Chancen und Risiken der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank


Bachelorarbeit, 2017

77 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die EZB
2.1. Rechtliche Rahmenbedingungen
2.1.1. Organe
2.1.1.1. Das Europäische System der Zentralbanken
2.1.1.2. Das Eurosystem
2.1.1.3. Das EZB-Direktorium
2.1.1.4. Der EZB-Rat
2.1.2. Abstimmungsverfahren
2.1.3. Unabhängigkeit
2.1.3.1. Politische Unabhängigkeit
2.1.3.2. Personelle Unabhängigkeit
2.1.3.3. Funktionelle Unabhängigkeit
2.1.3.4. Finanzielle Unabhängigkeit
2.2. Ziele
2.3. Das geldpolitische Instrumentarium
2.3.1. Offenmarktgeschäfte
2.3.2. Ständige Fazilitäten
2.3.3. Die Mindestreserve

3. Der Wert des Geldes
3.1. Grundlagen
3.1.1. Definitionen
3.1.1.1. Geld und Güter
3.1.1.2. Geldpolitik und Fiskalpolitik
3.1.2 Die Funktionen von Geld
3.1.2.1. Geld als Recheneinheit
3.1.2.2. Tausch- und Zahlungsmittelfunktion
3.1.2.3. Wertaufbewahrungsfunktion
3.2. Ansätze zur Bestimmung des Geldwerts
3.2.1. 2-Säulen-Strategie
3.2.2. Quantitätstheorie
3.2.3. Angebot und Nachfrage
3.3. Folgen von Veränderungen des Geldwertes
3.3.1. Folgen von Inflation
3.3.1.1. Chancen von Inflation
3.3.1.2. Risiken von Inflation
3.3.1.2.1. Distributionseffekt
3.3.1.2.2. Ressourcenfehlallokation
3.3.2. Folgen von Deflation
3.3.2.1. Risiken von Deflation
3.3.2.1.1. Zurückhaltung von Ausgaben
3.3.2.1.2. Distributionseffekt
3.3.2.2. Chancen von Deflation
3.3.3. Zwischenfazit

4. Niedrigzinspolitik
4.1. Motive
4.1.1. Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009
4.1.2. Taylor-Zins und US-Geldpolitik
4.1.3. Indirekte monetäre Staatsfinanzierung
4.2. Risiken
4.2.1. Enteignung der Sparer
4.2.2. Bildung von Vermögenspreisblasen
4.3. Chancen
4.3.1. Deflationsbekämpfung
4.3.1.1. Kreditvergaben an Unternehmen
4.3.1.2. Kreditvergabe an Staaten und Privathaushalte
4.3.1.3. Empirische Belege
4.3.1.4. Zwischenfazit
4.3.2. Stärkung der Konjunktur
4.3.2.1. Setzung von Anreizen
4.3.2.2. Vermeidung von Einkommenskonzentration
4.3.3. Finanzierung von Staaten

5. Kauf von Staatsanleihen
5.1. Motive
5.1.1. Störungen im Transmissionsmechanismus
5.1.2. Europa als Währungsraum
5.2. Chancen
5.3. Risiken
5.3.1. Inflation
5.3.2. Aufblähung einer Staatsanleihen-Blase
5.3.3. Moral Hazard

6. Zusammenfassung und Fazit

Anhang

Internetquellen

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Stimmen-, Haftungs-, Kapitalanteile im EZB-Rat

Abbildung 2 Stimmenanteile EZB-Rat

Abbildung 3 Zwei-Säulen-Strategie

Abbildung 4 Geldmenge und Inflation im Euroraum

Abbildung 5 Überschüssige Geldmenge und Inflation’ (langfristig)

Abbildung 6 Überschüssige Geldmenge und Inflation Euroraum

Abbildung 7 Überschüssige Geldmenge und Inflation (kurzfristig)

Abbildung 8 Überschüssige Geldmenge und niedrige Inflation (langfristig)

Abbildung 9 Phillipskurve

Abbildung 10 Wirkung erwarteter Inflation

Abbildung 11 Langfristige Phillips-Kurve

Abbildung 12 Deflatorische Lücke

Abbildung 13 Zinsentwicklung im Euroraum

Abbildung 14 Taylor-Zins und Leitzins

Abbildung 15 Taylor-Zins und Federal Funds Rate

Abbildung 16 Leitzinsen in führenden Industrienationen

Abbildung 17 DAX30-Chart

Abbildung 18 Rendite/Leitzins und kreditfinanzierte Investitionen

Abbildung 19 Entwicklung Inflationsrate und Leitzins Japan

Abbildung 20 Entwicklung Inflationsrate und Leitzins Eurozone

Abbildung 21 IS-LM-Modell

Abbildung 22 Vereinfachte Darstellung des Transmissionsmechanismus

Abbildung 23 Entwicklung gesamtwirtschaftlicher Investitionen 2008 bis 2016

Abbildung 24 Target2-Salden ausgewählter Staaten der Eurozone

Abbildung 25 Rendite 10-jähriger griechischer Staatsanleihen

Abbildung 26 Rendite 10-jähriger italienischer Staatsanleihen

Abbildung 27 Rendite 10-jähriger spanischer Staatsanleihen

Abbildung 28 Rendite 10-jähriger portugiesischer Staatsanleihen

Einleitung

Im März 2016 senkte die Europäische Zentralbank den Leitzins erstmals in ihrer Geschichte auf 0% herab.1 Diese Entscheidung ging konform mit dem bereits seit mehreren Jahren eingeschlagenen Kurs der Zinssenkungen und der immer billigeren Vergabe von Krediten an Geschäftsbanken. Mit einem Einlagesatz von -0,4 % ist man bereits im Bereich der Negativzinsen angekommen und greift damit zunehmend auf geldpolitische Mittel zurück, zu denen man in der Geschichte noch kaum Erfahrungen sammeln konnte.2

Als Reaktion auf die Finanzkrise 2008 und die drohende Staatspleite Griechenlands, kaufte die EZB erstmals Staatsanleihen von Mitgliedsstaaten und begab sich damit in eine rechtliche Grauzone.3 Diese ungewöhnliche Geldpolitik provozierte viel Kritik aus der Öffentlichkeit, trug aber möglicherweise auch dazu bei, dass sich noch kein EU- Mitgliedsstaat vom Euro getrennt hat. Befürworter der Geldpolitik der EZB sprechen ihr daher eine wichtige Rolle in der Erhaltung der Integrität eines gemeinsamen Währungsraums zu.

Die von der EZB verfolgten Strategien haben weitreichende wirtschaftliche und soziale Folgen für die Menschen Europas. Die Tragweite der Entscheidungen und der Mangel an Erfahrungen mit den, von der EZB in den letzten Jahren verwendeten, geldpolitischen Mitteln, machen fundierte Untersuchungen zu möglichen Chancen und Risiken deshalb umso wichtiger. Die Untersuchungen im Rahmen dieser Arbeit sollen daher positive und negative Konsequenzen wichtiger geldpolitischer Entscheidungen der Vergangenheit und Gegenwart abwägen und sich daraus ergebende, mögliche Strategien für die Zukunft aufzeigen. Dabei werden auch sehr grundlegende Aspekte mit Bezug zur Geldpolitik der EZB, wie ihre Zielsetzung, ihre geldpolitische Strategie und der Euroraum als Währungsraum, hinterfragt.

In Kapitel 2 soll der Leser zunächst mit Hintergrundinforationen zum Aufbau und der Funktionsweise der EZB versorgt werden. Ein Ziel von Kapitel 3 ist es, Ansätze zur Geldwertbestimmung zu zeigen und anhand dieser, die Ursachen von Geldwertveränderungen im Allgemeinen zu zeigen. Anhand einer Analyse der Folgen von Geldwertveränderungen, soll anschließend das Inflationsziel der EZB bewertet werden und gleichzeitig wichtiges Grundlagenwissen für Kapitel 4 und 5 vermittelt werden. In Kapitel 4 soll die Niedrigzinspolitik der EZB bewertet- und Motive aufgezeigt werden, die den geldpolitischen Kurs im Zusammenhang der Niedrigzinspolitik geprägt haben könnten. In Kapitel 5 sollen Chancen und Risiken der Staatsanleihen-Käufe durch die EZB aufgewogen werden. Auch in diesem Zusammenhang soll zunächst die Frage nach der Ursache der Notwendigkeit dieser Zentralbankintervention beantwortet werden.

2. Die EZB

Im Folgenden sollen wesentliche Hintergrundinformationen zur Funktionsweise der EZB vermittelt werden.

2.1. Rechtliche Rahmenbedingungen

Rechtliche Grundlage der EZB ist der Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union4, sowie die Satzung des Europäischen Systems der Zentralbanken und der Europäischen Zentralbank. Die EZB wurde am 1. Juni 1998 im Sinne dieser Satzung geschaffen.5

2.1.1. Organe

Mit der Gründung des europäischen Währungsraums im Januar 1999, ging die Zuständigkeit für die Durchführung der Geldpolitik von den nationalen Zentralbanken der Mitgliedsstaaten auf die EZB über (EZB 2011, S.13).

2.1.1.1 Das Europäische System der Zentralbanken

Das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) umfasst die EZB und die nationalen Zentralbanken der EU-Mitgliedstaaten (also auch Zentralbanken der Mitgliedsstaaten, die den Euro nicht eingeführt haben).6

2.1.1.2. Das Eurosystem

-bwohl das Eurosystem neben der EZB auch die Zentralbanken der Euro-Länder umfasst, soll im Rahmen dieser Arbeit nicht zwischen Eurosystem und EZB unterschieden werden.7

2.1.1.3. Das EZB-Direktorium

Das EZB-Direktorium besteht aus dem EZB-Präsidenten (derzeit der Italiener Mario Draghi), sowie dem Vizepräsidenten und vier weiteren Mitgliedern.8

2.1.1.4. Der EZB-Rat

-berstes Organ der EZB ist der EZB-Rat. Er besteht aus den 6 Mitgliedern des EZB- Direktoriums und den Präsidenten der Nationalbanken der derzeit 19 Mitgliedsstaaten des Euroraums. Neben geldpolitischen Zielen und Leitlinien, legt er auch den Leitzins fest und trifft Beschlüsse zur Bereitstellung von Zentralbankgeld im Eurosystem.9 Bei den, in der Regel zweimal pro Monat stattfindenden, Tagungen des EZB-Rats in Frankfurt, werden wirtschaftliche und monetäre Entwicklungen diskutiert und alle 6 Wochen daraus resultierende Beschlüsse gefasst. Diese Beschlüsse werden auf den ebenfalls alle 6 Wochen stattfindenden Pressekonferenzen des EZB-Rats, vom EZB- Präsidenten verkündet.10

2.1.2. Abstimmungsverfahren

Seit dem Beitritt Litauens in den Euroraum, wird bei der Stimmenvergabe im EZB-Rat ein sogenanntes Rotationsverfahren angewendet, das vorsieht, dass die Notenbankpräsidenten der Deutschen Bundesbank, der Banco de España, der Banque de France, der Banca d’Italia und der De Nederlandsche Bank (zwar anwesend sind, aber) in jedem fünften Monat ihre Stimme nicht abgeben dürfen.11 Diese Auswahl ergab sich dadurch, dass die Länder12 dieser Notenbanken auf einer Rangliste, auf der die „Wirtschaftskraft und Größe des Finanzsektors“13 die wesentlichen Kriterien waren, die ersten 5 Plätze belegten. Die Notenbankpräsidenten kleiner Länder dürfen in 3 von 14 Monaten nicht von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen. Die Einführung dieses Rotationssystems wurde mit dem Beitritt Litauens nötig, um das in Verträgen vorgeschriebene Verhältnis der Stimmrechte der nationalen Notenbankpräsidenten zu den Stimmrechten der Direktoriumsmitglieder nicht zu überschreiten.14 Auffällig ist bei einer näheren Betrachtung, dass das sich aus dem Rotationssystem ergebende relative Stimmenverhältnis der kleinen Länder von 11/14=0,7857 nur marginal kleiner ist, als der Stimmenanteil der großen Länder (4/5=0,8) (Sinn 2015, S.45). Deutschland, Frankreich und Italien sind die Länder mit den höchsten Einwohnerzahlen15, den größten Haftungs- und Kapitalanteilen (ibid.) an der EZB und den größten Volkswirtschaften im Euroraum16. Sie besitzen je ein Direktoriumsmitglied und Sinn (ibid.) berechnet die Herkunftsländer der Direktoriumsmitglieder dementsprechend in die Stimmenanteile ein (vgl. Abbildung 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Stimmen-, Haftungs-, Kapitalanteile im EZB-Rat17

Dennoch besitzen diese Länder denselben Stimmenanteil im EZB-Rat, wie etwa Luxemburg oder Belgien, was auf ein starkes Missverhältnis hindeutet (vgl. Abbildung 2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Stimmenanteile EZB-Rat18

Gerade im Hinblick auf drohende Staatspleiten von EU-Mitgliedsstaaten (vgl. Kap. 5), ist es wichtig, sich über diese Missverhältnisse im Klaren zu sein, da letztlich wohl der EZB­Rat Entscheidungen bezüglich der Haftung für die Staatsschulden insolventer Staaten treffen würde.

2.1.3 Unabhängigkeit

Nach Artikel 108 des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, ist es der EZB verboten, Anweisungen von anderen EU-Organen, Regierungen oder Mitgliedsstaaten entgegenzunehmen.19

2.1.3.1. Politische Unabhängigkeit

Um die Bedeutung dieses Unabhängigkeitsgebots zu verstehen, ist es nötig, sich über dessen historischen Hintergrund im Klaren zu sein: die Geschichte liefert viele Beispiele, welche Auswirkungen ein Geldmonopol in staatlicher Hand haben kann. Im europäischen Kontext sei aber hier nur die Hyperinflation von 1914 bis 1923 in Deutschland genannt. In dieser Zeit hatte Deutschland wegen den Kosten des ersten Weltkriegs und den Reparationszahlungen nach dem Krieg, sehr hohe Staatsausgaben. Die daraufhin extrem ansteigende Staatsverschuldung wurde über eine Geldmengenerhöhung finanziert, was einen extremen Preisanstieg zur Folge hatte.20 Um derartige Entwicklungen zu vermeiden gibt es im Eurosystem ein Weisungsverbot von Regierungen, wodurch vermieden werden soll, die langfristige Preisstabilität zu Gunsten kurzfristiger Finanzierung von Regierungen zu opfern.21 In diesem Zusammenhang spricht man von der politischen Unabhängigkeit der EZB.

2.1.3.2. Personelle Unabhängigkeit

Die Unabhängigkeit der entscheidungsbefugten Personen, die personelle Unabhängigkeit, wird durch langfristige Verträge, die nicht vorzeitig gekündigt werden können, gewährleistet (Issing 2014, S. 50). Außerdem können die Mandate der EZB- Direktoriumsmitglieder nicht verlängert werden.22 Damit soll opportunistisches Verhalten23 verhindert werden (Sinn 2015, S.43).

2.1.3.3. Funktionelle Unabhängigkeit

Da die EZB zudem über alle, für die Steuerung der Geldpolitik nötigen, Instrumente verfügt und selbst über deren Einsatz entscheidet, ist auch die funktionelle Unabhängigkeit gegeben.24

2.1.3.4. Finanzielle Unabhängigkeit

Laut Schwarzer (2015, S. 44), ist die finanzielle Unabhängigkeit dadurch gewährleistet, dass der EZB-Rat das Budget der EZB selbst verabschiedet. Finanzvereinbarungen der EU gelten also nicht für die EZB.25

2.2. Ziele

Das vertraglich verankerte, vorrangige Ziel der EZB ist die Preisstabilität, die sie selbst als eine Inflation von unter, aber nahe 2% definiert hat.26 Die Tatsache, dass sie Preisstabilität nicht - wie man es erwarten würde - mit einer Inflation von 0% definiert, liegt darin begründet, dass die EZB eine Art Sicherheitspuffer zu drohenden Deflationsrisiken halten möchte (EZB 2011, S.71). Gemessen wird die Inflation anhand des Harmonisierten Index der Verbraucherpreise (HVPI) bzw. anhand des Verbraucherpreisindex (VPI)27. Das Ziel der Preisniveaustabilität basiert auf den Faktoren Inflation und Geldmenge, den „zwei Säulen der Geldpolitik“ (Schwarzer 2015, S.45). Preisstabilität ist für die EU, gemeinsam mit einem ausgewogenen Wirtschaftswachstum, wiederum Grundlage für die Erreichung ihrer Ziele, zu denen unter anderem auch die Vollbeschäftigung zählt.28 Deutlich gemacht wird daher in Artikel 127 Absatz 1 des AEU-Vertrags, die Unterordnung wirtschaftspolitischer Ziele des ESZB, gegenüber dem Ziel der Preisstabilität. Das ESZB unterstützt die Wirtschaftspolitik und Ziele der EU, „soweit dies ohne Beeinträchtigung des Zieles der Preisstabilität möglich ist“29. Neben Freiheit, Sicherheit und Umweltschutz, zählt die EU einen gemeinsamen Binnenmarkt, sowie eine „Wirtschafts- und Währungsunion, deren Währung der Euro ist“30, zu ihren wichtigsten Zielen.

2.3. Das geldpolitische Instrumentarium

Zunächst ist anzumerken, dass die Geldpolitik der EZB zwar vom EZB-Rat zentral entschieden wird, aber von den nationalen Zentralbanken durchgeführt wird (Issing 2014, S.108). Für die geldpolitische Steuerung stehen der EZB drei Instrumente zur Verfügung: Offenmarktgeschäfte, ständige Fazilitäten und die Mindestreserve (ibid., S. 109ff).

2.3.1. Offenmarktgeschäfte

Die Zinssätze und die Versorgung der Geschäftsbanken mit Liquidität, wird zum größten Teil mit Hilfe von Offenmarktgeschäften gesteuert. Die EZB unterscheidet bei -Offenmarktgeschäften zwischen befristeten Transaktionen, endgültigen Käufen31 bzw. Verkäufen, Devisenswapgeschäften, Hereinnahmen von Termineinlagen und Emissionen von EZB-Schuldverschreibungen.32 Sowohl für den Fortgang dieser Arbeit, als auch für die Geldpolitik der EZB, spielen Devisenswapgeschäfte, Hereinnahmen von Termineinlagen und Emissionen von EZB-Schuldverschreibungen eine geringe Rolle und sollen daher hier nicht näher erläutert werden.

Die wichtigste Kategorie von Offenmarktgeschäften sind befristete Transaktionen, die Hauptrefinanzierungsgeschäfte und längerfristige Refinanzierungsgeschäfte umfassen (EZB 2011, S.112f). Bei Hauptrefinanzierungsgeschäften wird wöchentlich von der Zentralbank geschaffenes Geld, das sogenannte „Zentralbankgeld“, gegen Hinterlegung von Sicherheiten an Kreditinstitute versteigert (ibid., S. 113). Zwischen dem 27. Juni 2000 und 15. Oktober 2008, wurden im Rahmen dieser Versteigerungen sogenannte „Zinstender“ angewendet, bei denen der von den Geschäftsbanken gebotene Zinssatz und ein von der EZB festgelegtes Gesamtvolumen darüber entschied, wie viel Liquidität letztendlich jeder einzelnen Bank zugeteilt wurde (ibid., S. 114). Bei dem seitdem angewandten Versteigerungsverfahren der Mengentender, entscheidet die EZB das Gesamtvolumen der angebotenen Kredite und legt auch den Zinssatz fest.33 Den vom EZB-Rat festgelegten Zinssatz nennt man Hauptrefinanzierungssatz oder Leitzins34. Auch die bis dahin üblichen Laufzeiten von einer Woche bei Hauptrefinanzierungsgeschäften, bzw. 3 Monaten bei längerfristigen Refinanzierungsgeschäften, wurden erhöht (Issing 2014, S.110f). Während also zuvor die Zentralbankgeldmenge durch den Leitzins, Frist und in ihrer Menge limitiert war, ist man im Zuge der Finanzkrise 2008 auf ein Mengentender mit Vollzuteilung35 umgestiegen (EZB 2011, S.114). Der Leitzins liegt aktuell bei 0%.36

2.3.2 Ständige Fazilitäten

Ständige Fazilitäten ermöglichen es Geschäftsbanken, Liquidität gegen einen Einlagezinssatz bei der Notenbank anzulegen, oder über Nacht Liquidität aufzunehmen (Spitzenrefinanzierungssatz) (EZB 2011, S. 117). Die Höhe dieser Zinssätze bestimmt der EZB-Rat (Issing 2014, S. 111). Seit Mai 2014 verlieren Geschäftsbanken durch einen negativen Einlagezins faktisch Geld, wenn sie dieses bei der EZB anlegen (vgl. Abbildung 13).37

2.3.3. Die Mindestreserve

Auch über Mindestreserven kann die EZB ihre Geldpolitik umsetzen. Mindestreserven verpflichten Geschäftsbanken, einen bestimmten Prozentsatz der Verbindlichkeiten aus reservepflichtigen Einlagen bei ihrer nationalen Zentralbank anzulegen.38 Dieser Prozentsatz lag zunächst bei 2% und seit Januar 2012 bei nur noch 1%.39 Durch das Mindestreservesystem werden die Geldmarktsätze stabilisiert und es wird eine strukturelle Liquiditätsknappheit generiert (Schwarzer 2015, S.47).

3. Der Wert des Geldes

Geld, so wie man es heute kennt, besitzt keinen intrinsischen, physischen Wert. Letztendlich ist es bedrucktes Papier oder Ziffern auf einem Computer. Der Wert von Geld misst sich daran, was oder wie viel man damit kaufen kann, also an seinem Gegenwert. Während der (Gegen-)Wert von Geld in Bezug auf alltägliche Kaufgeschäfte recht einfach zu ergründen ist, gestaltet sich die Frage nach dem Wert des Geldes einer ganzen Volkswirtschaft deutlich schwieriger. Die Suche nach einem Gegenwert würde bereits am Erfassungsaufwand des Volksvermögens40 scheitern (Peto 2001, S.45). Während sich die Geldmenge zwar nominell beziffern lässt, fehlt also für den Wert dieser Geldmenge ein aussagekräftiger Parameter. Die Volkswirtschaft beschäftigt sich daher bei der Frage nach dem Wert von Geld eher mit Faktoren, die den Geldwert positiv oder negativ beeinflussen, als diesen nominell zu beziffern. In Kapitel 3 soll dementsprechend die Frage beantwortet werden, worauf Änderungen des Geldwertes zurückzuführen sind und welche Auswirkungen diese haben können. Anhand dieser Fragestellung soll das Inflationsziel der EZB bewertet werden und auf ihre Herangehensweise an die Frage nach der Ursache von Veränderungen des Geldwertes betrachtet werden.41

3.1. Grundlagen

Zunächst sollen einige Grundlagen vermittelt werden, die für ein Verständnis von Geld und Geldpolitik wesentlich sind.

3.1.1. Definitionen

Dafür sollen im Folgenden einige Definitionen getroffen werden.

3.1.1.1. Geld und Güter

Die EZB unterscheidet, in Bezug auf die Geldmenge, zwischen den Geldmengenaggregaten M1,M2 und M3 (EZB 2011, S.52). Görgens et al. (2009, S.183) zeigen und erklären deren genaue Zusammensetzung und Bedeutung. Für das Verständnis dieser Arbeit genügt jedoch die Definition, dass die Geldmenge alles Geld umfasst, das sich „in Händen von Nichtbanken“42 befindet. Als „Nichtbanken“ bezeichnet man in diesem Zusammenhang Regierungen, sowie Privatleute und Unternehmen. In Händen von Nichtbanken ist auch Geld, das Banken gehört, aber Nichtbanken geliehen wurde (Kredite).

Güter, für die eine Verkaufsabsicht seitens ihres Eigentümers besteht, können als Güterangebot interpretiert werden. Als „Güter" sollen Vermögensgüter und Konsumgüter bezeichnet werden. Zwischen Dienstleistungen und Sachgütern soll im Rahmen von Konsumgütern nicht unterschieden werden, da in der Regel für beide Güterarten nur einmal Geld angeboten wird (Mussel 2000, S.19).

3.1.1.2. Geldpolitik und Fiskalpolitik

Geldpolitik ist dazu geeignet, Inflation und Unterbeschäftigung zu verhindern. Ihr Ziel ist es, langfristig günstige Bedingungen für wirtschaftliche Aktivitäten zu gewährleisten und die Wirtschaft so mit Geld zu versorgen, dass güterwirtschaftliche Prozesse nicht gestört werden (Bartling und Luzius 2008, S.240). Für die Geldpolitik in Europa ist das Europäische System der Zentralbanken zuständig. Allein die EZB hat das Recht, die Ausgabe von Banknoten und Münzen in Europa zu genehmigen (ibid., S.234).

Im Gegensatz zu Geldpolitik, ist Fiskalpolitik ein wirtschaftspolitisches Instrument und steht Staaten zur Verfügung. Während Geldpolitik die Geldmenge steuert, wirkt sich Fiskalpolitik über die Gestaltung der Staatsausgaben und -Einnahmen auf die gesamtwirtschaftliche Güternachfrage aus. Ziel von Fiskalpolitik sind geringe Arbeitslosenquoten und niedrige Inflationsraten (Samuelson und Nordhaus 1998, S. 857).

3.1.2 Die Funktionen von Geld

In Bezug auf die Funktionen von Geld unterscheidet die Bundesbank zwischen der Tausch- und Zahlungsmittelfunktion, der Funktion als Recheneinheit, sowie der Wertaufbewahrungsfunktion.43

3.1.2.1. Geld als Recheneinheit

Geld ermöglicht es, den Wert von Gütern über durch die Schaffung einer Bezugsgröße, also eines Gegenwerts, zu beziffern und zu vergleichen. Um seine Funktion als Wertmaßstab zu erfüllen, muss es ausreichend teilbar sein und im Wert konstant bleiben.44 Während man, ohne die Benutzung von Geld, viele verschiedene Austauschverhältnisse von Waren als Indikatoren für deren Knappheit oder Werthaltigkeit bräuchte, bietet Geld innerhalb eines Währungsraums einen universellen Gegenwert45.

3.1.2.2. Tausch- und Zahlungsmittelfunktion

Daraus folgt, dass Geld den Austausch von Gütern massiv vereinfacht und ein Wirtschaftsgeschehen mit funktionierender Arbeitsteilung, wie man es heute kennt, wohl überhaupt erst ermöglicht. Geld kann aber auch als Zahlungsmittel fungieren, ohne dass es dabei gleichzeitig zum Güteraustausch kommt (Wagenblaß 2001, S.140).46

3.1.2.3. Wertaufbewahrungsfunktion

Eine wichtige Funktion von Geld, ist die Wertaufbewahrung in Form von Geldhaltung. Die Wertaufbewahrungsfunktion des Geldes zeigt sich auch daran, dass sich der für zukünftige Perioden erwartete Geldwert auf Konsum-, Spar- und Investitionsneigung geldhaltender Individuen in der Gegenwart auswirkt (Wagenblaß 2001, S.111).47

Vor einer Analyse der Folgen von Geldwertveränderungen, sollen zunächst deren Ursachen betrachtet werden. Dafür sollen verschiedene Ansätze zur Bestimmung des Geldwerts verglichen und miteinander in Verbindung gebracht werden. Die Frage nach der Ursache von Veränderungen des Geldwertes, soll in diesem Kapitel im Allgemeinen beantwortet werden, um in Kapiteln 4 und 5 bestimmte, geldpolitische Maßnahmen der EZB mit Geldwertveränderungen in Verbindung zu bringen.48 Dementsprechend soll in diesem Kapitel insbesondere die Herangehensweise der EZB an diese komplexe Frage gezeigt werden. Weiterhin soll das Verhältnis zwischen Geldmengenerhöhungen und Angebot und Nachfrage im Hinblick auf den Geldwert betrachtet werden.

3.2.1. 2-Säulen-Strategie

Die geldpolitische Strategie gibt die Vorgehensweise einer Zentralbank bei der Verfolgung ihrer Ziele vor (Jarchow 2010, S.10). Die 2-Säulen-Strategie ist, neben der quantitativen Definition von Preisstabilität, eines der beiden Kernelemente der geldpolitischen Strategie der EZB (EZB 2011, S.69). Grundlage für Entscheidungen des EZB-Rats zur Erreichung der Preisstabilität, ist die wirtschaftliche und die monetäre Analyse (Vgl. Abbildung 3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Zwei-Säulen-Strategie49

Die wirtschaftliche Analyse befasst sich mit kurz- bis mittelfristigen Faktoren der Preisentwicklung (ibid., S. 75). Zu diesen Faktoren zählen Preis- und Kostenindizes (unter anderem Löhne und Gehälter), Zinsentwicklungen, Wechselkurse, sowie Branchen- und Verbraucherumfragen (Gischer et al. 2012, S. 345). Die wirtschaftliche Analyse orientiert sich also stark an realwirtschaftlichen Faktoren, die Angebot und - Nachfrage beeinflussen (EZB 2011, S.75).

Die monetäre Säule misst dagegen die Geldmenge, die die langfristige Entwicklung des Geldwerts beeinflusst (Schwarzer 2015, S.45). Die monetäre Säule analysiert „Inflationsprognosen auf Grundlage quantitätstheoretischer Zusammenhänge“ (Gischer et al. 2012, S.346). In welchem Verhältnis die wirtschaftliche- und monetäre Säule genau zueinander stehen, bleibt jedoch unklar (ibid., S. 350). Mit der Quantitätstheorie und dem Angebot und Nachfrage-Modell wird dieses Verhältnis und damit die Grundlage für geldpolitische Entscheidungen der EZB, genauer analysiert.

3.2.2 Quantitätstheorie

Gemäß der Quantitätstheorie, hängt das Preisniveau50 allein von der Höhe der Geldmenge in Umlauf ab (Issing 2007, S.153). Nimmt man an, dass das Handelsvolumen und die Umlaufgeschwindigkeit konstant bleiben, ergibt sich die Quantitätstheorie als Folge der Quantitätsgleichung (ibid.):

Geldmenge*Umlaufgeschwindigkeit51 =Preisniveau*Transaktionsvolumen52 (Miles et al. 2012, S.307).

In Anwendung der Quantitätsgleichung auf den Euroraum von 2001 bis 2015, ergibt sich jedoch nur eine relativ geringe Korrelation53 von 0,497 zwischen Geldmengenwachstum und Inflationsrate54 (vgl. Abbildung 4).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4 Geldmenge und Inflation im Euroraum55.56.57.58

So einfach, wie es die Quantitätstheorie vorgibt, lässt sich die Inflationsrate also nicht Vorhersagen und kontrollieren. Auch Illing (1997, S.47) konstatiert, dass die Aussagen der Quantitätstheorie, wenn überhaupt, nur bedingt zutreffen und die Berücksichtigung weiterer Faktoren erforderlich ist.

3.2.3. Angebot und Nachfrage

Im Folgenden soll der Zusammenhang zwischen Quantitätstheorie und Angebot und Nachfrage-Modell hergestellt werden. In Bezug auf das Angebot und Nachfrage-Modell, ist es wichtig, sich zunächst einige Grundlegende Aspekte zu verinnerlichen.

Jeder Punkt auf der Güternachfragelinie stellt eine Zahlungsbereitschaft zu einem entsprechenden Maximalpreis dar. Es gilt daher, dass jedes Geldangebot einer Güternachfrage entspricht. Gleichzeitig verlangt jedes Individuum, das auf dem Markt Güter anbietet, eine Bezahlung der Güter. Jedes Güterangebot entspricht damit einer Geldnachfrage.59

Nicht jeder Euro, der sich in Händen einer Nichtbank befindet, wird im Laufe einer Periode auch für Güter angeboten. Die Geldmenge ist deshalb nicht identisch mit dem Geldangebot. Man kann jedoch davon ausgehen, dass Wirtschaftssubjekte eine umso höhere, absolute Zahlungsbereitschaft aufweisen, je mehr Geld sie besitzen. Es wäre also eine logische Schlussfolgerung, dass Geldmengenerhöhungen mit Geldangebotserhöhungen einhergehen und so auch im Rahmen des Angebot und Nachfrage-Modells zu Geldentwertung führen (vgl. Abbildung 10). Ob und wie stark eine Ausweitung der Geldmenge eine Erhöhung der absoluten Zahlungsbereitschaft, also Güternachfrage bzw. Geldangebot mit sich bringt, hängt davon ab, wie die Empfänger des neu geschaffenen Geldes dieses einsetzen. Profitieren zunächst vor allem Wirtschaftssubjekte mit hoher Konsumneigung60 von einer Geldmengenerhöhung, so sollte dies zu einer schnellen Erhöhung der Güternachfrage führen.

[...]


1 Vgl. https://www.ecb.europa.eu/stats/monetary/rates/html/index.en.html

2 Vgl. http://www.theeuropean.de/daniel-schaer/9254-negative-zinsen-was-sie-fuer-den-sparer- bedeuten

3 Vgl. https://www.ecb.europa.eu/pub/pdf/other/mb201006_focus01.en.pdf

4 Der Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV oder AEU-Vertrag) ist ursprünglich einer der Gründungsverträge der EU und wurde mehrmals geändert, bis er mit Inkrafttreten des Lissaboner Vertrags seinen heutigen Namen erhielt (vgl. http://www.europarl.de/de/europa_un d_sie/das_e p/vertraege.html)

5 Vgl. https://www.ecb.europa.eu/ecb/orga/escb/html/index.de.html

6 Vgl. https://www.ecb.europa.eu/ecb/orga/escb/html/index.de.html

7 Vgl. https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Dossier/Service/schule_und_bildung_kapitel_5.html? notFirst=true&docId=136392#chap

8 Vgl. https://www.ecb.europa.eu/ecb/orga/decisions/eb/html/index.de.html

9 Vgl. http://www.ecb.europa.eu/explainers/tell-me-more/html/voting-rotation.de.html

10 Vgl. https://www.ecb.europa.eu/ecb/orga/decisions/govc/html/index.de.html

11 Vgl. https://www.ecb.europa.eu/explainers/tell-me-more/html/voting-rotation.de.html

12 Diese Länder sollen im Folgenden „große Länder“ genannt werden und die restlichen Mitgliedsstaaten des Euroraums dementsprechend „kleine Länder“.

13 Ibid.

14 Vgl. ibid.

15 Vgl. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/164004/umfrage/prognostizierte- bevoelkerungsentwicklung-in-den-laendern-der-eu/

16 Vgl. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/188776/umfrage/bruttoinlandsprodukt-bip-in- den-eu-laendern/

17 Ibid.

18 Ibid.

19 Vgl. https://dejure.org/gesetze/EG/108.html

20 Vgl. https://www.dhm.de/lemo/kapitel/weimarer-republik/innenpolitik/inflation-1923.html

21 Vgl. https://www.ecb.europa.eu/ecb/orga/independence/html/index.de.html

22 Vgl. ibid.

23 wie etwa das Fällen von Entscheidungen, die der Erreichung der Ziele der EZB schaden, aber den Erhalt der eigenen Machtposition begünstigen

24 Vgl. https://www.ecb.europa.eu/ecb/orga/independence/html/index.de.html

25 Vgl. ibid.

26 Vgl. https://www.ecb.europa.eu/explainers/tell-me-more/html/five_things.en.html

27 Die für diese Arbeit wenig relevanten Unterschiede der beiden Indizes erklärt die Bundesbank:

https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Standardartikel/Service/Schule_und_Bildung/messu ng_der_allgemeinen_preisentwicklung.html

28 Vgl. http://www.europarl.europa.eu/brussels/website/media/Basis/Vertragsartikel/Pdf/Art_3_EUV.pdf

29 https://www.ecb.europa.eu/ecb/tasks/html/index.de.html

30

http://www.europarl.europa.eu/brussels/website/media/Basis/Vertragsartikel/Pdf/Art_3_EUV.pdf

31 Die in Kap. ... thematisierten Käufe von Staatsanleihen fallen unter diese Kategorie.

32 Genannte Offenmarktgeschäfte erläutert die EZB (2011, S.116) näher.

33 Übersteigt die Gesamtnachfrage der Geschäftsbanken nach Zentralbankgeld das Gesamtvolumen der angebotenen Kredite, wird das Zentralbankgeld anteilig an die Geschäftsbanken vergeben (https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Glossareintraege/M/mengentender.html).

34 Bei einer Verwendung im Plural („die Leitzinsen“), sind in dieser Arbeit auch Einlagezinssatz und Spitzenrefinanzierungssatz (vgl. Kap. 2.3.2.) mit eingeschlossen.

35 Unter Vollzuteilung versteht man, dass die EZB den Geschäftsbanken, bei ausreichend Sicherheiten, unbegrenzt Liquidität zur Verfügung stellt (Vgl. https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Glossareintraege/V/vollzuteilung.html).

36 Vgl. https://www.ecb.europa.eu/stats/policy_and_exchange_rates/key_ecb_interest_rates/html/index .en.html

37 Bis dahin war ein positiver Einlagezinssatz der Normalfall.

38 Vgl. http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/mindestreserve.html

39 Vgl. https://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Aufgaben/Geldpolitik/Mindestreserven/mindestreser

ven.html

40 Das Volksvermögen ergibt sich durch die Zusammenfassung der Vermögensbilanzen einzelner Wirtschaftssubjekte (Peto 2001, S. 44f).

41 Aus Gründen des Umfangs, soll auf außenwirtschaftliche Zusammenhänge zwischen Geldpolitik und Geldwert nicht eingegangen werden.

42 https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Dossier/Service/schule_und_bildung_kapitel_3.html?

notFirst=true&docId=147672

43 Vgl. https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Dossier/Service/schule_und_bildung_kapitel_1.html?

notFirst=true&docId=153022

44 Vgl. ibid.

45 Vgl. ibid.

46 Dies würde beispielsweise bei Spenden oder Schenkungen, aber auch bei Devisenhandel zutreffen.

47 Umgekehrt ist davon auszugehen, dass aktuelle Entwicklungen des Geldwerts die Erwartungen für zukünftige Perioden beeinflussen.

48 Analysiert werden sollen im Rahmen von Kapitel 3.2 nur grundsätzliche Ursachen von Preis- und Geldwertveränderungen, nicht die Folgen eines bestimmten Verhaltens von Wirtschaftssubjekten für den Geldwert.

49 EZB 2011, S.90

50 Preisniveau und Geldwert stehen direkt miteinander in Verbindung.

51 Die Umlaufgeschwindigkeit gibt an, wie oft Geld innerhalb einer Periode benutzt wurde.

52 Es wird angenommen, dass bei allen Transaktionen Geld (gegen Güter) getauscht wird. Dennoch kann die Geldmenge geringer als das Transaktionsvolumen sein, da Geldbeträge innerhalb einer Periode mehrmals verwendet werden können.

53 Diese und folgende Angaben von Korrelationen, beziehen sich auf den Korrelationskoeffizienten nach Pearson.

54 Gemessen am Verbraucherpreisindex (VPI)

55 Vgl. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/241829/umfrage/entwicklung-der- geldmenge-m3-in-der-euro-zone/

56 Vgl. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/5534/umfrage/entwicklung-der-inflationsrate- und-der-leitzinsen-seit-1999/

57 Durchschnittliche, jährliche Inflationsrate, gemessen am VPI

58 Es wird darauf hingewiesen, dass in der Quelle (Statista) keine Angaben dazu abrufbar sind, ob im betreffenden Zeitraum in die Eurozone beigetretene Länder von Anfang an, oder erst zum Beitrittszeitpunkt in die Datenerhebung integriert wurden. Dies betrifft Abbildungen 4,6 und 20.

59 Von Schenkungen und Spenden, sowie Tauschgeschäften und Devisenhandel sei in den Ausführungen dieses Kapitels abgesehen.

60 Zwischen marginaler Konsumneigung und Konsumneigung soll im Rahmen dieser Arbeit nicht unterschieden werden.

Ende der Leseprobe aus 77 Seiten

Details

Titel
Chancen und Risiken der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank
Hochschule
Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
77
Katalognummer
V510684
ISBN (eBook)
9783346079862
ISBN (Buch)
9783346079879
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geldpolitik, EZB, Europäische Zentralbank, VWL, Zentralbank, Niedrigzins, Niedrigzinsen, Target, Target2, Euroraum, ESZB, Geld, Geldwert, Inflation, Deflation, Geldwertstabilität, Preisstabilität, Preisniveaustabilität
Arbeit zitieren
Paul Scheuber (Autor), 2017, Chancen und Risiken der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/510684

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Chancen und Risiken der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden