Der historische Buddha und seine Lehre


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006

24 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0.) Vorwort

1.) Die gesellschaftliche und religiöse Situation Nordindiens in der ersten Hälfte des 1. Jahrtausends v. Chr.
1.1.) Die Gesellschaft
1.2.) Die Religion

2.) Das Leben des historischen Buddha
2.1.) Herkunft und Geburtsjahr
2.2.) Die Empfängnis
2.3.) Die Geburt
2.4.) Siddhartas Leben im Palast
2.5.) Die vier Ausfahrten
2.6.) Der Auszug in die Hauslosigkeit
2.7.) Die vollkommene Erleuchtung
2.8.) Die erste Lehrrede Buddhas
2.9.) Das weitere Leben als Buddha
2.10.) Der Tod Buddhas
2.11.) Stationen im Leben von Siddharta Gautama

3.) Die Lehre des Buddha und der Weg zur Erlösung
3.1.) Das endgültige Ziel: das Nirvana
3.2.) Die Dharma-Lehre
3.3.) Die vier edlen Wahrheiten
3.4.) Der edle achtfältige Pfad
3.5.) Die Erkenntnis
3.6.) Die Befreiung: das Nirvana
3.7.) Der Satz vom Entstehen in Abhängigkeit
3.8.) Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

0.) Vorwort

Der Buddhismus ist ohne Frage ein großes Thema, mit dem unzählige Bücher gefüllt werden können. Aus diesem Grund musste ich mich bei der Wahl der Unterthemen für meine Hausarbeit auf einige wenige, jedoch meiner Ansicht nach wichtige Aspekte beschränken. Ich habe mich entschieden, vor allem die Überlieferung über das Leben des historischen Buddha sowie dessen Lehre zu behandeln. Zum besseren Verständnis der Situation in Indien zur Zeit des historischen Buddha habe ich vorweg ein Kapitel zu eben diesem Thema gesetzt.

Um das Leben des historischen Buddha und seine Lehre in ihrer Komplexität verständlich und ausführlich darzulegen, ohne dabei den Rahmen einer Hausarbeit zu sprengen, habe ich mich entschieden, mich mit weiteren Themen wie den unterschiedlichen Richtungen des Buddhismus oder seinen Anhängern in dieser Arbeit nicht zu beschäftigen.

Ich denke, meine Arbeit kann als Einführung in die Lehre des Buddhismus gesehen werden, die vorweg das überlieferte Leben des historischen Buddha in seiner Zeit ausführlich darstellt.

1.) Die gesellschaftliche und religiöse Situation Nordindiens in der ersten Hälfte des 1. Jahrtausends v. Chr.

Um die Lebensumstände des historischen Buddha besser einordnen und verstehen zu können, ist es notwendig, gesellschaftliche und religiöse Hintergründe seiner Zeit, dem Ende der ersten Hälfte des 1. Jahrtausends vor Chr., zu kennen.

Zur Darstellung dieser Zeit kann man sich heute fast ausschließlich auf religiöse Texte stützen, die zwar einige Hinweise auf die damalige Gesellschaft liefern, aber nur sehr wenig über historische Ereignisse sagen (Vgl. Golzio, Karl-Heinz: Wer den Bogen beherrscht: Der Buddhismus. Düsseldorf: Patmos-Verlag 1995, S. 15).

1.1.) Die Gesellschaft

Die indische Gesellschaft der damaligen Zeit wurde in Adelsrepubliken organisiert, in denen die Bevölkerung in unterschiedliche Ränge eingeteilt war.

Zum ersten Rang gehörten die Kshatriyas, Adlige, die bei der Eroberung Nordindiens zwischen 1200 und 700 v. Chr. die einheimische Bevölkerung unterworfen hatten (Vgl. Golzio 1995, S. 15).

Der zweite Rang bestand aus den Brahmanen, Priestern, die allerdings zunehmend den ersten Rang der Gesellschaft und die spirituelle Vorrangstellung für sich beanspruchten (Vgl. ebd.).

Den dritten Rang bildeten die Vaishyas, die zunächst nomadische Viehzüchter, später aber - mit der Bildung von Stadtkulturen - Bauern, Handwerker und Händler waren (Vgl. ebd.).

Der vierte Rang bestand aus den Shudras, die in der Gesellschaft eine dienende Funktion einnahmen (Vgl. ebd., S. 16).

Dazu kamen später unterworfene Urwaldstämme, die allerdings vollkommen aus dem System heraus fielen (Vgl. ebd.).

1.2.) Die Religion

Die Menschen aus dem ersten bis dritten Rang (Kshatriyas, Brahmanen, Vaishyas) hatten Anfang der ersten Hälfte des 1. Jahrtausends eine eigene, „vedische“ Religion, die nach ihrem Schrifttum, den Veden, benannt war. In dieser Religion gab es einen Götterpantheon, an dessen Spitze der Gewittergott Indra stand (Vgl. Golzio 1995, S. 15).

Die Anhänger dieser vedischen Religion waren, auch wenn es eine vage Vorstellung von einem „jenseitigen Schattenreich“ gab, fast ausschließlich auf das Diesseits konzentriert, wobei es das Ziel war, männliche Nachkommen zu zeugen und Reichtum sowie weltliches Glück zu erlangen (Vgl. ebd., S. 16).

Um dies zu erreichen, versuchten die Menschen, sich die Götter durch Opfer geneigt zu machen und sie durch die „richtige Ausführung der Rituale“ sogar dazu zu zwingen, ihre Wünsche zu erfüllen. Dazu mussten die Opferrituale allerdings exakt ausgeführt werden, wozu nur die Brahmanen in der Lage waren, die für die Durchführung der Rituale Lohn bekamen (Vgl. Golzio 1995, S. 16.).

Gegen Ende der ersten Hälfte des besagten Jahrtausends allerdings gab es eine Reaktion gegen diese Tradition der Opferrituale und die Brahmanen. Mehr und mehr fand die Tradition der Shudras Anklang bei den Kshatriyas, in der die diesseitige Welt eher als negativ gesehen wird, als ein Ort, an dem Lebewesen in unzähligen Wiedergeburten leidvolle Erfahrungen machen (Vgl. ebd.).

Nach und nach setzte sich diese Vorstellung unendlicher Wiederverkörperungen durch, deren jeweilige Qualität durch das so genannte Karma bestimmt wird. Das Karma stellt die Summe der guten und schlechten Taten der vorausgegangenen Existenz dar, die bei der Wiedergeburt vergolten werden (Vgl. Zentner, Christian (Hrsg.): Religionen der Welt. München: Edition XXL 2004, S. 28 f.)

Den Menschen stellte sich nun die Frage wie man diesem scheinbar ewigen Kreislauf entrinnen könne. Antworten wurden u. a. in der Einsamkeit des Waldes mit Hilfe von Meditation und Askese gesucht.

Dabei wurde schließlich eine neue Konzeption der Götter entworfen, nach der auch diese dem Existenzenkreislauf unterworfen seien und lediglich über ein längeres Leben und einige übernatürliche Fähigkeiten verfügten. Sie verkörperten also nach dieser Ansicht nicht mehr das Absolute, das nunmehr zu einer „impersonalen Größe“, einer Art „Weltseele“ wurde (Vgl. Golzio 1995, S. 17)

Ziel war nun die Überwindung der Trennung der Einzelseele („atman“ – „das Selbst“) vom Absolutum („brahman“). Dies sollte durch Meditation oder harte Erkenntnisarbeit erreicht werden und bewirken, dass die Kette der Wiedergeburten durchbrochen und die verlorene Einheit mit dem Absoluten wieder hergestellt werde (Vgl. ebd.).

Diese Lehren wurden von Lehrern verbreitet, die sich auf ihre persönlichen Erfahrungen stützten und diese an einen kleinen Kreis von Schülern weitergaben. Diese Schüler gaben ihr normales Leben auf und zogen in die „Hauslosigkeit“, zu ihren Lehrern in den Wald (Vgl. ebd., S. 17 f.)

In dieser Epoche begaben sich viele Menschen auf die Suche nach der Wahrheit zur Überwindung der Wiedergeburten. Einer von ihnen war Siddharta Gautama, der später zum historischen Buddha wurde (Vgl. ebd., S. 18).

2.) Das Leben des historischen Buddha

2.1.) Herkunft und Geburtsjahr

Der historische Buddha wurde als Siddharta Gautama in Lumbini in der Adelsrepublik Kapilavistu, nahe der heutigen indisch-nepalesischen Grenze, geboren. Er war der Sohn des Fürsten Suddhodhana, der das Oberhaupt der adligen Familie der Shakyas war, die eine der wohlhabendsten Kriegerstämme ihrer Zeit war (Vgl. Zentner 2004, S. 26; Golzio 1995, S. 18).

Suddhodhana war mit zwei Frauen verheiratet, von denen Mayadevi die Mutter Siddhartas war.

Das Geburtsjahr Siddharta Gautamas ist umstritten. In der Literatur finden sich u.a. die Angaben 566. v. Chr. 560 v. Chr. (Vgl. Zentner 2004, S. 26; Golzio 1995, S. 15) Lange Zeit galten die Lebensdaten 560-480 v. Chr. als gesichert, werden jedoch nach neueren Forschungen als zu früh angesehen (Vgl. Golzio 1995, S. 15).

So kann seine Lebenszeit nur vage mit dem 5.-4. Jh. v. Chr. angegeben werden, da es bis zum 1. Jh. v. Chr. in Indien weder eine Zeitrechnung, die mit einer Ära verbunden war, noch eine sich darum rankende Historiographie gab. (Vgl. ebd.)

2.2.) Die Empfängnis

Etwa 10 Monate vor der Geburt des Siddharta Gautama hatte seine Mutter Mayadevi nach der Überlieferung einen Traum.

Sie träumte, dass sie von vier großen Königen von ihrem Schlaflager emporgehoben und zum Himalaya gebracht wurde, wo sie von Königinnen zum Anottatasee geführt und mit einem Bad von der menschlichen Unreinheit gereinigt wurde. Später wurde ihr in einem goldenen Palast ein nach Osten ausgerichtetes Lager bereitet, auf das man sie legte.

Dorthin kam von Norden her ein weißer Elefant, ging dreimal im Kreis um Mayadevis Bett, schlug ihre rechte Seite und trat in ihren Schoß ein. (Vgl. Payer, Alois: Materialien zur Religionswissenschaft: Buddhismus. Fassung vom 25.1.1996 unter http://www.payer.de/rwbuddh/rwbuddh.htm)

Sie erzählte Suddhodhana von diesem Traum, worauf dieser Zeichendeuter beauftragte, den Traum zu deuten.

Die Zeichendeuter prophezeiten anhand des Traumes, dass Mayadevi einen Sohn empfangen habe, der, sollte er ein weltliches Leben führen, ein weltbeherrschender Kaiser werde. Ziehe er aber in die Hauslosigkeit, verlasse er also seine Familie und kehre der Welt den Rücken zu, werde er ein Erwachter, also ein Buddha, der durch seine Lehre die Finsternis in der Welt vertreibe (Vgl. Zentner 2004, S. 26).

Diese Nachricht erfreute den Vater, da er seinen Wunsch nach einem würdigen Nachfolger hierin erfüllt sah.

2.3.) Die Geburt

Die Geburt Siddhartas soll von wunderbaren Erscheinungen begleitet worden sein: Ein großes Licht erschien am Himmel und die Götter neigten sich aus den Wolken, um ihm zur Seite zu stehen. Außerdem begannen die Gehörlosen zu hören, die Stummen zu sprechen und die Lahmen zu gehen.

Schon als Neugeborener wies Siddharta alle Zeichen der Vollkommenheit auf und war nach der Geburt nicht wie andere Lebewesen mit „unreiner Materie behaftet“ (Vgl. Zentner 2004, S. 26)

2.4.) Siddhartas Leben im Palast.

Siddharta verbrachte der Legende nach eine unbeschwerte Jugend im materiellen Überfluss. Er wuchs in drei Palästen auf und wurde von seinem Vater, der ihn als mächtigen Herrscher sehen wollte, vor aller Berührung mit Not, Pein und Leid des menschlichen Lebens bewahrt, damit er nicht vier prophezeite Zeichen sähe, die ihn einen religiösen statt weltlichen Weg hätten einschlagen lassen (Vgl. Zentner 2004, S. 27).

Siddharta bekam eine gründliche militärische Ausbildung und wurde von Weisen in Philosophie unterrichtet.

Mit 16 Jahren heiratete er eine seiner Cousinen, mit der er seinen Sohn Rahula bekam (Vgl. Payer 1996).

2.5.) Die vier Ausfahrten

Bei vier Ausfahrten verließ Siddharta den Palast und erkannte die vier prophezeiten Zeichen: Er sah hintereinander einen Greis, einen Kranken und einen Toten. Diese Begegnungen mit dem Leid ließen ihn erstmals über den Sinn des Lebens nachdenken.

Auf der vierten Ausfahrt begegnete er einem Mönch in gelben Gewändern, der ihm völlig zufrieden zu sein schien. In ihm erkannte er seine eigentliche Bestimmung (Vgl. Zentner 2004, S. 27).

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Der historische Buddha und seine Lehre
Hochschule
Universität zu Köln
Autor
Jahr
2006
Seiten
24
Katalognummer
V50515
ISBN (eBook)
9783638467216
Dateigröße
1704 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem überlieferten Leben des Siddharta Gautama (dem historischen Buddha) sowie seiner Lehre. Die Lehre wird detailliert dargestellt und es werden Verknüpfungen zwischen den einzelnen Teilen hergestellt, so dass ein rundes Bild über die Lehre entsteht.
Schlagworte
Buddha, Lehre
Arbeit zitieren
Annika Schmidt (Autor), 2006, Der historische Buddha und seine Lehre, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50515

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