Die Arbeit beschäftigt sich mit der Effizienzsteigerung der Energie. Zwei Fragestellungen lassen sich ableiten: Wie lässt sich die Nachhaltigkeit von Energieeffizienzmaßnahmen im Hinblick auf deren ökonomischen, ökologischen und sozialen Nutzen bewerten? Welche Kennzahlen eignen sich zur Beurteilung der Bewertungskriterien? Energie ist die Basis menschlicher Lebensgrundlagen sowie der Wertschöpfungsketten, die Einfluss auf die ökonomischen, ökologischen und sozialen Möglichkeiten des geschlossenen Systems Erde haben. Energie wird dabei weder verbraucht noch verschwindet sie und kann innerhalb dieses geschlossenen Systems lediglich umgewandelt werden.
Im Kontext der Klimadebatte seit 1987 und angesichts der immer sichtbareren Folgen der Klimaveränderung treten im 21. Jahrhundert so genannte Energieaudits als politisch-geografisches Instrument der Rechtsräume in Erscheinung, die im Zusammenhang mit der Norm EN 16247-1 europäisch und mit der ISO 50002 weltweit die qualitativen Anforderungen an ein regelkonformes Audit festlegen. Hierbei soll die erwähnte EN-Norm verbindlich in der Europäischen Union anzuwenden sein, um die Auswirkungen der Umwandlungsprozesse der Wertschöpfungskette eines Unternehmens systematisch und unabhängig festzustellen, national betrachtet einerseits freiwillig für sogenannte kleine und mittlere Unternehmen (KMU), jedoch gesetzlich verpflichtend für alle nicht KMU. Problematisch hierbei ist hingegen, dass für die Nachhaltigkeit der Ergebnisse im Sinne der ökologischen, der ökonomischen und der sozialen Aspekte solcher Audits keinerlei Belege beziehungsweise Ansätze existieren, da Energieaudits nach dieser Norm anders als international anerkannte und zertifizierbare Managementsysteme nach ISO 50001 und ISO 14001 oder registrierbaren Systemen wie EMAS keinen kontinuierlichen Verbesserungsprozess zum Ziel haben. Unternehmen müssen zudem proaktiv keine Rechenschaft über die Ergebnisse und Umsetzungsmaßnamen aus dem Energieaudit ablegen. Wird jedoch angenommen, dass Nachhaltigkeit stets auch nur im Zusammenhang mit einer kontinuierlichen Verbesserung von Prozessen und Systemen einhergeht, wird deutlich, dass eine Informationslücke besteht. Die Entwicklung der industriellen Revolution ausgehend vom Ende des 18. Jahrhunderts hat beispielsweise gezeigt, dass ständige Optimierung und kontinuierliche Verbesserungen Teil einer nachhaltigen Entwicklung sein können, um technische Anlagen und Prozesse effizienter zu gestalten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Aufbau der wissenschaftlichen Arbeit
1.1 ANFORDERUNG, THEMA UND GLIEDERUNG
1.2 STRUKTUR DER ARBEIT
2. Stand der Anforderungen
2.1 BEDEUTUNG VON ENERGIEAUDITS
2.1.1 GRUNDSÄTZLICHE BEDEUTUNG
2.1.2 BINDENDE VERPFLICHTUNG VON UNTERNEHMEN
2.1.3 FREIWILLIGE SELBSTVERPFLICHTUNG VON ORGANISATIONEN
2.2 KONTEXT DER NACHHALTIGKEIT
2.2.1 ENTSTEHUNG UND VERWENDUNG DES BEGRIFFS NACHHALTIGKEIT
2.2.2 ÖKONOMISCHER ASPEKT IM ZUSAMMENHANG MIT ENERGIEAUDITS
2.2.3 ÖKOLOGISCHER ASPEKT IM ZUSAMMENHANG MIT ENERGIEAUDITS
2.2.4 SOZIALER ASPEKT IM ZUSAMMENHANG MIT ENERGIEAUDITS
2.3 KENNZAHLEN UND UNTERNEHMENSFÜHRUNG
2.3.1 ÖKONOMISCHE ORGANISATIONSKENNZAHLEN
2.3.2 ÖKOLOGISCHE UMWELTKENNZAHLENBEREICHE
2.3.3 KENNZAHLEN ZUR SOZIALEN VERTRÄGLICHKEIT
2.3.4 OPERATIONALISIERUNG VON KENNZAHLEN
2.3.5 SYSTEMATISIERUNG VON KENNZAHLEN
2.4 GRUNDSÄTZE DER BEWERTUNG
2.4.1 ANFORDERUNGEN AN EIN REGELKONFORMES ENERGIEAUDIT
2.4.2 BETRACHTUNG DER TESTGÜTEKRITERIEN
2.4.3 BEDEUTUNG DER KUNDENANFORDERUNGEN UND WÜNSCHE
3. Energieaudit der Organisation „Unternehmen Anonym“
3.1 ENERGIEAUDIT
3.1.1 VORSTELLUNG DER ORGANISATION
3.1.2 UNTERSUCHUNGSZEITRÄUME
3.1.3 ZIELE DER UNTERSUCHUNGEN
3.1.4 ENTWICKLUNG DER ENERGIEAUDITS
3.2 BEWERTUNG DER ERGEBNISSE
3.2.1 ENERGIEBILANZ UND ZEITLICHER VERLAUF
3.2.2 MÖGLICHKEITEN ZUR VERBESSERUNG DER ENERGIEEFFIZIENZ
3.2.3 ABBILDUNG RELEVANTER KENNZAHLEN
4. Möglichkeiten zur Bewertung und Beurteilung
4.1 ABLEITBARKEIT VON MERKMALEN UND MODELLEN
4.1.1 ÖKONOMISCHE ANSÄTZE
4.1.2 ÖKOLOGISCHE ANSÄTZE
4.1.3 SOZIALE ANSÄTZE
4.1.4 STRATEGISCHE EBENE AUS EFFEKTIVSICHT
4.1.5 OPERATIVE EBENE AUS EFFIZIENZSICHT
4.2 „SYSTEMISCHER“ ENTWICKLUNGSANSATZ
4.3 DISKUSSION DER ERGEBNISSE AUS UMFRAGEN
4.3.1 STATISTISCHE ANGABEN
4.3.2 AUSWERTUNG DER UMFRAGE
4.3.3 ERGEBNISSE UND ZUSAMMENFASSUNG
5. Fazit und Ausblick
5.1 BEANTWORTUNG DER FORSCHUNGSFRAGEN
5.2 HERAUSFORDERUNGEN DER GEGENWART UND ZUKUNFT
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, wie die Nachhaltigkeit von Energieeffizienzmaßnahmen in Unternehmen unter Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer und sozialer Aspekte bewertet werden kann und welche Kennzahlen sich hierfür eignen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Integration von Energieaudit-Ergebnissen in bestehende Unternehmenssteuerungssysteme, um eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsbetrachtung zu ermöglichen.
- Grundlagen von Energieaudits und deren Bedeutung im Kontext gesetzlicher Anforderungen
- Analyse des Nachhaltigkeitsbegriffs in Theorie und unternehmerischer Praxis
- Entwicklung von Kennzahlensystemen zur Messung von Energieeffizienz
- Empirische Diskussion zur Wahrnehmung von Nachhaltigkeit und Energieeffizienz in Organisationen
Auszug aus dem Buch
1.1 Anforderung, Thema und Gliederung
Energie ist die Basis menschlicher Lebensgrundlagen sowie der Wertschöpfungsketten, die Einfluss auf die ökonomischen, ökologischen und sozialen Möglichkeiten des geschlossenen Systems Erde haben. Energie wird dabei weder verbraucht, noch verschwindet sie und kann innerhalb dieses geschlossenen Systems, lediglich umgewandelt werden.
„Die Geschichte der Menschheit ist zugleich die Geschichte von der Verfügbarkeit der Energie.“
Im Kontext der Klimadebatte seit 1987 und angesichts der immer sichtbareren Folgen der Klimaveränderung treten im 21. Jahrhundert so genannte Energieaudits als politisch-geografisches Instrument der Rechtsräume in Erscheinung, die im Zusammenhang mit der Norm EN 16247-1 europäisch und mit der ISO 50002 weltweit die qualitativen Anforderungen an ein regelkonformes Audit festlegen. Hierbei soll die erwähnte EN-Norm verbindlich in der Europäischen Union anzuwenden sein, um die Auswirkungen der Umwandlungsprozesse der Wertschöpfungskette eines Unternehmens systematisch und unabhängig festzustellen, national betrachtet einerseits freiwillig für sogenannte kleine und mittlere Unternehmen (KMU), jedoch gesetzlich verpflichtend für alle nicht KMU.
Problematisch hierbei ist hingegen, dass für die Nachhaltigkeit der Ergebnisse im Sinne der ökologischen, der ökonomischen und der sozialen Aspekte solcher Audits keinerlei Belege beziehungsweise Ansätze existieren, da Energieaudits nach dieser Norm anders als international anerkannte und zertifizierbare Managementsysteme nach ISO 50001 und ISO 14001 oder registrierbaren Systemen wie EMAS keinen kontinuierlichen Verbesserungsprozess zum Ziel haben. Unternehmen müssen zudem proaktiv keine Rechenschaft über die Ergebnisse und Umsetzungsmaßnamen aus dem Energieaudit ablegen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Aufbau der wissenschaftlichen Arbeit: Herleitung der Forschungsfragen und Vorstellung der methodischen Vorgehensweise sowie der Struktur der Arbeit.
2. Stand der Anforderungen: Untersuchung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für Energieaudits und theoretische Einordnung des Nachhaltigkeitsbegriffs sowie relevanter Kennzahlen.
3. Energieaudit der Organisation „Unternehmen Anonym“: Darstellung des praktischen Teils anhand zweier Energieaudits bei einem konkreten Unternehmen und Bewertung der Ergebnisse.
4. Möglichkeiten zur Bewertung und Beurteilung: Entwicklung von Modellen und Modifikation von Kennzahlen basierend auf den Untersuchungsergebnissen sowie vergleichende Diskussion einer durchgeführten Mitarbeiterumfrage.
5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen und kritische Reflexion zukünftiger Herausforderungen.
Schlüsselwörter
Energieaudit, Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, Kennzahlensysteme, Unternehmenskennzahlen, Controlling, Triple-Bottom-Line, Ressourcencontrolling, Energiemanagement, Nachhaltigkeitskriterien, Energieverbrauch, Wirtschaftlichkeitsanalyse, Prozessmanagement, soziale Verträglichkeit, CO2-Bilanzierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Messbarkeit der Nachhaltigkeit von Energieeffizienzmaßnahmen, die im Rahmen von Energieaudits in Unternehmen identifiziert wurden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind Energieaudits (nach EN 16247-1), Controlling-Systeme für Energie- und Ressourcenverbräuche, das „Drei-Säulen-Modell“ der Nachhaltigkeit sowie die operative und strategische Unternehmensführung.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, wie die Nachhaltigkeit von Energieeffizienzmaßnahmen unter Einbeziehung ökonomischer, ökologischer und sozialer Aspekte bewertet werden kann und welche Kennzahlen sich hierfür eignen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Kombination aus sekundärer Literaturrecherche, der Analyse realer Energieaudit-Daten eines Unternehmens („Unternehmen Anonym“) sowie einer empirischen Online-Umfrage zur Diskussion um Nachhaltigkeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt den Stand der Anforderungen an Energieaudits, die Systematisierung von Kennzahlen im Controlling, die praktische Durchführung von Audits bei einem Beispielunternehmen sowie die Ableitung neuer Modelle für die Nachhaltigkeitsbewertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte sind Energieaudit, Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, Kennzahlensysteme, Triple-Bottom-Line und Controlling.
Warum wird das "Unternehmen Anonym" als Fallstudie verwendet?
Das Unternehmen dient als praktisches Beispiel für die Anwendung der Energieaudit-Norm, um die Herausforderungen bei der Umsetzung und Messung von Effizienzmaßnahmen in einem Nicht-KMU aufzuzeigen.
Welche Rolle spielt die Mitarbeiterumfrage in Kapitel 4?
Die Umfrage beleuchtet den „sozialen Aspekt“ der Nachhaltigkeit und zeigt auf, dass es oft an Kommunikation über die Nachhaltigkeitsziele des eigenen Arbeitgebers mangelt, was das Paradoxon zwischen Effizienz und subjektiver Mitarbeiterwahrnehmung unterstreicht.
- Arbeit zitieren
- Mathias Klein (Autor:in), 2019, Möglichkeiten zur Messung der Nachhaltigkeit von Effizienzmaßnahmen im Rahmen von Energieaudits, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/514344