Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse der vorhandenen Smart Home-Geschäftsmodelle auf dem deutschen Versicherungsmarkt und der anschließenden Entwicklung eines eigenen Geschäftsmodells für die Versicherungsbranche auf Basis der vorangegangenen Analyse. Die Zielsetzung dieser Arbeit ist es, dass Thema Smart Home in Bezug auf Versicherungen sachlich und kritisch aufzubereiten und einen Überblick zu dieser Thematik hinsichtlich Chancen und Risiken zu geben. Neben der eigenen Geschäftsmodellentwicklung, welche die Basis der Handlungsempfehlung darstellt, werden folgende Fragen beantwortet:
Welche Chancen und Risiken ergeben sich durch Smart Home-Geschäftsmodelle für Versicherer und Kunden? Was ist der grundsätzliche Nutzen an einem derartigen Geschäftsmodell und was sind die Werte dabei? Welche Herausforderungen gibt es für die Versicherungsbranche bei der Erstellung von Smart Home-Geschäftsmodellen?
Die Vernetzung des Haushaltes bringt für die Versicherungsbranche neben neuen Risiken, vor allem auch positive Aspekte und Chancen, insbesondere im Bereich der Schadenreduzierung mit sich. In der Hausrat- und Wohngebäudeversicherung entstehen durch die Gefahren Wasser und Feuer jährliche Schäden in Milliardenhöhe für die Versicherungsbranche. Die smarte Absicherung und Vernetzung der Haushalte könnte für Versicherer eine Möglichkeit sein, Schäden in diesem Bereich zu verringern bzw. komplett zu verhindern. Hierbei stellt sich allerdings die Frage, wie genau Versicherer diesen Nutzen für sich gewinnen können und wie Versicherungen und Anbieter von Smart Home-Geräten zusammenkommen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
1.3 Eingrenzung der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Smart Home
2.1.1 Begriffsdefinition Smart Home
2.1.2 Abgrenzung zum Internet der Dinge
2.2 Versicherungsbegriff
2.2.1 Begriffsdefinition Hausrat- und Wohngebäudeversicherung
2.2.2 Einordnung dieser Versicherungsarten in den Versicherungsmarkt
2.3 Geschäftsmodelle und Kooperationen
2.3.1 Begriffsdefinition Geschäftsmodell
2.3.2 Begriffsdefinition Kooperation
3 Methodenauswahl
3.1 Literaturrecherche
3.2 SWOT-Analyse
3.2.1 Definition und Beschreibung
3.2.2 Eingrenzung
3.3 Business Model Canvas
3.3.1 Definition und Beschreibung
3.3.2 Neun Elemente
4 Smart Home – Funktionsweise, Interessen und Anwendungsfelder
4.1 Smart Home-Geräte und -Systeme
4.2 Funktionsweise und Schlüssel-Komponenten
4.3 Interessen und Motive
4.4 Anwendungsfelder und Einsatzmöglichkeiten
5 Einführung in die Versicherungsbranche
5.1 Einblick in derzeitige Lage der Hausrat- und Wohngebäudeversicherung
5.2 Neue Herausforderungen
6 Smart Home und Geschäftsmodelle in der Versicherungsbranche
6.1 Analyse bisheriger Geschäftsmodelle auf dem Versicherungsmarkt
6.2 Bestehende Geschäftsmodelle und Kooperationen
6.2.1 AachenMünchener Versicherung AG
6.2.2 Allianz AG
6.2.3 AXA Versicherung AG
6.2.4 CosmosDirekt Versicherung AG
6.2.5 Die Bayerische Beamten Versicherung AG
6.2.6 ERGO Group AG
6.2.7 Gothaer Versicherungsbank VVaG
6.2.8 Grundeigentümer-Versicherung VVaG
6.2.9 Provinzial NordWest AG
6.2.10 R+V Allgemeine Versicherung AG
6.3 SWOT-Analyse der Smart Home Geschäftsmodelle
6.3.1 Chancen und Stärken aus Sicht der Versicherer
6.3.1.1 Vermeidung/ Verminderung von Schäden
6.3.1.2 Erweiterung der Absatzmöglichkeiten
6.3.1.3 Steigerung des Images
6.3.2 Risiken und Schwächen aus Sicht der Versicherer
6.3.2.1 Schäden durch Cyberkriminalität
6.3.2.2 Datenschutz und Datensicherheit
6.3.2.3 Kosten-Nutzen-Relation
6.3.3 Chancen und Stärken aus Sicht der Kunden
6.3.3.1 Innovative Versicherungsangebote
6.3.3.2 Erhöhung der Lebens- und Wohnqualität
6.3.3.3 Sicherheit durch Digitalisierung
6.3.4 Risiken und Schwächen aus Sicht der Kunden
6.3.4.1 Datenschutz, Datensicherheit und Cyberkriminalität
6.3.4.2 Kosten-Nutzen-Relation
6.3.4.3 Unvollkommener Versicherungsschutz
6.3.5 Zusammenfassung der Ergebnisse
7 Entwicklung eines eigenen Geschäftsmodells für die Versicherungsbranche anhand Business Model Canvas
7.1 Kundensegmente
7.2 Wertangebote
7.3 Kanäle
7.4 Kundenbeziehungen
7.5 Einnahmequellen
7.6 Schlüsselressourcen
7.7 Schlüsselaktivitäten
7.8 Schlüsselpartnerschaften
7.9 Kostenstruktur
7.10 Zusammenfassung eigenes Geschäftsmodell
8 Handlungsempfehlung
9 Kritische Analyse
10 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert kritisch das Potenzial von Smart-Home-Geschäftsmodellen innerhalb der Versicherungsbranche mit einem besonderen Fokus auf die Hausrat- und Wohngebäudeversicherung. Ziel ist es, Chancen und Risiken dieser Modelle zu evaluieren und auf dieser Basis ein eigenes, zukunftsfähiges Geschäftsmodell mittels der Business Model Canvas-Methode zu entwickeln.
- Analyse bestehender Smart-Home-Kooperationsmodelle auf dem deutschen Versicherungsmarkt.
- Untersuchung von Chancen und Risiken durch SWOT-Analyse aus Sicht von Versicherern und Kunden.
- Entwicklung eines innovativen Geschäftsmodells für Versicherer.
- Bewertung der Auswirkungen von Smart-Home-Technologien auf die Schadenprävention.
- Identifikation von Herausforderungen im Bereich Datenschutz und Datensicherheit.
Auszug aus dem Buch
6.3.1.1 Vermeidung/ Verminderung von Schäden
Von Kooperationen zwischen Smart Home-Anbietern und Versicherungen profitieren insbesondere Versicherer hinsichtlich der zusätzlichen Prävention. Durch Smart Home-Geräte in den Haushalten der Versicherten können viele Schäden direkt vermieden werden bzw. kommt es zu einer Begrenzung der Schäden. Dadurch können erhebliche Kosten im Bereich der Schadensregulierung bei Versicherern eingespart werden (vgl. Vandré, 2018, S. 38 f.).
In der Wohngebäudeversicherung spielt das Thema Schadensregulierung eine große Rolle. Aus der dargestellten Statistik vom GDV in Kapitel fünf geht hervor, dass in der Wohngebäudeversicherung die Leitungswasserschäden mit Abstand die größte Gefahr darstellen. Eine Verringerung dieser Schäden durch Vermeidung oder Begrenzung hätte eine zunehmend positive Auswirkung auf die Schaden-Kosten-Quote, da diese sich – wie dargelegt – in der Wohngebäudeversicherung bereits in einem kritischen Bereich befindet.
Das Geschäftsmodell der AXA Versicherung hat sich auf diese Art der Prävention spezialisiert. Der Wasserwächter steuert eigenständig ein aktives Abriegeln beim Überschreiten einer vorher festgelegten Wassermenge, schlägt Alarm bei Nässe an den angebrachten Sensoren und gibt allgemein Informationen zum Wasserverbrauch und zum Wassersystem. Durch dieses eigenständige Einschreiten des Wasserwächters bei Unstimmigkeiten im Leitungswasserbereich lassen sich große Schäden begrenzen. Die innovative Steuerung des Wasserwächters mittels App macht es zusätzlich möglich, Schäden direkt zu vermeiden, da verschiedenste Informationen zum Wasserstand, Verbrauch oder Druck jederzeit vom Versicherten einsehbar sind (vgl. Malz, 2018, S. 5 f.). Eine derartige Absicherung bietet auch der Baustein der Provinzial NordWest für die Hausrat- und Wohngebäudeversicherung. Das Smart-Home-Notfallmanagement erkennt frühzeitig drohende Leitungswasserschäden sowie Brände und steht zusätzlich, für den Fall eines Einbruchs, jederzeit in Alarmbereitschaft (vgl. Klein, 2018, o. S.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themengebiete Digitalisierung, Smart Home und Versicherungswirtschaft ein und stellt die Forschungsfrage und Zielsetzung der Thesis dar.
2 Theoretische Grundlagen: In diesem Kapitel werden grundlegende Begrifflichkeiten wie Smart Home, Versicherungsbegriffe sowie Definitionen zu Geschäftsmodellen und Kooperationen erläutert.
3 Methodenauswahl: Hier werden die angewandten Methoden, namentlich Literaturrecherche, SWOT-Analyse und Business Model Canvas, detailliert vorgestellt.
4 Smart Home – Funktionsweise, Interessen und Anwendungsfelder: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über Smart-Home-Technologien, ihre Funktionsweise, die Anwendungsfelder und die Interessen und Motive der Nutzer.
5 Einführung in die Versicherungsbranche: Es erfolgt eine Analyse der aktuellen Situation der Hausrat- und Wohngebäudeversicherung unter Verwendung aktueller Statistiken sowie eine Beschreibung der Herausforderungen.
6 Smart Home und Geschäftsmodelle in der Versicherungsbranche: In diesem zentralen Teil werden zehn Praxisbeispiele für Smart-Home-Kooperationen vorgestellt und mittels SWOT-Analyse kritisch auf Chancen und Risiken untersucht.
7 Entwicklung eines eigenen Geschäftsmodells für die Versicherungsbranche anhand Business Model Canvas: Basierend auf den vorherigen Analysen wird hier ein eigenes, innovatives Geschäftsmodell für Versicherer entwickelt.
8 Handlungsempfehlung: Das Kapitel leitet aus den gewonnenen Erkenntnissen strategische Empfehlungen für Versicherungsunternehmen ab.
9 Kritische Analyse: Hier wird die Thesis einer Reflexion unterzogen und Einschränkungen in der Untersuchungsmethodik oder Datengrundlage werden diskutiert.
10 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Relevanz von Smart Home in der Versicherungsbranche.
Schlüsselwörter
Smart Home, Versicherungsbranche, Geschäftsmodell, Hausratversicherung, Wohngebäudeversicherung, Digitalisierung, Kooperation, Schadenprävention, SWOT-Analyse, Business Model Canvas, Cyberkriminalität, Datenschutz, Kundenbeziehung, Innovation, Versicherungsschutz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Auswirkungen, die der Trend Smart Home auf die Versicherungsbranche – speziell die Hausrat- und Wohngebäudeversicherung – hat.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse aktueller Geschäftsmodelle, der Untersuchung von Kooperationen zwischen Versicherern und Technologieanbietern sowie der Entwicklung eines eigenen, kundenorientierten Modells.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit zielt darauf ab zu klären, welche Chancen und Risiken sich aus Smart-Home-Geschäftsmodellen für Versicherer und Kunden ergeben und wie ein zukunftsfähiges Modell gestaltet sein sollte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Zur methodischen Vorgehensweise zählen eine umfangreiche Literaturrecherche, die Durchführung einer SWOT-Analyse zur Untersuchung bestehender Modelle sowie die Modellierung eines neuen Geschäftsmodells mittels Business Model Canvas.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen zehn bestehende Praxisbeispiele von Versicherer-Kooperationen detailliert analysiert, gefolgt von einer tiefgehenden Chancen-Risiken-Abwägung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Smart Home, Versicherungswirtschaft, Geschäftsmodellentwicklung, Schadenprävention, Kooperation und Digitalisierung.
Welche spezifische Rolle spielt der Wasserwächter im Modell der AXA Versicherung?
Der Wasserwächter dient der Prävention von Leitungswasserschäden, indem er eigenständig den Zufluss abriegelt, falls eine definierte Wassermenge überschritten wird, und den Versicherten via App alarmiert.
Warum bindet die R+V Versicherung das "Malteser Care"-Projekt ein?
Das Projekt „Malteser Care“ verfolgt den Ansatz des "Ambient Assisted Living", um die Lebensqualität älterer oder pflegebedürftiger Menschen durch Automatisierung und Sensortechnik im Alltag zu erhöhen.
Wie gehen Versicherer mit der Kosten-Nutzen-Relation um?
Versicherer gehen häufig in Vorleistung, indem sie Hardware subventionieren, in der Hoffnung, dass sich diese Investition durch eine sinkende Schadenquote und damit niedrigere Schadensregulierungsaufwendungen langfristig auszahlt.
Welche Rolle spielen Datenschutz und Cyberkriminalität für die Kunden?
Kunden zeigen sich oft skeptisch gegenüber der Datennutzung und fürchten potenzielle Sicherheitslücken durch Hackerangriffe auf ihre vernetzten Haushalte, was ein zentrales Hindernis für die Marktdurchdringung darstellt.
- Arbeit zitieren
- Daniel Geldner (Autor:in), 2019, Smart Homes. Chancen und Risiken im Kontext von Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/510048