Das Thema dieses Unterrichtsentwurfs sind Tarifverträge. Die Schülerinnen und Schüler sollen ihr Fachwissen zu dem Ablauf von Tarifverhandlungen anwenden, indem sie die selbständig gesammelten Informationen in einem rundenbasierenden Planrollenspiel anwenden. Sie erweitern ihre Kommunikations- und Methodenkompetenz, indem sie unterschiedliche Standpunkte einnehmen und diese argumentativ vertreten.
Die Schüler der Klasse besuchen den Unterricht in Blockform. Der Block, in dem die Ausbildungslehrprobe stattfindet, weist eine Dauer von drei Wochen auf und ist gleichzeitig der letzte Block in der Baugrundstufe. Der Wirtschafts- und Sozialkundeunterricht umfasst vier Stunden pro Woche und wird von Herrn und Herrn unterrichtet. Seit dem 2.Schulhalbjahr bin ich Klassenlehrer der Klasse und unterrichte vier Stunden pro Woche im Lernfeldunterricht eigenverantwortlich.
In Artikel 9 Abs. 3 GG ist der Grundsatz der Tarifautonomie verankert. Das bedeutet, dass Tarifverträge von den Sozialpartnern selbst ausgehandelt werden und eine Einmischung durch den Gesetzgeber nicht zulässig ist. Sozialpartner sind Gewerkschaften auf Arbeitnehmerseite und Arbeitgeberverbände auf der Unternehmensseite. Es können auch Tarifverträge zwischen einzelnen Unternehmen und Gewerkschaften direkt ausgehandelt werden, z.B. der Haustarifvertrag zwischen der IG Metall und den der Volkswagen AG.
Inhaltsverzeichnis
1 Personelle und materielle Voraussetzungen
2 Didaktische Planung
2.1 Lehrplanbezug und Einordnung des Themas
2.2 Darlegung des Lehrvorhabens
2.3 Zielrelevante Vorkenntnisse
3 Kompetenzbereiche und Lernziele
3.1 Hauptintention der Stunde
3.2 Fachkompetenz
3.3 Selbst- und Sozialkompetenz
3.4 Methoden-, Lern- und Kommunikationskompetenz
4 Methodische Planung
4.1 Begründung der methodischen Entscheidungen
4.2 Unterrichtsverlaufsplan
4.3 Sitzplan
5 Tafelbild/Dokumentation
6 Anlagen
7 Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Das vorliegende Lehrvorhaben zielt darauf ab, Schülern den komplexen Prozess der Tarifverhandlungen sowie die Funktionsweise von Tarifverträgen in der Arbeitswelt durch eine handlungsorientierte Unterrichtsgestaltung begreifbar zu machen.
- Grundlagen der Tarifautonomie und die Rolle der Sozialpartner.
- Ablauf von Tarifverhandlungen und Schlichtungsverfahren im Bauhauptgewerbe.
- Die Bedeutung von Arbeitskampfmitteln wie Streik und Aussperrung.
- Förderung der Methodenkompetenz durch ein rundenbasiertes Planrollenspiel.
- Verständnis für Interessenkonflikte und Kompromissfindungen in der Wirtschaft.
Auszug aus dem Buch
2.2 Darlegung des Lehrvorhabens
In Artikel 9 Abs. 3 GG ist der Grundsatz der Tarifautonomie verankert. Das bedeutet, dass Tarifverträge von den Sozialpartnern selbst ausgehandelt werden und eine Einmischung durch den Gesetzgeber nicht zulässig ist. Sozialpartner sind Gewerkschaften auf Arbeitnehmerseite und Arbeitgeberverbände auf der Unternehmensseite. Es können auch Tarifverträge zwischen einzelnen Unternehmen und Gewerkschaften direkt ausgehandelt werden, z.B. der Haustarifvertrag zwischen der IG Metall und den der Volkswagen AG.
Tarifverträge nehmen in der Arbeitswelt eine besondere Rolle ein. Sie vereinfachen die Regelungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Könnten Arbeitgeber nicht auf Tarifverträge zurückgreifen, müssten bei jeder Neueinstellung alle Bedingungen wie z.B. Verdienst, Urlaub oder Arbeitszeit mit dem neuen Mitarbeiter oder der neuen Mitarbeiterin ausgehandelt werden. Neben dem großen Aufwand den ein Unternehmen für die individuellen Arbeitsbedingungen aufbringen müsste, wären auch die Verhandlungsergebnisse sehr divergierend. Starke Verhandlungspartner könnten bessere Ergebnisse erzielen als ungeschickte Verhandlungspartner und je nach Konjunktur wären die Entgelte besonders hoch oder niedrig. Dies würde zu einem starken Lohnunterschied zwischen zwei Arbeitnehmern innerhalb eines Unternehmens für die gleiche Tätigkeit führen. Es käme zu einer wachsenden Unzufriedenheit der Mitarbeiter und einem schlechten Betriebsklima.
Neben dem Arbeitnehmer, der davon profitiert nicht selbst in die Verhandlung zu treten, hat auch der Arbeitgeber Vorteile wenn das Unternehmen tarifgebunden ist. Durch einen Tarifvertrag hat das Unternehmen bessere Planungssicherheit, da die Kosten für z.B. Entgelte oder Sonderzahlungen für den Arbeitgeber bekannt sind. Außerdem kann sich der Arbeitgeber sicher sein, dass es, während der Laufzeit eines Tarifvertrages, aufgrund der Friedenspflicht nicht zu einer Arbeitskampfmaßnahme kommen kann. Diese entstehende Zuverlässigkeit erleichtert die Planung der Unternehmen und ist besonders in der „just-in-time“ Produktion ein besonderer Sicherheitsfaktor.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Personelle und materielle Voraussetzungen: Beschreibt die Rahmenbedingungen des Unterrichts, einschließlich der Klassensituation, der technischen Ausstattung und der genutzten Lehrmaterialien.
2 Didaktische Planung: Erläutert die Verankerung des Themas im Lehrplan und die pädagogische Herleitung des Lehrvorhabens vor dem Hintergrund der Tarifautonomie.
3 Kompetenzbereiche und Lernziele: Definiert die fachlichen, sozialen und methodischen Lernziele, die im Rahmen der Unterrichtseinheit bei den Schülern entwickelt werden sollen.
4 Methodische Planung: Detailliert das methodische Vorgehen, insbesondere den Einsatz von E-Learning-Tools und des handlungsorientierten Planrollenspiels.
5 Tafelbild/Dokumentation: Erklärt den Verzicht auf ein klassisches Tafelbild zugunsten digitaler Präsentationsmedien im Unterrichtsverlauf.
6 Anlagen: Listet die ergänzenden Materialien wie Präsentationsfolien, Arbeitsblätter und Rollenspielunterlagen auf.
7 Quellenverzeichnis: Dokumentiert die verwendete Fachliteratur, Gesetze und Internetquellen für das Lehrvorhaben.
Schlüsselwörter
Tarifvertrag, Tarifautonomie, Sozialpartner, Gewerkschaft, Arbeitgeberverband, Streik, Aussperrung, Schlichtungsverfahren, Friedenspflicht, Bauhauptgewerbe, Arbeitskampf, Urabstimmung, Mitbestimmung, Wirtschafts- und Sozialkunde, Handlungsorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterrichtseinheit grundsätzlich?
Das Lehrvorhaben befasst sich mit dem Zustandekommen eines Tarifvertrags, dem Ablauf von Tarifverhandlungen und der Bedeutung von Arbeitskämpfen in der deutschen Wirtschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Tarifautonomie, die Rollen von Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern, Schlichtungsmechanismen sowie das Streikrecht und die Aussperrung.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Ziel ist es, dass Schüler die Dynamik von Tarifverhandlungen verstehen und aktiv anwenden können, um die ökonomischen und sozialen Hintergründe von Tarifabschlüssen zu begreifen.
Welche wissenschaftliche Methode wird für den Unterricht verwendet?
Der Unterricht basiert auf einem handlungsorientierten Ansatz, bei dem die Schüler ihr Wissen durch ein rundenbasiertes Planrollenspiel sowie durch digitale Tools wie Online-Quizzes vertiefen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der Lehrplanbezug, die theoretischen Grundlagen der Tarifverhandlungen sowie die detaillierte methodische Planung der Unterrichtsstunde inklusive Verlaufsplan und Rollenspielkonzeption dargestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Tarifvertrag, Tarifautonomie, Gewerkschaft, Arbeitgeberverband, Streik, Aussperrung und Schlichtungsverfahren sind die maßgeblichen Begriffe.
Wie trägt das Rollenspiel zum Lernprozess bei?
Das Rollenspiel ermöglicht es den Schülern, die Positionen von Sozialpartnern einzunehmen und den Ablauf von Verhandlungsrunden inklusive der Eskalationsstufen selbst zu durchlaufen.
Welche Rolle spielt der Schlichter in diesem Szenario?
Der Schlichter fungiert als neutraler Vermittler, der bei ergebnislosen Verhandlungen versucht, einen Kompromiss zwischen den Sozialpartnern zu finden, um Arbeitskämpfe zu vermeiden.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Unterrichtsentwurf zum Thema "Der Weg zum neuen Tarifvertrag", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512422