Reformbewegungen. Kulturpessimismus, Avantgarde, Jugend- und Lebensreformbewegung im späten Kaiserreich


Hausarbeit (Hauptseminar), 2018

18 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Gliederung:

1. Aufbruchsstimmung und Kulturkritik

2. Gruppierungen der Lebensreformbewegungen:
2.1. Gesundheit und gesundes Leben
2.2. Schutz von Lebewesen, Natur, gewachsenen Landschaften, historischen Gebäuden, regionalen Baustilen
2.3. Kulturelle, künstlerische und geistige Wende

3. Die Jugendbewegung

4. Schlussbetrachtung

1. Aufbruchsstimmung und Kulturkritik

Den gesellschaftlich-kulturellen Hintergrund für die Entstehung der sogenannten „Lebensreformbewegung“ bildete das facettenreiche sozial-, kultur-und mentalitätsgeschichtliche Klima des sogenannten „Fin de Siécle“1 seit den 1880er Jahren—der entscheidende Startzeitpunkt in die industrielle Gesellschaft der Moderne.. Der technische Fortschritt dieser Zeit, der als bahnbrechend bezeichnet werden kann, ließ ein kräftiges wirtschaftliches Wachstum beginnen, das bis zum 1. Weltkrieg anhielt. Transportmittel sorgten für eine immense Beschleunigung des täglichen Lebens. Die Lebensmittelproduktion stieg dramatisch durch den Einsatz chemischer Düngemittel und die Erfindung der Elektrizität führte zunächst zur Entwicklung der Telegrafie und schließlich zu Licht und Elektromotoren. Deutschland erfuhr einen rasanten Wandel von der Agrar-zur Industriegesellschaft mit all den gesellschaftlichen Veränderungen und Verwerfungen. Es verstärkte sich die „Landflucht“ in die Stadt und schon 1913 arbeiteten fast 38% der Bevölkerung in der Industrie. Durch diese Wanderbewegung lebte schon 1907 fast die Hälfte der Bevölkerung nicht mehr an ihrem Geburtsort. Die positiven Aspekte dieser Entwicklung schlugen sich im stark gestiegenen Lebensstandard und in der Entwicklung des medizinischen Fortschritts wieder. Früher unheilbare Krankheiten konnten nun bekämpft werden, die Operationstechnik revolutionierte sich und die Möglichkeit der individuellen Lebensgestaltung eröffnete sich für weite Kreise der Bevölkerung. Glaube an die Segnungen der Technik und ein ausgeprägter Fortschrittsoptimismus prägten das Stimmungsbild. Diese Entwicklungen hatten allerdings nicht nur positive Konsequenzen für das Leben der Menschen. Die fortschreitende Erfassung der Natur mit Hilfe moderner naturwissenschaftlicher Methoden ließ so manchem diese nun als nüchtern und kalt erscheinen. Der Anstieg der Mobilität und die vielfältigen Möglichkeiten der einsetzenden modernen Kommunikation führten zu einem beschleunigten historischen Wandel und zur Auflösung und Relativierung traditioneller Weltbilder, Sichtweisen und Überzeugungen. Dies alles führte bei vielen Zeitgenossen zur Verunsicherung, da die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die den Menschen nun umgaben als fremdgelenkt und nicht mehr beeinflussbar erschienen. Zudem formierte sich mit der lohnabhängigen Arbeiterschaft eine neue soziale Klasse, die über ihre politischen Vertretungen ihren Anteil an der gesellschaftlichen Entwicklung einforderte und auf die Verbesserung, der teilweise katastrophalen Lebensumstände massiv hinwies. Es breitete sich zur Jahrhundertwende eine immer stärker werdende Krisenstimmung aus. Diese veränderte Stimmungslage erreichte vor allem die intellektuelle Elite des Bildungsbürgertums, das durch seinen gefühlten und tatsächlichen Bedeutungsverlust aufgeschreckt wurde.. Aus dieser Krisenstimmung entwickelte sich ein breites Spektrum an „antimodernen“ Gegenbewegungen, deren Wirkung bis weit ins 20. Jahrhundert reichte. Es entstand eine konservativ bis reaktionäre Richtung, welche die Rückkehr zur „guten alten Zeit“ forderte. Auf der anderen Seite gab es Bestrebungen, die bestehende Ordnung auf radikale Weise umzustürzen. Sie forderte einen grundlegenden Neuanfang und gesellschaftliche Utopien. In der Mitte dieses Reformspektrums war die „Lebensreform“ angesiedelt. Die Lebensreform zielte auf der Grundlage der bestehenden gesellschaftlichen und sozial-kulturellen Gegebenheiten auf einen evolutionären Wandlungsprozess hin.2

Vom späten 19. Jahrhundert bis hin ins erste Drittel des 20. Jahrhunderts formierten sich verschiedene Bewegungen, die heute gemeinhin unter dem Begriff „Lebensreform“ veranschlagt werden. Das thematische und ideologische Spektrum reichte von der Ernährungsreform bis zur Naturheilkunde und von der Freikörperkultur bis hin zur Gartenstadtbewegung. Zwar waren die Bewegungen untereinander nur lose verbunden, doch war ihnen der Wille gemein, das Leben teilweise radikal neu zu gestalten. Es war eine ausgesprochen anti-bürgerliche Protestströmung in einer Mischung aus fortschrittlich-revolutionären als auch regressiv-modernitätskritischen Impulsen. Sie brachte sich in Frontstellung zu allen eingeübten Verhaltensweisen tradierter Bürgerlichkeit und entwarf ausgesprochen alternative Daseinsentwürfe. Letztlich war sie ein Aufschrei gegen die ungebremste Industrialisierung des Kaiserreiches mit ihren bekannten Verwerfungen in Gesellschaft und Umwelt. Es war der Versuch und der idealistische Anspruch, den Menschen wieder mit seiner Umwelt zu versöhnen und ihn von einer den Sachen und Dingen entfremdeten Einstellung abzubringen und eine neue, wahrhaftigere Existenz aufzubauen. Statt soldatischem Drill, standen individuelle Ausdrucksmöglichkeiten im Zentrum. Vor allem aber war der Eindruck entstanden, dass der menschliche Körper im Zuge der Modernisierung wachsenden Belastungen ausgesetzt und deshalb besonders gepflegt oder abgehärtet werden müsse. Die Aufbruchsstimmung um 1900 trug z.T. paradoxe Züge, sollte doch der Fortschritt durch einen Rückschritt hinter wesentliche Errungenschaften der Moderne erreicht werden: „Zurück zur Natur“, zurück in eine präindustrielle „gesunde“ Welt.

Es kennzeichnete die Ambivalenz des Reformdiskurses im späten Kaiserreich, das die ihm zuzurechnenden lebensreformerischen Strömungen unverkennbare Bestandteile eines allgemeinen Modernisierungsprozesses waren , die in anderen fortgeschrittenen Staaten des Westens ebenfalls zu zum Tragen kamen. Zugleich verbargen sich in ihm aber auch schon Strömungen und Tendenzen modernitätsverweigernder, irrationaler und antihumaner Kräfte, die nach dem 1. Weltkrieg und im Dritten Reich deutlich zum Ausbruch kommen sollten. Als Stichworte seien hier genannt: Wander-Nudismus und Heimatschutzbewegungen als Metapher für einen „gereinigten, gesünderen Deutschen Volkskörper“. Trotz ihrer antisemitischen und profaschistischen Vereinnahmungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben die Anliegen dieser Bewegung ihre Wirkungsmacht bis heute nicht wirklich verloren.3

2. Gruppierungen der Lebensreformbewegungen:

2.1. Gesundheit und gesundes Leben

Der Begriff der Lebensreform wird nach Krabbe4 erstmals 1890 genannt. Im Grunde ging es um einen Wandel in den bisherigen Lebensweisen im Bereich der Lebensführung. Schlagworte, wie „Rückkehr zur Natur“ und natürliche Lebensweisen hätten damals als Orientierungsmarken gegolten. Der Autor unterscheidet eine eigentliche, spezifische und eine periphere Lebensreformbewegung. Die spezifische sei im Gegensatz zur peripheren Bewegung überzeitlich ausgerichtet. Er geht auf die Siedlungsbewegung, die Gartenstadtbewegung, die Bodenreformbewegung, die Antialkoholbewegung und den Vegetarismus als Kern der Lebensreformbewegung ein. Synonym für die Lebensreform war demnach die natürliche Lebensweise, die Erlösung von physischen und psychischen Krankheiten bringen sollte. Die Naturheilkunde wird zur Massenbewegung im Gegensatz zum Vegetarismus.

Traditionelle Lebensbedingungen wurden erstmals in größerem Umfang in Frage gestellt und lösten sich auf. Gewohnheiten verloren ihre Selbstverständlichkeit und die verwissenschaftliche Medizin verlor ihre lebenswichtige Plausibilität. Verschiedene Formen eines angeblich naturgemäßen Lebensstils, wie Vegetarismus und Reformkost, Verzicht auf Alkohol, Kaffee und Schwarztee, Körperübungen, Kneippkuren, Nacktkultur, Sonnenbaden, Turnen, Gymnastik und bequemere Kleidung gewannen ebenso an Verbreitung, wie alternative Medizin( Homöopathie, Naturheilkunde). All dies sollte dem Einzelnen zu gute kommen und auch die Gesellschaft verändern. Gesunde Menschen seien glücklicher, Vegetarier nicht blutrünstig, sondern friedliebend und eine Akzeptanz des nackten Körpers würde zu einer gesünderen Einstellung zu Körperlichkeit und Sexualität führen.

Als erste Vertreter der Naturheilbewegung gelten Vinzenz Prießnitz und Johann Schroth (Schrotkuren), beides Landwirte und medizinische Laien. Sie setzten bei den nach Ihnen benannten Kuren nur auf natürliche Heilmittel, wie Wasser, Wärme und Luft und wurden bald als „Wunderdoktoren“ bezeichnet. Der bekannteste Naturheiler des 19. Jahrhunderts war Sebastian Kneipp (Kneippkuren mit Wasser) Wesentliches Merkmal der entstehenden Naturheilkunde war die Überzeugung, dass der Körper über Selbstheilungskräfte verfüge, die lediglich angeregt und unterstützt werden müssten. Diese Ansicht ging auf Paracelsus zurück. Im deutschen Sprachraum wurden sogenannte Naturheilanstalten gegründet. Sie organisierten sich ab 1891 im Dachverband der Naturheilvereine.

Eine geradezu exemplarische Stellung als Heilstätte für naturgemäße Lebensweise nahm der 1896 gegründete Jungborn bei Stapelburg im Harz ein. Über das Sanatorium am Fuße des Brockens heißt es in einer Werbeschrift von 1899: „ Der Jungborn soll dem heutigen Kulturmenschen bei voller Freiheit und ohne jeden Zwang die Gelegenheit zum reinen Naturleben bieten, auch eine Art Musterort für reines Naturleben jeder Richtung sein.“

Das vom Gründer Adolf Just5 verkündete „neue Paradies der Gesundheit“ machte Furore. Binnen weniger Jahre avancierte der Jungborn zu einem therapeutischen Großbetrieb, der mit seinem außergewöhnlichem Profil—einer Kombination aus Naturheiltherapie, Gemeinschaftserlebnis und archaischer Lebensweise—Besucher aus aller Welt anzog. Zweifellos gehörte die Anstalt im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts zu den bekanntesten Adressen ihrer Art und sollte als international renommierte Institution des Heils zahlreiche Bewunderer und Nachahmer finden. Just eröffnete auch im sogenannten „ Pawelschen Holz“, einem bei Braunschweig gelegenen Wald, eine „Lichtlufthütte“ und praktizierte hier gemeinsam mit Freunden und Gleichgesinnten „reines Naturleben“. Man ernährte sich von Beeren, Obst und Nüssen und erprobte die Wirksamkeit verschiedener Heilanwendungen. Neben vegetarischer Lebensweise und den bewährten Wasseranwendungen (Kneipp und Kuhne) gehörten vor allem das Barfußlaufen, das Ruhen auf der Erde und Lichtluftbäder zu den regelmäßigen Verrichtungen. Zudem wurden neue heilpraktische Methoden erprobt und in Justs Repertoire integriert. Seine gewonnenen Anschauungen und Erfahrungen legte er 1896 in dem Werk „Kehrt zur Natur zurück“ dar. Hier bezeichnete der Autor den verhängnisvollen Abfall von der Natur als „Sündenfall“. Als Strafe für sein naturwidriges Essen sei der Mensch aus dem Paradies vertrieben worden---mit den Folgen falscher Ernährung, Kleidung, Krankheit, Siechtum, Tod. Wie viele Autoren der frühen Naturheilbewegung stellt auch Just die eigene Heilsgeschichte exemplarisch voran, um die Gültigkeit seiner Darlegungen zu untermauern.

Im Zuge einer relativen Enttabuisierung privater Lebensbereiche wurde zugleich der nackte menschliche Körper in Wort und Bild in bisher unbekannter Weise im öffentlichen Diskurs thematisiert. Allerdings unter der Kontrolle der staatlichen Zensur. 1893 veröffentlichte Heinrich Pudor im Eigenverlag seine Aphorismensammlung „Nackende Menschen, Jauchzen der Zukunft“, eine Kampfschrift für Nacktheit und körperliche Abhärtung als Mittel gegen die vermeintlich drohende Degeneration der Menschheit im Zuge der Industrialisierung. Indes war Nacktheit schon lange Bestandteil naturheilkundlicher Therapien. So entstand die FKK-Bewegung als Teil der Lebensreform-Bewegungen. Als eigentlicher Pionier der Freikörperkultur, außerhalb der hygienisch-medizinischen Kuren, galt jedoch der Maler und Kulturreformer Karl Wilhelm Diefenbach(1851-1913)6. Durch ihn und gegen ihn kam es im Jahr 1888 zum ersten Nudistenprozess der Geschichte.7

Ein weiterer, schon angesprochener Teilbereich der Lebensreform war die Ernährungsreform, die in engem Zusammenhang mit den Ideen der Naturheilkunde stand. Die Reformer sprachen sich gegen die Veränderungen der Lebensgewohnheiten im Bereich der Ernährung aus, die im Zusammenhang mit der Modernisierung der Lebensmittelindustrie standen. Als Beispiel seien genannt: Sinken der Preise für Zucker und Weißmehl, Einführung von Konserven und Fertigprodukten wie Fleischextrakt und Brühwürfeln. Mediziner, die der Schule der Lebensreform anhingen, sahen in der modernen „Zivilisationskost“ die Hauptursache für viele Krankheiten. Sie propagierten den weitgehenden Verzicht auf Fleisch, die Bevorzugung von Rohkost und Vollkornprodukten und die Ablehnung von Genussmitteln, wie Tabak, Kaffee, Alkohol, Zucker und starken Gewürzen.

2.2. Schutz von Lebewesen, Natur, gewachsenen Landschaften, historischen Gebäuden, regionalen Baustilen.

Bedeutenden Anteil an der Lebensreform hat der Natur-und Landschaftsschutz. Die Bewegung entstand aus Sorge vor dem Verlust der Heimat durch Industrialisierung und Urbanisierung. Die drohende Zerstörung bisher unberührter Flächen gab der Bewegung schon 1870 einen Bedeutungsgehalt, der mehr und mehr zunahm. Zum Gedanken der Heimatschutzbewegung gehören auch Denkmalschutz, Ortsbild- und Brauchtumspflege, so dass sie als Konzept einer ganzheitlichen kulturellen Bewegung gelten kann. Die Wurzeln der neu einsetzenden Heimatbewegung sind bei Johann Gottfried Herder8 und Justus Möser zu finden.9 Beide entdeckten im 18. Jahrhundert die Heimat als vertraute Umgebung. Der Kunsthistoriker und Novellist Wilhelm Heinrich Riehl beschreibt im 19. Jahrhundert die „Naturgeschichte des Volkes als Grundlage einer Social-Politik“ und spricht darin von der Zusammengehörigkeit von Mensch, Landschaft und kulturellem Umfeld. Der „Heimatschutz“ unter Ernst Rudorff10 entsteht als Sammlungsbewegung für Naturschutz, Denkmalschutz, Ortsbild- und Brauchtumspflege, mit der Auflage, den heimatlichen Raum als Kulturraum zu bewahren. Die Gedanken von Rudorff sind von Paul Schulze-Naumburg am konsequentesten weiterentwickelt worden und in eine zukunftsorientierte Reformbewegung umgesetzt.11 Das Fach „Heimatkunde“ kam in die Schulen und viele Orts-und Heimatmuseen entstanden.12

Neben der wissenschaftlichen Suche nach Naturgesetzen, die dem Menschen das Wissen zur Kontrolle seiner Umwelt in die Hand geben sollte, bildete sich auch eine gegenteilige Einstellung zur Natur aus: die romantische Naturverherrlichung. Natur erschien hier als schön und lieblich, groß und erhaben, spannungsvoll und harmonisch. Natur konnte unberührte Perfektion sein, aber auch „Spiegel der Seele“, voller Stimmungen, wild und heroisch oder auch friedlich einsam. Dieses Naturgefühl, das „mitfühlt und mitleidet“ mit der Natur und bei ihr selbst ein gleiches Vermögen des Mitempfindens voraussetzt führte zur Idealisierung der Landschaft— fern der Stadt und Industrie, der Wohn-, Arbeits-und Umwelt des Betrachters, der entwickelten modernen und entfremdeten Zivilisation. Die Fahrt ins Grüne und Reisen in die fremde Natur, etwa in die Alpen und Heide, gewannen eine solche Beliebtheit, dass seit der Goethezeit Ansätze einer Tourismusbranche auszumachen sind. In der Literatur des Natur-und Heimatschutzes finden sich viele Hinweise auf die romantische Dichtung und Malerei. Wilhelm Heinrich Riehl13 galt gemeinhin als früher Heimatschützer, da er die Bedeutung von Traditionen und Sitten, Bauern und Handwerkern, der überkommenen Kulturlandschaften und des deutschen Waldes betont hatte. Infolge gründeten sich Vereine, wie der „ Deutsche Verein zum Schutze der Vogelwelt“ 1875, aus dem dann 1899 der „Bund für Vogelschutz“ hervorging, eine unübersehbare Anzahl an Wandervereinen (etwa der Alpen-und Schwarzwaldverein), historische Vereine und Heimatmuseen zur Förderung der Aktivitäten zum Schutz besonderer Orte ( etwa die Burg Drachenfels bei Königswinter) und Bäume oder Landstriche ( etwa Teile der Semter Heide und des Siebengebirges). 1904 entstand der „Bund Deutscher Heimatschutz“, der sämtliche Heimatvereine zusammen fassen wollte und die Anfänge des staatlichen Naturschutzes.14

[...]


1 Das Fin de siècle), auch Dekadentismus genannt, bezeichnet die Zeit von etwa 1890 bis 1914 mit der Konnotation der Dekadenz. Obwohl der Begriff in Frankreich geprägt wurde und sich auf ein spezifisch französisches Lebensgefühl jener Zeit bezieht, wird Fin de siècle auch gesamteuropäisch zur Kennzeichnung der allgemeinen Befindlichkeit vor dem Ersten Weltkrieg verwendet.

2 Internetzugriff vom 7.9.18:www.geschichte-lernen.net

3 Carstensen, Thorsten und Schmid, Marcel: Die Literatur der Lebensreform—Kulturkritik und Aufbruchsstimmung um 1900, Bielefeld 2016, Seite11f. Kroll, Frank-Lothar: Geburt der Moderne, Berlin-Brandenburg 2013, Seite 80ff.

4 Krabbe, Wolfgang: Die Lebensreformbewegung. In: Ausstellungskatalog „Die Lebensreform. Entwürfe zur Neugestaltung von Leben und Kunst um 1900. Darmstadt, Mathildenhöhe,2001,Bd. I, Seite 25ff.

5 Adolf Just (* 8. August 1859 in Lüthorst; † 20. Januar 1936 in Starnberg)[1] war ein deutscher Naturheilkundler und überzeugter Verfechter der „streng fleischlosen Kost“.[2] Er war Gründer der Kuranstalt Jungborn bei Stapelburg im Eckertal des Harzes.

6 Karl Wilhelm Diefenbach (* 21. Februar 1851 in Hadamar; † 15. Dezember 1913 auf Capri) war ein deutscher Maler und Sozialreformer. Diefenbach gilt als „Urvater der Alternativbewegungen“ und einer der bedeutendsten Vorkämpfer der Lebensreform, der Freikörperkultur und der Friedensbewegung. Seine Landkommune Himmelhof in Wien Ober Sankt Veit (1897–1899) war Vorbild für die von seinem Schüler Gusto Gräser gegründete Reformsiedlung Monte Verità bei Ascona, die auch als „Gral der Moderne“ bezeichnet wird. Als Maler ist er ein eigenständiger Vertreter des Symbolismus.

7 Carstensen, Thorsten und Schmid, Marcel: Die Literatur der Lebensreform—Kulturkritik und Aufbruchsstimmung um 1900, Bielefeld 2016, Seiten 29, 66f, 176ff.

8 Johann Gottfried von Herder, geadelt 1802 (Rufname Gottfried,[1] * 25. August 1744 in Mohrungen, Ostpreußen; † 18. Dezember 1803 in Weimar), war ein deutscher Dichter, Übersetzer, Theologe sowie Geschichts- und Kultur-Philosoph der Weimarer Klassik. Er war einer der einflussreichsten Schriftsteller und Denker deutscher Sprache im Zeitalter der Aufklärung und zählt mit Christoph Martin Wieland, Johann Wolfgang Goethe und Friedrich Schiller zum klassischen Viergestirn von Weimar.

9 Justus Möser (* 14. Dezember 1720 in Osnabrück; † 8. Januar 1794 ebenda) war ein deutscher Jurist, Staatsmann, Literat und Historiker.

10 Ernst Friedrich Karl Rudorff (* 18. Januar 1840 in Berlin; † 31. Dezember 1916 in Lichterfelde bei Berlin) war ein deutscher Komponist, Musikpädagoge und Naturschützer.

11 Paul Schultze-Naumburg, eigentlich Paul Eduard Schultze (* 10. Juni 1869 in Almrich bei Naumburg, Provinz Sachsen; †19.Mai 1949 in Jena) war ein deutscher Architekt, Kunsttheoretiker, Maler, Publizist und Politiker (NSDAP).

12 Foitzik Kirchgraber, Renate: Lebensreform und Künstlergruppierungen um 1900, Dissertation an der Universität Basel, Zürich 2003, Seite 32.

13 Wilhelm Heinrich Riehl, ab 1883 von Riehl (* 6. Mai 1823 in Biebrich; † 16. November 1897 in München) war ein deutscher Journalist, Novellist und Kulturhistoriker. In seinen Werken betonte er früh soziale Strukturen und gewann so Einfluss auf die Entwicklung der Volkskunde im 19. Jahrhundert, als deren wissenschaftlicher Begründer er gilt.

14 Rohkrämer, Thomas: Eine andere Moderne? Zivilisationskritik, Natur und Technik in Deutschland 1880-1933, Paderborn 1999, Seiten 127ff.

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Details

Titel
Reformbewegungen. Kulturpessimismus, Avantgarde, Jugend- und Lebensreformbewegung im späten Kaiserreich
Hochschule
Technische Universität Chemnitz  (Europäische Geschichte)
Note
1,5
Autor
Jahr
2018
Seiten
18
Katalognummer
V508621
ISBN (eBook)
9783346068156
ISBN (Buch)
9783346068163
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Freikörperkultur, Jugendbewegung, Lebensreform
Arbeit zitieren
Ullrich Michael Rasche (Autor), 2018, Reformbewegungen. Kulturpessimismus, Avantgarde, Jugend- und Lebensreformbewegung im späten Kaiserreich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/508621

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