Ein Mitarbeiter ist Feuer und Flamme für ein Projekt, er steckt sein ganzes Herzblut hinein und liefert unaufgefordert sehr gute Ergebnisse. Ein anderer hingegen muss regelmäßig zur Erledigung von Aufgaben angehalten werden. Sind diese Verhaltensunterschiede messbar oder gar vorhersehbar? Hierzu werden zunächst einige Grundbegriffe der Motivationspsychologie definiert.
Nicht jeder Mensch geht mit externen Stressfaktoren wie z.B. Zeitdruck, Aufgabenvielfalt oder Konflikten im sozialen Umfeld auf die gleiche Weise um. Einige Menschen werden durch ein und denselben externen Stressor stärker gestresst und psychisch beansprucht als andere. Was ist der Grund dafür? Hierzu werden zunächst die Grundbegriffe der Emotionspsychologie definiert.
Ist man ein guter und vor allem ein zufriedener Mitarbeiter, wenn man täglich und ein Leben lang die gleiche Aufgabe verrichtet? Oder kann ein Mensch sich nur Weiterentwickeln, wenn man ihn vor neue Herausforderungen stellt? Maßnahmen und Möglichkeiten, um die Motivation über Jahre hinweg aufrecht zu erhalten, werden im Folgenden vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
Aufgabe 1
1. Grundbegriffe
1.1 Motivation
1.2 Motiv
1.3 Motiv vs. Motivation
2. Grundlegende Motive
2.1 Einteilung
2.2 Messung
2.3 Anwendung in der Personalauswahl
3. Fazit
Aufgabe 2
1. Emotionen
1.1 Bestandteile
1.2 Abgrenzung ähnlicher Begrifflichkeiten
2. Emotionstheorien
2.1 Theorie von Darwin
2.2 Theorie von Watson und Ryner
2.3 Theorie von LeDoux
2.4 Theorie von Lazarus
3. Fazit
Aufgabe 3
1. Arbeitsfeldvergrößerung
1.1 Maßnahmen
1.2 Anwendbarkeit
2. Habithierarchie
3. Arbeitsfeldvergrößerung vs. Habithierarchie
4. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegenden Einsendeaufgaben zielen darauf ab, zentrale Konzepte der Wirtschaftspsychologie, insbesondere aus den Bereichen Motivationspsychologie, Emotionspsychologie und Arbeitsgestaltung, fundiert zu erläutern und deren Anwendung im beruflichen Kontext kritisch zu reflektieren.
- Grundlagen und Definitionen von Motiv und Motivation
- Methoden der Motivmessung in der Personalauswahl
- Emotionstheorien und deren Bedeutung im Berufsalltag
- Transaktionales Stressmodell nach Lazarus
- Instrumente der Arbeitsgestaltung zur Steigerung der Arbeitszufriedenheit
- Theorie der Habithierarchie und deren Vergleich zu Veränderungsmaßnahmen
Auszug aus dem Buch
2.4.1 Exkurs: Praxisbeispiel Theorie von Lazarus
Die Assistenzärzte Dr. Jäger und Dr. Neuer in einem Klinikum betreuen aktuell jeweils Patienten mit seltenen, jedoch wissenschaftlich interessanten Erkrankungen. Der Chefarzt bittet nun beide, diese Krankheitsbilder am nächsten Tag als Fallbeispiele im Hörsaal seinen Studenten zu präsentieren. Umfang und Anspruchsniveau der Aufgabe sind somit gleich, sie wird jeweils als Umweltreiz aufgenommen. Im Schritt der primären Bewertung denkt Dr. Neuer im Hinblick auf den Vortrag „Eine tolle Möglichkeit, mein Wissen zu zeigen.“, Dr. Jäger hingegen fühlt sich überfordert und fürchtet die Überstunden. Es kommt zu individuellen Einschätzungen der Situation, deren Belastung und damit auch deren Bedrohlichkeit. Während Dr. Neuer die Aufgabe als Herausforderung und im Hinblick auf den eigenen Ressourcen als bewältigbar einschätzt, nimmt Dr. Jäger den Auftrag als eine Bedrohung wahr. Damit haben die beiden Ärzte in der sekundären Einschätzung bewertet, ob die Situation mit den verfügbaren Ressourcen gemeistert werden kann. Stress kann hier durch ein Ungleichgewicht zwischen Anforderungssituation und Bewältigungsmöglichkeiten entstehen. Während Dr. Jäger seine Ressourcen als nicht ausreichend erachtet und eine Stressreaktion ausgelöst wird, bereitet Dr. Neuer einen ersten Entwurf für Zeit- und Vortragsplanung vor. Sie sieht, dass die Aufgabe schwierig ist, ihr aber ausreichend Ressourcen zur Verfügung stehen. Diese können Vorerfahrung im Vortrag halten sein oder Vorwissen in diesem speziellen Gebiet sein. Es wird hier eine Bewältigungsstrategie entworfen, die von der Situation sowie von den Eigenschaften der Person abhängig ist.
Zusammenfassung der Kapitel
Aufgabe 1: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe der Motivationspsychologie, stellt grundlegende Motive wie das Leistungs-, Macht- und Anschlussmotiv vor und evaluiert Methoden zu deren Messung in der Personalauswahl.
Aufgabe 2: Hier werden die Funktionen von Emotionen sowie wichtige Emotionstheorien (Darwin, Watson/Ryner, LeDoux, Lazarus) erläutert, wobei ein besonderer Fokus auf dem transaktionalen Stressmodell liegt.
Aufgabe 3: Dieses Kapitel befasst sich mit Maßnahmen der Arbeitsfeldvergrößerung (Job Rotation, Job Enlargement, Job Enrichment) und setzt diese in Beziehung zur Habithierarchie, um Wege zur langfristigen Mitarbeitermotivation aufzuzeigen.
Schlüsselwörter
Wirtschaftspsychologie, Motivation, Motiv, Leistungsmotiv, Machtmotiv, Anschlussmotiv, Emotionen, Basisemotionen, Spiegelneuronen, transaktionales Stressmodell, Lazarus, Arbeitsfeldvergrößerung, Job Rotation, Job Enlargement, Job Enrichment, Habithierarchie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt grundlegende Konzepte der Wirtschaftspsychologie, insbesondere Motivation, Emotionen und moderne Ansätze der Arbeitsgestaltung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Motivationspsychologie in der Personalauswahl, der Emotionsforschung und deren psychotherapeutischer sowie betrieblicher Relevanz sowie Strategien zur Arbeitszufriedenheit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die theoretische Fundierung und praxisnahe Erläuterung psychologischer Phänomene, um Vorhersagen über Arbeitsverhalten zu treffen und Maßnahmen zur Motivationssteigerung abzuleiten.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden verschiedene motivationale und emotionale Theorien vorgestellt und anhand von Praxisbeispielen, wie dem Fallbeispiel von Dr. Jäger und Dr. Neuer, sowie aktuellen wissenschaftlichen Modellen analysiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil ist in drei Aufgaben unterteilt, die von den Grundlagen der Motivations- und Emotionspsychologie bis hin zu konkreten Maßnahmen der Arbeitsplatzgestaltung wie Job Enrichment führen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Wirtschaftspsychologie, Motivation, Emotion, Stressmodell, Personalauswahl, Arbeitsgestaltung und Habithierarchie.
Wie unterscheidet sich Job Enrichment von Job Enlargement?
Job Enlargement ist eine horizontale Erweiterung des Tätigkeitsfeldes, während Job Enrichment eine qualitative, vertikale Erweiterung darstellt, die mehr Entscheidungsspielraum bietet.
Warum ist das transaktionale Stressmodell nach Lazarus relevant für den Arbeitsalltag?
Es erklärt, warum verschiedene Personen unterschiedlich auf denselben Stressor reagieren, indem es die subjektive Bewertung der eigenen Ressourcen zur Bewältigung in den Mittelpunkt stellt.
Welche Rolle spielt die Habithierarchie bei der Mitarbeitermotivation?
Sie beschreibt, wie Gewohnheiten und Reiz-Reaktions-Verknüpfungen motivierendes Verhalten stärken können, wobei positive Konsequenzen das Verhalten in der Hierarchie nach oben rücken lassen.
Wann ist von Maßnahmen der Arbeitsfeldvergrößerung abzusehen?
Wenn Mitarbeiter bereits voll ausgelastet oder überlastet sind, die Qualität der Arbeit bei Zuständigkeitswechseln leidet oder ein hohes Sicherheitsrisiko besteht, sollte auf diese Maßnahmen verzichtet werden.
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- Sophie Bergmann (Author), 2015, Wirtschaftspsychologie. Motivations- und Emotionspsychologie, Job Rotation, Job Enlargement und Job Enrichment, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/511770