Diese Facharbeit wurde im Rahmen der Weiterbildung zum Praxisanleiter als schriftliche Modulabschlussprüfung geschrieben und hat das Ziel einen verständlichen, strukturierten Ablauf einer geplanten Anleitung im Alltag eines Praxisanleiters aufzuführen. Autor ist ein 25-jähriger Praxisanleiter, welcher neben einem guten Fachwissen über ein starkes Interesse an der Unterweisung neuer Mitarbeiter und Schüler verfügt.
In dieser Facharbeit wird beschrieben, wie eine solche Anleitungssituation geplant und durchgeführt wird. Thema ist die Anlage eines intraossären Zuganges mittels des EZ-IO Bohrers. Verschiedenste Analysen zur Vorbereitung werden separat aufgeführt und verständlich erklärt. Zusätzlich enthält die Facharbeit eine wissenschaftliche Ausarbeitung zum Thema intraossären Zugang mit Themenbereichen wie Voraussetzungen und Kontraindikationen.
Dem Autor ist es wichtig, dass die Anlage eines intraossären Zugangs im Rettungsdienst reibungslos abläuft. Er vertritt die Meinung, dass jeder angehende Notfallsanitäter im dritten Lehrjahr diese Fertigkeit beherrschen sollte. Der Praxisanleiter hat für die Anleitung Ziele formuliert, welche auf die zu erreichenden Handlungskompetenzen ausgelegt sind. Eine für diese Anleitung geeignete Lehrmethode wird definiert und auch begründet.
In einem darauffolgenden Ablaufplan wird die Durchführung der Anleitungssituation beschrieben. Zum Abschluss der Facharbeit erfolgt ein Soll-Ist-Vergleich, welcher aufzeigen soll, ob die geplante Anleitung die vorab gesetzten Ziele erreicht hat. Die Anleitung zielt darauf ab, ein handlungsorientiertes und selbstständiges Lernen zu ermöglichen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. WISSENSCHAFTLICHER TEIL / INTRAOSSÄRER ZUGANG
2.1 INDIKATION
2.2 KONTRAINDIKATIONEN
2.3 KOMPLIKATIONEN
2.4 PUNKTIONSORTE
2.5 DURCHFÜHRUNG
3. PRAKTISCHER TEIL / BEDINGUNGSANALYSE
3.1 UMFELDANALYSE
3.2 LEHRVORAUSSETZUNGEN
3.3 LERNVORAUSSETZUNGEN
4. LERNZIELE
5. METHODE DER VIER STUFEN
5.1 VORBEREITUNG
5.2. DURCHFÜHRUNG
5.3 NACHBESPRECHUNG
6. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit verfolgt das Ziel, einen strukturierten und verständlichen Ablauf für eine geplante Anleitungssituation im rettungsdienstlichen Alltag zu konzipieren, um die Handlungskompetenz von Auszubildenden bei der Anlage eines intraossären Zugangs zu fördern.
- Wissenschaftliche Grundlagen zum intraossären Zugang (Indikationen, Kontraindikationen, Technik).
- Methodische Planung der Anleitung unter Berücksichtigung von Rahmenbedingungen und Lernvoraussetzungen.
- Anwendung der 4-Stufen-Methode zur Vermittlung praktischer Fertigkeiten.
- Durchführung und Evaluation einer simulierten Anleitungssituation am Knochenmodell.
- Förderung der Fach-, Methoden-, Sozial- und Personalkompetenz des Schülers.
Auszug aus dem Buch
5.2. Durchführung
Am vereinbarten Tag der Durchführung treffen sich Praxisanleiter und Schüler pünktlich auf der Rettungswache. Der Praxisanleiter hat die Räumlichkeiten bereits früher aufgesucht, um sicherzustellen, dass die Anleitung komplikationsfrei ablaufen kann. Hierfür hat er alle erforderlichen Materialen vorbereitet und im Besprechungsraum aufgebaut. Zusätzlich hat der Praxisanleiter Kaffee, Wasser und Softdrinks organisiert, um die Anleitung in einer lockeren Atmosphäre zu beginnen. Nach einer kurzen Willkommensphase holt sich der Praxisanleiter zunächst Rückmeldung darüber ein, ob die aufgetragene Hausaufgabe, nämlich sich über das Thema zu informieren, erfolgt ist. Der Schüler bejaht dies und berichtet, dass sich alle aufgetretenen Fragen von selbst klären ließen. Um den bereits geschafften Lernerfolg zu überprüfen, gibt der Praxisanleiter dem Schüler nun 30 Minuten Zeit, den vorab angekündigten Multiple-Choice-Test zu bearbeiten. Nach der Auswertung stellen sich einige Defizite im Bereich der Anatomie heraus. Der Praxisanleiter richtet daraufhin eine kurze theoretische Lerneinheit ein, um den Schüler auf den gewünschten Wissensstand zu bringen. Hierfür hat der Praxisanleiter Fotos und Infografiken der Punktionsstellen und ihrer anatomischen Gegebenheiten vorab vorbereitet gehabt.
Nach dieser kurzen Lerneinheit und einer kleinen Pause, beginnt die Anleitung. Um dem Schüler ein realistisches Szenario zu etablieren, hat sich der Praxisanleiter ein fiktives Fallbeispiel ausgedacht, welches wie folgt lautet:
„Sie werden um 15:30 zusammen mit dem Notarzt alarmiert. Die Einsatzmeldung lautet: „laufende Laienreanimation“. Es ist Dienstagmorgen, 10:30 Uhr und trocken bei 24 °C. Ihr RTW ist mit einem Rettungssanitäter und ihnen besetzt. Ihr Einsatzort ist eine Kleingartenkolonie im Northeim. Da sie den Einsatz von der Wache aus übernehmen haben sie eine Anfahrtszeit von 9 Minuten, diese verläuft ohne Komplikationen. Bei Eintreffen finden sie den Patienten liegend im Garten vor, die Anruferin führt nach Anleitung der Leitstelle bereits Thoraxkompressionen durch. Das NEF trifft zeitgleich mit ihnen ein und der Rettungsassistent des NEF´s beginnt mit der Übernahme der Thoraxkompressionen. Da sich der Notarzt und ihr Teampartner um den Atemweg kümmern, liegt es nun an ihnen, einen Gefäßzugang zu etablieren. Die Venenverhältnisse sich sehr schlecht, nach der ersten Fehlpunktion entscheiden sie sich für die Anlage eines intraossären Zuganges“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung erläutert die Motivation des Autors, die Bedeutung der qualifizierten Praxisanleitung im Rettungsdienst sowie das Ziel der Arbeit, eine strukturierte Anleitung zur intraossären Punktion darzustellen.
2. WISSENSCHAFTLICHER TEIL / INTRAOSSÄRER ZUGANG: Dieses Kapitel vermittelt fundierte theoretische Kenntnisse über Indikationen, Kontraindikationen, Komplikationen sowie die technische Durchführung der intraossären Punktion.
3. PRAKTISCHER TEIL / BEDINGUNGSANALYSE: Hier werden die Rahmenbedingungen, das räumliche Umfeld sowie die Lehr- und Lernvoraussetzungen analysiert, um eine optimale Lernumgebung für die praktische Unterweisung zu schaffen.
4. LERNZIELE: In diesem Abschnitt werden die angestrebten Lernziele mittels der SMART-Methode definiert, um eine messbare Kompetenzentwicklung bei Fach-, Methoden-, Sozial- und Personalkompetenz zu gewährleisten.
5. METHODE DER VIER STUFEN: Dieses Kapitel beschreibt die Anwendung der Vier-Stufen-Methode, inklusive Vorbereitung, Durchführung und Nachbesprechung, als pädagogisches Instrument zur Vermittlung der Punktionstechnik.
6. FAZIT: Das Fazit fasst den erfolgreichen Ablauf der Anleitung zusammen, reflektiert die erreichten Ziele und betont die Bedeutung einer strukturierten Planung für den Lernerfolg.
Schlüsselwörter
Praxisanleitung, Rettungsdienst, Notfallsanitäter, intraossärer Zugang, EZ-IO, Ausbildung, Vier-Stufen-Methode, Handlungskompetenz, Bedingungsanalyse, Lernziele, Notfallmedizin, Skilltraining, Didaktik, Medizintechnik, Fallbeispiel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Planung und praktischen Durchführung einer Anleitungssituation im Rettungsdienst am Beispiel der Anlage eines intraossären Zugangs.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit verknüpft medizinische Fachkenntnisse zur intraossären Punktion mit pädagogischen Konzepten der Praxisanleitung, wie der Bedingungsanalyse und der Vier-Stufen-Methode.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen strukturierten Prozess zur Anleitung angehender Notfallsanitäter zu entwickeln, der den Lernerfolg fördert und eine hohe Qualität der Ausbildung sicherstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Zieldefinition verwendet?
Der Praxisanleiter nutzt die SMART-Methode, um Ziele zu definieren, die spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch und terminiert sind.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen medizinischen Teil, eine umfassende Analyse der Lernbedingungen und die praktische Umsetzung der Anleitung nach der Vier-Stufen-Methode.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind Praxisanleitung, intraossärer Zugang (EZ-IO), Handlungskompetenz, Didaktik im Rettungsdienst und die Vier-Stufen-Methode.
Warum wird die Vier-Stufen-Methode für dieses Thema gewählt?
Sie gilt als bewährtes handwerkliches Instrument zur Vermittlung psychomotorischer Lernziele und ermöglicht dem Schüler ein praktisches Erproben unter Anleitung.
Wie geht der Autor mit Fehlern während der Anleitung um?
Fehler werden im Rahmen einer strukturierten Nachbesprechung (Debriefing) analysiert, um Lernpotenziale aufzudecken, statt sie lediglich zu sanktionieren.
- Arbeit zitieren
- Manuel Söffker (Autor:in), 2019, Anlage eines intraossären Zugangs. Rahmenbedingungen und Anleitungssituation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513879