Die Betreuung und Begleitung von Kindern mit dem Thema Flucht im Lebenslauf stellt eine Herausforderung für pädagogische Fachkräfte dar. Warum dies eine große Aufgabe ist, soll unter anderem im Hinblick auf die Problemlagen in der nachfolgenden Ausarbeitung erläutert werden. Außerdem möchte ich im weiteren Verlauf pädagogische Umsetzungsmöglichkeiten in verschiedenen Handlungsbereichen innerhalb der Kindertageseinrichtung aufzeigen. Die Ausarbeitung umfasst den Bereich des Kindesalters bis zur Einschulung, um den Umfangvorgaben gerecht zu werden.
Was Flucht für Kinder bedeuten kann und warum sie flüchten, hat meist unterschiedliche Gründe und soll nachfolgend erläutert werden. Die quantitative Relevanz der Personengruppe der Kinder mit diesem Erfahrungswert in Deutschland belegen die Zahlen. Zum Teil besuchen sie Kindertageseinrichtungen, identisch wie Kinder in diesem Land, die keine Flucht erlebt haben. Welche möglichen Institutionen sich genau hinter dem Begriff Kindertageseinrichtungen in Bayern verbergen, kann durch Rückgriff auf das Gesetz definiert werden. Diese Ausarbeitung zeigt im weiteren Verlauf auf, wie der Anspruch auf Bildung, Betreuung und Förderung in Deutschland für Kinder aussieht. Zudem ist ebenfalls zu erwähnen, wie bedeutsam der Besuch von Kindertageseinrichtungen für Kinder mit Fluchterfahrung ist. Besieht man sich die Problemlagen, denen sie ausgesetzt waren, oder sind, kann unter anderem hieraus auch der besondere Anspruch an die pädagogischen Fachkräfte im Arbeitsalltag erklärt werden. Mit Verdeutlichung der Anforderungen an die Handlungsbereiche in der Kindertageseinrichtung im Rahmen der Betreuung und Begleitung von Kindern mit Fluchterfahrung, soll die Ausarbeitung ihren Abschluss finden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kinder auf der Flucht
2.1 Fluchtgründe
2.2 Aktuelle Zahlen
3. Kindertageseinrichtungen
3.1 Kindertageseinrichtungen in Bayern
3.2 Recht auf Bildung und den Besuch einer Kindertageseinrichtung
4. Bedeutung des Besuches von Kindertageseinrichtungen
5. Problemlagen
5.1 Traumatisierung
5.2 Wohnverhältnisse
5.3 Asyl
6. Anforderungen an die pädagogische Fachkraft
7. Handlungsbereiche in der Kindertageseinrichtung
7.1 Ankommen in der Kindertageseinrichtung
7.2 Eingewöhnung und Elternarbeit
7.3 Spracherwerb
7.4 Umgang mit belastenden Situationen
7.5 Religionsausübung im Kita-Alltag
8. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die pädagogischen Herausforderungen bei der Betreuung und Begleitung von Kindern mit Fluchterfahrung in Kindertageseinrichtungen. Ziel ist es, den rechtlichen Rahmen zu beleuchten, die spezifischen Problemlagen dieser Kinder zu identifizieren und konkrete Handlungsmöglichkeiten für pädagogische Fachkräfte aufzuzeigen, um eine gelungene Integration und individuelle Förderung zu gewährleisten.
- Rechtliche Grundlagen und Bildungsanspruch für Kinder mit Fluchterfahrung
- Bedeutung der Kindertageseinrichtung als sicherer Bildungsort
- Identifikation spezifischer Problemlagen wie Traumatisierung und belastende Wohnverhältnisse
- Anforderungen an die professionelle Haltung der pädagogischen Fachkräfte
- Praktische Handlungsbereiche: Ankommen, Eingewöhnung, Spracherwerb und interkulturelle Arbeit
Auszug aus dem Buch
7.3 Spracherwerb
Kommunikation ist nicht einseitig, sondern unterstützt die Beziehungsbildung, lässt Stimmungen und Gefühle ausdrücken und schafft Verbundenheit (vgl. Baum 2017, S. 48). Baum (2017, S. 46) zeigt zudem auf, dass die Höhe der Sprachkompetenz positiv auf den Bildungsprozess des Kindes einwirkt. Je nach Alter, mit dem Kinder nach Deutschland migrieren und abhängig vom Zeitpunkt, ab dem sie eine Kita besuchen können, ist der Zugang zur deutschen Sprache und der Erwerb der selbigen mehr oder weniger intensiv (vgl. Ritter/Albers 2016, S. 14 ff.). Baum (2017, S. 46) sieht hier gerade für den pädagogischen Alltag eine große Herausforderung, da das mangelnde Sprachverständnis zwischen pädagogischer Fachkraft und Kind aber auch Eltern zu Schwierigkeiten in der Kommunikation führen kann. (ebd.) Der Bildungsbericht (vgl. DIPF 2016, S. 166) misst dem Erlernen des Deutschen eine hohe Bedeutung bei, da sie eine Schlüsselrolle trägt für die Teilhabe an der Gesellschaft sowie die Eingliederung in das deutsche Bildungssystem, so etwa das Erlernen der deutschen Sprache bei Kindern mit Fluchterfahrung innerhalb der Kita. UNICEF (2017, S. 43) verweist auf mehrere Studien die belegen, dass für Kinder der Umgang mit deutschsprechenden Kindern wesentlich für den Spracherwerb und der somit möglichen Selbstwirksamkeitserfahrung ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein und erläutert die Relevanz der pädagogischen Begleitung von Kindern mit Fluchterfahrung im deutschen Kindertagesbetreuungssystem.
2. Kinder auf der Flucht: Dieses Kapitel thematisiert die vielfältigen Fluchtgründe und stellt die aktuelle statistische Situation von Kindern mit Fluchterfahrung in Deutschland dar.
3. Kindertageseinrichtungen: Das Kapitel erläutert die Strukturen von Kindertageseinrichtungen in Bayern und die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Anspruch auf Bildung und Betreuung.
4. Bedeutung des Besuches von Kindertageseinrichtungen: Hier werden die positiven Effekte des Kita-Besuchs für Kinder mit Fluchterfahrung hervorgehoben, insbesondere als Schutzraum und Strukturgeber.
5. Problemlagen: Dieses Kapitel analysiert die belastenden Faktoren wie Traumatisierung, schwierige Wohnverhältnisse in Unterkünften und die psychische Belastung durch den Asylprozess.
6. Anforderungen an die pädagogische Fachkraft: Die Anforderungen an das pädagogische Personal, insbesondere im Hinblick auf Sensibilität, Beziehungsarbeit und Ressourcenorientierung, stehen hier im Fokus.
7. Handlungsbereiche in der Kindertageseinrichtung: Das Kapitel bietet eine praxisnahe Darstellung der Handlungsfelder wie Ankommen, Eingewöhnung, Spracherwerb, Umgang mit Traumata und interkulturelle Religionspädagogik.
8. Zusammenfassung und Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und nennt weiterführende Themen für eine zukünftige Auseinandersetzung.
Schlüsselwörter
Kinder mit Fluchterfahrung, Kindertageseinrichtung, Pädagogische Fachkraft, Sprachförderung, Traumatisierung, Inklusion, Elternarbeit, Bildungsgerechtigkeit, Asyl, Eingewöhnung, Ressourcenorientierung, Interkulturelle Kompetenz, Teilhabe, Willkommenskultur, Kindeswohl.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Betreuung, Bildung und Begleitung von Kindern mit Fluchterfahrung im deutschen Kindertageseinrichtungssystem.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die rechtlichen Rahmenbedingungen, die spezifischen psychischen und sozialen Belastungslagen der Kinder sowie die praktische Ausgestaltung der pädagogischen Arbeit in Kitas.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, pädagogischen Fachkräften Orientierung zu geben, wie sie den Herausforderungen begegnen und Kindern mit Fluchterfahrung eine gelungene Integration ermöglichen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Ausarbeitung, die auf Fachliteratur, Berichten von Organisationen wie UNICEF und BAMF sowie gesetzlichen Grundlagen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Lebenslagen der Kinder, die Anforderungen an das Personal und konkrete Handlungsbereiche wie Spracherwerb und Elternarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Fluchterfahrung, Kindertageseinrichtung, pädagogische Professionalität, Inklusion und Ressourcenorientierung.
Warum spielt die Elternarbeit eine so große Rolle?
Die Elternarbeit ist entscheidend, da eine gelingende Erziehungspartnerschaft die Familienkompetenz stärkt und maßgeblich zur Bewältigung der Fluchterfahrungen beitragen kann.
Wie sollten Fachkräfte auf mögliche Traumatisierungen reagieren?
Die Arbeit betont, dass Fachkräfte Sicherheit und Geborgenheit bieten müssen, ohne die Kinder zu stigmatisieren oder voreilig auf eine Traumatisierung zu reduzieren; bei Bedarf ist professionelle Hilfe hinzuzuziehen.
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- Erika Wimmer (Author), 2018, Betreuung von Kindern mit Fluchterfahrungen in einer Kindertagesstätte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512411