Ziel der Hausarbeit ist es, die Bedeutung der Geschäftsreisen im Rahmen des Städtetourismus anhand der Stadt Hannover hervorzuheben. Wie können Geschäftsreisende noch länger in der Stadt gehalten werden, um das städtische Tourismusaufkommen noch weiter zu verbessern? Gleichzeitig sollen eventuelle Chancen, Risiken und Herausforderungen präsentiert werden.
Der Geschäftstourismus nimmt unter den verschiedenen Tourismusformen eine immer wichtigere Rolle ein. Laut den Studien der Deutschen Zentrale für Tourismus aus den Jahren 2009 und 2010 bilden geschäftlich motivierte Reisen einen Wachstumsmarkt, welcher unter anderem aufgrund der fortschreitenden Globalisierung ein immenses Potential besitzt, weiter zu wachsen. Es wird immer bedeutender, internationale Geschäftsbeziehungen auf- und auszubauen und die dazugehörigen Geschäftspartner vor Ort zu treffen. Gleichzeitig ist seit fünf Jahren ein anhaltender Rückgang der eintägigen Geschäftsreisen zu sehen, was unter anderem auf die zunehmende Bedeutung von Telefon- und Videokonferenzen zurückzuführen ist. Zusätzlich ging der Flugumsatz im Jahr 2018 im Vergleich zu 2017 um 1,8 Prozent zurück.
Eine Stadt, welche sich ebenfalls diesen Herausforderungen stellen muss, ist die Landeshauptstadt von Niedersachsen: Hannover. Der Wegfall der Computermesse CEBIT im Jahr 2018 bedeutete für Hannover mit 2,25 Millionen Übernachtungen erstmals seit Jahren einen Rückgang im Hotelsektor (1,3 Prozent weniger im Vergleich zum vergangenen Jahr). Zusätzlich dazu gilt die Landeshauptstadt von Niedersachsen für Außenstehende als "mittelmäßig und langweilig". So wird die Innenstadt als "gesichtslos" bezeichnet. Auch sei Hannover mehr ein Transitort für Weiterfahrten nach Berlin, nach Hamburg oder in den Süden Deutschlands. Was könnte das für langfristige Folgen für den Städte- und Geschäftstourismus in Hannover haben? Diesen Herausforderungen müssen sich der Städte- und der Geschäftstourismus in Hannover stellen, um das Angebotspotential der Stadt weiter zu verbessern.
Inhaltsverzeichnis
1. Themenhinführung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung
2. Grundlagen des Städtetourismus
2.1. Definition des Städtetourismus
2.2. Entwicklung des Städtetourismus
3. Grundlagen der Geschäftsreisen
3.1. Definition zu Geschäftsreisen
3.2. Geschäftsreisemarkt
3.3. Abgrenzung zum Freizeittourismus
4. Gegenwärtige Situation am Fallbeispiel Hannover
4.1. Grundlegende Informationen zu Hannover
4.2. Tourismus in Hannover
4.2.1. Touristische Kennzahlen
4.2.2. Kongress- und Messestandort Hannover
5. Fazit
5.1. Chancen, Risiken und zukünftige Herausforderungen
5.2. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Geschäftsreisen als zentrales Marktsegment des Städtetourismus am Beispiel der Stadt Hannover, mit dem Ziel, Strategien zur Steigerung der Aufenthaltsdauer von Geschäftsreisenden zu identifizieren und Chancen sowie Risiken für den Standort zu evaluieren.
- Theoretische Grundlagen des Städte- und Geschäftstourismus
- Strukturanalyse des Geschäftsreisemarktes
- Empirische Fallbetrachtung der Tourismusdestination Hannover
- Analyse touristischer Kennzahlen und Messe-Relevanz
- Ableitung zukünftiger Herausforderungen für das Stadtmarketing
Auszug aus dem Buch
3.1. Definition zu Geschäftsreisen
Geschäftsreisen sind berufsbedingte Ortsveränderungen von kurzer Dauer mit mindestens einer Übernachtung (Geschäftsreise-Tourismus) oder ohne Übernachtung (Tagesgeschäftsreisen).
Grob lassen sich Geschäftsreisen in vier verschiedene Bereiche unterteilen, welche international in der Regel mit dem Begriff „MICE“ betitelt wird. Hierbei steht M für Meetings, I für Incentive Travel, C für Conferences and Conventions, E für Exhibitions (in Deutschland auch häufig als „Events“). 23
Meetings sind beruflich bedingte Zusammentreffen von Mitarbeitern innerhalb eines Unternehmens oder zwischen mehreren Unternehmen und dienen vor allem der betrieblichen Leistungserstellung oder auch der Produktion. Die Vorbereitung und der Vollzug von Geschäftsabschlüssen, Vertrieb und Koordination innerhalb oder zwischen Unternehmen sind unter anderem auch Reiseanlässe für Meetings.24
Der Incentive Travel hat dagegen keinen direkten beruflichen Anlass. Die Incentive Reisen sind Motivations- als auch Anreizreisen für Mitarbeiter, um diese für erbrachte Leistungen zu belohnen. Zusätzlich sollen diese auch zu mehr Leistung motiviert werden. Daraus ergeben sich übergeordnete Unternehmensziele wie die Gewinnmaximierung oder Absatzsteigerung.25 Meistens sind die Incentive Reisen luxuriöse Kurzreisen, welche Themen wie Vergnügung, Unterhaltung oder Entspannung miteinanderverbinden. So stellt der Arbeitgeber sicher, dass diese Reisen für den Mitarbeiter einzigartig und länger in Erinnerung bleiben.26
Zusammenfassung der Kapitel
1. Themenhinführung: Diese Einleitung erläutert die wachsende Bedeutung des Geschäftstourismus sowie die spezifischen Herausforderungen, vor denen der Standort Hannover durch den Wegfall wichtiger Messen steht.
2. Grundlagen des Städtetourismus: Dieses Kapitel definiert den Städtetourismus als vielschichtiges Marktsegment und beleuchtet dessen historische und quantitative Entwicklung in Deutschland.
3. Grundlagen der Geschäftsreisen: Hier wird der Geschäftsreisemarkt theoretisch fundiert, das MICE-Konzept erläutert und eine Abgrenzung zum klassischen Freizeittourismus vorgenommen.
4. Gegenwärtige Situation am Fallbeispiel Hannover: Das Kapitel analysiert die Tourismusstruktur Hannovers anhand von Kennzahlen sowie dessen Bedeutung als nationaler und internationaler Messe- und Kongressstandort.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und leitet strategische Handlungsempfehlungen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Hannover ab.
Schlüsselwörter
Städtetourismus, Geschäftsreisen, Hannover, MICE, Tourismusmanagement, Messewirtschaft, Kongresstourismus, Übernachtungszahlen, Bleisure, Standortmarketing, Tourismusentwicklung, Geschäftsreisemarkt, Wirtschaftsfaktor Tourismus, Eventisierung, Reisevertrieb.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Rolle von Geschäftsreisen innerhalb des Städtetourismus, wobei der Fokus insbesondere auf der Entwicklung und den Herausforderungen des Standorts Hannover liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die theoretische Abgrenzung von Tourismusformen, die Struktur des Geschäftsreisemarktes, die Bedeutung der Messewirtschaft für Städte sowie die touristische Wertschöpfung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel besteht darin, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Geschäftsreisende stärker an die Destination Hannover gebunden werden können, um das städtische Tourismusaufkommen zu optimieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse aktueller statistischer Daten und Kennzahlen zur Tourismus- und Messeentwicklung in Hannover.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Städte- und Geschäftstourismus sowie eine detaillierte Fallstudie zur Tourismussituation der Stadt Hannover.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Kernbegriffe sind Städtetourismus, Geschäftsreisen, MICE, Hannover, Messestandort, Bleisure und Wirtschaftsfaktor Tourismus.
Welche Bedeutung hat der Wegfall der Messe CEBIT für Hannover?
Der Wegfall der CEBIT führte zu einem messbaren Rückgang der Übernachtungszahlen und stellte das Stadtmarketing vor die Herausforderung, neue Potenziale und alternative Reiseanlässe zu erschließen.
Was versteht man unter dem Begriff "Bleisure" im Kontext der Arbeit?
Bleisure beschreibt die Verschmelzung von geschäftlichen Reisen mit privaten Freizeitaktivitäten, was eine zentrale Chance darstellt, Geschäftsreisende länger in der Stadt zu halten.
- Arbeit zitieren
- Tuan-Son Pham (Autor:in), 2019, Geschäftsreisen als Marktsegment des Städtetourismus in Hannover. Strategien zur Verlängerung des Aufenthalts von Geschäftsreisenden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/509284