Fragestellung/Hypothesen: Diese Arbeit unternimmt den Versuch, die bisher nur isoliert betrachteten Zusammenhänge zu integrieren und prüft, ob der Zusammenhang zwischen objektivem Berufserfolg (Hierarchieebenen) und subjektiv erlebtem Berufserfolg durch den Faktor Narzissmus moderiert wird. Außerdem war von Interesse, den bisherigen Forschungsstand zu replizieren.
Hintergrund: In der aktuellen Forschung lassen sich viele Hinweise auf den Einfluss von Narzissmus auf beruflichen Erfolg mit positiven sowie auch negativen Effekten finden. Dabei wurden anhand von Korrelationsstudien Zusammenhänge zwischen Narzissmus und Berufserfolg sowie in Varianzanalysen dahingehend auch Unterschiede zwischen verschiedenen Hierarchieebenen nachgewiesen. Objektiver (zum Beispiel operationalisiert durch Hierarchieebenen) und subjektiver Berufserfolg weisen untereinander als auch mit dem subklinischen Narzissmus positive und negative Beziehungen auf.
Methode: Es wurden 140 Probanden mittels eines Onlinefragebogens in Hierarchieebenen eingeteilt und zur Erfassung der Werte des subklinischen Narzissmus) sowie zur Einschätzung des subjektiven Berufserfolges befragt.
Ergebnisse: Es ergaben sich keine statistisch signifikanten Hinweise darauf, dass erhöhte oder niedrige Werte von Narzissmus einen Einfluss auf dem Zusammenhang zwischen Hierarchieebenen und subjektivem Berufserfolg ausüben. Positive Zusammenhänge zwischen Hierarchieebenen und Narzissmus sowie subjektiv empfundenem Berufserfolg konnten, genauso wie Unterschiede zwischen den Hierarchieebenen bzgl. Narzissmus und subjektivem Berufserfolg, nachgewiesen werden.
Diskussion: Trotz der insignifikanten Ergebnisse in der Moderatorenhypothese fanden sich in der deskriptiven Auswertung der Mittelwertunterschiede hypothesenkonforme Tendenzen und stellen somit einen möglichen Ansatz für weitere Forschung zur Aufklärung der Moderatorenwirkung des Faktors Narzissmus auf den Zusammenhang von objektivem und subjektivem Berufserfolg dar.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. THEORIE
2.1 DEFINITION PERSÖNLICHKEIT
2.2 DIE DUNKLE TRIADE DER PERSÖNLICHKEIT
2.2.1 MACHIAVELLISMUS
2.2.2 PSYCHOPATHIE
2.3 NARZISSMUS
2.3.1 DER DURCHSCHNITTLICHE PERSÖNLICHKEITSSTIL DES NARZISSMUS
2.3.2 PATHOLOGISCHER NARZISSMUS
2.3.2.1 DER SELBSTWERT-NARZISSMUS NACH KOHUT
2.3.2.2 DER OBJEKT-ABWEHR-NARZISSMUS NACH KERNBERG
2.3.3 DER SUBKLINISCHE NARZISSMUS
2.3.4 DIE DREI SUBTYPEN DES PERSÖNLICHKEITSKONSTRUKTS NARZISSMUS
2.4 BERUFSERFOLG
2.4.1 BEGRIFFSKLÄRUNG UND DEFINITION VON BERUFSERFOLG
2.4.2 BERUFSERFOLGSKRITERIEN
2.4.2.1 OBJEKTIVER BERUFSERFOLG
2.4.2.2 SUBJEKTIVER BERUFSERFOLG
2.5 EMPIRISCHE EVIDENZ
2.5.1 ZUSAMMENHANG VON NARZISSMUS UND SUBJEKTIVEM BERUFSERFOLG
2.5.2 BEZIEHUNGEN ZWISCHEN NARZISSMUS UND DER HIERARCHIEEBENEN IM BERUF
2.5.3 DIE RELATION VON SUBJEKTIVEM BERUFSERFOLG UND HIERARCHIEEBENEN
2.6 INTEGRATION DER ZUSAMMENHÄNGE UND FRAGESTELLUNG
2.7 HYPOTHESEN
3. METHODE
3.1 STICHPROBE
3.2 DESIGN UND ABLAUF
3.3 FRAGEBOGENMATERIAL
3.3.1 DER OBJEKTIVE BERUFSERFOLG OPERATIONALISIERT DURCH HIERARCHIEEBENEN
3.3.2 DIE ERFASSUNG DES SUBKLINISCHEN NARZISSMUS DURCH NPI-15
3.3.3 DIE ERHEBUNG DES SUBJEKTIVEN BERUFSERFOLGS
3.3.4 VERSCHLEIERUNG DER TESTABSICHT UND AUSSCHLUSS
3.4 STATISTISCHE VERFAHREN
4. ERGEBNISSE
4.1 DESKRIPTIVE STATISTIKEN
4.2 ANALYSE DER LINEAREN ZUSAMMENHÄNGE ZWISCHEN HIERARCHIEEBENEN, NARZISSMUS UND SUBJEKTIVEM BERUFSERFOLG
4.3 TESTEN DER VORAUSSETZUNGEN
4.4 VARIANZANALYSEN
4.4.1 MIT OBJEKTIVEN BERUFSERFOLG ASSOZIIERTE NARZISSMUSUNTERSCHIEDE
4.4.2 MIT OBJEKTIVEM BERUFSERFOLG ASSOZIIERTE UNTERSCHIEDE IM SUBJEKTIVEN BERUFSERFOLG
4.5 LINEARE REGRESSIONSANALYSE DER FAKTOREN NARZISSMUS UND SUBJEKTIVER BERUFSERFOLG
4.6 MODERATIONSANALYSE
5. DISKUSSION
5.1 ZIELE UND ERGEBNISSE
5.2 EINORDNUNG IN DEN FORSCHUNGSSTAND
5.3 LIMITATIONEN
5.4 AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, den Zusammenhang zwischen dem objektiven Berufserfolg (operationalisiert durch Hierarchieebenen) und dem subjektiv erlebten Berufserfolg zu untersuchen und zu prüfen, ob dieser Zusammenhang durch den Faktor Narzissmus moderiert wird.
- Analyse der Moderationswirkung von Narzissmus auf den beruflichen Erfolg
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Hierarchieebenen und Narzissmus
- Replizierung aktueller Forschungsergebnisse zum subklinischen Narzissmus
- Vergleich objektiver und subjektiver Berufserfolgskriterien
- Deskriptive Auswertung von Mittelwertunterschieden in verschiedenen Hierarchieebenen
Auszug aus dem Buch
2.2 Die dunkle Triade der Persönlichkeit
Die dunkle Triade unterteilt sich in drei Persönlichkeitseigenschaften – Machiavellismus, Psychopathie und Narzissmus (siehe Abbildung 1). Zwar sind diese differenzierbare, eigenständige Eigenschaften, dennoch korrelieren sie untereinander erheblich (Paulhus & Williams, 2002), was wiederrum bedeutet, dass sie sich in gemeinsamen dunklen Eigenschaften, wie der Ichbezogenheit, mangelnden empathischen Fähigkeit, Gleichgültigkeit und der Neigung zu manipulativem Verhalten, ähneln (Jonason & Krause, 2013). Die gemeinsamen Eigenschaften können als antisozialer Kern verstanden werden, was mit einer niedrigen sozialen Verträglichkeit einhergeht. Furnham, Richards und Paulhus (2013) konnten feststellen, dass der Faktor Verträglichkeit aus dem Big-Five Modell am stärksten im zur dunklen Triade steht. Weitere Eigenschaften des antisozialen Kerns gehen auf Unehrlichkeit, Gefühl bzw. Herzlosigkeit (Lee & Ashton, 2005), auf ein verstärktes Machtmotiv (Jonason & Ferrell, 2016) sowie eine soziale Dominanzorientierung (Jones & Figueredo, 2013) zurück. Zwar korrelieren die genannten Merkmale in der dunklen Triade miteinander, dennoch bestehen zwischen diesen auch gravierende Unterschiede, da z.B. der Faktor Machiavellismus sich eher durch langfristige manipulative Planungen auszeichnet, während die Komponente Psychopathie durch spontane, impulsive Reaktionen imponiert (Externbrink & Keil, 2018).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Diese Einleitung führt in die Problematik des Narzissmus in der Arbeitswelt ein, thematisiert das Spannungsfeld zwischen pathologischen Zügen und beruflicher Eignung und formuliert das Forschungsinteresse der Arbeit.
2. THEORIE: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Persönlichkeitspsychologie, definiert die Begriffe Narzissmus, die dunkle Triade sowie Berufserfolg und leitet aus dem Forschungsstand die Hypothesen der Arbeit ab.
3. METHODE: Das Kapitel beschreibt das Studiendesign, die Stichprobe von 140 Probanden, die verwendeten Messinstrumente wie NPI-15 und die statistischen Analyseverfahren zur Hypothesenprüfung.
4. ERGEBNISSE: Hier werden die deskriptiven Statistiken, Korrelationsanalysen, Varianzanalysen und die Moderationsanalyse präsentiert, wobei die zentralen Befunde im Hinblick auf die aufgestellten Hypothesen ausgewertet werden.
5. DISKUSSION: Das letzte Kapitel reflektiert die Ergebnisse, setzt sie in den Kontext der bestehenden Forschung, diskutiert methodische Limitationen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Narzissmus, Subklinischer Narzissmus, Berufserfolg, Objektiver Berufserfolg, Subjektiver Berufserfolg, Hierarchieebene, Persönlichkeitspsychologie, Moderationsanalyse, Dunkle Triade, NPI-15, Führung, Arbeitszufriedenheit, Laufbahnerfolg, Selbstwirksamkeit, Psychopathie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss der Persönlichkeitsfaktor Narzissmus auf den beruflichen Erfolg hat und ob dieser Faktor als Moderator den Zusammenhang zwischen der hierarchischen Position im Unternehmen und der subjektiven Wahrnehmung des eigenen Berufserfolgs beeinflusst.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind das Persönlichkeitskonstrukt des subklinischen Narzissmus, die Definition und Messung von objektivem sowie subjektivem Berufserfolg und deren Ausprägung innerhalb verschiedener Hierarchieebenen in modernen Unternehmensstrukturen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Integration bisher isoliert betrachteter Zusammenhänge, um zu klären, ob der subjektive Berufserfolg in Abhängigkeit von der Hierarchieebene durch den Grad an Narzissmus moderiert wird.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine deskriptiv-analytische Online-Studie durchgeführt, bei der 140 Probanden mittels standardisierter Fragebögen (NPI-15, Berufserfolgsskalen) befragt wurden. Die statistische Auswertung erfolgte mittels SPSS, inklusive Korrelations-, Regressions- und Moderationsanalysen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Konstrukte, die Beschreibung der methodischen Durchführung der Datenerhebung sowie die detaillierte Präsentation und Diskussion der statistischen Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Narzissmus, Hierarchieebene, subjektiver Berufserfolg, Moderationsanalyse und Dunkle Triade charakterisieren.
Wie unterscheiden sich die Narzissmus-Werte in den verschiedenen Hierarchiestufen?
Die deskriptive Statistik zeigt einen ansteigenden Verlauf der Narzissmus-Werte bis hin zur Hierarchieebene der Abteilungsleiter, danach nehmen die Werte in den obersten Führungsebenen (Geschäftsführer/Vorstand) tendenziell wieder ab.
Konnte der moderierende Effekt von Narzissmus statistisch nachgewiesen werden?
Nein, der Interaktionsterm in der Moderationsanalyse war nicht signifikant, weshalb die Moderationshypothese zurückgewiesen werden musste. Es konnten jedoch deskriptive Tendenzen identifiziert werden.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen objektivem und subjektivem Berufserfolg eine Rolle?
Die Unterscheidung ist essenziell, da objektiver Erfolg (z.B. Hierarchieebene) extern messbar ist, während der subjektive Erfolg das interne Erfolgsempfinden widerspiegelt; die Arbeit untersucht, ob Narzissten in diesem Prozess systematisch anders wahrnehmen.
Welche Bedeutung haben die Erkenntnisse für die künftige Forschung?
Die Arbeit bietet trotz der insignifikanten Ergebnisse Ansatzpunkte, wie etwa präventive Coachings für Führungskräfte oder die genauere Untersuchung der Mechanismen, warum bestimmte Hierarchieebenen bei hohem Narzissmus Einbußen im subjektiven Erfolg erleiden.
- Arbeit zitieren
- Dominic P. Lita (Autor:in), 2019, Der erfolgreiche Narzisst? Die Moderation des Zusammenhangs organisationaler Hierarchieebenen und subjektiven Berufserfolgs durch den Faktor Narzissmus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505043