Der vorliegende Unterrichtsentwurf soll den Schülern und Schülerinnen einer sechsten Klasse die Gattung der Fabel näher bringen. Dies erfolgt am Beispiel von Äsops Werk "Der Fuchs und der Ziegenbock", indem zunächst das Schema einer Fabel erläutert und der Inhalt anschließend szenisch dargestellt wird.
Die Fabel (lat. fabula = Erzählung) ist die epische Kurzform einer Erzählung. Dabei handelt es sich meist um eine Tierdichtung, die in Vers oder Prosa erzählt wird. In dieser Gattung handeln und sprechen Tiere. Sie tragen typische menschliche Eigenschaften. So wird der Fuchs meist als schlau und hinterlistig, der Esel als dumm, der Wolf als gierig und der Löwe als stark beschrieben. Durch das Handeln der Tiere können die Dichter Kritik an der Gesellschaft üben, ohne dies direkt aussprechen zu müssen. Einer der ersten uns bekannten Fabeldichter ist Äsop. Auch er versucht in seinen Fabeln "verkleidete" Wahrheiten zu erzählen und dadurch auf gesellschaftliche Missstände oder Schwächen hinzuweisen. Seine Fabeln werden bis heute gern gelesen und die Motive und Figuren seiner Fabeln wurden vielfach von anderen Dichtern variiert und aufgegriffen.
Der Aufbau einer Fabel folgt einem dreigliedrigen Schema. Zunächst wird die Ausgangssituation beschrieben. Da die Tiere häufig Gegner sind, kommt es anschließend meist zu einem Konflikt, welcher sich in einer überraschenden Wende löst, in der oft das listigere oder schwächere Tier gewinnt. Am Ende einer Fabel steht in vielen Fällen eine Lehre, die den Leser über allgemeine Wahrheiten belehren und aus der er Schlüsse für sein eigenes Verhalten ziehen soll. In der vorliegenden Fabel "Der Fuchs und der Ziegenbock" von Äsop geht es in der vordergründigen Handlung um einen Fuchs, der in einem Brunnen gefangen ist und nicht mehr herauskommt. Doch durch die Überlistung eines Ziegenbocks gelingt es dem Fuchs aus dem Brunnen herauszusteigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Durchdringung und Analyse der Sache
1.1 Fabeln
1.2 Handlungs- und produktionsorientierte Verfahren
2. Rahmenbedingungen und heterogene Lernvoraussetzungen
2.1 Darstellung der Schule
2.2 Klassensituation
2.3 Analyse der Lernvoraussetzungen
3. Didaktische Analyse
3.1 Bildungswert des Unterrichtsgegenstandes
3.2 Bezug zum Bildungsplan
4. Aufgabenstellung und Differenzierung
4.1 Aufgabenanalyse
4.2 Formen der Differenzierung
5. Methodische Entscheidung und unterrichtspraktische Umsetzung
6. Strukturskizze/ Verlaufsplanung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit ist es, den Schülern durch eine ganzheitliche und handlungsorientierte Erarbeitung der Fabel „Der Fuchs und der Ziegenbock“ von Äsop einen tieferen Zugang zur Gattung der Fabel zu ermöglichen und ihre literarische Kompetenz durch eine szenische Umsetzung zu fördern.
- Ganzheitliche Erarbeitung und inhaltliche Durchdringung einer klassischen Fabel.
- Einsatz von handlungs- und produktionsorientierten Methoden zur Texterschließung.
- Förderung der Kreativität und Mimik/Gestik durch szenisches Spiel und Rollenarbeit.
- Vertiefung des literarischen Verständnisses durch Reflexion von Lehre und Übertragbarkeit auf den Alltag.
- Stärkung der sozialen Kompetenzen durch kooperative Gruppenarbeit und Präsentation.
Auszug aus dem Buch
1.1 Fabeln
Die Fabel (lat. fabula = Erzählung) ist die epische Kurzform einer Erzählung. Dabei handelt es sich meist um eine Tierdichtung, die in Vers oder Prosa erzählt wird. In dieser Gattung handeln und sprechen Tiere. Sie tragen typische menschliche Eigenschaften. So wird der Fuchs meist als schlau und hinterlistig, der Esel als dumm, der Wolf als gierig und der Löwe als stark beschrieben. Durch das Handeln der Tiere können die Dichter Kritik an der Gesellschaft üben, ohne dies direkt aussprechen zu müssen. Einer der ersten uns bekannten Fabeldichter ist Äsop (6. Jahrhundert vor Chr.). Auch er versucht in seinen Fabeln „verkleidete“ Wahrheiten zu erzählen und dadurch auf gesellschaftliche Missstände oder Schwächen hinzuweisen. Seine Fabeln werden bis heute gern gelesen und die Motive und Figuren seiner Fabeln wurden vielfach von anderen Dichtern variiert und aufgegriffen.
Der Aufbau einer Fabel folgt einem dreigliedrigen Schema. Zunächst wird die Ausgangssituation beschrieben. Da die Tiere häufig Gegner sind, kommt es anschließend meist zu einem Konflikt, welcher sich in einer überraschenden Wende löst, in der oft das listigere oder schwächere Tier gewinnt. Am Ende einer Fabel steht in vielen Fällen eine Lehre, die den Leser über allgemeine Wahrheiten belehren und aus der er Schlüsse für sein eigenes Verhalten ziehen soll.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Durchdringung und Analyse der Sache: Definition und Aufbau der Gattung Fabel sowie Erläuterung der angewandten handlungs- und produktionsorientierten Lehrmethoden.
2. Rahmenbedingungen und heterogene Lernvoraussetzungen: Analyse der schulischen Infrastruktur, der Klassensituation der Klasse 6b und des aktuellen Leistungsstandes der Schüler.
3. Didaktische Analyse: Begründung des Bildungswerts des Themas im Rahmen des Deutschunterrichts und Einordnung in den aktuellen Bildungsplan.
4. Aufgabenstellung und Differenzierung: Erläuterung der methodischen Ansätze zur Aufgabenstellung und Möglichkeiten der quantitativen sowie qualitativen Binnendifferenzierung.
5. Methodische Entscheidung und unterrichtspraktische Umsetzung: Detaillierte Darstellung der einzelnen Unterrichtsphasen vom Einstieg bis zum Ausblick.
6. Strukturskizze/ Verlaufsplanung: Übersichtliche tabellarische Darstellung der geplanten Unterrichtsstunde mit Lernzielen, Sozialformen und Medieneinsatz.
Schlüsselwörter
Fabeln, Äsop, handlungsorientierter Literaturunterricht, produktionsorientierte Verfahren, szenisches Spiel, Rollenspiel, Der Fuchs und der Ziegenbock, Texterschließung, Literarische Kompetenz, Gruppenarbeit, Bildungsplan, Deutschunterricht, Schülerschaft, Lernvoraussetzungen, Kompetenzerwerb.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf grundsätzlich?
Der Entwurf beschreibt die Planung einer Deutschstunde in einer 6. Klasse, in der die Fabel „Der Fuchs und der Ziegenbock“ ganzheitlich erarbeitet und szenisch umgesetzt wird.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit fokussiert auf die Gattungsmerkmale von Fabeln, die Charakterisierung von Tieren als literarische Figuren sowie die Anwendung produktionsorientierter Unterrichtsmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?
Die Schüler sollen die Fabel mit allen Sinnen erschließen, den Aufbau der Fabel wiederholen und das Werk in einem szenischen Spiel selbstständig interpretieren und darstellen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt dem Unterricht zugrunde?
Es wird das Konzept des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts verfolgt, welches den Schüler aktiv in den Mittelpunkt des Lernprozesses stellt.
Was wird im Hauptteil des Unterrichtsentwurfs detailliert ausgeführt?
Der Hauptteil gliedert sich in die didaktische Begründung, die Analyse der Lernausgangslage der Klasse 6b sowie die konkrete methodische Umsetzung der Lernphasen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Fabeln, handlungsorientierter Unterricht, szenisches Spiel, Textpuzzle und produktionsorientierte Literaturdidaktik.
Warum spielt der „Fuchs und der Ziegenbock“ eine zentrale Rolle?
Die Fabel dient als konkretes Beispiel, um das dreigliedrige Aufbauschema (Ausgangssituation, Konflikt, Wende) und die moralische Lehre greifbar zu machen.
Welche Rolle spielt die Differenzierung in diesem Entwurf?
Differenzierung wird durch Materialbreite und Selbstdifferenzierung umgesetzt, um sowohl leistungsstärkere als auch lernschwächere Schüler adäquat zu fördern.
- Arbeit zitieren
- Ramona Frommknecht (Autor:in), 2019, Erarbeitung einer Fabel mit szenischer Darstellung in einer 6. Klasse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506071