DING App und DB Navigator im Vergleich. Optimierung von mobilen Fahrplanauskünften im öffentlichen Personennahverkehr


Hausarbeit, 2019

26 Seiten


Gratis online lesen

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abstract

1 Mobile Fahrplanauskunft im öffentlichen Nahverkehr
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffsdefinitionen
2.2 Stand der Forschung

3 Qualitative Untersuchung
3.1 Methodik
3.2 Vorbereitung
3.3 Durchführung
3.4 Ergebnisse / Evaluation

4 Handlungsempfehlung und kritische Reflexion

5 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Aufnahme der Eyetracking Brille von Proband

Abbildung 2: Blickbewegung auf der DING Startseite von Proband

Abbildung 3: Blickbewegung auf der Startseite des DB Navigators von Proband

Abbildung 4: Blickbewegung bei der Einstellung der Uhrzeit in der DING App von Proband

Abbildung 5: Blickbewegung bei der Einstellung der Uhrzeit im DB Navigator von Proband

Abbildung 6: Blickbewegung in der Liste der vorgeschlagenen Fahrverbindungen in der DING App von Proband

Abbildung 7: Blickbewegung in der Liste der vorgeschlagenen Fahrverbindungen im DB Navigator von Proband

Abbildung 8: Blickbewegung in der ausgewählten Fahrverbindung in der DING App von Proband

Abbildung 9: Blickbewegung in der ausgewählten Fahrverbindung im DB Navigator von Proband

Abbildung 10: Ergebnis Befragung: Präferenz der Zeitangabe

Abbildung 11: Ergebnis Befragung: Visualisierung der Fahrverbindung

Abbildung 12: Ergebnis Befragung: wichtigste Informationen bei den Ergebnissen

Abbildung 13: Startbildschirm DING App

Abbildung 14: Startbildschirm DB Navigator

Abbildung 15: vorgeschlagene Fahrverbindungen in der DING App

Abbildung 16: vorgeschlagene Fahrverbindungen im DB Navigator

Abbildung 17: ausgewählte Fahrverbindung in der DING App von Proband

Abbildung 18: ausgewählte Fahrverbindung im DB Navigator von Proband

Abbildung 19: Verbesserungsvorschlag Startbildschirm DING

Abbildung 20: Verbesserungsvorschlag Uhrzeit DING

Abbildung 21: Verbesserungsvorschlag zu den vorgeschlagenen Fahrverbindungen in der DING App

Abbildung 22: Verbesserungsvorschlag zur ausgewählten Fahrverbindung in der DING App

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Usability Testplan

Tabelle 2: Gemessene Zeiten für DING und DB Navigator

Tabelle 3: Mittelwerte der Zeiten für DING und DB Navigator

Tabelle 4: Wichtige Kommentare bei der Think-Aloud Methode

Tabelle 5: Ergebnisse zu den Befragungen zu den Screenshots

Abstract

Im Rahmen des Seminars an der Hochschule Neu-Ulm wurde eine Studie bezüglich der Usability von mobilen Fahrplanauskünften anhand der DING App durchgeführt. 24 Probanden wurde dabei die Aufgabe gestellt, nach einer Fahrverbindung zu suchen. Zum Vergleich führten die Probanden dieselbe Aufgabe im DB Navigator durch, der mobilen Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn. Es kamen verschiedenen Messmethoden, wie Time-on-Task, Eyetracking, Think-Aloud und Befragun- gen zum Einsatz.

Dabei stellte sich heraus, dass die DING App vor allem in der Struktur und Übersicht verbessert werden kann. Mit einfach Änderungen kann die App gebrauchstauglicher gestaltet werden.

1 Mobile Fahrplanauskunft im öffentlichen Nahverkehr

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

Die Anzahl der Menschen in Deutschland, die den öffentlichen Personennahverkehr nutzen, steigt von Jahr zu Jahr (Statistisches Bundesamt 2018). Der öffentliche Personennahverkehr (kurz: ÖPNV) beschreibt die allgemein zugängliche Beförderung von Personen im Linienverkehr, um die Verkehrsnachfrage mit einer Reiseweite von 50 km in der Region zu dienen. (Resch 2015, S. 13).

Immer mehr Menschen steigen im Nahverkehr vom eigenen Auto auf Bus und Bahn um. Gründe hierfür sind unter anderem eine gute Erreichbarkeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und ein steigendes Umweltbewusstsein (Ahlswede o.J.). Um Kunden einen guten Überblick über das Mobi- litätsangebot zu verschaffen, werden mobile Applikationen benötigt. Ausschlaggebend für den Er- folg ist allerdings die Usability. Eine leicht verständliche und informative Fahrplanauskunft erhöht dabei den Nutzerkomfort und schafft Vertrauen. Daher ist es für jeden Verkehrsbund erstrebens- wert, mobile Services, wie die Fahrplanauskunft, auf Möglichkeiten der Optimierung zu untersu- chen.

Das Ziel dieser Seminararbeit ist es, am Beispiel des Verkehrsbundes DING, die Fahrplanauskunft der App auf Usability zu untersuchen und herauszufinden, welche Maßnahmen vorgenommen wer- den könnten, um eine Verbesserung zu erreichen. Daraus ergibt sich folgende Forschungsfrage:

„Wie und mit welchen Informationen sollte eine mobile Fahrplanauskunft im ÖPNV gestaltet sein, um Nutzern eine effiziente, effektive und zufriedenstellende Auskunft zu ermöglichen?“

1.2 Aufbau der Arbeit

In der Seminararbeit werden folgende Hauptthemen behandelt:

- Theoretischer Ansatz
- Usability-Studie
- Optimierungsempfehlungen

Das erste Kapitel bildet die Einleitung und die Motivation dieser Seminararbeit. Die Bedeutsamkeit der Usability wird beschrieben und die Zielsetzung der Seminararbeit aufgezeigt. Danach folgt im Theorieteil die Definition des Begriffes „Usability“.

Der praktische Teil beschreibt die Vorbereitung der Usability-Studie, die ausgewählten Usability Methoden, die Durchführung der Studie und den Untersuchungsgegenstand - zum einen die Fahr- planauskunft der DING App ist und zum anderen die Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn App, dem DB Navigator. Danach folgen die Ergebnisse der angewendeten Usability-Methoden.

Das letzte Thema dieser Arbeit behandelt die Empfehlungen zur Optimierung der Fahrplanauskunft der DING App, die sich aus den Ergebnissen ableiten.

2 Theoretische Grundlagen

Der theoretische Teil dieser Seminararbeit beschreibt den Begriff Usability und den aktuellen Stand der Forschung.

2.1 Begriffsdefinitionen

Usability

Der Begriff Usability stammt aus dem Englischen und setzt sich aus den Begriffen „to use“ (deutsch: benutzen) und „ability“ (deutsch: die Möglichkeit) zusammen. Im deutschen Sprachraum wird von Gebrauchstauglichkeit gesprochen. Mit dem Begriff ist der benötigte Aufwand seitens der Nutzer gemeint, um ein Produkt effektiv zu nutzen (Semler 2016, S. 125). Die DIN EN ISO 9241 bietet eine genormte Definition des Begriffes Usability:

Usability bezeichnet das Ausmaß, in dem ein Produkt durch bestimmte Benutzer in einem be- stimmten Nutzungskotext genutzt werden kann, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und zu- friedenstellend zu erreichen (Sarodnick/Brau 2016, S. 37).

Im Zentrum stehen die Begriffe Effektivität, Effizienz und Zufriedenheit, die wie folgt erklärt wer- den (Sarodnick/Brau 2016, S. 37):

Effektivität beschreibt, ob ein bestimmtes Ziel von einem Benutzer vollständig und genau erreicht werden kann. Effizienz beschreibt den notwendigen Aufwand zur Zielerreichung. Die Zufriedenheit hingegen beschreibt subjektiv wahrgenommene positive Einstellung gegenüber einem Produkt wäh- rend dessen Nutzung.

2.2 Stand der Forschung

Bei der Recherche zur bisherigen Forschung zu mobilen Fahrplanauskünften wird deutlich, dass das Forschungsfeld sehr breit gefächert ist, da verschiedene Disziplinen sich diesem Thema widmen. Ingenieure adressieren technische Aspekte, wie zum Beispiel neue Systeme im öffentlichen Ver- kehr, die durch Datenintegration den Nutzern personalisierte Informationen bieten (Goto/Kambayashi 2002, S. 908-919).

Experten für Mobilität befassen sich mit generischen Modellen des Transportmanagementsystems unter Einbeziehung von Benutzerinformationen (Ezzedine et al. 2006, S. 972-979).

Vor allem die Integration von Echtzeitdaten spielen bei Reisenden eine große Rolle, wie zum Bei- spiel die verbleibende Zeit bis zum nächsten Halt (García et al. 2012, S. 840-845).

Neben den überwiegend technischen Erkenntnissen gibt es auch Forschungen, die sich der Mensch- Masche-Interaktion widmen. Experten arbeiten an nutzerzentrierten Applikationen: es wurden das Nutzverhalten untersucht, um geeignete Fahrgastinformationssysteme für kleine mobile Bildschir- me zu gestalten (Keller et al. 2011, S. 59-68). Nach der Identifikation verschiedener Fahrgasttypen („Power User“, „Ad hoc Nutzer“, „Tourist“) ließen sich verschiedene Informationsbedürfnisse und somit drei verschiedene Fahrtenübersichten erarbeiten: eine Balken-Visualisierung, eine Graph- Visualisierung und eine Matrix-Visualisierung.

3 Qualitative Untersuchung

Dieses Kapitel beschreibt die Methodik, Vorbereitung, Durchführung und Ergebnisse der verwen- deten Usability-Methode.

3.1 Methodik

Der Test wird mit 5 Probanden durchgeführt werden. Laut Jakob Nielsen ist diese Anzahl an Pro- banden die sinnvollste, um so viele Usability Probleme wie möglich herauszufinden (Nielsen/Landauer 1993, S. 206). In Deutschland nutzen 95% der Menschen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren ein Smartphone. Für die Studie wurde daher eine Zielgruppe gewählt von Personen zwischen 18 und 29 Jahren, die ein Smartphone nutzen.

Eyetracking

Eyetracking ist eine Methode, bei der die Augenbewegungen einer Person aufgezeichnet werden. Beim Eyetracking gibt es zwei verschiedene Arten von Aufzeichnungsgeräten (Nauth 2012, S. 32):

- Head-Mounted (kopfgetragene) Systeme
- Table-Mounted (festinstallierte) Systeme

In diesem Fall wird ein Head-Mounted System verwendet, da das dem Probanden eine große Mobi- lität ermöglicht, die bei der Untersuchung einer mobilen App auf dem Smartphone notwendig ist.

Es wird eine Open Source Eyetracking Software verwendet, die sich Pupil Labs nennt. Eine Open Source Software ist eine Software, die für jeden frei zugänglich ist und jedem das Recht gibt, den Quellcode zu ändern (Ye/Kishida 2003, S. 419).

Time-on-Task

Nach der Studie wird anhand der Eyetracking Aufnahmen die Zeit gemessen, die die Probanden benötigen, um die Aufgabe der Studie zu durchführen (Nielsen 2010, S. 33).

A/B-Test

Um weitere potenzielle Verbesserungen herauszufinden, wird der Test im Rahmen eines A/B- Testings durchgeführt. Bei einem A/B-Testing werden zwei verschiedene Versionen einer Applika- tion getestet, um herauszufinden, welche Version besser geeignet ist (Bones/Hammersley 2015, S.222). Die zweite zu testende Applikation ist die mobile Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn, der DB Navigator.

Die Probanden bekommen die Aufgabe, jeweils eine bestimmte Fahrverbindung herauszusuchen. Die genaue Aufgabe lautet wie folgt:

Du bist Student an der HNU und möchtest spontan heute (Montag, 29. April 2019) nach den Vorlesungen einen Freund in Böfingen besuchen. Aufgrund der Entfernung entscheidest du dich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Dein Freund hat dir gesagt, dass du ge- gen 20 Uhr da sein sollst. Seine Adresse ist: Eugen-Bolz-Straße 90.

Suche die idealste Verbindung. Verwende zuerst die DING App und anschließend den DB Navigator. Mache von den gefundenen Verbindungen jeweils einen Screenshot.

Befragung

Nach dem Eyetracking Test wird eine Befragung durchgeführt. Dieser soll die Präferenzen zu den Darstellungs- und Interaktionsmöglichkeiten abfragen. Außerdem sollen mit Hilfe von Screenshots der beiden Apps weitere positiven/negativen Auffälligkeiten genannt werden. Die Befragung soll die Auswertung des Nutzerverhaltens unterstützen und Optimierungsansätze liefern in Bezug auf den Inhalt und die Gestaltung.

Think-Aloud

Bei der Think-Aloud Methode spricht der Benutzer während einer Interaktion laut aus, was in sei- nen Gedanken vorgeht (Dumas/Redish 1999).

Die Methode ermöglicht es durch lautes Äußern der Gedanken während eines Tests, Einblicke in die mentalen Prozesse der Versuchsperson zu erhalten und somit eventuelle Problematiken zu iden- tifizieren, die beim reinen Zusehen nicht erkennbar wären.

3.2 Vorbereitung

Zur Vorbereitung des Usability Tests wird ein Testplan erstellt (Tabelle 1: Usability Testplan). Ne- ben der allgemeinen Aufgabe des Tests, enthält dieser die User Story (deutsch: Benutzergeschich- te), die die allgemeine Absicht des Benutzers beschreibt. Das Szenario beschreibt den genauen kon- textuellen Zusammenhang, gefolgt von der optimalen Reaktion des Benutzers. Die Metriken be-schreiben, was während des Tests gemessen wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Usability Testplan

3.3 Durchführung

Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über den Ablauf des Usability Tests. Dabei wird die Testum- gebung, der Testablauf und die Probleme während Durchführung beschrieben.

Testumgebung

Zur Testdurchführung wurde ein Raum an der Hochschule Neu-Ulm gewählt, der reserviert wurde. Dementsprechend konnte eine ruhige und ungestörte Umgebung gesichert werden, sodass die Pro- banden sich voll und ganz auf den Test konzentrieren können. Somit kann eine präzisere Analyse in einer laborähnlichen Situation durchgeführt werden.

Testablauf

Die Testpersonen erhielt eine kurze Einführung zur Durchführung des Tests und zur Funktionswei- se des Eyetrackers. Den Probanden wurde der Eyetracker aufgesetzt und sie bekamen die Testauf-gabe, um sie durchzulesen. Sie wurden darauf aufmerksam gemacht, die Think-Aloud Methode zu verwenden und anschließend wurde der Test durchgeführt.

Nach dem Test wurde die Befragung durchgeführt.

Probleme bei der Durchführung

Während der Tests gab es Schwierigkeiten bei der Kalibrierung der Eyetracking Brille. Die Kalib- rierung sorgt dafür, dass die Beziehung zwischen der Position der Pupille und der tatsächlichen Blickposition erlernt wird. Dies muss durchgeführt werden, um genaue Ergebnisse zu erhalten.

Somit waren keine exakten Ergebnisse gewährleistet, weshalb die anderen Methoden für eine ge- naue Analyse an Bedeutung gewinnen.

3.4 Ergebnisse / Evaluation

Time-on-task

Nach der Durchführung des Tests an 5 Probanden lagen folgende Zeiten (in Minuten) vor:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Gemessene Zeiten für DING und DB Navigator

Von diesen Zeiten werden die Mittelwerte gebildet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3: Mittelwerte der Zeiten für DING und DB Navigator

Hier wird deutlich, dass die Probanden ein wenig mehr Zeit bei der DING App für die Suche nach einer passenden Fahrt aufwenden. Daher liegt hier bereits die Vermutung nahe, dass der DB Navi- gator eine bessere Usability gegenüber der DING App aufweist. Allerdings müssen diese Werte noch näher analysiert werden, um sicher zu gehen, dass dieser Unterschied nicht einfach zufällig entstanden ist.

Eyetracking

Neben der ungenauen Kalibrierung gab es bei der Auswertung des Eyetracking Tests weitere Schwierigkeiten.

Bei der Evaluation des Eyetracking Tests war geplant, eine Heat Map zu erstellen. Bei einer Heat Map werden Bereiche farblich markiert, die vom Benutzer besonders häufig oder lange betrachtet wurden. Grüne Bereiche wurden am kürzesten betrachtet und rote Bereiche am längsten (El Jerroudi 2009, S. 140).

Um die Heat Map erstellen zu können, sind um den gewünschten Bereich mehrere Marker nötig, wie sie in Abbildung 1 zu sehen sind. Da mindestens einer der Marker ständig von einer Hand be-deckt war, war es somit leider nicht möglich, eine Heat Map zu erstellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Aufnahme der Eyetracking Brille von Proband 2

Es wurde also versucht, durch die reine Blickbewegung Probleme und Auffälligkeiten zu erkennen. Bereits bei der Suche nach dem Feld für die Zeitangabe konnten man beispielsweise bei Proband 1 Unterschiede erkennen, wie in Abbildung 2 und 3 zu sehen ist. Nach dem Öffnen der DING App reagierte der Proband erst nach mehrmaligem Hinschauen auf die Schaltfläche und öffnete die Ein- stellungen für die Uhrzeit. Beim DB Navigator hingegen verlief der Blick von der Eingabefläche der Haltestelle direkt auf die Schaltfläche und der Proband öffnete diese sofort. Daraus lässt sich schließen, dass die Schaltfläche für die Uhrzeit der DING App weniger wahrgenommen wird und in der Darstellung mehr hervorgehoben werden sollte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Blickbewegung auf der DING Startseite von Proband 1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Blickbewegung auf der Start- seite des DB Navigators von Proband 1

Außerdem konnte festgestellt werden, dass die Angabe der Uhrzeit DB Navigator ungefähr 1,8 Se- kunden in Anspruch nahm und in der DING App ungefähr 4,8 Sekunden. Dieser Zeitunterschied lässt sich auf die unterschiedlichen Intervalle in der Minutenangabe zurückführen. Im DB Navigator handelt es sich um 5-Minuten-Intervalle und in der DING App um 1-Minuten-Intervalle.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Blickbewegung bei der Einstellung der Uhrzeit in der DING App von Proband 1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Blickbewegung bei der Einstellung der Uhrzeit im DB Navigator von Proband1

Bei der Liste mit den vorgeschlagenen Fahrverbindungen war zu erkennen, dass der Proband im DB Navigator als erstes die wichtigsten Informationen der verschiedenen Verbindungen, wie die Uhr- zeit, wahrnahm, wie in Abbildung 6 zu sehen ist. Im Gegensatz dazu wanderte sein Blickfeld in der DING App beliebig umher, bis er die wichtigsten Informationen fixierte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Blickbewegung in der Liste der vorgeschlagenen Fahrverbindungen in der DING App von Proband 1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Blickbewegung in der Liste der vor- geschlagenen Fahrverbindungen im DB Navigator von Proband 1

Bei der ausgewählten Fahrverbindung fand derselbe Blickverlauf statt, wie in Abbildung 8 und 9 zu sehen ist. Im DB Navigator fiel der Blick des Probanden als erstes auf die relevanten Informationen, wie die Bushaltestelle. Wohingegen der Blick in der DING App erst nach kurzem Überfliegen die wichtigsten Punkte wahrnahm.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8: Blickbewegung in der ausgewählten Fahrverbindung in der DING App von Proband 1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 9: Blickbewegung in der ausgewählten Fahrverbindung im DB Navigator von Proband 1

Think-Aloud

Nach den Tests wurden die Videoaufnahmen analysiert, um die Think-Aloud Methode anzuwen- den. Teilweise haben die Probanden sehr ausführlich ihre Eindrücke über die Apps geschildert, wo- hingegen sie manchmal nur auf die wesentlichen Merkmale eingegangen sind. Während der Aus-wertung der Aufnahmen wurde festgestellt, dass es einige Punkte gab, die fast alle Teilnehmer an- gesprochen haben. Diese Punkte werden in folgender Tabelle unterteilt und die positiven und nega-tiven Kommentare dazu werden aufgezählt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 4: Wichtige Kommentare bei der Think-Aloud Methode

Befragung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 10: Ergebnis Befragung: Präferenz der Zeitangabe

Das Ergebnis zeigt, dass alle Probanden die Zeitangabe des DB Navigators, im 5-Minuten-Intercall, bevorzugen. Es wird vermutet, dass die Auswahl der Uhrzeit im 1-Minuten-Intervall länger dauert und Benutzer allgemein die Präferenz haben, Uhrzeiten im 5-er Schritt auf- oder abzurunden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 11: Ergebnis Befragung: Visualisierung der Fahrverbindung

Bei der Frage, ob eine Visualisierung zu der Fahrverbindung bevorzugt wird, gibt es unter den Pro- banden kein eindeutiges Ergebnis. Diejenigen, die es bevorzugen, sagten aus, dass sie dies allein zur Orientierung hilfreich finden. Es wird vermutet, dass die Wahl von den persönlichen Vorlieben des Benutzers abhängt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 12: Ergebnis Befragung: wichtigste Informationen bei den Ergebnissen

Die Art des Transportmittels (Bus oder Zug), die Fahrtdauer und die Anzahl der Umstiege empfin- den fast alle Probanden für wichtig.

Als die Probanden sich erneut in Ruhe die Startbildschirme und die ausgewählten Fahrverbindun- gen der Apps anschauten, sprachen fast alle dieselben Auffälligkeiten an.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 5: Ergebnisse zu den Befragungen zu den Screenshots

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 13: Startbildschirm DING App

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 14: Startbildschirm DB Navigator

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 15: vorgeschlagene Fahrverbindungen in der DING App

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 16: vorgeschlagene Fahrverbindungen im DB Navigator

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 17: ausgewählte Fahrverbindung in der DING App von Proband 1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 18: ausgewählte Fahrverbindung im DB Navigator von Proband 1

Bei dem direkten Vergleich hat jeder der Probanden die Einstellung des Datums und der Uhrzeit erwähnt, die bei DING nicht direkt ersichtlich ist. Der DB Navigator verwendet hierfür hervorge- hobene Schaltflächen mit entsprechenden Icons. Außerdem fiel den Probanden auf, dass der DB Navigator die Fahrverbindung strukturierter aufzeigt mit Hilfe von verschiedenen Schriftschnitten und Schriftgrößen.

4 Handlungsempfehlung und kritische Reflexion

Mit wenigen Mitteln können die Nutzungsprobleme in der DING App aus Abschnitt 3.4. vermieden werden. In diesem Kapitel werden somit Verbesserungen anhand von Redesigns in Form von modi- fizierten Screenshots vorgeschlagen. Es wurde darauf geachtet, die Konsistenz der App zu erhalten, indem sich das Design nicht sehr vom Stil des Originals unterscheidet.

Der erste Entwurfsvorschlag in Abbildung 9 und 10 zeigt den Startbildschirm der DING App. Hier gibt es drei wesentliche Aspekte, die verändert wurden. Der erste Punkt behandelt die Eingabefelder für den Startpunkt und das Ziel. Diese wurden in der Breite und Höhe vergrößert. In der jetzigen Version wird beispielsweise eine Adresse, die nur ein wenig länger ist, abgeschnitten und ist somit nicht komplett lesbar.

Außerdem wurde der Bereich, in dem man das Datum und die Uhrzeit einstellen kann, hervorgeho- ben, da die meisten Probanden diesen Bereich als nicht offensichtlich anmerkten. Da DING im Corporate Design außer Türkis keine weitere Hauptfarbe besitzt, wurde die Schaltfläche in demsel- ben grau, das auch als Schriftfarbe vorkommt, eingefärbt. Der Bereich wurde insgesamt in der Höhe vergrößert, um diesen zusätzlich abzuheben. Neben dem Text „Abfahrt jetzt“ und dem Uhr Icon, wurde ein Kalender Icon und das Datum hinzugefügt, um die Funktion des Bereiches deutlicher zu machen.

Da die Probanden bei der Eingabe der Uhrzeit die Schritte im 1-Minuten-Takt für unnötig empfan- den, wurden diese durch Schritte im 5-Minuten-Takt ersetzt. Außerdem sind die Stunden- und Mi- nutenauswahl keine fortlaufenden Listen, sondern fängt bei „00“ und hört bei „55“ beziehungsweise bei „23“ auf, sodass nicht ausversehen zu weit vor- oder zurückgescrollt werden kann. Die Auswahl des Datums wurde nicht verändert, da die meisten Probanden aussagten, dass sie eine Kalender- funktion nicht für nötig hielten. Im ÖPNV suche man im Gegensatz zu Fernreisen, Verbindungen in naher Zukunft, weshalb die Scrollfunktion nicht störend sei.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 19: Verbesserungsvorschlag Startbildschirm DING

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 20: Verbesserungsvorschlag Uhrzeit DING

Eine übersichtlichere Variante der vorgeschlagenen Fahrverbindungen zeigt Abbildung 11. Nach dem Test sagten fast alle Probanden aus, dass man insgesamt die Struktur verbessern könne und die unterschiedlichen Bereiche im DB Navigator besser getrennt seien. Für den Startpunkt und das Ziel wurden ein dickerer Schriftschnitt gewählt, um diese herauszuheben. Die Informationen zu den Fahrverbindungen wurden reduziert basierend auf das Ergebnis der Frage „Welche Informationen sind für Sie am wichtigsten bei der Liste der Ergebnisse der Fahrverbindungen?“ aus dem Fragebo- gen. Außerdem wurde für die Abfahrts- und Ankunftszeit und die Dauer der Fahrt ein dicker Schriftschnitt gewählt. Für eine bessere Struktur wurden die Fahrverbindungen durch etwas dickere Striche getrennt. Insgesamt wirkt die Seite nun strukturierter und wichtige Informationen sind her- vorgehoben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 21: Verbesserungsvorschlag zu den vorge-schlagenen Fahrverbindungen in der DING App

Abbildung 14 zeigt den Entwurfsvorschlag für eine ausgewählte Fahrverbindung. Die erste Ände- rung bezieht sich auf die Möglichkeit sich die Route auf einer Karte anzeigen zu lassen. Zuvor ver- barg sich die Karte hinter einem nach unten gerichtetem Pfeil, dessen Funktion nicht direkt ersicht- lich ist. Neben dem Pfeil befindet sich jetzt der Zusatz „Auf einer Karte anzeigen“.

Zudem wurde Wert auf eine übersichtlichere Struktur gelegt. Die Uhrzeiten, Haltestellen und Ad- ressen wurden hervorgehoben durch einen dickeren Schriftschnitt. Der Text der Haltestellen und Adressen bekam wie die Uhrzeiten die Farbe Schwarz. Die Infos zum Verkehrsmittel („Stadtbus UL/NU Linie 5“) wurden in der Schriftgröße und Schriftart den Infos zum Fußweg beziehungswei- se zur Fahrtrichtung des Verkehrsmittels („nach Wissenschaftsstadt“) angepasst.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 22: Verbesserungsvorschlag zur ausgewählten Fahrverbindung in der DING App

5 Zusammenfassung

Der Usability Test zeigt, dass die Fahrplanauskunft des DB Navigators gebrauchstauglicher ist als die der DING App. Dies zeigte sich bereits in der Berechnung der Mittelwerte der Zeiten, die die Probanden für die Fahrplanauskunft benötigten. Die folgenden Methoden, wie zum Beispiel die Befragung bestätigte dies. Besonders in der Struktur und Übersichtlichkeit der Informationen weißt die DING App Optimierungsmöglichkeiten auf. Der Großteil der Informationen unterscheidet sich nicht voneinander in Bezug auf Schriftgröße und Schriftschnitt. Außerdem wurde die Einstellung der Uhrzeit bemängelt.

Bezüglich der Durchführung der Studie kann abschließend festgehalten werden, dass alle ausge- wählten Methoden zur Messung der Usability bis auf das Eyetracking wertvolle Ergebnisse erbracht haben.

Nach der Auswertung der Ergebnisse wurden einige Verbesserungsvorschläge vorgeführt. Größten- teils wurden Abstände und Schriften verändern und Funktionen umgestaltet, sodass sie für den Nut- zer einfacher zu handhaben sind. Diese Veränderungen gestalten die App zur Fahrplanauskunft ge- brauchstauglicher.

Um herauszufinden, ob die Optimierungsvorschläge die bisherigen Nutzerprobleme beheben kön- nen, wäre der nächste Schritt die Umsetzung des Redesigns und anschließend die Durchführung eines erneuten Usability Tests.

Literaturverzeichnis

Ahlswede, Andreas (o.J.):Persönliche Gründe für die Nutzung des ÖPNV in Deutschland 2017. URL: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/712387/umfrage/persoenliche- gruende-fuer-die-nutzung-des-oepnv-in-deutschland/.

Bones, Christopher/Hammersley, James (2015):Leading digital strategy: Driving Business Growth Through Effective E-Commerce. 1. publ. Auflage. London: Kogan Page.

Dumas, Joseph/Redish, Janice (1999):A practical guide to usability testing. Rev. ed. Auflage: Intellect Books.

El Jerroudi, Zoulfa (2009): Eine interaktive Vorgehensweise für den Vergleich und die Integration von Ontologien. 1. Aufl. Auflage. Köln: Josef Eul

Ezzedine, Houcine et al. (2006):Intermodal transportation system management : towards integration of traffic management system and users information system. New York: Institute of Electrical and Electronics Engineers.

García, Carmelo R. et al. (2012):On Route Travel Assistant for Public Transport Based on Android Technology. 2012 Sixth International Conference on Innovative Mobile and Internet Services in Ubiquitous Computing.

Goto, Koichi/Kambayashi, Yahiko (2002):Study on Mobile Passenger Support Systems for Public Transportation Using Multi-channel Data Dissemination. Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg.

Keller, Christine et al. (2011):Nutzerorientierte Visualisierung von Fahrplaninformationen auf mobilen Geräten im öffentlichen Verkehr. München: Oldenbourg Verlag.

Nauth, Danny (2012):Durch die Augen meines Kunden. Hamburg: Diplomica Verlag.

Nielsen, Jakob (2010):Eyetracking web usability. Berkeley, Calif.: New Riders.

Nielsen, Jakob/Landauer, Thomas K. (1993):A mathematical model of the finding of usability problems. Proceedings of the INTERCHI '93 conference on Human factors in computing systems. Amsterdam, The Netherlands: IOS Press.

Resch, Hubert (2015):Branchenanalyse: Zukunft des ÖPNV. Bielefeld: Transcript.

Sarodnick, Florian/Brau, Henning (2016):Methoden der Usability Evaluation. 3., unveränderte Auflage. Auflage. Bern: Hogrefe.

Semler, Jan (2016):App-Design. 1. Auflage. Auflage. Bonn: Rheinwerk.

Statistisches Bundesamt (2018):Anzahl der beförderten Personen mit Bussen und Bahnen im Liniennahverkehr in Deutschland in den Jahren 2004 bis 2017. URL: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/12556/umfrage/befoerderte-personen-im- liniennahverkehr-in-deutschland/ (10.04.2019).

Ye, Yunwen/Kishida, Kouichi (2003):Toward an understanding of the motivation Open Source Software developers. Proceedings of the 25th International Conference on Software Engineering. Portland, Oregon: IEEE Computer Society.

[...]

26 von 26 Seiten

Details

Titel
DING App und DB Navigator im Vergleich. Optimierung von mobilen Fahrplanauskünften im öffentlichen Personennahverkehr
Hochschule
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Neu-Ulm; früher Fachhochschule Neu-Ulm
Autor
Jahr
2019
Seiten
26
Katalognummer
V508978
ISBN (Buch)
9783346085153
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ding, navigator, vergleich, optimierung, fahrplanauskünften, personennahverkehr
Arbeit zitieren
Diane Knoll (Autor), 2019, DING App und DB Navigator im Vergleich. Optimierung von mobilen Fahrplanauskünften im öffentlichen Personennahverkehr, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/508978

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: DING App und DB Navigator im Vergleich. Optimierung von mobilen Fahrplanauskünften im öffentlichen Personennahverkehr



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden