Ein pensionierter Lateinlehrer erklärt seinem Haustier die lateinische Grammatik? Und das anhand von Sprichwörtern? Warum eigentlich nicht? Staubtrockene Bücher zum Lateinlernen gibt es genug. Mit Witz und feinem Gespür für Begriffe und Redewendungen haben Jürgen Aumüller-Lehmann und Egon Timmermann ein amüsantes Buch geschaffen, bei dem der Leser die lateinische Grammatik fast nebenbei lernt.
Mithilfe von alltäglichen Situationen und einprägsamen Anekdoten vermitteln die Autoren die Grundlagen der lateinischen Grammatik. Im Anhang des Buches sind grammatische Phänomene wie regelmäßige und unregelmäßige Verben, Zeitformen und Fälle übersichtlich erklärt. So ist ein leicht verständliches und kurzweiliges Werk entstanden, mit dem Lateinlernen endlich Spaß macht.
Mit diesem Buch lernt man nicht nur mehr über die Herkunft vieler deutscher Redewendungen, sondern erweitert auch sein Allgemeinwissen. Denn Latein lernen Schüler nicht nur in der Schule oder Studenten für ihr Studium. Die alte Sprache ist auch in unserem Alltag noch immer präsent: egal ob als Inschrift an Gebäuden („Anno Domini“), als Sinnspruch auf Postern, Tassen, Taschen ("Carpe diem!") oder in der Werbung ("Nomen est omen"). Und sogar im Social-Media-Profil des einen oder anderen Mitmenschen findet sich ein unschuldiges "Cogito, ergo sum".
In diesem Sinne: "Quo vadis?" – "Ins Kino, zum nächsten Historien-Blockbuster, mit Lateinischen Sprichwörtern im Gepäck."
Inhaltsverzeichnis
1. Statt eines Vorworts
2. Die Geschichte von Hausi und Haesi
3. Bekanntes und weniger Bekanntes / Allgemeingültiges
4. Zeit und Geld
5. Zitate berühmter Persönlichkeiten
6. Religion, Bibel, Tod
7. Recht und Politik
8. Krieg, Kampf, Sport, Gladiatoren
9. Schule und Bildung
10. Liebe und Freundschaft
11. Grammatische Phänomene
11.1 Der Sinn der Stammformen
11.2 Übersicht über die 5 verschiedenen Verbgruppen
11.3 Regelmäßige und unregelmäßige Verben
11.4 Tempora und Modi der 5 Konjugationen
11.5 Der Infinitiv im Lateinischen
11.6 Aktiv - Passiv - Deponentien
11.7 Zur Funktion der Kasus
11.7.1 Nominativ
11.7.2 Genitiv
11.7.3 Dativ
11.7.4 Akkusativ
11.7.5 Ablativ
11.7.6 Vokativ
11.8 Die konsonantische Deklination
11.9 Das Genus
11.10 Die wichtigsten Pronomina
11.11 Komparation (Steigerung)
11.12 Präpositionen
11.13 Fragesätze
12. Die häufigsten lateinischen Konstruktionen
12.1 Der abl. abs.
12.2 Der Acl / NcI
12.3 Das Partizip
12.4 Die „-nd“-Formen
12.5 Der Konjunktiv in Haupt- und Nebensatz
12.6 Der Konjunktiv in Haupt- und Nebensatz
12.7 „schwere“ Wörter
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieses Buches ist es, Interessierten einen unterhaltsamen und alltagsnahen Zugang zur lateinischen Sprache zu ermöglichen, indem grammatische Grundlagen anhand von bekannten Sprichwörtern und Redewendungen vermittelt werden.
- Verbindung von lateinischer Grammatik mit bekannten Sprichwörtern
- Einführung in die wichtigsten lateinischen Zeitformen und Modi
- Erklärung zentraler Konstruktionen wie Acl und Ablativus Absolutus
- Kulturelle Einordnung lateinischer Zitate und Persönlichkeiten
- Praktische Unterstützung für Lernende und Studierende
Auszug aus dem Buch
3. Bekanntes und weniger Bekanntes / Allgemeingültiges
„In Todesanzeigen“, sagte er zu Haesi, „über älteren Haustüren oder Eingängen, in Tageszeitungen, E-Mails und sogar in der Werbung begegnet man oft auf den ersten Blick unverständlichen oder unbekannten lateinischen Worten. Für gewisse Leute, die so ganz nebenbei lateinische Floskeln ins Gespräch streuen, damit jeder sofort beeindruckt ist, welch profunde Ausbildung jemand genossen hat und dass er/sie damit zu den „besseren“ Kreisen gehört (der Schmiss der schlagenden Verbindungen ist ja heute nicht mehr so sehr das Erkennungszeichen eines „gehobenen“ Standes) scheint Latein immer noch ein Aushängeschild klassisch-bürgerlicher Bildung zu sein.
Der Leser in Zukunft also privilegiert und kann schlagfertig solchen Angebern Paroli bieten bzw. braucht nicht völlig irritiert auf solche lateinischen Sprüche zu reagieren; es könnte also hilfreich sein, wenn man einige dieser Sprüche kennt.
„Carpe diem“ z.B. (pflücke, d.h. nutze den Tag) steht – wie cave canem (hüte dich vor dem Hund) in „besseren“ Wohngebieten im Flur, an der Wohnzimmerwand bzw. auf der Fußmatte der Eigenheime, deren BesitzerInnen stolz auf ihre Lateinkenntnisse sind. Jemandem, der gerne Bacchus, dem Gott des Weines, huldigt, ist der Spruch „in vino veritas“ vielleicht geläufig – im Wein (liegt) die Wahrheit.
Die englischen Zeitangaben a.m. (ante meridiem = vor Mittag) und p.m. (post meridiem = nach Mittag) dürften ebenso bekannt sein wie das auf Grabsteinen oder in Todesanzeige stehende R.i.p. was man auch mit „rest in peace“ wiedergeben kann, aber im Lateinischen „requiescat in pace“ heißt, also er/sie ruhe in Frieden.
„Weißt du, Haesi, was ’Horror’ ist und was ’Vakuum’? Dann weißt du ja auch, dass „horror vacui“ die Angst vor der Leere ist. Vielleicht schlagen deshalb heutzutage so viele Leute die sogenannte Freizeit mit ihrem Smartphone tot. Haesi fragt nun: „Gibt es im Lateinischen ein Sprichwort dafür, wenn man sich für eine Wohltat revanchiert?“ – „Ja, das heißt „manum manum lavat“ – eine Hand wäscht die (andere) Hand.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Statt eines Vorworts: Einführung in die Motivation der Autoren, Latein durch Sprichwörter leicht zugänglich zu machen.
2. Die Geschichte von Hausi und Haesi: Erzählung über einen ehemaligen Lateinlehrer, der seinem Zwergkaninchen die Sprache nahebringt.
3. Bekanntes und weniger Bekanntes / Allgemeingültiges: Analyse häufig vorkommender lateinischer Begriffe in unserem Alltag.
4. Zeit und Geld: Betrachtung antiker Konzepte zu Zeit und Finanzen anhand von Zitaten.
5. Zitate berühmter Persönlichkeiten: Einblick in die Zitate bekannter antiker Akteure und deren historischen Kontext.
6. Religion, Bibel, Tod: Untersuchung religiöser Wendungen und deren Bedeutung in der Kultur.
7. Recht und Politik: Darstellung lateinischer Begriffe aus dem juristischen und politischen Bereich.
8. Krieg, Kampf, Sport, Gladiatoren: Sprachliche Spurensuche im Bereich von Macht und körperlichem Wettstreit.
9. Schule und Bildung: Reflexion über den Bildungsbegriff durch antike Sprichwörter.
10. Liebe und Freundschaft: Zusammenfassung von Zitaten über zwischenmenschliche Beziehungen.
11. Grammatische Phänomene: Systematische Übersicht über die grammatikalischen Regeln der lateinischen Sprache.
12. Die häufigsten lateinischen Konstruktionen: Erklärung wichtiger Satzstrukturen für ein tieferes Textverständnis.
13. Anhang: Hilfreiche Listen zu Abkürzungen, Querverweisen und ein alphabetisches Verzeichnis.
Schlüsselwörter
Latein, Grammatik, Sprichwörter, Zitate, Antike, Konjugation, Deklination, Acl, Ablativus Absolutus, Bildung, Sprache, Linguistik, Übersetzung, Philologie, Unterhaltung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Das Buch bietet einen leicht verständlichen Zugang zur lateinischen Sprache, indem es Sprachunterricht mit humorvollen Geschichten und den Ursprüngen bekannter Redewendungen verknüpft.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Themen umfassen alltägliche Bereiche wie Zeit, Geld, Recht, Religion, Bildung, Krieg sowie Liebe und Freundschaft.
Was ist das primäre Ziel des Werkes?
Das primäre Ziel ist es, Hemmschwellen gegenüber der lateinischen Sprache abzubauen und das Verständnis für ihre grammatikalischen Strukturen durch praxisnahe Beispiele zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autoren nutzen eine didaktische Methode, bei der grammatikalische Phänomene induktiv aus der Analyse konkreter, klassischer Zitate und Texte abgeleitet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl die kulturellen Hintergründe berühmter Zitate erläutert als auch eine fundierte Übersicht über Grammatik und Syntax, wie Kasus, Zeiten und Satzkonstruktionen, geboten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Die wichtigsten Begriffe sind Latein, Grammatik, Sprichwörter, Antike, Konjugation, Deklination, Acl und Bildungsvermittlung.
Wer ist die Zielgruppe des Buches?
Das Buch richtet sich an Studierende, Lernende und alle am Lateinischen Interessierten, die nach einer unkonventionellen Lernmethode suchen.
Wie unterstützen die Anhänge das Lernen?
Der Anhang bietet wertvolle Unterstützung durch Listen von Abkürzungen, eine Übersicht grammatikalischer Querverweise sowie ein alphabetisches Verzeichnis aller besprochenen Sprichwörter.
Wird die Grammatik rein abstrakt erklärt?
Nein, die Grammatik wird stets in den Kontext der behandelten Sprichwörter und Redewendungen gesetzt, um den Lerneffekt durch einen direkten Alltagsbezug zu erhöhen.
Welche Rolle spielt die Geschichte von Hausi und Haesi?
Diese Rahmenhandlung dient als roter Faden, der den Lernstoff auflockert und den theoretischen Inhalt durch eine unterhaltsame Erzählweise verdaulich macht.
- Citar trabajo
- Jürgen Aumüller-Lehmann (Autor), Egon Timmermann (Autor), 2020, Lateinische Grammatik - sprichwörtlich einfach, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/513930