Das Sakrament Ehe. Wie wird es in verschiedenen Religionen verstanden, ausgeführt und an die nächste Generation weitergegeben?


Hausarbeit, 2018

26 Seiten, Note: 13


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DEFINITION SAKRAMENT EHE

3. HOCHZEITEN VERSCHIEDENER RELIGIONEN
3.1. DIE CHRISTLICHE HOCHZEIT
3.2. DIE HINDUISTISCHE HOCHZEIT
3.3. DIE BUDDHISTISCHE HOCHZEIT
3.4. DIE JÜDISCHE HOCHZEIT

4. GRUPPENERGEBNISSE: UNTERSCHIEDE UND GEMEINSAMKEITEN DER HOCHZEITEN IN VERSCHIEDENEN KULTUREN.

5. RELIGIONSPÄDAGOGIK
5.1. DER BEGRIFF DER RELIGIONSPÄDAGOGIK
5.2. DIDAKTIK IM RELIGIONSUNTERRICHT

6. UNTERRICHTSTHEMA SAKRAMENTE
6.1. FACHDIDAKTISCHE BEGRÜNDUNG FÜR DIE EIGNUNG DES THEMAS ALS UNTERRICHTSGEGENSTAND
6.2. DIDAKTISCHE SKIZZE DES THEMAS „SAKRAMENT EHE“ IM RELIGIONSUNTERRICHT
6.2.1. MIGRATIONSBEDINGE VIELFALT, INKLUSION UND INTERSEKTIONALITÄT IM RELIGIONSUNTERRICHT

7. FAZIT

8. QUELLENVERZEICHNIS
8.1. MONOGRAPHIEN
8.2. SAMMELBÄNDE
8.3. INTERNETQUELLEN
8.4. VIDEOQUELLEN

1. EINLEITUNG

Im Rahmen der Modulabschlussprüfung im Fachbereich evangelischer Theologie- Seminar Sakrament und Heilserfahrungen, haben wir uns mit dem Thema „Ehe als Sakrament“ auseinandergesetzt. Um die Kommilitoninnen und Kommilitonen über die wichtigsten Fakten zu dem Thema „Sakrament Ehe“ zu informieren und eine allgemeine Wissensgrundlage zu schaffen, präsentierten wir eine Power Point Präsentation zum Einstieg. Zwischendurch wurde auf dieser Wissensgrundlage, einige Flüsterminuten eingelegt, in denen die Kommilitonen sich untereinander austauschen konnten. Die Aufgabe bestand darin, Unterschiede und Gemeinsamkeiten Seitens des Themas „Sakrament Ehe“, bezogen auf verschiedenen Religionen, zu entdecken. Die Ergebnisse wurden in einer Tabelle festgehalten. Zum Abschluss wurden verschiedene Kritiker in Bezug auf das Sakrament Ehe näher vorgestellt und anschließend die didaktischen Methoden im Religionsunterricht betrachtet und als Beispiel vorgetragen.

Bei der vorliegenden Ausarbeitung handelt es sich schwerpunktmäßig um die einzelnen Themengebiete die im Inhaltsverzeichnis aufgezählt sind. Nebensächlich geht es um die Ergebnissicherung der kleinen Gruppenarbeiten bezogen auf die verschiedenen Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Hochzeiten in verschiedenen Religionen. Unser Fokus liegt hierbei auf der Fragestellung: „Wie wird das Sakrament Ehe in verschiedenen Religionen verstanden, ausgeführt und an die nächste Generation weitergegeben?“

Es sollen dabei die einzelnen Perspektiven in ihrem Verstand, ihrer Aufführung und ihrer Wissensvermittlung fokussiert werden. Abschließend werden wir ein Fazit aus den gesammelten Aspekten ziehen.

Grundlage für diese Hausarbeit sind die in den Quellen genannten Texte und Bücher und die gemeinsamen Ausarbeitungen der Gruppen, die während der Sitzung am 10.07.2018 entstanden sind.

(Hinweis: Um die Leseflüssigkeit zu gewährleisten, sind Personen ausschließlich in der 3.Person Plural maskulin geschrieben. Es sind aber immer auch, wenn nicht anders vermerkt, weibliche Personen miteingeschlossen.)

2. DEFINITION SAKRAMENT EHE

Für viele Menschen kommt es darauf an, dass Gott Ja zu einem sagt. So ist bis heute die kirchliche Trauung von hoher Bedeutung. Für viele Paare scheinbar traditionell ausgeführt doch für einige ein Zeichen, mit der Liebe Gottes und Christus ein Leben lang verbunden und gesegnet zu sein. Nun was ist denn überhaupt ein Sakrament?

„Unter einem Sakrament versteht man eine äußere Handlung, in welcher und durch welchen Christus dem Menschen Gnade verleiht“1. Im Allgemeinen gibt es 7 Sakramente: die Taufe, die Firmung, die Eucharistie, die Buße, die Ölung, die Priesterweihe und die Ehe. Des Weiteren werden wir in dieser Ausarbeit näher auf das Sakrament der Ehe eingehen. Da die Ehe als Sakrament gilt, bedeutet sie also, „daß Christus für die Getauften mit der natürlichen Realität der Ehe die Gnade eines besonderen Sakramentes verbunden hat “.2 Voraussetzung einer gültigen Ehe ist dennoch die Taufe, denn nur: Unter Getauften kann eine gültige Ehe nicht bestehen, ohne in sich selbst Sakrament zu sein“.3 „Die Ehe ist ein soziales Sakrament“4. Die Ehe beschreibt nicht das Sakrament in jedem Einzelnen, sondern durch das gemeinsame Band beziehungsweise die Gemeinschaft des Liebespaares. Die Zusammenkunft und Eheschließung eines Ehepaars bewirkten, dass die Verbindung durch die sakramentale Gnade geheiligt wird. „Die Gnade der Sakramente ist immer eine geheimnisvoll große Verähnlichung und eine geheimnisvoll enge Verbindung mit Christus“.5 Doch was hat das Sakrament Ehe mit Christus zu tun?

Die Kirche als einen religiöseren Ort, wäre ja kein heiliger Ort, ohne eine Verbindung zu Gott zu haben. So ist Christus, der durch Gott wirkt und wodurch sich Gott offenbart, als Bündnis gedeutet. Und da die Ehe eine Verbindung symbolisiert, „wird die Ehe als natürliche Möglichkeit des Menschen in den Bereich der Erlösung einbezogen, geheiligt und zu einem Stande der Erlösung; die Ehe wird somit eine gnadenhafte Darstellung der Verbindung Christus und Kirche“.6 Betrachtet man das Sakrament Ehe aus einer anderen Sichtweise so wird jedem deutlich, dass das Ehepaar sich liebt und durch das Sakrament Ehe, die Liebe von Christus widergespiegelt wird. So sagt man auch häufig, eine kirchliche Eheschließung ist zugleich ein gesegneter Bund zu Gott. Man ist ebenfalls mit Gott verheiratet. Und da die Liebe gegenwärtig ist so darf es keine Trennung geben. „Inhaltlich bedeutet dies, daß die Ehe ganz von der Liebe bestimmt ist, weil auch der Bund Christus- Kirche ganz von der Liebe bestimmt ist“.7 Jemanden lieben heißt nicht, sich darüber ein Idealbild zu verschaffen, sondern den Menschen so zu lieben wie er ist. „Denn Christus hat nicht eine ideal gedachte Menschheit geliebt und sich für diese hingegeben, sondern für die Menschen, wie sie sind, für unsere Sünder“.8

3. HOCHZEITEN VERSCHIEDENER RELIGIONEN

In diesem Kapitel werden verschiedene Religionen in ihrem Hochzeitsablauf und Ritualen beschrieben. Die verschiedenen Religionen sind: das Christentum, der Hinduismus, der Buddhismus und das Judentum. Die folgenden Beschreibungen wurden anhand von Youtube- Videos und externer Literatur ausgeführt.

3.1. DIE CHRISTLICHE HOCHZEIT

Grundsätzlich wird die kirchliche Trauung erst nach der standesamtlichen Trauung vollzogen. Voraussetzungen sind, dass das Brautpaar getauft worden ist, im katholischen Christentum gefirmt und im evangelischen Christentum Konfirmiert wurde. Die Trauung in der Kirche ist das Eheversprechen vor Gott. Dies bedeutet, dass die Verbindung des Brautpaars unter Gottes Segen gestellt und weiter gefestigt wird. „Christlicher Glaube vertraut darauf, auf dem Grunde des Ja-Wortes Gottes leben zu dürfen und leben zu sollen“.9 Eine Trauung wird von Lesungen, einer Predigt und Gesang mit Musik begleitet und vom Pfarrer geleitet. Zunächst empfängt der Bräutigam, der einen Anzug trägt, seine im weißen Kleid bekleidete Braut vor dem Altar. Oft wird die Braut vom Brautvater an den Ehemann übergeben. Nachdem der Pfarrer die Gemeinde begrüßt hat durch einen Eingangstext, folgt die Verkündung. In der Verkündung wird eine Textstelle aus der Bibel vorgelesen die dem Thema Hochzeit entspricht um daraufhin die Predigt einleiten zu können. Anschließend beginnt die Trauung. Dort wird die Traufrage und das Ja-Wort beziehungsweise das Trauversprechen ausgeführt. Während des Trauversprechen wird das Traugelöbnis von den jeweiligen Partnern ausgesprochen. Danach werden die Ringe, die als Symbol der Verbindlichkeit und Ewigkeit dienen, an den jeweiligen rechten Ringfinger angesteckt. Danach werden die Ringe und das Brautpaar vom Pfarrer gesegnet. Wenn das Anstecken der Ringe vollzogen worden ist, so steckt das Brautpaar eine Hochzeitskerze an und besiegelt ihre Ehe, in guten wie in schlechten Zeiten zusammen zu bleiben, mit einem Kuss. Nun wird das Ehepaar mit lieben Worten verabschiedet und die gesamte Gemeinde gesegnet. Das Paar läuft aus der Kirche hinaus hingegen sich die Verwandtschaft vor ihnen erhebt. Im Anschluss wird das Brautpaar durch ein Fest zelebriert.

3.2. DIE HINDUISTISCHE HOCHZEIT

(https://www.youtube.com/watch?v=dhFbmWKfJT0&t=79s)

Der Ablauf einer hinduistischen Hochzeit nehmen sehr viele Prozeduren und Zeit in Anspruch. Die Vorbereitungen der Braham-Hochzeit finden im Hof des Hauses der Braut statt. Dort wird ein Zelt aufgebaut. Beide Brautpaare sind in einem Festgewandt gekleidet. Solch ein Gewandt wird bei der Frau als ein Sari bezeichnet. Dies ist ein sechs bis acht Meter langes rechteckiges Tuch. Das gewandt des Mannes wird als Shawl genannt und ist ein Schultertuch. Noch vor der Hochzeitszeremonie wird die Braut mit Henna an Händen und Füßen bemalt. Die Bemalung soll Glück bringen. Der Mittelpunkt des Geschehnisses bildet ein Yaina. Das ist eine Feuerstelle. „Ein wichtiger Teil der Zeremonie besteht darin, dass Braut und Bräutigam gemeinsam das häusliche Feuer umschreiten“.10 Um das Feuer herum sitzen alle Gäste. Das heilige Feuer wird als Zeichen der Pflege der Braut übergeben und dabei spricht der Bräutigam folgende Formel aus der Rigveda aus:

„Ich fasse deine Hand für gutes Glück, so dass du zusammen mit mir, deinem Hausherrn, ein hohes Alter erreichen mögest. Die Götter Bhaga, Aryaman, Savitar und Puramdhi geben dich mir, um ein häusliches Leben führen zu können.“11

Den darauffolgenden Tag beginnt die Hochzeit mit der Kavadann-Zeremonie. Bei dieser Zeremonie wird die Braut vom Brautvater an den Bräutigam übergeben. Während die Braut übergeben wird, verspricht der Bräutigam dem Brautvater, dass dieser für sein Leben lang um seine Tochter sorgt und sie beschützt. Anschließend werden die Götter Ganesha und Kama angerufen. Der Priester legt die Hände des Paares über einen Krug mit Wasser vom heiligen Fluss Ganges zusammen. Die Hände werden mit einer Blütengirlande und einem roten Tuch umwickelt. Die Farbe Rot dient als Symbol der Fruchtbarkeit. Nun findet die Segnung statt und der Priester betet um den Beistand der Götter. Ganesha wird für den guten Beginn der Ehe gerufen und Kama für die Liebe. Daraufhin folgt das umhängen der Blumenketten, die als Symbol der Verbindlichkeit dienen. Ebenso ein Symbol der Verbindung ist das verknoten des Paars. Hier wird der Sari mit einem Ende des Schultertuchs verknotet. Nach dem verknoten wird erneut ein Feuer gezündet um die göttliche Gegenwart von Agni zu repräsentieren. Ist das Feuer entzündet, so folgt das Santapadi- Ritual. Dies ist das Ritual der sieben Schritte. Siebenmal geht das Paar, durch die Tücher miteinander verknüpft, hintereinander um das heilige Feuer. Das ist der Höhepunkt der Eheschließung und verbindet das Paar für immer. Während der Eheschließung, nimmt der Bräutigam die rechte Hand der Frau und sagt: „Ich nehme deine Hand, mögen wir glücklich sein. Mögest du mit mir, deinem Mann, lange leben. Die Götter haben dich mir gegeben, damit du mein Haus regierst. Du bist die Königin meines Hauses. Ich bin Samaveda, du bist Rigveda. Ich bin Himmel, du die Erde. Komm lass uns heiraten!“12

Die Braut willigt ein und der Bräutigam sagt: „Ich nehme dein Herz in meines. Mögen unsere Gedanken eins sein! Möge Gott uns vereinen!“13

Der rote Punkt der auf die Stirn der Braut vom Bräutigam betupft wird ist ein Segenzeichen den eine verheiratete Frau für immer tragen wird. In der heutigen Zeit gibt es auch immer vermehrt Hochzeitsringe als Symbol der Verbundenheit zu sehen. Die westliche Orientierung lies dies ermöglichen. Meistens nach drei Tagen der Hochzeit zieht die Ehefrau in das Haus des Mannes ein. Dort wird sie festlich empfangen und gefeiert.

3.3. DIE BUDDHISTISCHE HOCHZEIT

(https://www.youtube.com/watch?v=OvP-1Ix43SY)

Im Buddhismus glauben die Menschen an den Gott Buddha. Dieser „bezeichnet Eheleute, die ein sittlich einwandfreies Leben führten, als, gottgleich (deva und devi)“.14 Die Ehe ist in dieser Religion kein Sakrament.

Die Ehe wird vor dem Standesamt geschlossen. Nur dann ist eine Ehe rechtlich anerkannt. Anschließend findet die Hochzeitszeremonie statt. Dort erscheinen 9 Mönche, die im weiteren Verlauf die Segnung durchführen. Warum neun Mönche? Die Neun ist im Buddhismus eine Glückszahl. Die Braut trägt ein Schut tai. Das ist ein Gewandt aus reiner Seide und ist Tradition. Der Mann hingegen darf seine Kleiderwahl frei wählen. Das Brautpaar bekommt eine weiße Blumengirlande umgehängt um böse Geister zu vertreiben. Nachdem ein Mönch das Paar besiegelt und gesegnet hat, wird das Brautpaar zudem mit Wasser gesegnet. Das vollzieht aber nur ein Mönch. Die restlichen Mönche gehen aus dem Raum. Bei der Wassersegnung wird von jedem Gast des Brautpaares Wasser über die Hände gegossen. Dieser Vorgang ist eine Rituelle Reinigung und ist ein Zeichen der Beglückwünschung. In manchen Fällen wird die Segnung auch durch ein gesegnetes Band um die Hände gebunden durchgeführt. Der Bräutigam bekommt drei Kreise oder Punkte auf die Stirn gezeichnet. Dies soll Glück in der Ehegemeinschaft verheißen. Da die Hochzeitszeremonie immer am frühen Morgen stattfinden, ist danach noch genug Zeit den ganzen Tag über die Hochzeit zu feiern. Dennoch gibt es im Buddhismus auch noch andere Rituale. Einige durchschneiden ein Seil was von zwei Brautjungfern gehalten wird. Dieses wird von der Braut vor dem Eintritt in das Haus des Mannes durchtrennt. Das bedeutet Wohlstand und Glück und ist symbolisch für eine Goldkette gedacht. Im Buddhismus spricht man auch häufig von einem Brautgeld. Dies wird von den Eltern des Bräutigams verlangt, weil sie eine Arbeitskraft weniger in der Familie haben. Je nach Höhe des Betrages zeichnet den Wert und die Wertschätzung des Mannes aus. Im Großen und Ganzen geht es darum: „Der Mann soll seine Ehefrau versorgen und beschützen, die Frau soll ihm dienen“.15

3.4. DIE JÜDISCHE HOCHZEIT

(https://www.youtube.com/watch?v=UvD2lXXFBI8)

Im Judentum wird die Braut zum Bräutigam geführt. Das Brautpaar stellt sich unter eine „Chuppa. Die Chuppa ist sowohl eine Hochzeitszeremonie als auch eine Hochzeitsbaldachin, der über dem Brautpaar zu sehen war“.16 „Es symbolisiert das neue Heim, in das der Bräutigam seine Braut brachte“.17 Der Rabbiner (Priester) betet einige Psalmen und trägt Lobsprüche vor. „Heute werden bei jüdischen Hochzeiten sieben Segnungen Sheva B´rachot in Prechchören ausgerufen, während das Paar unter der Chuppa steht“.18 Nun wird der Segen über einen Becher Wein gesprochen. Daraus trinkt das Brautpaar den Becher aus. Die Bedeutung über den Segen des Bechers Wein besteht darin, dass der „Kelch, den Jeschua bei seinem letzten Passamahl auf Erden nahm, war der Kelch des neuen Ehebundes mit seiner Braut“19. Im Anschluss bietet der Mann der Frau einen Ring an. Stimmt sie zu, dann nimmt sie den Ring an. Beim anstecken des Ringes spricht der Bräutigam die Worte: „Siehe, du bist mir angeheiligt durch diesen Ring nach dem Gesetz Moses und aller Propheten.“20 Heutzutage wird der Ring am dritten Finger der rechten Hand getragen, hingegen die frühere Tradition den Ring am Zeigefinger während der Hochzeit getragen hat, Nach der Hochzeit wurde der Ring umgesteckt. Der Grund war, aus Respekt vor der Tradition.

Der Ehevertrag des Brautpaares wird nun anschließend vom Rabbiner vorgelesen. Er spricht: „Du sollst meine Frau sein, ich will dir dienen, dich ehren und versorgen nach der Weise jüdischer Männer, die ihren Frauen dienen, sie hochschätzen, ernähren und versorgen in Treue.“21 Der Vertrag beinhaltet die Pflichten gegenüber seiner Frau. Um dem Vertrag Gewichtung zu erlangen, wird von zeugen ebenso der Vertrag unterschrieben. Nun werden von Gästen die sieben Segenssprüche über einen zweiten Becher Wein vorgetragen. Dies symbolisiert den Zusammenhalt und die Gestaltung der Zukunft. Ist der Becher leer, so wird der Becher vom Bräutigam zertreten. Das Zertreten des Bechers soll an die Zerstörung des Tempels in Jerusalem erinnern. Daraufhin wünscht jeder Hochzeitsgast dem Paar viel Glück (Mazeltov). Nach der Zeremonie wird das Paar für eine kurze Zeit für sich in einem Nebenraum alleine gelassen. Das ist ein Zeichen für die eheliche Vereinigung. Tritt das Brautpaar aus dem Raum heraus, so wird gefeiert. „Die Ehe ist kein Sakrament, gilt jedoch als etwas Geheiligtes“.22

4. GRUPPENERGEBNISSE: UNTERSCHIEDE UND GEMEINSAMKEITEN DER HOCHZEITEN IN VERSCHIEDENEN KULTUREN.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung: Gruppenarbeitsergebnisse Hochzeit (Unterschiede und Gemeinsamkeiten)

Die Arbeitsgruppe hatte fünf Minuten Zeit um sich mit den Nachbarn auszutauschen. Dabei sollten Unterschiede und Gemeinsamkeiten der verschiedenen Hochzeitsabläufe erkannt werden. Die Ansicht der Gruppenergebnisse ist in tabellarischer Form zu Beginn dieses Kapitels zu sehen. Aufgefallen ist der Gruppe, dass nicht jede Religion denselben Gott vertritt. Im Hinduismus gibt es zum Beispiel mehrere Götter die herbeigerufen werden, hingegen das Christentum die Ehe vor dem biblischen Gott besiegelt und an den Erlöser Jesus glaubt. Im Buddhismus wird zu Buddha gebetet, hingegen das Judentum an den „Gott“ glaubt. Ebenso das Symbol der Ringe als Verbindlichkeit ist nicht in jeder Religion zu sehen. So wird im Hinduismus und im Buddhismus die Ehe mit einer Blumengirlande gefestigt. Im Hinduismus bekommt die Ehefrau einen roten Punkt auf die Stirn gemalt. Im Judentum und Christentum ist der Ehering ein Symbol für die eheliche Verbindung. Die Hochzeitsbekleidung ist in jeder Religion ebenso unterschiedlich. Im Christentum trägt die Braut traditionell ein weißes Kleid. Der Bräutigam trägt einen Anzug. Im Buddhismus wird als Frau ein Schut tai. Der Bräutigam darf sein Kleidungsstück frei wählen. Im Hinduismus trägt die Frau ein Sari und der Mann ein Shawl. Im Judentum kleiden sich das Paar beide in Weiß. Die Frau in Form eines Kleides und der Mann in Form eines Anzugs. Ebenfalls die Segnung ist unterschiedlich hingegen im Buddhismus das Brautpaar mit Weihwasser gesegnet wird, so wird im Christentum das Abendmahl vollzogen in dem ein Stück Brot und ein Schluck Wein getrunken wird. Im katholischen Christentum wird mit geweihtem Wasser ebenfalls gesegnet. Das Trinken und Essen von Wein und Brot, verkörpert den Leib und das Blut Christi. Im Judentum wird ebenso gesegneter Wein getrunken. Dennoch wird auch im Hinduismus mit heiligem Wasser aus dem Fluss Ganges gesegnet. Ebenso wirkt der Geist Gottes in unterschiedlichen Methoden und Durchführungen. Im Christentum wirkt der Geist Gottes durch das Abendmahl hingegen im Hinduismus mehrere Götter vom Priester angerufen werden und durch das Feuer zum Beispiel symbolisiert werden. Im Christentum und Judentum wirkt jeweils der Gott durch den Wein und im Christentum noch hinzufügend durch das Brot. Im Buddhismus wirkt Buddha als Gott durch die Wassersegnung. Die Länge und der Ablauf der unterschiedlichen Hochzeiten sind verschieden. Im Judentum sieht sich das Brautpaar vor der Zeremonie eine Woche lang nicht. Dies dient zur Vorbereitung der Ehe und für das glückliche Wiedersehen. Im Hinduismus wird die Braut einen Tag vor der Trauung von ihren weiblichen Verwandten und Freunden mit einem Hennaabend zelebriert. Erst einige Tage nach der Trauung darf die Braut festlich im Haus des Mannes aufgenommen werden. Im Buddhismus und Christentum findet die Eheschließung in Dauer von einem Tag statt. Eine Gemeinsamkeit der verschiedenen Religionen erkennt man darin, dass die Braut immer zum Bräutigam geführt wird. Auch die Standesamtliche Absicherung ist Voraussetzung um eine religiöse Trauung in den einzelnen Religionen durchführen zu können. Fakt ist, dass jedes Paar deren Liebe zueinander von einer Gottheit befestigt und gesegnet haben möchten. Die Liebe ist unausweichlich und voller Freude und Hingabe zueinander.

[...]


1 Volk, Das Sakrament der Ehe, S. 12.

2 Vgl. Volk, Das Sakrament, S. 15.

3 Ebd.

4 Vgl. Volk, Das Sakrament, S. 25.

5 Ebd.

6 Vgl. Volk, Das Sakrament, S. 28-29.

7 Vgl. Volk, Das Sakrament, S. 46.

8 Vgl. Volk, Das Sakrament, S. 49.

9 Emeis, Die Ehe christlich leben. Anregungen, S. 31.

10 Tworuschka, Religion der Gegenwart, S. 177.

11 Vgl. Tworuschka, Religion, S. 178.

12 Ehe.de, Deutschlands großes Portal für Ehe und Partnerschaft. Die Ehe im Hinduismus.

13 Ebd.

14 Vgl. Tworuschka, Religion, S. 216.

15 Vgl. Tworuschka, Religion, S. 217.

16 Lash, Die jüdische Hochzeit. Ein Sinnbild für die Gemeinde JESU - Die Messias kehrt zu Seiner Braut zurück, S. 52.

17 Vgl. Lash, Die jüdische Hochzeit, S. 53.

18 Vgl. Lash, Die jüdische Hochzeit, S. 54.

19 Vgl. Lash, Die jüdische Hochzeit, S. 30-31.

20 Vgl. Tworuschka, Religion, S. 33.

21 Ebd.

22 Vgl. Tworuschka, Religion, S. 32.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Das Sakrament Ehe. Wie wird es in verschiedenen Religionen verstanden, ausgeführt und an die nächste Generation weitergegeben?
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Veranstaltung
Sakramente und Heilserfahrungen
Note
13
Autor
Jahr
2018
Seiten
26
Katalognummer
V506362
ISBN (eBook)
9783346066862
ISBN (Buch)
9783346066879
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ehe, Sakrament, Religionsunterricht, Liebe, religiöse Ehen
Arbeit zitieren
Larissa Altkemper (Autor), 2018, Das Sakrament Ehe. Wie wird es in verschiedenen Religionen verstanden, ausgeführt und an die nächste Generation weitergegeben?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506362

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