwissenschaften keine ausschließliche Definition für diesen Begriff. In der Literatur findet sich ein erster Ansatz, der den Begriff der Resilienz versucht nutzbar zu machen:

„Soziologische Thematisierungen schließen dabei an ein allgemeines Verständnis an, Resilienz als Eigenschaft eines (sozialen) Systems oder einer (sozialen) Einheit aufzufassen, existenz- oder bestandsbedrohenden Gefährdungen oder Herausforderungen solchermaßen sich selbst verändernd widerstehen zu können, dass Kernbestand- teile seiner/ihrer „Identität“ nicht aufgegeben werden.“ (Blum et al., 2016: 151 ff)

Zusammengefasst sagt diese Definition, dass Resilienz die Widerstandsfähigkeit einer Gesellschaft gegenüber existenzbedrohenden Gefahren bei der Beibehaltung der eigenen Identität sei.

Diese noch sehr allgemeine Definition hilft dabei, Resilienz zu verstehen, jedoch ist sie nicht ausreichend, um die Fragestellung theoriegleitet zu beantworten. Als Weiterentwicklung des „einfachen“ Resilienzbegriffes und als Antwort auf strategische Vulnerabilität sowie als Ergebnis aktueller Resilienzforschung wurde der Begriff der „strategischen Resilienz“ entwickelt. (Münkler et al., 2012: 12)

Die Autoren definieren strategische Resilienz als Untertypen allgemeiner Resilienz. Dabei ist im Unterschied zum allgemeinen Resilienzbegriff festzuhalten, dass es bei der strategischen Resilienz um die Fähigkeit gehe, sich einem spezifischen Akteur zu widersetzen. Des Weiteren müsse im Zuge der strategischen Resilienz ein fortlaufender Prozess der Identifikation etwaiger Gefahren ablaufen, um diese rechtzeitig entdecken. Außerdem nimmt der Begriff an, dass spezifische Gefahren erst als solche Identifiziert werden müssen, um gegen diese Widerstandsfähig zu werden. (Wassermann, 2012: 12) Aufgrund der Spezifizierung der strategischen Resilienz sowie das Inbeziehungsetzen mit dem Begriff der Vulnerabilität, eignet sich dieser Ansatz, um die Fragestellung so präzise wie möglich zu beantworten.

Methoden

Der nachfolgende Abschnitt wird einen kurzen Überblick über die verwendeten Methoden geben. Ziel ist es, eine abhängige sowie eine unabhängige Variable zu definieren. Für die Definition dieser Variablen können die bereits genannten theoretischen Grundlagen hinzugezogen werden. Zunächst ist es jedoch erforderlich, die Forschungsfrage als Grundlage für die Identifikation der Variablen zu berücksichtigen. Im kommenden analytischen Teil wird sich damit auseinandergesetzt, inwiefern die Bundesrepublik Deutschland im militärischen Bereich Resilienz gegen Angriffe aus dem Cyberraum entwickelt hat. Da, wie bereits erwähnt, Resilienz beziehungsweise strategische Resilienz als Gegenbegriff zur Vulnerabilität entwickelt wurde, muss zunächst auf die Vulnerabilität im militärischen Bereich eingegangen werden. Dazu werden die möglichen „ Eintrittspforten “ sowie die Möglichkeiten potentieller Schäden analysiert. Diese Ergebnisse liefern die unabhängige, also die erklärende Variable. In einem zweiten Schritt werden in der Folge die Möglichkeiten der strategischen Schaffung von Resilienz untersucht. Also das Schaffen von Bewusstsein für entsprechende Gefahren und die Möglichkeiten einer Verwundung verringert. Dies bildet abschließend die zu erklärende, also die abhängige Variable.

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Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Das Kommando Cyber- und Informationsraum. Schaffung von Resilienz auf militärischer Ebene
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
15
Katalognummer
V500516
ISBN (eBook)
9783346045133
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Resilienz, Vulnerabilität, Cyber, Bundeswehr, Cyber- und Informationsraum
Arbeit zitieren
Torsten Gromball (Autor), 2019, Das Kommando Cyber- und Informationsraum. Schaffung von Resilienz auf militärischer Ebene, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/500516

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