Digitalisierung in der Transportlogistik

Auswirkung auf die Überwachung des Güterverkehrs


Hausarbeit, 2018

24 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Forschungsfragen
1.3 Literaturrecherche
1.4 Aufbau der Arbeit

2 Grundlagen
2.1 Transportlogistik
2.2 Digitalisierung in der Transportlogistik
2.3 Grundlegende Überwachungstechnologien im Güterverkehr

3 Analyse der Chancen und Risiken, die durch die digitale Überwachung des Güterverkehrs entstehen
3.1 Chancen
3.1.1 Perspektive der Speditionsunternehmen
3.1.2 Perspektive der Kunden
3.2 Risiken
3.2.1 Perspektive der Speditionsunternehmen
3.2.2 Perspektive der Kunden
3.3 Zusammenfassende Darstellung der Analyseergebnisse

4 Handlungsempfehlungen für ein mittelständiges Speditionsunternehmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
4.1 Pilotprojekte auswählen und im eigenen Unternehmen vorantreiben
4.2 Abstimmung mit dem Kunden über Verwendung gewisser IT-Systeme
4.3 Berücksichtigung bei der Neuanschaffung von Transportfahrzeugen

5 Zusammenfassung
5.1 Ausmaß der Zielerreichung und Beantwortung der Forschungsfragen
5.2 Kritische Reflexion der methodischen Vorgehensweise

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Übersicht der Chancen aus Perspektive von Speditionsunternehmen

Tabelle 2: Übersicht der Chancen aus Perspektive des Kunden

Tabelle 3: Übersicht der Risiken aus Perspektive des Speditionsunternehmen

Tabelle 4: Übersicht der Risiken aus Perspektive des Kunden

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Transportleistungen im deutschen Giiterverkehr

1 Einleitung

1.1 Ausgangssituation

In beinahe allen Branchen sind Wirtschaftssysteme dem Druck durch den Trend der Di- gitalisierung ausgesetzt, die Chancen der neuen digitalen Welt frühzeitig zu erkennen und umzusetzen. Neben der Digitalisierung nimmt der Trend der Globalisierung erheblichen Einfluss auf die Transportlogistik. Durch die Globalisierung werden Waren über größere Entfernungen ausgetauscht, was zu einer längeren Transportdauer und -strecke führt.1 Produktionsunternehmen, aber auch Handelsunternehmen, reduzieren parallel die Lager- bestände zur Kostenreduktion, wodurch eine Liefersicherheit vorausgesetzt werden muss. Wird der Transport durch unvorhersehbare Missstände beeinflusst, benötigt der Kunde eine Information in Echtzeit, damit Lieferengpässe oder sogar Produktionsausfälle mög- lichst vermieden und kurzfristig Alternativen organisiert werden können. Diese und di- verse andere Anforderungen der Kunden zwingen die Transportunternehmen und auch Fahrzeughersteller dazu, dem Kunden eine konstante Transparenz der Lieferstrecke zu Verfügung zu stellen. Auch zur Optimierung der eigenen Wertschöpfung des Speditions- unternehmens ist eine Überwachung des Güterverkehrs hilfreich. Im Laufe der letzten Jahrzehnte wurden immer innovativere Hardwarelösungen zur Überwachung des Güter- verkehrs entwickelt, die schon jetzt direkt von Fahrzeugherstellern in die Transportfahr- zeuge standardmäßig integriert werden.

1.2 Forschungsfragen

Durch die Möglichkeit der permanenten Überwachung des Güterverkehrs, werden auch neue Anforderungen an den Markt gestellt. Ziel dieser Arbeit ist es zunächst die Verän- derungen für die Speditionsunternehmen und den Kunden durch die digitale Überwa- chung des Güterverkehrs zu ermitteln.

Die durch die Transparenz der digitalen Überwachung entstehenden Chancen und Risi- ken sollen aus Perspektive des Speditionsunternehmen und des Kunden betrachtet und analysiert werden.

Anschließend sollen die Chancen und Risiken bewertet und priorisiert werden, wodurch Handlungsempfehlungen für ein mittelständiges Speditionsunternehmen abgeleitet wer- den.

1.3 Literaturrecherche

Im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung und der Industrie 4.0 gibt es bereits seit langem die Kundenanforderung der Transparenz während des Transports. Beinahe jeder Fahrzeughersteller bietet hierzu eigene Lösungen an, während sich ganze Unternehmen fortan einzig und allein auf die Entwicklung und Vermarktung von digitalen Lösungen zur Überwachung des Güterverkehrs spezialisiert haben. Um die Anforderungen des Marktes aus den Blickwinkeln der Fahrzeughersteller, Speditionsdienstleister und dessen Kunden allgemein zu betrachten und zu analysieren, wurde diese Arbeit mittels einer Li- teraturrecherche erstellt. Da die Überwachung des Güterverkehrs nur ein Teil eines lan- gen Wertschöpfungsprozesses darstellt, wurde explizit Literatur zu den einschlägigen Be- grifflichkeiten wie Logistik 4.0, Industrie 4.0 und Digitalisierung in der Transportlogistik gesucht. Neben der Stadtbücherei Münster wurde das Internet als Informationsquelle ge- nutzt.

1.4 Aufbau der Arbeit

Um einen Überblick über die Grundlagen des Themas dieser Arbeit zu schaffen, werden im ersten, deskriptiven Teil Begrifflichkeiten wie die Transportlogistik, sowie die Digi- talisierung in der Transportlogistik erläutert. Des Weiteren wird durch eine Auflistung und Beschreibung aufgezeigt, welche grundlegenden Überwachungsmöglichkeiten im Güterverkehr derzeit eingesetzt und welche Daten hierdurch während des Transportes überwacht werden.

Im zweiten Teil dieser Arbeit werden die Chancen und Risiken analysiert, die durch die digitale Überwachung des Güterverkehrs entstehen. Nachdem hierbei aus Sicht der Spe- ditionsunternehmen die Chancen und Risiken analysiert wurden, werden ebenfalls aus Sicht der Kunden von Speditionsunternehmen die Chancen und Risiken analysiert. An- schließend werden die Ergebnisse der Analyse bewertet und priorisiert zusammengefasst und dargestellt.

Im pragmatischen, dritten Teil dieser Arbeit werden aus den Ergebnissen der Analyse Handlungsempfehlungen für ein mittelständiges Speditionsunternehmen zur Wettbewerbssteigerung abgeleitet. Hierbei soll verdeutlicht werden, was für Anforderun- gen gegenwärtig und zukünftig an Speditionsunternehmen gestellt werden und wie eine Umsetzung zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit oder gar zur Wettbewerbssteigerung auszusehen hat. Final wird im letzten Teil dieser Arbeit das Ausmaß der Zielerreichung erläutert und die Forschungsfragen beantwortet. Zudem wird eine selbstkritische Stellung zur methodischen Vorgehensweise genommen und die Forschungsergebnisse auf ihre Validität bewertet.

2 Grundlagen

2.1 Transportlogistik

Der Begriff der Transportlogistik setzt sich aus den Wörtern „Transport“ („Beförderung von Dingen oder Lebewesen“)2 und „Logistik“ („gesamter Fluss von Material, Energie oder Fertigprodukten“)3 zusammen. Zu den Aufgaben der Logistik gehören u.a. die Pla- nung, Steuerung, Bereitstellung und Optimierung aller Prozesse entlang des Materialflus- ses. Durch den „Council of Supply Chain Management Professionals “, wird das Logis- tik-Management wie folgt definiert: „Logistics management is that part of supply chain management that plans, implements, and controls the efficient, effective forward and re- verse flow and storage of goods, services, and related information between the point of origin and the point of consumption in order to meet customers' requirements.”4

Die Kombination beider Definitionen beschreibt demnach die Beförderung von Material o.ä. zu einer anderen Einheit innerhalb der Wertschöpfungskette und umfasst damit alle notwendigen Aufgaben der Logistik, die für den Transport notwendig sind. Eine Vertei- lung und Bereitstellung von Gütern und die daraus folgende Verbindung funktional zu- sammenhängender Bereiche einer Wertschöpfungskette, lässt sich als primäre Aufgabe der Transportlogistik definieren. Durch eine ganzheitliche Betrachtungsweise, aller für die Transportaufgabe relevanten Arbeits- und Informationsgrößen, soll eine möglichst hohe Liefersicherheit und eine möglichst hohe Auslastung der Transportkapazitäten bei möglichst geringen Transportkosten erzielt werden. 5 Bei der Organisation der Transport- logistik innerhalb eines Unternehmens wird zwischen Eigenbetrieb und Fremdbetrieb unterschieden. Bei der Transportorganisation im Eigenbetrieb, werden die Transportab- wicklungen durch eigene Transportmittel vorgenommen. Es werden also keine externen Firmen mit der Transportlogistik der zu befördernden Waren beauftragt. Durch die Inan- spruchnahme einer externen Logistikdienstleistung besteht die Möglichkeit, die Trans- portabwicklung im Fremdbetrieb zu organisieren. Insbesondere im internationalen Han- del wird die Transportabwicklung meist durch spezialisierte Logistikdienstleister im Fremdbetrieb organisiert, da zur Einfuhr von Waren unterschiedliche Lizenzen und Vo- raussetzungen erfüllt werden müssen. Zudem ist es im internationalen Warenverkehr oft nicht möglich, den Weg bis zum Empfänger mit einem Transportmittel durchzuführen.6 Im Rahmen der Globalisierung gewinnt die Transportlogistik immer mehr an Bedeutung. Durch die Verlagerung von Produktionsstätten in niedrig-Lohn-Länder oder den Einkauf günstigerer Waren aus dem Ausland, steigt der Bedarf nach einer organisierten Trans- portlogistik.7 Im Allgemeinen unterscheidet man im deutschen Güterverkehr folgende vier Verkehrsträger:

1. Straßengüterverkehr
2. Eisenbahngüterverkehr
3. Binnenschiffartverkehr
4. Rohrfernleitungen

Der Transport über Rohrfernleitungen (Pipeline) ist nur eingeschränkt nutzbar und mit einem großem Investitionsaufwand verbunden. Dieser Verkehrsträger hat daher eine ge- ringe Bedeutung im gesamten Transportaufkommen. Der Vorteil des Binnenschiffartver- kehrs sind die großen Lagerkapazitäten und die geringen Transportkosten. Spezielle Ver- packungserfordernisse und eine lange Transportdauer schränken die Möglichkeiten die- ses Verkehrsträgers jedoch ein. Aufgrund der Abhängigkeit der Wasserstraßen und die damit verbundene geringere Flexibilität, hält dieser Verkehrsträger ebenfalls einen gerin- gen Anteil am gesamten Transportaufkommen im deutschen Raum. Der Eisenbahngüter- verkehr ist insbesondere für sperrige große Güter geeignet. Zudem ist es mit mithilfe des Eisenbahngüterverkehrs möglich, Gefahrengüter zu transportieren, bei denen ein Trans- port über den Straßengüterverkehr gesetzlich untersagt ist. Sollten die Unternehmen nicht an einen direkten Bahnanschluss ansässig sein, werden weitere Kosten für die zeitintensive Umschlags- und Umladeleistungen fällig. Zudem wird der Rest des Trans- portweges im Straßengüterverkehr zu beschreiten sein. Der bedeutendste Vorteil des Stra- ßengüterverkehrs ist somit wohl die Flexibilität und die Möglichkeit, Waren von Haus zu Haus zu transportieren. Aufgrund der hohen Netzdichte und der individuellen Bestimm- barkeit der Transportroute, können Transportaufträge auch verknüpft und damit Trans- portkosten eingespart werden. Die Transportzeit ist bei kurzen- bis mittellangen Strecken relativ gering, da im Regelfall nur die Pausenzeiten des Fahrzeugführers und die Ver- kehrsdichte zu berücksichtigen sind.8 Auf der Abbildung 1 sind die Transportleistungen im deutschen Güterverkehr nach den beschriebenen Verkehrsträgern in Tonnenkilome- tern aufgeteilt. Hierbei ist zu erkennen, dass der Straßengüterverkehr in Deutschland als häufigster Transportweg genutzt wird und zudem das größte Wachstum zwischen den Jahren 2016 und 2017 wiederfuhr.9

Abbildung 1: Transportleistungen im deutschen Güterverkehr

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Statistisches Bundesamt, Transportleistungen im deutschen Güterverkehr, 2018

2.2 Digitalisierung in der Transportlogistik

Durch die digitale Erfassung von Waren und Transportströmen, können diese in Echtzeit verfolgt werden und Informationen über den Verbleib, Standort und den Zustand der Ware abgerufen werden.

Fahrzeuge werden mittels GPS-Tracking (Global Positioning System) erfasst, was dem Fuhrparkmanagement eine Transportroutenoptimierung in Echtzeit ermöglicht. Eine Vielzahl an Technologien ermöglicht es zusätzliche Informationen über die transportierte Ware und die Verpackung in Echtzeit abzurufen. Hierbei werden Informationen über den Zustand der Ware, wie die Temperatur, Füllmenge, Gewicht o.ä. erhoben. Die Daten mit den Informationen über die Waren werden mittels des Mobilfunknetzes oder Wireless LAN übermittelt und sind für Unternehmen oder dem Speditionsdienstleister ebenfalls in Echtzeit abrufbar. Durch die Ausstattung der Ware mit RFID-Sensoren (Radio Frequency Identification), werden die Waren bei Be- und Entladung der Transportfahrzeuge ge- scannt. Dies führt zu einem transparentem Logistikprozess, in dem die Waren schneller identifiziert und lokalisiert werden können.10 Fahrzeughersteller sind ebenfalls der Her- ausforderung ausgesetzt, neue, digitale Technologien in den Fahrzeugen zu integrieren.11

2.3 Grundlegende Überwachungstechnologien im Güterverkehr

Bei den Überwachungstechnologien wird zwischen drei verschiedenen Technologien un- terschieden:

1. Indikatoren

Indikatoren ermöglichen eine Überprüfung der Waren und eine Identifikation von mög- lichen Beschädigungen. Diese Überwachungstechnologie wird meist bei schadensanfäl- ligen Gütern verwendet. Bei den Indikatoren handelt es sich um Sensoren, bei denen vorab ein gewisser Toleranzbereich definiert wird. Verlassen die eingestellten Werte den vorab definierten Toleranzbereich, wird dies mithilfe der Sensoren aufgezeigt. Ein Be- spiel für Indikatoren wären u.a. Sicherheitssiegel oder Plomben, welche als Nachweis für eine unbefugte Öffnung oder Manipulation der Güter eingesetzt werden. Auch Erschüt- terungen können durch Indikatoren erfasst werden.

2. Daten-Logger

Daten-Logger zeichnen Informationen kontinuierlich, während des gesamten Transport- vorganges auf. Hierbei werden verschiedene Sensoren mit den Daten-Loggern verknüpft, die Informationen wie die Temperatur, die Neigung, oder die Feuchtigkeit der transpor- tierten Güter überwachen können. Angewendet wird dies häufig bei hochwertigen, empfindlichen Transportgütern. Der Vorteil bei Daten-Loggern ist, dass nicht nur die Messwerte, sondern ebenfalls die Zeit aufgezeichnet wird. Hierdurch kann im Schadens- fall der genaue Zeitpunkt des Schadens festgestellt werden. An der Entladestelle können dann die aufgezeichneten Messungen vom Daten-logger ausgewertet werden und dienen als Nachweis für die Anlieferung der unbeschädigten Güter.

[...]


1 Vgl. Zanker, C., Branchenanalyse Logistik, 2018, S.20.

2 Vgl. https://www.duden.de/, Zugriff am 11.12.2018.

3 Vgl. https://www.duden.de/, Zugriff am 11.12.2018.

4 Counc il of Supply Chain Management Professionals, Terms and Glossary, 2009, S.98.

5 Vgl. Martin, H., Transport und Lagerlogistik, 2016, S.99.

6 Vgl. Leitner, W., Logistik, Transport und Lieferbedingungen, 2015, S.1.

7 Vgl. Zanker, C., Branchenanalyse Logistik, 2018, S.20.

8 Vgl. Leitner, W., Logistik, Transport und Lieferbedingungen, 2015, S.4-8.

9 Vgl. https://de.statista.com/, Zugriff am 11.12.2018.

10 Vgl. Kruse Brandao, T., Wolfram, G., Digital Connection, 2018, S.42-43.

11 Vgl. https://www.transport-online.de/, Zugriff am 20.10.2018.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Digitalisierung in der Transportlogistik
Untertitel
Auswirkung auf die Überwachung des Güterverkehrs
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
2,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
24
Katalognummer
V509998
ISBN (eBook)
9783346088086
ISBN (Buch)
9783346088093
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Digitalisierung, Transportlogistik, Logistik 4.0, IT-Transport, Spedition
Arbeit zitieren
Lukas Schaffernicht (Autor), 2018, Digitalisierung in der Transportlogistik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/509998

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