Der intersektionale Prozess. Inwieweit wirkt Mehrfachdiskriminierung auf muslimische Frauen in Deutschland?


Hausarbeit, 2019

15 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einführung

2. Was ist Intersektionalitat?
2.1 Historische Entwicklung
2.2 Intersektionalitat eine Mehrebenenanalyse

3. Mehrfachdiskriminierung der Musliminnen in Deutschland

4. Handlungsmoglichkeiten zur Bekampfung von Diskriminierung

5. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Kategorisierung sozialer Gruppen und ihre Diskriminierungsmerkmale (entnommen aus Penmen, Azadé, et al. 2015, S. 9)

Abbildung 2: Muslime zum Stand 31. Dezember 2015 nach Herkunftsregionen (entnommen aus Stichs, Anja, 2016, S. 31)

1. Einführung

Die vorliegende Arbeit thematisiert das Thema Intersektionalitát. Der erste Teil der Ar­beit hat zum Ziel der Begriff Intersektionalitát und Ihre Entstehung zu erláutern. Wei- terhin wird Mehrfachdiskriminierung der in Deutschland lebende Musliminnen in Be- tracht gezogen. Hier wird insbesondere die Frage untersucht, inwieweit Musliminnen in Deutschland von der Diskriminierung betroffen sind? Dabei werden die Ebenen und Dimensionen bei einer Mehrfachdiskriminierung detailliert analysiert. Zur Unterstüt- zung der Analyse wird die Theorien mit wissenschaftlichen Studien belegt und schlieG- lich auch analysiert. SchlieGlich werden die Handlungsmoglichkeiten in Betracht gezo­gen, die zur Bekámpfung von sozialen Ungleichheiten und Diskriminierung der be- troffenen Gruppe von Mehrfachdiskriminierung dienen soll.

2. Was ist intersektionalitát?

Die Menschen in einer Gesellschaft unterscheiden sich in Bezug auf Merkmale ver- schiedenster Art. Zu den Merkmalen záhlen das Geschlecht, die Staatsangehorigkeit, die Hautfarbe oder das Einkommen. Allerdings sind einige Eigenschaften der Men­schen in der Gesellschaft für die Aufnahme und Pflege sozialer Beziehungen von gro- Ger Bedeutung. AuGerdem haben diese Eigenschaften Auswirkung auf die Moglich- keiten ihres sozialen Handelns. Dazu gehoren neben das Geschlecht und Staatsan­gehorigkeit auch die Religionszugehorigkeit und der Beruf. Solche Merkmale werden als sozialstrukturelle Merkmale bezeichnet. Merkmale wie das Geschlecht oder etwa die Hautfarbe sind uns Menschen von Natur vorgegeben und das bestimmt auch die Zugehorigkeit zu einer bestimmten Kategorie oder Gruppierung, das wird als eine so­zialstrukturelle Position bezeichnet. Sozialstrukturelle Positionen wie etwa Mann oder Frau oder schwarz oder weiG zu sein, haben sowohl einen Einfluss auf Rollenbezie- hung als auch auf die Pflege sozialer Beziehung. Die sozialstrukturellen Positionen weisen unterschiedliche Statuspositionen in einer Gesellschaft. Diese ungleiche Sta- tuspositionen wie z.B. ein hohes oder niedrigeres Bildungsniveau bestimmt den Grad der Ungleichheit zwischen Mitglieder in einer Gesellschaft. Wenn Menschen in einer Gesellschaft in Bezug auf solche Merkmale voneinander unterscheiden, werden diese als Ungleichheitsmerkmale bezeichnet (vgl. Huinink/Schroder 2008: 22ff.).

Soziale Ungleichheiten sind zwischen und innerhalb der Lánder ein groGes Problem. Das Missverháltnis zwischen arm und reich steigt, Frauen bekommen kaum Führungs- positionen oder werden im Vergleich zu den Mannern weniger bezahlt. Kinder mit Mig- rationshintergrund erfahren nach wie vor Chancenungleichheiten im Vergleich zu den einheimischen. Muslimen haben es oft schwer aufgrund ihrer religiosen Ansichten und auch politische Lage in Europa. Arabisch aussehende Manner wird den Eintritt in Dis- kotheken verboten. Kopftuch tragende Muslim innen haben trotz hoher Qualifikation Schwierigkeiten bei der Suche von Arbeit. Das sind die haufigsten Dimensionen der Ungleichheiten, die in Deutschland oft diskutiert werden. In dieser Hausarbeit wird eine intersektionale Analyse besonders auf Musliminnen, die in Deutschland leben fokus- siert. Es ist wichtig, eine kurze Einführung in das Thema soziale Ungleichheiten in der Gesellschaft zu zeigen, um das Konzept der Intersektionalitat und seinen historischen Ursprung zu diskutieren, da es eine grundlegende Basis der Intersektionalitat ist und nicht von dem zu trennen ist. Im Folgenden werden die historische Entwicklung und das Konzept der Intersektionalitat sowie eine Mehrebenenanalyse des Begriffs disku­tiert.

2.1 Historische Entwicklung

Der Begriff Intersektionalitat stammt aus dem englischen „intersectionality", welcher auf eine amerikanische Juristin Kimberlé Crenshaw zurückgeht. Im englischen bedeu- tet intersectionality ein Ort, wo sich zwei StraGen kreuzen. Kimberlé Crenshaw führte den Begriff im Jahr 1990, in dem sie bei der Analyse von fünf Gerichtsverfahren her- ausfand, dass schwarze Frauen bei einige Unternehmen mehrdimensional diskrimi- nieren werden aufgrund ihrer Ethnie oder ihr Geschlecht. Um dieses Phanomen zu veranschaulichen, bezog sie es auf eine StraGenkreuzung und zeigte, dass Diskrimi- nierung von schwarzen Frauen in der Mitte einer StraGenführung stattfindet, wobei sie aus mehreren Richtungen diskriminiert werden. Der Ansatz von Crenshaw, wie sie auch gerne in ihre Reden zum Thema gerne diskutiert ist, dass Menschen einen Rah- men brauchen in denen sie denken und was in keinen Rahmen passt, existiert für uns nicht. Sie zeigt, dass alle „People of Color" nur aufgrund ihrer Ethnie nicht die gleiche Erfahrung machen und dass schwarze Frauen im Vergleich zu schwarzen Mannern neben Rassismus auch von Sexismus betroffen sind (vgl. Crenshaw 05.08.2019). Da- bei kritisiert sie auch die US-amerikanischen feministische Ideen und weiGe Frauen- bewegung, die die schwarzen Frauen von antirassistischen MaGnahmen ausschlieGen und die Diskriminierungserfahrungen der schwarzen Frauen nicht reprasentiert wer­den konnen. Damit hat sie die sexistische und rassistische Diskriminierungserfahrun- gen der schwarzen Frauen auch seitens der WeiGe Frauenbewegung verdeutlicht. So- mit stellte sich heraus, dass schwarze Frauen in den USA einerseits aufgrund ihr Ge- schlecht und andererseits wegen ihrer Ethnie und Hautfarbe benachteiligt werden.

Abbildung 1: Kategorisierung sozialer Gruppen und ihre Diskriminierungsmerkmale

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quelle: Pe§men u.a. 2015: 9)

Ein Rahmen zu schaffen ist wichtig, um die Fakten der sozialen Ungleichheiten zu berücksichtigen. Sexismus und Rassismus überlappen sich in vielen Fallen und ma­chen somit eine vielschichtige soziale Ungerechtigkeit. Darüber hinaus hat Intersekti- onalitat eine Wechselwirkung zwischen mehreren Dimensionen der sozialen Ungleich­heiten. Die Wechselwirkungen zwischen Dimensionen, wie Geschlecht, Ethnie, Klasse und Korper. AuGerdem ist es zu erkennen, dass es Differenzen und eine Kategorisie- rung auch zwischen Frauen oder Frauenbewegung gibt und keine einheitliche Rechte für alle Frauen ermoglicht werden. Frauen werden sowohl in der mannlichen Welt als auch innerhalb anderer Frauengruppen aufgrund ihrer Merkmale diskriminiert (vgl. Winker/Degele 2009: 11ff.).

Hier ist es auch bedeutsam zu erwahnen, dass Diskriminierung ein Resultat der Mar- ginalisierung ist. Marginalisierung ist eine Art der Diskriminierung, in der Teile der Ge- sellschaft zu Randgruppen werden. Menschen werden aufgrund ihrer Herkunft Ausbil- dungsplatze verwehrt und haben schlechten Zugang zum Arbeitsmarkt. AuGerdem werden einigen Menschen weniger soziale Rechte gewahrt und diese somit ausge- grenzt. Besonders wird der Begriff im Bezug für Personen verwendet, die zwischen unterschiedlichen Kulturen stehen (vgl. Ottersbach/Zitzmann 2009: 48f.).

2.2 Intersektionalitat eine Mehrebenenanalyse

Die klassischen Kategorien der Ungleichheit sind Rasse, Klasse und Geschlecht. Wo- bei im deutschen Diskurs der Begriff Rasse aufgrund der NS Ideologie nach dem Zwei- ten Weltkrieg kritisch gesehen wird und stattdessen der Begriff Ethnie bevorzugt wird. Wobei wird der Begriff trotzdem von einigen Sozialwissenschaftlern benutzt, um Machtverhaltnisse und Herrschaftsverhaltnisse in der Gesellschaft zu verdeutlichen. Dabei bleibt die Frage offen, ob bei einer intersektionalen Analyse nur auf drei klassi- sche Kategorien beschrankt werden soll. Das ist aber laut Winker und Degele unzu- reichend und sie halten die Berücksichtigung von anderen Kategorien bei der intersek- tionaler Analyse für wichtig. Die klassischen Kategorien sind aufgrund des amerikani- schen Hintergrunds nicht auf Europa oder genau angenommen auf Deutschland pas- send. Die Berücksichtigung anderer Kategorien wie etwa Religion, Ethnizitat, Haut- farbe, Nationalitat sind im europaischen Raum betreffender, um sich auf die Ungleich- heitsstrukturen zu fokussieren. Aus diesem Hintergrund sei es enorm essenziell bei der Auswahl der Kategorien zu unterscheiden. Welche Kategorien sind auf die soziale Struktur zu betrachten und in welcher Form werden sie berücksichtigt? (vgl. Win­ker/Degele 2009: 15ff.)

An dieser Stelle ist die Erlauterung der Begriffe Rasse/ Ethnie, Klasse und Geschlecht wichtig zu definieren. Der Begriff Rasse wird als ethnische Zugehorigkeit bezeichnet. Zwar haben die Wissenschaftler die biologische Existenz von einer menschlichen Rasse verneint jedoch existiert diese Klassifizierung in unseren Kopfen.

[...]

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Details

Titel
Der intersektionale Prozess. Inwieweit wirkt Mehrfachdiskriminierung auf muslimische Frauen in Deutschland?
Hochschule
Frankfurt University of Applied Sciences, ehem. Fachhochschule Frankfurt am Main
Note
2,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
15
Katalognummer
V512194
ISBN (eBook)
9783346089649
ISBN (Buch)
9783346089656
Sprache
Deutsch
Schlagworte
prozess, inwieweit, mehrfachdiskriminierung, frauen, deutschland
Arbeit zitieren
Maria Khaliq (Autor), 2019, Der intersektionale Prozess. Inwieweit wirkt Mehrfachdiskriminierung auf muslimische Frauen in Deutschland?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512194

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