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Der Prozess der Staatsauflösung im marxschen Kommunismus und dessen Folgen für die Rolle des Individuums

Title: Der Prozess der Staatsauflösung im marxschen Kommunismus und dessen Folgen für die Rolle des Individuums

Seminar Paper , 2019 , 31 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Florian Hertle (Author)

Politics - Basics and General
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Karl Marx wurde zeit seines Lebens mit Einschränkungen seiner Freiheit konfrontiert. Um Freiheit zu verwirklichen, hat sich Marx während seiner Schaffensphase unter anderem ausführlich mit dem Staat, seiner Funktion und dessen Perspektive auseinandergesetzt. Seine Staatstheorie liegt jedoch in keiner geschlossenen Darstellung in einem Werk vor und hat deshalb eher fragmentarischen Charakter.

Ziel dieser Arbeit ist es zu prüfen, welche Auswirkung die von Marx konstruierte Gesellschafts- und Staatsvorstellung auf das Individuum hat und ob es durch diese der von Marx gewünschten Freiheit näherkommt. Hierzu wird zunächst aufgezeigt, wie Marx die Rolle des Individuums im vorkommunistischen Zustand darstellt. Im Folgenden wird das marxsche Staatsbild und seine staatspolitischen Forderungen analysiert, bevor der nach Marx erdachte Prozess des Übergangs und der Ausformung des Kommunismus beleuchtet wird. Schließlich werden die aus den vorhergehenden Kapiteln gewonnen Erkenntnisse dazu genutzt, um zu erörtern, welche Rolle dem Individuum im vollendeten Kommunismus zukommt. Hierbei werden die Aufgaben, Freiheitsräume und die Bedeutung und Position des einzelnen Individuums im marxschen Kommunismus herausgestellt.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Rolle des Individuums im vorkommunistischen Zustand nach Marx

2.1 Die wirtschaftlichen Verhältnisse im vorkommunistischen Zustand

2.2 Die persönliche und gesellschaftliche Selbstentfremdung

3. Marx Staatsbild und seine staatspolitischen Forderungen

3.1 Generelles Staatsbild von Marx

3.2 Religions- und Freiheitsrechte und die wahre Emanzipation

3.3 Verhältnis von Staat und Gesellschaft und die Rolle der Demokratie

4. Der Prozess des Übergangs in den Kommunismus

4.1 Die Herausbildung des Kommunismus

4.2 Die Kommune als Instrument zur Einführung des Kommunismus

5. Die Rolle des Individuums im vollendeten Kommunismus

5.1 Aufgaben

5.2 Freiheitsräume und Entfaltungsmöglichkeiten

5.3 Bedeutung und Position im System des Kommunismus

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der marxschen Gesellschafts- und Staatsvorstellung auf die Rolle des Individuums. Dabei wird analysiert, inwiefern die Transformation vom kapitalistischen System hin zum vollendeten Kommunismus die Freiheit und Selbstentfaltung des Einzelnen beeinflusst und ob das marxsche Konzept tatsächlich zu der angestrebten Befreiung des Menschen führt.

  • Analyse der Rolle des Individuums im vorkommunistischen Zustand
  • Untersuchung des marxschen Staatsbildes und seiner staatspolitischen Forderungen
  • Betrachtung des Übergangsprozesses zum Kommunismus und der Rolle der Pariser Kommune
  • Evaluation der Aufgaben, Freiheitsräume und der Bedeutung des Individuums im Kommunismus

Auszug aus dem Buch

2.1 Die wirtschaftlichen Verhältnisse im vorkommunistischen Zustand

Als Grundlage für seine Analyse der Rolle des Individuums in der kapitalistischen, vorkommunistischen Gesellschaft setzt Marx die gegebenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. So führt er im Vorwort seines Werks „Kritik der politischen Ökonomie“ aus:

„In der gesellschaftlichen Produktion ihres Lebens gehen die Menschen bestimmte, notwendige, von ihrem Willen unabhängige Verhältnisse ein, Produktionsverhältnisse, die einer bestimmten Entwicklungsstufe ihrer materiellen Produktivkräfte entsprechen. Die Gesamtheit dieser Produktionsverhältnisse bildet die ökonomische Struktur der Gesellschaft, die reale Basis worauf sich ein juristischer und politischer Überbau erhebt und welcher bestimmte gesellschaftliche Bewußtseinsformen entsprechen. Die Produktionsweise des materiellen Lebens bedingt den sozialen, politischen und geistigen Lebensprozeß überhaupt.“

Ersichtlich wird hieran, dass Marx davon ausgeht, dass sämtliche Handlungen des Individuums und dadurch auch der Gesellschaft an sich, durch die in der jeweiligen Zeit vorzufindenden Produktionsressourcen geprägt sind, die Marx als Produktivkräfte bezeichnet. Diese würden die Gesellschaft dazu zwingen, in einer von ihrem Willen unabhängigen Weise, zu den vorhandenen Produktionsressourcen passende Produktionsverhältnisse auszubilden. Die hierdurch gebildeten Produktionsverhältnisse sieht Marx wiederum als konstituierend für die Ausbildung der gesellschaftlichen Strukturen an und bezeichnet diese als Basis für alle übrigen politischen, rechtlichen und moralischen Regelungen und Vorstellungen der Gesellschaft. Marx legt folglich die Produktionsverhältnisse als einzigen und bestimmenden Einflussfaktor für die Ausgestaltung einer Gesellschaft fest und spricht damit indirekt dem Individuum und der Gesellschaft die Fähigkeit ab, politische, rechtliche und moralische Werte reflektiert aufgrund von Denk- und Diskussionsprozessen herauszubilden. Ottmann umschreibt diese, alles auf die Produktionsverhältnisse reduzierende Ansicht von Marx, prägnant mit der Bemerkung, dass diese den Eindruck erwecke, „als ob sich die Geschichte ökonomisch und technologisch determiniert vollziehen würde, eine Art Automatik von technologischem Fortschritt, unpassend werdenden Produktionsverhältnissen und darauf folgender Sprengung der Fesseln.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass Marx Freiheit als menschliches Ideal ansah, seine Theorie jedoch eine paradoxe Wirkung auf das Individuum haben kann, die es in der Arbeit zu untersuchen gilt.

2. Die Rolle des Individuums im vorkommunistischen Zustand nach Marx: Das Kapitel analysiert die kapitalistischen Rahmenbedingungen und wie diese durch wirtschaftliche Zwänge zur persönlichen und gesellschaftlichen Entfremdung des Menschen führen.

3. Marx Staatsbild und seine staatspolitischen Forderungen: Hier wird das marxsche Verständnis des Staates als bloßes Machtinstrument der herrschenden Klasse sowie seine radikale Ablehnung von Religion und bürgerlichen Freiheitsrechten erörtert.

4. Der Prozess des Übergangs in den Kommunismus: Dieses Kapitel skizziert die theoretische dreistufige Entwicklung hin zum Kommunismus und untersucht die Pariser Kommune als praktisches Modell einer Rätedemokratie zur Überwindung des alten Systems.

5. Die Rolle des Individuums im vollendeten Kommunismus: Abschließend wird dargelegt, welche obligatorischen Aufgaben dem Individuum im vollendeten Kommunismus zufallen und inwiefern dessen Freiheitsräume zugunsten der systemischen Zielvorgaben eingeschränkt werden.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das marxsche Modell trotz des Ziels der menschlichen Befreiung eine starke Unterordnung des Einzelnen unter die Gesellschaft fordert, was die individuelle Freiheit erheblich einschränkt.

Schlüsselwörter

Karl Marx, Kommunismus, Kapitalismus, Individuum, Entfremdung, Staatstheorie, Produktionsverhältnisse, Freiheit, Emanzipation, Pariser Kommune, Diktatur des Proletariats, Klassenkampf, Selbstentfaltung, Arbeit, Gesellschaftsstruktur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die marxsche Staats- und Gesellschaftstheorie im Hinblick auf die Auswirkungen für das einzelne Individuum im vorkommunistischen Zustand sowie im vollendeten Kommunismus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Entfremdung, dem marxschen Staatsbild, der Religions- und Freiheitskritik, dem Prozess der gesellschaftlichen Transformation und der daraus resultierenden Position des Individuums.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu prüfen, wie Marx die Rolle des Individuums in der Gesellschaft definiert und ob das Individuum im vollendeten Kommunismus tatsächlich der von Marx gewünschten Freiheit näherkommt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine politiktheoretische Analyse, die auf einer umfassenden Untersuchung der Primärwerke von Marx und Engels sowie der Auswertung einschlägiger wissenschaftlicher Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des vorkommunistischen Zustands, der Kritik am bürgerlichen Staat und dessen Institutionen, den Übergangsprozess mittels Revolution sowie die finale Einordnung des Individuums in das System des Kommunismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Entfremdung, Produktionsverhältnisse, Klassenlose Gesellschaft, Diktatur des Proletariats, menschliche Emanzipation und die Kritik an bürgerlichen Freiheitsrechten.

Welche Rolle spielt die Pariser Kommune für die Argumentation des Autors?

Die Pariser Kommune dient als historisches Fallbeispiel für die zweite Stufe des marxschen Herausbildungsschemas, an der Marx die Umsetzung der Rätedemokratie und die Zerstörung des bürgerlichen Staatsapparates illustriert.

Wie bewertet der Autor den Widerspruch zwischen marxschem Befreiungsanspruch und Unterordnung?

Der Autor bezeichnet das marxsche Konzept als Paradoxon, da die angestrebte Freiheit des Einzelnen zwingend eine vorangegangene, totale Unterordnung des Individuums unter die kommunistische Gesellschaft erfordert.

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Details

Title
Der Prozess der Staatsauflösung im marxschen Kommunismus und dessen Folgen für die Rolle des Individuums
College
University of Passau
Grade
1,3
Author
Florian Hertle (Author)
Publication Year
2019
Pages
31
Catalog Number
V515013
ISBN (eBook)
9783346107961
ISBN (Book)
9783346107978
Language
German
Tags
Marx Individuum Kommunismus Freiheit Kapital Kapitalismus Philosophie Mensch Gesellschaft Wirtschaft Engels Kommunistische Manifest Marx Engels Werke Diktatur Proletariat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Hertle (Author), 2019, Der Prozess der Staatsauflösung im marxschen Kommunismus und dessen Folgen für die Rolle des Individuums, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/515013
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