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Die nichtfinanzielle Erklärung. Eine neue Herausforderung für die Unternehmensberichterstattung deutscher Unternehmen

Titel: Die nichtfinanzielle Erklärung. Eine neue Herausforderung für die Unternehmensberichterstattung deutscher Unternehmen

Hausarbeit , 2017 , 52 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Johannes Hilburger (Autor:in)

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Nachdem sowohl der Deutsche Bundestag am 10.03.2017 als auch der Deutsche Bundesrat am 31.03.2017 das Corporate Social Responsibility-Richtlinie Umsetzungsgesetz (CSR-RUG) verabschiedet hatten, trat mit dem 19.04.2017 das neue CSR-RUG in Kraft. Das Ziel der Arbeit ist es, die Hintergründe dieser neuen Berichtspflicht darzustellen, ihre Inhalte zu erörtern und die sich ergebenden Herausforderungen für Unternehmen und Adressaten zu diskutieren.

Konkret normiert das CSR-RUG die (Mindest-)Inhalte einer nichtfinanziellen Erklärung (NFE) bzw. eines nichtfinanziellen (nf.) Berichts (§ 289c HGB) für Geschäftsjahre nach dem 31.12.2016. Nach § 315c Abs. 1 HGB gelten diese Vorgaben entsprechend (auch) für die nf. Konzernerklärung bzw. den nf. Konzernbericht. Durch die Definition von Mindestinhalten wird ein Berichtsrahmen vorgegeben, innerhalb dessen die Unternehmen die für sie wesentlichen Themen ansprechen können.

Außerdem sind über die Mindestanforderungen hinausgehende freiwillige Angaben möglich. Grundsätzlich wurde damit die EU-Richtlinie 2014/95/EU eins zu eins in deutsches Recht umgesetzt. Das neue Gesetz betrifft lediglich einen bestimmten Kreis von Unternehmen. Ursprünglich war geplant gewesen das Gesetz bereits zum 06.12.2016 zu erlassen, um den Vorgaben der Europäischen Union (EU) gerecht zu werden. Das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV) hatte daher bereits im April 2015 ein Konzeptpapier zur Umsetzung der EU-Vorgaben zur Diskussion vorgestellt. Die Reaktionen auf das Konzeptpapier sowie auf den darauffolgenden Referenten- und Regierungsentwurf (RefE und RegE) waren jedoch kontrovers und politisch.

Neben den betroffenen Unternehmen und ihren Verbänden schalteten sich auch Nichtregierungsorganisationen (NRO), Investoren, Wirtschaftsprüfer und Aufsichtsräte in die Diskussion ein. Der Grund dafür waren konträre Interessen der direkt oder indirekt betroffenen Stakeholder. Während auf der einen Seite die Forderung nach einer Ausdehnung der berichtspflichtigen Unternehmen und der obligatorischen Mindestinhalte stand, wurden auf der anderen Seite zusätzliche Belastungen für mittelständische Unternehmen in Lieferketten und neue Herausforderungen für Aufsichtsräte befürchtet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hintergründe und Einordnung der nichtfinanziellen Erklärung

2.1 Definitorische Herleitung von Corporate Social Responsibility

2.2 Chronik und Zielsetzung der Corporate Social Responsibility-Gesetzgebung

3. Diskussion und Inhalte zur nichtfinanziellen Erklärung

3.1 Anwendungsbereich der nichtfinanziellen Erklärung

3.2 Befreiungen von der Pflicht zur nichtfinanziellen Erklärung

3.3 Grundsatz der Wesentlichkeit

3.4 Inhalte der nichtfinanziellen Erklärung

3.4.1 Mindestinhalte

3.4.2 Beschreibung Geschäftsmodell

3.4.3 Angaben zu den nichtfinanziellen Aspekten

3.4.3.1 Verfolgte Konzepte und angewandte Due-Diligence-Prozesse

3.4.3.2 Erzielte Ergebnisse

3.4.3.3 Risiken aus eigener Geschäftstätigkeit

3.4.3.4 Risiken aus Geschäftsbeziehungen, Produkten und Dienstleistungen

3.4.3.5 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

3.4.3.6 Hinweise auf den Abschluss

3.5 Offenlegung der nichtfinanziellen Erklärung

3.6 Prüfung

3.6.1 Formale Prüfung durch den Abschlussprüfer

3.6.2 Prüfung durch den Aufsichtsrat

3.7 Schutzklausel

3.8 Leitlinien und Rahmenwerke

4. Herausforderungen

4.1 Direkt und indirekt betroffene Unternehmen

4.2 Berichtsadressaten

4.3 Aufsichtsrat

4.4 Abschlussprüfer

4.5 Sonstige Herausforderungen

5. Zusammenfassung & Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit setzt sich kritisch mit der Einführung der nichtfinanziellen Erklärung (NFE) durch das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz (CSR-RUG) in Deutschland auseinander. Ziel ist es, die regulatorischen Hintergründe darzulegen, die inhaltlichen Anforderungen an die Unternehmen zu erörtern und die daraus resultierenden praktischen Herausforderungen für die betroffenen Unternehmen sowie deren Berichtsadressaten zu diskutieren.

  • Regulatorische Einordnung des CSR-RUG und der EU-CSR-Richtlinie
  • Strukturierung und inhaltliche Anforderungen an die nichtfinanzielle Erklärung
  • Prozesse der Offenlegung und Prüfung der nichtfinanziellen Informationen
  • Identifikation praktischer Herausforderungen für Unternehmen und Stakeholder
  • Diskussion über die Auswirkungen auf die bisherige Nachhaltigkeitsberichterstattung

Auszug aus dem Buch

3.4.3.1 Verfolgte Konzepte und angewandte Due-Diligence-Prozesse

Nach § 289c Abs. 3 Nr. 1 HGB sind zu den nf. Aspekten jeweils die verfolgten Konzepte zu beschreiben. Mit dem Begriff „Konzepte“ sind die vom Unternehmen im Hinblick auf einen nf. Aspekt angestrebten Ziele und die zu ihrer Erreichung geplanten oder ergriffenen Maßnahmen gemeint. Berichtspflichtig sind die bestehenden Konzepte.

Die Berichtspflicht im Hinblick auf die verfolgten Konzepte umfasst außerdem Angaben zu den Zielen des Unternehmens bezogen auf den jeweiligen Aspekt und Information dazu, wie das Unternehmen diese Ziele erreichen will. Ferner ist auch darüber Auskunft zu geben, wie die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung organisiert sind. Die Einführung, Entwicklung oder Anpassung von Konzepten mit der Absicht sogenanntes „Greenwashing“ zu betreiben, ist nicht im Sinne des Gesetzgebers.

Wenn im Hinblick auf einen nf. Aspekt kein Konzept verfolgt wird, ist dies zu begründen und zu erläutern (§289c Abs. 4 HGB). Diese sogenannte "Comply or Explain"-Regelung wurde aus Art. 19a Abs. 1 Unterabs. 2 der EU-Bilanzrichtlinie übernommen. Kajüter ist der Meinung, dass die Berichtspflicht und die mit ihr intendierte Verhaltenssteuerung durch die Übernahme der „Comply or Explain“-Regelung besonderen Nachdruck erhält. Velte hingegen bezeichnet diese Regelung als "Escape"-Klausel“ im Sinne einer Verweigerungsstrategie. Es ist möglich, dass es zu einem nf. Aspekt mehrere Konzepte gibt oder sich ein Konzept auf mehrere nf. Aspekte bezieht. Ersteres wird häufig der Fall sein, wenn ein nf. Aspekt mehrere wesentliche Sachverhalte umfasst. Kajüter verweist hier darauf, dass für den Aspekt „Umweltbelange“ für CO2-Emissionen und Wasserverbrauch unterschiedliche Konzepte bestehen könnten. Ist dies der Fall, dann sind seiner Meinung nach beide zu beschreiben. Besteht nur für einen Sachverhalt ein Konzept, dann ist dieses zu beschreiben und für den anderen zu begründen, warum kein Konzept besteht. Ebenso muss aus der Darstellung hervorgehen, auf welchen oder welche nf. Aspekte sich ein Konzept bezieht. Grundsätzlich kann es verschiedene Gründe geben, warum es zu einem nf. Aspekt kein Konzept gibt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das CSR-RUG ein, erläutert dessen politische Entstehung und definiert das Ziel der Arbeit, die Hintergründe, Inhalte und Herausforderungen dieser neuen Berichtspflicht zu untersuchen.

2. Hintergründe und Einordnung der nichtfinanziellen Erklärung: Dieses Kapitel erläutert die definitorische Herleitung von CSR und die Chronik der gesetzgeberischen Entwicklung auf EU- und nationaler Ebene, welche zur Einführung der NFE führte.

3. Diskussion und Inhalte zur nichtfinanziellen Erklärung: Hier werden die detaillierten inhaltlichen Anforderungen, der Anwendungsbereich, Befreiungstatbestände, Prüfungsaspekte und die Offenlegung der NFE umfassend analysiert.

4. Herausforderungen: Dieses Kapitel beleuchtet die praktischen Schwierigkeiten und Herausforderungen, die sich aus der neuen Berichtspflicht für die betroffenen Unternehmen, Abschlussprüfer und Aufsichtsräte ergeben.

5. Zusammenfassung & Ausblick: Diese Zusammenfassung resümiert die Einführung der NFE als wichtigen Zwischenschritt hin zu einer höheren Beachtung nichtfinanzieller Aspekte und wirft einen Blick auf zukünftige Entwicklungen im Bereich der Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Schlüsselwörter

CSR-RUG, nichtfinanzielle Erklärung, NFE, Nachhaltigkeitsberichterstattung, Lagebericht, CSR, Corporate Social Responsibility, Wesentlichkeit, Abschlussprüfung, Geschäftsmodell, Due-Diligence, Stakeholder, Offenlegung, EU-Bilanzrichtlinie, Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Einführung der nichtfinanziellen Erklärung (NFE) für deutsche Unternehmen durch das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz und analysiert die gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie die praktische Umsetzung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die gesetzlichen Vorgaben zur CSR-Berichterstattung, die Bestimmung der Berichtsinhalte (Mindestinhalte), Wahlrechte bei der Offenlegung, die Rolle des Abschlussprüfers und Aufsichtsrats sowie die Herausforderungen für die Unternehmenspraxis.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Hintergründe der neuen Berichtspflicht darzustellen, deren Inhalte detailliert zu erörtern und die daraus resultierenden Herausforderungen für Unternehmen und Berichtsadressaten kritisch zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und Auseinandersetzung mit der aktuellen Gesetzgebung sowie den Diskussionen im Umfeld der Einführung des CSR-RUG.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Erläuterung des Anwendungsbereichs, der inhaltlichen Anforderungen (einschließlich Geschäftsmodell, Konzepte und Risiken), der verschiedenen Offenlegungsoptionen und Prüfungsmodalitäten sowie eine explizite Diskussion der Herausforderungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind CSR-RUG, NFE, Nachhaltigkeitsberichterstattung, Wesentlichkeit, Due-Diligence, Abschlussprüfung, Geschäftsmodell und Stakeholder.

Welche Funktion hat die "Comply or Explain"-Regelung im Kontext der NFE?

Diese Regelung ermöglicht es Unternehmen, in begründeten Ausnahmefällen von der Anwendung bestimmter Konzepte abzuweichen, sofern dies im Bericht erläutert wird, was eine gewisse Flexibilität bietet, aber auch als Verweigerungsstrategie kritisiert wird.

Warum ist der "doppelte Wesentlichkeitsvorbehalt" bei der Risikoberichterstattung relevant?

Er begrenzt die Berichtspflicht auf Risiken, die nicht nur für das Unternehmen selbst, sondern auch für die nichtfinanziellen Aspekte eine schwerwiegende negative Auswirkung haben könnten, was die Berichtsschwelle erhöht.

Ende der Leseprobe aus 52 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die nichtfinanzielle Erklärung. Eine neue Herausforderung für die Unternehmensberichterstattung deutscher Unternehmen
Hochschule
Universität Regensburg
Note
2,0
Autor
Johannes Hilburger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
52
Katalognummer
V502192
ISBN (eBook)
9783346043894
ISBN (Buch)
9783346043900
Sprache
Deutsch
Schlagworte
nichtfinanzielle erklärung eine herausforderung unternehmensberichterstattung unternehmen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Johannes Hilburger (Autor:in), 2017, Die nichtfinanzielle Erklärung. Eine neue Herausforderung für die Unternehmensberichterstattung deutscher Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502192
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Leseprobe aus  52  Seiten
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