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Ein neuer Anlauf zur Neugliederung des Bundesgebietes

Titel: Ein neuer Anlauf zur Neugliederung des Bundesgebietes

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2003 , 24 Seiten , Note: 1

Autor:in: Christian Dickmann (Autor:in)

Politik - Politisches System Deutschlands
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Debatte um die Neugliederung der den deutschen Bundesstaat konstituierenden Bundesländer dauert schon seit der Bildung des ersten föderal organisierten deut-schen Staates im Jahre 1871 an. Ergebnisse indes hat diese Debatte abgesehen viel-leicht von der Bildung des Landes Baden-Württemberg in keiner Phase in größerem Umfang gehabt. Gegenstand dieser Arbeit soll es sein darzustellen, wieso es dennoch lohnt, diese Frage weiterzudiskutieren, obwohl auf Seiten der Bundes- und Landes-politik hieran derzeit nur geringes Interesse besteht und die Föderalismusdiskussion in Deutschland sich verstärkt mit anderen Fragestellungen befasst.
Ausgehend von den Argumenten für eine Neugliederung, die seit über 50 Jahren teilweise unverändert und dennoch aktuell vorgetragen werden, und bei kritischer Würdigung der Gegenargumente wird ein Blick auf die Neugliederungsdebatte seit dem zweiten Weltkrieg geworfen und erläutert, inwiefern das Jahr 1976 hierbei einen Einschnitt bedeutet. Die Entstehung und die Änderungen des für eine Neugliederung besonders relevanten Artikels 29 GG werden beleuchtet, ebenso die in Art. 29 Abs. 1 GG genannten Kriterien, an der sich Neugliederungsvorhaben orientieren müssen.
Die vorerst gescheiterte Fusion der Bundesländer Berlin und Brandenburg erhält in dieser Arbeit besonderen Raum, da dieses Projekt der seit 1976 eingeschlafenen Diskussion neue Impulse verleiht und Hoffnungen auf weitere solche Vorhaben weckt. Die Gründe für und die Folgen des Scheiterns sind zu erläutern.
Schließlich gibt es im politischen und gesellschaftlichen System Deutschlands Beharrungskräfte, die einer Neugliederung fernab von Sachfragen erheblich im Wege stehen. Es gilt, diese zu benennen und Wege aufzuzeigen, wie man erfolgreicher als bisher ein Bewusstsein in der Öffentlichkeit sowie der gesellschaftlichen und politi-schen Elite für die Vorteile schaffen kann, die dem gesamten föderalen System aus einer Neugliederung des Bundesgebietes erwachsen können. Zudem muss erläutert werden, wie man die in dieser Angelegenheit immer wieder erkennbare Kluft zwischen Erkenntnis und zu geringem politischen Handelnsdruck überwinden kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Argumente

2.1. Pro

2.2. Contra

3. Verlauf der Neugliederungsdebatte seit 1945

3.1. Kriegsende bis zur Änderung des Artikel 29 GG 1976

3.2. 1976 bis heute

4. Artikel 29 GG

4.1. Entstehung und Änderungen

4.2. Bewertung der Kriterien zur Neugliederung

5. Fallbeispiel: Die gescheiterte Fusion von Berlin und Brandenburg 1996

6. Ausblick

6.1. Wieso Neugliederungspläne keinen Erfolg haben...

6.2. ... und wie man dies ändern könnte

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die politische Debatte und die Hürden bei einer möglichen Neugliederung der deutschen Bundesländer. Sie analysiert, warum trotz theoretischer Argumente für eine effizientere Struktur kaum tatsächliche Gebietsreformen umgesetzt werden und welche Rolle dabei verfassungsrechtliche Rahmenbedingungen sowie politische Beharrungskräfte spielen.

  • Theoretische Pro- und Contra-Argumente für eine Länderneugliederung
  • Historischer Verlauf der Neugliederungsdebatte seit 1945
  • Verfassungsrechtliche Analyse des Artikel 29 Grundgesetz
  • Fallstudie: Das Scheitern der Fusion von Berlin und Brandenburg
  • Analyse politischer und systemischer Blockademechanismen

Auszug aus dem Buch

2. Theoretische Argumente

In Deutschland besteht ein föderales System, in dem die politischen Beziehungen zwischen Bund und Ländern auf mehrfache Weise verknüpft sind, nämlich auf der Ebene der politischen Entscheidungen, bei der ausführenden Verwaltung und bei den Finanzbeziehungen und in dem auch zwischen den Ländern selbst Verknüpfungen in diesen Feldern bestehen, um die durch die Verfassung geforderte „Einheitlichkeit“ (Art. 106 Abs.3 Nr.2 GG) bzw. „Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse“ (Art. 72 Abs.2 GG) zu gewährleisten. Die theoretische Debatte um eine Neugliederung des Bundesgebietes dreht sich insbesondere um die Frage, ob ein solches System mit wirtschaftlich unterschiedlich leistungsstarken Bundesländern vereinbar ist.

Da „ein föderatives System immer nur so stark sein kann wie seine schwächsten Glieder“, muß die Zahl der Länder verringert werden mit dem Ziel, dass diese jeweils ähnlich leistungsstark sind wie alle anderen Länder. Die Länder eines in diesem Sinne neugegliederten Bundesgebietes können das Ziel einheitlicher Lebensverhältnisse besser erreichen als die derzeitigen dazu in der Lage sind. Insbesondere die Diskrepanz zwischen West- und Ostländern, in letzteren ballen sich die Symptome politischer, administrativer, wirtschaftlicher und finanzieller Schwäche zu kleiner politischer Einheiten, kann so aufgehoben werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische und aktuelle Problematik der Neugliederung deutscher Bundesländer ein und skizziert den Untersuchungsrahmen sowie die Zielsetzung der Arbeit.

2. Theoretische Argumente: Das Kapitel beleuchtet die zentralen Argumentationslinien für und gegen eine Umstrukturierung des Bundesgebietes vor dem Hintergrund der föderalen Ordnung.

3. Verlauf der Neugliederungsdebatte seit 1945: Hier wird die chronologische Entwicklung der Debatte nachgezeichnet, wobei insbesondere die Zäsur im Jahr 1976 hervorgehoben wird.

4. Artikel 29 GG: Dieser Abschnitt analysiert die verfassungsrechtlichen Grundlagen, die Entstehung sowie die notwendigen Kriterien für Neugliederungsvorhaben gemäß Grundgesetz.

5. Fallbeispiel: Die gescheiterte Fusion von Berlin und Brandenburg 1996: Eine detaillierte Untersuchung der Gründe und Folgen des gescheiterten Fusionsprojekts in der Hauptstadtregion.

6. Ausblick: Das Kapitel erörtert systemische Widerstände gegen Reformen und entwickelt Ansätze, wie eine Neugliederung politisch wieder praktikabler gestaltet werden könnte.

7. Fazit: Die abschließende Betrachtung bewertet die Erfolgsaussichten einer Neugliederung und stellt fest, dass diese zwar sinnvoll, aber politisch äußerst schwer durchsetzbar bleibt.

Schlüsselwörter

Bundesländer, Länderneugliederung, Föderalismus, Artikel 29 GG, Gebietsreform, Länderfinanzausgleich, Berlin, Brandenburg, Strukturprobleme, politische Entscheidungsebene, Gebietszuschnitt, Politikwissenschaft, Staatsreform, Einheitsstaat, Reformunwilligkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Debatte um die Neugliederung der deutschen Bundesländer und untersucht, warum dieses Ziel trotz theoretischer Vorteile in der Praxis kaum erreicht wird.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die theoretischen Argumente der Föderalismusdebatte, die historische Entwicklung seit 1945, die verfassungsrechtliche Situation nach Art. 29 GG sowie aktuelle politische Reformblockaden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Gründe für das Scheitern von Neugliederungsplänen aufzuzeigen und Strategien zu diskutieren, wie eine effektivere föderale Struktur erreicht werden könnte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer politikwissenschaftlichen Analyse von Verfassungsnormen, historischen Verläufen und einer Fallstudie zum Fusionsversuch Berlin-Brandenburg.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entwicklung der Neugliederungsdebatte, der Analyse der verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen durch den Art. 29 GG und der detaillierten Fallstudie zum gescheiterten Fusionsprojekt von 1996.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Föderalismus, Länderneugliederung, Gebietsreform, Reformblockaden und Verfassungsrecht charakterisieren.

Welche Rolle spielt der Artikel 29 GG für die Neugliederung?

Der Artikel 29 GG bildet den zentralen verfassungsrechtlichen Rahmen. Die Arbeit zeigt auf, wie dessen Änderungen über die Zeit hinweg die Hürden für Neugliederungen eher erhöht als verringert haben.

Warum scheiterte die Fusion von Berlin und Brandenburg 1996 konkret?

Die Fusion scheiterte vor allem an der Ablehnung durch die Brandenburger Bevölkerung, Ängsten vor einer Dominanz Berlins, parteipolitischen Machtinteressen der PDS sowie Vorurteilen in der Bevölkerung beider Länder.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ein neuer Anlauf zur Neugliederung des Bundesgebietes
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Seminar für politische Wissenschaften)
Veranstaltung
Hauptseminar: Die deutschen Länder
Note
1
Autor
Christian Dickmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
24
Katalognummer
V51648
ISBN (eBook)
9783638475600
ISBN (Buch)
9783638643436
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Anlauf Neugliederung Bundesgebietes Hauptseminar Länder
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Dickmann (Autor:in), 2003, Ein neuer Anlauf zur Neugliederung des Bundesgebietes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51648
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  24  Seiten
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