Fakt und Fiktion am Beispiel der Historienserie "Vikings"


Facharbeit (Schule), 2019
39 Seiten, Note: 1,0

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Inhaltsverzeichnis

Abstract

Vorwort

1. Einleitung

2. Die Historienserie „Vikings“
2.a „Vikings“ – Die Haupt-Handlungsstränge
Season 1:
Season 2:
Season 3:
Season 4:
Season 5:

3. Welcher historischen Quellen bedient sich „Vikings“?

4. Das Zeitalter der Wikinger
4.1 Die Wikinger Zeittafel

5. Historische Fehler in der Serie „Vikings“
5.a Personenfehler
5.a.1 Ragnar Lodbrok (Season 1)
5.a.2 Rollo bzw. Gånge Rolf (Season 1)
5.a.3 Lagertha bzw. Lathgertha (Season 1)
5.a.4 Ivar Ragnarsson (Beiname: der Knochenlose; Ívarr inn beinlausi) (Season 2)
5.a.5 Hrafna-Flóki Vilgerðarson (Season 1)
5.a.6 Athelstans Sohn (Season 3)
5.a.7 Judith (Iuthitta) von Flandern (Season 2)
5.b Ausstattungsfehler
5.b.1 Kleidung (alle Seasons)
5.b.2 Frisuren (alle Seasons)
5.b.3 Armierung und Helme (alle Seasons)
5.b.3.1 Helme der Soldaten von Wessex (Season 2)
5.b.3.2 Tempel von Odin in Uppsala (Season 1)
5.c. Chronologische Fehler
5.c.1 Die „Entdeckung“ Englands (Season 1)
5.c.2 Ragnars “Zeitreise” (Season 1)
5.d Die Stellung der Frauen in der Gesellschaft
5.d.1 Frauen in der Ehe, als Herrscherinnen und als Verwalterinnen von Gutshöfen
(Season 1)
5.d.2 Frauen als Kriegerinnen, Schildmaids (alle Seasons)

6. Deskriptiv-Statistische Auswertung und Hypothesenprüfung

7. Zusammenfassung

Literaturliste

Abbildungsverzeichnis

Abstract

In dieser Vorwissenschaftlichen Arbeit (VWA) wird versucht, die historischen Fehler („Fiktion“) in der populären TV-Produktion des History Channels, „Vikings“, zu finden und diese von den historischen belegbaren Tatsachen („Fakt“) abzugrenzen. Dazu wird mehrschrittig vorgegangen, wobei neben den klassischen Forschungsmethoden wie Fachliteraturstudium und historisches Quellenstudium (Nordische Sagas und Angelsächsische Chroniken), besonderer Wert auf die qualitativen Forschungsmethoden Forschungstagebuch (welches extensiv geführt wird und zur Gänze dieser Arbeit beiliegt) und Austausch mit (überregionalen) Fachexperten gelegt wird (Der entsprechende E-Mail-Verkehr ist Teil des Anhangs).

Die beiden letzteren Forschungsmethoden haben dabei formativen Charakter für den gesamten Verlauf der Forschungs- und Schreibarbeit und liefern die Erkenntnisse, dass die Anbindung an ein Experten-Netzwerk von eminenter Bedeutung ist und das Führen eines Forschungstagebuches neben der Transparenz für Betreuer von Forschungsarbeiten auch ein wichtiges Instrument für weiteres wissenschaftliches Arbeiten an einer Universität darstellt.

Historische Fehler in der Serie „Vikings“ werden anhand der genannten Forschungsmethoden identifiziert und in weiterer Folge verifiziert (bspw. durch Quellenstudium) bzw. falsifiziert (durch das Einholen einer Expertenmeinung). Die verifizierten Fehler werden kategorisiert und anhand des Schweregrades beurteilt. Die Fehlerbeschreibung erfolgt dabei ausführlich unter Einbeziehung des historischen Kontexts samt genauer Quellenangabe.

Abschließend werden Fehlerhäufigkeit und Schweregrad deskriptiv-statistisch ausgewertet und zur Hypothesenprüfung bezüglich der historischen Akkuratesse der TV-Produktion

„Vikings“ im gesamten und zu Unterschieden in der Fehlerhäufigkeit zwischen der ersten und den weiteren Staffeln verwendet.

Vorwort

Mit dieser Arbeit konnte ich das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden: meine Vorliebe für TV-Produktionen, welche auf wahren Ereignissen beruhen und mein Interesse für Geschichte. Diese Synthese ist mir zwar gelungen, jedoch mit einem bedeutend höheren Aufwand als ich ursprünglich angenommen habe – die vorliegende Vorwissenschaftliche Arbeit benötigte mehrere Wochen Schreib- und noch mehr Denkarbeit.

Die Arbeit hat mir oft Spaß gemacht – wenn auch zuweilen neben den Anforderungen der Schule auch einen großen Stress verursacht - und ich bin nun gleichermaßen stolz wie erleichtert.

Ich habe eine ganze Menge dabei gelernt und damit meine ich weniger das systematische Arbeiten und korrekte vorwissenschaftliche Schreiben und Zitieren, sondern vielmehr, dass das (vor-) wissenschaftliche Arbeiten nicht ohne die Kommunikation mit und Unterstützung von vielen funktionieren kann. Deshalb will ich mich – und das ist der eigentliche Sinn dieses Vorworts - ganz herzlich bei euch allen für alles bedanken, bei

Mama und Papa, dem Team des ZID an der Universität Innsbruck, dem Kurator der Dauerausstellung „die Wikinger“ am Nationalmuseum in Kopenhagen, Poul Otto Nielsen und natürlich meinem Betreuer, Prof. Mag. Reinhard Jäger.

1. Einleitung

“Historyis the version of past events that people have decided to agree upon.”

~ Napoleon Bonaparte

TV-Produktionen mit historischem Hintergrund erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, wobei die derzeit ausgestrahlte irisch-kanadische Koproduktion des History-Channels, „Vikings“, zu den erfolgreichsten der beiden letzten Jahrzehnte zählt (IMDB 2019).

„Vikings“ zeigt in insgesamt 6 Staffeln das Leben und die Taten des legendären Wikinger- Anführers Ragnar Lodbrok und seiner Familie sowie die Kulturen und Lebensweisen jener Völker, die mit den Wikingern in Kontakt kommen.

Beim Betrachten der bemerkenswert gut ausgestatteten TV-Produktion stellt sich die Frage, wie genau es denn diese Serie mit den historischen Tatsachen nimmt bzw. konkret gefragt:

Welches sind die historischen Fehler („Fiktion“) in der TV-Serie „Vikings“ und welches die historisch belegbaren Tatsachen („Fakt“)?

Zur Beantwortung dieser Fragestellung wird in mehreren Schritten vorgegangen, wobei unterschiedliche qualitative Forschungsmethoden zum Einsatz kommen:

In Kapitel werden die für die spätere Fehleranalyse relevanten Handlungsstränge und Personen in „Vikings“ dargestellt, im 3. Kapitel die zugrundeliegenden historischen Quellen (Sagas, Erfahrungsberichte und Chroniken) identifiziert und beschrieben, wofür neben dem Quellenstudium auch Interviews mit Fachexperten genutzt werden. Das 4. Kapitel enthält im Kern eine tabellarische Übersicht der wichtigsten Begebenheiten des Wikinger-Zeitalters und soll als Referenz für die Identifikation und die Beschreibung chronologischer Fehler im nächsten Kapitel dienen. Das 5. Kapitel stellt den Hauptteil dieser Arbeit dar und beschreibt ausführlich die durch historisches Quellenstudium und Befragung von Fachexperten identifizierten historischen Fehler in „Vikings“. Diese Fehler werden zusätzlich kategorisiert und entsprechend des Schweregrades beurteilt, was der deskriptiv-statistischen Auswertung im letzten (6.) Kapitel dienen soll. In diesem erfolgt durch die Fehlerauswertung die Beurteilung der historischen Genauigkeit von „Vikings“ im Gesamten und die Prüfung auf Unterschiede in der Fehlerhäufigkeit zwischen der ersten und den übrigen Staffeln.

Sämtliche Arbeitsschritte werden im sorgfältig geführten Forschungstagebuch begleitet, welches durch seinen reflektierenden Charakter steuernd (im bestmöglichen Sinn) auf den gesamten Arbeits- und Forschungsprozess einwirkt.

2. Die Historienserie „Vikings“

„Experiencehas taught me, that fact is stranger than fiction. Indeed, that’s one of the reasons I don’t personally like fantasy.“

~ Michael Hirst

„Vikings“ (2013-2019) ist eine für den kanadischen TV-Sender History Channel1 produzierte und auf 6 Staffeln (Seasons) ausgelegte irisch-kanadische Historienserie, welche vom englischen Screenwriter Michael Hirst geschrieben und produziert wird (vgl. Horgan 2015).

Der britische Historiker, Archäologe und Dokumentarfilmer Justin Pollard fungiert als historischer Berater für die Serie. Pollard zeichnete unter anderem auch für die mehrfach prämierten Kino- und TV-Produktionen „Elizabeth“, „Peaky Blinders“ und „The Tudors“ verantwortlich (vgl. IMDB 2018).

Hirst bemerkt zum Thema Authentizität und zur Zusammenarbeit mit Pollard:

„ Long before I start to write, I spend weeks, even months, rummaging about in accounts of Viking life, society, and culture, teasing out story lines and watching as various characters begin to emerge from the material and claim my attention. In this process I’m helped by our historical adviser, Justin Pollard, an expert on the Dark Ages. Justin carefully guides me through the labyrinth of Viking myth, legend, and historical account so that I know my narrative is as credible and as authentic as I can make it.” (Pollard; Hirst 2015, S. 8)

„Vikings“ hat sich zu einer weltweit höchst erfolgreichen Show entwickelt, mit einem Durchschnittsrating von 8,6 (von 10) auf IMDB2 und einer durchschnittlichen Nachfragerate von 15,22 pro 100 Kopf (vgl. Yohannes 2019).

2.a „Vikings“ – Die Haupt-Handlungsstränge

Season 1:

Die erste Staffel (Premiere am 3. März 2013) besteht aus 9 Episoden und thematisiert den Beginn der Wikingerzeit, markiert durch den Überfall auf das Kloster Lindisfarne im Jahr 793 (vgl. Krause 2013, S. 47 ff.) durch Ragnar Lodbrok und seine Gefolgsleute, sowie den Aufstieg Ragnars zum Jarl3. Von Lindisfarne nimmt Ragnar den Mönch Aethelstan als Sklaven mit; dieser freundet sich mit Ragnar und seiner Familie (Ehefrau Lagertha und Sohn Björn) an. Lodbrok macht sich auf einem neuerlichen Raubzug König Aelle von Northumbrien zum Todfeind.

Season 2:

Die zweite Season besteht aus 10 Episoden (Premiere am 27. Februar 2014) und behandelt über weite Strecken politische Intrigen anderer skandinavischer Jarls (sowie Ragnars Bruder Rollo) gegen Ragnar, aus denen dieser siegreich hervorgeht. Ragnar verlässt seine Familie für Aslaug, mit der dieser 4 Kinder (Ubbe, Hvitserk, Sigurd Schlange im Auge, Ivar der Knochenlose) haben wird. Bei einem neuerlichen Raubzug trifft Ragnar auf Egbert, den König von Wessex, der gestärkt durch ein Bündnis mit König Aelle (Egberts Sohn, Prinz Aethelwulf, heiratet Aelles Tochter Judith) den Angriff der Wikinger abwehren kann. Egbert bietet Ragnar ein Bündnis an, im Rahmen dessen die Wikinger Siedlungsland erhalten und im Gegenzug als Söldner zur Verfügung stehen. Aethelstan wird ob seiner Schrift- und Sprachenkundigkeit zum Vertrauten des bildungsaffinen Egbert. Lagertha wird zum Jarl von Haithabu. Ragnar tötet den intriganten König Horik von Dänemark und steigt selbst zum König auf.

Season 3:

Die dritte Staffel umfasst 10 Episoden (Premiere am 19. Februar 2015) und zeigt ausführlich die Belagerung und schlussendliche Einnahme der westfränkischen Hauptstadt Paris (unter Karl dem Kahlen) durch Ragnar und Rollo. Ragnar zieht nach der Zahlung eines stattlichen Lösegeldes mit einem Großteil seiner Männer ab. Rollo bleibt mit einer kleineren Anzahl Männer als Nachhut zurück. Um weitere Wikingerangriffe abzuwehren, hebt Karl der Kahle Rollo in den Adelsstand, vermählt ihn mit seiner Tochter Gisla und gibt ihm ein großes Lehen. Als Gegenleistung verlangt Karl die zukünftige Verteidigung von Paris gegen Invasoren, worauf dieser einwilligt. In Wessex geht Aethelstan mit Egberts Schwiegertochter Judith eine Affäre ein; Judith wird schwanger und gebiert ihren zweiten Sohn, Alfred.

Season 4:

Staffel 4 besteht aus 20 Episoden, die in 2 Zehnerpakete aufgeteilt wurden: Teil A hatte am 18.Februar 2016 Premiere, Teil B am 30. November desselben Jahres.

Nach einem Zeitsprung von rund 8 Jahren kehrt Ragnar sichtlich gealtert nach einem Leben als Eremit wieder in sein Heimatdorf Kattegat zurück und trifft dort auf seine erwachsenen Söhne. Sein ursprüngliches Ansehen hat stark gelitten und nur mit Mühe kann er eine kleine Mannschaft für eine letzte Fahrt nach Wessex zusammenstellen. Von seinen Söhnen begleitet ihn nur Ivar. In Wessex lässt er sich absichtlich gefangen nehmen und an König Aelle ausliefern. Dieser wirft ihn in eine Schlangengrube und Ragnar stirbt nach seinen letzten (historisch überlieferten) Worten: “H ow t he little pigs would grunt if they knew how the old boar suffered.“ (Ferguson 2010, S. 143)

Ivar kehrt nach Kattegat zurück und organisiert dort gemeinsam mit seinen Brüdern das „Große Dänische Heer“. Dieses segelt nach Northumbrien und besiegt König Aelle. Aelle wird von Ivar durch die Blutaar-Folter getötet. Anschließend erobert das große Heer Wessex. Egbert übergibt seinem Sohn Aethelwulf vorher die Krone und begeht Suizid.

Season 5:

Auch die 5. Staffel besteht aus in 2 Zehnerpakete aufgeteilte Episoden, wobei Teil A am 29. November 2017 und Teil B4 am 28. November 2018 erstausgestrahlt wurde.

Ragnars ältester Sohn, Björn, segelt mit einer kleinen Mannschaft bis nach Sizilien, wo er und seine Männer sich als Leibgarde des byzantinischen Statthalters Euphemios verdingen. Björn reist später gemeinsam mit Euphemios nach Nordafrika und begegnet dort dem muslimischen Herrscher Ziyadat Allah. In England erobert Ivar gemeinsam mit seinen Brüdern Hvitserk und Ubbe die Stadt York und verteidigt diese erfolgreich gegen mehrmalige Befreiungsversuche durch die Angelsachsen unter der Führung von König Aethelwulf. Floki verlässt England alleine in einem kleinen Boot und strandet an der isländischen Küste. Überzeugt, in Asgard gelandet zu sein, kehrt Floki nach Kattegat zurück und rekrutiert dort einige Familien, die mit ihm als Siedler nach Island zurückkehren.

König Aethelwulf stirbt, ohne einen Nachfolger zu benennen. Seine Ehefrau Judith bringt ihren erstgeborenen Sohn Aethelred dazu, zugunsten seines Halbbruders Alfred auf den Thron zu verzichten.

3. Welcher historischen Quellen bedient sich „Vikings“?

Die Serie hat in den ersten vier Staffeln den Fokus vornehmlich auf der legendären Figur des Ragnar Loðbrókar, seiner Familie und seinen Taten und schöpft hierfür aus den bekannten Niederschriften der Wikinger-Sagas „Loðbrókar“ – Die Geschichte Ragnar Lodbroks und „Ragnarssona þáttr“ – Die Geschichte (þáttr) der Söhne Ragnars (vgl. Hagen 1828, S. 3 ff.)

(beide entstanden im 13. Jahrhundert) sowie der Gesta Danorum (Buch IX) des christlich dänischen Historikers Saxo Grammaticus (entstanden im 12. Jahrhundert).

Weitere wichtige Quellen sind:

- Das Krákumál (vgl. Þorgeirsson 2003), ein altnordisches skaldisches5 Sterbelied in 29 Strophen zu je 10 Zeilen, welches vermutlich im 12. Jahrhundert auf den schottischen Orkneyinseln entstanden ist. Das Krákumál ist in Form eines Monologes gehalten, in dem Ragnar – sterbend in König Ællas Schlangengrube liegend – auf sein Leben gefüllt mit heldenreichen Taten zurück blickt (vgl. Simek; Hermann Pálsson 1987, S. 218).
- Die Ragnarsdrápa (vgl. Finnur 1915), das älteste erhaltene skaldische Gedicht, verfasst im 9. Jahrhundert von dem norwegischen Poeten Bragi Boddason (vgl. Chisholm 1911, S. 197). Teile der Ragnarsdrápa sind in der später entstandenen Snorra-Edda überliefert.
- Über Lagertha, Ragnars erste Ehefrau, wird mehrfach im neunten Buch der Gesta Danorum berichtet (vgl. Grammaticus 1901, S. 301).
- Ragnars zweite Frau, Aslaug wird neben den Sagas „Loðbrókar“ und „Ragnarssona þáttr“ auch in den beiden folgenden Quellen erwähnt: Der Völsunga6 saga (vgl. Jónsson 1944) und der Snorra-Edda (vgl. Jonsson 2014), ein im 13. Jahrhundert vom Dichter, Historiker und Politiker Snorri Sturluson verfasstes dichtungstheoretisches Werk (vgl. Winroth 2016, S. 187).

Alle oben genannten Quellen sind zu weiten Teilen auch fiktionale Darstellungen, basierend auf mündlich überlieferten Geschichten (Sagas) aus der skandinavischen Kulturgeschichte – niedergeschrieben zwischen 200 bis 400 Jahren nach den Ereignissen, die sie beschreiben.

Wichtige historische Quellen der in der Serie verarbeiteten Haupthandlungen sind:

- Die „Annales Xantenses“ von Gerward, einem fränkischen Priester, der zwischen 832 und 852 ein Annalenwerk erstellte (vgl Löwe 1951), in welchem von der Einnahme Paris im Jahr 845 unter der Führung von Reginheri (die latinisierte Form von Ragnar) berichtet wird (vgl. Krause 2013, S. 98 ff.).
- Die „Vita Alfredi“ von John Asser, einem walisischen Mönch, der 893, zu dessen Lebezeiten, eine Biografie des englischen Königs Alfred des Großen schrieb, in der die Überfälle der Wikinger (und deren Abwehr) ausführlich dargestellt werden (vgl. Giles 1906).
- Der Augenzeugenbericht „Bella Parisiacae Urbis“ von der Belagerung von Paris durch die Wikinger des Benediktinermönchs Abbo Cernuus (bzw. Abbo von Saint-Germain- des-Prés) aus dem 10. Jahrhundert (vgl. Germain 2007).
- Die „Gesta Normannorum“ (entstanden zwischen 996 and 1015) des Geistlichen Dudo von Saint-Quentin, in welcher unter anderem vom Leben und den Taten Rollos und seiner Nachfahren berichtet wird (vgl. Lair 1865).
- Ahmad ibn Fadlāns Reisebericht („Risala“) zu den Wolga-Wikingern aus dem 10. Jahrhundert, in dem detailliert und lebendig deren Lebensweise beschrieben wird (vgl. Fadlan 2011). Ebenfalls erzählt ibn Fadlān in seinem Werk ausführlich von einer Wikinger-Bestattung.
- Ahmad ibn Rustahs auch im 10. Jahrhundert verfasstes Kompendium seiner Reiseerfahrungen in dem unter anderem die Rus beschreiben und von ihm als Wikinger bezeichnet werden (vgl. Fadlan 2011).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

A bbildung 1 : Die erste Seite des Angers Fragments der Gesta Danorum in der Handschrift des Saxo Grammaticus. (© Det Kongelige Bibliotek).

4. Das Zeitalter der Wikinger

Die reichhaltige Kultur und Lebensweise der Wikinger, ihre Religionbzw . Kulte, in terkulturelle Kontakte sowie die Stellung der Frauen in der Gesellschaft werden in der Serie klischeefrei und historisch weitgehend korrekt dargestellt (dies ist in der TV- Geschichte in diesem Themenbereich bis dato einzigartig). Erfreulicherweise sind dazu auch aktuelle Forschungsergebnisse (welche in letzter Zeit vermehrt publiziert7 werden) in die Produktion eingeflossen.

Historische Fehler in der Serie zu finden und zu analysieren ist ein erklärtes Ziel dieser Arbeit. Deshalb werden die oben genannten Themen nicht nur zu Gunsten der Übersichtlichkeit und Lesbarkeit, sondern auch zur Kontextualisierung ausführlich bei der jeweiligen Fehlerbeschreibung dargestellt.

4.1 Die Wikinger Zeittafel

Die folgende tabellarische Übersicht enthält die wichtigsten Begebenheiten des Wikinger- Zeitalters und dient als Referenz für die Identifikation und die Beschreibung chronologischer Fehler im 5. Kapitel. Die Hauptquellen für die Zeittafel sind die folgenden Werke, wobei zahlreiche eigene Ergänzungen eingefügt wurden: (vgl. Winroth 2016, S. 15 ff.) (vgl. Krause 2013, S. 275 ff.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

5. Historische Fehler in der Serie „Vikings“

Die beiden inhaltlich Hauptverantwortlichen für die Serie, Michael Hirst und Justin Pollard, zeichnen ein lebendiges, interessantes Bild der Wikingerzeit und die Erzählstränge erhalten eine inhaltlich große Breite und Tiefe. Wie bereits erwähnt, wird vieles historisch korrekt dargestellt (d. h. es wird auf historisch gesicherte Fakten Rücksicht genommen), bzw. in einer Weise interpretiert, die inhaltlich mit den überlieferten Sagas konform geht.

Justin Pollard bemerkt hierzu:

“ Fundamentally I believe that, as L.P. Hartley said, the past is a foreign country – you cannot go there, you can only reconstruct what it might have been like and that reconstruction will always be flawed. I find it very sad when some reviewers review historical movies as though they ‘know’ what living in a particular century was like and ‘mark’ the film accordingly. They don’t and often what they claim to know to be true is simply another interpretation of a scant historical record.” (Staggs 2015)

Um eine größere Zuschauerschaft zu gewinnen, gegenüber konkurrierenden8 Serien- Produktionen zu bestehen und damit die Produktion weiterer Seasons zu ermöglichen, müssen klarerweise auch einige Zugeständnisse bezüglich der historischen Akkuratesse gemacht werden. Michael Pollard äußert sich dazu in einem Artikel der NY-Times folgendermaßen:

“ I especially had to take liberties with ‘Vikings’ because no one knows for sure what happened in the Dark Ages […]. We want people to watch it. A historical account of the Vikings would reach hundreds, occasionally thousands, of people. Here we’ve got to reach millions.” (Gilbert 2018)

Und an anderer Stelle:

„ I don’t write for educational purposes - once again, I insist that I write drama. Nevertheless, I am thrilled when what I write and produce inspires teachers and students around the world to go back to their texts and rediscover a very different Viking world. An infinitely more ‚real‘ Viking world.“ (Pollard; Hirst 2015, S. 10).

In den folgenden Unterkapiteln werden die verorteten historischen Fehler zwecks Übersichtlichkeit nach der Fehlerart kategorisiert und zusätzlich auf Basis obiger Aussagen entsprechend des Schweregrades beurteilt.

Ich habe hierfür die folgenden Beurteilungskriterien erarbeitet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

5.a Personenfehler

5. a.1 Ragnar Lodbrok (Season 1 )

Der9 in der Serie dargestellte Ragnar Lodbrok hält sich – wie bereits erwähnt – recht eng an den legendenhaften Ragnar aus den Sagas und Dichtungen Loðbrókar, Ragnarssona þáttr und Ragnarsdrápa. Offensichtlich fiktionale Elemente wie bspw. die Tötung eines Lindwurms durch Ragnar Lodbrok – wobei ihn seine Lodenhose (Lodbrok) vor den giftigen Bissen schützt – wurden ausgelassen.

Die einzige historische Quelle sind die Annales Xantenses (Annalen von Xanten) der Jahre 832-852, die vom Überfall Paris durch Reginheri berichten. Dieser Reginheri ist nach Meinung renommierter Historiker das Vorbild für den später in der Sagaliteratur beschriebenen, legendenumrankten und heldenhaften Ragnar Lodbrok (vgl. McTurk 1991, S. 2 ff.).

Nach Meinung des Ragnar-Experten McTurk ist die Figur des Ragnar Lodbrok im Lauf der Zeit aus zwei Personen verschmolzen, wobei Reginheri (Ragnar), der Eroberer von Paris am Ostersonntag und Verbündete König Horiks I., wahrscheinlich dem dänischen Könighaus Gudfred I. zugeordnet werden kann (vgl. McTurk 1991, S. 2 ff.). Die zweite Person, Lodbrok, könnte McTurk zufolge eine Frau bezeichnen, da Loðbrók auch ein Frauenname war (abgeleitet von Loðbróka, einer Fruchtbarkeitsgöttin). Eine Loðbróka war tatsächlich auch die Mutter der – sowohl in angelsächsischen als auch in fränkischen Annalen mehrfach erwähnten - fünf Wikinger-Anführer Inwære (Ivar), Hubba (Ubbe), Healfdene, (Halfdan), Sigifrid (Sigurd) und Berno (Björn) (vgl. Guldager-Boye 2018).

Eine Vaterschaft Ragnars ist allerdings höchst zweifelhaft; erst die Legendenbildung im Zuge der mündlichen Weitergabe der Sagas durch die Skalden (oral tradition) hat den berühmten Reginheri bzw. Ragnar zum Vater dieser erfolgreichen Wikinger-Anführer gemacht und gleichzeitig den Namen der Mutter, Loðbróka, zum männlichen Beinamen: Ragnar Lodbrok (vgl. McTurk 1991, S. 6 ff.).

Denkbar wäre auch, dass sich Loðbrókas Söhne noch zu Lebzeiten selbst zu Ragnarssons gemacht haben, um den eigenen Ruhm durch die berühmte Herkunft noch zu vergrößern.

5. a.2 Rollo bzw. Gånge Rolf (Season 1)

„Rollo“ ist die latinisierte Form von Hrólfr (Rolf). Den Beinamen „Gånge“ erhielt Rolf angeblich, da er aufgrund seiner Körpergröße zu schwer für ein Pferd 10 war und deshalb immer gehen („gå“) musste (vgl. Sturlson 1230). Rollo wurde ca 860 geboren, wobei der Geburtsort nicht genau angegeben werden kann; der geistliche Chronist Dudo von Saint-Quentin gibt in seiner Gesta Normannorum (entstanden zwischen 996 and 1015) Dänemark als Geburtsland an (vgl. Lair 1865).

Laut verschiedenen Quellen führten Rollos Reisen und Beutezüge ihn zuerst nach Schottland und dann über England (wo sich Rollo mit Guthrum anfreundete (vgl. Ferguson 2010, S. 174 ff.)) und Flandern bis ins Frankenland (Encyclopaedia Brit. 2019). Rollo und seine Männer eroberten dort 876 Rouen und konnten die nächsten Jahre auch die Kontrolle über die Stadt halten (vgl. Ferguson 2010, S. 182). Rollo lernte in Rouen die fränkische Adelige Poppa kennen, die er später heiratete (vgl. Lair 1865). Laut Dudo belagerten Rollo und seine Männer 885-886 Paris, konnten die stark befestigte Stadt aber nicht einnehmen; nach der Zahlung eines Tributs durch Karl III. (des Ostfrankenreichs) zogen die Belagerer wieder ab. Am 11. Juli 911 wurde zwischen Rollo und König Karl III. (von Westfranken, Beiname: „der Einfältige11 “) der Vertrag von Saint-Clair-sur-Epte geschlossen, in dem Rollo (nach seiner christlichen Taufe) ein Gebiet am Unterlauf der Seine als Lehen erhielt. Rollo verpflichtete sich im Gegenzug, das Land gegen weitere Wikingerüberfälle zu verteidigen. Zur Besiegelung heiratete Rollo die (wahrscheinlich uneheliche) Tochter Karls, Gisla (vgl. Ferguson 2010, S. 182). Dies war die Geburtsstunde des normannischen Reiches.

Wahrscheinlich starb Rollo im Jahr 930; sein und Poppas Sohn Wilhelm I. (genannt Langschwert) folgte ihm als Graf von Rouen und Jarl der Normannen nach.

Rollo war definitiv nicht Ragnars Bruder (weder des historischen Reginheri noch des Saga- Ragnars) und hat diesen auch nie getroffen (Reginheri starb vor der Geburt Rollos).

5. a.3 Lagertha bzw. Lathgertha (Season 1)

Lagertha (latinisierte Form von Hlaðgerðr) war eine legendäre Schildmaid und die erste Frau Ragnar Lodbroks. Lagerthas Leben und Taten werden im neunten Buch der Gesta Danorum des christlichen Historikers Saxo Grammaticus beschrieben (vgl. Grammaticus 1901, S. 301 f.).

Laut Grammaticus war Lagertha eine kampferprobte, am Hofe des norwegischen Königs lebende Schildmaid, die vom einfallenden schwedischen König Frø samt den anderen Hoffrauen in einem Bordell zur Prostitution gezwungen wurde. Ragnar, der Enkel des getöteten norwegischen Königs eilt zur Hilfe und wird Zeuge, wie Lagertha zusammen mit einigen anderen Frauen, in Männerkleidung gegen die Schweden kämpft:

„U nter diesen war auch die Lathgertha, eine kriegserfahrene Frau, die mit männlichem Mute in der jungfräulichen Brust, mit ihrem auf die Schultern fallendem Haare voran unter den tüchtigsten Streitern kämpfte. Alle bewunderten ihre unvergleichliche Kampfeshilfe, – denn das bis auf den Rücken hinabwallende Haupthaar verriet sie als Frau, […]“ (Grammaticus 1901, S. 301) Beeindruckt von Lagerthas Tapferkeit, hält Ragnar um ihre Hand an, muss aber zuerst eine von ihr auferlegte Prüfung bestehen (Einen Bären und Wachhund überwinden). Ragnar besteht die Prüfung und aus der Ehe gehen zwei (nicht namentlich genannte) Töchter und ein Sohn, Fridlew, hervor. Von Fridlew wird in keiner der Wikinger-Sagas mehr berichtet.

In der Serie wird Björn als Ragnars und Lagerthas Sohn dargestellt, wie aber bereits weiter vorne ausgeführt, ist Björn ein Sohn Aslaugs, Ragnars dritter Frau (nach Lagertha und Thora).

Interessant finde ich besonders den folgenden Aspekt in Saxo Grammaticus‘ Niederschrift altnordischer Sagas: Trotz seiner immer wieder spürbaren misogynen Grundhaltung (die scheinbar allen frühen christlichen Historikern bzw. Chronisten inhärent ist) kann Saxo das in den altnordischen Sagas verbreitete Bild eigenständiger, kämpferischer und angesehener Frauen nicht nivellieren (siehe bspw. die zitierte Textpassage oben); Saxos Abwertungsversuche sind m.E. in Form von persönlichen Umdeutungen bzw. Zurechtdeutungen eindeutig als solche erkennbar, wie die beiden folgenden Textbeispiele zeigen:

„Er [Ragnar] dachte übel von der Treue seiner Gemahlin, weil er sich erinnerte, dass sie dereinst zu seinem Verderben wilde Tiere ihm entgegengestellt hatte.“ (Grammaticus 1901, S. 302) . (Saxo nimmt Lagerthas voreheliche Prüfung Ragnars als Rechtfertigung für Ragnars Trennung von Lagertha zugunsten von Thora).

„ Als Lathgertha aus der Schlacht 12 nach Hause kam, erstach sie mit einer Pfeilspitze, die sie im Kleide verborgen hatte, bei Nacht ihren [zweiten] Gemahl und übernahm an seiner Statt die Herrschaft über das Reich. Der trotzige Sinn der Frau wollte nicht das Reich mit dem Gemahle teilen, sondern ohne Mann herrschen.“ (Grammaticus 1901, S. 304) (Saxo ignoriert jeglichen Subtext der zugrundeliegenden altnordischen Sagas und unterstellt Lagertha platte Motive).

Für Lagertha gibt es außerhalb der Legenden keine evidenzbasierten historischen Entsprechungen; Wissenschaftler vermuten, dass Saxo Grammaticus neben den mündlich überlieferten Sagas auf verloren gegangene isländische Quellen zurückgegriffen hat (vgl. Jesch 2005). Für die historisch umstrittenen Schildmaids hingegen häufen sich in den letzten Jahren die Beweise, welche stark für deren Existenz sprechen – weshalb ich diesen auch einen eigenen Eintrag gewidmet habe.

5. a.4 Ivar Ragnarsson (Beiname: der Knochenlose; Ívarr inn beinlausi) (Season 2)

Ivar wird nicht nur ausführlich in den Sagas Loðbrókar und Ragnarssona þáttr beschrieben, sondern auch in frühmittelalterlichen Quellen wie der Angelsächsischen Chronik13 und den Annalen von Ulster14 mehrfach erwähnt. Ivars Existenz ist gesichert, strittig ist jedoch die Herkunft seines Beinamens „der Knochenlose“. Laut der Saga Loðbrókar beruht Ivars Knochenlosigkeit (in den Beinen) auf einem Fluch:Seine Mutter, AslaugSigurdsdottir,war eine „vǫlva“ (Seherin und Schamanin), die Ragnar davor warnte, in den ersten drei Nächten nach der Hochzeit die Ehe zu vollziehen. Ragnar hielt sich jedoch nicht daran und die Folge war Sohn Ivars Gehunfähigkeit (von manchen Historikern als Osteogenesis imperfecta – Glasknochenkrankheit gedeutet (vgl. Hanson 2016)). Diese schien Ivar jedoch nicht davon abgehalten zu haben, als einer der Anführer des Großen Heers eine Vielzahl von Abbildung wurde aus urheberrechtlichen Gründen von der Redaktion entfernt siegreichen Schlachten gegen die Angelsachsen zu führen und Mercia, East Anglia sowie große Teile von Northumbria dem Danelag einzuverleiben und später auch in Irland aktiv zu werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

A bbildung 2 : Ivar der Knochenlose (dargestellt von Alex Høgh Andersen, © History Channel).

Ivars Kampfkraft wird in anderen Quellen auch mit dem Berserkertum in Verbindung gebracht (vgl. englishmonarchs.co.uk 2018b). Auch wenn die Kompensation seiner Behinderung in der Serie glaubhaft vermittelt wird, erscheinen die folgenden Theorien verschiedener Historiker zu Ivars Beinamen plausibler:

- Die von den Wikingern verliehenen Beinamen hatten oft einen ironischen Subtext und „beinlausi“ kann sich demzufolge auch auf einen besonders großgewachsenen Mann oder aber einen besonders beweglichen Kämpfer beziehen (vgl. Baker; van Leeuwen 2003).
- Rory McTurk hebt hervor, dass „beinlausi“ in einigen norwegischen Erzählungen eine Bezeichnung für Wind sei, sodass damit Ivars Fähigkeiten als Seemann gemeint sein könnten (vgl. McTurk 1991, S. 40 f.).
- Eine Beschreibung Ivars in Ragnarssona þáttr wird auch als Impotenz bzw.
Liebesunfähigkeit gedeutet:

„ Ivar t he Boneless was king in England for a long time. He had no children, because of the way he was: with no lust or love - but he wasn’t short of cunning and cruelty. And he died of old-age in England and was buried there. Then all Ragnar’s sons were dead.“ (Tunstall 2005).

- Ivar wird verschiedentlich als außerordentlich listig, schlau und strategisch begabt beschrieben - Merkmale die die Wikinger auch Schlangen zuschrieben (vgl. Ferguson 2010, S. 145). Ivar hat demnach durch seine Mutter Aslaug einige der Fähigkeiten des norwegischen Königsgeschlechts der Völslungen vererbt bekommen, genauso wie sein Bruder Sigurd mit dem Beinamen „Schlange im Auge“ (gemeint ist, dass er den durchdringenden Blick einer Schlange hatte).
- Laut den Annalen von Ulster ist Ivar 873 in Dublin gestorben. In den „Fragmentary Annals of Ireland“ (entstanden im 11. Jahrhundert) wird sein Sterbejahr ebenfalls mit 873 angegeben und als Todesursache eine plötzliche und grausame Krankheit genannt (vgl. Newlon 2004). Eventuell haben die (krampfartigen) Auswirkungen dieser Erkrankung auch zu dem später verliehenen Beinamen geführt.

5. a.5 Hrafna-Flóki Vilgerðarson (Season 1)

Flóki Vilgerðarson (geb. um 830 in Norwegen) war der erste Wikinger, der freiwillig nach Island segelte und dort (mit seiner Familie) siedelte. Flokis Geschichte ist im isländischen Manuskript Landnámabók („Landnahmebuch“, entstanden im 11. Jahrhundert) dokumentiert, welches detailliert und ingenealogischer Form mehr als 3000 Siedlerinnen und 1400 Siedlungen beschreibt (Þórðarson 1350). Floki bekam seinen Beinamen (Hrafna, Rabe) durch die Art, wie er sich an Island (damals noch Garðarshólmi genannt) heran navigierte: Er ließ an Bord drei Raben frei, einer kehrte zurück zum Startpunkt auf den Faröer-Inseln, einer zurück zum Boot, der dritte flog nach Nordwesten ohne zurückzukehren.

Diesem folgte Floki mit seiner Familie und sie landeten und siedelten in Vatnsfjörður am Barðaströnd (Saga Museum Reykjavik 2016). Floki ist auch der Namensgeber Islands: Im Frühjahr sah er von einem Berg aus den Fjord Ísafjarðardjúp, bedeckt von Treibeis – beeindruckt nannte Floki zukünftig die Insel „Ísland“ (Eisland) (vgl. Byock 2001).

Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass Floki Ragnar gekannt haben könnte, und wenn, dann wäre Floki im Todesjahr Ragnars nicht mehr als 10 Jahre alt gewesen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

A bbildung 3 : Flóki (dargestellt von Gustaf Skarsgård, © History Channel).

5. a.6 Athelstans Sohn (Season 3)

Der Mönch Athelstan, den Ragnar aus Lindisfarne mitbringt (und sich mit ihm anfreundet), ist ein komplett fiktionaler Charakter. Athelstan ist zwar ein wichtiger Teil der Storyline (er avanciert sogar zum Publikumsliebling) und fungiert als Mittler zwischen Paganismus und Christentum, muss ansonsten aber für einen argen historischen Fehler verantwortlich zeichnen, der auch dramaturgisch keinesfalls rechtfertigbar ist: Athelstan zeugt während einer Affäre mit Aethelwulfs Frau, Judith, den zukünftigen König von Wessex, Ælfred.

Hier ist auch kein Raum für historische Spekulationen; zahlreiche Chronisten, darunter auch Alfreds Hausbiograph, Asser, nennen als Eltern von Alfred den König Æthelwulf von Wessex und seine Frau Osburh (vgl. englishmonarchs.co.uk 2018a).

5. a.7 Judith (Iuthitta) von Flandern (Season 2)

Judith war nicht, wie in der Serie dargestellt, die Tochter von König Ælle von Northumbrien, sondern vielmehr die älteste Tochter (geb. um 843) von Karl II. von Westfranken (Karl der Kahle) und Irmentrud von Orléans (vgl. Cawley 2018). In erster Ehe war sie mit König Æthelwulf von Wessex verheiratet (vgl. Ward2006, S. 120 f.).

Judiths Charakter hätte in der Serie nicht durch Dichtung „aufgewertet“ werden müssen, da ihr Leben interessanter verlief als jegliche Fiktion:

Æthelwulf hatte Judith auf dem Rückweg von einer Pilgerfahrt nach Rom während einer Rast am Hof von Karl II. kennengelernt. Æthelwulf war zum Zeitpunkt der Hochzeit 61, Judith 14 Jahre alt. Judith wurde zur Queen von Wessex gekrönt (und vom Erzbischof gesalbt), was gegen alle Sitten und Traditionen in Wessex verstieß: Die Frauen von Königen hatten dort lediglich den Status von Ehefrauen (vgl. Geary 2009, S. 51 ff.). Die Ehe führte zur Rebellion durch Æthelwulfs ältesten Sohn, Æthelbald, der einen Halbbruder höherer Abstammung fürchtete und zur (friedlichen) Teilung des Königreiches. Mit dem Tod Æthelwulfs endete die 1,5-jährige kinderlose Ehe. Æthelbald folgte als König nach und heiratete – wohl zur Prestigeerhöhung bei den Franken - seine Stiefmutter, was den Chronisten Asser erzürnte:

“ Once King Æ t helwulf was dead, Æthelbald, his son, against God's prohibition and Christian dignity, and also contrary to the practice of all pagans, took over his father's marriage-bed and married Judith, daughter of Charles, king of the Franks, incurring great disgrace from all who heard of it.” (Asser; Cook 1906, S. 17) .

Nach nur zweijähriger, ebenfalls kinderloser Ehe, starb auch Æthelbald, woraufhin Judith nach Westfranken zurückkehrte, wo ihr Vater sie ins Kloster von Senlis schickte. Nach einem knappen Jahr brannte sie von dort mit einem gewissen Balduin durch, was ihren Vater so erzürnte, dass er die Exkommunikation des Paares forderte. Eine persönliche Petition des Paares an Papst Nikolaus I. konnte die Exkommunikation abwenden und führte zur Versöhnung mit Karl II. Balduin bekam die Grafschaft Flandern zugeteilt (welche er erfolgreich gegen die Wikinger verteidigte) und das Paar hatte drei Kinder. Judith starb jung an unbekannter Ursache um das Jahr 870 (vgl. Prosopography of Anglo-Saxon England 2019).

5.b Ausstattungsfehler

5.b . 1 Kleidung (alle Seasons)

Die vorherrschende Farbe in der in der Serie getragenen Kleidung ist braun bzw. schwarz, mit einem hohen Anteil an Leder. Dies ist wohl der Absicht der Produzentinnen geschuldet, die Protagonisten kühn und verwegen anmuten zu lassen (vgl. Pollard; Hirst 2015, S. 40 f.). Tatsächlich war die (hauptsächlich aus Flachs und Wolle gefertigte) Kleidung der Wikinger viel bunter - beliebt waren lebendige Farben wie gelb, blau und rot (vgl. Short 2019a). Leder kam hauptsächlich bei der Fertigung von Schuhen und Armierung zum Einsatz (vgl. Nationalmuseet København 2018).

5.b . 2 Frisuren (alle Seasons)

Zeitgenössische Darstellungen, Sagas, Berichte christlicher Chronisten sowie historische Funde (Kämme, Haarspangen etc.) bestätigen, dass gepflegtes (regelmäßig gewaschenes) langes Haar (oft zu kunstvollen Zöpfen geflochten) bei skandinavischen Männern und Frauen, sowie regelmäßig gekämmte Bärte bei Männern Standard waren (vgl. Berg Petersen 2012). Das gepflegte Haupthaar der Wikinger machte einen dermaßen großen Eindruck auf die Angelsachsen, dass sich Chronisten wie bspw. Alcuin von York und John of Wallingford bemüßigt fühlten, entsprechend warnende Einträge in ihren Aufzeichnungen vorzunehmen (vgl. Ferguson 2010, S. 257):

„ They were wont, after the fashion of their country, to comb their hair every day, to bathe every Saturday, to change their garments often, and set off their persons by many such frivolous devices. In this manner they laid siege to the virtue of the married women, and persuaded the daughters even of the nobles to be their concubines.“ (Stevenson 1853, S. 558)

Auch der extensive Einsatz von Augen-Makeup bei Männern und Frauen sowie von großflächigen Tätowierungen (vgl. Fadlan 2011) wird in „Vikings“ korrekt dargestellt. Das Scheren des gesamten Kopfes war jedoch nicht üblich und hätte bei den skandinavischen Temperaturen und den nautischen Winden wohl auch rasch zu Erfrierungen geführt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

A bbildung 4 : Floki und Ragnar mit nicht authentischer Haartracht (© History Channel).

5.b. 3 Armierung und Helme (alle Seasons)

Die Waffen der Wikinger, Speere, Schilde, Streitäxte und Schwerter, werden korrekt dargestellt (vgl. Short 2019b), unstimmig ist jedoch die Darstellung der Armierung: Die Wikinger tragen in den Kampfszenen nie Helme und kaum Kettenarmierungen. Dies ist für komplette Kettenhemden zwar zutreffend, da sich kaum jemand eine solche Menge Eisen leisten konnte, nicht aber für Teilarmierungen und Helme aus Eisen oder Leder, die regelmäßig getragen wurden, zählten Kopfwunden doch zu den häufigsten Kampfverletzungen (vgl. Short 2019c).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

A bbildung 5 : Reproduktion eines Wikinger-Helmes und Kettenhemdes (© Nationalmuseet København).

5.b . 3 . 1 Helme der Soldaten von Wessex (Season 2)

In mehreren Szenen der 2. Staffel tragen die Soldaten von Wessex Helme, die erst zu Beginn des 16. Jahrhunderts erstmalig auf dem Festland gefertigt wurden: die Sturmhaube bzw. Burgonet, leicht erkennbar am prominenten Kamm im Scheitelbereich des Helmes (vgl. Flynt 2019). Die angelsächsischen Helme hatten ebenso wenig einen solchen Kamm wie die Wikingerhelme.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

A bbildung 6 : Aethelwulf in Begleitung eines Burgonet-tragenden Soldaten (© History Channel).

5.b . 3 . 2 Tempel von Odin in Uppsala (Season 1)

In der ersten Staffel wird ein im Tempel von Uppsala durchgeführtes Opferritual gezeigt, ähnlich jenem, welches Adam von Bremen in seiner Chronik „Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum“ (entstanden 1070-1076) im Vierten Buch beschreibt (vgl. Adam; Schmeidler 1917). Der gezeigte Tempel befindet sich –im Gegensatz zum Originaltempel – in den Bergen und ist eindeutig eine (christliche) Stabkirche, wie sie allerdings erst im 12. und 13. Jahrhundert erbaut wurden - der Übergangszeit vom Paganismus ins Christentum (vgl. Krause 2013, S. 204).

5.c. Chronologische Fehler

5. c . 1 Die „Entdeckung“ Englands (Season 1)

In der ersten Season wird vermittelt, dass Ragnar ein unbekanntes Land im Westen vermutet, welches er gegen den Willen seines Jarls zu erkunden gedenkt, was in weiterer Folge zur Plünderung des Klosters von Lindisfarne am 8. Juni 793 führt.

In Wahrheit waren die Inseln im Westen den (Vorfahren der) Wikinger(n) schon beträchtliche Zeit früher bekannt: Auf den Orkney- und Shetlandinseln, den Hebriden und in Irland existierten bereits zum damaligen Zeitpunkt norwegische Siedlungen, was Ausgrabungen in Dublin im Jahr 2015 eindrucksvoll bestätigen. Mit Hilfe der Radiocarbonmethode wurde das Sterbedatum junger Männer in 4 Wikingergräbern mit einer Wahrscheinlichkeit von 68% für einen Zeitraum zwischen 690 und 790 bestimmt (vgl. Atwood 2015).

Gareth Williams, Kurator für mittelalterliches Münzwesen im British Museum, bringt den Zusammenhang zwischen den Überfällen auf Lindisfarne und der Wahrscheinlichkeit früherer Kontakte auf den Punkt:

“ Most researchers accept now that the raids were not the first contact, as the old texts suggest. How did the Vikings know where all those monasteries were? It’s because there was already contact. They were already trading before those raids happened.” (Atwood 2015) .

5. c . 2 Ragnars “Zeitreise” (Season 1)

Folgt man der Zeitlinie in „Vikings“, dann war Ragnar beim Überfall auf Lindisfarne im Jahr 793 ungefähr 27 bis 30 Jahre alt und müsste demnach bei der Belagerung von Paris im Jahr 845 (siehe die Zeittafel in Kapitel 4) rund 80 Jahre alt gewesen sein; bis zu seinem Tod im Jahr 865 in der Schlangengrube von König Aelle hätte er das stolze Alter von gut 100 Jahren erreicht. 5.d Die Stellung der Frauen in der Gesellschaft

5. d . 1 Frauen in der Ehe, als Herrscherinnen und als Verwalterinnen von Gutshöfen( Season 1 )

Das demokratische System des frühmittelalterlichen Skandinavien war hochentwickelt und unterschied sich deutlich von den christlich geprägten absoluten Monarchien im übrigen Europa (vgl. Winroth 2016, S. 131 ff.). Dem entsprechend war auch die Stellung der Frau bedeutend höher als in anderen Kulturen (vgl. Jesch 2005) – Frauen waren zwar Männern nicht gleich- aber dennoch hochgestellt und konnten neben der traditionellen Rolle (Weben von Stoff, Verarbeitung von Nahrungsmitteln, Kochen für die Familie etc.) auch Handel treiben, als Seherinnen kultische Handlungen vollziehen, Gutshöfe verwalten (siehe die Inschrift auf dem schwedischen Runenstein „Odendisastein“ in der Abbildung rechts), neue Länder besiedeln und sich auch von ihren Männern scheiden lassen. Bei Gewalt in der Ehe bspw.: wurde die Frau dreimal von ihrem Mann geschlagen, konnte sie die Scheidung initiieren (vgl. Nationalmuseet København 2019). Allerdings war Frauen das Fremdgehen ausdrücklich verboten und das Führen einer „offenen Ehe“, wie in „Vikings“ dargestellt, nicht möglich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

A bbildung 7 : Der schwedische Odendisastein trägt die Inschrift: „Der gute Hausherr Holmgautr ließ errichten nach Odindisa, seiner Ehefrau. Es wird keine bessere Hausfrau nach H ǫ s u mýrar kommen, die über den Hof bestimmt. Rot-Balli ritzte diese Runen. Sigmundr war seiner Schwester gut.“ (Quelle: Wikimedia Commons).

5. d . 2 Frauen als Kriegerinnen, Schildmaids (alle Seasons)

Geschichten von Schildmaids wie Lagertha wurden lange Zeit als reine Legenden abgetan, waren Sagas wie bspw. jene, die in der Gesta Danorum wiedergegeben werden, (Saxo beschreibt – wiederum tendenziell misogyn – im Buch VII Gemeinschaften von Schildmaids) doch der einzige Nachweis zu deren Existenz:

“ There were once women among the Danes who dressed themselves to look like men, and devoted almost every instant of their lives to the pursuit of war […]. They sought, moreover, so zealously to be skilled in warfare, that they might have been thought to have unsexed themselves. […] These women, therefore (just as if they had forgotten their natural estate, and preferred sternness to soft words), offered war rather than kisses, and would rather taste blood than busses, and went about the business of arms more than that of amours. They devoted those hands to the lance which they should rather have applied to the loom. They assailed men with their spears whom they could have melted with their looks, they thought of death and not of dalliance.“ (Saxo; Elton; Powell 1894, S. 277)

Auch eindeutige historische Befunde wurden bis vor einigen Jahren nicht geliefert und die Existenz von weiblichen Kriegerinnen kontrovers diskutiert. Nun werfen zwei Studien neues Licht auf den wissenschaftlichen Disput:

- 2011 wurden 14 Wikinger-Gräber aus der Zeit der Immigrations- bzw. (Invasions-) wellen (865-896) bezüglich des Geschlechtes durch eine Knochenanalyse re- evaluiert, mit dem Ergebnis, dass in fast der Hälfte der Gräber Frauen bestattet wurden (vgl. Mcleod 2011) – in dreien davon wurden Schwerter und auch ein Schild gefunden. Diese Gräber wurden bislang Männern zugeschrieben, einfach nur aufgrund der Tatsache, dass in einigen der Gräbern Waffenbeigaben waren und generell angenommen wurde, dass die Immigrationsstrapazen nur von Männern gemeistert werden konnten.
- 2017 erregte eine Studie beträchtliches Aufsehen, in der gut erhaltene Knochenfunde in einem schon 1878 in Birka geöffneten Grab mit reichhaltigen Beigaben (darunter mehrere Waffen und zwei Pferde, siehe die Abbildung unten) genetisch analysiert wurden: Das bis dato einem bedeutenden Krieger bzw. Anführer zugeschriebeneSkelettwurde eindeutigals weiblichidentifiziert(vgl. Hedenstierna‐ Jonson u.a. 2017).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

A bbildung 8 : Grab 581 aus Birka. (Quelle: Hedenstierna-Jonson 2017).

Dies bedeutet, dass bisherige Grabfunde in den letzten Jahrzehnten aus einem androzentrischen Blickwinkel betrachtet wurden und bislang festgeschriebene historische Analysen eventuell mit einem „fluideren“ Rollenverständnis (anstatt dem rigiden „weiblich“ und „männlich“) neu interpretiert werden sollten.

Im Lichte obiger Studien erscheint die Existenz von weiblichen Kriegerinnen und Schildmaids, aber auch von Frauen, die im Bedarfsfall von der Waffe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

A bbildung 9 : Lagertha mit einer Einheit von Schildmaids. (© History Channel).

Gebrauch machten, in hochstem Mae wahrscheinlich. Ob allerdings - wie in ,Vikings" dargestellt (siehe die vorherige Abbildung) und von Saxo in der Gesta Danorum beschrieben - ganze Einheiten von Schildmaids existierten, ist eher fraglich.

6. Deskriptiv-Statistische Auswertung und Hypothesenprüfung

“Very simple was my explanation, and plausible enough - as many wrong theories are!”

~ H.G. Wells

Beim Betrachten sämtlicher Staffeln formt sich der Eindruck, dass die Serie historisch weitgehend akkurat bzw. sorgfältig produziert wurde und in den auf die Season 1 folgenden Staffeln die Anzahl der historischen Fehler im Vergleich abnehmen. Aus diesen Vermutungen können die folgenden beiden Hypothesen formuliert werden:

Hypothese 1 : Die Fehlerhäufigkeit sowie der Schweregrad der Fehler über alle Staffeln hinweg ist moderat.

Hypothese 2 : Die Fehlerhäufigkeit der ersten Season ist im Vergleich zu den folgenden Seasons höher.

Um die Hypothesen zu überprüfen, werden die nach dem Schweregrad geordneten (und im Kapitel 5 beschriebenen) Fehler in die folgende (Urlisten-)Tabelle eingetragen (Tabelle 1) und anschließend zusammengefasst (Häufigkeits-Tabelle 2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle1:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Häufigkeitstabelle 2:

Auswertung : Da sich die Bewertung der Fehler auf Ordinalskalenniveau bewegt, darf als Lageparameter kein Mittelwert (für jede einzelne Season) wohl aber die Parameter Median und Modalwert berechnet bzw. angegeben werden (vgl. de.statista.com 2019).

Dies ist aber gar nicht notwendig, da aus den obigen Tabellen unmittelbar alle Informationen zur Hypothesenprüfung entnommen werden können.

Zur Hypothese 1 : Aus der Gesamtfehleranzahl in der Tabelle 2 ist abzulesen, dass über alle Staffeln hinweg lediglich 27 leichte, 5 mittelschwere und nur ein schwerer Fehler identifiziert und verifiziert werden konnten. Trotz des Fehlens eines direkten Vergleichs (hierfür müsste zusätzlich mindestens eine andere Historien-Serie bezüglich der Fehler analysiert werden), erscheint sowohl die Fehlerrate (bezieht man die Vielzahl an Personen, Schauplätzen und Handlungssträngen ein) als auch der Schweregrad der Fehler moderat.

Erklärungsansatz: Den Einleitungen zu Kapitel 2 und 5 ist zu entnehmen, dass sowohl der Showrunner als auch der Berater der Serie erfahrene Historiker sind, die beide der Überzeugung sind, dass, wenn historische TV-Serien sorgfältig produziert werden, Fantasy obsolet wird und Edutainment Platz macht - oder wie Byron es ausdrückt:

„ Truth is stranger than fiction“ (Lord Byron 1824).

Zur Hypothese 2 : Aus Tabelle 1 und 2 ist ersichtlich, dass die Fehlerhäufigkeit (in den Kategorien leichter und mittelschwerer Fehler) der ersten Season im Vergleich zu den weiteren Seasons deutlich höher ist.

Erklärungsansatz: Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass zum Start der Historien-Serie Zugeständnisse an das Publikum auf Kosten der historischen Exaktheit gemacht werden mussten: Einerseits durch die chronologische Verdichtung der Ereignisse und andererseits durch die Fokussierung auf die Person des Ragnar Lodbrok als Identifikationsfigur.

Durch den großen Erfolg der Serie – und die Etablierung eines Stammpublikums - können in den weiteren Seasons historische Begebenheiten exakter dargestellt werden, ohne diese dramaturgisch verkürzen zu müssen.

Dies ist beispielsweise auch in späteren Seasons spürbar, wenn vermehrt mit dem Aufeinandertreffen von Kulturen mit verschiedenen (inzwischen nicht mehr gesprochenen) Sprachen gearbeitet wird, was einzelnen Szenen Tiefe und Spannung verleiht und vom historisch interessierten (Stamm-) Publikum gutgeheißen wird. Justin Pollard merkt in diesem Zusammenhang an:

“ Our repertoire now includes dialogue in Old Norse, Anglo-Saxon, Old French, Old Low Franconian, and even Proto-Latgalian. Behind the scenes, a team of linguists including Erika Sigurdson (Old Norse), Kate Wiles (Anglo-Saxon), and Jim Simpson (Old French) has worked translating dialogue into languages that in some cases haven’t been spoken for over a thousand years.” (Pollard; Hirst 2015, S. 217)

7. Zusammenfassung

Entsprechend dem Titel der VWA war das Ziel dieser Arbeit, die historischen Fehler („Fiktion“) in der populären TV-Produktion des History Channels, „Vikings“, zu finden und diese von den historischen belegbaren Tatsachen („Fakt“) abzugrenzen. Dazu wurde in mehreren Schritten vorgegangen, wobei auf einer zweiten Ebene parallel dazu begleitende Forschungsmethoden angewendet wurden, die formativ auf den Arbeits- bzw. Forschungsprozess wirkten:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die beiden begleitenden Maßnahmen waren wichtig für den gesamten Forschungs- und Schreibprozess und haben positiv auf alle Arbeitsschritte gewirkt: der andauernde Kontakt mit Experten lieferte die notwendige Sicherheit sowie den Input um fundierte Entscheidungen im gesamten Prozess treffen zu können, während das Nachdenken über den Forschungsprozess mittels Forschungstagebuch zuweilen oft erst bewusst macht, dass eine solche Entscheidung überhaupt ansteht.

Daraus können drei Erkenntnisse abgleitet werden:

- Forschungsarbeit ist ohne die Ein- bzw. Anbindung an ein Experten-Netzwerk kaum möglich und sollte proaktiv initiiert und gepflegt werden, was Dank sozialer Medien wie E-Mail und Weblogs mit Kommentarfunktion sehr erleichtert wird.
- Das Forschungstagebuch als Forschungsmethode ist für den (Jung-)Forscher nicht nur eine hervorragende Möglichkeit, den gesamten Forschungs- und Schreibprozess zu dokumentieren und zu reflektieren, sowie ein Lernfeld für zukünftige Forschungsarbeiten (bspw. an der Uni) zu haben, sondern zudem noch eine Unterstützung für Betreuerinnen von Forschungsarbeiten.
- Historische Quellen stehen Dank Digitalisierung, Internet und Open Access auch Jungforscherinnen schnell und unkompliziert zur Verfügung und das Studium dieser hat sich nicht nur für die Verifikation und Falsifikation historischer Fehler bewährt, sondern auch zu deren Kontextualisierung.

Die deskriptiv-statistische Auswertung der Häufigkeit und Schwere der historischen Fehler in der TV-Serie „Vikings“ zeigt, dass:

- „Vikings“ historisch weitgehend akkurat und klischeefrei produziert wurde und damit in die Kategorie Edutainment fällt.
- Die Häufigkeit der Fehler zudem in den weiteren Seasons abnimmt und die Serie damit an inhaltlicher Tiefe zunimmt, was damit zusammenhängen könnte, dass mit den ersten beiden Staffeln ein interessiertes Stammpublikum geschaffen wurde, welches komplexere Dialoge und Handlungsstränge begrüßt.

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Abbildungsverzeichnis

Die durch das Copyright-Symbol © angegebenen Rechteinhaber der jeweiligen Abbildungen stellen gleichzeitig auch die Bildquelle dar.

Abbildung 1: Die erste Seite des Angers Fragments der Gesta Danorum in der Handschrift des Saxo Grammaticus. (© Det Kongelige Bibliotek)

Abbildung 2: Ivar der Knochenlose (dargestellt von Alex Høgh Andersen, © History Channel)

Abbildung 3: Flóki (dargestellt von Gustaf Skarsgård, © History Channel)

Abbildung 4: Floki und Ragnar mit nicht authentischer Haartracht (© History Channel)

Abbildung 5: Reproduktion eines Wikinger-Helmes und Kettenhemdes (© Nationalmuseet København)

Abbildung 6: Aethelwulf in Begleitung eines Burgonet-tragenden Soldaten (© History Channel)

Abbildung 7: Der schwedische Odendisastein trägt die Inschrift: „Der gute Hausherr Holmgautr ließ errichten nach Odindisa, seiner Ehefrau. Es wird keine bessere Hausfrau nach Hǫsumýrar kommen, die über den Hof bestimmt. Rot-Balli ritzte diese Runen. Sigmundr war seiner Schwester gut.“ (Quelle: Wikimedia Commons)

Abbildung 8: Grab 581 aus Birka. (Quelle: Hedenstierna-Jonson 2017)

Abbildung 9: Lagertha mit einer Einheit von Schildmaids. (© History Channel)

[...]


1 https://www.history.ca/shows/vikings/

2 Internet Movie Database, www.imdb.com.

3 „Jarl“ war, ähnlich dem Angelsächsischen „Earl“ ein Fürstentitel in Skandinavien und bedeutete einen hohen Rang. Der Titelinhaber musste Runen-schriftkundig sein und war auch zu Weihehandlungen befugt (Wikipedia 2019b)

4 In der vorliegenden Arbeit können aus Zeitgründen (zum Zeitpunkt des Schreibens dieser Zeilen sind immer noch nicht alle Folgen der Unterstaffel B ausgestrahlt) nur die Inhalte inklusive der Unterstaffel A der 5. Season berücksichtigt werden.

5 Skalden waren Poeten am Hofe skandinavischer und isländischer Herrscher während des Mittelalters (Krause 2013, S. 160).

6 Eine berühmte isländischen Saga aus dem 13. Jahrhundert, welche auch Elemente des deutschen Nibelungenliedes enthält. Aslaug ist die Tochter von Sigurd (entspricht Sigfried dem Drachentöter aus dem Nibelungenlied) und der Walküre Brynhild (vgl. Strerath-Bolz 1993).

7 Auf wissenschaftlichen Open Access Portalen wie bspw. Academia.edu, Digital Commons Network (https://network.bepress.com), oana.at und open-access.net kann dies durch eigene Recherchen nachvollzogen werden.

8 Ironischerweise wird „Vikings“ von Zusehern und Kritikern oft mit der (hochgradig überschätzten) Serie „Game of Thrones“ (GoT) verglichen, was absurd ist, da GoT reine Fantasy ist und die Geschichte des europäischen Frühmittelalters lediglich plündert, um damit – angereichert mit Sex und Gewalt - unter neuen Namen triviale Figuren, Geschichten und Orte zu kreieren, um eine möglichst große Anzahl von Zuseherinnen zu generieren.

9 In Klammern wird jeweils angegeben, welcher Season der beschriebene Fehler zugeordnet wird. Dies dient der späteren deskriptiv-statistischen Auswertung.

10 Pferde hatten zur damaligen Zeit eine Widerristhöhe von lediglich 130 cm, was einer heutigen Ponygröße entspricht (vgl. Hirschberg 2013)

11 Gemeint ist „der Geradlinige“.

12 Ragnar bittet Lagertha um Hilfe beim Kampf gegen ausständige Jüten und Schonen unter Harald. Lagertha kommt ihm mit 120 Schiffen zu Hilfe und besiegt die Aufständischen.

13 Sammlung angelsächsischer Annalen mit regelmäßigen Einträgen ab dem Ende des 9. Jahrhunderts (bis 1154) (Wikipedia 2018).

14 Die Annalen sind in irischer Sprache (Gaeilge) und umfassen Einträge von 431 bis 1540 (Wikipedia 2019a).

39 von 39 Seiten

Details

Titel
Fakt und Fiktion am Beispiel der Historienserie "Vikings"
Note
1,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
39
Katalognummer
V502870
Sprache
Deutsch
Schlagworte
VWA, Vikings, Fakt, Fiktion, Historische Fehler
Arbeit zitieren
Elias Häfele (Autor), 2019, Fakt und Fiktion am Beispiel der Historienserie "Vikings", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502870

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