Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Psychologie - Entwicklungspsychologie

Die heilende Wirkung von Märchen in der therapeutischen Praxis mit Kindern und Jugendlichen

Titel: Die heilende Wirkung von Märchen in der therapeutischen Praxis mit Kindern und Jugendlichen

Bachelorarbeit , 2014 , 55 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Rebekka Rahel Steusloff (Autor:in)

Psychologie - Entwicklungspsychologie
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit befasst sich mit der Frage, warum Märchen heilsame Prozesse in Gang setzen können. Dazu muss verstanden werden, wie Märchen Kinderseelen berühren. Märchen zu deuten, ist das eine, die dahinterliegende Symbolik zu verstehen, das andere. Welche Schlussfolgerung kann man aus einzelnen Märchenbildern auf die psychische Problematik des Kindes ziehen? Inwiefern lassen sich mit Märchen Heilungsprozesse in Gang setzen?

Es ergeben sich folgende Fragestellungen, die bezugnehmend auf ihren Inhalt die Gliederung dieser Arbeit darstellen. Im ersten Abschnitt wird der Begriff der Tiefenpsychologie definiert und in Zusammenhang mit Märchen erklärt. Des Weiteren wird auf die Besonderheiten eines Märchens eingegangen und der stilistische Aufbau erläutert. Danach wird der pädagogische Wert eines Märchens für Kinder erarbeitet und Kritikpunkte am Märchen werden widerlegt. Hierzu gehören folgende Fragestellungen: Was bedeutet Tiefenpsychologie? Welche Merkmale haben Märchen? Wodurch sind Märchen kindgerecht, trotz oftmals grausiger Ausführungen? Was sind Symbole? Welche Symbole stecken im Märchen? Welche Bedeutung haben einzelne Märchenfiguren für ein Kind, das von diesen fasziniert ist? Welche Bedeutung haben einzelne Märchenmotive? Wie wirkt die Symbolik einer einzelnen Märchenfigur heilsam auf eine Problemstellung des Kindes? Was sind die einzelnen Themen in den Märchen? Welche Veränderungsprozesse können mithilfe eines Märchens in der Therapie einhergehen? Wie wird praktisch mit Märchen in der therapeutischen Gruppenarbeit umgegangen? Wie wirken Märchen in unterschiedlichen Lebensphasen?

Das Märchen als Kunstform vereint das bewusste und unterbewusste Wunschdenken vieler Menschen. Es stellt symbolhaft gesamtgesellschaftliche Vorstellungen von zwischenmenschlichen Problemen und deren wünschenswerte Lösungsvorschläge dar. Auf diese Weise findet sich im Märchen ein Teil unseres kulturellen Erbes wieder und wird dem Kind so nahegebracht. Dabei unterscheidet es sich vom Traum, in dem Wunschvorstellungen und Moral stets der inneren, wenn auch unterbewussten, Zensur des Träumers unterliegen. Laut Bettelheim umfassen Märchen das bewusste und unterbewusste Verlangen vieler Menschen, sowie existenzielle Ängste und spricht sie unmittelbar aus: das Bedürfnis, geliebt zu werden, und die Furcht, als nutzlos zu gelten; die Liebe zum Leben und die Furcht vor dem Tode.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Begriffsdefinition und Bedeutsamkeit von Märchen

2.1 Tiefenpsychologische Aspekte im Märchen

2.2 Charakteristika von Märchen

2.3 Vom pädagogischen Wert eines Märchens

3. Symbolik in Märchen

3.1 Begriffsklärung Symbol

3.2 Märchenfiguren

3.3 Die Bedeutung von Lieblings- und Angstmärchen

4. Das Märchen Rotkäppchen im tiefenpsychologischen Kontext

4.1 Allgemeine Analyse und Interpretation von Rotkäppchen

4.2 Märchenarbeit in der Therapie exemplarisch dargestellt

5. Methodische Vorgehensweise

5.1 Märchen vorlesen

5.2 Das Märchenspiel

5.3 Gruppenarbeit

6. Das Märchenalter

6.1 Elementarbereich

6.2 Grundschulalter und Adoleszenz

6.3 Märchen für Erwachsene

7. Zusammenfassung

8. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die heilende Wirkung von Märchen in der therapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen unter tiefenpsychologischen Gesichtspunkten. Das zentrale Ziel ist es, zu verstehen, wie die in Märchen enthaltene Symbolik kindliche Problemstellungen widerspiegeln kann und welche Prozesse durch die Auseinandersetzung mit Märchenfiguren und -motiven angestoßen werden, um heilsame Entwicklungen zu fördern.

  • Tiefenpsychologische Analyse von Märchenstrukturen
  • Bedeutung von Symbolik für die kindliche Psyche
  • Analyse des Märchens "Rotkäppchen" als Fallbeispiel
  • Methoden der therapeutischen Märchenarbeit (Vorlesen, Spiel, kreatives Gestalten)
  • Entwicklungsprozesse durch Märchen in verschiedenen Altersstufen

Auszug aus dem Buch

4.2 Märchenarbeit in der Therapie exemplarisch dargestellt

Die Märchentherapie ist aus der Jungschen Analytischen Psychologie entstanden. Hierbei geht es um das vorlesen und besprechen der Märchen (vgl.: Wenniger, 2001, S. 16; zit. n. Salber, 1987). Märchen sind Realitätsfern und eignen sich für eine distanzierte Sichtweise auf die eigene Problematik.

Therapeutisch wichtig sind die richtige Auswahl der Märchen und die kognitive Vorbereitung auf diese Form der psychagogischen Behandlung. (Wenniger, 2001, S. 16; zit. n. Salber, 1987).

Verena Kast (1993) beschreibt in ihrem Buch eine Therapiesequenz als Fallbeispiel für die Arbeit mit Märchen. Die Patientin macht im Rahmen ihrer Ausbildung eine Analyse bei dieser Autorin. Anlass für die Arbeit am Märchen gibt eine Traumsequenz der Patientin.

Ich träume von Wölfen, denen man zu essen geben muß [sic!]. Ich erwache. Gedanke (evtl. noch im Traum): Ich bin allein unterwegs. (Kast, 1993, S. 16).

Diese Traumsequenz greift Kast (1993) auf, indem sie ohne weitere Assoziationen zu sammeln, die Patientin darauf hinweist, sich mit Rotkäppchen zu beschäftigen (vgl.: Kast, 1993, s. 16). Dieses Märchen ist, wie sich herausstellt, ein sehr wichtiges Märchen in der Kindheit der Patientin, „[...] vom Weg Abgehen [...]“ hat die Patientin damals wie heute am meisten an diesem Märchen fasziniert (Kast, 1993, S. 16). Kast (1993) beschreibt den Einfall von Ihr, sich mit Rotkäppchen zu beschäftigen als eine „[...] syntone[...] Gegenübertragung [...]“ (Kast, 1993, S. 16). Sie beschreibt dies mit der spontanen Eingebung diese Symbole mit der gegenwärtigen unbewußten Situation der Patientin in den therapeutischen Prozess einzubringen (Kast, 1993, S. 16f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Autorin beschreibt ihre persönliche Motivation und das Interesse an der heilsamen Kraft von Märchen sowie die Forschungsfrage der Arbeit.

2. Begriffsdefinition und Bedeutsamkeit von Märchen: Es wird die tiefenpsychologische Bedeutung von Märchen erörtert, ihre pädagogische Relevanz beleuchtet und die Funktion als Projektionsfläche für psychische Inhalte geklärt.

3. Symbolik in Märchen: Dieses Kapitel erläutert die Symbolsprache in Märchen, die Funktion von Märchenfiguren und warum Lieblings- und Angstmärchen für die psychische Entwicklung bedeutsam sind.

4. Das Märchen Rotkäppchen im tiefenpsychologischen Kontext: Anhand einer detaillierten Analyse von Rotkäppchen werden therapeutische Anwendungsmöglichkeiten und die Bedeutung von Reifungsprozessen exemplarisch dargestellt.

5. Methodische Vorgehensweise: Hier werden konkrete Methoden wie das Vorlesen, das Märchenspiel und die Gruppenarbeit vorgestellt, um Märchen therapeutisch nutzbar zu machen.

6. Das Märchenalter: Die Eignung von Märchen wird für verschiedene Lebensphasen, vom Elementarbereich über das Schulalter bis hin zum Erwachsenenalter, differenziert betrachtet.

7. Zusammenfassung: Die zentralen Erkenntnisse über die heilende Wirkung der Arbeit mit Märchen und die Bedeutung der Symbolik für die Psyche werden zusammengeführt.

8. Ausblick: Der abschließende Abschnitt reflektiert die dauerhafte Relevanz von Märchen als Ausdruck menschlicher Ur-Erfahrungen und deren Rolle in der therapeutischen Begleitung.

Schlüsselwörter

Märchen, Tiefenpsychologie, Symbolik, Kindertherapie, Rotkäppchen, Unbewusstes, Identifikation, Reifungsprozess, Pädagogik, Märchenarbeit, Symbolsprache, Angst, Heilung, Fallbeispiel, Entwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die tiefenpsychologische Bedeutung und die heilende Wirkung, die Märchen in der therapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen entfalten können.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Märchensymbolik, dem pädagogischen Nutzen von Märchen sowie verschiedenen therapeutischen Methoden, um Märchen als Medium für psychische Reifungsprozesse einzusetzen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, wie Märchen als Symbolsprache kindliche Ängste und unbewusste Lebensproblematiken aufgreifen und durch Identifikationsmöglichkeiten sowie distanzierte Auseinandersetzung heilsame Prozesse in Gang setzen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven theoretischen Untersuchung, die Literatur zu tiefenpsychologischen Ansätzen (insbesondere nach C.G. Jung und Bruno Bettelheim) nutzt und durch ein therapeutisches Fallbeispiel illustriert wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Symbolik, eine detaillierte tiefenpsychologische Interpretation des Märchens "Rotkäppchen", die Vorstellung therapeutischer Methoden und eine altersdifferenzierte Betrachtung der Märchenarbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind Märchen, Tiefenpsychologie, Symbolik, Heilung, Identifikation, unbewusste Prozesse, kindliche Entwicklung und therapeutische Intervention.

Welche Bedeutung kommt dem Märchen "Rotkäppchen" in der Untersuchung zu?

Rotkäppchen dient als zentrales Fallbeispiel, an dem die komplexe Mutter-Kind-Bindung, Ablösungsprozesse und die Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität und Aggressivität tiefenpsychologisch interpretiert werden.

Wie unterscheidet sich die therapeutische Märchenarbeit nach Ansicht der Autorin von bloßem Vorlesen?

Während einfaches Vorlesen bereits positive Effekte hat, zielt die therapeutische Märchenarbeit zusätzlich auf das aktive Bearbeiten und Interpretieren von Märchenmotiven ab, um einen bewussten Zugang zu unbewussten Lebensthemen des Patienten zu ermöglichen.

Ende der Leseprobe aus 55 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die heilende Wirkung von Märchen in der therapeutischen Praxis mit Kindern und Jugendlichen
Hochschule
Hochschule Magdeburg-Stendal; Standort Magdeburg
Veranstaltung
Psychologie
Note
1,7
Autor
Rebekka Rahel Steusloff (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
55
Katalognummer
V511364
ISBN (eBook)
9783346081759
ISBN (Buch)
9783346081766
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Märchen Archetypen heilsame Prozesse Kinder und Jugendliche Therapie Angstmärchen Symbolik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Rebekka Rahel Steusloff (Autor:in), 2014, Die heilende Wirkung von Märchen in der therapeutischen Praxis mit Kindern und Jugendlichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/511364
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  55  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum