Fußball im Internet - Mehr als "Kicker Online" und "Sport1.de" - Eine explorative Studie über die Nutzung von Fußballwebsites am Beispiel von Borussia Mönchengladbach


Magisterarbeit, 2005
184 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Einführung in die Thematik
1.2 Relevanz des Themas
1.3 Forschungsstand
1.4 Systematik der Arbeit

2 Sportjournalismus
2.1 Der Mediensport
2.2 Merkmale des Sportjournalismus
2.3 Funktionen des Sportjournalismus
2.3.1 Information vs. Unterhaltung
2.3.2 Kommunikative Funktionen
2.4 Fußball-Nutzung in den klassischen Medien
2.4.1 Tageszeitungen
2.4.2 Fachzeitschriften
2.4.3 Fernsehen
2.4.4 Radio
2.5 Zusammenfassung und Ausblick

3 Fußball im Internet
3.1 Das Internet als Medium
3.2 Veränderte Öffentlichkeit: Rezipienten- und
Kommunikatorenrolle im Internet
3.3 Fußballangebote im Internet und ihre Nutzung
3.3.1 Redaktionelle Angebote traditioneller Medien
3.3.2 Redaktionelle Nur-Online-Angebote
3.3.3 Vereinsangebote
3.3.4 Spielerangebot
3.3.5 Sonstige PR-Angebote
3.3.6 Angebote von Fanclubs
3.4 Zusammenfassung

4 Borussia Mönchengladbach im Internet
4.1 borussia.de
4.2 rp-online.de
4.3 wz-online.de
4.4 torfabrik.de
4.5 seitenwahl.de
4.6 fanprojekt.de
4.7 borussia-world24.de
4.8 Spielerwebsites

5 Untersuchungsdesign
5.1 Forschungsleitende Fragen
5.2 Wahl und Begründung der Methode
5.3 Vorgehen

6 Darstellung der Untersuchungsergebnisse
6.1 Nutzung von Fußballangeboten im intermediären
Vergleich
6.2 Nutzung von Fußballangeboten im intramediären
Vergleich
6.3 Bewertung der verschiedenen Angebote
6.4 Vergleich der verschiedenen Kategorien
6.5 Zusammenfassung

7 Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

1 Einleitung

1.1 Einführung in die Thematik

Ein Jahr vor der Weltmeisterschaft in Deutschland ist Fußball hierzulande in aller Munde und begeistert mehr denn je die Massen. Die für das riesige Sportevent gebauten neuen, modernen Arenen sind jeden Bundesligaspieltag prall gefüllt. Die Vereine der höchsten deutschen Profiliga verkauften für die letzte Saison vor der WM gut zehn Prozent mehr Dauerkarten als in der Saison zuvor (vgl. Schülke 2005) und kaum ein Tag vergeht, an dem nicht eine aktuelle Meldung zur weltweit beliebtesten Sportart die mediale Runde macht. Die größte deutsche Boulevardzeitung, BILD, zählt den Countdown zur WM im Sportteil ihrer gedruckten Ausgabe beispielsweise herunter und veröffentlicht täglich einen vermeintlich neuen Aspekt auf dem Weg zum Eröffnungsspiel in München am 9. Juni 2006.

Doch auch das Internet stillt mehr und mehr den Informationsdurst der Fußballanhänger. Vor allem im Hinblick auf die WM darf man gespannt sein, wie das Internet im kommenden Jahr genutzt wird. Die WM 1998 in Frankreich ebnete dem Internet einst den Weg zum globalen Informationsmedium (vgl. Koch 2001: 1) und für die WM 2002 in Japan und Südkorea stellten Forster und Rothfuß angesichts von 1,8 Milliarden Seitenzugriffen auf die offizielle WM-Homepage der FIFA fest: „Diese WM war eine Internet-WM“ (Forster/ Rothfuß 2002).

Den Anfang der Fußballberichterstattung machte ein zwölfjähriger Australier namens Tom Hadfield, der ab Sommer 1995 auf der Seite http://www.soccernet.com im brandneuen Medium WWW aktuelle Informationen und Statistiken rund um das Thema Fußball veröffentlichte. Die Seite hatte nachhaltigen Erfolg, wurde später für knapp eine halbe Millionen Dollar an den TV-Sportsender ESPN verkauft und stellt heute dessen Online-Auftritt dar. (Vgl. Köster 2005: 28)

Gut zehn Jahre später hat sich das Internet in der Gesellschaft etabliert und bringt laufend neue Angebotstypen hervor, die zwar jenseits der traditionellen journalistischen Strukturen entstanden sind und dennoch mit dem Anspruch online gehen, die Nutzer informieren zu informieren. Neuberger stellte allerdings bereits im vergangenen Jahr fest, dass dies „bisher noch wenig Beachtung gefunden“ (Neuberger 2004a) habe. Trotzdem machen solche laienjournalistischen Angebote deutlich, dass der professionelle Journalismus seine alleinige Gatekeeper-Funktion im Internet verloren hat. Die Möglichkeit für jedermann zu publizieren, hat laien-journalistische Angebote geschaffen. Die Abgrenzung zum professionellen Journalismus fällt teilweise schwierig: „Übrig bleibt nur noch ‚Content’“ (Neuberger 2001b: 118). Doch welche Angebote werden genutzt? Sind Angebote des Laien-Journalismus eventuell attraktiver für den Rezipienten? Nimmt dieser die Problematik der Grenzverschiebung überhaupt wahr bzw. hat diese Wahrnehmung Auswirkungen auf seine Nutzung?

Die vorliegende Arbeit möchte untersuchen, wie sich Fußballanhänger im Internet informieren. Exemplarisch soll dies an verschiedenen Online-Angeboten zu Borussia Mönchengladbach geschehen. Obwohl der Fußballbundesligist nicht zu den Branchengrößen gehört und vor zehn Jahren seinen letzten bedeutenden Titel gewann[1], erfreut er sich größter Beliebtheit und kann auf Fans in ganz Deutschland zählen. Aus diesem Grund gibt es auch ein umfangreiches Angebot an Websites, die sich mit Borussia Mönchengladbach beschäftigen.

Verschiedene kontinuierliche Untersuchungen, wie z.B. die ARD/ZDF-Online-Studie haben darauf hingewiesen, dass das Internet in erster Linie ein Informationsmedium (vgl. Ridder 2002: 130) ist, in dem sich das Informationsverhalten der Nutzer in der Online-Umgebung verfeinert hat. Es „werden heute weniger die Generalisten, die zu vielen Fragestellungen Inhalte anbieten, aufgesucht, sondern vermehrt die Spezialisten für bestimmte Themen, wie zum Beispiel spezielle Nachrichtenanbieter oder Ratgebersites“ (van Eimeren/ Gerhard/ Frees 2004: 369). Überhaupt kommt der Selektion im Internet eine entscheidende Rolle zu. Durch die Masse der abrufbaren Informationen scheint eine gezielte Auswahl geradezu Vorrausetzung für eine regelmäßige Internetnutzung zu sein. (Vgl. Rössler 2003: 514)

Dies könnte sich – bezogen auf die Thematik Fußball und Internet – darin äußern, dass die Fans eines Fußballvereins Informationen gezielt auf thematisch auf ihr Team fokussierten Seiten (Spezialisten) suchen und nicht mehr nur die universellen journalistischen Sport- bzw. Fußballangebote wie sport1.de oder Kicker Online (Generalisten) ansteuern, die hinsichtlich der Nutzungszahlen die Marktführer des Online-Sportjournalismus in Deutschland darstellen.

Daraus ergeben sich für die vorliegende Arbeit ein inter- und ein intramediärer Ansatzpunkt. Wie werden Online-Angebote im Vergleich zu Offline-Medien genutzt, um an Fußballinformationen zu gelangen und welche Kriterien führen zur Nutzung der verschiedenen Angebote? Sind auch bezüglich der Fußballinhalte die Internetseiten interessanter, die sich ganz speziell mit einem Gegenstand beschäftigen?

Ein weiterer Ansatzpunkt der Arbeit sind die vielen verschiedenen Anbieter mit unterschiedlichen Interessen, auf die der Rezipient stoßen kann. Welche Folgen hat dies für die Nutzer? Können die Fußballanhänger die einzelnen Anbieter unterscheiden?

1.2 Relevanz des Themas

Für Josef Hackforth und Michael Schaffrath gab es 1998 an der Schwelle zum neuen Jahrtausend angesichts der aktiven wie auch passiven Begeisterung für den Sport keine Zweifel, dass das Zeitalter der Sportgesellschaft eingeläutet war, denn „die Faszination des Sports ist ungebrochen, er bleibt wichtigster Faktor der personalen Kommunikation, wichtigster wirtschaftlicher Faktor der Medien und wichtigste Freizeitbeschäftigung“ (Hackforth/ Schaffrath 1998: 248). Nahezu jedes sportliche Ereignis, vor allem mit deutscher Beteiligung, sorgt heute für eine Anteilnahme bei der Bevölkerung wie sonst nichts: „Wahlkämpfe, politische Sendungen oder Produktkampagnen können solche Tendenzen im Zuschauer- oder Rezipientenverhalten nicht erreichen“ (Hackforth 1987: 15). Einer Ufa-Studie zufolge ist das Interesse am Sport in den 1990er Jahren noch einmal rapide gestiegen. Der Anteil der über 14-jährigen, die sich für Sport interessieren, ist im Zeitraum von 1994 bis 2000 von 73 % auf 89 % angestiegen. (Vgl. Hermanns/ Riedmüller 2001: 5) Dies entspricht exakt dem Zeitraum, in dem sich das Internet entwickelt, ausgebaut und durchgesetzt hat. Das Internet ist heute das schnellste Medium und davon profitieren dessen Nutzer, die ihrerseits durch die veränderten gesellschaftlichen Strukturen immer weniger Zeit für langwierige Informationsbeschaffung haben und deswegen auf der Suche nach schnellen, aktuellen Nachrichten häufig auf das Internet zurückgreifen. Aus dem privaten und beruflichen Alltag ist es nicht mehr wegzudenken. Studien, wie die von ARD und ZDF in Auftrag gegebene Online-Studie dokumentieren diese Entwicklung: Während 1997 nur 4,1 Millionen Deutsche (6,5 %) online waren, waren es im Jahr 2004 schon 36 Millionen (55,3 %). (Vgl. van Eimeren, Birgit/ Heinz Gerhard/ Beate Frees 2004: 351) Es steht damit außer Frage, dass sich das Internet als Massenmedium etabliert hat (vgl. Ridder 2002: 130). Auch gut zehn Jahre, nachdem das WWW dem Internet den Durchbruch geebnet hat, steigt die Anzahl der Internetnutzer stetig. In der ARD/ZDF-Online-Studie 2004 heißt es: „Kein Medium hat sich in Deutschland so rasant verbreitet, wie das Internet und ist so schnell in das geschäftliche wie private Umfeld integriert worden“ (van Eimeren/ Gerhard/ Frees 2004: 350).

Auf welch riesiges Interesse die Informationsbereitstellung zum Sport im Internet stößt, verdeutlicht die Tatsache, dass sich knapp die Hälfte aller Surfer täglich über Sportnachrichten informiert. Weltweit gehört Sport zu den Top-Five-Interessen der Internet-Nutzer. (Vgl. Medau/ Reutner 2001: 186) Angesichts dieser Zahlen verwundert es nicht, dass alle deutschen Online-Angebote, die Nachrichten verbreiten, besonderen Wert auf Sportnachrichten legen. Die Online-Angebote von Spiegel, Stern und Focus bieten sogar mehr Sportbeiträge an als ihre Muttermedien. (Vgl. Medau/ Reutner 2001: 187)

Das Interesse am Sport liegt in Deutschland vor allem auch an der extrem hohen Popularität des Fußballs. Er spielt heutzutage in unserer Gesellschaft eine zentrale Rolle. So stellt Schaffrath treffend fest:

„Der Sport im allgemeinen, der Fußball im speziellen und die Fußball-Bundesliga im ganz besonderen dringen immer tiefer in verschiedene Lebenslagen ein, determinieren das Alltagshandeln, beeinflussen das Kommunikationsverhalten und sind häufig Top-Thema der Medien- wie Publikumsagenda.“ (Schaffrath 1999: 21)

Der Sportfive-Fußballstudie[2] von 2004 zufolge interessieren sich 50 Millionen Deutsche für Fußball. Dabei geben 39 % der deutschen Bevölkerung über 14 Jahren an, dass Fußball aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken ist (vgl. Sportfive 2004a: 7). Dementsprechend erfreut sich auch die Bundesliga eines hohen Interesses. Seit Anfang der 1990er Jahre steigen die Zuschauerzahlen in den Bundesligastadien stetig. Live-Übertragungen von Bundesligaspielen und mehr noch von Länderspielen im Fernsehen sorgen konstant für hohe Einschaltquoten (vgl. Schaffrath 1999: 23 ff.).

1.3 Forschungstand

Den Stand der wissenschaftlichen Untersuchung des Internets bringt Rössler auf den Punkt:

„Während die Nutzung von OK [Online-Kommunikation, Anm. d. Verf.] aufgrund ihrer ökonomischen Relevanz auch für die kommerzielle Nutzung attraktiv ist, steckt die systematische Beschreibung von deren Inhalten theoretisch und methodisch noch in den Kinderschuhen.“ (Rössler 2003: 513)

Einen Überblick über die bisherige Forschung zum Online-Journalismus hat Neuberger 2002 gegeben (vgl. Neuberger 2002a). Für die Kommunikationswissenschaft war bislang die Frage von größtem Interesse, ob im Internet ein spezifischer Journalismus existiere. Dazu nahm man die Online-Angebote eines traditionellen Muttermediums in den Blick und konzentrierte sich zunächst auf Presseerzeugnisse und deren Online-Ableger. Neuberger und Tonnemacher veröffentlichten 1999 eine Sammlung von Forschungsberichten zu diesem Thema[3]. Auch andere Publikationen beschäftigten sich mit den journalistischen Aktivitäten der Presse im Internet, analysierten die Online-Strategien in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre aber eher aus wirtschaftlicher Sicht der Muttermedien (vgl. Pieler 2002, Wolff 2002).

Die Nutzung von Online-Medien erforschen bislang im Wesentlichen die W3B-Studie, die ARD/ZDF-Online-Studie und die GfK-Online-Studie (vgl. Scholl 2003: 252 ff.). Die vorliegende Arbeit bezieht sich in erster Linie auf die Erkenntnisse aus der seit 1998 jährlich durchgeführten Online-Studie von ARD und ZDF.

Die Relevanz der bisherigen Untersuchungen, die sich speziell mit Fußballinhalten im Internet beschäftigen, ist eher gering. Im Zuge eines Seminars am Institut für Kommunikationswissenschaft in Münster ist 1998 eine Inhaltsanalyse über die Berichterstattung zur Fußball-WM 1998 entstanden. Untersucht wurde die Vorberichterstattung auf den Seiten von ran-Online und sport1.de. Die gewonnenen Erkenntnisse haben für die vorliegende Arbeit jedoch keine Bedeutung, da das Angebot ran-Online hinsichtlich der vorliegenden Arbeit keine Relevanz hat und sich die Struktur von sport1.de seit Durchführung der Inhaltsanalyse mehrmals grundsätzlich verändert hat (vgl. Kap. 3.3.1). Dies bestätigt die auch für die vorliegende Arbeit wichtige Erkenntnis, dass Forschungsergebnisse zum Internet aufgrund dessen Dynamik sehr schnell veralten (vgl. Löffelholz et al. 2003: 477).

Gegen Ende der 1990er Jahre sind über das Genannte hinaus einige Arbeiten an der deutschen Sporthochschule in Köln entstanden, die sich mit dem Sportjournalismus im Internet beschäftigt haben. Braun[4], Beineke[5] und Bacher[6] reflektieren jedoch den Sportjournalismus als Ganzes, ohne speziell auf den Fußball einzugehen und lassen laienjournalistische Angebote gänzlich außer acht. Lediglich Braun geht explizit auf den Unterschied von journalistischen und nicht-journalistischen Angeboten im Internet ein (vgl. Braun 1999: 30 ff.). Andere Publikationen haben sich lediglich der wirtschaftlichen Bedeutung des Internets für den Sport gewidmet (vgl. Grätz 2001), eine kommunikationswissenschaftliche Betrachtung fehlt meist völlig. Anders ist dies beispielweise bei den von Becker und Böhm untersuchten Internetauftritten der Bundesligisten in der Saison 2001/2002[7]. Im selben Jahr haben sich Dorlöchter et al. speziell mit den „Internetauftritten von Fußballbundesligisten im Rahmen der Vereins(marken)führung“ beschäftigt, dabei auch die spezifischen Ziele der einzelnen Bundesligisten berücksichtigt und heraus gestellt, dass mit den Websites der Profivereine zwar meistens kommerzielle Ziele verfolgt werden, die Bereitstellung von Informationen jedoch wichtigster Bestandteil aus Sicht der Vereine ist (vgl. Dorlöchter et al. 2002: 19 ff.). Becker und Böhm bestätigen dieses Ergebnis: „Die Fußballvereine haben sich überwiegend den Erfordernissen des Online Marktes angepasst und bedienen die Fans entsprechend mit Inhalten.“ (Becker/ Böhm 2002: 55) Auch Bauer (2001) widmete sich an der deutschen Sporthochschule den Fußballwebsites der ersten und zweiten Bundesliga. Die Website von Borussia Mönchengladbach[8] wurde damals als „professioneller, verbesserungsfähiger Web-Auftritt“ (Bauer 2001: 222 f.) eingestuft .

Der Ansatzpunkt der vorliegenden Arbeit, ist jedoch ein anderer: Er geht auf die unterschiedlichen Angebote ein und bezieht so z.B. auch die Eigenpräsentation des Vereins und laienjournalistische Angebote mit ein. Außerdem wird er der Tatsache gerecht, dass in einem so dynamischen Medium wie dem Internet, das Angebot der Vereine bei weitem nicht mehr mit dem aus dem Jahr 2001 übereinstimmt, sondern sich auch in der Fußballberichterstattung mittlerweile neue Angebotstypen etabliert haben.

1.4 Systematik der Arbeit

Die in Kapitel 1.1 aufgeworfenen Fragen lassen sich in drei zentrale Forschungsfragen konkretisieren, die dieser Arbeit zugrunde gelegt werden sollen.

F 1: Wie informieren sich Fußballanhänger im Internet?

F 2: Welche Gründe führen zu der Nutzung der einzelnen Informationsangebote?

F 3: Welche Unterschiede gibt es bei der Nutzung der verschiedenen Angebote?

Es wird also nach der Nutzung (F 1) und Bewertung (F 2) der verschiedenen Angebote gefragt, sowie danach, ob die Rezipienten Unterschiede zwischen den Angeboten wahrnehmen (F 3). Dazu werden im theoretischen Teil der Arbeit (Kap. 2 - 4) weitere Teilfragen erarbeitet, deren Beantwortung im empirischen Teil (Kap. 5 und 6) schließlich zur Klärung der zentralen Forschungsfragen führen sollen.

Da traditionell der Sportjournalismus für die Vermittlung von Fußballinformationen zuständig ist und der Vergleich des professionellen Journalismus mit weiteren Angebotskategorien im Internet im Mittelpunkt der Arbeit steht, wird in Kapitel 2 zunächst auf Stand der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Sportjournalismus eingegangen. Insbesondere soll auf die Dreiecksbeziehung von Sport, Wirtschaft und Medien eingegangen werden, die den Sportjournalismus prägt und insbesondere im Profifußball besonders ausgeprägt ist (vgl. Kap. 2.1). Weiterhin werden Kritikpunkte am Sportjournalismus reflektiert, da diese zur Hoffnung auf eine andere Präsentation im Internet geführt haben (vgl. Kap. 2.2), ehe die Funktionen des professionellen Sportjournalismus diskutiert werden (vgl. Kap. 2.3), um Erkenntnisse für eine detaillierte Thematisierung der veränderten Rolle des Journalismus im Internet zu gewinnen (vgl. Kap. 3.2).

Kapitel 2.4 beschäftigt sich folgerichtig mit der Nutzung von Fußballinhalten in den klassischen Medien, da die Nutzung von Online-Angeboten, wie in Kapitel 1.1 bereits erläutert, auch im intermediären Rahmen betrachtet werden soll. Nach einer zusammenfassenden Diskussion der gewonnenen Erkenntnisse (vgl. Kap. 2.5), stellt Kapitel 3 die Rahmenbedingungen und Besonderheiten dar, die die Internetkommunikation bestimmen. Daraus ergeben sich verschiedenen Anbieter von Fußballinformationen, die in Kapitel 3.3 vorgestellt werden.

In Kapitel 4 werden verschiedene Angebote, die sich mit dem Verein beschäftigen, vorgestellt und kategorisiert.

Im empirischen Teil der Arbeit werden die aus den theoretischen Überlegungen abgeleiteten Forschungsteilfragen zusammengefasst (vgl. Kap. 5.1). Danach wird das empirische Instrument der Online-Befragung (vgl. Kap. 5.2) und ihre Durchführung (vgl. Kap. 5.3) vorgestellt. Kapitel 6 beantwortet schließlich die Forschungsteilfragen (AA 1-4/ AB 1-4/ B1-4/ C 1-3) anhand der Ergebnisse der Befragung. Die so gewonnenen Erkenntnisse tragen in Kapitel 6.5 zur Beantwortung der zentralen Forschungsfragen (F 1-3) bei. Kapitel 7 zieht ein abschließendes Fazit und schlägt anknüpfende Forschungsansätze vor.

2 Sportjournalismus

Traditionell sind Sportjournalisten für die Bereitstellung von Fußballinhalten in den Medien verantwortlich, weshalb zunächst auf den Sportjournalismus als Subsystem des Journalismus eingegangen wird.

Siegfried Weischenberg verfasste 1976 als einer der ersten Wissenschaftler eine Auseinandersetzung mit dem Sportjournalismus unter dem Titel „Die Außenseiter der Redaktion“. Zuvor lag der Sportjournalismus im wissenschaftlichen Diskurs brach. Schon der Titel von Weischenbergs Veröffentlichung war Programm: es wurde wenig über den Sportjournalismus geforscht, da die Sportjournalisten in den Redaktionen wenig angesehen waren. Verantwortlich war das vergleichsweise niedrige Ausbildungsniveau im Gegensatz zu den Kollegen in andern Redaktionsressorts (vgl. Weischenberg 1976: 235 ff.), was zu einem geringen Selbstbewusstsein der Sportredakteure und fehlender Anerkennung führte (vgl. Weischenberg 1976: 269 f.). Die Kritik, die damals schon an der Arbeit der Sportjournalisten geäußert wurde, entspricht im Wesentlichen der Kritik von heute (vgl. Kap. 2.1 und 2.2).

Trotz weiterhin bestehender Kritik verbesserte sich das Ansehen und das Selbstverständnis der Sportjournalisten erheblich, was wiederum Weischenberg knapp 20 Jahre in seinen „Annäherungen an die ‚Außenseiter’“ (Weischenberg 1994) berichtete. Görner formulierte ein Jahr später sogar „Vom Außenseiter zum Aufsteiger“ (Görner 1995). Nicht zuletzt das seit Anfang der 1980er Jahre aufstrebende Privatfernsehen und der damit verbundenen Zunahme an unterhaltenen Inhalten hatte dazu beigetragen, dass sich die Sportjournalisten nun ihrer Aufgabe der Unterhaltungspräsentation bewusst wurden und viel weniger Probleme mit ihrer Rolle und Verortung in der Redaktion hatten. (Vgl. Weischenberg 1994: 443 ff.) Die Sportjournalisten hatten nun ein anderes Ansehen: „Den redaktionellen Außenseiterplatz in der Abstiegszone hat der Sportjournalist verlassen.“ (Blöbaum 1988: 15) Auch Hackforth kam 1994 in der ‚Kölner Studie’ zu dem selben Ergebnis: „Die Stellung und das Ansehen der Sportjournalisten innerhalb und außerhalb der Redaktion hat sich verbessert.“ (Hackforth 1994: 28)

Trotz dieses Gewinns an Ansehen, drängen sich Kritikpunkte auf (vgl. Weischenberg 1994: 447 f.), die seit dem Bestehen des Sportjournalismus latent vorhanden sind. Damit auf die Kritik sinnvoll eingegangen werden kann, muss zunächst die wechselseitige Beziehung der Systeme Massenmedien, Spitzensport und Wirtschaft erläutert werden, die vor allem im Profifußball besonders ausgeprägt ist. Auf dieses Wechselspiel des Systeme konzentrieren sich die wesentlichen Kritikpunkte.

2.1 Der Mediensport

Das System Sport unterteilt sich in die Kategorien Freizeit- und Leistungssport, der wiederum aktiv betrieben und passiv rezipiert werden kann (vgl. Koch 2001: 8 ff.). Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich im Folgenden ausschließlich mit dem Passivbereich des Leistungssports im Bereich des Profifußballs. Der professionelle Leistungssport kann auf zwei Arten verfolgt werden, entweder direkt vor Ort eines Wettkampfes (zum Beispiel als Zuschauer eines Fußballspiels) oder über die Medien. Vor allem für den zweiten Aspekt hat sich der Begriff des Mediensports durchgesetzt.

Bereits 1976 berichtete Weischenberg von einer engen Verbindung zwischen Hochleistungssport und den Massenmedien (vgl. Weischenberg 1976: 164). Heute wird der Begriff Mediensport für die wechselseitige Beziehung dreier Systeme bezeichnet (s. Abbildung 1), die aufeinander angewiesen sind, unmittelbar voneinander profitieren und in ihrer Ausprägung nicht mehr alleine auskommen: „Sportjournalismus ist nutzbringend für verschiedene Systeme: für den Sport, für die Wirtschaft und die Medien.“ (Loosen 2001a: 133)

Der Profisport braucht die Medien, um sich zu vermarkten und so für die Wirtschaftsinvestoren lukrativer zu werden. Vor allem im Fußball ist dies besonders ausgeprägt: „Der moderne Spitzensport versteht sich in den meisten professionellen Bereichen, besonders signifikant im Fußball [...] als neuer Wirtschaftszweig“ (Brinkmann 2001: 42). Dabei kann sich sportlicher Erfolg direkt wirtschaftlich bemerkbar machen:

„Je erfolgreicher ein Sportler oder ein Team ist, desto häufiger ist es im Fernsehen, desto höher fallen die Sponsoren- und Ausrüster-Verträge aus – und desto mehr Merchandising-Artikel [...] lassen sich absetzen“ (Mikos 2004: 9).

Die wirtschaftliche Abhängigkeit kann jedoch auch negative Folgen haben, nämlich dann, wenn ein Sport in den Medien kaum stattfindet. In diesem Fall hat er in der Gesellschaft nicht nur eine untergeordnete Bedeutung, sondern ist in seiner Ausprägung teilweise gar nicht überlebensfähig (vgl. Mikos 2004: 9, Nötting 2000: 31) Starke Medienpräsenz wiederum begründet eine enorme gesellschaftliche Stellung:

„Mit der immer dichteren Folge an Übertragungen haben diese Medien maßgeblich dazu beigetragen, den Sport zu einem gesellschaftlichen Ereignis und dem weithin dominierenden Phänomen der Alltagskultur zu machen.“ (Brinkmann 2001: 41).

Abbildung 1: Der Mediensport. Wechselspiel dreier Systeme.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Systeme Wirtschaft und Medien profitieren hingegen von der Popularität des Sports. Für den Wirtschaftszweig Werbung zum Beispiel „erscheint der Sport [...] als ideale Werbeplattform, weil hier wie sonst nirgendwo ein Massenpublikum angesprochen werden kann.“ (Loosen 2001a: 135) Aus demselben Grund präsentieren die Medien Leistungssport. Diese Entwicklung begann vor allem durch die Einführung des dualen Rundfunksystems Anfang der 1980er Jahre:

„Beschränkte sich der mediale Wettbewerb bis zu diesem Zeitpunkt auf einen publizistischen und weniger auf einen ökonomischen, so wird der journalistische Leistungsanspruch zunehmend durch wirtschaftliche Ziele dominiert.“ (Schauerte 2004: 28)

Mit ihrer Präsentation nehmen die Medien dabei auch erheblichen Einfluss auf die Sportarten (vgl. Hackforth 1987: 17). Teilweise sehr direkt, z.B. beim Fußball durch die Mitbestimmung bei den Anstoßzeiten bei Live-Übertragungen im Fernsehen oder Regeländerungen, um einzelne Sportarten telegener zu machen (Nötting 2000: 31). Andererseits aber auch indirekt, z.B. im Rahmen der Insolvenz der Kirch-Gruppe 2002, die eine massive wirtschaftliche Krise in der Fußballbundesliga auslöste[9].

Bei der Beschreibung des Mediensports war zunächst mit dem Begriff Medium in erster Linie das Fernsehen gemeint, doch im Hinblick auf die Kommerzialisierung der populärsten Sportarten, wie z.B. des Fußballs hin zu einem eigenen Wirtschaftszweig gewinnt auch zunehmend das Internet als Vermarktungsfeld an Bedeutung (vgl. Brinkmann 2001: 42) und wird von den Akteuren zur Vermarktung genutzt (vgl. Kap 3.3.3, 3.3.4):

„Eine qualitativ neue Stufe im Verhältnis von Sport und Medien ist mit der Verbreitung eigener Berichte, eigener Hörfunkreportagen, wie zum Beispiel mit den Live-Reportagen von den Bundesligaspielen im Internet und den exotisch anmutenden Beispielen eigener Vereinssender, wie von Manschester United, Real Madrid und AC Mailand, erreicht worden“ (Brinkmann 2001: 50).

Auf die sich aus der Verschmelzung der Systeme Sport, Wirtschaft und Medien im Internet ergebende Struktur, wird in Kapitel 3.2 eingegangen. Zunächst sollen weitere Kritikpunkte dargestellt werden, die sich auf die Ausprägungen des Mediensports, insbesondere im Fußball, beziehen.

2.2 Merkmale des Sportjournalismus

Auch wenn das Ansehen der Sportjournalisten in den letzten knapp 30 Jahren erheblich gestiegen ist, so wird das Produkt nach wie vor kritisiert: „Kritik am Sportjournalismus gibt es, seit sich der Sport in den Massenmedien durchgesetzt hat.“ (Weischenberg 1976: 188)

Gleich hat in seinem Aufsatz „Sportberichterstattung in den Medien: Merkmale und Funktionen“ (Gleich 2001) einen Überblick über sämtliche Merkmale gegeben. Allerdings beschränkt er sich in seiner Betrachtung in erster Linie auf die Sportberichterstattung im Fernsehen. Viele der Kritikpunkte sind aber auch auf die anderen Medien zu beziehen und wiederholen sich in der Literatur als Vorwürfe an das gesamte System Sportjournalismus. Aus der Vielzahl von Merkmalen, die Gleich entwickelt hat, werden an dieser Stelle die für diese Arbeit relevanten vorgestellt.[10]

Zunächst wird eine fehlende kritische Auseinandersetzung mit problematischen Aspekten des Sports ausgemacht (vgl. Loosen 2001a: 137). Es

„wird in den Medien eine ‚heile Welt’ des Sports aufrechterhalten, deren Bedrohung durch negative Ereignisse, wie zum Beispiel randalierende Fans, Dopingskandale etc. nur unzureichend und einseitig kommentiert werden.“ (Gleich 2001: 170)

Hackforth nennt sogar verharmlosende Tendenzen bei der Berichterstattung über randalierende Hooligans (vgl. Hackforth 2001: 38). Grund dafür könnte die bereits zu sehr fortgeschrittene Abhängigkeit der Sportjournalisten von ihrem Produkt im Zuge der Kommerzialisierung sein (vgl. Gleich 2001: 169 f.,), die ein weiteres Merkmal darstellt. Dieses bezieht sich unmittelbar auf die Notwendigkeit, die Ausgaben für Übertragungsrechte wieder zu refinanzieren (vgl. Loosen 1997: 38). Die dazu benötigten möglichst hohen Einschaltquoten führen zu einer Bevorzugung der beliebten und ‚telegenen’ Sportarten (vgl. Kap. 2.1): „Die Medien versuchen daher zunehmend Einfluss auf den Sport zu nehmen und die Verantwortlichen des Sports dazu zu bewegen, sich auf fernsehgerechte Inszenierungen einzulassen“ (Gleich 2001: 171).

Gleich macht damit bereits auf einen weiteren Kritikpunkt aufmerksam, die Entertainisierung von Sportereignissen:

„Mit begleitenden Vor- und Nachberichten, Gewinnspielen, Comedy-Einlagen, Interviews, Homestories von Sportlern, Features über Übertragungsorte, prominenten Kommentatoren und nicht zuletzt mit Sponsoring und neuen Formen der Werbung versucht man, ein möglichst unterhaltsames Rahmenprogramm um die eigentliche Berichterstattung zu ‚stricken’“ (Gleich 2001: 171).

Eine Fernsehübertragung eines Fußballspiels kann so schon einmal deutlich länger als die eigentliche Spielzeit von 90 Minuten dauern: „Die Fußballspiele heutzutage dauern 240 Minuten und damit deutlich mehr als das Doppelte ihrer Realzeit.“ (Hackforth 2001: 37) Diese Tendenz begann spätestens, seitdem der Privatsender Sat1 1994 die Erstverwertungsrechte der Fußballbundesliga erwarb. Seitdem beobachtete man immer wieder

„die [...] zunehmende Kommerzialisierung von Sportveranstaltungen, bei denen zum Zwecke der Gewinnmaximierung beteiligter Veranstalter, Agenturen, Sponsoren und Fernsehsender die Vor- und Nachberichterstattung das eigentliche Ereignis oft quantitativ, zuweilen auch qualitativ (bezogen auf den Unterhaltungswert) übertrifft, während das Sportgeschehen selbst zur Nebensache wird“ (Amsinck 1997: 68).

Die zunehmende ‚Ver-Unterhaltung’ der Sportpräsentation[11] (vgl. Loosen 2001a: 137) ist jedoch nicht nur im Fernsehen zu beobachten. Auch die Internetsportanbieter sport1.de und kicker.de setzen nicht nur auf journalistische Inhalte, sondern auch auf Entertainmentelemente wie z.B. Gewinnspiele (vgl. Kap. 3.3.1, 3.3.2) (vgl. . Die Orientierung am Publikum führt jedoch auch noch zu anderen Tendenzen. Einigen Sportjournalisten wird vermehrt auch ausbleibende Kritik an populären Themen und Sportlern vorgeworfen, weil die Kunden des entsprechenden Mediums bei Laune gehalten werden müssen (vgl. Kistner 2004: 10 ff.).

Gleich weist außerdem auf eine Dramatisierung der Sportpräsentation hin, die er vor allem bei Live-Ereignissen ausmacht. Er sieht darin die Tendenz, die natürliche Dramatik des Wettkampfes bei der Präsentation zusätzlich zu verschärfen: „Es wird unterstützt durch die direkte Visualisierung von Anspannung in Großaufnahme, Freude und Trauer des Athleten“ (Gleich 2001: 172). Unterstützend werden z.B. in der Vorberichterstattung auf ein Fußballspiel auch aggressive Statements der Beteiligten verwendet, um das Interesse anzuheizen (vgl. Gleich 2001: 172). Diese Praxis ist auch in der Internetvorberichterstattung im Vorfeld eines wichtigen Fußballspiels vorstellbar, wenn z.B. Unternehmenssynergien genutzt werden sollen. Dies greift etwa dann, wenn die Seite sport1.de eine noch umfangreichere Vorberichterstattung zu einem Fußballspiel, welches im Deutschen Sportfernsehen (DSF)[12] zu sehen ist, mit diesen aggressiven bzw. dramatischen Aussagen der Spieler oder Trainer anreichert. Diese Merkmale der Inszenierung, der Dramatisierung und der Entertainisierung werden als Boulevardisierung der Sportberichterstattung (vgl. Kühn 1998: 33 ff., Hackforth 1994: 19) bezeichnet.

Außer der Kritik am Sportjournalismus ist es auch wichtig, die traditionellen Funktionen des Sportjournalismus darzustellen, um vergleichend auf die journalistisch relevanten Angebote im Internet eingehen zu können (vgl. Kap. 3.3).

2.3 Funktionen des Sportjournalismus

Der Sportjournalismus als Subsystem des Journalismus erfüllt grundsätzlich auch dessen Funktionen wie Aufklärung, Kritik, Kontrolle und Meinungsbildung. Auch der Sportjournalist soll Vermittler-, Kommentator-, Mediator-, Orientierungs- und Unterhalterfunktionen erfüllen (vgl. Hackforth 1994: 33, Altmeppen 1998: 199), was im Internet aufgrund der vielen Angebote wichtiger als in anderen Medien erscheint: „Bei der Überfülle von Inhalten, die das Netz bietet, ist eine der wichtigsten Leistungen, die man dem Nutzer liefern kann, Unterstützung bei der Selektion und Filterung der gewaltigen Informationsmengen.“ (Lorenz-Meyer 1999: 26)

Speziell der Sportjournalist wechselt dabei zwischen den Aufgaben, Informationen zu vermitteln und Unterhalter zu sein (vgl. Gleich 2001: 176).

2.3.1 Information vs. Unterhaltung

Gleich geht in erster Linie von der Sportberichterstattung im Fernsehen aus und versteht den Informationsbegriff hinsichtlich der Sportrezeption dabei sehr eng:

„Diese Personen verfolgen Sportsendungen hauptsächlich, um sich zu informieren, die eigenen sportlichen Aktivitäten und Leistungen in einen Beziehungsrahmen zu stellen und aus dem Gesehenen eventuell zu lernen. Die Technik der Athleten, die Regeln des Sports und Information über Taktik und Strategie stehen für solche Personen im Mittelpunkt des Interesses“ (Gleich 2001: 176).

Sport als Unterhaltung versteht Gleich als „Dramatik des Spielverlaufs, die Spannung über den Ausgang des Wettkampfs oder die Freude am Sieg der eigenen (favorisierten) Mannschaft“ (Gleich 2001: 177).

Auch wenn in der Kölner Studie 1993 schon 70 % der 1.739 befragten Sportjournalisten Unterhaltung als eine wichtige Aufgabe ansehen, bleibt die Informationsfunktion im Selbstverständnis der Sportjournalisten am wichtigsten (vgl. Hackforth 1994: 34 f.). Immerhin haben die Sportjournalisten anerkannt, dass sie nicht entweder als Informationsvermittler oder Unterhalter auftreten:

„Die Rezeption von Sportberichterstattung entzieht sich einer eindeutigen Einordnung in die Kategorien Unterhaltung und Information [...]. Sportberichterstattung ist ein echtes Hybrid aus Information und Unterhaltung.“ (Loosen 2001a: 137)

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich im Folgenden in erster Linie mit der Informationsfunktion. Dies liegt am Bestreben, die Nutzung von Fußballseiten im Internet zum Zweck der Informationsbeschaffung zu untersuchen.

Mehrere Studien und Aufsätze haben darauf verwiesen, dass die Betreiber von Internetseiten in erster Linie Informationen vermitteln wollen (vgl. Bauer 2001, Löffelholz et al. 2003: 483, Stumm 2002: 25). Nicht nur journalistische Angebote, sondern z.B. auch die Vereinswebsites sehen darin ihre Hauptaufgabe (vgl. Dorlöchter et al. 2002, Kap. 3.3.3).

2.3.2 Kommunikative Funktionen

Die Sportberichterstattung erfüllt darüber hinaus auch soziale Funktionen. Rudolf stellt dazu fest:

„Durch die Identifikation mit Sportlern und die emotionale Bindungen (parasoziale Beziehungen) zu ihnen ermöglicht der Mediensport, dass das Individuum Antriebe als erfüllt erleben kann, deren reale Erfüllung ihm jedoch versagt bleiben.“ (Rudolf 2004: 36)

Dabei besteht jedoch die Gefahr der Übertreibung, die sich im Vorwurf der Erzeugung eines Starkultes äußert. Dies ist schon 1976 von Weischenberg beschrieben worden (vgl. Weischenberg 1976: 189 f.).

In der interpersonalen Kommunikation spielt die mediale Präsentation des Sports jedoch eine unbestritten wichtige Rolle (vgl. Brinkmann 2001: 41). Im Fußball sorgen belanglos erscheinende Informationen über Vereine und Spieler (Verletzungen, Spielerwechsel, Karriere usw.) für Gesprächsstoff, der die Rezipienten in persönlichen Kontakt mit anderen Menschen treten lässt. Für Hackforth ist es gar „wichtigster Faktor der personalen Kommunikation“ (Hackforth 1998: 248), da die Sportrezeption Gemeinschaft schaffen kann. Dies zeigt sich insbesondere bei Fußball-Länderspielen und noch mehr bei Großereignissen wie Welt- und Europameisterschaften (vgl. Kap. 1).

2.4 Fußball-Nutzung in den klassischen Medien

Zu den gerade dargestellten Funktionen und Nutzungsmotiven kommen weitere Gründe, die zu einer Rezeption von Sport und Fußball in den Medien führen. Bedeutend ist zum Beispiel der Reiz der Spannung des sportlichen Wettkampfes (vgl. Schwier 2000: 92). Darüber hinaus ergeben sich weitere Bedürfnisse,

„beispielsweise ‚Dabei sein können’ (Partizipation, Aktualität), Mitfiebern können (Spannung), Identifikation und öffentliche Thematisierung (mitreden können) und schließlich auch das Durchbrechen des Alltags (Event)“ (Gerhards/ Klingler/ Neuwöhner 2001: 150 f.).

Die Rezeption von Sport kann also auf all diesen Ebenen betrachtet werden. Die Medien suggerieren dem Rezipienten dabei die eigene Partizipation am Geschehen und spielen damit eine wichtige Rolle. (Vgl. Gerhards/ Klingler/ Neuwöhner 2001: 151) Das Mitfiebern an Sportereignissen war immer schon ungebrochen groß. Aufgrund seiner gesellschaftlichen Bedeutung hat der Sport damit seit jeher dazu beigetragen, dass sich Massenmedien als solche etabliert haben: „Mediengeschichte ist immer auch Sportmediengeschichte“ (Loosen 2001a: 138).

Im Folgenden soll nun die Rezeption von Fußball in den klassischen Medien[13] im Mittelpunkt stehen. Zunächst wird kurz die traditionelle Vermittlung von Fußballinhalten durch Sportjournalisten in den klassischen Medien dargestellt. Denn die Vermittlung von Fußballinhalten im Internet erfolgt unter anderen Rahmenbedingungen und muss daher isoliert betrachtet werden (vgl. Kap. 3.3)

2.4.1 Tageszeitungen

Nachdem sich der Sportjournalismus in England mit ersten Sportjournalisten, Sportzeitschriften und Sportteilen in Tageszeitungen bereits entwickelt hatte (vgl. Weischenberg 1976: 120 f.), wurde 1886 auch in Deutschland das Sportressort in der Tageszeitung „Münchener Neueste Nachrichten“ geboren und war in der Folgezeit besonders verkaufsfördernd (vgl. Gerhards/ Klingler/ Neuwöhner 2001: 149). Bis heute hat der Sportjournalismus eine wichtige Bedeutung für die Zeitungen (vgl. Görner 1995: 38 ff.). Den größten Stellenwert hat auch hier der Fußball, der während der Bundesligasaison die Sportseiten der Zeitungen füllt. In den Montagsausgaben dominieren die Spielberichte vom Wochenende. An den Wochentagen liefen die Zeitungen in erster Linie Hintergrundberichterstattung und grenzen sich damit von den anderen traditionellen Medien ab (vgl. Riefler 1998: 114). Die Regionalzeitungen, als größte Gruppe der Tageszeitungen, spielen auch im Sportressort „ihre besondere Kompetenz in der regionalen Information“ aus und berichten in erster Linie über die jeweiligen lokalen und regionalen (Fußball-)Profivereine. Damit waren sie zumindest bisher die wichtigste Informationsquelle für die Fußballfans in der Region.

2.4.2 Fachzeitschriften

Auch der Markt der Sportfachzeitschriften wird vom Fußball bestimmt. Die Sportfachzeitschrift mit der derzeit größten Auflage ist Sport-Bild, die vom Axel-Springer-Verlag seit 1988 herausgegeben wird und sich selbst als größte Sportzeitschrift Europas bezeichnet. Die verkaufte Auflage betrug im zweiten Quartal 2005 474.048 und die Druckauflage 649.386 Exemplare[14]. Sie erscheint einmal wöchentlich mittwochs und legt den thematischen Schwerpunkt auf Fußball. Der zweitwichtigste Inhaltsaspekt ist der Motorsport, der jedoch deutlich weniger Beachtung findet.[15] Die Redaktion arbeitet in Hamburg und unterscheidet sich in der journalistischen Tätigkeit von üblichen Sportredaktionen in Tageszeitungen: „Die Redakteure haben ausschließlich die Aufgabe ‚Geschichten anzuschleppen’ – und das möglichst exklusiv.“ (Kühne-Hellmessen 1994: 207) Das sonst in Tageszeitungsredaktionen übliche Verfassen von Meldungen, redigieren und der Spätdienst entfallen bei der Sport-Bild, da auch am Erscheinungstag Mittwoch nicht über das aktuelle Geschehen von Dienstag (z.B. Champions League) berichtet wird.

Das bekannteste Fußballfachmagazin ist der Kicker aus dem Olympia-Verlag, der 1920 von Walther Bensemann gegründet wurde (vgl. Koßmann 1994: 188). Die Hauptredaktion sitzt in Nürnberg und produziert die Zeitschrift zweimal wöchentlich, montags und donnerstags. Im zweiten Quartal 2005 erreichte er montags eine Auflage von 242.468 und donnerstags 206.925 verkauften Exemplaren[16]. Auch wenn er sich selbst als reines Fußballmagazin bezeichnet, hat er dennoch andere Sportarten im Angebot, wenn diese auch im Vergleich zum Fußball nur am Rande behandelt werden. Neben einem Tiefdruck-Mantelteil, indem sich vor allem Hintergrundartikel, Analysen und Interviews befinden, beschäftigt sich die Montagsausgabe in erster Linie mit den Fußballspielen sämtlicher Ligen vom Wochenende. Die Donnerstagsausgabe bot ursprünglich vor allem einen Ausblick auf den Spieltag des kommenden Wochenendes, hat aber seitdem es auch immer mehr Spiele auch während der Woche gibt, einen hohen aktuellen Wert. (Vgl. Koßmann 1994: 190 ff.)

Seit April 2000 ist ein weiteres Fußballmagazin auf dem Markt. Das monatliche erscheinende Heft 11 Freunde bezeichnet sich selbst als „Magazin für Fußballkultur“[17]. Es bietet keine aktuelle Berichterstattung, sondern in erster Linie Hintergrundberichte, Interviews und Reportagen, die sehr auf den Blickwinkel der Fans gerichtet sind. Es wird daher auch als „Fanzine“ (Pollmeier 2004: 16) bezeichnet. Auffällig ist, dass ein Großteil der angesprochenen Merkmale des Sportjournalismus auf dieses Format nicht zutrifft. Die Redakteure klammern z.B. keine heiklen Themen aus (vgl. Pollmeier 2002: 17). Trotz einer kontinuierlichen Steigerung der Auflagenzahlen (vgl. Pollmeier 2004: 16 f.) ist die verkaufte Auflage mit 27.700 und einer Druckauflage von 70.000 Exemplaren[18] im zweiten Quartal 2005 deutlich niedriger als die der beiden zuvor erwähnten Fachzeitschriften mit aktuellem Bezug.

Seit August 2005 gibt der Olympia-Verlag, in dem auch der Kicker erscheint (s.o.), ein eigenes, dem Magazin 11 Freunde ähnliches, monatliches Heft mit dem Namen ‚Rund’ heraus. Auch hier fehlt der aktuelle Bezug zum Fußball und es wird ähnlich wie bei 11 Freunde berichtet[19]. Die gedruckte Auflage beträgt 120.000 Exemplare[20].

2.4.3 Fernsehen

Das Fernsehen stellt das Leitmedium schlechthin dar, das sich auch mit Hilfe des Sports, insbesondere des Fußballs, als solches etabliert hat.

Mit der Live-Übertragung der Olympischen Spiele 1936 in Berlin begann eine „besondere Symbiose“ (Loosen 2001a: 138) zwischen Sport und Fernsehen: „Nicht zuletzt dank des Sports machte auch dieses neue Medium relativ schnell Fortschritte.“ (Weischenberg 1976: 146) Vor allem die Fußballweltmeisterschaft 1954 in der Schweiz sorgte für einen enormen Absatz an Fernsehgeräten in Deutschland (vgl. Weischenberg 1976: 152). Später nutzte die ARD die Popularität des Fußballs und etablierte ab 1961 mit der Sportschau eine Sendeform (vgl. Weischenberg 1976: 153), die noch heute regelmäßig über die Fußballbundesliga berichtet.

Der Fußball hat ab den 1980ern auch erheblich zur Verbreitung und Reichweitenerhöhung des Privatfernsehens beigetragen[21]. Die privaten Fernsehsender wiederum sorgten mit ihrer Präsenz auf dem Markt für eine rasante Entwicklung des Wettbewerbs um die interessantesten Sportrechte und damit auch für deren schnellen Anstieg, was wiederum zur endgültigen Kommerzialisierung des Sports führte (vgl. Kap. 2.1, 2.2).

Es gibt auf dem deutschen Markt zwei reine Sportkanäle: das Deutsche Sportfernsehen (DSF) und Eurosport, die beide 1993 auf Sendung gingen (vgl. Görner 1995: 54). Das DSF ging aus dem Sender Tele 5 hervor, Eurosport behielt seinen Namen, als es mit dem ‚ Sportkanal’ fusionierte. Zumindest das DSF versucht, von der Popularität des Fußballs zu profitieren und erwarb ab 2003 die Erstverwertungsrechte für zwei Bundesligaspiele am Sonntag.

2.4.4 Radio

Der Sport spielte ab 1921 auch für die Verbreitung des Hörfunks eine wichtige Rolle. Er erschien „vor allem in Hinblick auf Aktualität und Mobilität besonders geeignet für das neue Medium [Hörfunk]“ (Loosen 2001a: 138). Schnell trugen die ersten Live-Reportagen von Sportereignissen zur Beliebtheit des neuen Mediums bei. Nachdem am 2. Juli 1921 in den USA bereits der erste Boxkampf live im Radio übertragen wurde (vgl. Weischenberg 1976: 141), war drei Jahre später eine Regatta in Hamburg Anlass für die erste Live-Übertragung in Deutschland. Das erste Fußballspiel war 1925 live im Radio zu hören: Preußen Münster gegen Arminia Bielefeld. (Vgl. Gödeke 2004: 32)

Hinsichtlich des Sports war das Radio ursprünglich von höherer Bedeutung als das Fernsehen. Dieses hatte noch keine derartige Reichweite wie der Rundfunk erlangen können, so dass zunächst das Radio „ein Monopol für aktuelle Sportberichterstattung“ (Digel 1983:23) inne hatte.

Heute ist das Radio in erster Linie bei solchen Live-Übertragungen interessant, die die Rezipienten nicht live im Fernsehen oder vor Ort verfolgen können. Ein Fußballfan, der keine Karte für ein Bundesligaspiel und auch keinen Pay-TV-Anschluss[22] hat, hat zum Beispiel die Möglichkeit, zumindest Radioreportagen der Fußballbundesliga in den öffentlich-rechtlichen Sendern zu verfolgen.

2.5 Zusammenfassung und Ausblick

Ob Fernsehen, Zeitung oder Radio: „Sportberichterstattung war und ist ein wesentliches Zugpferd der Medien-Verkaufsförderung.“ (Loosen 1997: 38) Mehrmals hat der Sport und seine Berichterstattung einem Medium zum Durchbruch verholfen (vgl. Kap. 2.4). Doch die Popularität in der Bevölkerung hat dazu beigetragen, dass auch die Wirtschaft den Sport als Vermarktungsmöglichkeit erkannt hat. Dies führt zu einem hohen Grad an Kommerzialisierung der populärsten Sportarten. Besonders ausgeprägt ist dies folgerichtig beim Fußball (vgl. Kap. 2.1). Auf diese Sportart konzentriert sich deswegen schon seit geraumer Zeit der Großteil der Kritik, die dem Sportjournalismus gilt. So hielten Hackforth und Schaffrath Ende der 1990er Jahre fest:

„Nachdenklichkeit muß aufkommen, wenn der Trend verstärkt wird, daß Medien – und damit Journalismus – nicht mehr als autonomes System, unabhängig von Wirtschaft und Sport, auftreten, sondern mit der Wirtschaft (Werbung, Sponsoring, Marketing) ebenso eng verbunden sind wie mit dem Sport [...], den sie eigenständig organisieren und mediengerecht inszenieren. Damit gerät ein Stück ‚Mediendemokratie’ in zweifelhafte Abhängigkeiten, würden den Medien gesellschaftliche Einflüsse zustehen, die weder der Gesetzgeber noch die Politik je gewünscht hätten“ (Hackforth/ Schaffrath 1998: 250).

Der Durchbruch des Internets, der nicht zuletzt erneut an der Thematisierung des Sports gelegen hat, schürte bei vielen die Hoffnung auf einen neuen und qualitativ hochwertigeren Journalismus und damit auch Sportjournalismus. Die Erwartungen gingen dahin, dass das Internet gerade von einigen der angesprochenen kritischen Entwicklungen bei der Sportberichterstattung profitieren könnte, dass die Onlinesportjournalisten sozusagen aus den Fehlern ihrer Kollegen in den klassischen Medien lernen könnten.

Im Folgenden soll dies am Beispiel des Fußballs näher erläutert werden. Dabei wird insbesondere auf die speziellen Möglichkeiten eingegangen, die das Internet bei der Präsentation von Fußball bietet und durch die es sich von anderen Medien abgrenzt.

3 Fußball im Internet

Auch für das Internet gilt, was zuvor schon für die anderen Medien festgestellt wurde: Der Fußball dominiert die Inhalte der Sportberichterstattung und die Interessen der Nutzer (vgl. Sportfive 2004b: 60).

Dabei werden immer mehr die speziellen Möglichkeiten zur schnellen, gezielten Informationssuche (über eine Mannschaft, ein Spiel etc.), genutzt, die das Internet im Gegensatz zu den klassischen Medien bieten (vgl. Gerhards/ Klingler/ Neuwöhner 2001: 165).

Bevor jedoch auf die medialen Möglichkeiten des Internets eingegangen wird, muss zunächst geklärt werden, inwiefern es sich beim Internet um ein Medium handelt.

3.1 Das Internet als Medium

Nachdem das WWW 1989 entwickelt und ab 1992 eingesetzt wurde[23] und das Internet[24] somit theoretisch für jedermann – sofern er denn über die technischen Vorraussetzungen verfügt – nutzbar wurde, ist eine völlig neue Kommunikationsplattform entstanden[25]. Das Internet als vollwertiges Medium anzusehen ist in der Wissenschaft allerdings umstritten bzw. wird zumindest als problematisch angesehen.

In der wissenschaftlichen Diskussion wird in technische und institutionelle Medien unterschieden. (Vgl. Neuberger 1999: 17 ff., Quandt 2004: 454 ff., Riefler 2002: 71, Rössler 2003: 505 f., Schmidt/ Kubicek 1994: 403) Der Computer, der die Internet-Kommunikation technisch ermöglicht, ist ein Medium im technischen Sinn und „funktionale[r] Bestandteil von institutionellen Medien“ (Schmid/ Kubicek 1994: 403). Schmid und Kubicek sahen vor gut zehn Jahren aber auch Computernetze lediglich als technische Medien an (vgl. Schmid/ Kubicek 1994: 403) und auch Altmeppen hält das Internet für eine „technische Grundlage“, das WWW jedoch auch nur als „hauptsächliche Zugangssoftware“ (Altmeppen 2000: 124). Eine allgemeine Bezeichnung als Medium findet er für das Internet daher problematisch. Winter akzeptiert das Internet ebenfalls nicht als Medium, wohl aber das WWW, das er als Einzelmedium bestimmt (vgl. Winter 2000: 274). Auch wenn die Bezeichnung ‚Medium’ für das gesamte Internet problematisch ist, akzeptiert die mehrheitliche Meinung zumindest das WWW als vollwertiges (Massen-)Medium, mit dem Unterschied, dass es sich durch die speziellen Eigenschaften des Internets[26] wechselseitig um ein Individual- und Massenmedium handelt, während die traditionellen Medien als einseitige Massenmedien betrachtet werden (vgl. Bickel 1998: 217, Neuberger 1999: 49, Quandt 2004: 457, Sennewald 1998: 10 f.). Das Internet hat somit als Medium eine Sonderstellung gegenüber den traditionellen Medien und stellt Kommunikatoren und Rezipienten neue Möglichkeiten zur Verfügung.

Joshua Quittner sah Anfang der 1990er Jahre dadurch bedingt eine große Chance und sprach 1995 von der „Geburt eines völlig neuen Journalismus“ (Quittner 1996: 425). Er war der Überzeugung, dass die einmaligen Möglichkeiten des Mediums ein herausragendes Niveau schaffen würden und setzte dabei vor allem auf die Verbindung aller traditionellen Medien, die ein alles integrierendes, neues Medium bieten würde:

„Ich spreche über eine grundlegende Wandlung im Journalismus selbst, in der Art der Berichterstattung und Nachrichtenpräsentation. Diese Wandlung wird viel einschneidender sein als alles, was wir seit der Geburt des Journalismus jemals gesehen haben; vielleicht sogar revolutionärer als die Anfänge des Journalismus selbst. Es kann gar nicht anders sein, betrachtet man die Menge der Werkzeuge, die wir nutzen können.“ (Quittner 1996: 426)

Die Möglichkeiten wurden dabei gerade für die Sportberichterstattung als perfekt angesehen:

„Sport und Internet, diese Kombination schien aus mehreren Gründen geradezu ideal zu sein: Inhalte können äußerst zeitnah bereitgestellt werden und so die User mit brandaktuellen Informationen versorgt werden. Außerdem können per Internet auch Bilder und Töne übertragen werden, was das Erlebnis einer Sportberichterstattung deutlich aufwertet und es mit einem einzigartigen Mehrwert versieht.“ (Medau/ Reutner 2001:186)

Im Folgenden werden die Möglichkeiten näher erläutert[27].

Interaktivität

Ein großer Unterschied zu den klassischen Medien besteht in der Möglichkeit zur Interaktion. Bei der Interaktivität wird in die technik- und sozialorientierte Perspektive unterschieden (vgl. Stumm 2002: 34 f., Loosen/ Weischenberg 2000: 73 ff.). Die technikorientierte Vorstellung geht von einer Mensch-Medium-Interaktivität aus. Interaktiv handelt der Nutzer dann, wenn er die Informationen nach seinen Wünschen auswählt, in dem er gezielt und selektiv rezipiert. Er hat dabei komplexere Selektionsmöglichkeiten als bei den klassischen Medien. Neuberger bezeichnet diese Form der „Mensch-zu-Maschine-Beziehung“ (Neuberger 1999: 40) lediglich als Selektivität (vgl. ebd. 1999: 40). Sebastian Vesper versteht die Mensch-Medium-Interaktivität außerdem aber auch als „Möglichkeit für den Nutzer, in welcher Form auch immer Einfluss auf das Medienprodukt zu nehmen“ (Vesper 1998: 52). Dies würde dann zum Beispiel Umfragen zu einem bestimmten Thema[28] beinhalten.

Die sozialorientierte Vorstellung, die Stumm als „echte Interaktion“ (Stumm 2002: 35)[29] bezeichnet, geht von einer wechselseitigen, direkten Kommunikation zwischen Personen mittels eines Mediums aus. Loosen und Weischenberg sprechen dabei von der „computergestützten Mensch-Mensch-Kommunikation“ (Loosen/ Weischenberg 2000: 73). Diese Vorstellung von Interaktivität beschreibt die Möglichkeit der Nutzer, auf Internetseiten mit anderen Nutzern oder den Anbietern eines Online-Angebotes dank elektronischer Hilfsmittel in Kraft zu treten. Dies beinhaltet asynchrone Kommunikationsformen wie E-Mails an die Redaktionen oder Diskussionsforen und synchrone Kommunikationsformen wie den Chat. Ausdrücklich sei darauf verwiesen, dass es bei der Interaktivität in hohem Maße auf den Nutzer ankommt. Keine Website ist automatisch interaktiv, sondern stellt nur die Möglichkeit zur Interaktion zur Verfügung. Ob diese und in welchem Maße sie genutzt wird, hängt vom jeweiligen Nutzer ab. (Vgl. Rössler 2003: 506)

Seit die Möglichkeit zur Interaktivität im Internet besteht, werden interaktive Elemente sowohl in den klassischen Medien, als auch im Online-Journalismus thematisiert. Um z.B. den Unmut der Fans des VFB Stuttgart über einen Wechsel ihres bisherigen Stürmers Kevin Kuranyi zum FC Schalke 04 zu belegen, zitierte Redakteur Thomas Gaber von sport1.de in einem Artikel mehrere Fanbeiträge im Forum der Websites des VfB Stuttgart (vgl. Gaber 2005). Damit können Internetnutzer Einfluss auf journalistische Inhalte nehmen.

Aktualität

Das Internet ist außerdem rund um die Uhr ohne Probleme aktualisierbar (vgl. Neuberger 2002a: 358), da es nicht an feste Sendezeiten und Erscheinungstermine wie gebunden ist: „Einer, wenn nicht der größte Vorteil des Internets für die Sport-Berichterstattung ist die fast konkurrenzlose Aktualität des Mediums.“ (Medau/ Reutner 2001: 191).

Dank moderner Redaktionssysteme können Online-Redaktionen sekundenschnell ihre Inhalte publizieren. Mit Hilfe des Live-Tickers[30] kann man zum Beispiel jedes aktuelle Sportgeschehen zeitnah verfolgen. Lediglich das Fernsehen bietet dem Rezipienten hier noch ein stärkeres Live-Gefühl – allerdings auch nur dann, wenn ein Sportereignis tatsächlich live übertragen wird. In den übrigen Fällen liegt der Vorteil wieder beim Internet, wo sich jedermann über jedes gewünschte Ereignis aktuell informieren kann. Selbst das Radio kann beim Sport nur bedingt konkurrieren, da kaum ein Ereignis komplett live übertragen wird[31]. Meist schalten die Radiosender mehrmals für einige Minuten zu einem Reporter vor Ort.

Hypertextformat

Im Internet besteht zudem die Möglichkeit, Informationen flexibler zu präsentieren. Im Gegensatz zu den Printmedien, wo nur lineare Texte angeboten werden, können einzelne Einheiten zu einem Netzwerk im Hypertextformat verknüpft werden. Die Urheber von Sportangeboten im Internet können dem Netzer so etwa die Möglichkeit geben, sich durch einen Zugriff auf eine Datenbank, die in einem Angebot oder Text verlinkt[32] wird, weitere, eventuell interessante Details über ein Thema zu beschaffen. Dies könnte in einem Artikel über ein Fußballspiel z.B. der Link zur Statistik dieser beiden Mannschaften oder eines Spielers sein, der ein Tor geschossen hat.

Speicherkapazität

Diesen Vorteil bedingt auch unmittelbar die hohe Speicherkapazität, angesichts derer das Internet den klassischen Medien konkurrenzlos gegenüber steht: „Der Umfang der bereitzustellenden Inhalte ist theoretisch nur durch die Ressourcen des Anbieters begrenzt, während die klassischen Medien den Zwängen der Sendezeit oder des Zeitumfangs unterliegen“ (Rudolf 2004: 22). Dank dieser hohen Kapazität können die Anbieter, die oben angesprochenen Zusatzinformationen wie Datenbanken beliebig oft anbieten und erweitern. Gerade bei Statistiken verweisen die klassischen Medien gerne auf ihr Online-Angebot (vgl. Marx 2004: 30).

Multimedialität

Es besteht im Internet die Möglichkeit, Kommunikationstechniken, die zuvor stets getrennt waren, zu vereinen. Texte, Bilder, Grafiken, Videos und Töne können beliebig kombiniert werden. Gerade die Sportpräsentation, die davon lebt, Emotionen zu wecken und zu transportieren, profitiert von der Möglichkeit im Internet, Videosequenzen oder Audiobeiträge von Sportveranstaltungen online abrufen zu können: „Kaum eine andere Programmsparte eignet sich so gut wie der Sport zur multimedialen Verwertung“ (Fischer 1994: 58).

Das Potenzial der Multimedialität wird von den Sport-Onlineangeboten immer mehr angenommen. Über die Website der deutschen Fußball-Bundesliga[33] sind z.B. seit dem Jahr 2000 alle Fußballspiele der ersten Bundesliga live als Audioreportagen zu hören. Auch für die Präsentation von traditionellen Medien im Internet ergeben sich dadurch ganz neue Möglichkeiten. Tageszeitungen etwa können anders als auf den wenigen Sportseiten der gedruckten Ausgabe bei ihrem Internetauftritt viel mehr auf Fotos zurückgreifen:

„Nicht selten werden die ersten drei Geschichten des Ressorts [...] mit einer zweistelligen Fotozahl bebildert. In der Zeitung ist das nicht möglich. Hier wird in der Regel eine kräftige Aufmachung mit einem ästhetisch herausragenden Bild gewählt. Oft ist es das einzige auf der Seite.“ (Marx 2004: 30)

Durch die zuvor bereits beschriebene Mensch-Medium-Interaktivität kann der Nutzer im Internet entscheiden, in welcher Form er sich über das gewünschte Sportereignis informieren möchte: in Textform, unterstützt durch Fotos, per Videostream[34] oder über das Webradio. Durch diese Einbeziehung des Rezipienten grenzt sich die Internet-Multimedialität von der bisherigen Multimedialität, z.B. im Fernsehen, ab (vgl. Neuberger 1999: 34).

Weltweiter Zugang

Ein großer Vorteil des Internets gegenüber den klassischen Medien liegt zudem im globalen Zugang zu den gewünschten Informationen (vgl. Neuberger 2002a: 357). Die benötigten technischen Anforderungen vorrausgesetzt, kann man rund um die Uhr, egal in welchem Teil der Welt man sich befindet, Inhalte schnell und aktuell abrufen.

3.2 Veränderte Öffentlichkeit: Rezipienten- und Kommunikatorenrolle im Internet

Neben den besonderen Möglichkeiten im neuen Medium gelten jedoch auch andere Rahmenbedingungen für die Kommunikation. Die in den klassischen Medien alleinige Aufgabe der Journalisten, Inhalte zu vermitteln, gilt im Internet nicht mehr: „Journalisten sind im Zeitalter des Internet nicht mehr Monopolisten der Öffentlichkeit. Sie sind ‚nur’ noch die Informationsprofis unter (theoretisch) gleichgestellten Mitbenutzern eines Mediums“ (Zender 1998: 187). Das Internet bietet quasi jedermann die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Die einzige Schwelle stellen technische Determinanten dar. Seine Funktion als Kommunikator (vgl. Hackforth 1994: 33), hat der Journalist zumindest als Exklusivrolle verloren (vgl. Neuberger 2002a: 358). Das Internet sorgt somit für eine „soziale Entgrenzung“ (Neuberger 2002a: 357). Jedermann kann Kommunikator werden und zwischen dieser und der Rezipientenrolle wechseln.

Dies führt zu einer Veränderung des traditionellen Öffentlichkeitsmodells, wie es z.B. Weßler darstellt. Demnach gibt es drei Rollen für Akteure in der Öffentlichkeit: Erstens die Sprecherrolle, die Themen verkünden und den Medien anbieten. PR-Akteure in Parteien, Unternehmen oder auch Sportvereinen – vor allem im Leistungssport – nehmen unter anderem diese Rolle ein. Zweitens die Vermittlerrolle, die bislang den Journalisten vorbehalten wahr und drittens das Publikum. (Vgl. Weßler 2002) Gerhards stellt dazu fest: „Die Kommunikationsrichtung ist dabei einseitig von den Akteuren, über die Medien an das Publikum gerichtet“ (Gerhards 1998: 35). Dieses Öffentlichkeitsmodell geht davon aus, dass „alle, die sich in der Öffentlichkeit zu Wort melden wollen, eine Sprecherrolle ein[nehmen]“ (Pfetsch/ Wehmeier 2002: 39) und Journalisten zwangsläufig die Vermittlerrolle innehaben[35]. Sprecher und Vermittler sind dabei gegenseitig aufeinander angewiesen. Die Sprecher benötigen die Journalisten als Vermittler, um ihre Themen der Öffentlichkeit (Publikum) zugängig zu machen und die journalistischen Vermittler benötigen die Sprecher, um mit Themen versorgt zu werden. (Vgl. Pfetsch/ Wehmeier 2002: 39 ff.)

In der Internetkommunikation ändert sich dies. Die Annahme, „daß eine Kommunikation mit dem Publikum massenmedial nicht stattfinden kann“ (Gerhards 1998: 35), gilt für das Internet durch interaktive Möglichkeiten (vgl. Kap. 3.1) nicht mehr. Außerdem kann auch der Sprecher zum Vermittler werden. Die Vermittlung durch den Journalismus wird also nicht mehr benötigt (vgl. Neuberger 2003: 132). Besonders auffällig ist dies beim Sport im Internet: „Dass journalistische Vermittler partiell ihre Funktion im Internet verlieren, zeigt sich besonders im Bereich des Sports“ (Neuberger 2000b: 107), wo relativ früh relevante Informationen auf Vereinshomepages bereit gestellt wurden (vgl. Kap. 3.3.3). Diskussionen, die sich mit der Frage beschäftigen, ob der Journalismus im Internet dadurch verschwinden werde (vgl. Neuberger 2001b: 118 f., Quandt 2004: 457), enden überwiegend mit dem Schluss, dass sich der Journalismus im Internet lediglich verändere (vgl. Loosen 2001b, Riefler 2002: 74, Wilke 1998), aber keinesfalls obsolet werde:

„Der Journalismus ist und bleibt die Kernkompetenz derjenigen, die sich in einer Gesellschaft professionell um die Informationsvermittlung, die Meinungsbildung, die Herstellung von Öffentlichkeit und die Kontrolle der Mächtigen kümmern“ (Rosenberger 2002: 80).

Darüber hinaus haben Journalisten auch eine Orientierungsfunktion (Kap. 2.3), die gerade angesichts der unübersichtlichen Anzahl von Informationsmöglichkeiten zukünftig noch wichtiger werden wird (vgl. Neuberger 2001a: 227 f., Rössler 2003: 516). Neuberger weist außerdem auf die Funktion des Journalismus als „Qualitätskontrolle [.] im Internet“ (Neuberger 2003: 132) hin. Durch das herrschende unübersichtliche Überangebot an Informationen grenzt sich der Journalist und damit auch der Sportjournalist entschieden von den anderen Vermittlern ab. Dabei muss bedacht werden, dass die unterschiedlichen Online-Kommunikatoren bei der Bereitstellung von Informationen im Netz von anderen Kriterien geleitet werden, als Journalisten (vgl. Rössler 2003: 509). Die Konsequenzen, die sich daraus ergeben können, sollen anhand der verschiedenen Kommunikatoren von Fußballinhalten im Internet erläutert werden.

3.3 Fußballangebote im Internet und ihre Nutzung

Zur Kategorisierung der verschiedenen Internet-Angebote haben sich die Begriffe Commerce, Contact, Content und Community heraus gebildet. Es ist durchaus denkbar, dass ein Online-Angebot mehrere dieser oder alle Bereiche offeriert. Der Begriff Commerce bezeichnet dabei den kommerziellen Zweck einer Homepage. Bei der Website eines Fußballvereins könnte dies etwa der Karten- oder Fanartikelverkauf sein. Contact bezeichnet die Möglichkeit der Kontaktaufnahme für die Nutzer mit den Betreibern der Seite, Content steht für die Bereitstellung von Informationen und Community bezeichnet den Kontakt der Nutzer untereinander[36]. (Vgl. Dorlöchter et al. 2002: 10 f.)

Bevor jedoch auf die verschiedenen Anbieter eingegangen wird, erscheint es sinnvoll, zunächst einen Überblick über die Fußballnutzung im Internet zu geben, um zu erläutern, wie sich die vielfältigen Anbieter entwickelt haben.

Das Jahr 1996 wird häufig als das "Boom-Jahr" der Online-Sportangebote dargestellt (vgl. Rudolf 2004: 11). Als Motor für die Sportberichterstattung erwiesen sich die Olympischen Spiele 1996 in Atlanta:

„Das erste Highlight erlebte die Internet-Sportberichterstattung mit den Olympischen Spielen von Atlanta (1996). Erstmals konnten von einem großen Sportereignis umfassende Informationen im Internet abgerufen werden.“ (Rudolf 2004: 11)

Die Fußballweltmeisterschaft 1998 in Frankreich war die erste, die in das Zeitalter des globalen Internetnutzung fiel und sorgte direkt für massiven Zuwachs an Seitenabrufen bei journalistischen Angeboten.

Noch vor politischen sind Sport-Informationen besonders gefragt (vgl. van Eimeren/ Gerhards/ Frees 2004: 363). Für Loosen ist der Sport einer der entscheidenden Gründe, das Internet zu nutzen: „Sport ist gut für hohe Zugriffszahlen und gehört deswegen zu den ‚Killerapplikationen’ im World Wide Web (WWW)“ (Loosen 2001a: 139).

Auch wenn die WM 1998 schon einen ersten Vorgeschmack auf das Potenzial gab, welches das Internet für die Nutzer bedeuten würde, spielte das Netz im Vergleich zu den klassischen Medien Ende der 1990er Jahre in der Fußballrezeption noch eine eher untergeordnete Rolle. So informierten sich allgemein lediglich 600.000 Deutsche im Internet über Fußball, aber 34,7 Millionen im Fernsehen. (Vgl. Schaffrath 1999: 26) Doch dies hat sich seitdem stark verändert. Während die offizielle Webseite der Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich ‚nur’ bis zu 68 Millionen Mal täglich angeklickt wurde (vgl. Koch 2001: 1), interessierten sich im Jahr 2000 für die Seite der Fußball-Europameisterschaft[37] schon 129 Millionen Nutzer (vgl. Medau/ Reutner 2001: 186). Und während der Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea verzeichnete die Website http://www.FIFAwordcup.com 1,7 Milliarden Seitenzugriffe. Das Internet wurde damit auch für die Werbeindustrie interessant, die sich zuvor immer noch nahezu ausschließlich auf das Fernsehen konzentriert hatte. (Vgl.: Forster/ Rothfuß 2002: 28) Seitdem hat sich die Internetverbreitung weiter erhöht:

„Lag der Anteil der Internetnutzer unter den Fußballinteressierten im Jahr 2002 noch bei 38 %, so haben 2004 bereits 52 % Zugang zum World Wide Web. Somit beläuft sich das Potenzial der fußballinteressierten Internetnutzer inzwischen auf 26,3 Mio“ (Sportfive 2004a: 33).

Bei der Suche nach relevanten Informationen geht der Nutzer aufgrund des enorm hohen Angebotes äußerst selektiv[38] vor, wie diverse Studien ermittelt haben (vgl. Schulz 2002: 25, van Eimeren, Gerhard/ Frees 2004: 354). Rand- und Selektivnutzer stellen demnach zusammen 52 % der Internetnutzer dar[39]. Beide Gruppen kennzeichnen sich dadurch, dass sie sich ganz gezielt informieren wollen und die Suche sofort einstellen, wenn sie die gewünschten Informationen gefunden haben. (Vgl. van Eimeren, Gerhard/ Frees 2004: 354) Dies würde bedeuten, dass ein Fußballfan ganz gezielt entsprechende Anbieter ansteuert, je nachdem, welche Information er gerade sucht. Dabei kann er auf verschiedene Anbieter zurückgreifen. So könnte er z.B. bei der Suche nach historischen Statistiken zu einem Verein ganz gezielt auf die Vereins-Homepage surfen, während er bei der Suche nach einem Spielbericht ein journalistisches Angebot auswählt. Aufgrund der Hypertext-Struktur des Internets mit der Möglichkeit zur Verlinkung (vgl. Kap. 3.1) ist also davon auszugehen, dass die Einstiegshomepage entscheidend die weitere Suche nach Informationen zu einem Thema beeinflusst. Deshalb soll mit Hilfe der Befragung herausgefunden werden, welche Angebote die Fans von Borussia Mönchengladbach zuerst ansteuern und warum sie dies tun.

Die vom Sportvermarkter Sportfive durchgeführte Fußballstudie hat im Jahr 2004 ermittelt, dass solche Angebote am beliebtesten sind, die sich unmittelbar aus den Möglichkeiten des Internets ergeben (vgl. Kap. 3.1). Die hohe Speicherkapazität wird dabei am meisten in Anspruch genommen, Spielpläne und Tabellen werden von 2,89 Millionen Nutzern regelmäßig abgerufen, gefolgt von Ergebnissen, Spielberichten (2,74 Mio.) und aktuellen Nachrichten (1,86 Mio.). Der Wunsch nach Aktualität ist für 800.000 Nutzer maßgeblich, die sich regelmäßig per Live-Ticker informieren. (Vgl. Sportfive 2004a: 74)

Im Folgenden werden nun die unterschiedlichen Fußball-Angebote im Internet dargestellt.

3.3.1 Redaktionelle Angebote traditioneller Medien

Als journalistische Anbieter sind für den fußball-interessierten Nutzer sowohl allgemeine Sportseiten, als auch reine Fußballseiten interessant. Sportfive beziffert die Anzahl der Nutzer, die sich über Fußball auf allgemeinen Sportseiten (1,34 Mio.) oder reinen Fußballseiten (1,37 Mio.) informieren, als etwa gleich hoch (vgl. Sportfive 2004a: 74).

Fußball-Informationen finden sich bei Anbietern von traditionellen Medien vor allem bei Muttermedien aus dem Printbereich und bei Online-Angeboten der Fernsehsender. Das Fußball-Online-Angebot der ARD -Sportschau[40] ist beispielsweise von Multimedialität geprägt und bietet Live-Ticker an Bundesligaspieltagen, Statistiken, Bilder-Serien zu den Spielen und Audio-Dateien mit Interviews aus den ARD -Hörfunk-Redaktionen[41]. Auch andere Fernsehsender, wie z.B. das ZDF[42] oder Sat1[43], bieten auf ihren Websites eigene Sportbereiche mit Fußballinformationen an. RTL offeriert mit sport.de[44] sogar eine eigene Sport-Homepage, die auch über die Sender-Homepage[45] durch einen Link zum Themenbereich ‚Sport’ zu erreichen ist und sich als neue Homepage öffnet.

Seit einem guten Jahrzehnt sind auch vor allem die Zeitungsverlage in hohem Maße im Internet vertreten. Ihr Engagement ist von der Wissenschaft bisher am meisten untersucht worden (vgl. Kap. 1.3). Dabei kehrte nach den Hoffnungen, die mit der gesellschaftlichen Durchsetzung des Internets verbunden wurden (vgl. Kap. 3.1), schnell nach Beginn des Online-Engagements der Zeitungen Ernüchterung ein. Denn die meisten Verlage, die ihre Printerzeugnisse unverändert im Netz publizierten, nahmen die Möglichkeiten der Internetkommunikation nicht an. (Vgl. Neuberger 2000a: 15)

Das Engagement der traditionellen Medien im Internet ist durch drei Phasen geprägt. Nach einer Phase der Imitation der Muttermedien, die wie beschrieben vor allem von Tageszeitungsverlagen geprägt war, begann eine stimulative Phase, in der Muttermedien ein eigenes Internet-Angebot online stellten, das sehr an das Muttermedium angelehnt war, aber auch die neuen Möglichkeiten des Internets nutzte. Schließlich – und dies macht die letzte Phase aus - gab und gibt es immer mehr Angebote, die völlig losgelöst vom Muttermedium Inhalte präsentierten und damit komplementär sind (vgl. Pieler 2002: 144 f.) , wie z.B. Spiegel Online oder sport1.de.

Laut Neuberger ist es das Ziel der Tageszeitungen, ihren Lesern mit dem Online-Portal ein ergänzendes Angebot zu bieten. Ein vom Muttermedium völlig unabhängiges Angebot ist für die meisten Zeitungen keine Option, da dies auch zu aufwendig und kostspielig ist. (Vgl. Neuberger 2000c: 313) Dagegen ist es vor allem den regionalen Tageszeitungen daran gelegen, ihre Position als „Informationsquelle Nr. 1 in der Region“ (Riefler 1998: 112) zu bewahren. Ein entsprechendes Portal einer Lokalzeitung zum regionalen Profiverein kann ebenfalls als ein solches Zusatzangebot verstanden werden. Sowohl in der Anfangszeit des Engagements der Tageszeitungen im Internet als auch bei heutigen modernen Angeboten der Zeitungen, die mehr auf zusätzliche Inhalte einer eigenen Internet-Redaktion setzen, spielten und spielen Fußballinhalte innerhalb der Sportberichterstattung eine große Rolle. Den größten Zulauf im Internet haben dabei die überregionalen Tageszeitungen, für die die IVW auch die Page-Impressions der Sportinhalte ausweist. Wie oft eigens Fußballinhalte angeklickt werden, wird dagegen nicht gemessen. Das Sport-Angebot der Frankfurter Allgemeinen Zeitung[46] verzeichnete im Juli 2005 5,7 Millionen Page-Impressions, reicht aber bei weitem nicht an die Frequentierung der Sportinhalte der Boulevardzeitung Bild[47] heran, die im Juli 2005 49,8 Millionen Page-Impressions verzeichnete.

Auch andere Printprodukte präsentieren im Internet viele Sport- und Fußballnachrichten. Spiegel Online[48] trägt beispielsweise den idealen Bedingungen für Sportberichterstattung im Internet (vgl. Kap. 3.1) Rechnung und hat deutlich mehr entsprechende Meldungen im Angebot als das Muttermedium. Mit 32,8 Millionen Page-Impressions werden die dortigen Sportinhalte in weitaus größerer Anzahl frequentiert als bei den Angeboten der meisten Tageszeitungen.

Hörfunkmedien bieten dagegen nur begrenzt redaktionelle Angebote mit Fußballinformationen im Internet an. Aktuelle Berichterstattung findet bei den ARD -Hörfunkanstalten in erster Linie auf der Website der ARD -Sportschau statt, wo auch Audiodateien der Radiosender verlinkt werden. Auch die privaten Radiosender bieten kein eigenes redaktionelles Fußball-Online-Angebot an.

Neben den Online-Auftritten der Tageszeitungen sind die Internetseiten der Fachzeitschriften wichtigste Informationsmöglichkeit im Internet.

Im folgenden werden die beiden am häufigsten frequentierten Angebote dieser Kategorie vorgestellt.

Abbildung 2: Screenshot der Homepage von Kicker Online, 11.10.2005.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Online-Angebot der Fußballzeitschrift Kicker Sportmagazin[49] (vgl. Kap. 2.4.2) verzeichnet unter den Sportseiten im Internet kontinuierlich die zweitmeisten Besucher. Für den Monat August 2005 wies

die IVW[50] 11,5 Millionen Visits

und 92,4 Millionen Page-Impressions aus[51]. Das Angebot ist seit dem 18. Juli 1998 online und stark am Muttermedium orientiert[52], was Koch als großen Vorteil gegenüber anderen Online-Anbietern einschätzt: „Das [.] führt dazu, dass die hohe fachliche Kompetenz der Kicker-Printredakteure sich im Internet wiederfindet.“ (Koch 2001: 85) Das Content-Angebot besteht hauptsächlich aus Artikeln, die in der Printausgabe montags und donnerstags zu finden sind. Zusätzlich werden jedoch auch den Möglichkeiten des Internets entsprechend andere Inhalte angeboten wie der Live-Ticker bei aktuellen Ereignissen, aktuelle Reaktion auf Geschehnisse, Datenbänke mit Statistiken und unterhaltende Angebote wie ein Managerspiel[53]. Diese Bestandteile der Seite werden von einer aus acht festen und elf freien Mitarbeitern bestehenden Redaktion erstellt. Darüber hinaus bietet Kicker Online einen umfangreichen Community-Bereich, der direkt über den Navigationspunkt ‚Community-Links’ in der Kopfzeile der Homepage zu erreichen ist. Jeder Nutzer kann sich dort ein eigenes Profil erstellen, sich bei jedem Besuch der Seite einloggen und Chat, Foren und private Nachrichten nutzen[54].

Über die Navigationsleiste auf der linken Seite der Homepage sind direkt alle Content-, Community-, Contact- und Commercebereiche der Seite anzusteuern. Es ist z.B. auch möglich, über die Navigationspunkte ‚Fussball’, ‚Bundesliga’ und ‚Vereine’ gezielt Informationen zu den einzelnen Bundesligisten abzurufen[55]. Über den Navigationspunkt ‚Service’ gelangt der Nutzer zu den Commerce-Bestandteilen der Seite[56]. Über die Unterpunkte ‚Impressum’, ‚Kontakt’ und ‚e-mail’ des Navigationspunktes ‚ Kicker Online ’ kann der Nutzer mit den Betreibern der Seite Kontakt aufnehmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Screenshot des Fußballportals von sport1.de (http://www.sport1.de/coremedia/generator/www.sport1.de/Sportarten/Fussball/Main.html, 29.9.2005).

Die höchste Frequentierung der Sportangebote im Internet erreichtdie Website di die Website http://www.sport1.de, die das komplementäre journalistische Internetangebot (s.o.) des Fernsehsenders DSF darstellt. Die IVW wies im August 2005 15,4 Millionen Visits und 111,4 Millionen Page-Impressions

aus. Sport1.de ist als Zusammenschluss der Internet-Angebote vom DSF, Sport-Bild und Sat.1-Ran am 29. November 1999 wiederbelebt worden, nachdem es bereits 1997 als gemeinsames Angebot der Verlage Bertelsmann und Axel Springer online abrufbar war, bald jedoch wieder eingestellt wurde. Heute ist sport1.de der Internetauftritt des DSF, alleiniger Gesellschafter ist die EM.TV AG[57]. Sitz der sport1.de -Redaktion ist in Ismaning bei München. Im Juni 2001 expandierte sport1.de nach Österreich und bietet seitdem unter http://www.sport1.at auch dort ein Online-Sportangebot.

Als eines der ersten Internetangebote setzte Sport1.de die multimediale Möglichkeit der Vermischung von bekannten Medienprodukten aus Print, Video-Sequenzen und anderen, neuen und speziell auf das Internet zugeschnittenen Angeboten um und versteht sich daher als Multimedia-Sportdienstleister[58]. Zwar handelt es sich bei sport1.de um ein allgemeines Sportangebot, jedoch liegt bei diesem Angebot der Fokus auf Fußball. So werden „auch beim Marktführer Sport1.de [.] die Fußball [...]-Channels am häufigsten aufgerufen.“ (Medau/ Reutner 2001: 188) In der Regel gestaltet ein Fußballbeitrag den „Aufmacher“ der Seite, Nachrichten, Beiträge und Hintergrundinformationen zum Fußball stehen dabei stets an oberster Stelle. Von dieser Struktur wird nur in Ausnahmefällen abgewichen, etwa bei Olympischen Spielen oder wichtigen Ereignissen aus deutscher Sicht bei Großereignissen in anderen Sportarten, z.B. bei Welt- und Europameisterschaften, bei der Tour de France im Radsport oder bei Grand-Slam-Turnieren im Tennis. Über die Navigationsleiste lassen sich die Portale zu den einzelnen Sportarten aufrufen. Auch hier steht Fußball unter dem Navigationspunkt ‚Sportarten’ an erster Stelle. Das von dort aus erreichbare Fußballportal[59] ist dreigeteilt und bietet in zentraler Position einen Aufmacher zu einem aktuellen Thema, darunter ist ein ‚News-Ticker’ mit Kurzmeldungen postiert, der nach Bedarf regelmäßig aktualisiert wird. Darunter befinden sich zu den einzelnen Themenbereichen des Fußballs weitere Meldungen und Berichte, die nach Aktualität erneuert werden. Auf der linken Seite liegt wie auf der Homepage eine Navigationsleiste, die zu den einzelnen Themen und Wettbewerben im Fußball führt. Auf der rechten Seite sind Verweise zum Live-Ticker, zu Sponsoren bzw. zum Muttermedium DSF und multimediale Inhalte zu erreichen.

Sport1.de ist ein Paradebeispiel für ein modernes journalistisches Online-Angebot, das nicht nur auf Content setzt, sondern dem Nutzer auch andere Angebote offeriert. Hinsichtlich der Kategorie Community stellt Mumm nämlich fest: „Die Homepage von SPORT1 demgegenüber ist im Bereich sozialer Interaktivität hervorragend und erfüllt alle untersuchten Kriterien.“ (Mumm 2002: 231) Zudem greift sport1.de bei der multimedialen Präsentation von Inhalten auf Material des Muttermediums DSF zurück[60]. Koch hat 2001 festgestellt, dass sich im Gegensatz zu Kicker Online auf Sport1.de keine Links zu externen Angeboten befinden (vgl. Koch 2001: 60). Lediglich Sponsorenbanner oder die Links auf den Internetauftritt des DSF[61] bilden heute die Ausnahme.

Für beide vorgestellten Angebote hat Koch den Nachteil ausgemacht, dass der essentielle Kontakt zu Sportlern und Funktionären kaum noch vorhanden ist. Die Redakteure arbeiten fast ausschließlich nur in den Redaktionsräumen und verarbeiten von dort aus verschiedene Agenturmeldungen, ohne selbst mit Betroffenen zu sprechen oder zu recherchieren. Damit werden wichtige journalistische Arbeitsweisen der Aktualität geopfert, um den wichtigsten Vorteil der Internetkommunikation (vgl. Kap. 3.1) auszunutzen. (Vgl. Koch 2001: 86 f.)

[...]


[1] Gewinn des DFB-Pokals 1995.

[2] Die Sportfive-Fußballstudie wird alle zwei Jahre als Nachfolge der ehemaligen UFA-Fußballstudie herausgegeben und dokumentiert die wirtschaftliche und gesellschaftliche Stellung des Fußballs und seine Präsenz in den Medien.

[3] Neuberger, Christoph/ Tonnenmacher, Jan (1999): Online – Die Zukunft der Zeitung? Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.

[4] Braun, Oliver (1999): Sportjournalistische Berichterstattung im World Wide Web. Angebote, Spezialisierung, Themen.

[5] Beineke, David (1997): Sportberichterstattung im Internet (WWW) und bei Online-Diensten.

[6] Bacher, Joachim (1999): Die Sportberichterstattung im Internet (WWW): Bedürfnisse, Erwartungen und Wünsche.

[7] Becker, Timo/ Böhm, Bastian (2002): Fußball Bundesliga. In: Stumm, Patrick (Hrsg.): Der professionelle Internetauftritt im Sport. Eine Medien- und Marktanalyse der Homepages deutscher Sportunternehmen und Sportvereine in der Saison 2001/02.

[8] http://www.borussia.de

[9] Kirch hatte die Fernsehrechte an der Bundesliga inne und konnte im Zuge der Insolvenz die bei den Bundesligisten eingeplanten Gelder nicht mehr zahlen.

[10] Ausser Gleich haben auch Josef Hackforth (2001: Auf dem Weg in die Sportgesellschaft?) und Wiebke Loosen (2001: „Das wird alles von den Medien hochsterilisiert“. Themenkarrieren und Konjunkturkurven der Sportberichterstattung) gesammelte Kritikpunkte formuliert.

[11] Etwa durch Gewinnspiele in den Pausen der Fußballspiele oder neuerdings auch während der Live-Übertragung des DSF, dynamische Animationen während der Anmoderation von Spielberichten oder auch Moderatorenduos wie Gerhard Delling und Günther Netzer in der ARD, die mit ihren nicht immer sachlichen Dialogen mittlerweile zu den Grimme-Preisträgern gehören.

[12] Die EM.TV AG ist sowohl beim DSF als auch bei Sport1.de Hauptgesellschafter (vgl. Kap. 3.3.2).

[13] Wenn im weiteren Verlauf von klassischen oder traditionellen Medien die Rede ist, so sind die vor dem Internet etablierten Printmedien (Zeitungen und Zeitschriften), Radio und Fernsehen gemeint.

[14] Sämtliche Daten zur Auflage der Fachzeitschriften basieren auf den Angaben der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW), http://www.ivw.de.

[15] Vgl. http://www.sportbild.de/sportbild/impressum/mediadaten.html, 13.7.2005.

[16] Die Druckauflage betrug 376.515 (montags) bzw. 321.251 (donnerstags).

[17] Diese Bezeichnung wird im Untertitel jeder gedruckten Ausgabe verwendet.

[18] Vgl.: http://www.11freunde.de/about, 28.9.2005.

[19] Vgl.: http://www.rund-magazin.de/magazin, 28.9. 2005.

[20] Vgl.: http://www.olympia-verlag.de/rund/media.aspx, 28.9. 2005.

[21] Die Erstverwertungsrechte der Fußballbundesliga lagen seit dem Rechterwerb der Ufa 1988 bis 2003 durchgehend bei Privatsendern. Zunächst bei RTL, später bei Sat.1 (vgl. Loosen 2001: 138).

[22] Bis auf wenige Ausnahme werden Fußballbundesligaspiele live nur im Pay-TV-Sender Premiere gezeigt.

[23] Im WWW können Informationen auf einem Server gespeichert und mit Hilfe eines Browser-Programms von dort abgerufen werden (vgl. Bickel 1998: 213, Lehr 1999: 61).

[24] Sennewald definiert Internet als einen „freie[n] Zusammenschluß weltweiter Computernetzwerke, die einen netzübergreifenden Datenverkehr ermöglichen“ (Sennewald 1998: 11).

[25] Zuvor war das Internet ein im kalten Krieg entwickeltes, zu militärischen Zwecken genutztes Netzwerk (vgl. Bickel 1998: 212, Lehr 1999: 61, Rössler 2003: 506 f., Vesper 1998: 12 f.).

[26] Wenn im Folgenden vom Internet die Rede ist, so ist damit das WWW als Nutzungsgrundlage in medialer Hinsicht gemeint.

[27] Der Verfasser beschränkt sich bei der Darstellung der Einfachheit halber auf die positive Darstellung der vorgestellten Möglichkeiten, um die Chancen herauszuarbeiten, die das Internet der kritisierten Sportberichterstattung bietet. Gleichwohl ist ihm bewusst, dass es gerade auch für den Journalismus negative Ausprägungen, wie z.B. steigende Bedeutungslosigkeit journalistischer Standards, ausbleibende journalistische Eigenleistungen und fehlende Abgrenzung von redaktionellen und werblichen Inhalten haben kann. Dies ist z.B. bei Neuberger (2002b) nachzulesen.

[28] Diese Umfragen werden auf Websites in der Regel Votings genannt.

[29] Vgl. auch Neuberger 1999: 40.

[30] Mit dem Live-Ticker kann über jedes live stattfindende Sportereignis im Internet berichtet werden. Der Nutzer kann nahezu zeitgleich von Redakteuren chronologisch verfasste Berichte in kurzen Sätzen und Statements über ein Ereignis verfolgen. (Vgl. Koch 2001: 76)

[31] Siehe hierzu die Ausführungen zur Multimedialität in diesem Kapitel.

[32] Ein ‚Link’ bezeichnet die Verbindung von einer Internetseite zu einer anderen.

[33] http://www.bundesliga.de

[34] Videostream bezeichnet die Möglichkeit, sich Sequenzen einer Videodatei mit Hilfe eines Programms anzuschauen, das dies über den Browser abspielen kann. Streaming (engl., stream=Strom) bedeutet dabei Datenstrom.

[35] Diese Annahme geht dabei darauf zurück, dass sich Öffentlichkeitstheorien auf Demokratietheorien beziehen und das Existieren einer Demokratie voraussetzen (vgl. Gerhards 1998: 25 f.). In diesem Kontext definiert Gerhards Öffentlichkeit als einen „kommunikative[n] Raum, der öffentliche Veranstaltungen, einfache Interaktionen zwischen Menschen aber auch die Massenmedien umfasst“ (Gerhards 1998: 28).

[36] Z.B. die Nutzer, die ein Forum einer Internetseite nutzen, um sich auszutauschen.

[37] Die Seite war unter http://www.euro2000.org zu erreichen. Der Link führt nun zur Homepage der UEFA, http://www.uefa.com/index.html, 11.10.2005.

[38] Gerhard bezeichnet diese Selektion als „’on demand’ Partizipation [die] bedeutet, daß man sich nach Zeit-Gusto die Nachrichten und Informationen ansehen kann, die man möchte“ (Gerhards 1998: 40).

[39] Die übrigen vier Gruppen werden als junge Flaneure (10 %), routinierte Infonutzer (17 %), E-Consumer (13 %) und junge Hyperaktive (7 %) bezeichnet (vgl. van Eimeren, Gerhard/ Frees 2004: 354).

[40] http://sport.ard.de/sp/fussball/, 21.10.2005.

[41] Vgl.. http://sport.ard.de/sp/fussball/, 27.8.2005.

[42] http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/2/0,1872,1020578,00.html, 22.10.2005.

[43] http://www.sat1.de/sport/, 21.10.2005.

[44] http://sport.rtl.de/sport_home.php, 21.10.2005.

[45] http://www.rtl.de, 21.10.2005.

[46] http://www.faz.net/s/Rub9F27A221597D4C39A82856B0FE79F051/Tpl~Eaktuell~S

ressort.html, 26.8.2005.

[47] http://www.bild.de

[48] http://www.spiegel.de

[49] http://www.kicker.de

[50] Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern, http://www.ivwonline.de.

[51] Die Visits bezeichnen die Anzahl an kompletten Abrufen einer Website. Das Abrufen einzelner Seiten innerhalb einer Website wird als ein Visit gezählt. Bei Page-Impressions wird jeder einzelne Seitenaufruf gezählt.

[52] Z.B. durch die Übernahme des Logos der Printausgabe.

[53] Die Nutzer können sich für ein bestimmten Wert ein imaginäres Team aus Bundesligaspielern zusammenstellen und an jedem Spieltag aufstellen. Entsprechend der real geschossenen Tore und der vergebenden Noten im Kicker kassiert jeder Spieler Punkte bzw. Punktabzüge z.B. für rote Karten oder schlechte Noten. (Vgl. Koch 2001: 85 f.)

[54] S. http://community.kicker.de/community/, 29.9.2005.

[55] http://www.kicker.de/content/vereine/vereinsliste.asp?folder=3400&liga=1, 21.10.2005.

[56] Dort befinden sich Sport- und Postershop, Abonnementvertrieb und Versand von Sonderpublikationen.

[57] Vgl. http://www.sport1.de/coremedia/generator/www.sport1.de/Info/Presse/Unter

nehmen/Main.html, 26.9.2005.

[58] Vgl. http://www.sport1.de/coremedia/generator/www.sport1.de/Info/Presse/Unter

nehmen/Main.html, 16.7.2005.

[59] http://www.sport1.de/coremedia/generator/www.sport1.de/Sportarten/Fussball/Main.

html, 29.9.2005.

[60] Vgl. http://www.sport1.de/coremedia/generator/www.sport1.de/Sportarten/Video/

Main.html, 29.9.2005 und Koch 2001: 72).

[61] http://www.dsf.de

Ende der Leseprobe aus 184 Seiten

Details

Titel
Fußball im Internet - Mehr als "Kicker Online" und "Sport1.de" - Eine explorative Studie über die Nutzung von Fußballwebsites am Beispiel von Borussia Mönchengladbach
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
184
Katalognummer
V51991
ISBN (eBook)
9783638478106
ISBN (Buch)
9783638687959
Dateigröße
1754 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fußball, Internet, Mehr, Kicker, Online, Sport1, Eine, Studie, Nutzung, Fußballwebsites, Beispiel, Borussia, Mönchengladbach
Arbeit zitieren
M.A. phil. Carsten Lappe (Autor), 2005, Fußball im Internet - Mehr als "Kicker Online" und "Sport1.de" - Eine explorative Studie über die Nutzung von Fußballwebsites am Beispiel von Borussia Mönchengladbach, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51991

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Fußball im Internet - Mehr als "Kicker Online" und "Sport1.de" - Eine explorative Studie über die Nutzung von Fußballwebsites am Beispiel von Borussia Mönchengladbach


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden