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Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung in der Sozialen Arbeit fördern

Title: Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung in der Sozialen Arbeit fördern

Term Paper , 2016 , 13 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christin Burchardt (Author)

Social Work
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In der Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung muss die Profession der Sozialpädagogik viel Fingerspitzengefühl beweisen. Die kognitiven Schwierigkeiten der Betroffenen, welche die Teilhabe in der Gesellschaft und die alltäglichen Lebensverrichtungen erschweren, sollen von Fall zu Fall individuell bewertet werden. Sozialpädagogen und Sozialpädagoginnen haben täglich Entscheidungen zu treffen und Hilfen bereit zu stellen um die hilfebedürftigen Personen bei ihren Problemen zu unterstützen.
Gerade in dem Bereich des Entscheidens besteht bei den Professionen eine Diskussion über die Ermöglichung der Selbstbestimmung und Partizipation auch von Menschen mit geistiger Behinderung. Die Wichtigkeit und Aktualität dieses Themas wird auch durch den mittlerweile rechtlichen Anspruch auf ein persönliches Budget deutlich, welches dazu dienen soll die gesellschaftliche Teilhabe und Selbstbestimmung zu fördern beziehungsweise zu ermöglichen. Auch aktuelle Wohn- und Arbeitsformen für Menschen mit Behinderung verfolgen stets das Ziel der größtmöglichen Selbstständigkeit und das Gerecht werden der Individualität.
Aufgrund der Wichtigkeit dieses Themas, gerade auch für den Bereich der Sozialen Arbeit, beschäftigt sich der folgende Text mit der Frage, wie Sozialpädagogen und Sozialpädagoginnen speziell in dem Umgang von mit Menschen mit geistiger Behinderung deren Selbstbestimmung gewährleisten und fördern können. Dafür ist es notwendig sich im ersten Punkt damit auseinander zu setzen, wo die Diskussion über Selbstbestimmung seinen Ursprung hat und was der Begriff bedeutet, sowie beinhaltet. Im darauf folgenden Abschnitt werden drei Handlungskonzepte der Sozialen Arbeit betrachtet, welche auf die Erreichung von Selbstbestimmung abzielen. Als drittes wird das Thema des gleichwertigen Umgangs von Personen mit geistiger Behinderung behandelt und bestehende Abhängigkeiten zwischen den Helfenden und den Betroffenen, sowie daraus mögliche entstehende Folgen, beschrieben. Als letzten Punkt setzt sich der Text mit Kommunikationsweisen auseinander, die Sozialpädagogen und Sozialpädagoginnen beherrschen sollten, um Selbstbestimmung zu fördern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Selbstbestimmung

2 Konzepte der Sozialen Arbeit

2.1 Das Assistenzkonzept

2.2 Das Kundenmodell

2.3 Empowerment

3 Gleichwertiger Umgang und Abhängigkeiten zwischen Sozialpädagogen/innen und den Menschen mit geistiger Behinderung

3.1 Gleichwertiger Umgang

3.2 Abhängigkeiten und mögliche Folgen

4 Selbstbestimmung fördernde Kommunikationsweisen

Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen in der professionellen Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung deren Selbstbestimmung effektiv fördern und gewährleisten können. Dabei wird der Fokus auf das Spannungsfeld zwischen helfender Unterstützung und der notwendigen Autonomie der Klienten gelegt.

  • Historische und theoretische Grundlagen der Selbstbestimmung bei Menschen mit Behinderung
  • Analyse und kritische Betrachtung handlungsleitender Konzepte wie Assistenz, Kundenmodell und Empowerment
  • Reflexion über Machtasymmetrien, Abhängigkeitsverhältnisse und die Bedeutung eines gleichwertigen Umgangs
  • Erarbeitung förderlicher Kommunikationsstrategien zur Stärkung der Eigeninitiative

Auszug aus dem Buch

2.2 Das Kundenmodell

Das Kundenmodell verfolgt das Ziel die helfende Beziehung von der einseitigen Abhängigkeit befreien. Der Mensch mit Behinderung erhält die Möglichkeit eine Kundenrolle einzunehmen. Einerseits drückt dies die Emanzipation des Hilfeempfängers aus, andererseits macht es den Menschen mit Behinderung zum Käufer sozialer Dienstleistungen. Er/Sie kommt so in die Lage des/der kritischen Konsumenten/in, der/die sich auf dem Markt zurechtfinden muss und über die Inanspruchnahme und Ausgestaltung der Hilfen bestimmt, weil er/sie dafür bezahlt. Die vertragliche Grundlage der Arbeit bewirkt eine Änderung der Machtverhältnisse zugunsten des/der Nutzers/in.

Mit diesem Modell sind allerdings Schwierigkeiten verbunden. Für ein souveränes Kundenverhalten sind intellektuelle und psychische Fähigkeiten nötig. Auch könnte während der Arbeit mit Menschen mit Behinderung Probleme durch die Verschiebung persönlicher Beziehungen auf eine sachliche Ebene von Warenaustausch entstehen. Zusätzlich entscheidet der jeweilige Kostenträger für sozialstaatliche Dienstleistungen über deren Inhalt und Umfang für den/die Hilfebedürftige/n. In der Behindertenhilfe besteht bezüglich der rechtlichen Situation ein Dreiecksverhältnis zwischen den Einrichtung und Diensten, den Menschen mit Behinderung, sowie dem Kostenträger. Der Kostenträger ist Kunde der Dienstleistungsorganisation und der Gebrauch der bezahlten Leistung erfolgt durch den Menschen mit Behinderung. Er/Sie nutzt daher die ihm/ihr rechtlich gewährte und für ihn hergestellte Dienstleistung. Die Bezeichnung des Kunden mit dem Status des Bestimmens und Bezahlens ist irreführend, solange das Dreieckverhältnis so existiert.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es wird die Relevanz der Selbstbestimmungsdiskussion in der Behindertenhilfe aufgezeigt und das Ziel der Arbeit, pädagogische Möglichkeiten zur Förderung dieser Selbstbestimmung zu untersuchen, formuliert.

1 Selbstbestimmung: Dieses Kapitel beleuchtet den Ursprung der Selbstbestimmungsbewegung, die theoretische Definition des Begriffs und die Abgrenzung zur reinen Selbstständigkeit.

2 Konzepte der Sozialen Arbeit: Es werden drei spezifische Handlungskonzepte (Assistenzkonzept, Kundenmodell, Empowerment) vorgestellt, die darauf abzielen, die Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung zu strukturieren.

3 Gleichwertiger Umgang und Abhängigkeiten zwischen Sozialpädagogen/innen und den Menschen mit geistiger Behinderung: Dieser Abschnitt thematisiert die notwendige professionelle Distanz, die Vermeidung von Bevormundung und die Balance zwischen notwendiger Unterstützung und dem Zulassen von Eigenverantwortung.

4 Selbstbestimmung fördernde Kommunikationsweisen: Es wird erörtert, wie eine offene, empathische und sprachlich angepasste Kommunikation (insb. durch Ich-Botschaften) als Werkzeug der Empowerment-Förderung fungiert.

Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Notwendigkeit zusammen, Menschen mit geistiger Behinderung als Subjekte ihrer Entwicklung zu begreifen und Machtasymmetrien durch Reflexion und angepasste Kommunikation zu minimieren.

Schlüsselwörter

Selbstbestimmung, Soziale Arbeit, Menschen mit geistiger Behinderung, Empowerment, Assistenzkonzept, Kundenmodell, Machtasymmetrien, Kommunikation, Ich-Botschaften, Selbstverantwortung, Teilhabe, professionelle Distanz, Behindertenhilfe, Begleitung, Autonomie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den professionellen Anforderungen an Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, um Menschen mit geistiger Behinderung ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Konzepten der Behindertenhilfe, der Reflexion von Abhängigkeitsverhältnissen in Betreuungsbeziehungen und der Bedeutung einer förderlichen Kommunikation.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie Fachkräfte durch gezielte Handlungskonzepte und kommunikative Kompetenzen die Selbstbestimmung ihrer Klienten fördern und Machtmissbrauch vermeiden können.

Welche wissenschaftlichen Konzepte werden verwendet?

Analysiert werden das Assistenzkonzept, das Kundenmodell sowie der Empowerment-Ansatz als handlungsleitende Rahmen für die Praxis.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung von Selbstbestimmung, die Analyse von Hilfekonzepten, die Reflexion über das Machtverhältnis zwischen Helfer und Klient sowie die Darstellung spezifischer Kommunikationsstrategien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Selbstbestimmung, Empowerment, Teilhabe, Machtasymmetrie und professionelle Kommunikation in der Behindertenhilfe.

Warum ist das Kundenmodell für Menschen mit geistiger Behinderung problematisch?

Das Modell setzt für ein souveränes Kundenverhalten bestimmte kognitive und psychische Kompetenzen voraus und birgt zudem die Gefahr, eine eigentlich pädagogische Beziehungsarbeit auf eine rein sachliche Ebene des Warenaustauschs zu reduzieren.

Was verstehen die Autorin und die zitierten Quellen unter dem Begriff der "Overprotection"?

Es handelt sich um eine Form der Überversorgung bis hin zur Bevormundung, bei der dem Menschen mit Behinderung aufgrund mangelnden Vertrauens in seine Kompetenzen Möglichkeiten vorenthalten werden, Aufgaben selbst zu erlernen.

Welche Rolle spielen Ich-Botschaften in der professionellen Kommunikation?

Ich-Botschaften ermöglichen es den Fachkräften, ihre eigenen Bedürfnisse und Wahrnehmungen klar zu äußern, ohne den Klienten zu verurteilen oder zu blockieren, wodurch der Dialog auf Augenhöhe gefördert wird.

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Details

Title
Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung in der Sozialen Arbeit fördern
College
University of Applied Sciences Neubrandenburg
Grade
1,3
Author
Christin Burchardt (Author)
Publication Year
2016
Pages
13
Catalog Number
V507590
ISBN (eBook)
9783346057440
ISBN (Book)
9783346057457
Language
German
Tags
Behinderung Empowerment Soziale Arbeit Selbstbestimmung Kundenmodell Assistenzkonzept gleichwertig Umgang Kommunikation fördern Abhängigkeiten Folgen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christin Burchardt (Author), 2016, Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung in der Sozialen Arbeit fördern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/507590
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