Nancy Frasers Kritik am Modernisierungskonzept der Theorie des Kommunikativen Handelns

Institutionaler Dualismus und Kindererziehung in modernen Gesellschaften


Hausarbeit, 2019
22 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhalt

I. Einleitung

II. Das Modernisierungskonzept in TKH. Eine Rekonstruktion
11.1 DerParadigmenwechsel in TKH. Eine theoriegeschichtliche Hinfuhrung
11.2 positive Aspekt der Modemisierung. Die Entfaltung gesellschaftlichen Rationalitatspotentials
11.3 Der negative Aspekt der Modemisierung. Die Kolonialisierungsthese

III. Frasers Interpretationsvorschlage fur den institutionellen Dualismus
111.1 Zwei Interpretationsmoglichkeiten des Reproduktionsdualismus
111.2 Zwei Interpretationsmoglichkeiten der Unterscheidung der Handlungskontexte
111.3 Die Interpretationen der Subdualismen in TKH

IV. Frasers Einwande gegen den institutionellen Dualismus
IV.. l Die empirische Angemessenheit des institutionellen Dualismus
IV. 2 Die normativen politischen Implikationen des institutionellen Dualismus

V. Eine Auswertung der Einwande
V. l Eine Kritik am normativen Einwand. Die Asymmetriethese aus phanomenologischer Perspektive
V... 2 Eine Verteidigung des empirischen Einwands. TKH's eindimensionaler Machtbegriff.

Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Die Theorie des kommunikativen Handelns (TKH) bildet den Ausgangspunkt in Habermas' Projekt einer umfassenden Gesellschaftstheorie. In ihr ubemimmt sie die Funktion eines grundbegrifflichen Rahmens, der dazu befahigen soil, Pathologien der Modeme identifizieren und erklaren zu konnen.1 Wird sie diesem Anspruch auf einen kritischen Gehalt gerecht? Danach fragt Nancy Fraser aus feministischer Perspektive.2 Ihr Unternehmen wird jedoch dadurch erschwert, dass TKH die Geschlechterfrage kaum behandelt.3 Fraser muss daher rekonstruieren, wie feministische Anliegen aus Habermas' Perspektive erscheinen wurden.[4] Die vorliegende Arbeit befasst sich mit einem Aspekt ihrer Rekonstruktion: Was bedeutet der sozialtheoretische Rahmen von TKH fur das Aufziehen von Kindem und fur die Kleinfamilie mit mannlichem Oberhaupt? Frasers Ergebnisse werden uberpruft und ausgewertet.

Den Bezugspunkt bildet ein Aspekt aus Habermas' Modernisierungskonzept: der institutionelle Dualismus moderner Gesellschaften. Ihm zufolge unterscheiden moderne Gesellschaften zwischen kommunikativ geregelten und formal geregelten Handlungsbereichen, um so ihr Rationalitatspotential zu steigem. Es wird gezeigt, dass Fraser das Modell nicht nur fur empirisch ungeeignet halt, um die Unterordnung von Frauen in modernen Gesellschaften zu erklaren. Sie geht auch davon aus, dass es die Trennung eines hauslichen von einem okonomischen Bereich legitimiert und so die Unterordnung von Frauen begunstigt. Diese Arbeit schliebt sich ihrem empirischen Einwand an: Es wird gezeigt, dass TKH patriarchale Machtverhaltnisse in modemen Gesellschaften nicht identifizieren kann, da sie Macht nur als ein vermittelndes Medium zwischen Politik und Lebenswelt bestimmt5 - es wird daher Frasers Vorschlag eines erweiterten Machtbegriffs unterstutzt. Demgegenuber wird ihrem normativen Einwand widersprochen. Er beruht, so die These, auf einer Fehlinterpretation der Asymmetriethese in TKH. Diese bezeichnet namlich nicht, wie Fraser annimmt, die Unvereinbarkeit von Tatigkeiten sozialer Integration und systemisch integrierten Institutionen; vielmehr muss sie aus phanomenologischer Perspektive verstanden werden: Nur die Umstellung kommunikativer auf formale Handlungsbereiche ist problematisch.6 Das heibt, dass in TKH nichts gegen Kinderbetreuungseinrichtungen spricht,7 solange der direkte Austausch zwischen Erzieher*in und Kind ein kommunikativer bleibt.

Methodisch wird rekonstruktiv verfahren; so wird in einem ersten Schritt Habermas' These des institutionellen Dualismus aus seinem Modernisierungskonzept abgeleitet. In einem zweiten Schritt werden Frasers Interpretationsmoglichkeiten des institutionellen Dualismus rekonstruiert und es wird gezeigt, welche Interpretationen sie bevorzugt und welche sie ablehnt. In einem dritten Schritt werden dann ihr empirischer sowie ihr normativer Einwand erlautert, um sie in einem vierten Schritt mit Habermas' Darstellungen zu vergleichen und kritisch auszuwerten. Die Ergebnisse dieser Arbeit lassen sich wie folgt zusammenfassen:

D i e TKH kann nicht alle patriarchalen Machtverhaltnisse in modernen Gesellschaften identifizieren. Sie zeigt aber keinen androzentrischen Gehalt, da in ihr kommunikative Handlungskontexte auf systemisch integrierte Institutionen umgestellt werden konnen.

Unberucksichtigt bleiben muss Frasers Analyse des Gendersubtexts in modernen Gesellschaften - etwa am Beispiel des kapitalistischen Wohlfahrtsstaats. Letztlich ist es ihr Ziel, diesen Subtext durch die Erweiterung des Habermasschen Machtbegriffs sichtbar zu machen. Eine weitere Untersuchung konnte prufen, ob ihre Erganzungen einer “normative-bureaucratic- patriarchal power” und einer “normative-domestic-patriarchal power” dazu ausreichen; ebenfalls konnte gepruft werden, ob ihr Pladoyer fur einen Ruckzug der feministischen Bewegung aus den offentlichen Arenen gerechtfertigt ist. Die vorliegende Untersuchung beschrankt sich auf ihre Kritik am sozialtheoretischen Rahmen von TKH.

II. Das Modernisierungskonzept in TKH. Eine Rekonstruktion

Fraser bezieht ihre Kritik auf den in TKH beschriebenen institutionellen Dualismus moderner Gesellschaften. Es ist daher wichtig nachzuvollziehen, worin dieser Dualismus besteht und weshalb er sich im Zuge von Modernisierung ergibt. Nach einer theoriegeschichtlichen Hinfuhrung zum Projekt von TKH wird daher ihr Modernisierungskonzept rekonstruiert. Es werden dabei zwei Aspekte herausgearbeitet: der positive Aspekt der Entfaltung des gesellschaftlichen Rationalitatspotentials durch die Abkopplung der Systeme von der Lebenswelt und der negative Aspekt der Kolonialisierung der Lebenswelt durch die Systeme. Beide Aspekte, so zeigt sich, stehen in Korrelation zu den Reproduktionsprozessen moderner Gesellschaften.

II.l Der Paradigmenwechsel in TKH. Eine theoriegeschichtliche Hinfuhrung

Habermas' Projekt einer Zeitdiagnose steht in der Tradition der alteren Kritischen Theorie, vollzieht jedoch einen Paradigmenwechsel8 von einem bewusstseinsphilosophischen zu einem sprachphilosophischen Ansatz. Dieser Ubergang wird auch als linguistic turn bezeichnet.9 Damit wendet sich Habermas gegen einen Aspekt der Weber-Rezeption ,,von Lukacs bis Adomo“, nach der die gesellschaftliche Rationalisierung eine Verdinglichung des Bewusstseins bedeutet.10 Wenn aber die Entfaltung gesellschaftlichen Rationalitatspotentials einhergeht mit einer Einschrankung individueller Autonomie, dann zeigt sich darin der dialektische Charakter des gesellschaftlichen Fortschritts, der Modemisierung und der Aufklarung. Demgegenuber entwirft Habermas ein Modernisierungskonzept, in dem Rationalisierung nicht notwendigerweise zu Verdinglichung fuhrt; so erweitert er den Begriff der Rationalitat, verstanden als eine instrumentelle Rationalitat, um die Ebene einer kommunikativen Rationalitat.11 12 Fur den Zweck der Untersuchung reicht es, beide Spielarten wie folgt zu unterscheiden: kommunikative Rationalitat ermoglicht kommunikative Verstandigung, instrumentelle Rationalitat ermoglicht instrumentelle Verfugung) [2] Ihnen entsprechen in modernen Gesellschaften jeweilige Handlungskontexte: die instrumentelle Rationalitat betrifft Bereiche der materiellen Reproduktion, die kommunikative Rationalitat betrifft Bereiche der symbolischen Reproduktion. Beide Reproduktionsarten werden in ihrem Verhaltnis zu den Handlungskontexten noch eingehender behandelt.

Zunachst ist ein konzeptuelles Vorverstandnis wichtig: In TKH lassen sich Gesellschaften sowohl aus einer Teilnehmerpespektive als auch aus einer Beobachterperspektive untersuchen.13 Die Teilnehmerperspektive entspricht einem phanomenologischen Ansatz und befasst sich mit erfahrbaren Zustanden in der Lebenswelt.14 Die Beobachterperspektive entspricht einem soziologischen Ansatz und befasst sich mit funktionalistischen Aspekten der Gesellschaft. Es kann daher von einem zweistufigen Gesellschaftskonzept gesprochen werden.15 Vor diesem Hintergrund ist es moglich, zwei Aspekte aus Habermas' Modemisierungskonzept und ihre Folgen fur die Reproduktionsprozesse der Gesellschaft zu rekonstruieren.

II.2 positive Aspekt der Modemisierung. Die Entfaltung gesellschaftlichen Rationalitatspotentials

Habermas identifiziert Modemisierung mit einer sukzessiven gesellschaftlichen Rationalisierung.16 Das bedeutet, dass sich in ihrem Verlauf lebensweltliche Bereiche wie alltagliche Interaktionen, religiose Praxen oder Liebesbeziehungen zunehmend von unhinterfragten Normen und Gewohnheiten befreien und auf kommunikative Rationalitat umstellen.17 18 19 Eine Folge dieses Prozesses besteht allerdings im Verlust unhinterfragbarer Handlungsanleitungen: durch das Auflosen religioser und sozialer Gewissheiten werden vermehrt kommunikative Verstandigungen notig, um Handlungen zu koordinieren.M Diese Komplexitatssteigerung der Handlungskoordination erweist sich allerdings nicht in alien Bereichen als praktisch-sinnvoll, denn sie droht technische Prozesse zu verlangsamen, in denen es auf Schnelligkeit und Transparenz ankommt.w Aus diesem Grund, so Habermas, kommt es im Zuge der Modeme zu einer Abkopplung der Subsysteme Politik und Wirtschaft von der Lebenswelt'[20] idealiter ist die Handlungskoordinierung in der Lebenswelt durch kommunikative Rationalitat gepragt und die Handlungskoordinierung in den Subsystemen durch Zweckrationalitat.[21] Erst durch diese kategoriale Trennung eines systemischen von einem lebensweltlichen Handlungskontext konnen moderne Gesellschaften ihr Rationalitatspotential umfassend entfalten. Hierin besteht der positive Aspekt oder Fortschrittsaspekt der Modernisierung.

Es kann deshalb von einem Fortschritt gesprochen werden, da die Abkopplung der Systeme von der Lebenswelt den reproduktiven Anforderungen der Gesellschaft entspricht: um ihr Fortbestehen zu sichern, muss sie sich namlich sowohl materiell wie auch symbolisch reproduzieren.22 Es ubemehmen in modernen Gesellschaften systemische Institutionen die Aufgabe der materiellen Reproduktion, also vor allem die Versorgung der Bevolkerung mit benotigten Gutern.23 Die Krisen, die durch Reproduktionsstorungen im materiellen Bereich erzeugt werden, sind etwa Hunger, Armut und Bevolkerungsruckgang. Die symbolische Reproduktion hingegen ist die Aufgabe lebensweltlicher Institutionen.24 Habermas analysiert sie sowohl aus der phanomenologischen als auch aus der funktionalistischen Perspektive.25 Aus der phanomenologischen Perspektive reproduziert sie die Ressourcen Sinn, Solidaritat und Ich-Starke. Gemeinsam ermoglichen sie es den Interaktionsteilnehmern, geteilte Situationsdefinitionen auszuhandeln und in ihnen nach einem Konsens zu suchen.26 a) Sie gewinnen die Ressource Sinn, wenn die Reproduktion gesellschaftlichen Wissens so erfolgreich ist, dass es Kontinuitat und Koharenz besitzt. Es ist den Interaktionsteilnehmern dann moglich, ,,neu auftretende Situationen an die bestehenden Weltzustande“ anzuschlieben.27 Reproduktionsstorungen in diesem Bereich fuhren zu Legitimations- und Orientierungskrisen. b) Die Ressource Solidaritat gewinnen sie uber ihre soziale Integration.28 In einer solidarischen Gesellschaft konnen sie ihre Handlungen uber „legitim geordnete interpersonelle Beziehungen“ koordinieren und eine stabile Gruppenidentitat ausbilden. Storungen der sozialen Integration fuhren zu Anomie, c) Die Ressource Ich-Starke erlangen sie uber ihre Sozialisation[29] Dadurch konnen sie ihre „Lebensgeschichten“ an „kollektive Lebensformen“ anschlieben. Durch die so gewonnenen generalisierten Handlungsfahigkeiten30 sind sie fur ihre Mitmenschen zurechnungsfahig. Storungen der Sozialisation fuhren zu psychopathologischen Storungen.

Den verstandigungsrelevanten Ressourcen der Individuen (phanomenologische Perspektive) entsprechen die strukturellen Komponenten der Lebenswelt (funktionalistische Perspektive). Die Ressource Sinn entspricht der Komponente der Kultur', Solidaritat entspricht der Gesellschaft und Ich-Starke entspricht den Personlichkeitssystemen,31 32 Habermas unterscheidet die Funktionen der strukturellen Komponenten wie folgt: a) Die Kultur stellt ein Hintergrundwissen bereit, dass es den Mitgliedern einer Lebenswelt erleichtert, sich uber Dinge zu verstandigen und zu einem Konsens zu gelangen.33 Indem Kultur reproduziert wird, werden generalisierte Handlungsfahigkeiten an die Individuen vermittelt, wovon die strukturelle Komponente der Personlichkeit profitiert. Es profitiert aber auch die Gesellschaft, deren Institutionen kulturell legitimiert werden. b) Die Gesellschaft deckt den Koordinationsbedarf der Lebenswelt.34 Das gelingt ihr, indem sie eine normative Realitat bietet, in der sich soziale Integrationsprozesse vollziehen konnen. Indem die Gesellschaft ihren Mitgliedern Rechte und Pflichten vermittelt, wirkt sie auBerdem bestandserhaltend auf den Bereich der Kultur. Sie unterstutzt aber auch die Komponente der Personlichkeit, da sie fur legitim geregelte soziale Zugehorigkeiten sorgt. c) Die Personlichkeitssysteme ermoglichen es, lebensweltliche Situationen angemessen zu bewaltigen.35 Zu ihrem Erhalt mussen die Individuen sozialisiert werden; die dabei aufgewandten Interpretationsleistungen unterstutzen den Bereich der Kultur. Die Gesellschaft wiederum profitiert, weil die Sozialisation der Individuen zu normenkonformem Handeln motiviert.

Habermas gewinnt durch die phanomenologische und die funktionalistische Perspektive einen MaBstab, mit dem sich die symbolische Reproduktionsleistung einer Lebenswelt beurteilen lasst. Sie ist erfolgreich, wenn a) das kulturelle Wissen der Lebenswelt rational ist, b) die Gesellschaft sich solidarisch verhalt und c) ihre erwachsenen Angehorigen zurechnungsfahig sind.36 37 Dem korrespondieren bei Storungen die jeweiligen Krisenerscheinungem. im Bereich der kulturellen Reproduktion Sinnverlust, im Bereich der sozialen Integration Anomie und im Bereich der Sozialisation Psychopathologien [31] Ein moglicher Ausloser fur solche Storungen ist die Tendenz einer Kolonialisierung der Lebenswelt durch die Systeme.

[...]


1 JurgenHabermas (2016) Theorie des kommunikativen HandelnsI, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 7; TKHII, 554; Unter Pathologien versteht Habermas ,,die Deformationen, die immer dann auftreten, wenn Formen okonomischer und administrativer Rationalitat aufLebensbereiche ubergreifen, die in ihren kommunikativen Binnenstrukturen nach diesen Mabstaben nicht rationalisiert werden konnen” (TKHII, 422). Krisen stellen demgegenuber eine Steigerung dar: ,,Erst wenn relevante gesellschaftliche Gruppen Strukturwandlungen, die systemisch induziert sind, als bestandskritisch erfahren und ihre Identitat bedroht fuhlen, dart der Sozialwissenschaftler von Krisen sprcchcn” (TKHII, 434).

2 Nancy Fraser (1985) What's Critical about Critical Theory7 The Case ofHabermas and Gender, in: New German Critique, 35, 97.

3 Fraser, 98.

4 Fraser, 98 - 99.

5 Vgl. Fraser, 108 - 109.

6 Vgl. TKHII, 523f.

7 Fraser,109-110.

8 TKHI, 8.

9 Die Bezeichnung “linguistic turn” wird hier ausschlieblich fur Habermas' Paradigmenwechsel innerhalb der Kritischen Theorie verwendet.

10 Vgl. TKH II, 9f. Seyla Benhabib versteht den linguistic turn als den Versuch, das Projekt der Emanzipation wieder an das Projekt der Aufklarung zu binden. Die altere kritische Theorie hatte diese Verbindung im Zuge der Ereignisse der ersten Halfte des 20. Jahrhunderts gekappt. Die Kehrseite der Dialektik der Aufklarung hatte Adorno, Horkheimer und Marcuse dazu veranlasst, Emanzipation nicht mehr als Projekt der Offentlichkeit zu verstehen, sondem private Erfahrung dominanzbefreiter Beziehungen. Die esoterischen und widerspruchlichen Implikationen dieses Modells, so Benhabib, mochte Habermas mit seinem diskurstheoretischen Ansatz uberwinden. Indem er das Emanzipationsprojekt wieder zu einem Projekt der Offentlichkeit macht, knupft er an den universalistischen, konsens- und vertragstheoretischen Versprechen der Aufklarung an (vgl. Seyla Benhabib (1985) The Utopian Dimension in Communicative Ethics, in: New German Critique, 35, 85). Seine Weber-Rezeptionverbindet Habermas mit Aspekten aus George Herbert Meads kommunikaiionsiheoreiischer Grundlegung der Soziologie und Emile Durkheims Theorie dergesellschaftlichen Solidaritat (vgl. TKH II, 9).

11 Vgl. TKHI, 28.

12 TKHI, 30.

13 Vgl. Johannes Berger (1986) Die Versprachlichung des Sakralen und die Entsprachlichung der Okonomie, in: Axel Honneth (Hrsg.) Kommunikatives Handeln. Beitrage zu Jurgen Habermas’« Theorie des Kommunikativen Handelns », Frankfurt am Main: Suhrkamp, 259; TKH II, 179.

14 Die geteilte Lebensweltbildet eine ,,Quelle fur Situationsdefinitionen“: Sie speichert die „vorgetane Interpretationsarbeit vorangegangener Generationen“, die sie den Individuen als unproblematische Hintergrunduberzeugungen zur Verfugung stellt - sie erleichtert so die kommunikative Verstandigung (vgl. TKHI, 107).

15 Berger, 259.

16 Vgl. TKH I, 299f.

17,,Die Entzauberung und Entmachtigung des sakralen Bereichs vollzieht sich auf dem Wege einer Versprachlichung des rituell gesicherten normativen Grundeinverstandnisses; und damit geht die Entbindung des im kommunikativen Handeln angelegten Rationalitatspotentials cinlicr'' (TKH II, 119). Diese Versprachlichung von Wahrheit ist der Gegenstand der Diskursethik: “In discourses we ‘suspend belief’ in the truth of propositions and the validity of normative claims that we ordinarily take for granted in our everyday transactions” (Benhabib, 86).

18 Vgl. TKH II, 118f.

19 Vgl. TKH II, 230f.

20 „Kapitalistische Produktionsweise und burokratisch-legale Herrschaft konnen Aufgaben der materiellen Reproduktionder Lebenswelt [...] besser erfullen als die feudalistischenoder standestaatlichen Vorgangerinstitutionen“(TKH II, 474).

21,,Instrumentelle Rationalitat^ und ..Zweckrationalitat'' werden nachfolgend austauschbarverwendet - ihre Unterschiede sind fur die Untersuchung nicht von Relevanz.

22 TKHII, 391.

23 TKHII, 391f.

24 Ebd.

25 Mit Bezug auf die oben dargestellten Zusammenhange wird die Wendung „phanomenologische Perspektive^ verwendet, um nach erfahrbaren Zustanden in der Lebenswelt zu fragen. Die Wendung „funktionalistische Perspektive^ wird hingegen verwendet, um nach funktionalistischen Aspekten der Gesellschaft zu fragen.

26 TKHII, 203.

27 Vgl. TKH 77,212-213.

28 Vgl. TKHII, 213.

29 Vgl. TKHII, 213.

30 Mead bezeichnet mit der „generalisierten Handlungsfahigkeit“ einen Zustand, in dem das Individuum die Regeln und Normen einer Gesellschaft kennt und nach ihnen handeln kann (vgl. George Herbert Mead (2015)MW, Self& Society. The Definitive Edition, Chicago u.a.: The University of Chicago Press).

31 Vgl. TKH 77,213.

32 TKHII, 203.

33 TKH 77,214.

34 7/\////.2I4 2I5.

35 TKH 77,215-216.

36 TKHII, 216.

37 Vgl. TKHII, 215.

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Details

Titel
Nancy Frasers Kritik am Modernisierungskonzept der Theorie des Kommunikativen Handelns
Untertitel
Institutionaler Dualismus und Kindererziehung in modernen Gesellschaften
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Institut für Philosophie)
Veranstaltung
Habermas
Note
1,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
22
Katalognummer
V516767
ISBN (eBook)
9783346120229
ISBN (Buch)
9783346120236
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Philosophie, Habermas, Fraser, Soziologie, Theorie des kommunikativen Handelns, Moderne, kritische Theorie
Arbeit zitieren
Philip Liese (Autor), 2019, Nancy Frasers Kritik am Modernisierungskonzept der Theorie des Kommunikativen Handelns, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/516767

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