Die Medienlandschaft in Südtirol. Ein Vergleich von "Dolomiten" und "Die Neue Südtiroler Tageszeitung"


Seminararbeit, 2018

10 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleit
1.1 Medienlandschaft in Südtirol
1.2 Die Tageszeitungen in Südti

2 Formale Struktur und Layout
2.1 Forma
2.2 Titelblatt
2.3 Hauptteil
2.4 Werbeflächen

3 Themengestaltung und Schwerpun
3.1 Vergleich: Textsorten
3.2 Vergleich: Themen

4 Sprache
4.1 Syntax
4.2 Wortschatz

5 Crossmedialität

6 Fazit
6.1 Wie können Sie nebeneinander überleben?

7 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Mit dieser Beispielanalyse möchte ich einen Vergleich der beiden Tageszeitungen „Dolomiten“ und „Die Neue Südtiroler Tageszeitung“ durchführen. Wo liegen die Unterschiede? Inwieweit sind sie dem Boulevard- Journalismus zuzuordnen und wie können Sie dennoch nebeneinander in Südtirol überleben?

1.1 Medienlandschaft in Südtirol

Die Medienlandschaft in Südtirol ist durch die vorherrschende Zweisprachigkeit sehr vielfältig. Laut dem Medienverzeichnis der Südtiroler Landesverwaltung zählt Südtirol neben vier öffentlichen Rundfunk- anstalten, sechs Wochenzeitungen, 17 Online Medien und 20 privaten Hörfunkanstalten auch vier Tageszeitungen. Das Besondere daran ist, dass alle Angebote gleichermaßen auf die beiden Sprachgruppen aufgeteilt sind.

Den größten Anteil und somit auch das größte Publikum erreicht die „Athesia Druck GmbH“, welche mit der „Dolomiten“, der „Zett“ und einigen Wochen- und Monatszeitschriften sowie den Online-Portalen „stol.it“, „Südtirol News“, „sportnews.bz“ und den Radiosendern „Südtirol 1“ und „Radio Tirol“ das größte Medien- aufgebot besitzt.

1.2 Die Tageszeitungen in Südtirol

Südtirol besitzt neben zwei italienischen Tageszeitungen auch zwei deutsche. „Die neue Südtiroler Tages- zeitung“ wird von der gleichnamigen GmbH gedruckt, die „Dolomiten“ hingegen gehört der „Athesia Druck GmbH“ an. Beide Zeitungen stehen sich als Konkurrenten gegenüber, wenngleich die „Dolomiten“ die Nase vorn hat. Mit einer Auflage von knapp 42.600 Stück, am Freitag sind es im Schnitt sogar 60.920 Stück (Athesiamedien 2018: S. 11), kann die Dolomiten mehr als das Zweifache der Tagezeitung herausgeben. Die „Dolomiten“ wird aber auch über die Grenzen von Südtirol ausgeliefert, besonders in große Urlaubsziele wie nach Rimini, in die Region Toskana und in große Städte deutschsprachiger Gebiete. Jedoch lebt über 98% der Käuferschaft in Südtirol. „Die Neue Südtiroler Tageszeitung“ hingegen besaß im Jahr 2006 eine Auflage von 12.000 Stück (Sebastian Krüger 2006), jedoch kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass es jetzt um einiges mehr ist.

„Die Neue Südtiroler Tageszeitung“ erscheint von Dienstag bis Samstag, die „Dolomiten“ hingegen gibt es von Montag bis Samstag zu kaufen. Zudem besitzt die „Athesia Druck GmbH“ mit der „Zett“ auch eine Sonntagszeitung. In der „Dolomiten“ gibt es jeden Mittwoch ein Wirtschaftsmagazin und jeden Freitag ein Fernsehprogramm als Beilage. „Die Neue Südtiroler Tageszeitung“ bietet hingegen keine Beilagen.

Im nun folgenden Text wird die Abkürzung „DNST“ für „Die Neue Südtiroler Tageszeitung“ verwendet.

2 Formale Struktur und Layout

2.1 Format

Den ersten großen Unterschied zwischen den beiden Zeitungen kann man bereits am Format festmachen. Die „Dolomiten“ wird im schweizer Format gedruckt, „Die Neue Südtiroler Tageszeitung“ hingegen im halben schweizer Format (Peter Dermühl 2004: S. 32).

Viele Boulevardzeitungen erscheinen im Kompakt-Format, in England spricht man auch vom Tabloid-Format (Wiesinger 2015: S. 43). Dieses Format zeichnet sich besonders durch Übersichtlichkeit und Handlichkeit aus. „Die Neue Südtiroler Tageszeitung“ sowie auch bekanntere Blätter wie die „Kronen Zeitung“, die größte Boulevardzeitung in Österreich, werden in einem ähnlich kleinen Format gedruckt. Das Format der „Dolomiten“ hingegen ist bei Qualitätszeitschriften zu finden, wie der „Tiroler Tageszeitung“ oder auch dem „Standard“.

Jedoch lässt sich anhand des Formats nicht festmachen, zu welcher Kategorie, entweder Boulevard- oder Qualitätsjournalismus, die Zeitung gehört. Die „Bild“ erscheint im „Nordischen Format“ (Wiesinger 2015: S. 87), welches zu den größten Zeitungsformaten gehört, ist aber Deutschlands größte Boulevardpresse.

2.2 Titelblatt

Neben der Größe der Zeitung, welche dem Kunden direkt ins Auge fällt, ist auch das Titelblatt für viele kauf- entscheidend. Auch hier gibt es große Unterschiede im Layout zwischen der Boulevard- und Qualitätspresse.

„ Boulevardeskes Layout zeichnet sich neben einem hohen Bildanteil vor allem durch die großflächige Typografie aus: Die Schlagzeilen – besonders auf den Titelseiten – sind sehr groß und werden meist durch Farben, Unterstreichungen und Invertierungen extra hervorgehoben. Überhaupt wird mit Platz großzügig umgegangen“ (Wiesinger 2015: S. 43).

Wenn wir nun die beiden Tageszeitungen in Südtirol hernehmen, dann finden wir auf beiden Titelblättern Argumente aus der Aussage von Wiesinger. „Die Neue Südtiroler Tageszeitung“ besitzt am 7. Februar (2018) sieben Themen auf dem Titelblatt, die alle mit Bildern unterlegt sind. Die Bilder selbst sind teils Portraits von Personen, teils auch Symbolfotos aus einer Datenbank. Mit Farbe und verschiedenen Schriftarten wird hingegen sehr sparsam umgegangen. Man beschränkt sich auf eine Schriftart und zwei Farben, Schwarz und Weiß. Nur der Name der Zeitung wird in Schwarz-Rot gedruckt. Auch der Platz wird sparsam genutzt. Die Dolomiten besitzt am 7. Februar (2018) zwei große Schlagzeilen, wobei eine mit und eine hingegen ohne Bild getitelt wird. Zudem gibt es noch kleinere Schlagzeilen, die um den Hauptbereich platziert sind.

In der unteren rechten Ecke befindet sich ein Kasten, in welchem ein Redakteur kurz über politische oder gesellschaftliche Themen berichtet und seine Meinung äußert. Auch hier wird mit Farben und verschiedenen Schriftarten sehr sparsam umgegangen. Wenn man als Vergleich die Tageszeitung „Bild“ herbeizieht, welche bekanntlich zu den größten Boulevardzeitungen gehört, dann erkennt man einen großen Unterschied. Das Titelblatt der „Bild“ wirkt sehr unaufgeräumt, mit vielen verschiedenen Farben und Schriftarten sowie Bildern, die zum Teil andere Schlagzeilen überdecken. Diese auffällige visuelle Gestaltung mit plakativen Überschriften, intensivem Einsatz von Farben und der großflächigen Bebilderung sind ein weltweites Merkmal für den Boulevardjournalismus (Hasebrink 2006: S. 60). Die beiden Titelblätter der hier betrachteten Zeitungen wirken hingegen sehr ruhig und geordnet.

Einen großen Unterschied zwischen „DNST“ und der „Dolomiten“ gibt es bei den Themen, die das Titelblatt beinhaltet. „DNST“ besitzt am 7. Februar (2018) mit „Sicheres Versteck“, „Geld für Sex“, „Die Straße des Grauens“ und „WLAN-Verbot an Schulen?“ Artikel die dem Bereich Soft-News zuzuordnen sind. Drogen, Sex und Gewalt nehmen viel Platz ein, jedoch gibt es mit „Möchte Landesrat bleiben“ und „Illegaler Zubau?“ auch politische und gesellschaftliche Themen, die dem Bereich der Hard-News zuzuordnen sind. Hier zeigt sich bereits, dass „DNST“ keineswegs eine reine Boulevardzeitung ist. Die „Dolomiten“ titelt am 7. Februar (2018) mit „So sollen schon jetzt Brummis auf die Schiene geholt werden“ und „Energie: Die Kleinen wollen aus dem Alperia-Schatten“ zwei Themen, die dem Bereich der Hard-News zuzuordnen sind. Neben diesen zwei großen Themen gibt es noch kleinere Themen zu Sport und Kultur, welche aber weder in den einen noch den anderen Bereich gehören. Genaueres über die Themenwahl wird in Kapitel 3.2 behandelt.

2.3 Hauptteil

Aufgebaut ist „DNST“ sehr strukturiert. Es beginnt mit einigen politischen Themen, dann wird gewechselt auf Nachrichten, die das ganze Land betreffen und darauffolgend wird auf bestimmte Ortschaften eingegangen. Am Ende gibt es noch einen Teil mit Kunst und Kultur. Die Zeitung besitzt auch ganz allgemeine Rubriken wie Leserbriefe und den Wetterbericht. Einen Sportteil, der für Boulevardzeitungen unerlässlich wäre (Schirmer 2001: S. 10), sucht man hier vergeblich. Ein ähnliches Prinzip fährt auch die „Dolomiten“. Mit dem Unterschied, dass es dort einige zusätzliche Rubriken wie den Sportteil, Leute Heute und Wirtschaft gibt. Die „Dolomiten“ besitzt mehrere Rubriken, die dem Bereich der Soft-News und der Boulevardpresse zuzuordnen sind. Aber auch „DNST“ besitzt auf den ersten Blick nicht nur sogenannte „harte Themen“ aus den klassischen Ressorts Politik, Wirtschaft und Kultur (Schirmer 2001: S. 11) sondern auch Nachrichten, die dem Boulevard- journalismus angehören. Die einzelnen Artikel und Berichte sind durch Trennstriche und Schluss- markierungen sowie Kästen und Bilder gut getrennt und bieten einen einfachen Lesefluss.

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Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Die Medienlandschaft in Südtirol. Ein Vergleich von "Dolomiten" und "Die Neue Südtiroler Tageszeitung"
Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck  (Germanistik)
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
10
Katalognummer
V506232
ISBN (eBook)
9783346066787
ISBN (Buch)
9783346066794
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Dolomiten, Die Neue Südtiroler Tageszeitung, Boulevard, Journalismus, Qualitätsjournalismus, Südtirol, Print, Medien, Medienlandschaft, Textgestaltung, Textsorten, Titelblatt, Syntax, Peter Dermühl, Zeitungsformate im Überblick, Die Titelseiten-Aufmacher, crossmedialer Vergleich, Zeitungs- und Zeitschriftenjournalismus
Arbeit zitieren
Simon Riegler (Autor), 2018, Die Medienlandschaft in Südtirol. Ein Vergleich von "Dolomiten" und "Die Neue Südtiroler Tageszeitung", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506232

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