Subventionen führen oft zu Auswirkungen, die auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind und richten in Folge dessen oft große Schäden an. Sie sind aber auch nötig, um die Schwächen der Marktwirtschaft zu bekämpfen. In dieser Arbeit wird zunächst die Wirkung von Subventionen theoretisch erklärt und aus der Sichtweise der Neoklassik und des Keynesianismus betrachtet. Anschließend werden Subventionen in Abhängigkeit ihrer Beweggründe und Zielvorgaben in Erhaltung-, Anpassungs- und Lenkungssubventionen unterschieden. An Hand der Agrarsubventionen der EU werden verschiedene praktische Auswirkungen aufgezeigt und abschließend die Vor– und Nachteile gegenübergestellt, mit dem Ergebnis, dass der Nutzen Subventionen notwendig macht, auch wenn die Schäden nicht komplett verhindert werden können.
Die Rolle des Staates in der Wirtschaft ist eine Frage, die seit dem Aufkommen der Wirtschaftswissenschaften leidenschaftlich debattiert wird. Manche halten es mit Adam Smith und sehen jeden staatlichen Eingriff in die Marktwirtschaft als Bedrohung für das Gleichgewicht an, das sich aus den Kräften von Angebot und Nachfrage ergibt. Andere, wie John Maynard Keynes, weisen auf die Fehler des Marktes hin und sehen staatliche Eingriffe als notwendig an, um die Wohlfahrt der Menschen zu sichern und auszubauen.
Die Bundesrepublik Deutschland, mit ihrem Modell der sozialen Marktwirtschaft, greift in verschiedensten Weisen in den Markt ein, wobei die Subventionsvergabe eine beliebte Möglichkeit darstellt. Im Jahr 2018 hat die Bundesregierung Deutschland Subventionen im Wert von 25,2 Milliarden Euro vergeben. Doch auch wenn das Thema Subventionen in der deutschen Medienlandschaft immer wieder präsent ist, sind die weitreichenden volkwirtschaftlichen Auswirkungen wohl nur einem kleinen Teil der Bevölkerung bekannt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition
3. Wirkung von Subventionen
3.1. Das Marktgleichgewicht
3.2. Wirkung auf das Marktgleichgewicht und den Wettbewerb
3.3. Wirkung auf dem Weltmarkt
4. Subventionen in der makroökonomischen Theorie
4.1. Neoklassik
4.2. Keynesianismus
5. Beweggründe für die Subventionsvergabe
5.1. Lenkungssubventionen
5.2. Anpassungssubventionen
5.3. Erhaltungssubventionen
6. Agrarsubventionen der EU
6.1. Ökonomische Auswirkungen
6.2. Soziale Auswirkungen
6.3. Ökologische Auswirkungen
7. Diskussion
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die komplexen ökonomischen Auswirkungen von Subventionen kritisch zu beleuchten und eine Antwort auf die Frage zu finden, ob staatliche Subventionsvergaben eher den Nutzen mehren oder durch Marktverzerrungen Schaden anrichten. Die Forschungsfrage untersucht dabei sowohl die theoretischen Grundlagen aus neoklassischer und keynesianischer Sicht als auch die praktische Umsetzung anhand der EU-Agrarpolitik.
- Theoretische Wirkungsanalyse von Subventionen auf das Marktgleichgewicht und den Wettbewerb.
- Differenzierung von Subventionsarten nach Lenkungs-, Anpassungs- und Erhaltungszielen.
- Untersuchung der makroökonomischen Perspektiven durch Neoklassik und Keynesianismus.
- Praktische Fallstudie der Agrarsubventionen der EU mit Fokus auf ökonomische, soziale und ökologische Folgen.
- Diskussion über politische Motivationslagen und Lösungsansätze zur Vermeidung von Fehlallokationen.
Auszug aus dem Buch
3.1. Das Marktgleichgewicht
Um die Wirkung von Subventionen zu erklären, soll hier zunächst die theoretische Grundlage für ein Marktgleichgewicht aufgezeigt werden. Angenommen wird ein vollkommener Markt, der die folgenden Anforderungen erfüllt: die Abwesenheit von Marktmacht in der Form eines Polypols mit vielen kleinen Anbietern und Nachfrager, das Vorliegen von Markttransparenz und die Homogenität des betrachteten Gutes. Die Preise ergeben sich auf einem solchen Markt durch den Preismechanismus von Angebot und Nachfrage. Es ergibt sich ein Marktgleichgewicht, bei dem die angebotene Menge mit der nachgefragten Menge des Gutes übereinstimmen. (Woeckener 2019, 80f)
Die Achsen der obigen Abbildung bilden der Preis (p) und die Menge (x). Die Nachfragefunktion wird mit xN angegeben und die Angebotsfunktion mit xA. Zu erkennen ist, dass die Nachfrage umso höher ist, je niedriger der Preis ist. Das Angebot ist größer, je höher der Preis ist, weil mehr produziert wird, wenn sich ein hoher Preis mit dem Produkt erzielen lässt. Man erkennt außerdem, dass es eine Preisuntergrenze gibt. Diese entspricht den durchschnittlichen totalen Kosten des Anbieters mit der effizientesten Technologie. Wenn die Nachfragefunktion unterhalb dieser Preisgrenze verläuft, ergibt sich kein Markt, da die Produktion für alle Anbieter unrentabel ist. Wenn sie jedoch oberhalb verläuft, so wie in der hier gezeigten Abbildung, wird sich, in einem vollkommenen Markt, ein Marktgleichgewicht formen, bei dem sich ein Gleichgewichtspreis (p*) und eine Gleichgewichtsmenge (x*) ergeben. Dieses Gleichgewicht ist stabil, weil durch ein Ungleichgewicht Anpassungskräfte ausgelöst werden. Ist der Preis zum Beispiel vorübergehend höher als der Gleichgewichtspreis, so sind mehr Anbieter bereit, das Produkt herzustellen. Dadurch erhöht sich das Angebot und der Preis sinkt wieder in Richtung des Gleichgewichtpreises. (Woeckener 2019, 81f)
Sowohl die Konsumenten als auch die Anbieter streben in diesem Szenario nach ihrem jeweiligen Wohlfahrtsoptimum.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Debatte um die staatliche Rolle in der Marktwirtschaft ein und skizziert die Problematik staatlicher Subventionsvergaben.
2. Definition: Dieses Kapitel liefert eine ökonomische Abgrenzung von Subventionen gegenüber anderen Staatsausgaben und definiert den Begriff für den Kontext dieser Arbeit.
3. Wirkung von Subventionen: Hier werden die theoretischen Effekte von Subventionen auf Marktgleichgewichte, den nationalen Wettbewerb und den Weltmarkt analysiert.
4. Subventionen in der makroökonomischen Theorie: Das Kapitel vergleicht die unterschiedlichen Ansätze der Neoklassik und des Keynesianismus hinsichtlich staatlicher Eingriffe.
5. Beweggründe für die Subventionsvergabe: Es erfolgt eine Kategorisierung der Subventionen in Lenkungs-, Anpassungs- und Erhaltungssubventionen basierend auf ihrer jeweiligen Zielsetzung.
6. Agrarsubventionen der EU: Anhand dieses praktischen Beispiels werden die ökonomischen, sozialen und ökologischen Konsequenzen der Subventionspolitik illustriert.
7. Diskussion: Die Diskussion reflektiert die Ergebnisse kritisch und evaluiert mögliche politische Reformansätze wie Nachhaltigkeitsprüfungen.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Ambivalenz von Subventionen zusammen und bewertet ihren Nutzen für die soziale Marktwirtschaft trotz unvermeidbarer Nebenwirkungen.
Schlüsselwörter
Subventionen, Marktwirtschaft, Marktgleichgewicht, Neoklassik, Keynesianismus, Ressourcenallokation, Wettbewerbsverzerrung, Agrarpolitik, Lenkungssubventionen, Anpassungssubventionen, Erhaltungssubventionen, Wohlfahrt, Wirtschaftslehre, Staatsintervention, Außenhandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die ökonomische und gesellschaftliche Rolle von Subventionen und analysiert, ob der staatliche Eingriff in den Markt sinnvoll ist oder ob er mehr Schaden als Nutzen stiftet.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen der Subventionslehre, die Unterscheidung verschiedener Subventionstypen sowie eine detaillierte Fallstudie zu den Agrarsubventionen der Europäischen Union.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein differenziertes Bild der Subventionsvergabe zu zeichnen, um zu beurteilen, ob diese trotz der potenziellen Schäden für den freien Markt einen notwendigen Beitrag zur sozialen Wohlfahrt leisten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, bei der wirtschaftswissenschaftliche Denkschulen (Neoklassik und Keynesianismus) auf das Thema angewendet und durch eine deskriptive Fallstudie der EU-Agrarpolitik ergänzt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Wirkung von Subventionen auf den Markt, die verschiedenen Denkschulen, die Kategorisierung der Subventionsarten sowie die praktische Untersuchung von Agrarsubventionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Subventionen, Marktgleichgewicht, Wettbewerbsverzerrung, Neoklassik, Keynesianismus und Ressourcenallokation.
Warum gelten Erhaltungssubventionen oft als problematisch?
Sie sind häufig vergangenheitsbezogen, hemmen die notwendige wirtschaftliche Anpassung und führen zu Pfadabhängigkeiten, die politisch schwer rückgängig zu machen sind.
Welche Rolle spielt die GAP in Bezug auf ökologische Ziele?
Während die erste Säule der Agrarpolitik oft ökologisch bedenkliche, intensive Landwirtschaft fördert, dienen Prämien in der zweiten Säule dazu, Landwirte zu einer nachhaltigeren und biologischen Bewirtschaftung zu bewegen.
- Arbeit zitieren
- Thorsten Marx (Autor:in), 2019, Subventionen. Nutzen oder Schaden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502612