Die Ziele der ausgewählten Bildungseinrichtungen sind die Ausbildung, Fortbildung und Weiterbildung im Rettungsdienst und der Integrierten Leitstelle (ILS), Fachausbildungen und Fachweiterbildungen im Bereich Rotkreuzdienste sowie Sozialdienste. Seit dem 01. Januar 2017 hat die Weiterqualifizierungsmaßnahme eine Gesamtdauer von 21 Wochen. In den seit diesem Datum stattgefundenen elf Lehrgängen gab es seitens der Teilnehmer sehr viel Unmut über diese Lehrgangsdauer. Des Weiteren ist eine Beschwerde von Lehrgangsteilnehmern über die nicht zielgruppenorientierten Lehrinhalte und Lehrmethoden eingereicht worden. Da die Bildungseinrichtung ein Alleinstellungsmerkmal im Bereich der Weiterqualifizierung für Leitstellendisponenten hat, ist zwar der Konkurrenzdruck durch andere Organisationen gering, doch als lernende Organisation mit hohem Qualitätsanspruch ist solch eine Beschwerde nicht hinnehmbar. Der Druck, den Standort für die "Qualifizierung von Leitstellendisponenten für die Tätigkeit in Integrierten Leitstellen" für die Zukunft zu sichern, steigt. Der Autor hat daher den Auftrag erhalten, ein Evaluationskonzept zur Qualitätssicherung und der daraus resultierenden Erhöhung der Zufriedenheit der Teilnehmer/innen zu erarbeiten.
Das Leitbild der Einrichtung ist, Bildungsqualität durch ein qualifiziertes Bildungsangebot in einem optimalen Lernumfeld sicherzustellen und zu fördern. Handlungskompetenzen der Menschen sollen durch die Lernangebote gestärkt und der Freiraum gegeben werden, dass Lernen zum Erfolg wird. Inhaltliche Schwerpunkte sind die dreijährige Berufsausbildung zur/m Notfallsanitäter/in und der Lehrgang zum Rettungshelfer mit anschließender Weiterqualifizierungsmöglichkeit zum Rettungssanitäter. Erfahrenen Einsatzkräften werden Weiterqualifizierungen über die gesamte Bandbreite der rettungsdienstlichen Tätigkeit angeboten.
Inhaltsverzeichnis
1 Ausgangssituation
2 Beschreibung der Herausforderung der Situation, für die ein Evaluationskonzept entwickelt wird
3 Analyse der Situation und Entwicklung eines Lösungsvorschlags in Form eines Evaluationskonzeptes
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, ein Evaluationskonzept zur Qualitätssicherung für die berufliche Weiterqualifizierung zum Leitstellendisponenten zu entwickeln, um die Teilnehmerzufriedenheit zu steigern und notwendige didaktische Anpassungen zu identifizieren.
- Analyse der bestehenden Weiterbildungskonzeption und der Teilnehmerbeschwerden
- Entwicklung eines formativen Evaluationskonzepts nach den Standards der DeGEval
- Methodische Gestaltung der Datenerhebung mittels Pretest- und Posttest-Verfahren
- Strukturierung der medizinischen Ausbildungseinheiten zur Vermeidung von Unter- und Überforderung
Auszug aus dem Buch
3 Analyse der Situation und Entwicklung eines Lösungsvorschlags in Form eines Evaluationskonzeptes
Die Bildungseinrichtung der Trägerschaft ist nach DIN EN ISO 9001:2015 zertifiziert und hat in Ihrem Ablauf der vier Hauptprozesse der Verantwortung der Leitung, dem Management der Ressourcen, der Produktrealisierung, auch die Messung, Analyse und Verbesserung der Organisation und deren Prozesse zu gewährleisten (Tödt/Zech 2012, S. 33). Durch den daraus entstehenden Regelkreis der prozessorientierten Qualitätsmanagement Gestaltung ist die Erhöhung der Kundenzufriedenheit eines der zentralen Ziele. Wobei die ISO, um sich auf die Schritte des kontinuierlichen Qualitätskreislaufs zu orientieren, auf den PDCA-Zyklus verweist.
Ebenfalls ist in den acht Grundsätzen der ISO 9001:2015 unter dem Punkt eins die Kundenorientierung und Punkt sechs die ständige Verbesserung definiert (Tödt/Zech 2012, S. 34). Im Kapitel acht der ISO 9001:2015 ist die Messung, Analyse und Verbesserung für Prozesse im Qualitätsmanagementsystem verankert und geben so den Anlass für die kontinuierliche Weiterentwicklung des QM-Systems als auch der Weiterbildungsorganisation (Tödt/Zech 2012, S. 37). Trotz der von Tödt/Zech zitierten kritischen Anmerkung von Ortmann 2010, „…, dass nicht mehr die Qualität der Leistung, sondern die Qualität der Dokumentation des Managements im Fokus der ISO stehe.“ (Tödt/Zech 2012, S. 39) ist diesem periodischen Vorgehen der Prozessanalysen das Bewusstsein der ständigen Qualitätsverbesserung der Schulungsmaßnahmen geschuldet.
Von der Geschäftsleitung der Bildungsinstitution wurde der Auftrag an einen Mitarbeiter der Organisation erteilt, eine interne Evaluation oder auch Selbstevaluation genannt, durchzuführen. Die Konstellation, dass ein Mitarbeiter sowohl als interessierter als auch betroffener Stakeholder die Evaluation leiten soll, muss, mit Bedacht, über die ganze Zeit der Evaluation als mögliches Problem der Befangenheit beobachtet werden. (Nuissl 2013, S. 56). Aus diesem Grunde hat 2017 die Deutsche Gesellschaft für Evaluation (DeGEval) „Standards für Evaluation“ publiziert (DeGEval 2017). Die Aufgabe ein Evaluationskonzept zu erarbeiten bedarf vorheriger Festlegungen in Form eines, im bestmöglichen Fall schriftlich fixiert, Evaluationsauftrags.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Ausgangssituation: Es erfolgt eine detaillierte Beschreibung der Bildungseinrichtung sowie der aktuellen Weiterbildungsmaßnahme für Leitstellendisponenten und der daraus resultierenden Unzufriedenheit der Teilnehmenden.
2 Beschreibung der Herausforderung der Situation, für die ein Evaluationskonzept entwickelt wird: Das Kapitel analysiert die Problematik der langen Lehrgangsdauer sowie die didaktische Heterogenität innerhalb der medizinischen Ausbildungseinheiten.
3 Analyse der Situation und Entwicklung eines Lösungsvorschlags in Form eines Evaluationskonzeptes: Hier wird auf Basis der ISO-Normen und DeGEval-Standards ein konkretes Evaluationsmodell entworfen, welches auf eine formative Evaluation zur kontinuierlichen Qualitätsverbesserung setzt.
Schlüsselwörter
Weiterbildung, Leitstellendisponent, Evaluation, Qualitätssicherung, Teilnehmerzufriedenheit, Didaktik, Methodik, Notfallmedizin, PDCA-Zyklus, formative Evaluation, Bildungsqualität, Rettungsdienst, Lerncampus, Qualitätsmanagement, Weiterqualifizierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines Evaluationskonzepts zur Qualitätssicherung für die Weiterbildung von Leitstellendisponenten an einer spezifischen Bildungseinrichtung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Fallarbeit?
Zentrale Themen sind die Steigerung der Teilnehmerzufriedenheit, die didaktische Anpassung von Lehrinhalten an heterogene Vorkenntnisse sowie die Implementierung eines systematischen Evaluationsprozesses.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, durch eine interne formative Evaluation die Zufriedenheit der Teilnehmenden im medizinischen Block der Weiterbildung zu erhöhen und die Lernmotivation nachhaltig zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Evaluation vorgeschlagen?
Der Autor schlägt ein Ein-Gruppen-Design mit Pretest- und Posttest-Messung vor, um sowohl den Qualifikationsstand zu Beginn als auch den Lernzuwachs und die Zufriedenheit nach dem medizinischen Block systematisch zu erfassen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Situationsbeschreibung, die Analyse der Herausforderungen und die Ausarbeitung des Evaluationskonzepts unter Einbeziehung von Qualitätsmanagementsystemen und Evaluationsstandards.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Weiterbildung, Leitstellendisponent, formative Evaluation, Teilnehmerzufriedenheit und Qualitätsmanagement definiert.
Warum wird eine formative Evaluation gegenüber einer summativen bevorzugt?
Die formative Evaluation wird gewählt, da sie während des laufenden Prozesses Erkenntnisse liefert, die eine direkte Anpassung der didaktischen und methodischen Inhalte ermöglichen, um die aktuelle Lerngruppe besser zu unterstützen.
Wie geht der Autor mit dem Problem der Befangenheit bei einer internen Evaluation um?
Der Autor reflektiert das Risiko der Befangenheit durch die Doppelrolle als Mitarbeiter und Evaluator und unterstreicht die Notwendigkeit von Transparenz und der Einhaltung der Evaluationsstandards der DeGEval.
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- Gerhard Maier (Author), 2019, Entwicklung eines Evaluationskonzepts für die Weiterqualifizierung von Leitstellendisponenten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502974