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Adenauers Motivation für den deutsch-französischen Vertrag von 1963

Title: Adenauers Motivation für den deutsch-französischen Vertrag von 1963

Term Paper , 2006 , 13 Pages , Grade: Sehr gut (1.0)

Autor:in: Michael Hensch (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Die vorliegende Hausarbeit gleicht inhaltlich einer Quelleninterpretation. Mittels einer prägnanten Analyse wird zuerst das Wesen des Vertrages erschlossen. Aus der Analyse des wenig aussagekräftigen Vertragstextes ergibt sich die Frage nach der Motivation der beiden Staatsmänner für einen Vertragsabschluss. Welche innen- und zuvorderst außenpolitische Ziele verfolgte namentlich Konrad Adenauer mit der Unterzeichnung des deutsch-französischen Vertrags? Damit einher gehen die Fragen nach den Konzeptionen der beiden außenpolitischen Akteure und ihrer Kompatibilität, deren Beantwortung einen großen Teil der Arbeit einnehmen werden. Ferner von Bedeutung ist Adenauers machtpolitische Stellung innerhalb des diplomatischen Gefüges der Bundesrepublik sowie das sich verändernde Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Bundesrepublik Deutschland. Ein breites Angebot an aktueller Forschungsliteratur erleichterte die Beantwortung der genannten Fragen wesentlich.

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Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Hauptteil

2.1. Ein inhaltlich wertloser Vertrag?

2.2. Europapolitische Grundpositionen

2.3. Verteidigungspolitische Grundpositionen

2.4. Synthese

3. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die außenpolitische Motivation Konrad Adenauers zur Unterzeichnung des deutsch-französischen Vertrags von 1963, wobei insbesondere die Divergenzen zwischen den nationalen Konzeptionen von Adenauer und Charles de Gaulle sowie der Einfluss der USA auf die Bundesrepublik analysiert werden.

  • Analyse des deutsch-französischen Vertrags als Instrument der Annäherung
  • Gegenüberstellung europapolitischer Grundpositionen beider Staatsmänner
  • Untersuchung der verteidigungspolitischen Spannungsfelder (NATO, Atomstreitmacht)
  • Bedeutung der machtpolitischen Abhängigkeit der Bundesrepublik
  • Die Rolle der deutsch-amerikanischen Beziehungen im Kontext der Berlinkrise

Auszug aus dem Buch

2.1 Ein inhaltlich wertloser Vertrag?

Die ersten dreizehn Jahre der am 23. Mai 1949 gegründeten Bundesrepublik Deutschland lassen sich in zwei Phasen einteilen: Die Zeit vor Mai 1955, in der die junge Republik unter der Kontrolle der mit dem Besatzungsstatut am 10. April 1949 ins Leben gerufenen Alliierten Hohen Kommission stand, und die Zeit nach dem 05. Mai 1955, dem Tag an dem die Bundesrepublik mit Inkrafttreten des bereits 1952 unterzeichneten Generalvertrags ihre volle staatsrechtliche Souveränität erlangen konnte. Man verfügte über das Recht, den außenpolitischen Spielraum relativ frei zu gestalten, das zuerst Heinrich von Brentano und nach ihm Gerhard Schröder wahrnahmen, indem sie sich auf die Westintegration, vorrangig auf den Ausbau der Beziehungen zu den Vereinigten Staaten und auf die Einigung Westeuropas, für die ein gutes Verhältnis zu Frankreich bedeutend war, fokussierten.

Am 22. Januar 1963 unterzeichneten der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer und sein französisches Pendant Charles de Gaulle den deutsch-französischen Vertrag. Dieser war in eine Gemeinsame Erklärung und den anschließenden Vertragstext, der sich seinerseits wieder in Organisation, Programm und Schlussbestimmungen gliederte, unterteilt. Die Gemeinsame Erklärung nannte „die Versöhnung zwischen dem deutschen und dem französischen Volk“ als bereits erreichtes und das politisch „vereinigte Europa“ als noch zu erreichendes Ziel. Der Versuch die EWG-Staaten politisch zu einigen, war zuvor an der strittigen Frage nach dem Beitritt Großbritanniens gescheitert. Die eben zitierten Erklärungen zeigen genauso wie die Autobiographie Adenauers, dass die Vertragsunterzeichnung als direkte Antwort auf das Scheitern der Verhandlungen zu sehen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Der Autor erläutert den Charakter der Arbeit als Quelleninterpretation und definiert die zentralen Fragestellungen hinsichtlich Adenauers Motivation und der deutsch-französischen Konzeptionen.

2. Hauptteil: Dieser Abschnitt analysiert den Vertragstext, stellt die gegensätzlichen europapolitischen und verteidigungspolitischen Visionen von Adenauer und de Gaulle gegenüber und untersucht die Rolle der USA.

2.1. Ein inhaltlich wertloser Vertrag?: Das Kapitel kontextualisiert die Entstehung des Vertrags nach 1949 und 1955 und diskutiert die kritische Forschungssicht auf den "blassen" Inhalt des Vertragstextes.

2.2. Europapolitische Grundpositionen: Hier werden die konträren Vorstellungen einer europäischen Union – supranational bei Adenauer versus koalierend bei de Gaulle – gegenübergestellt.

2.3. Verteidigungspolitische Grundpositionen: Die Analyse konzentriert sich auf die französische Autarkiebestrebung sowie Adenauers Sorgen bezüglich der amerikanischen Sicherheitsgarantien.

2.4. Synthese: Das Kapitel führt die Untersuchung zur Machtstruktur der Bundesrepublik zusammen und begründet Adenauers "diplomatische Tricks" mit dem Druck durch die USA und das gestörte Verhältnis zu Washington.

3. Zusammenfassung: Der Autor resümiert, dass das Ziel einer politischen Annäherung durch die Intervention der USA scheiterte, sich jedoch eine enge deutsch-französische Freundschaft entwickelte.

Schlüsselwörter

Konrad Adenauer, Charles de Gaulle, deutsch-französischer Vertrag 1963, Westintegration, Europapolitik, Verteidigungspolitik, Souveränität, NATO, force de frappe, USA, Berlinkrise, Außenpolitik, Bundesrepublik Deutschland, Konsultationen, Bündnistreue.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Hausarbeit untersucht die Motivation Konrad Adenauers, den deutsch-französischen Vertrag von 1963 zu unterzeichnen, unter Berücksichtigung der politischen Rahmenbedingungen der Ära.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die deutsch-französischen Beziehungen, die europäische Integration sowie die sicherheitspolitischen Abhängigkeiten der jungen Bundesrepublik gegenüber den Vereinigten Staaten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, warum Adenauer den Vertrag gegen innenpolitische Widerstände und trotz divergierender Interessen mit Frankreich vorantrieb, obwohl der Vertragstext inhaltlich als eher schwach eingeschätzt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Die Arbeit folgt dem Ansatz einer Quelleninterpretation und stützt sich auf eine Analyse des Vertragstextes sowie einschlägige geschichtswissenschaftliche Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Einordnung des Vertrags, die Analyse der unterschiedlichen europäischen und verteidigungspolitischen Konzepte und eine abschließende Synthese zur machtpolitischen Lage der BRD.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Westintegration, Supranationalität, Souveränität, die französische "force de frappe" und das Spannungsfeld zwischen Bonn, Paris und Washington.

Warum wird der Vertrag von manchen Forschern als "inhaltlich wertlos" bezeichnet?

Diese Sichtweise speist sich aus der Kritik, dass der Vertrag bis auf den Konsultationskalender nur wenige handfeste Vereinbarungen enthielt und viele Lippenbekenntnisse zur deutsch-französischen Versöhnung enthielt.

Welche Rolle spielten die USA für das Scheitern einer tieferen politischen Annäherung?

Auf Drängen der USA musste die Bundesrepublik dem Vertrag eine Präambel hinzufügen, welche die Bündnistreue zum Atlantikpakt betonte, was de Gaulle als Entleerung des Vertrages wertete und die geplante eigenständige französisch-deutsche Achse schwächte.

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Details

Title
Adenauers Motivation für den deutsch-französischen Vertrag von 1963
College
Technical University of Berlin  (Institut für Geschichte und Kunstgeschichte)
Course
Deutsche Außenpolitik 1945-2005
Grade
Sehr gut (1.0)
Author
Michael Hensch (Author)
Publication Year
2006
Pages
13
Catalog Number
V50835
ISBN (eBook)
9783638469609
Language
German
Tags
Adenauers Motivation Vertrag Deutsche Außenpolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Hensch (Author), 2006, Adenauers Motivation für den deutsch-französischen Vertrag von 1963, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50835
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