In dieser Arbeit wird eine kurze Unterrichtsstunde für eine kirchliche Kindergruppe in der vierten Schulklasse zum Thema "Kinder entdecken die Geschichte von Zachäus" (Lk 19,1-10)" entworfen. Die Teilnehmenden befinden sich im Grundschulalter. Insgesamt lässt sich sagen, dass alle Teilnehmenden aus einer ländlichen Umgebung stammen. Die weiblichen Teilnehmenden sind innerhalb der Christenlehregruppe in der Mehrheit, wohingegen es nur zwei männliche Teilnehmer gibt. Die Leitung der Gruppe liegt in der Verantwortung der Gemeindepädagogin einer evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde.
Die Geschichte von Zachäus ist Bestandteil der Christenlehrethemen, die sich um Jesus Christus als zentrale Figur der neutestamentlichen Evangelien drehen. Die Erzählung von Zachäus gehört zu den Geschichten, in der Jesus sich dem sündigen Menschen in seiner heillosen Existenz annimmt. In der biblischen Geschichte über Zachäus zeigt Jesus das Verhalten, welches er in seinen Gleichnissen beschreibt wie zum Beispiel beim Gleichnis vom verlorenen Sohn. Der Bibelabschnitt, in dem Zachäus vorkommt, ist unerlässlich für den Fundus an Bibelgeschichten, die Kindern bekannt sein sollte wie beispielsweise die Josefnovelle oder das Gleichnis vom "verlorenen Sohn".
Inhaltsverzeichnis
1. Bedingungsanalyse
1.1 Allgemeines über den Ort und der Kirchengemeinde
2. Zielgruppe
2.1 Informationen zur Gruppe
2.2 Entwicklungs- und religionspsychologische Aspekte
3. Sachanalyse
4. Didaktische Analyse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die biblische Erzählung von Zachäus in einer Christenlehregruppe für Grundschulkinder didaktisch aufzuarbeiten, um den Kindern die Erfahrung der bedingungslosen Annahme durch Gott zu vermitteln und ihre Reflexionsfähigkeit gegenüber Vorurteilen zu stärken.
- Analyse der sozialen und strukturellen Bedingungen der Kirchengemeinde
- Religionspsychologische Einordnung der Altersstufe (spätes Kindesalter)
- Exegese und sachanalytische Aufarbeitung der Zachäus-Geschichte
- Entwicklung didaktischer Lernziele zur Förderung von Selbstwertgefühl und Empathie
- Praktische Umsetzung mittels handlungsorientierter Methoden (Kamishibai, kreatives Gestalten)
Auszug aus dem Buch
3. Sachanalyse
Hinsichtlich des Inhalts ist auf Ausführungen von Just7 zurückzugreifen, welche sich als sehr ausführlich erachten lassen. Zunächst führt Just an, dass es sich bei „Zachäus“ um einen „semitischen Namen“ handelt, was seine „jüdische Herkunft“ beweist (vgl. S. 19). Der Name bedeutet demnach „Der Reine“ bzw. „Der Gerechte“ (ebd.). Weiterhin stellt der Evangelist Lukas „Zachäus als Oberzöllner und reichen Mann“ dar (ebd.). Just erwähnt weiter, dass „Zachäus“ in keinem guten Verhältnis zu seinen Mitmenschen stand, denn „von seinen Mitmenschen erfährt Zachäus sehr viel Geringschätzung“ (ebd.). Just konstatiert bezüglich der beruflichen Stellung Zachäus‘, dass „Zachäus Vorgesetzter seiner angestellten Zöllner“ war und „im Auftrag der römischen Besatzungsmacht handelte“ (ebd.). Daraus ist zu schlussfolgern, dass „Zachäus als Hauptpächter der Zölle von Jericho“ fungierte, denn „Jericho“ erwies sich als „bedeutende Grenz- und Zollstation durch das Zusammentreffen drei wichtiger Handelsstraßen“ (ebd.). Just stellt außerdem fest, dass „die willkürliche Erhebung durch Zöllner ein weitreichendes Ärgernis in der Bevölkerung war“ (ebd.). Es gab zwar „offiziell festgesetzte Tarife für Markt-, Grenzen- und Straßenzoll“ (ebd.), allerdings fehlte dafür irgendeine Form einer Kontrollinstanz. Der „erwirtschaftete Gewinn“ diente lediglich dem Zweck der „Selbstbereicherung“ (ebd.). Daraus folgert Just, dass „Zöllner den Ruf als Betrüger hatten“ und „beruflich viel mit Nichtjuden in Kontakt kamen“ (ebd.). Das lässt für Just nur den Schluss zu, dass „Zöllner nach dem alttestamentlichen Gesetz als Unreine galten“ (vgl. S.20). Demzufolge ging der „Umgang mit Zöllnern mit kultischer Unreinheit“ einher (ebd.) und führte zum „Ausschluss vom Volk Gottes“, was „keine Teilnahme an den Gottesdiensten im Tempel“ zuließ (ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bedingungsanalyse: Dieses Kapitel beschreibt das soziale und kirchliche Umfeld der Kirchengemeinde sowie deren Kooperationen mit anderen Einrichtungen vor Ort.
2. Zielgruppe: Hier werden die Zusammensetzung der Christenlehregruppe, die pädagogische Leitung sowie die entwicklungspsychologischen Voraussetzungen der Kinder im Alter von 9 bis 10 Jahren analysiert.
3. Sachanalyse: Dieses Kapitel bietet eine exegetische Auseinandersetzung mit der Person des Zachäus und seiner Begegnung mit Jesus auf Basis der theologischen Fachliteratur.
4. Didaktische Analyse: Hier wird der Transfer der theologischen Inhalte in die Unterrichtspraxis erläutert, inklusive der Lernziele und der methodischen Durchführung der Veranstaltung.
Schlüsselwörter
Zachäus, Kirchengemeinde, Christenlehre, Religionspädagogik, Vorurteile, Selbstwertgefühl, Bibelgeschichte, Jesus Christus, Kindesentwicklung, Inklusion, Gottesbild, Didaktik, Kamishibai, Grundschulalter, Wertschätzung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Planung einer Unterrichtseinheit für eine Christenlehregruppe zum Thema „Zachäus“.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Vorurteilsreflexion, die religiöse Entwicklung von Kindern und die exegetische Aufarbeitung der Begegnungsgeschichte zwischen Jesus und dem Zöllner Zachäus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Vermittlung der Erfahrung, dass jeder Mensch von Gott bedingungslos angenommen ist, ungeachtet gesellschaftlicher Vorurteile oder materieller Verhältnisse.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es wird eine Kombination aus Bedingungs-, Sach- und didaktischer Analyse angewandt, gestützt durch entwicklungspsychologische Theorien und theologische Exegese.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Rahmenbedingungen der Kirchengemeinde, die Charakterisierung der Lerngruppe, eine theologische Sachanalyse sowie die konkrete methodische Unterrichtsplanung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Zachäus, Vorurteilsreflexion, Selbstwertgefühl, Religionspädagogik und bedingungslose Annahme.
Wie reagieren die Kinder in der geplanten Einheit auf das Thema „Sehen“?
Die Kinder sollen durch Spiele wie „Fotokamera“ und den Einsatz optischer Geräte für unterschiedliche Perspektiven sensibilisiert werden, was den Kern der Geschichte (das „Neu-Sehen“) verdeutlicht.
Warum ist das gewählte Kreativprojekt ein Schiebebild?
Das Schiebebild wurde gewählt, um den Prozess der Begegnung und den Perspektivenwechsel dynamisch darzustellen, anstatt ein starres Bild zu verwenden.
- Arbeit zitieren
- Wilhelm Weber (Autor:in), 2019, Kurzer Stundenentwurf zum Thema "Kinder entdecken die Geschichte von Zachäus" (Lk 19,1-10), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505262