Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Adoleszenz von männlichen Jugendlichen in Verbindung mit Roadtrips. Die zentrale Frage ist, inwieweit ein Roadtrip dem Adoleszierenden helfen kann, die Entwicklungsaufgaben der Adoleszenz zu bewältigen. Vor welche Aufgaben stellt ihn der Roadtrip und inwieweit bringen ihn diese auch in seiner persönlichen Entwicklung voran?
Um mich der Beantwortung dieser Frage zu nähern, werde ich zunächst einige Angaben über die Geschichte des Roadmovies und seine Charakteristika machen. Da ich als Untersuchungsbeispiel aber keinen Film, sondern den Roman "Tschick" von Wolfgang Herrndorf anführen möchte, werde ich anschließend auf den Übergang des Roadmovies zum Roadtrip im Roman eingehen. Die typischen Eigenschaften, die ein Roadmovie ausmachen, können zwar größtenteils auch im Roman umgesetzt werden, aber da ein wichtiger Teil eines Roadtrips auch, wie der Name schon sagt, die Straße und somit die Umgebung ist, muss der fehlende visuelle Aspekt im Roman durch eine genaue Beschreibung ersetzt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vom Roadmovie zum Roadtrip im Roman
2.1. Charakteristika des Roadmovies
2.2. Umsetzung des Roadmovies in der Literatur
3. Entwicklungsaufgaben in der Adoleszenzphase
4. Untersuchung des Buches „Tschick“ anhand der Charakteristika des Roadmovies und der Entwicklungspsychologie der Adoleszenz
5. Fazit: Unterstützt ein Roadtrip den Jugendlichen bei der Bewältigung der Entwicklungsaufgaben?
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, inwieweit Roadtrips als Medium der Adoleszenz männliche Jugendliche bei der Bewältigung zentraler Entwicklungsaufgaben unterstützen können, wobei der Roman „Tschick“ als Fallbeispiel dient.
- Charakteristika und filmische Grundlagen des Roadmovie-Genres
- Methodische Übersetzung des Roadmovie-Genres in die literarische Erzählform
- Analyse der entwicklungspsychologischen Herausforderungen während der Pubertät
- Untersuchung der Identitätsfindung und Autonomie am Beispiel von Maik Klingenberg
- Die Bedeutung von Peer-Beziehungen und Freundschaft als Entwicklungshelfer
Auszug aus dem Buch
4. Untersuchung des Buches „Tschick“ anhand der Charakteristika des Roadmovies und der Entwicklungspsychologie der Adoleszenz
Der Roman „tschick“ von Wolfgang Herrndorf beschreibt die Geschichte von der aufkeimenden Freundschaft zwischen den Schülern Andrej Tschichatschow, im Folgenden Tschick genannt, und Maik Klingenberg. Im Laufe des Buches, machen sie einen Roadtrip mit einem alten Lada Niva. Der Frage, ob die Reise die beiden erwachsen werden lässt, widmet sich dieses Kapitel der Arbeit. Um mich dem Ganzen zu nähern, werde ich zunächst die Charakteristika des Roadtrips im Roman auf das Werk anwenden und anschließend genauer auf die Entwicklung der zwei Charaktere eingehen.
Bei „tschick“ handelt es sich um ein klassisches 'Buddy- Movie' oder besser gesagt, einen 'Buddy- Roman'. Maik und Tschick kannten sich vor der Reise nur flüchtig, denn Tschick ist erst wenige Wochen vorher auf Maiks Schule gekommen.
Ihr Fahrzeug für die Reise ist ganz prototypisch ein Auto, ein Lada Niva. Das Zitat von Tschick „in einem geklauten Lada ist eh nichts mehr peinlich“ zeigt dessen Bedeutung. Es ist der Raum zwischen Gesellschaft und Freiheit und bietet ihnen während der Reise ein Zuhause. Auch wenn die Straße normalerweise im Mittelpunkt eines Roadmovies steht, würde ich in diesem Roman das Auto als liminalen Raum, also einen Schwellenzustand, bezeichnen. Es steht ebenso für die Autonomie, die Mobilität und die Bewegung, die sowohl innerlich als auch äußerlich gemeint ist. Doch nicht nur die Bewegung ist von großer Bedeutung, sondern ebenso die Pausen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema der männlichen Adoleszenz in Verbindung mit Roadtrips ein und formuliert die Forschungsfrage, ob diese Reisen bei der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben helfen.
2. Vom Roadmovie zum Roadtrip im Roman: Dieses Kapitel erläutert die Genregeschichte sowie die Charakteristika des Roadmovies und analysiert, wie diese Merkmale erfolgreich in die literarische Form übertragen werden.
3. Entwicklungsaufgaben in der Adoleszenzphase: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Entwicklungspsychologie dargelegt, insbesondere die Aspekte der Autonomie, Persönlichkeitsbildung sowie der Beziehungsgestaltung.
4. Untersuchung des Buches „Tschick“ anhand der Charakteristika des Roadmovies und der Entwicklungspsychologie der Adoleszenz: Der Roman „Tschick“ wird detailliert auf seine Gattungsmerkmale sowie auf die psychologische Entwicklung der Protagonisten Maik und Tschick hin untersucht.
5. Fazit: Unterstützt ein Roadtrip den Jugendlichen bei der Bewältigung der Entwicklungsaufgaben?: Die Arbeit zieht das Resümee, dass Roadtrips durch die Konfrontation mit neuen Erfahrungen die Entwicklung beschleunigen und bei der Lösung von Adoleszenzaufgaben unterstützen können.
Schlüsselwörter
Adoleszenz, Männliche Jugendliche, Roadmovie, Roadtrip, Entwicklungspsychologie, Entwicklungsaufgaben, Identitätsfindung, Autonomie, Freundschaft, Peergroup, Rebellion, Tschick, Wolfgang Herrndorf, Bildungsroman, Geschlechterrollen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht die Verbindung zwischen dem Roadtrip-Motiv und dem psychologischen Prozess des Erwachsenwerdens bei männlichen Jugendlichen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind das Genre des Roadmovies, die Theorie der Entwicklungsaufgaben in der Adoleszenz und deren praktische Anwendung auf einen literarischen Text.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet, inwieweit ein Roadtrip dem Jugendlichen helfen kann, die typischen Entwicklungsaufgaben der Adoleszenz erfolgreich zu bewältigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die durch entwicklungspsychologische Theorieansätze ergänzt und auf den Roman „Tschick“ angewandt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Gattungsmerkmale des Roadmovies, die theoretischen Anforderungen der Pubertät und die konkrete Umsetzung dieser Aspekte im Roman „Tschick“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Adoleszenz, Roadtrip, Autonomie, Identitätsbildung und der Roman „Tschick“.
Welche Rolle spielt der Lada Niva im Roman „Tschick“?
Der Lada fungiert nicht nur als Fortbewegungsmittel, sondern als „liminaler Raum“ und „Zuhause“, das den Protagonisten einen Schutzraum zwischen Gesellschaft und Freiheit bietet.
Warum ist das Fazit der Autorin positiv?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass der Roadtrip den Jugendlichen vor Herausforderungen stellt, die den realen Entwicklungsaufgaben ähneln und somit eine beschleunigte, positive Identitätsbildung fördern.
- Quote paper
- Franziska Michels (Author), 2016, Die Verbindung von Roadmovies und Adoleszenz am Beispiel "Tschick" von Wolfgang Herrndorf, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/510966