Wirtschaftspsychologie. Motivations- und Emotionspsychologie, Job Rotation, Job Enlargement und Job Enrichment


Einsendeaufgabe, 2015
26 Seiten, Note: 2,3
Sophie Bergmann (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Aufgabe 1
1. Grundbegriffe
1.1 Motivation
1.2 Motiv
1.3 Motiv vs. Motivation
2. Grundlegende Motive
2.1 Einteilung
2.2 Messung
2.3 Anwendung in der Personalauswahl
3. Fazit

Aufgabe 2
1. Emotionen
1.1 Bestandteile
1.2 Abgrenzung ähnlicher Begrifflichkeiten
2. Emotionstheorien
2.1 Theorie von Darwin
2.2 Theorie von Watson und Ryner
2.3 Theorie von LeDoux
2.4 Theorie von Lazarus
3. Fazit

Aufgabe 3
1. Arbeitsfeldvergrößerung
1.1 Maßnahmen
1.2 Anwendbarkeit
2. Habithierarchie
3. Arbeitsfeldvergrößerung vs. Habithierarchie
4. Fazit

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Situations- und Personenvariable

Abbildung 2: Kognitiv-transaktionaler Ansatz

Abbildung 3: Job Rotation

Abbildung 4: Job Enlargement

Abbildung 5: Job Enrichment

Aufgabe 1

Ein Mitarbeiter ist Feuer und Flamme für ein Projekt, er steckt sein ganzes Herzblut hinein und liefert unaufgefordert sehr gute Ergebnisse. Ein anderer hingegen muss regelmäßig zur Erledigung von Aufgaben angehalten werden. Sind diese Verhaltensunterschiede messbar oder gar vorhersehbar? Hierzu werden zunächst einige Grundbegriffe der Motivationspsychologie definiert.

1. Grundbegriffe

1.1 Motivation

Das Gefühl der Motivation ist den meisten Menschen vertraut. Stellt sich jemand mit Begeisterung einer Herausforderung oder unternimmt alles, um ein Ziel zu erreichen, so ist er motiviert. Es handelt sich um einen Umstand, der das ganze Streben, Denken und Fühlen ausfüllen kann.1

Motivation steht für Bewegung und den inneren Antrieb zum Handeln – im Guten wie im Schlechten. Sie ist wesentlich dafür verantwortlich, dass Ziele erreicht und auf dem Weg dorthin Emotionen erlebt werden können. Zudem bestimmt sie die Richtung, Intensität und Dauer unseres Handelns.2

1.2 Motiv

Als Motive bezeichnet man thematisch abgrenzbare Bewertungsdispositionen.3 Es handelt sich um Eigenschaften, die Menschen dazu bewegen, bestimmte Dinge zu tun bzw. Handlungen auszulösen. Jedes Motiv umfasst bestimmte Handlungsziele, wie Leistung, Macht oder Aggression. Jedem Motiv ist zwar eine Vielzahl charakteristischer Parameter zuordenbar, es bleibt jedoch ein hypothetisches Konstrukt. Man versucht mit Motiven Erklärungen des Verhaltens zu liefern, sie sind jedoch nicht direkt beobachtbar.4

1.3 Motiv vs. Motivation

Die Beziehung zwischen den beiden Begriffen „Motiv“ und „Motivation“ lässt sich anhand der Abbildung 1 verdeutlichen. Die aktuelle Motivation resultiert aus der Person- und Situationsvariablen d.h. es bedarf beider Komponenten, um sie auszulösen.5 Hierbei bezeichnet man die situativen Momente, die die Ausbildung einer Motivation bewirken, als Anreize.6 Im Bereich der Persönlichkeitspsychologie beschreibt man Motive als Traits. Sie beeinflussen, wie Situationen wahrgenommen und bewertet werden. Bei der Motivation hingegen handelt es sich um den aktuellen Zustand, ein Ziel anzustreben oder zu vermeiden, und somit um ein State.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Situations- und Personenvariable

(Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Winke-Fischer, S.: 2013, S. 13)

2. Grundlegende Motive

Um das motivierte Verhalten einer Person näher beschreiben zu können, erfasst man im Rahmen der Motivationstheorien so genannte grundlegende Motive.7 Jeder Mensch trägt grundlegende Motive unterschiedlicher Stärke in sich, durch die Verhalten möglich wird.

2.1 Einteilung

a) Leistungsmotiv

Mit dieser Motivation wird das Ausmaß des Bestrebens nach herausragenden Leitungen beschrieben. Der Wunsch nach Kontrolle und Erreichen höherer Standards ist ausschlaggebend für den Antrieb zum Handeln.8

Beispiele bilden besonders strebsame Schüler, die an außerschulischen Nachwuchswettbewerben teilnehmen und damit die Leistungssituation suchen. Auch Sportler, die durch Freude am Wettkampf oder mit großer Gewinnabsicht an Turnieren teilnehmen, weisen ein hohes Leistungsmotiv auf.

b) Machtmotiv

Dieses Motiv wird auch Dominanzmotiv genannt uns steht für ein Streben nach Stärke und Überlegenheit. Zielanreize sind das Erreichen von Einfluss und Kontrolle. Als Beispiele lassen sich hier Mitarbeiter in Führungspositionen nennen, die diese Ziele in Form von Belohnungs- und Bestrafungsmacht erreichen. Doch auch in Freundeskreisen wird es immer einen dominanteren Menschen geben, der sich mit Überlegenheit Vorteile in der Partnersuche sichert. Im Bereich der Expertenmacht lässt sich die Funktion des Chefarztes heranziehen, der mit seinem Wissen Entscheidungsträger ist.

c) Anschlussmotiv

Hierbei wird das Bedürfnis von Menschen nach Zugehörigkeit und Aufrechterhalten von Beziehungen beschrieben.9 Es setzt sich aus den Motivkomponenten „Hoffnung auf Anschluss“ und „Furcht vor Zurückweisung“ zusammen.10 So ist bspw. beim Eintreten in einen Verein das Bedürfnis nach Zugehörigkeit und sich Gruppen anzuschließen von zentraler Bedeutung. Studenten werden beim Besuch von Präsenzveranstaltungen der SRH Riedlingen ebenfalls mit dem Motiv und der Zielsetzung des Networking bzw. dem Bestreben, Beziehungen zu knüpfen, anreisen.

2.2 Messung

2.2.1 Thematischer Apperzeptionstest (TAT)

Aufgrund des von Freud vorgestellten Konzeptes der Projektion (eigene Gefühle auch anderen Menschen zu unterstellen), wurde der TAT entwickelt. Dazu werden dem Probanden mehrere Bilder von Alltagssituationen gezeigt und dieser soll dazu Geschichten erfinden bzw. Leitfragen beantworten. Hintergrund hierbei ist, dass unbewusste Bedürfnisse bzw. Motive der Teilnehmer auf die erfundenen Geschichten projiziert werden. Problem des Tests bildet die inhaltliche Auswertung der Geschichte.11 Somit ist die Testgüte kritisch zu sehen.

2.2.2 Multi-Motiv-Gitter (MMG)

Bei einem alternativen Test, dem MMG, handelt es sich um ein semi-projektives Verfahren. Es ähnelt vom Aufbau her dem TAT, jedoch erfolgt die Bearbeitung der Arbeitsaufträge als Statements bzw. Multiple Choice. Je nach Bedürfnisorientierung werden die Antwortmöglichkeiten angekreuzt.12 Damit ist das Verfahren deutlich auswertefreundlicher, zudem bzgl. der Güte im Bereich der Objektivität und Normierung positiv hervorzuheben.

2.2.3 Personality Research Form (PRF)

Mit dem Verfahren des PFR wird in einer direkten Messung die Tendenz zu einem der grundlegenden Motive erfasst. Den Teilnehmern wird ein Fragebogen mit Aussagen zu den Motiven vorgelegt und zutreffende müssen angekreuzt werden.13 Besondere Schwerpunkte liegen auf der Erfassung von Aspekten des Leistungs- und Sozialverhaltens. Zu beachten ist, dass sich die Probanden bzgl. der Einschätzung eigener Motive irren können oder eine bewusste Verzerrung hervorgerufen wird. Reliabilität und Validität sind hier somit kritisch zu sehen.

2.3 Anwendung in der Personalauswahl

Ein wichtiger Aspekt beim Einsatz von Motivationstests in der Personalauswahl liegt in der Unverfälschbarkeit solcher Verfahren. Dieses Gütekriterium ist erfüllt, wenn der Proband das Testergebnis nicht oder nur unwesentlich nach eigenem Belieben beeinflussen kann. Auch die Auswertung sollte standardisiert möglich sein, um eine Vergleichbarkeit herzustellen.

Beim MMG und dem TAT sind sich die Probanden nicht bewusst darüber, dass durch ihr Verhalten in diesen Tests Rückschlüsse auf ihre Motive gewonnen werden. Somit ist eine Unverfälschbarkeit gewährleistet. Beim PRF hingegen werden direkte Selbsteinschätzungen vorgenommen und die Items sind durchschaubar – damit ist dieser Test anfällig für sozial erwünschte Antworten.14

Bei projektiven Verfahren wie dem TAT hängt die Qualität der Auswertung allein vom Auswerter ab und es ergibt sich eine niedrige Objektivität. Für den Bereich beruflicher Motivation ist in dieser Hinsicht mit dem semi-projektiven Verfahren MMG eine erheblich verbesserte Methode verfügbar. Im PRF ist bei Einhaltung der Durchführungs-, Auswertungs- und Interpretationshinweise die Objektivität gegeben.

Bei allen genannten Tests ist ein Hinterfragen der Ergebnisse und Herstellung des Bezuges zum Berufsalltag im Gespräch sinnvoll und erforderlich.

3. Fazit

Bei Motiven handelt es sich um personenspezifische Dispositionen, die gemeinsam mit potentiellen Anreizen in der konkreten Situation eine Motivation hervorrufen können. In der Personalauswahl möchte man diese messen und somit versuchen, Vorhersagen über das Arbeitsverhalten des potentiellen Mitarbeiters zu treffen. Kritisch zu prüfen sind hierbei mögliche Verzerrungen, die vom Bewerber bewusst hervorgerufen werden.

Aufgabe 2

Nicht jeder Mensch geht mit externen Stressfaktoren wie z.B. Zeitdruck, Aufgabenvielfalt oder Konflikten im sozialen Umfeld auf die gleiche Weise um. Einige Menschen werden durch ein und denselben externen Stressor stärker gestresst und psychisch beansprucht als andere. Was ist der Grund dafür?

Hierzu werden zunächst die Grundbegriffe der Emotionspsychologie definiert.

1. Emotionen

Emotionen haben für jedes Individuum relevante Funktionen, die das Überleben sichern sollen. Sie wirken motivierend, wenn sie Urteils- und Entscheidungsprozesse beeinflussen und schlagen sich somit in das Verhalten und Handeln nieder.15 Über die Betrachtung der einzelnen Bestandteile ist eine Annäherung möglich.

1.1 Bestandteile

Emotionen sind vielschichtig und nur schwer mess- oder beobachtbar. Beginnt man bei der Betrachtung der Physiologie, so ist festzustellen, dass emotionale Reaktionen in unterschiedlicher Intensität mit körperlichen Prozessen einhergehen. Vorwiegend sind hierfür die unwillkürlich gesteuerten Systeme von Sympathikus (Anspannung/Erregung) und Parasympathikus (Entspannung) verantwortlich.16

Emotionen schlagen sich meist auch im Ausdruck eines Menschen nieder. Dies geschieht in Form von Mimik und verbaler, wie auch non-verbaler Kommunikation. Es wird Zuneigung und Mitgefühl ebenso vermittelt, wie auch Ablehnung. Zwischen den Kulturen ist zwar in Bezug auf die Mimik eine Universalität gegeben, jedoch unterscheidet sich die jeweilige Stärke.

Mit der individuellen Erfahrung gehen die so genannten Basisemotionen einher. Sie sind für den Menschen psychologisch und biologisch von großer Bedeutung. Ihnen zuzuordnen sind bspw. Wut oder Angst. Letztere ist die in der Psychotherapie am häufigsten geäußerte Emotion und ist teilweise durch Lernen beeinflussbar.17

Ebenfalls einen großen Einfluss auf die Emotion eines Menschen haben nach Studienergebnissen die so genannten Spiegelneuronen. Es handelt sich hierbei um spezielle Nervenzellen, die dazu führen, gleiche oder ähnliche Gefühle wie unser Gegenüber zu entwickeln. Dies kann das Erwidern eines Lächelns oder Traurigkeit sein. Diese Phänomene werden auch als Mitgefühl oder Empathie bezeichnet.18

1.2 Abgrenzung ähnlicher Begrifflichkeiten

In Zusammenhang mit der Beschreibung von Emotionen werden häufig ähnliche Begriffe genannt, die jedoch klar voneinander abzugrenzen sind.

1.2.1 Affekt

Der allgemeine Begriff des Affektes umfasst die spezifischeren Begriffe der Emotion und Stimmung.19 Es handelt sich hierbei um einen intensiven, emotionalen Zustand ohne bewusste Erlebenskomponente. Ähnlich wie ein Reflex unterliegt er nicht der Kontrolle des Menschen. Der Affekt ist durch seinen heftigen Verlauf und eine destabilisierende Wirkung auf den Menschen charakterisierbar. Es handelt sich um einen Intensitätszustand beim Auftreten einer starken Emotion in einer Situation, die intentional nicht beeinflussbar ist.20 Die jeweiligen Handlungen entziehen sich somit der Kontrolle des Akteurs und finden in maximaler Anspannung statt.21

1.2.2 Gefühl

Emotionen gehen mit spezifischen Körperzuständen einher, die als bewusst erlebtes Gefühl wahrgenommen werden können. Allerdings besteht zwischen Emotionen und Gefühlen ein entscheidender Unterschied. Emotionen besitzen außer Gefühlen noch eine intentionale Komponente. Gefühle selbst sind nicht intentional.22 Somit wird durch eine Beschreibung des Fühlens lediglich ein Teilaspekt der Emotion erfasst. Ein daraus resultierender emotionaler Ausdruck oder Handlungstendenzen bleiben unberücksichtigt.23

1.2.3 Stimmung

Stimmung bezieht sich auf generalisierte affektive Zustände. Diese sind temporär und schwankend. Im Gegensatz zur Emotion ist eine Stimmung nicht genau definierbar und hat keine Zielrichtung, sowie keinen exogenen Faktor, der sie bedingt. Stimmung hat zudem ein geringeres Ausmaß als Emotion.24 Emotionen und Stimmungen unterscheiden sich in Bezug auf mehrere Kriterien. Emotionen beziehen sich auf ein Objekt (Person oder Gegenstand bzw. Situation). Stimmungen sind diffuser.

[...]


1 Vgl. Schmalt, H.-D./Langes, T. A.: 2009, S. 9f

2 Vgl. Comelli, G./Von Rosenstiel, L.: 2009, S. 1ff

3 Vgl. Schmalt, H.-D./Langes, T. A.: 2009, S. 18ff

4 Vgl. Trimmel, M.: 2003, S. 23

5 Vgl. Rothermund, K./Eder, A.: 2011, S. 93ff, zitiert nach Winke-Fischer, S.: 2013, S. 12

6 Vgl. Schmalt, H.-D./Langes, T. A.: 2009, S. 20

7 Vgl. Rothermund, K./Eder, A.: 2011, S. 94ff, zitiert nach Winke-Fischer, S.: 2013, S. 53

8 Vgl. Myers, D. G.: 2005, S. 527 zitiert nach Winke-Fischer, S.: 2013, S. 57

9 Vgl. Myers, D. G.: 2005, S. 524 zitiert nach Winke-Fischer, S.: 2013, S. 60

10 Vgl. Winke-Fischer, S.: 2013, S. 60f

11 Vgl. Winke-Fischer, S.: 2013, S. 61f

12 Vgl. Winke-Fischer, S.: 2013, S. 62f

13 Vgl. Winke-Fischer, S.: 2013, S. 63

14 Vgl. Schmitz-Atzert, L./Amelang, M.: 2012, S. 291

15 Vgl. Winke-Fischer, S.: 2014, S. 9

16 Vgl. Winke-Fischer, S.: 2014, S. 14ff

17 Vgl. Winke-Fischer, S.: 2014, S. 16f

18 Vgl. Winke-Fischer, S.: 2014, S. 18f

19 Vgl. Zhou, J./Shalley, C. E.: 2013, S.28f

20 Vgl. Schwarz-Friesel, M.: 2013, S. 52f

21 Vgl. Hartmann, M.: 2005, S. 27f

22 Vgl. Schwarz-Friesel, M.: 2013, S. 46f

23 Vgl. Winke-Fischer, S.: 2014, S. 10

24 Vgl. Zhou, J./Shalley, C. E.: 2013, S.28f

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Wirtschaftspsychologie. Motivations- und Emotionspsychologie, Job Rotation, Job Enlargement und Job Enrichment
Hochschule
SRH Fernhochschule
Note
2,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
26
Katalognummer
V511770
ISBN (eBook)
9783346094568
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wirtschaftspsychologie, motivations-, emotionspsychologie, rotation, enlargement, enrichment
Arbeit zitieren
Sophie Bergmann (Autor), 2015, Wirtschaftspsychologie. Motivations- und Emotionspsychologie, Job Rotation, Job Enlargement und Job Enrichment, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/511770

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