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Pronominale Anredeform im "Parzival". Schwierigkeiten der angemessenen Verwendung

Title: Pronominale Anredeform im "Parzival". Schwierigkeiten der angemessenen Verwendung

Term Paper (Advanced seminar) , 2015 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Max Sölter (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Ziel der Hausarbeit ist es, exemplarisch anhand einiger Beispiele die pronominale Anredeform auf ihre Verwendung, mögliche Konventionen und Funktion in Bezug auf den Rezipienten sowie mögliche Probleme zu untersuchen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um das Redeverhalten Parzivals und um die Verwendung von Du und Ihr in Anreden von ihm und an ihn. Die entscheidende Frage, welche es zu klären gilt, ist also, wann welche Form der pronominalen Anrede gebraucht wird. In diesem Zusammenhang wird außerdem betrachtet, ob eine Rangfolge innerhalb der Konventionen besteht. Das heißt, ob unter Beachtung verschiedener Faktoren diese eine unterschiedliche Wertigkeit in Bezug auf die Wahl der Anredeform haben. Abschließend ist eine Auflistung der Verwendung in bestimmten Situationen des Werkes dargestellt, welche als Zusammenfassung der herausgearbeiteten Erkenntnisse stehen soll.

Die Bearbeitung wird sowohl unter sprachwissenschaftlichen, literaturwissenschaftlichen und kulturwissenschaftlichen Aspekten erfolgen, da das Verwenden von Anredeformen sich auf Grund der Problematik kaum auf einen dieser Bereiche fixieren lässt. Um dieses Thema bewerkstelligen zu können, dient die These, dass Parzival Probleme bei der angemessenen Verwendung der pronominalen Anredeform hat, als Grundlage. Ein Sprecher, welcher ohne Wissen bezüglich gesellschaftlicher Konventionen aufwächst, hat große Schwierigkeiten bei der Wahl einer angemessenen Anredeform. Parzival wird im gleichnamigen Werk immer wieder vor das Problem der Verwendung einer pronominalen Anredeform gestellt. Da er keine höfische Erziehung in seiner Kindheit genießt und demnach auch die vorherrschenden Konventionen nicht vermittelt bekommt, ist für ihn nicht immer eindeutig, welche Form in den jeweiligen Situationen angemessen wäre.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Fragestellung

2. Pronominale Anreden im „Parzival“

2.1 Parzivals erste Begegnung mit einem Ritter

2.2 Das Aufeinandertreffen der Brüder

3. Ergebnis

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht exemplarisch anhand ausgewählter Textstellen aus Wolframs von Eschenbach „Parzival“, welche Konventionen und Funktionen die pronominale Anrede (Du vs. Ihr) im mittelalterlichen Kontext haben. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Entwicklung der Figur Parzival, der aufgrund fehlender höfischer Erziehung zu Beginn des Werkes Schwierigkeiten bei der angemessenen Verwendung dieser Anredeformen zeigt.

  • Analyse pronominaler Anredeformen im „Parzival“
  • Einflussfaktoren wie Stand, Alter und Bekanntheitsgrad auf die Anrede
  • Die Entwicklung der Figur Parzival in Bezug auf höfische Konventionen
  • Untersuchung spezifischer Szenen (Begegnung mit Rittern, Treffen mit Feirefiz)
  • Funktion der Anrede zur Etablierung von Distanz oder Nähe

Auszug aus dem Buch

2.1 Parzivals erste Begegnung mit einem Ritter

So trifft er im III. Buch auf ein paar fremde Ritter, welchen er durch Zufall während der Jagd begegnet. Vom Hufgetrappel fasziniert stellt er sich mitten auf den Weg und wartet, bis sie nahe genug herangekommen sind. Da er noch nie solche Männer gesehen hat, wirft er sich, von den Eindrücken überwältigt auf den Boden und ruft: „Hilf, Gott; du hast Macht zu helfen!“

lûte der knappe sân

'hilf, got: du maht wol helfe hân.' (Pz. 121,1f)

Parzival verstößt damit gegen zahlreiche Konventionen, da er so früh im Werk noch nicht weiß, wie er sich angemessen zu Verhalten hat. Nicht nur, dass nicht Gott vor ihm steht, sondern auch in Bezug auf die Anrede. Da er keine Ahnung hat, wem er da begegnet und die Ritter dementsprechend auch nicht persönlich kennt, wäre grundsätzlich erst einmal die pronominale Anrede mit Ihr zu verwenden. Fremde Personen werden, da man den möglichen Stand nur erahnen kann erst geduzt, wenn feststeht, wen man vor sich hat. Ebenso müsste auf Grund des wahrscheinlich bestehenden Altersunterschied zwischen Parzival und den älteren Rittern das Ihr verwendet werden. Der Respekt vor dem Alter bestimmt, eine höfliche Form der Anrede zu verwenden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Fragestellung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz von Anredeformen als Teil sozialer Rangordnungen und definiert das Ziel der Arbeit, anhand der Figur Parzival die Schwierigkeiten und Konventionen der pronominalen Anrede zu untersuchen.

2. Pronominale Anreden im „Parzival“: Der Hauptteil analysiert konkret, wie fehlende höfische Erziehung zu Fehlern bei Parzivals Anrede führt und untersucht dies anhand der ersten Begegnung mit Rittern sowie der komplexen Situation beim Aufeinandertreffen mit seinem Bruder Feirefiz.

3. Ergebnis: Das Fazit fasst zusammen, dass die Wahl der Anrede von Faktoren wie Stand, Alter und Bekanntheit abhängt und zeigt auf, dass Parzival im Laufe des Werkes ein Verständnis für diese Konventionen entwickelt.

Schlüsselwörter

Parzival, pronominale Anrede, Du, Ihr, höfische Konventionen, Mittelalter, Wolfram von Eschenbach, Literaturwissenschaft, Sprachwissenschaft, Rittertum, soziale Rangordnung, Kommunikationsstruktur, Anredeformen, sprachliche Etikette, mittelalterliche Epik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Verwendung pronominaler Anredeformen („Du“ vs. „Ihr“) im Werk „Parzival“ von Wolfram von Eschenbach.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind höfische Konventionen, die soziale Rangordnung des Mittelalters und die sprachliche Kommunikation zwischen den Figuren.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, exemplarisch aufzuzeigen, wie und warum bestimmte Anredeformen gewählt werden und welche Probleme sich insbesondere für die Hauptfigur Parzival aufgrund fehlender Erziehung ergeben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literatur- und sprachwissenschaftliche Analyse ausgewählter Schlüsselszenen des Werkes, um Rückschlüsse auf Kommunikationsregeln zu ziehen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf Parzivals Fehlverhalten in der ersten Begegnung mit Rittern und die komplexe Anrede-Dynamik bei der Konfrontation mit seinem Bruder Feirefiz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Parzival, pronominale Anrede, höfische Konventionen, soziale Rangordnung und Kommunikationsstruktur.

Warum verwendet Parzival anfangs nur das „Du“?

Da er fernab vom Hof aufgewachsen ist und keine höfische Erziehung genossen hat, fehlen ihm die Kenntnisse über gesellschaftliche Hierarchien und die entsprechende sprachliche Etikette.

Wie verändert sich die Anrede im Verlauf der Begegnung mit seinem Bruder Feirefiz?

Zunächst herrscht aufgrund der unterschiedlichen Standesverhältnisse Distanz, doch nach der Aufdeckung ihrer Verwandtschaft und Parzivals Aufstieg zum Gralskönig wird das informellere „Du“ möglich.

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Details

Title
Pronominale Anredeform im "Parzival". Schwierigkeiten der angemessenen Verwendung
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Institut für deutsche Philologie)
Course
Wolframs „Parzival“ im Kontext mittelalterlichen Erzählens
Grade
2,0
Author
Max Sölter (Author)
Publication Year
2015
Pages
14
Catalog Number
V516664
ISBN (eBook)
9783346109729
ISBN (Book)
9783346109736
Language
German
Tags
Pronominale Anredeform Ihrzen Siezen Parzival Schwierigkeiten angemessenen Verwendung Wolfram Eschenbach mittelalterliches Erzählen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Max Sölter (Author), 2015, Pronominale Anredeform im "Parzival". Schwierigkeiten der angemessenen Verwendung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/516664
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