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Die antiken Bronzeskulpturen auf dem Lateran in Rom

Hatten sie eine Sonderstellung innerhalb der heidnischen Bildnisse?

Titel: Die antiken Bronzeskulpturen auf dem Lateran in Rom

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 29 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Christiane Reinsch (Autor:in)

Kunst - Kunstgeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die antiken Bronzeskulpturen auf dem Platz vor dem Lateran im mittelalterlichen Rom sind das Thema dieser Hausarbeit. Ihre Analyse umfasst unterschiedliche Aspekte der Forschung von Papsttum und Politik des Mittelalters und geht mit dem Faszinosum einher, das in dem Artikel der Süddeutschen Zeitung vom Oktober 2016 mit der Überschrift „Popestar“ beschrieben wird. Trotz leerer Kirchen und Priesterseminare sind die Geschichten um die Päpste in Filmen und Büchern heute populärer denn je.

Das liegt vermutlich an der Kombination aus Göttlichem und Weltlichen der traditionsbewussten Institution, die sich in kontroversen Handlungen innerhalb des kirchlichen und wirtschaftlichen Machtapparats äußert und sich auch heute noch schwer vermitteln lässt. Der Umgang mit antiken Skulpturen im Mittelalter stellt ein ähnliches Faszinosum dar. Ihre positive Rezeption beginnt allmählich im 12. Jahrhundert. Davor waren sie Vertreter der antiken Welt und als solche widersprüchlich rezipiert. Eingebettet in die Geschichte der Stadt Rom werden die antiken Bildnisse, zu Symbolen und Identifikationsfiguren, die sich heute im Stadtbild mehrfach wiederfinden. Unter Berücksichtigung der Schicksale antiker Werke im christlichen Mittelalter stellt sich die Frage: Hatten die antiken Bronzestatuen am Lateran eine Sonderstellung innerhalb der heidnischen Bildnisse und warum?

Die Arbeit gliedert sich in zwei Teile. Der erste Teil umfasst die Verortung und Beschreibung der Skulpturen, um im zweiten Teil eine Kompilation der Deutungsansätze zu bieten und eine Conclusio zum Schluss zu formulieren. Die Forscherin Veronika Wiegartz erwähnt in ihrer Dissertation, dass die Nachrichtenlage über die mittelalterliche Rezeption antiker Bildwerke insgesamt spärlich ist. Auf ihre Betrachtungen stützt sich diese Hausarbeit vorrangig, weil es darum geht, eine Synthese inner-halb der archäologischen und kunsthistorischen Forschung zu realisieren, die hier am prägnantesten ausgearbeitet wurde. Die Skulpturen werden in das Geflecht der unterschiedlichen Deutungsaspekte eingebunden. Es geht nicht in erster Linie darum, sie als Einzelwerke zu betrachten, sondern eher als Gefäße für kontroverse Interpretationen im Laufe des Mittelalters und darüber hinaus.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Teil I

1. Der Lateran im Mittelalter

1.1. Reiterstandbild Marc Aurels

1.2. Lupa Capitolina

1.3. Lex de Imperio Vespasiani

1.4. Dornauszieher / Spinario

1.5. Kopf, Hand und Sphaira einer Kolossalstatue

Teil II

2. Bedeutung des Materials Bronze

3. Der Zeitpunkt der Aufstellung

4. Rezeption der Lateran-Bronzen

Conclusio

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Schicksal und die historische Rezeption antiker Bronzeskulpturen, die im Mittelalter auf dem Lateranplatz in Rom aufgestellt waren. Ziel ist es, die Umdeutung dieser heidnischen Bildwerke im christlichen Kontext zu analysieren und zu verstehen, welche politische sowie symbolische Funktion sie für das Papsttum erfüllten.

  • Die historische Rolle des Lateranplatzes im mittelalterlichen Rom.
  • Die Analyse spezifischer antiker Bronzewerke (u.a. Marc Aurel, Lupa Capitolina, Spinario).
  • Die Bedeutung des Materials Bronze für die Legitimation von Herrschaft.
  • Prozesse der symbolischen Aneignung und Umdeutung antiker Denkmäler.
  • Das Verhältnis von päpstlicher Machtpolitik und antiker Tradition.

Auszug aus dem Buch

1.1. Reiterstandbild Marc Aurels

Als berühmteste Statue in dem Zusammenspiel der Bronzeskulpturen auf dem Campus kann das Reiterstandbild des Marc Aurel angesehen werden, das schon seit der Aufstellung auf dem Lateran als „Konstantin“ galt. Warum erhielt der Reiter den Namen Konstantins? Der Name des Reiterstandbildes könnte sich von der „Basilika Constantini“ ableiten, oder es wurde eine bewusste Umwidmung der Statue vorgenommen, ein gezieltes Vorgehen der Päpste implizieren. Der Standort der Reiterstatue im nördlichen Teil des Campus ist durch schriftliche Zeugnisse seit dem 10. Jahrhundert belegt. Auf einem späteren Plan ist sie vor der Benediktionsloggia zu sehen. Wann sie an den Lateran gebracht wurde und wo sie stand, entzieht sich präziser Kenntnis. Auch über die antike Aufstellung ist nichts Sicheres bekannt. Die Statue stand offenbar als Einzelstatue auf einem Sockel in der Gegend des Laterans.

Das Reiterstandbild besteht aus vergoldeter Bronze, wird zwischen 164-180 n. Chr. entstanden sein und ist 4,24 m hoch und 3,87 m lang. Marc Aurel trägt eine „kleine Uniform“, die den friedlichen Aspekt seiner Erscheinung betont. Er trägt einen dichten Bart, der ihn als Philosophen kennzeichnet. Sein Blick führt auf die weisende rechte Hand, die in der Geste eines Herrschers erhoben ist. Die linke Hand hat vermutlich die Zügel und einen anderen Gegenstand gehalten. Das Pferd blickt in die gleiche Richtung wie der Reiter und ist in einem trabenden Gang dargestellt, wobei sein linkes Bein angehoben ist, was als Hinweis gedeutet werden kann, dass sich eine Gestalt unter dem Pferd befand. Die Hauptansicht war die rechte Vorderseite, zu der sich der Kaiser mit Kopf und Geste hinwendet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Lateran im Mittelalter: Dieses Kapitel beschreibt die topografische und politische Bedeutung des Lateranplatzes als Residenz der Päpste und Ort der rechtlichen und zeremoniellen Machtausübung.

1.1. Reiterstandbild Marc Aurels: Untersuchung der Identifizierung der Statue als Konstantin und ihrer Rolle als zentrales Herrschaftssymbol vor der Lateranbasilika.

1.2. Lupa Capitolina: Analyse der Kapitolinischen Wölfin als Symbol Roms und ihre Funktion als mittelalterliche Stätte der Rechtsprechung.

1.3. Lex de Imperio Vespasiani: Betrachtung der Bronzetafel als Zeichen päpstlicher Herrschaftslegitimation und ihre wechselvolle Geschichte der öffentlichen Aufstellung.

1.4. Dornauszieher / Spinario: Erörterung der Deutung der antiken Figur zwischen heidnischer Tradition und moralisch-christlicher Umdeutung im Mittelalter.

1.5. Kopf, Hand und Sphaira einer Kolossalstatue: Beschreibung der Fragmente eines antiken Bronze-Kolosses und deren Bedeutung als politisches Herrschaftssymbol.

2. Bedeutung des Materials Bronze: Untersuchung des hohen Wertes, der der materiellen Beschaffenheit von Bronze beigemessen wurde, um Dauerhaftigkeit und Machtansprüche zu unterstreichen.

3. Der Zeitpunkt der Aufstellung: Historische Herleitung der Aufstellungsphasen im Kontext des päpstlichen Machtstrebens und des Verhältnisses zu karolingischen und byzantinischen Traditionen.

4. Rezeption der Lateran-Bronzen: Zusammenfassende Betrachtung, wie die Bronzewerke von mittelalterlichen Zeitgenossen wahrgenommen und in neue inhaltliche Kontexte überführt wurden.

Schlüsselwörter

Lateran, Rom, Mittelalter, Bronzeskulpturen, Marc Aurel, Lupa Capitolina, Papsttum, Herrschaftslegitimation, Konstantin, antike Tradition, Spinario, Rezeption, Lex de Imperio Vespasiani, Bildwerke, Spolien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die historische Bedeutung und die wechselvolle Rezeption antiker Bronzestatuen, die im Mittelalter auf dem Lateranplatz in Rom aufgestellt waren.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die politische Funktion der Skulpturen, ihre Umdeutung durch das Papsttum sowie das Zusammenspiel von antiker Tradition und mittelalterlicher christlicher Machtdarstellung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das mittelalterliche Papsttum durch die Aneignung heidnischer Denkmäler eigene Machtansprüche legitimierte und die antike Vergangenheit in den christlichen Diskurs integrierte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine kunsthistorische Analyse, die archäologische Quellen, schriftliche Zeugnisse des Mittelalters sowie zeitgenössische Interpretationsansätze miteinander verknüpft.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Einzelbetrachtung bedeutender Monumente wie des Reiterstandbildes Marc Aurels oder der Lupa Capitolina sowie in thematische Kapitel zur Materialbedeutung und den historischen Hintergründen der Aufstellung.

Wie lässt sich die Arbeit inhaltlich charakterisieren?

Sie ist eine Untersuchung zur „Rezeptionsgeschichte antiker Kunst“, wobei der Fokus gezielt auf dem spezifischen Raum des Laterans und seiner Funktion als Zentrum päpstlicher Repräsentation liegt.

Welche Rolle spielte das Material „Bronze“ für die päpstliche Politik?

Bronze galt im Mittelalter als Werkstoff von besonderer Dauerhaftigkeit und hohem Prestige, weshalb sie gezielt für die Repräsentation von Herrschaft und zur Anknüpfung an die Antike eingesetzt wurde.

Warum wurde das Reiterstandbild des Marc Aurel im Mittelalter als Konstantin gedeutet?

Diese Fehlinterpretation war vermutlich eine bewusste Umwidmung, um die Statue als christliches Symbol zu legitimieren und das Papsttum in die direkte Nachfolge des Kaisers Konstantin zu stellen.

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Details

Titel
Die antiken Bronzeskulpturen auf dem Lateran in Rom
Untertitel
Hatten sie eine Sonderstellung innerhalb der heidnischen Bildnisse?
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Kunstgeschichte)
Note
1,0
Autor
Christiane Reinsch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
29
Katalognummer
V515032
ISBN (eBook)
9783346117380
ISBN (Buch)
9783346117397
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bronzeskupturen Päpste Rom Lateran Antike Marc Aurel Lupa
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christiane Reinsch (Autor:in), 2016, Die antiken Bronzeskulpturen auf dem Lateran in Rom, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/515032
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  29  Seiten
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