Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Literature - General

Ein poetisches Experiment. Innovationen des Geschichtsdramas in Christian Dietrich Grabbes Drama "Napoleon oder die hundert Tage"

Title: Ein poetisches Experiment. Innovationen des Geschichtsdramas in Christian Dietrich Grabbes Drama "Napoleon oder die hundert Tage"

Bachelor Thesis , 2019 , 51 Pages

Autor:in: Oliver Fröhlich (Author)

Literature - General
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die nachfolgende Bachelorarbeit verfolgt in ambitionierter Weise mehrere Ziele. So will sie Gattungsdiskussionen zumindest anreißen, Grabbe als Person näherkommen und sein dramatisches Werk in den Blick nehmen. Primär widmet sie sich jedoch der Frage nach den Innovationen, die Grabbe dem deutschen Drama, insbesondere der Gattung des Geschichtsdramas, verschafft hat. Dabei wird sein Gesamtwerk zwar berücksichtigt, der Untersuchungsgegenstand wird jedoch das Drama sein, das im Werkkontext Grabbes wohl als am bekanntesten bezeichnet werden kann: Napoleon oder die hundert Tage. Vorrangig soll untersucht werden, wie in diesem Stück Grabbes Geschichtskonzeption zum Ausdruck kommt und welche dramaturgischen Neuerungen er mit diesem Drama letztlich schafft, die dann so einige Dramatiker später aufgreifen und weiterentwickeln sollten.
Da die Gattung des Geschichtsdramas eine sehr kontroverse Gattungsbezeichnung ist und Grabbe an der Entwicklung dieser Gattung entscheidend beteiligt war, soll eingehend eine kurze Gattungsdiskussion stattfinden sowie die Charakteristika des Geschichtsdramas dargestellt werden. Anschließend soll ein kurzer Abriss der Entwicklung des Geschichtsdramas bis zu Grabbe ins 19. Jahrhundert und den Voraussetzungen dieser Entwicklung gegeben werden sowie der historische Kontext und die produktionsästhetischen Besonderheiten in der Epoche des Vormärz, inklusive ihrer Bedeutung für das Leben und Wirken Grabbes, beleuchtet werden, um so zu Beginn einen Einblick in Grabbes maßgebliche Gattung und seine Zeit zu bekommen.
Die so gewonnenen Eindrücke und Erkenntnisse sollen als Ausgangslage für den Hauptteil der Arbeit dienen, in dem zunächst versucht wird, sich mittels des Briefwerks und biographischer Studien an Grabbe als Person sowie sein Welt- und Geschichtsbild anzunähern. Daran anknüpfend sollen die dramaturgischen Innovationen in Napoleon oder die hundert Tage herausgearbeitet und analysiert werden, und zwar hinsichtlich der neuen Dramentechniken, insbesondere aber auch in Bezug auf die Verarbeitung seines Geschichtsbildes in diesem Geschichtsdrama, dessen Modernität sich dabei ebenfalls zugewandt wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Geschichtsdrama in Deutschland

2.1 Gattungsdiskussion und Charakteristik der Gattung Geschichtsdrama

2.2 Entwicklungstendenzen des Geschichtsdramas in Deutschland bis zum 19. Jahrhundert

2.3 Zwischen Revolution und Restauration – die besondere Situation im Vormärz

3. Der Dramatiker Christian Dietrich Grabbe, die Geschichte und das Drama Napoleon oder die hundert Tage

3.1 Annäherungen an Grabbes Welt- und Geschichtsbild

3.2 Grabbes Geschichtsbild und die dramaturgischen Innovationen in Napoleon oder die hundert Tage

4. Zwei ganz besondere Aspekte - Die Vielen und der Einzelne

4.1 Darstellung und Funktion der Masse bei Grabbe

4.2 Napoleon zwischen Akteur und Statist – Entmythisierung eines Helden?

5. Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die dramaturgischen Innovationen in Christian Dietrich Grabbes Geschichtsdrama "Napoleon oder die hundert Tage". Dabei steht im Zentrum, wie Grabbe durch ein zyklisches, anti-idealistisches Geschichtsbild und eine neuartige ästhetische Gestaltung die Gattung des Geschichtsdramas erneuert und die Moderne antizipiert.

  • Analyse der Gattungstheorie des Geschichtsdramas und des historischen Kontextes des Vormärz.
  • Untersuchung von Grabbes Welt- und Geschichtsbild als Grundlage seiner Dramentechnik.
  • Untersuchung der Darstellung der Massen und deren Funktion im Kontrast zum Einzelnen.
  • Analyse der Entmythisierung der Heldenfigur "Napoleon" im Verlauf des Dramas.
  • Aufzeigen der medien- und filmtechnischen Antizipation durch Grabbes Inszenierung.

Auszug aus dem Buch

3.2 Grabbes Geschichtsbild und die dramaturgischen Innovationen in Napoleon oder die hundert Tage

Im Hauptteil angelangt soll nun Grabbes Napoleon hinsichtlich der damit verbundenen Innovationen des Geschichtsdramas bzw. auch des Dramas allgemein untersucht werden. Sein Geschichtsbild spielt dabei wie schon erwähnt eine wichtige Rolle, denn die Art und Weise wie Grabbe Geschichte auf der Bühne erscheinen lässt – so viel sei vorab verraten - spiegelt einerseits seine Ansichten wieder und trägt andererseits zur Entstehung des neuen Typus von Drama bei, an dem Grabbe hier experimentiert.

Bereits vor Erscheinen des Werkes im Jahr 1831 und während der Arbeit an selbigem, schreibt Grabbe im August 1830 in einem Brief an Verleger Kettembeil, dass Napoleon etwas Neuartiges werde, etwas, was das gegenwärtige Theater noch nicht gesehen hat: „Napoleon wird eigen, - das jetzige Theater taugt nichts, - meines sey die Welt […]“ (HKA, S. 309) Zum gegenwärtigen, klassischen Theater hegt Grabbe eine große Ablehnung und gleichzeitig beabsichtigt er also, nun ein ganz neues Stück bzw. eine neue Form von Theater zu schaffen, dass die Welt und damit ein Modell sei. Noch weiter geht er dann im Februar 1831, wenn er mit seinem Napoleon eine Revolution anbahnt: „Wir haben verdient, mit dem Napoleon eine dramatisch-epische Revolution und Glück zu machen.“ (HKA, S. 323) Womit wir beim gerade angesprochenen Aspekt der Revolution der Bühne wären. Aus beiden Passagen wird ersichtlich, dass Grabbe sich selbst viel von seinem Napoleon versprach und einiges mit ihm bewirken wollte, eben bis hin zu einer Revolution des Dramas. Grabbe-Experte Lothar Ehrlich hat eine klare Meinung zu Grabbes Stück: „Dieses Drama markiert nicht nur den Höhepunkt in Grabbes Schaffen, sondern zugleich einen Wendepunkt in der Entwicklung des deutschen Geschichtsdramas.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet Christian Dietrich Grabbe in der Literaturgeschichte und umreißt das Ziel, sein Drama "Napoleon oder die hundert Tage" als zentralen Ausgangspunkt für innovative Entwicklungen im Geschichtsdrama zu analysieren.

2. Das Geschichtsdrama in Deutschland: Dieses Kapitel diskutiert gattungstheoretische Definitionen des Geschichtsdramas, dessen Entwicklung bis ins 19. Jahrhundert sowie die gesellschaftspolitischen Bedingungen der Vormärz-Epoche.

3. Der Dramatiker Christian Dietrich Grabbe, die Geschichte und das Drama Napoleon oder die hundert Tage: Der theoretische Rahmen von Grabbes Welt- und Geschichtsbild wird erläutert und mit der dramaturgischen Praxis in "Napoleon oder die hundert Tage" verknüpft, wobei Grabbes Abkehr vom Idealismus im Fokus steht.

4. Zwei ganz besondere Aspekte - Die Vielen und der Einzelne: Hier werden die Darstellung der Masse und der Figur Napoleon detailliert analysiert, wobei besonders die Labilität der Menge und die Entmythisierung des "großen Mannes" im Zentrum stehen.

5. Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick: Das Fazit bestätigt die innovatorische Leistung Grabbes, der mit "Napoleon" die Gattungsgrenzen sprengte und ästhetische Verfahren einführte, die weit in die Moderne weisen.

Schlüsselwörter

Christian Dietrich Grabbe, Napoleon oder die hundert Tage, Geschichtsdrama, Vormärz, Historismus, Anti-Idealismus, Weltschmerz, dramaturgische Innovation, Massendarstellung, Entmythisierung, Napoleon Bonaparte, Geschichtsphilosophie, Mediengeschichte, Filmtechnik-Antizipation, Literaturtheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Geschichtsdrama "Napoleon oder die hundert Tage" von Christian Dietrich Grabbe und untersucht, inwiefern dieses Werk als innovativer Wendepunkt für das deutsche Drama und die Gattung des Geschichtsdramas gelten kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der Gattung Geschichtsdrama, dem Vormärz als historischem Hintergrund, dem Einfluss von Grabbes Weltschmerz und Pessimismus auf seine Dramatik sowie der Darstellung von Massenszenen und Heldenfiguren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Grabbe durch eine spezifische Ästhetik und ein zyklisches Geschichtsbild eine neuartige Form des Geschichtsdramas etabliert hat, die mit traditionellen Konventionen bricht und die Moderne vorwegnimmt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine detaillierte Textanalyse unter Einbeziehung biografischer Studien, zeitgenössischer Briefe sowie einer umfassenden Literaturanalyse und Forschungsdiskussion zum Thema Geschichtsdrama.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Grabbes Geschichtsbild, die Analyse seiner dramaturgischen Neuerungen, das Verhältnis zwischen Masse und Einzelnem sowie die spezifische Darstellung Napoleons zwischen Mythos und historischer Desillusionierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Grabbes Anti-Idealismus, die zyklische Geschichtsbetrachtung, die mediale Antizipation von Schlachtenszenen und die Gattungsinnovation des Geschichtsdramas.

Warum gilt Grabbes Werk als „Technotheater“?

Der Begriff bezieht sich auf die detaillierten und filmreifen Regieanweisungen, die Grabbe einsetzte, um Schlachtenszenen und Massenbewegungen darzustellen, die erst später durch moderne Medientechnik adäquat umsetzbar wurden.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Masse im Vergleich zum Einzelnen?

Die Arbeit stellt fest, dass Grabbe zwar keine idealisierte "Volksmacht" darstellt, aber die Interaktion zwischen der manipulierbaren Masse und dem vermeintlich "großen Mann" so differenziert wie kein Dramatiker zuvor auf die Bühne bringt.

Excerpt out of 51 pages  - scroll top

Details

Title
Ein poetisches Experiment. Innovationen des Geschichtsdramas in Christian Dietrich Grabbes Drama "Napoleon oder die hundert Tage"
College
Humboldt-University of Berlin
Author
Oliver Fröhlich (Author)
Publication Year
2019
Pages
51
Catalog Number
V513070
ISBN (eBook)
9783346104359
ISBN (Book)
9783346104366
Language
German
Tags
experiment innovationen geschichtsdramas christian dietrich grabbes drama napoleon tage
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Fröhlich (Author), 2019, Ein poetisches Experiment. Innovationen des Geschichtsdramas in Christian Dietrich Grabbes Drama "Napoleon oder die hundert Tage", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513070
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  51  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint