Soziale Medien wie Facebook oder Instagram sind aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Vor allem für Jugendliche und junge Erwachsene gehören sie fest zum täglichen Leben. Doch findet auf Social Media nicht mehr nur der Austausch mit sozialen Kontakten statt. Die Plattformen dienen auch der Selbstinszenierung und Meinungsbildung über Körperideale.
Nicht selten tragen diese Schönheitsideale zu einer verzerrten Körperwahrnehmung und einem negativen Körperselbstbild bei. Wie Jacqueline Ammer in ihrer Publikation zeigt, versuchen vor allem junge Frauen, den Idealen gerecht zu werden und entwickeln in der Folge Essstörungen. Doch hängt diese Entwicklung wirklich mit sozialen Netzwerken zusammen?
Ammer befasst sich mit dem Einfluss von Facebook und Instagram auf das Essverhalten von jungen Frauen im Alter von 15 bis 25 Jahren. Grundsätzlich erkranken deutlich mehr junge Frauen als Männer an Essstörungen, vor allem zwischen dem 15. und 24. Lebensjahr. Jacqueline Ammer verdeutlicht in ihrem Buch, wie sehr das weibliche Körperideal mit Schlankheit verknüpft ist.
Aus dem Inhalt:
- Schlankheitswahn;
- Diät;
- mentale Gesundheit;
- Selbstwahrnehmung;
- Selbstwertgefühl
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Körperbild
2.1 Körperbild und Körperschema
2.2 Selbstwahrnehmung und Identität
2.3 Selbstwertgefühl und Körperzufriedenheit
3 Essstörungen
3.1 Epidemiologie
3.2 Definition des Begriffs Essstörung
3.2.1 Body-Mass-Index
3.2.2 Waist-to-Hip-Ratio
3.2.3 Bioelektrische Impedanzanalyse
3.3 Ausprägungsformen von Essstörungen
3.3.1 Anorexia nervosa
3.3.1.1 Krankheitsbild
3.3.1.2 Folgen und Risiken
3.3.2 Bulimia nervosa
3.3.2.1 Krankheitsbild
3.3.2.2 Folgen und Risiken
3.3.3 Binge-Eating-Störung
3.3.3.1 Folgen und Risiken
3.3.4 Orthorexia nervosa
3.3.5 Gestörtes Essverhalten
4 Einfluss der sozialen Medien
4.1 Definition des Begriffs soziale Medien
4.1.1 Das Netzwerk Facebook
4.1.2 Das Netzwerk Instagram
4.1.3 Risiken durch die Nutzung von sozialen Medien
4.2 Mediale Vermittlung von Körperidealen
4.3 Einfluss von Facebook und Instagram auf Essstörungen
4.3.1 Facebook
4.3.2 Körpertrends und -bewegungen auf Instagram
4.3.2.1 Thinspiration
4.3.2.2 Pro-Ana und Pro-Mia
4.3.2.3 Fitspiration
4.3.3 Einfluss auf das Ernährungsverhalten
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einfluss der sozialen Netzwerke Facebook und Instagram auf die Entstehung von Essstörungen bei jungen Frauen im Alter von 15 bis 25 Jahren. Ziel ist es zu klären, inwieweit mediale Schönheitsideale und soziale Vergleiche zu einer verzerrten Körperwahrnehmung und essgestörtem Verhalten führen.
- Einfluss sozialer Medien auf das Körperbild junger Frauen
- Klinische Einordnung und Symptomatik verschiedener Essstörungen
- Mediale Vermittlung von Körperidealen durch Influencer
- Gefahren durch Trends wie Thinspiration, Fitspiration und Pro-Ana/Pro-Mia-Communities
- Zusammenhang zwischen digitaler Selbstdarstellung und Selbstwertgefühl
Auszug aus dem Buch
Einfluss der sozialen Medien
Noch nie zuvor waren soziale Medien so umfassend und präsent wie heutzutage. Sie sind ein selbstverständlicher Bestandteil des Medienalltags junger Menschen geworden.
Laut der JIM-Studie von 2017 gilt für 97% der Jugendlichen das Smartphone als unverzichtbarer Begleiter im Alltag. Dieses ermöglicht einen leichten Zugang zum Internet und somit zu den sozialen Medien. Knapp die Hälfte der Zeit, die Jugendliche im Netz verbringen, nutzen sie zur Kommunikation über soziale Netzwerke (Feierabend, Plankenhorn, & Rathgeb, 2017, S. 7 f.). Die sozialen Medien, oder auch „Web 2.0“, erschaffen jedoch nicht nur eine eigene Cyberwelt, sondern ermöglichen auch eine ständige Verfügbarkeit. Dies dient nicht nur um ständig zu kommunizieren, sondern dient auch als Ort, um sich selbst zu präsentieren (Kühne & Hintenberger, 2009, S. 17). Die Jugendlichen haben eine große Auswahl an verschiedensten Social-Media-Kanälen. Zu den drei meistgenutzten Social-Media-Plattformen zählen unter anderem Instagram, Snapchat und Facebook. Diese Medien bieten ein geeignetes Forum, um die Selbstpräsentation und die soziale Positionierung zu verwirklichen (Feierabend, Plankenhorn, & Rathgeb, 2017, S. 33 ff.). NutzerInnen können sich nämlich so darstellen, wie sie sich selbst sehen und gesehen werden möchten. Die Selbstdarstellung ist auf hohem Niveau, da die NutzerInnen in eine neue Rolle schlüpfen können, in der sie anders sein können als in der Realität (Blake, 2015, S. 32).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Social-Media-Nutzung für junge Frauen ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach deren Einfluss auf die Entstehung von Essstörungen.
2 Körperbild: Dieses Kapitel erläutert die psychologischen Grundlagen des Körperbildes, Körperschemas sowie deren Bedeutung für das Selbstwertgefühl und die Identitätsbildung.
3 Essstörungen: Es werden die medizinischen Aspekte, epidemiologische Daten und verschiedene Ausprägungsformen wie Anorexie, Bulimie und Binge-Eating detailliert beschrieben.
4 Einfluss der sozialen Medien: Dieser Hauptteil analysiert die Mechanismen hinter Plattformen wie Facebook und Instagram, die Verbreitung medialer Körperideale und die spezifischen Risiken durch Trends und Communities.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, dass soziale Netzwerke durch den permanenten Vergleich und unrealistische Ideale das Selbstwertgefühl negativ beeinflussen und Essstörungen begünstigen können.
Schlüsselwörter
Soziale Medien, Facebook, Instagram, Essstörungen, Körperbild, Körperzufriedenheit, Thinspiration, Fitspiration, Pro-Ana, Magersucht, Bulimie, Selbstwertgefühl, Influencer, Jugendliche, Körperwahrnehmung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie soziale Medien, insbesondere Facebook und Instagram, das Körperbild von jungen Frauen beeinflussen und inwiefern dies zur Entstehung von Essstörungen beitragen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die psychologischen Grundlagen des Körperbildes, die klinische Symptomatik von Essstörungen sowie die Mechanismen und Risiken digitaler Plattformen wie Fitspiration und Thinspiration.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den kausalen Zusammenhang zwischen dem Konsum medial inszenierter Körperbilder und dem Auftreten von psychischen Belastungen sowie essgestörtem Verhalten bei Frauen zwischen 15 und 25 Jahren zu untersuchen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine umfassende Literaturrecherche und die Auswertung aktueller Studien, um die Risikofaktoren und medienpsychologischen Zusammenhänge darzulegen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Darstellung klinischer Essstörungsformen und eine kritische Analyse des Einflusses der sozialen Medien auf das individuelle Gesundheitsverhalten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind soziale Medien, Essstörungen, Körperbild, Thinspiration, Fitspiration und das Selbstwertgefühl junger Frauen.
Welche Rolle spielen Influencer bei der Entstehung von Essstörungen?
Influencer prägen durch ihre Selbstdarstellung Schönheitsideale, die oft unrealistisch und mit extremem Gesundheitsfanatismus verbunden sind, wodurch ihre Follower unter massiven Druck geraten.
Warum wird speziell die Altersgruppe der 15- bis 25-Jährigen betrachtet?
Dieser Zeitraum gilt als kritische Phase für die Entwicklung einer Essstörung, da in diesem Alter Identitätsbildung und der Einfluss sozialer Vergleiche besonders stark ausgeprägt sind.
- Arbeit zitieren
- Jacqueline Ammer (Autor:in), 2020, Social Media und die Entstehung von Essstörungen bei jungen Frauen. Schönheitsideale auf Facebook und Instagram, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/509870