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Rechtsgeschäftlicher Schutz durch neue Formvorschriften

Title: Rechtsgeschäftlicher Schutz durch neue Formvorschriften

Term Paper , 2005 , 26 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Michael Wohlatz (Author)

Business economics - Law
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Der elektronische Rechtsverkehr ist seit Jahren in der alltäglichen Praxis weit verbreitet. Bedeutung und Anerkennung sind im letzten Jahrzehnt stetig gestiegen. Moderne Kommunikationsmittel ermöglichen es, Erklärungen und Informationen binnen weniger Sekunden über weite Distanzen zu transferieren. Unter diesen Bedingungen behindert die Schriftform zunehmend ein zügiges Handeln und den rationellen Einsatz moderner Techniken.
Der Gesetzgeber erkannte diese Problematik früh und schuf durch eine Vielzahl von Gesetzesänderungen diverse Ausnahmen von der Schriftform (z. B. § 8 MHG). Diese haben jedoch immer stärker zu einer groben Zersplitterung der Formvorschriften geführt. Aus Gründen der Übersicht und der Rechtsklarheit wurde es erforderlich, zentrale Regelungen zu finden.
Mit dem Gesetz zur Anpassung der Formvorschriften des Privatrechts und anderer Vorschriften an den modernen Rechtsverkehr, das am 19.7.2001 in Kraft trat, beabsichtigt der Gesetzgeber, diesen Schwächen entgegenzuwirken, ohne dabei den Blick auf die besondere Schutzbedürftigkeit des Verbrauchers zu verlieren. Erfordernissen des modernen Geschäftsverkehrs wurden Rechnung getragen.
Das Gesetz definiert zusätzlich zu den §§ 125 ff BGB bereits geregelten Arten von Formvorschriften neu eine elektronische Form gemäß § 126a BGB, die als Substitut für die eigenhändige Unterschrift die elektronische Signierung des Dokuments erfordert, sowie eine Textform i. S. d. § 126b BGB für Fälle, in denen die Handunterschrift entbehrlich ist.
Gut vier Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes und umstrittenen Diskussionen innerhalb des Gesetzgebungsverfahrens erweisen sich die „neuen“ Formvorschriften weiterhin als umstritten. In diesem Zusammenhang wird in der öffentlichen Diskussion immer wieder auf die Frage des Verbraucherschutzers abgestellt. Kritisch betrachtet wird vor allem die fragwürdige Reichweite der neuen Formvorschriften.
Die vorliegende Arbeit hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, die neuen Formvorschrift explizit darzustellen und dabei speziell unter dem Gesichtspunkt des Verbraucherschutzes zu würdigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die neuen Formvorschriften des BGB - Darstellung

2.1 Zweck der Einführung

2.2 Elektronische Form

2.2.1 Gesetzliche Regelung und Anwendungsbereich

2.2.2 Voraussetzungen

2.2.3 Rechtsfolgen und Beweisfragen

2.3 Textform

2.3.1 Gesetzliche Regelung und Anwendungsbereich

2.3.2 Voraussetzungen

2.3.3 Rechtsfolgen und Beweisfragen

3 Die neuen Formvorschriften des BGB – Analyse (Zweck, Schutz und Grenzen)

3.1 Zwecke und Funktionen

3.1.1 Elektronische Form – Funktionsäquivalenz?

3.1.2 Textform

3.2 Verbraucherschutz am Beispiel der Regelungen zu den Haustürgeschäften und Fernabsatzverträgen

3.2.1 Anwendungsbereich und Abgrenzung

3.2.2 Besondere Schutzbedürftigkeit des Verbrauchers

3.2.3 Formerfordernisse beim Widerrufsrecht i. S. d. § 355 BGB

3.2.4 Formerfordernisse bei den Informationspflichten zu den Fernabsatzverträgen

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die rechtsgeschäftlichen Zwecke der „elektronischen Form“ sowie der „Textform“ im Bürgerlichen Gesetzbuch. Ziel ist es, die materielle Funktionsäquivalenz zwischen der elektronischen Form und der traditionellen Schriftform zu prüfen und die Anwendungsbereiche sowie Grenzen der Textform, insbesondere im Kontext des Verbraucherschutzes bei Haustürgeschäften und Fernabsatzverträgen, kritisch zu würdigen.

  • Anpassung der Formvorschriften an den modernen, elektronischen Rechtsverkehr.
  • Analyse der Funktionsäquivalenz zwischen elektronischer Form und Schriftform.
  • Bewertung der Textform als Instrument des Verbraucherschutzes.
  • Untersuchung von Formerfordernissen bei Widerrufsrechten und Informationspflichten.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Beweislast und Rechtssicherheit.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Elektronische Form – Funktionsäquivalenz?

Mit der Möglichkeit, die Schriftform nach Maßgabe des § 126 III BGB durch die elektronische Form zu ersetzen, geht der Gesetzgeber davon aus, dass die elektronische Form der Schriftform funktional gleichwertig sei. Als Funktionen der Schriftform werden im Allgemeinen folgende genannt: die Abschluss-, die Perpetuierungs-, die Identitäts-, die Echtheits-, die Verifikations-, die Beweis- sowie die Warnfunktion.

Während bei einigen Funktionen vollkommen zutreffend eine Gleichwertigkeit von Schriftform und elektronischer Form einhellig bejaht wird, sind bei anderen die Meinungen geteilt. Sowohl die Abschlussfunktion als auch die Echtheitsfunktion werden durch die elektronische Form ohne weiteres erfüllt. Bei der Perpetuierungsfunktion sind gegenüber der Schriftform sogar Vorteile auszumachen. Durch die Voraussetzung der „qualifizierten elektronischen Signatur“ wird den Anforderungen hinsichtlich der Verifikationsfunktion genüge geleistet. Der Adressat kann in einfacher Weise überprüfen, ob die Signatur mit dem privaten Signaturschlüssel des Schlüsselinhabers erstellt und ob der signierende Text nachträglich verändert wurde.

Hinsichtlich der verbleibenden drei Funktionen (1) Identitäts-, (2) Beweis- und (3) Warnfunktion gibt es verschiedene Auffassungen in der Literatur, die es darzustellen und zu bewerten gilt. Dabei ist es erforderlich, zunächst dem Wortlaut der Gesetzesbegründung entsprechend Rechnung zu tragen, um anschließend die Erfüllung der einzelnen Funktionen hinterfragen zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Notwendigkeit der Anpassung traditioneller Schriftformvorschriften an den modernen elektronischen Rechtsverkehr und definiert das Ziel der Untersuchung.

2 Die neuen Formvorschriften des BGB - Darstellung: Dieses Kapitel stellt die rechtlichen Rahmenbedingungen der neu eingeführten elektronischen Form sowie der Textform im BGB detailliert dar.

3 Die neuen Formvorschriften des BGB – Analyse (Zweck, Schutz und Grenzen): In diesem Kapitel erfolgt eine tiefgreifende Analyse der Funktionsäquivalenz der neuen Formen im Vergleich zur Schriftform sowie deren Eignung zum Verbraucherschutz anhand konkreter Beispiele.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Einführung der neuen Formerfordernisse als gelungenen Beitrag zur Modernisierung des Zivilrechts bei gleichzeitigem Schutzbedarf des Verbrauchers.

Schlüsselwörter

Formvorschriften, BGB, Elektronische Form, Textform, Funktionsäquivalenz, Verbraucherschutz, Haustürgeschäfte, Fernabsatzverträge, Widerrufsrecht, Informationspflichten, Schriftform, Rechtsklarheit, Beweiswirkung, Signaturgesetz, Schuldrechtsmodernisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die rechtliche Analyse der nach der Schuldrechtsmodernisierung eingeführten neuen Formvorschriften im BGB, namentlich der elektronischen Form und der Textform.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Angleichung des Privatrechts an den modernen E-Commerce, die Funktionsäquivalenz zur traditionellen Schriftform sowie der Schutz des Verbrauchers in speziellen Vertragssituationen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, inwieweit die elektronische Form und die Textform die klassischen Funktionen der Schriftform erfüllen und ob sie für den Verbraucherschutz im elektronischen Rechtsverkehr ausreichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine rechtsdogmatische Analyse, indem sie die gesetzlichen Neuregelungen den herrschenden Funktionen der Schriftform gegenüberstellt und die Literaturmeinungen kritisch auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der Gesetzeslage und eine Analyse von Zweck, Schutzfunktion und Grenzen dieser Regelungen, insbesondere anhand von Widerrufsbelehrungen und Informationspflichten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie elektronische Form, Textform, Funktionsäquivalenz, Verbraucherschutz und Formerfordernisse definiert.

Warum wird die Textform gerade bei Haustürgeschäften und Fernabsatzverträgen analysiert?

Diese Verträge dienen als Paradebeispiele, da hier die Schutzbedürftigkeit des Verbrauchers aufgrund der "Haustürsituation" oder der räumlichen Distanz bei Fernabsatz besonders ausgeprägt ist.

Wie bewertet der Autor die "qualifizierte elektronische Signatur"?

Der Autor sieht in ihr ein technisches Mittel, das die Verifikationsfunktion erfüllt, mahnt aber an, dass die Beweiswirkung in der Rechtspraxis trotz der gesetzlichen Vermutung umstritten bleibt.

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Details

Title
Rechtsgeschäftlicher Schutz durch neue Formvorschriften
College
University of Hannover  (Institut für Wirtschaftsrecht)
Course
Ausgewählte Probleme des Privaten Verbraucherrechts
Grade
1,3
Author
Michael Wohlatz (Author)
Publication Year
2005
Pages
26
Catalog Number
V50851
ISBN (eBook)
9783638469753
ISBN (Book)
9783638692984
Language
German
Tags
Rechtsgeschäftlicher Schutz Formvorschriften Ausgewählte Probleme Privaten Verbraucherrechts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Wohlatz (Author), 2005, Rechtsgeschäftlicher Schutz durch neue Formvorschriften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50851
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