Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Romanistik - Hispanistik

Kindliche Erzählinstanzen in der phantastischen Literatur von Silvina Ocampo

Titel: Kindliche Erzählinstanzen in der phantastischen Literatur von Silvina Ocampo

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2018 , 28 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Romanistik - Hispanistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Arbeit wird anhand der Analyse von vier Kurzgeschichten aus Silvina Ocampos Werk "La furia" in der zweiten Edition von 1976 die Funktion der Kinderperspektiven als phantastisches Element untersucht. Dies soll unter der Frage geschehen, wie die kindliche Erzählinstanz in den Kurzgeschichten gedreht, beziehungsweise verdreht, wird, um Phantastik zu erzeugen. Die für diese Arbeit ausgewählten Kurzgeschichten haben für diese Zwecke eine exemplarische Funktion, um den Forschungsgegenstand in einer eingehenden Analyse darzustellen. Es ist hier anzumerken, dass die Kinderperspektive als Erzählperspektive in der Forschungsliteratur noch nicht oft untersucht wurde.

Mein Anliegen ist es, im Folgenden die kindliche Erzählinstanz zu untersuchen und herauszuarbeiten, wie phantastische Effekte durch Kinderperspektiven hervorgerufen werden. Die Kinderperspektive soll besonders in Hinblick auf Erzählinstanz analysiert werden. Hierbei beziehe ich mich auf die Zeit der Narration, die narrativen Ebenen (extradiegetische – und intradiegetische Ebene) und die Person, die die Narration, beziehungsweise den narrativen Akt vollzieht. Außerdem möchte ich mich auf die Perspektive, das heißt, auf das Verhältnis des Erzählers zum Erzählten, auf eventuelle Ellipsen, sowie die Erzählerfunktion konzentrieren. Diese narrativen Elemente sollen unter dem Gesichtspunkt betrachtet werden, inwiefern sie in den Erzählungen phantastische Effekte auslösen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Die argentinische Schriftstellerin Silvina Ocampo

3) Phantastische Literatur in Bezug auf kindliche Erzählinstanzen

3.1) Phantastik in Argentinien des 20. Jahrhunderts

4) Kindliche Erzählinstanzen in den Kurzgeschichten von Silvina Ocampo

4.1) Die gesellschaftliche Konstruktion des kindlichen Bildes

4.2) Die Dekonstruktion des kindlichen Bildes bei Silvina Ocampo

4.2.1) Kinder als Akteure von Gewalttaten in „La boda“ und „La voz en el teléfono“

4.2.2) Kinder als Zeugen von Gewalt in „El vestido de terciopelo“ und „La casa de los relojes“

5) Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktion der kindlichen Erzählinstanz als phantastisches Element in ausgewählten Kurzgeschichten aus Silvina Ocampos Werk „La furia“. Ziel der Untersuchung ist es aufzuzeigen, wie Kinder als Erzähler oder Akteure in gewalttätige, phantastische Handlungen verwickelt werden und dadurch die traditionelle Vorstellung kindlicher Unschuld dekonstruiert wird.

  • Analyse der kindlichen Erzählperspektive und deren erzähltheoretische Einbettung.
  • Untersuchung des Konzepts der phantastischen Literatur im Kontext argentinischer Erzähltraditionen.
  • Dekonstruktion des gesellschaftlichen Bildes der Kindheit bei Silvina Ocampo.
  • Gegenüberstellung von Kindern als Akteure und als Zeugen in grausamen, phantastischen Situationen.

Auszug aus dem Buch

4.2.1) Kinder als Akteure von Gewalttaten in „La boda“ und „La voz en el teléfono“

Die Kurzgeschichte „La boda“ wird von einer Siebenjährigen erzählt. Im Mittelpunkt der Erzählung stehen die Erzählerin Gabriela und ihre sehr viel ältere Freundin Roberta, zu der sie eine sehr spezielle Beziehung pflegt. Örtlicher Mittelpunkt der Erzählung stellt ein Friseursalon dar, in welchem die Spannungskurve der Kurzgeschichte zunimmt. Thema ist die bevorstehende Hochzeit von Robertas Cousine Arminda, zu welcher sie ein Konkurrenzverhältnis hegt. Spannung wird aufgebaut, als Gabriela eine giftige Spinne in einer Schachtel verwahrt. Der Höhepunkt des Plots stellt Gabrielas Tat dar, diese Spinne in das Haarteil der Braut zu setzen, welche am Tag darauf mit demselben Dutt geschmückt auf ihrer Hochzeit stirbt. Ein Episodenwechsel, von einer harmlosen Erzählung eines seltsamen Mädchenfreundschaft hin zu einer Erzählung eines mörderischen Aktes, vollzieht sich genau in diesem Moment. Offen bleibt, ob Roberta Mitschuld an Gabrielas Tat und ob die Spinne, die Gabriela im Haarteil der Braut platzierte, der Grund des Todes von Arminda ist.

Um eine genaue Analyse der vorherrschenden phantastischen Elemente, ausgelöst durch die kindliche Erzählerin, vorzunehmen, wird „La boda“ nun auf der Mikroebene untersucht. Die Kurzgeschichte beginnt direkt mit der Darstellung Gabrielas und ihrer besonderen Beziehung zu Roberta. „Me dominaba y yo la quería (...). Es misterioso el dominio que Roberta ejercía sobre mí: ella decía que yo adivinaba sus pensamientos, sus deseos“(141). Die Zeit der Narration, das heißt die Zeit, in der der Narrationsakt stattfindet, und die, in der sich das Erzählte abspielt, ist hier als späterer Narrationstyp nach Genette einzuordnen. Dies sieht man an der grammatikalischen Form, die für das Erzählen verwendet wird, das Imperfekt. Es ist davon auszugehen, dass die kindliche Erzählerin dadurch versucht, zwischen sich und dem Geschehenen eine Distanz aufzubauen. Gabriela ist jedoch eine homodiegetische Erzählerin, das heißt, sie tritt selbst in der Erzählung auf und übernimmt die Erzählinstanz.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Die Einleitung führt in das Werk von Silvina Ocampo ein und umreißt die Forschungsfrage, die sich mit der Rolle der kindlichen Erzählinstanz und deren phantastischer Wirkung beschäftigt.

2) Die argentinische Schriftstellerin Silvina Ocampo: Dieses Kapitel widmet sich der Biografie und der literarischen Einordnung Ocampos in das Umfeld der argentinischen Moderne und ihre Stellung neben Autoren wie Borges und Bioy Casares.

3) Phantastische Literatur in Bezug auf kindliche Erzählinstanzen: Hier werden theoretische Grundlagen der Phantastik, insbesondere Freuds „Das Unheimliche“ und die Ansätze zur Neo-Phantastik, auf die kindliche Perspektive angewandt.

3.1) Phantastik in Argentinien des 20. Jahrhunderts: Dieses Kapitel beleuchtet die spezifische Ausprägung phantastischer Literatur in Argentinien und die Rolle des „Schriftstellertrios“ bei der Definition des Genres.

4) Kindliche Erzählinstanzen in den Kurzgeschichten von Silvina Ocampo: Das Hauptkapitel untersucht die erzähltechnischen Besonderheiten in den 34 Geschichten des Bandes „La furia“.

4.1) Die gesellschaftliche Konstruktion des kindlichen Bildes: Hier wird der historische Wandel des Bildes der „kindlichen Unschuld“ erörtert, um Ocampos Bruch mit diesen Konventionen theoretisch zu unterfüttern.

4.2) Die Dekonstruktion des kindlichen Bildes bei Silvina Ocampo: Analyse der gezielten Destabilisierung klassischer Kindheitsbilder durch Ocampos Schreibstil.

4.2.1) Kinder als Akteure von Gewalttaten in „La boda“ und „La voz en el teléfono“: Detaillierte Fallanalyse, in der kindliche Protagonisten aktiv in mörderische Handlungen eingreifen.

4.2.2) Kinder als Zeugen von Gewalt in „El vestido de terciopelo“ und „La casa de los relojes“: Analyse der passiven Rolle der kindlichen Erzähler, die dennoch durch ihre Wahrnehmung und Distanzlosigkeit zur phantastischen Wirkung beitragen.

5) Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Ocampo die kindliche Erzählinstanz gezielt nutzt, um den Leser zu verunsichern und gesellschaftliche Normen zu hinterfragen.

Schlüsselwörter

Silvina Ocampo, Kindliche Erzählinstanz, Phantastische Literatur, Unheimliches, La furia, Kinder als Täter, Kinder als Zeugen, Argentinische Literatur, Dekonstruktion, Gewalt, Kindheitsbild, Erzählperspektive, Neo-Phantastik, Kurzgeschichten, Identitätsverlust.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie die argentinische Schriftstellerin Silvina Ocampo in ihrem Werk „La furia“ kindliche Erzähler einsetzt, um eine phantastische Atmosphäre zu erzeugen und traditionelle Konzepte der kindlichen Unschuld zu dekonstruieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die theoretische Definition von Phantastik, die gesellschaftliche Konstruktion von Kindheit, die Rolle des Unheimlichen sowie die Analyse von Gewalt in der Kinderperspektive innerhalb literarischer Kurzgeschichten.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie phantastische Effekte durch die spezifische Erzählweise von Kindern hervorgerufen werden und welche erzähltheoretische Funktion diese kindlichen Instanzen im narrativen Gefüge einnehmen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es wird eine textanalytische Untersuchung von vier ausgewählten Kurzgeschichten vorgenommen. Dabei werden literaturwissenschaftliche Theorien wie Sigmund Freuds „Das Unheimliche“ und Jaime Alazrakis Konzept der Neo-Phantastik herangezogen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zur Phantastik und Kindheit sowie eine tiefgehende Analyse der Kurzgeschichten, unterteilt in Kinder als aktive Täter einerseits und als passive Zeugen von Gewalt andererseits.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie phantastische Literatur, kindliche Erzählinstanz, Dekonstruktion, Gewalt, Unheimliches und Silvina Ocampo charakterisieren.

Wie trägt die kindliche Perspektive bei Ocampo zur „Unheimlichkeit“ bei?

Die Kinder in Ocampos Geschichten zeigen oft keine Emotionen bei grausamen Vorfällen, was beim Leser eine starke Diskrepanz zwischen der kindlichen Wahrnehmung und der schrecklichen Realität erzeugt, die als „unheimlich“ wahrgenommen wird.

Welche Rolle spielt die „Zurechnungsfähigkeit“ der kindlichen Erzähler?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Ocampo die Frage offenlässt, ob die Kinder die Tragweite ihrer Handlungen begreifen oder ob sie als „seelenlose Automaten“ agieren, was die Verunsicherung des Lesers maßgeblich verstärkt.

Inwiefern bricht Ocampo mit der literarischen Tradition des Kindheitsbildes?

Im Gegensatz zur konventionellen Literatur, die Kinder als Symbol für Unschuld und Reinheit nutzt, stellt Ocampo sie als Akteure oder Zeugen von Gewalt dar, die bestehende moralische Machtstrukturen umkehren oder ignorieren.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kindliche Erzählinstanzen in der phantastischen Literatur von Silvina Ocampo
Hochschule
Universität Konstanz
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
28
Katalognummer
V512761
ISBN (eBook)
9783346147318
ISBN (Buch)
9783346147325
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kindliche erzählinstanzen literatur silvina ocampo
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2018, Kindliche Erzählinstanzen in der phantastischen Literatur von Silvina Ocampo, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/512761
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  28  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum