Die antiken Bronzeskulpturen auf dem Lateran in Rom

Hatten sie eine Sonderstellung innerhalb der heidnischen Bildnisse?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2016

29 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

lnhalt

Einleitung

Teil l
1. Der Lateran im Mittelalter
1.1. Reiterstandbild Marc Aurels
1.2. Lupa Capitolina
1.3. Lex de lmperio Vespasiani
1.4. Dornauszieher I Spinario
1.5. Kopf, Hand und Sphaira einer Kolossalstatue

Teil ll
2. Bedeutung des Materials Bronze
3. Der Zeitpunkt der Aufstellung
4. Rezeption der Lateran-Bronzen

Conclusio

Abbildungsnachweis

Literatur

Einleitung

Die antiken Bronzeskulpturen auf dem Platz vor dem Lateran im mittelalterlichen Rom sind Thema dieser Hausarbeit. lhre Analyse umfasst unterschiedliche Aspekte der Forschung von Papsttum und Politik des Mittelalters und geht mit dem Faszinosum einher, das in dem Arti- kel der Suddeutschen Zeitung vom Oktober 2016 mit der Oberschrift ,Popestar" beschrieben wird. Trotz leerer Kirchen und Priesterseminare sind die Geschichten um die Papste in Fil- men und Buchern heute popularer denn je.1 Das liegt vermutlich an der Kombination aus Gottlichem und Weltlichen der traditionsbewussten lnstitution, die sich in kontroversen Handlungen innerhalb des kirchlichen und wirtschaftlichen Machtapparats auBert und sich auch heute noch schwer vermitteln lasst. Der Umgang mit antiken Skulpturen im Mittelalter stellt ein ahnliches Faszinosum dar. lhre positive Rezeption beginnt allmahlich im 12. Jahr- hundert. Davor waren sie Vertreter der antiken Welt und als solche widerspruchlich rezi- piert. Eingebettet in die Geschichte der Stadt Rom werden die antiken Bildnisse, zu Symbo- len und ldentifikationsfiguren, die sich heute im Stadtbild mehrfach wiederfinden. Unter Be- rucksichtigung der Schicksale antiker Werke im christlichen Mittelalter stellt sich die Frage: Hatten die antiken Bronzestatuen am Lateran eine Sonderstellung innerhalb der heidnischen Bildnisse und warum? Die Arbeit gliedert sich in zwei Teile. Der erste Teil umfasst die Veror- tung und Beschreibung der Skulpturen, um im zweiten Teil eine Kompilation der Deutungs- ansatze zu bieten und eine Conclusio zum Schluss zu formulieren.

Die Forscherin Veronika Wiegartz erwahnt in ihrer Dissertation, dass die Nachrichtenlage uber die mittelalterliche Rezeption antiker Bildwerke insgesamt sparlich ist.2 Auf ihre Be- trachtungen stutzt sich diese Hausarbeit vorrangig, weil es darum geht, eine Synthese inner- halb der archaologischen und kunsthistorischen Forschung zu realisieren, die hier am prag- nantesten ausgearbeitet wurde. Die Skulpturen werden in das Geflecht der unterschiedli- chen Deutungsaspekte eingebunden. Es geht nicht in erster Linie darum, sie als Einzelwerke zu betrachten, sondern eher als GefaBe fur kontroverse lnterpretationen im Laufe des Mit- telalters und daruber hinaus.

Te I

1. Der Lateran im Mittelalter

Vorab wird die Situation Roms und des Laterans im Mittelalter beleuchtet, um einen ersten Eindruck der Problematik zu geben: Der heutige Stadtkern Roms beschrankt sich im Wesent- lichen auf das Zentrum der antiken Besiedelung innerhalb des Mauerringes des 3. Jahrhun- derts n. Chr. und verdichtet die Bauwerke der vergangenen Epochen in ubereinander gela- gerten Schichten innerhalb des Stadtgefuges. lm fruhen Mittelalter entsprach Rom in Aus- maBen und Bedeutung eher einer Kleinstadt, welche dem Vergleich mit Konstantinopel als zweitem Machtzentrum nicht standhalten konnte. Ein groBer Teil des Stadtgebiets wurde landwirtschaftlich genutzt, was das Verschwinden der antiken Wegesysteme zur Folge hatte und die Schichtungen des Bodenniveaus vorantrieb.3 Der mittelalterliche Lateranpalast4, ,patriarchium"5 genannt, lag vor dem Siedlungskern in einem von der Stadt abgeschnitte- nem Gebiet und war ein Bauwerk mit profanen und sakralen Sinnzuweisungen, als gewach- senes Gefuge aus Reprasentations- und Wohnraumen, Kapellen und Korridoren.6 Den Paps- ten diente er als Residenz und Verwaltungszentrum, sowie als Ort der kirchlichen Rechtspre- chung und war bis ca. 1200 n. Chr. die bedeutendste Herrscherresidenz Europas.7 Nach einer fruhen expansiven Bauphase wurde er uber 700 Jahre nicht wesentlich verandert.8 Schon im spaten 11. Jahrhundert wurden die Raume des mittelalterlichen Papstpalastes selten genutzt und verfielen mit der Verlegung des Papstsitzes nach Avignon.9 Unter Papst Sixtus V. (1585- 1590) wurde der Palast zugunsten eines Neuen abgerissen.

Die Geschichte des mittelalterlichen Lateranpalastes ist nur fragmentarisch im ,Liber Ponti!i- ca/is"10 dokumentiert, seine Bauten konnen jedoch anhand der wenigen Quellen nachvollzo- gen werden.11 Der zentrale Bereich des Komplexes wird bei der heutigen Scala Santa gelegen haben.12 Die Kapelle ,Sancta Sanctorum"13, die dorthin uberfuhrte ,Sca/a Santa"14 und das Baptisterium15 sind die einzigen Oberreste des Lateranpalastes, die sich uber den Neubau der Residenz unter Sixtus V. erhalten haben.16 Neben den erwahnten Bauten ist gegenwartig der Apsisbogen des Leonischen Triclinums17 an der Sudseite des Gebaudes der ,Sancta Sanc- torum" zu sehen, der jedoch nicht in seiner Originalsubstanz erhalten ist.18 (Abb. 1) (Abb. 2) (Abb. 3)

Dem Apsisbogen gegenuber befindet sich auf der anderen StraBenseite das heutige Portal der Basilika San Giovanni, deren Entstehung auf Kaiser Konstantin zuruckgeht.19 Von dem konstantinischen Ursprungsbau sind keine Plane vorhanden und auch von der mittelalterli- che Fassade fehlen konkrete Befunde.20 Die funfschiffige Basilika wurde ,Constantinische Ba- si/ika", oder ,Basi/ica aurea"21 wegen ihrer kostbaren lnnenausstattung genannt und war Christus unter dem Titel Salvator geweiht. Nach dem 6. Jahrhundert erhielt sie den Namen Johannes des Taufers22 und steht als Mutterkirche der Christenheit ,Omnium Urbis et Orbis Ecc/esearum Mater et Caput" vor allen ubrigen Kirchen der Welt.23 (Abb. 4)

Der Platz vor dem Lateran wurde im Mittelalter ,campus" oder ,p/atea"24 genannt und ist ein wichtiger Bezugspunkt in der Betrachtung der zu behandelnden Skulpturen vor dem La- teran. Er breitet sich vor der Nordfassade der Kirche San Giovanni in Laterano aus, die im Mittelalter die Hauptfassade war. (Abb. 5) (Abb. 5a) Wie der Palast war er ein gewachsener Raum, der sich durch eine ungeordnete Zufalligkeit auszeichnete, wie die Rekonstruktion von Francesco Contini aus dem Jahre 1630 illustriert.25 (Abb. 1)

Auf diesem Plan26 grenzt das Claudische Aquadukt (38-53 n. Chr.) (66) den Platz im Norden ab. Die angrenzenden Hauser mussen im Nordosten sehr nahe an die Kapelle Sancta Sancto- rum (49) herangereicht haben, sodass nur ein enger Zugang zum Platz blieb (64).27 An der Stelle, wo sich heute der Obelisk (54)28 befindet, wird der Torre degli Annibaldi gestanden haben, der als Ort der Rechtsprechung diente. Nach dem Bau der Benediktionsloggia (41) unter Bonifaz Vlll. (1294-1303)29 verlagerte sich der Schwerpunkt des Campus nach Wes- ten.30 Der Campus Lateranensis diente der Ausubung weltlicher Geschafte, die dem Papst- tum zugefallen waren, wobei der breite Portikus (47) dazu diente, offentlichkeitswirksame Handlungen zu zelebrieren.31 Weiterhin wurde der Campus als Aufbruchs- und Ankunftsort der innerstadtischen Prozessionen genutzt. Eine Quelle aus dem 9. Jahrhundert berichtete erstmals von einem weiBen Pferd, auf dem der Bischof analog des romischen Kaisers in der Antike ritt.32 Traditionell profitierten die romischen Bischofe schon fruh von Ruckgriffen auf romische oder antike Traditionen.33

Diverse Quellen belegen, dass der Platz vor der Residenz als Ort der stadtischen Gerichtsbar- keit genutzt wurde.34 Die Rechtsprechung der Bischofe war ein vom Kaiser erteiltes Privileg, wobei die Rechtshoheit allein beim Kaiser lag.35 Der Lateran gehorte zum Herrschaftsbereich des Papstes und war mit antiken Skulpturen ausgestattet, die von ihrer ursprunglichen Be- deutung abgekoppelt zum Teil als Rechtswahrzeichen fungierten.36 lm 9. und 10. Jahrhun- dert erinnerten sie an das einstige romische lmperium und demonstrierten, dass die papstli- che Gewalt die kaiserlich-antike Herrschaftsgewalt weiterfuhrte.37 lm 12. Jahrhundert be- gann sich eine neue lnterpretation der antiken Werke durchzusetzen, die am deutlichsten in den drei Romfuhrern zum Ausdruck kam, die zwischen 1140 und 1220 fertiggestellt wurden. Alle drei Quellen berichten von den bronzenen Figuren auf dem ,campus /ateranensis". Sie sind eine Mischung aus topographischen Notizen und Legendenerzahlungen, die den Reisen- den bis ins 16. Und 17. Jahrhundert als Handbuch gedient haben.38 Der erste Mirabilienfuh- rer39 von 1143 ,Mirabi/ia Urbis Romae" veranderte erstmalig die Reihenfolge der gebrauchli- chen Pilgerfuhrer und stellt die romischen Antiken den Denkmalern der christlichen Martyrer voran. lhm folgte die ,Graphia Aureae Urbis Romae" (1107-1059) und anschlieBend die ,Narracio de mirabi/ibus urbis Romae" von Magister Gregorius, die zwischen 1180 bis 1220 datiert wird.40

Bevor ein GroBteil der Bronzen am 15. Dez 1471 von Papst Sixtus lV. vom Lateran zum Kapi- tol uberfuhrt wurden, sind sie von verschiedenen Machthabern zur Unterstutzung ihrer je- weiligen lnteressen benutzt worden, was die nachfolgenden Kapitel verdeutlichen sollen.41 Die Herrschaftszeichen des Mittelalters wurden spater unter Papst Paul lll Farnese (1534- 1549) als Denkmaler behandelt, die dem ,popu/us romanus" als Geschenk zuruckerstattet wurden.42 Die heutige reprasentative Platzgestaltung nach Entwurfen von Michelangelo43 unterstreicht die Bedeutung des Reiterstandbildes von Marc Aurel, im Gegensatz zum unge- stalteten Terrain und der veralteten Bebauung vorher.44 (Abb 6)

1.1. Re terstandb d Marc Aure s

Als die beruhmteste Statue in dem Zusammenspiel der Bronzeskulpturen auf dem Campus kann das Reiterstandbild des Marc Aurel angesehen werden, das schon seit der Aufstellung auf dem Lateran als ,Konstantin" galt. Warum erhielt der Reiter den Namen Konstantins? Der Name des Reiterstandbildes konnte sich von der ,Basi/ika Constantini" ableiten, oder es wurde eine bewusste Umwidmung der Statue vorgenommen, was ein gezieltes Vorgehen der Papste implizieren wurde.45 Der Standort der Reiterstatue im nordlichen Teil des Campus ist durch schriftliche Zeugnisse seit dem 10. Jahrhundert belegt.46 Auf einem spateren Plan ist sie vor der Benediktionsloggia zu sehen. Wann sie an den Lateran gebracht wurde und wo sie stand, entzieht sich praziser Kenntnis.47 Auch uber die antike Aufstellung ist nichts Siche- res bekannt.48 Die Statue stand offenbar als Einzelstatue auf einem Sockel in der Gegend des Laterans.49 (Abb. 7)

Das Reiterstandbild besteht aus vergoldeter Bronze50, wird zwischen 164-180 n. Chr.51 ent- standen sein und ist 4,24 m hoch und 3,87 m lang.52 Marc Aurel tragt eine ,k/eine Uni!orm", die den friedlichen Aspekt seiner Erscheinung betont.53 Er tragt einen dichten Bart, der ihn als Philosophen kennzeichnet.54 Sein Blick fuhrt auf die weisende rechte Hand, die in der Geste eines Herrschers erhoben ist. Die linke Hand hat vermutlich die Zugel und einen ande- ren Gegenstand gehalten.55 Das Pferd blickt in die gleiche Richtung wie der Reiter und ist in einem trabenden Gang dargestellt, wobei sein linkes Bein angehoben ist, was als Hinweis ge- deutet werden kann, dass sich eine Gestalt unter dem Pferd befand.56 Die Hauptansicht war die rechte Vorderseite, zu der sich der Kaiser mit Kopf und Geste hinwendet.57

(Abb. 8) (Abb. 9)

Diverse Abbildungen dokumentieren seinen Standort vor dem Lateran. Beruhmt ist das Fresko Filippino Lippis aus dem 15. Jahrhundert, das den Reiter von vorne und auf einem So- ckel zeigt.58 Die FuBe des Reiters ruhen auf runden, weiBen Stutzen, die vermuten lassen, dass die Stabilitat der Gruppe beeintrachtigt war.59 (Abb. 10) Zur Zeit der ersten Erwahnung wird das Standbild bereits schon im Schutt eingesunken sein, was zahlreiche Graffiti auf dem Pferdekorper belegen.60 Eine Reihe von Zeichnungen aus dem Umkreis Pisanellos belegen, dass dem mittelalterlichen Sockel weitere Spolien hinzugefugt wurden. (Abb. 11) Es handelt sich um ein Brunnenensemble mit zwei agyptischen Basalt-Lowinnen aus ptolomaischer Zeit, die mit Saulen um ein Becken herum gruppiert waren.61. Als Maarten van Heemskerck den Platz vor der Lateran um 1535-1535 zeichnete, war ca. ein Drittel des Postaments und der Brunnenanlage im ungepflasterten Platz verschwunden und die Saulen stehen separat in sudlicher Richtung.62 (Abb.12)

[...]


1 Ulrich, Stefan: Popestar. Suddeutsche Zeitung, Nr. 245, 22.I23. Oktober 2016.

2 Wiegartz 2004, 14.

3 Hocker 2008, 7-8.

4 Gregorovius, 43. Der Palastkomplex war in Besitz der Familie Lateranus, deren Name ubernommen wurde.

5 Herklotz 1985, 6. Die Bezeichnung ist laut Herklotz in alteren Quellen zu finden.

6 Herklotz 1985, 4. Seibt 1992, 140.

7 Luchterhandt 2015, 73, 79.

8 Luchterhandt 2015, 75.

9 Claussen 2008, 87. Luchterhandt 2015, 80. Die Papste hielten sich im Sommer auBerhalb der Stadt auf oder haben den Vatikan vorgezogen.

10 Lexikon des Mittelalters. Verlag J.B. Metzler, Vol. 5, cols 1946-1947. ,Liber Ponti!ica/is" bezeichnet seit 1724 die in vielen Hss. verbreitete quasi-offiziose Geschichtsschreibung des rom. Papsttums im MA.

11 Mandel 1994, 33-34. Die Autorin nennt die Beschreibungen und Skizzen von Onofrio Panvinio und Pompeo Ugonio aus dem 16. Jh und nicht weiter erlauterten Renaissance Kunstlern und den Schriften zur Zeit Sixtus V., die sich teilweise widersprechen.

12 Krautheimer 1987, 138 ff.

13 Mandel 1994, 33. Die Privatkapelle der mittelalterlichen Papste wurde vermutlich von Papst Silvester gebaut und soll zahlreiche wertvolle Reliquien beherbergt haben, wie die Kopfe von Petrus und Paulus.

14 Claussen, 33. Der Sage nach wurde die heilige Treppe von der ,hl. Helena", der Mutter Konstantins, nach Rom gebracht. Der Oberlieferung nach stammt die Treppe aus dem Palast des romischen Statthalters von Ju- daa, Pontius Pilatus, der Jesus von Nazareth verhorte und zum Tode durch das Kreuz verurteilen lieB. Jesus soll diese Treppe mehrmals betreten haben und zum Gedenken an die Leiden Christi werden die Stufen von den Glaubigen nur kniend zuruckgelegt.

15 Heinz 2016, 102. Das Baptisterium San Giovanni in Fonte wird um 315 datiert und ist die achteckige Taufkir- che nordwestlich der Apsis von San Giovanni. Die Zahl acht nimmt in der christlichen Lehre Bezug auf die Taufe. Claussen 2008, 360. Der Bau wurde im 4. Jh. in den ersten Palast integriert. Krautheimer, 62. 205-206. Die rechts gelegene Apsis der Narthex zeigt noch das ursprungliche Mosaik, das ins 5. Jh. datiert wird.

16 Herklotz 1985, 3-4. Der Autor schreibt, dass die Kapelle Sancta Sanctorum und die Scala Santa die einzigen Oberreste des Lateranpalastes darstellen, sieht daher das Baptisterium als nicht zum Palast gehorig an.

17 Gregorovius, 424-425. Datiert wird die Entstehung des Triclinums in die Zeit Papst Leos lll. zwischen 798 und 799. Es liegen Quellen vor, dass der Speisesaal schon im Jahre 799 im Gebrauch war.

18 Krautheimer 1987, 132-133. Die Apsis befand sich in einer Halle mit drei Konchen und ist nur aus Beschrei- bungen und Zeichnungen bekannt. Das Mosaik der heutigen AuBenapsis wurde 1625 restauriert und bestand bis 1743, als das Mosaik in die neugebaute Nische hinter der Scala Santa ubertragen wurde. Das heutige Mo- saik wurde schwer beschadigt, sodass keine zuverlassige Kopie erhalten ist.

19 Claussen 2008, 25 Krautheimer 1987, 33. Der Bau wurde im Winter 312I313 angefangen. Die Fertigstellung kann noch vor 320 angenommen werden.

20 Claussen 2008, 39.

21 Gregorovius, 44. Claussen 2008, 25, 26.Ober dem Fastigium hing ein groBer goldener Leuchter. Weiterhin gab es einen goldenen Altarleuchter, sieben vergoldete Leuchter und ca. 160 silberne Leuchter.

22 Knauer 1968, Laut Elfried Knauer wurde die Basilika im 6. Jahrhundert Johannes dem Taufer und Johannes dem Evangelisten geweiht.

23 Gregorovius, 45. Die lnschrift steht rechts und links des Haupteingangs zweimal in eingemeiBelten Medail- lons, versehen mit zwei Symbolen fur die Papstliche Gewalt, den Schlusseln und der Tiara.

24 Herklotz 1985, 3,

25 Herklotz 1985, 4. Er ist der einzige erhaltene Plan, der den topographischen Zusammenhang darstellt und der einen annahernd zuverlassigen Eindruck vermitteln kann.

26 Entgegen der gewohnten Leserichtung befindet sich der Norden im unteren Bereich.

27 Herklotz 1985, 4. Es ist anzunehmen, dass zahlreiche Gebaude entlang des Aquadukts gelegen haben mus- sen, die Platz fur Werkstatten, Verkaufsbuden, Warenlager und Wohnhauser der papstlichen Bediensteten bo- ten.

28 Wirsching 2013, 116. Der groBte Obelisk Roms stand vorher im Zirkus Maximus und wurde von Constantin ll. 350-361 geweiht. Zu einem nicht genannten Zeitpunkt ist er eingesturzt und wurde wiedererrichtet. 1587 fand man ihn in drei Teile zerbrochen und legte ihn frei. Er hatte ursprunglich eine Hohe von 33 m, heute 32,15 m

29 Mitchell 1951, 1-6. Bonifazius, der Erneuerer des Lateranpalastes lieB die Loggia mit Malereien und Emble- men ausstatten. Das ,Segnungsfresko" wird Giotto zugeschrieben. Als die Loggia 1586 zerstort wurde, wurde das Fresko von der Wand genommen und ist heute in S. Giovanni in Laterano zu besichtigen

30 Herklotz 1985, 6.

31 Herklotz 1985, 7, 36. Der Portikus tauchte seit dem 8. Jh. in den Quellen auf und wird in der Zeit des Papstes Zacharias (741-752) gebaut worden sein. Die Oberreste, zwei Saulen und ein Gebalkfragment, sind erhalten und befinden sich heute unter der Scala Santa. Herklotz 1985, 8. Papst Hadrian l (772-795) benutzte die Saulen- halle am Eingang, um Lebensmittel an die Armen zu verteilen.

32 Herklotz 1985, 8, 10-11. Bis ins 12. Jh. wurde von Prozessionen berichtet, an denen der Papst auf einem wei- Ben Pferd ritt.

33 Herbers 2014, 10, 12, 16. Sie ubernahmen vielfach staatliche und weltliche Aufgaben und auch institutionell nutzten die Bischofe antike Traditionen Sie verfassten Dekrete und Antworten (responsa) und Dekretalen, wie es die romischen Kaiser taten.

34 Herklotz 1985, 8. lm Jahre 768 toteten Anhanger Stephans lll. den Presbyterer Waldipert. 799 lieB Karl der GroBe 300 Romer hinrichten, die gegen Leo lll. revoltiert haben sollen.

35 Mierau 2010, 164. Der bischofliche Richterspruch wurde von weltlichen Richtern und deren Abgesandten vollzogen.

36 Schaller 1992, 80.

37 Herklotz 1985, 23-24.

38 Knauer 1968, 9.

39 Lexikon des Mitte/a/ters. Verlag J.B. Metzler, Vol. 6, cols 655-656. ,Mirabi/ia urbis Romae" ist der erste Rom- fuhrer, als ein Zeugnis fur das neuerwachte lnteresse fur die Welt der Antike. Die Mirabilia wurden die Grund- lage aller Reiseberichte aus Rom bis zum Ende des Mittelalters.

40 Grammacini 1996, 150. Das Werk von Magister Gregorius, einem Englander, der in Rom lebte, kann im Ge- gensatz zu den anderen Fuhrern als ein Werk des gebildeten Klerus gelten.

41 Buddensieg, 35. Kinney 2002, 390. Dale Kinney schreibt, dass der Reiter erst 1538 und die ,Lex de lmperio Vespasiani" 1576 aufs Kapitol gebracht wurden.

42 Buddensieg 1983, 54. Grammacini 1996, 147

43 Architekturkontext Campidoglio Universitat Zurich 2016. Die Entwurfe Michelangelos werden in der For- schung in einem Zeitraum von 1536-1564 datiert.

44 Baumstark 1999, 88.

45 Wiegartz 2004, 112-114. Die jungere Forschung hat ein Reiterstandbild ,equus Constantini" auf dem Forum Romanum identifiziert, das jedoch zum Lateran hatte transportiert werden mussen. Daher ware die Annahme der alteren Forschung naheliegender, das Reiterstandbild, das schon auf dem Lateran stand, zu benutzen und umzuwidmen.

46 Knauer 1968, 7.

47 Baumstark 1999, 80-81.

48 Knauer 1968, 14. Die Aufstellung von Herrscherstandbildern war in Rom ublich. Zur Zeit des Honorius (395- 423) wurden noch 22 groBe Reiterstandbilder im Stadtgebiet erhalten.

49 Fittschen IZanker 1985, 73. Der antike Sockel wird vermutlich eine ahnliche Hohe wie der jetzige haben. Kinney 2002, 376. Knauer 1968, 21. Unter Berucksichtigung der Proportionen, kann eine Aufstellung auf einem Triumphbogen ausgeschlossen werden, da bei extremer Untersicht, nur der Korper des Pferdes zu sehen ware. Der Sockel wird also etwa doppelte Mannshohe gehabt haben.

50 Accardo 1999, 141. Das Bildnis besteht aus einer Kupfer-Zinn-Blei-Legierung im Wachsausschmelzverfahren und war fruher mit einer wohl verschlagenen und brunierten Blattvergoldung versehen.

51 Wiegartz 2004, 109. Sie zitiert Fittschen I Zanker 1985, 73. Die Autoren datieren das Reiterstandbild hier zwi- schen 164-168. ln seiner spateren Publikation halt Klaus Fittschen eine posthume Aufstellung 180 fur moglich.

52 Duby 1996, 156. Knauer 1968, 24. Die Statue besteht aus mehreren Einzelteilen, die zusammengelotet wur- den. Die Vergoldung, die an einigen Stellen noch zu sehen ist, bestand aus rechteckigen Goldstucken, die an den Kanten uberlappen.

53 Wunsche 1999, 61.

54 Historia Augusta, Marc Aurel. 2.6, 3.6,8. Marc Aurel war philosophisch gebildeter Kaiser. Seit seiner Kindheit wurde er von Stoikern und Peripatetikern unterrichtet.

55 Fittschen IZanker 1985, 73. Die Forscher vermuten, der Gegenstand konnte ein Szepter, ein Parazonium, eine Weltkugel oder eine Viktoria auf der Weltkugel gewesen sein, was die Autoren bezweifeln, weil die Offnung der Hand zu klein fur solche Gegenstande ware. Am ehesten konnte eine Schriftrolle in die Hand passen.

56 Fittschen IZanker 1985, 73. ln manchen Quellen wird von einem knienden Barbaren unter dem erhobenen Huf berichtet. Dies konnte in Analogie zum Equus Domitiani moglich sein. Die Forschung ist jedoch geteilter Meinung. Kinney 2002, 378-381.

57 Fittschen IZanker 1985, 73. Freistatuen wurden im Altertum vornehmlich an den Randern von Platzen ange- ordnet.

58 Erler 1972, 136-137. Abb. 12. Grammacini 1996. 145. Der Sockel wurde unter Papst Sixtus lV. 1474 hinzuge- fugt, als RestaurierungsmaBnahme und lasst kaum Schlusse auf den ursprunglichen Zustand ziehen.

59 Knauer 1968, 12. Kinney 2002, 377. Der Autor sieht dies als Beweis, dass ursprunglich eine Figur unter dem Pferd lag.

60 Knauer 1968, 9.

61 Grammacini 1996, 145, 152. Das Brunnenensemble wurde von Papst Clemens lll. (1187-1191) beauftragt. Die Basalt-Lowinnen sind heute am Aufgang der zum Kapitol fuhrenden Treppe aufgestellt und der Brunnen steht heute im Palazzo Vecchio. Die Lowen dienten dazu, die Stadt Rom zu verkorpern und der Reiter steht fur das siegreiche Papsttum, das unter Clemens lll. 1188 den politischen Sieg uber die revoltierende Stadt errungen hatte.

62 Knauer 1968, 12.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Die antiken Bronzeskulpturen auf dem Lateran in Rom
Untertitel
Hatten sie eine Sonderstellung innerhalb der heidnischen Bildnisse?
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Kunstgeschichte)
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
29
Katalognummer
V515032
ISBN (eBook)
9783346117380
ISBN (Buch)
9783346117397
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Abbildungsnachweis nur über Abbildungsverzeichnis mit Quellenangabe. Abbildungen selbst sind nicht enthalten.
Schlagworte
Bronzeskupturen, Päpste, Rom, Lateran, Antike, Marc Aurel, Lupa
Arbeit zitieren
Christiane Reinsch (Autor), 2016, Die antiken Bronzeskulpturen auf dem Lateran in Rom, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/515032

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