Markt und gesellschaftliche Kontexte von queer Kinderbüchern


Bachelorarbeit, 2014

39 Seiten, Note: 1,0


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Inhaltsverzeichnis

1 Die Notwendigkeit von queer Kinderbüchern

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Definition von queer und Heteronormativität
2.2 Queer Kinderbücher zwischen Pädagogik und Unterhaltung

3 Queer auf dem Kinderbuchmarkt
3.1 „Komm, ich zeig dir meine Eltern“: Die Regenbogen-Familie
3.2 „König & König“: LGBT-Protagonist_innen im Bilderbuch
3.3 „Du gehörst dazu!“Queer Familienvielfalt im Bilderbuch

4 Charakteristika der queer Buchmarktnische
4.1 „Unsa Haus“: Queerness im nicht-normativen Verlag
4.2 DAS beschreiben? Preisgekrönte Queerness im Aufklärungsbuch
4.3 Selbstverlegen von queer Kinderbüchern
4.4 Verbreitung und Auffindbarkeit von queer Kinderbüchern

5 Infragestellung von Heteronormativität durch queer Bilderbücher

Literaturverzeichnis

Anhang

1 Die Notwendigkeit von queer Kinderbüchern

Was in Kinderbüchern denkbar ist, prägt unsere Vorstellungen von der Welt. Autor Ben Böttger schreibt über sein nicht-normatives Kinderbuch „Unsa Haus“: „[Dieses Buch nimmt] utopisch vorweg, was es anstrebt: die selbstverständliche Wertschätzung unterschiedlicher Lebensentwürfe, Hintergründe und Identitäten.“1

2010 schrieb Böttger mit einer Gruppe von Menschen das nicht-(hetero)normative Kinderbuch „Unsa Haus“, das in Einrichtungen wie KiTas und Schulen sowie in Leseförderprojekten verteilt und sehr positiv angenommen wurde.2 Nach diesem Erfolg wurde der NoNo Verlag gegründet – eine Abkürzung für Non-Normative. Queer Bilderbücher – Bücher, die die Norm und Allgegenwart von Heterosexualität hinterfragen – sind auf dem Kinderbuchmarkt eine Seltenheit. In dieser Arbeit wird untersucht, welche Bücher herausgegeben werden, die die Lebensrealität von nicht-heterosexuellen und trans*3 Personen (abgekürzt als LGBT oder LGBTIQ – Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Intersex & Queer) sichtbar machen und kritisch mit der Einteilung der Menschheit in zwei Geschlechter sowie daraus resultierenden Machtverhältnissen umgehen, und welche Besonderheiten das Verlegen von queer Kinderbüchern sowie die Verfügbarkeit und Auffindbarkeit dieser Titel aufweisen.

Queer ist ein vieldeutiger Begriff, der sowohl die Dekonstruktion von Heteronormativität meinen kann als auch die Personen, die dem LGBTIQ*-Spektrum angehören. Da nicht-normative, queer Bilderbücher eine Neuheit auf dem Buchmarkt darstellen, existiert bislang wenig deutschsprachige Forschungsliteratur hierzu. Im angloamerikanischen Raum ist dieses Forschungsfeld fortgeschrittener, wie der 2011 von Michelle Ann Abate und Kenneth Kidd an der University of Michigan herausgegebene Sammelband „Over the Rainbow. Queer Children’s and Young Adult Literature“ beweist.4 Dieser beinhaltet eine Vielzahl an Beiträgen zum LGBTIQ*-Spektrum im Zusammenhang mit Kinder- und Jugendliteratur. Die Artikel befassen sich vorwiegend mit englischsprachigen Quellen, weshalb sie für eine Arbeit über den deutschsprachigen Buchmarkt nur bedingt hilfreich sind. Eine hohe Relevanz für normkritische Forschung in der Buchwissenschaft besitzen die Aufsätze hingegen durch die beispielhafte Anwendung von Fragestellungen und Methoden der Gender Studies und Queer Studies auf dem Feld der Kinderbuchforschung. Hier ist insbesondere der Ansatz wegleitend, Un_sichtbarkeiten von marginalisierten Identitäten auf dem Kinderbuchmarkt zu untersuchen, wie dies in dem Aufsatz „Reading and Writing ‚Immunity’: Children and the Anti-Body“ von Robert McRuer geschieht. Der Verfasser stellt in Bezug auf Kinderbücher über AIDS fest: „[The] erasure of sexuality in these texts actually means the erasure of homosexuality“.5 Für diese Arbeit wurde darauf basierend nicht nur das Vorhandensein, sondern auch die Unsichtbarkeit von marginalisierten Identitäten in deutschsprachigen Bilderbüchern untersucht. Kritisch wird dabei betrachtet, wie die Darstellung von Sexualität im Zusammenhang mit LGBTIQ*-Identitäten im Kinderbuch aufgenommen und bewertet wird.

In Bezug auf trans* und intersex Kinder stellt Jody Norton in einem weiteren Aufsatz fest: „[It] is manifestly untrue, in life and, as we have seen, in literature and film, that children come in only two genders“.6 Ob Geschlechtsidentitäten abseits der Zweigeschlechtlichkeit auch im deutschsprachigen Bilderbuch repräsentiert werden, soll im Folgenden ebenfalls herausgefunden werden. Auf der Bildebene stellt die Verfasserin fest:

When it comes to the semiotics of gender, there are almost more girls pictured in pants than in skirts. Why not a boy in a dress? [...] And if that fear [of such a depiction] is phobic and discriminatory, ought we to capitulate to it, under the pretense of objectivity?7

Diese Fragen nach der Darstellbarkeit von unüblicher Gender Performance werden in dieser Arbeit unter Betrachtung der Aufgaben und Möglichkeiten von Kinderbuchverlagen untersucht.

Mit dem deutschsprachigen Buchmarkt befasst sich Kathrin Kadasch in ihrer erstmals 2005 veröffentlichten Magisterarbeit „Gleichgeschlechtliche Lebensweisen aufgezeigt am Beispiel von Jugendliteratur“, in welcher sie diskurstheoretisch drei Jugendromane mit lesbischen Protagonistinnen analysiert, also einen Aspekt von dem, was queer beinhalten kann.8 Kadasch kommt zu dem Schluss, dass es „für die Jugendlichen besonders wichtig [ist], [...] Identifikationsangebote zu bekommen. Besonders dann, wenn sie nicht der Norm entsprechen; beispielsweise nicht heterosexuell sind oder nicht die vorgegebene Geschlechterrolle erfüllen. Da die Literatur ein öffentlicher Bereich ist, verfügt sie auch über eine stärkere Autonomie als andere Diskursstränge der Gesellschaft.“9 Auf dieser Grundlage wird in der vorliegenden Arbeit untersucht, ob solche Identifikationsangebote in der Literatur auch schon für Kinder von drei bis zehn Jahren im Bilderbuch vorhanden sind und welche Relevanz sie für diese Altersgruppe besitzen.

Zum aktuellen Diskurs und Information über nicht-normative und queer Kinderbücher tragen maßgeblich zwei Dossiers bei: In Österreich hat sich das Online-Magazin migrazine.at von migrantinnen für alle in Kooperation mit der feministischen Zeitschrift an.schläge ausführlich mit emanzipatorischer Kinder- und Jugendliteratur auseinandergesetzt, welche „unterschiedlichste Lebensentwürfe aufzeigt und nicht-normative Rollenbilder[] vorstellt“.10 Die Beiträge behandeln neben der Auseinandersetzung mit Rassismus in Kinderbüchern unter anderem Gender und sexuelle Orientierung. Im Januar 2014 veröffentlichte die Heinrich Böll Stiftung der Partei Die Grünen das Dossier „’Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt!’ – Vorurteilsbewusste Kinderliteratur jenseits hegemonialer Weltbilder“.11 Unter dem Schwerpunkt „Kinderbücher in intersektionaler Praxis“ wird eine Bücherliste mit Büchern zu „unterschiedlichen Lebensrealitäten für die Altersstufen 2-6 Jahre“ vorgestellt, welche den Ausgangspunkt für das Auffinden der behandelten queer Kinderbücher bildet.12 Darüber hinaus hat der bisher unveröffentlichte Vortrag von Joke Janssen „Und was lesen wir jetzt? Die leidige Suche nach queeren Kinderbüchern“ im Rahmen der AG Queer Studies an der Universität Hamburg eine wichtige Einführung und Denkanstöße zu einzelnen besprochenen Titeln geliefert.13

Für die Forschung zum queer -theoretischen Hintergrund dieser Arbeit ist der Sammelband „Heteronormativität und Homosexualitäten“ von 2008 hervorzuheben, in welchem das Konzept der Heteronormativität, aber auch kritisch die Wirksamkeit von Normalisierungen von Homosexualität beleuchtet werden.14 Für die praktische Situation von Queers in der Gesellschaft wurde die 2014 herausgegebene repräsentative „LGBT-Erhebung in der EU“ hinzugezogen, welche detailliert auf die Diskriminierungserfahrungen von LGBT* Personen in den verschiedenen europäischen Staaten eingeht.15 Ergänzend befasst sich eine Studie der Senatsverwaltung für Forschung, Bildung und Wissenschaft in Zusammenarbeit mit der Humboldt Universität zu Berlin speziell mit dem Umgang mit LGBT*-Themen und -Identitäten von Schüler_innen und Lehrpersonal an Berliner Schulen.16 Diese lieferte wertvolle Informationen zur Thematisierung von LGBT* im Unterricht.

In Deutschland sahen sich 46% der an der von der EU durchgeführten Studie teilnehmenden LGBT*-Personen im vorangegangenen Jahr aufgrund ihrer sexuellen Identität Diskriminierungen ausgesetzt.17 Über die Hälfte der Teilnehmenden gab an, ihre LGBT-Identität während ihrer Schulzeit „ständig“ oder „häufig“ versteckt zu haben18 und mehr als 90% hatten während ihrer Schulzeit abwertende Bemerkungen über LGBT-Personen gehört. Damit wird deutlich, dass diskriminierungsvorbeugende Arbeit schon früh geleistet werden muss. Das Vorhaben des Bundeslandes Baden-Württemberg, im Bildungsplan der Schulen 2015 zu verankern, dass fächerübergreifend über die Gleichwertigkeit aller sexuellen Identitäten aufzuklären sei, stieß auf massive Proteste konservativer Politiker_innen19 und Privatpersonen, die als „Initiative Familienschutz“ auf der sogenannten „Demo für alle“ gegen „Gender-Ideologie“20 demonstrieren.21 Pädagogin Stephanie Gerlach erklärt die negativen Reaktionen folgendermaßen:

Lesben und Schwule stellen ein ganzes System in Frage. Ein System, das auf klaren Vorstellungen davon aufgebaut ist, wie ‚richtige Männer’ und ‚richtige Frauen’ sind [...]. Dies kann Aggressionen bei denjenigen auslösen, die darin einen Angriff auf ihre Vorstellungen von Normalität sehen.22

Im Hinblick auf diese Aggressionen ist es umso wichtiger, dafür zu sensibilisieren, dass alle Menschen gleichwertig und gleichzeitig unterschiedlich sind – in ihrem Auftreten, ihren Vorlieben, ihrem Aussehen und ihren Bedürfnissen. Bilderbücher mit einem queer Geschlechterverständnis können hierzu einen Beitrag leisten.

Um herauszufinden, welche queer Bilderbücher auf dem deutschsprachigen Markt existieren, wurde in Bibliotheken, Buchhandlungen und queer Zentren der Stadt Mainz sowie in den erwähnten Online-Portalen recherchiert.23 Es wurden dabei ca. 30 Titel gefunden, die als queer im Sinne dieser Arbeit eingeordnet werden können. Diese sind zwischen 1993 und 2014 in Deutschland und Österreich erschienen. Zum überwiegenden Teil handelt es sich dabei um deutschsprachige Erstausgaben, während fünf Titel aus dem Englischen, zwei aus dem Schwedischen und einer aus dem Niederländischen übersetzt wurden. Nur etwa jedes fünfte der recherchierten Bücher ist über den stationären Buchhandel lieferbar, da die meisten Titel entweder nicht mehr aufgelegt oder ohne ISBN und ausschließlich über die eigene Website vertrieben werden.

Für die folgende Untersuchung wurde eine Auswahl von acht Titeln genauer untersucht, die einzelne Typen von Bilderbüchern und Verlagen repräsentieren. Es gehören sowohl Bücher aus Traditionsverlagen wie dem 1972 gegründeten Gerstenberg Verlag, dem Sauerländer Verlag und dem mittlerweile zu Carlsen gehörenden Xenos Verlag dazu als auch Titel, die im Nischenverlag erscheinen und hauptsächlich über eine eigene Website vertrieben werden, wie der NoNo Verlag und das Atelier Neundreiviertel.

2 Theoretische Grundlagen

Als theoretisches Fundament dienen dieser Arbeit Aspekte der interdisziplinären Queer- und Gender Studies sowie der grundlegenden Kinderbuchforschung von Hans-Heino Ewers und aktuellen Beiträgen von Nicola Bardola. Es werden zunächst Grundlagen der von Judith Butler geprägten Queer Theory wiedergegeben. Darauffolgend werden für queer Bilderbücher relevante allgemeine Aufgaben und Normen von Kinderbüchern zusammengefasst. Daraus werden Kriterien abgeleitet, die ein queer Bilderbuch ausmachen können.

2.1 Definition von queer und Heteronormativität

[Q]ueeres Denken und Handeln [schafft] einen sozialen Raum für die Wahrnehmung von vielfältigen Formen gelebter Sexualität und Identität. Die Vielfalt von Transgender, Homo-, Trans- und Bisexualitäten ist keine neue Erscheinung. Neben der Heterosexualität sind sie Praxis nicht nur in den gegenwärtigen Gesellschaften. Sie waren es auch in den vergangenen. Damals wie heute verstellt jedoch ein normatives Konzept von Heterosexualität den Blick. Die Auseinandersetzung mit diesem Konzept soll zu einem Wechsel der Perspektive beitragen und helfen, die Vielfalt und die Unordnung der Geschlechter zu sehen und als gelebte Realität anzuerkennen.24

In den Queer Studies wird das Konzept der Heteronormativität um den von der Philosophin und Philologin Judith Butler geprägten Begriff der „heterosexuellen Matrix“ ergänzt.25 Idee der heterosexuellen Matrix ist es, dass mit der als konstruiert angenommenen Zweigeschlechtlichkeit auch der gegenseitige Bezug der beiden Geschlechter aufeinander konstatiert wird, also Heterosexualität als eine natürliche Folge von Zweigeschlechtlichkeit erscheint. Auf dieser Annahme beruhen große Teile der Gesellschaft, wie Fortpflanzung und Familienbildung, Arbeitsteilung und Ökonomie.26 Butlers 1991 in Deutschland erschienenes Buch „Das Unbehagen der Geschlechter“ hat den Diskurs um Geschlecht und Gender (sozial konstruierte Geschlechtsidentität) in Deutschland stark geprägt. Mann oder Frau, Mädchen oder Junge sein – sowohl auf der gesellschaftlichen als auch auf der biologischen Ebene – wird von Butler als Konstrukt verstanden, das durch Diskurse und Handlungen entsteht und reproduziert wird.27

Beim Begriff der Heteronormativität gelten im Sinne der heterosexuellen Matrix die beiden Achsen der Zweigeschlechtlichkeit und der Heterosexualität. Durch das queeren beider Achsen kann Heteronormativität aufgedeckt und infrage gestellt werden, zugunsten der Denkbarkeit von gleichwertigen alternativen Lebensweisen und Identitäten. Dies geschieht in der Praxis, um auf die Existenz und Gleichwertigkeit von LGBT*-Personen und anderen Menschen hinzuweisen, die sich nicht innerhalb der Zweigeschlechtlichkeit (Gender Binary) befinden, z.B. intersex Menschen, die mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen geboren wurden und (gender)queer Personen, die sich weder als Mann noch als Frau verorten und die Sinnhaftigkeit der Unterscheidung von Menschen in Männer und Frauen anzweifeln. Das Queeren kann z.B. durch das Irritieren von Sehgewohnheiten geschehen, durch das Unterlaufen von Erwartungen und durch das Sichtbarmachen von Identitäten, die in der Mehrheitsgesellschaft marginalisiert sind.

In diesem Kontext sei darauf hingewiesen, dass es in der Anwendung von Queer Theory nicht um Normalisierung von bspw. Lesben und Schwulen geht, sondern darum, den Blick kritisch auf die Kategorie Normalität zu richten.28 Geschieht das nämlich nicht, können Machtverhältnisse zwischen der Norm angehörigen und von ihr abweichenden Subjekten nicht infrage gestellt werden, ohne ein Machtgefälle gegenüber anderen nicht normalisierten Personengruppen aufzubauen.29

Hier setzt das Konzept der Intersektionalität an, also der Auseinandersetzung mit Mehrfachdiskriminierungen. Es untersucht, wie verschiedene Kategorien – oft werden, aus dem Englischsprachigen übernommen, race, class und gender untersucht – bei der Benachteiligung von Personen ineinandergreifen. Das Konzept wird bspw. in aktuellen feministischen Kontexten verwendet, um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass nicht alle Frauen* den gleichen Diskriminierungserfahrungen ausgesetzt werden und daraus unterschiedliche politische Handlungsbedürfnisse resultieren.30 Eine queer Kritik an Herrschaftsverhältnissen muss demnach berücksichtigen, dass sich Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung nicht auf alle von Heterosexismus Betroffenen gleich auswirkt. Bspw. gelten weiße 31, heterosexuelle, männliche* Cis32 -Personen in Deutschland als neutrale Norm, während alle anderen, z.B. Schwarze lesbische trans Frauen*, als die Anderen, von der Norm Abweichenden gesehen werden. Die „Zuschreibung von Differenzen“, welche der Stabilisierung der Norm dient, wird als Exotisierung oder Othering bezeichnet.33

Durch Reproduktion, also die ständige Wiederholung und Nachahmung der Normen, wird der Prozess von Normierung und Marginalisierung stetig verstärkt. Dies hat Auswirkungen darauf, welche Personen(gruppen) Privilegien wie eine starke Meinungsmacht, Achtung und Glaubwürdigkeit er- und behalten und welche aufgrund ihrer Identität keine Stimme im öffentlichen Diskurs haben und Diskriminierungen, Abwertungen und Übergriffen ausgesetzt werden.

2.2 Queer Kinderbücher zwischen Pädagogik und Unterhaltung

In dieser Arbeit wird der Begriff Kinderbuch aufgrund der Quellenlage ausschließlich auf Bilderbücher bezogen, welche von Kindern von drei bis zehn Jahren rezipiert werden, entweder in dem sie von den Kindern selbst angeschaut, von erwachsenen Bezugspersonen und Erzieher_innen vorgelesen oder zum ersten Selberlesen benutzt werden.

Um darzulegen, welche Aufgaben ein Kinderbuch erfüllen sollte, wird auf Kinderbuchnormen zurückgegriffen, welche der Kinderbuchforscher Hans-Heino Ewers vorstellt. Für diese Arbeit ist zunächst die Rolle des Kinderbuches „als Medium der Persönlichkeits- bzw. Identitätsbildung“ relevant.34 Hierunter fällt einerseits, dass sich das Kind in seiner eigenen Identität selbst kennen lernen und entfalten kann. Andererseits bedeutet es, dass der Umgang mit der eigenen Umwelt geprägt wird. Eine didaktische Anforderung an Kinderbücher ist es also auch, Kindern bestimmte Eigenschaften und Verhaltensweisen nahezubringen, in diesem Fall den respektvollen Umgang miteinander. Laut Ewers ist die Vermittlung von Werten und Normen im Gegensatz zur Wissensvermittlung, welche mittlerweile den Schulen übertragen wurde, auch heute noch wichtiger Bestandteil des Kinderbuches.35

Ein weiteres didaktisches Ziel von Kinder- und Jugendliteratur (KJL) ist die Leseförderung. Hier besteht eine Herausforderung darin, dass Jungen in der Schule weniger entwickelte Lesekompetenzen besitzen als Mädchen und sich im Gegensatz zum ‚starken Mädchen’ kein neues Rollenbild für Jungen auf dem Buchmarkt etabliert hat.36 Verlage versuchen demnach, mit jungenspezifischen traditionellen Rollenbildern und Stereotypen diese Zielgruppe zu erreichen.37 Somit ist eine weitere wichtige Funktion, sowohl um das Interesse am Buch zu steigern als auch zum Selbstzweck, der Unterhaltungswert eines Kinderbuches für ein breites Publikum und damit sowohl für Jungen* als auch für Mädchen*.38

Kinderbuchforscher Nicola Bardola stellt weitere Kriterien für gute Kinder- und Jugendliteratur auf. Dazu gehört, dass sie unter anderem politisch korrekt sein, also Diskriminierung und Rassismus vermeiden und Selbstvertrauen wecken sollte.39 Bardola ist sich sicher, dass diese Grundlagen „selbstverständlich“ seien und „nur wenige Bücher im deutschsprachigen Raum [erscheinen], die solche Erwartungen nicht erfüllen“.40 In der vorliegenden Analyse wird hingegen berücksichtigt, dass bereits das im vorherigen Kapitel erklärte Reproduzieren von (Hetero-)Normen zu Diskriminierungen und Ausschlüssen führen kann.41 Im Folgenden wird beschrieben, welche Voraussetzungen Bücher im Hinblick auf queer Lebensweisen erfüllen können.

Ein erstes Kriterium für ein queer Kinderbuch ist das Abbilden von Nicht-Heterosexualität, sofern dies nicht durch Othering geschieht, also LGBTIQ*-Charaktere nicht als unnatürlich im Vergleich zur Norm dargestellt werden. So wird die Heteronormativität nicht reproduziert und Alternativen werden sicht- und denkbar. Die zweite Anforderung ist die Berücksichtigung von Intersektionalität im Bilderbuch, indem auch andere Eigenschaften wie Herkunft und Schichtzugehörigkeit als gleichwertig dargestellt werden. Dies gibt dem Kind die Möglichkeit, Menschen respektvoll zu begegnen, ohne sie hierarchisierend auf einzelne Merkmale zu reduzieren und so Machtverhältnisse zu reproduzieren. Letztlich ist es für ein queer Bilderbuch von Bedeutung, dass es nicht eine neue Norm hervorbringt oder gewisse Aspekte als der Norm zugehörig konstituiert, sondern in Bild, Sprache und Inhalt Normativität als Machtverhältnis hinterfragt und dekonstruiert.

Im folgenden Kapitel werden nach einem allgemeinen Überblick über den gegenwärtigen deutschsprachigen Kinderbuchmarkt Bilderbücher und Verlage vorgestellt, die die oben genannten Kriterien berücksichtigt haben. Zunächst wird der weiter gefasste queer Begriff verwendet, indem Bücher mit LGBT*-Charakteren untersucht werden. Im darauffolgenden Teil geht es um Bücher, welche zusätzlich Intersektionalität berücksichtigen. Als letztes werden zwei Titel beleuchtet, in denen entsprechend dem letzten Kriterium Heteronormativität als Machtverhältnis dekonstruiert wird. Auf Grundlage dieser Titel werden Spezifika von queer Kinderbuchverlagen herausgearbeitet.

3 Queer auf dem Kinderbuchmarkt

Der Kinderbuchmarkt ist ein Segment des deutschen Buchmarkts mit einem Marktanteil von 17,4%.42 Der Umsatzanteil des Bilderbuchs in diesem Segment beträgt 18,7%. Die Anzahl der Käufer_innen ist seit 2009 um 1,2 Mio. angestiegen. Dennoch wurden 2013 weniger Kinder- und Jugendbücher verkauft als im Vorjahr.43 Die Konkurrenz der Verlage um die Käuferschaft verschärft sich. Gleichzeitig kaufen die Buchhandlungen sehr geringe Mengen an Novitäten ein und senden Titel, die keine sofortigen Verkaufserfolge zeigen, oft bereits nach einem halben Jahr zurück.44 Laut Carlsen-Verlegerin Renate Herre ist es schwieriger geworden, „Neues und Mutiges“ im Kinderbuch auszuprobieren, da der Buchhandel risikoreiche Novitäten nicht unterstütze.45 Neue Autor_innen aufzubauen sei durch die Beschleunigung des Jugendbuchmarkts ebenso schwierig geworden, sagt die Geschäftsführerin bei Gerstenberg, Daniela Filthaut.46 Weitere Trends auf dem aktuellen Kinder- und Jugendbuchmarkt sind einerseits die verstärkte Konzentration der Verlage, also die Übernahme kleinerer durch größere Verlage und Verlagskonzerne, und andererseits die zunehmende Diversifikation der Verlagsprogramme: Neue Imprints und Label werden gegründet, um einzelne Zielgruppen unter den Kaufenden besser erreichen zu können.47

Da nahezu jedes in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Deutsch veröffentlichte Buch auch in allen drei Ländern verfügbar ist, entsteht ein deutschsprachiger Buchmarkt für über 95 Mio. Menschen in den deutschsprachigen Ländern.48 Die Titel werden exportiert oder über einen anderen Verlag oder bei größeren Verlagen über eine Tochterfirma im anderen Land vertrieben.

Der beliebteste Einkaufsort für Kinder- und Jugendbücher in Deutschland ist die stationäre Buchhandlung. Die Beliebtheit des Internets für den Einkauf von KJL hat seit 2010 von 12% auf 22% zugenommen. Die Beliebtheit des analogen Versandbuchhandels ist entsprechend um 10% zurückgegangen.49 Die tatsächlich am häufigsten genutzten Anbieter sind ebenfalls die stationäre Buchhandlung und das Internet.

Laut Ewers liegt das „höchste Maß an institutioneller Ausdifferenzierung“ des Distributions- und Informationssystems Kinder- und Jugendbuchmarkt auf der „Ebene der Anbieter“, also v.a. der Kinderbuchverlage und Verlage, die als Teilgebiet ein Kinderbuchprogramm anbieten.50 Aus diesem Grund soll zunächst vor allem auf die Verlage eingegangen werden. Da sich die Vertriebswege und die Rezeption je nach Verlagstyp unterscheiden, wird ergänzend auch auf diese Charakteristika eingegangen.

3.1 „Komm, ich zeig dir meine Eltern“: Die Regenbogen-Familie

Da Liebe und Sexualität oft als Erwachsenen vorbehalten gelten, obgleich auch Kinder ihre eigene Sexualität besitzen, taucht Heterosexualität bzw. Homo- oder Bisexualität im Kinderbuch vor allem im Kontext der Familie auf.51 Als Reaktion auf gesellschaftliche Realitäten – wie die vermehrte Familiengründung von lesbischen und schwulen Eltern mit Kindern – haben einige traditionelle Kinderbuchverlage Titel in ihr Programm aufgenommen, die diese Realität abbilden. Diese Bilderbücher sind relativ leicht zu identifizieren, da die sogenannte ‚Regenbogenfamilie’ und das Zusammenleben in dieser im Mittelpunkt stehen. Auf deutsch sind seit 1994 zehn Titel dieser Art erschienen. Von diesen handeln sieben von dem Familienleben mit zwei Müttern und drei von zwei Vätern.

Vier Regenbogen-Bücher erschienen im Selbstverlag und drei im Nischenverlag. Bei diesen dreht sich die Handlung um ein Kind mit lesbischen* Eltern. Die selbstverlegten Bücher werden größtenteils über eigene Websites vertrieben und zeugen von dem Bedürfnis der Verleger_innen, queer Familienformen des eigenen Umfelds darzustellen, welche sie auf dem Buchmarkt bisher nicht (ausreichend) thematisiert sahen. Der Nischenverlag Atelier Neundreiviertel, bestehend aus der Illustratorin Ka Schmitz und der Texterin Cai Schmitz-Weicht, geht sogar so weit, „Bücher nach Maß“ anzubieten. Die Verlegerinnen begründen dies folgendermaßen:

[Wir] sehen in unserer eigenen Familie, wie hilfreich Bilderbücher sind, die zeigen, wie über Dinge gesprochen werden kann. Und wie wichtig es für Kinder ist, ein Buch aus dem Regal ziehen und sagen zu können: ‚Doch, mich gibt es, es gibt sogar ein Buch dazu.’52

Als Themen für das Buch nach Maß werden vor dem Hintergrund der Mehrfachdiskriminierung u.a. auch Schwarzsein und behindert sein als Inhalte vorgeschlagen – mit dem Anspruch, dass die fiktive Familie „einfach dazugehört, statt als Kuriosum ins Zentrum zu rutschen“.53

Umgesetzt haben die Verlegerinnen diesen Anspruch unter anderem in ihrem Bilderbuch „Hallo, wer bist denn du?“, in welchem eine kleine Katze ihre Scheune verlässt, in der sie mit Mama und Mami lebt, um auf Erkundungstour zu gehen. „Eine Geschichte, die lange Spaß macht, sich endlos variieren lässt und die genauso selbstverständlich von Mama und Mami erzählt, wie viele andere Bücher von Mama-Papa-Kind-Familien“54, so die Beschreibung des Verlags. Dies impliziert den Anspruch an das Buch, sowohl zu unterhalten als auch die Existenz von Familien mit gleichgeschlechtlichen Eltern sichtbar zu machen. Das quadratische Büchlein erschien 2012 in einer Erstauflage von 40 Stück und 2013 in einer überarbeiteten Neuauflage.55

In traditionellen Kinderbuchverlagen sind ebenfalls Bücher über Familien mit gleichgeschlechtlichen* Eltern erschienen. Ein repräsentatives Beispiel hierfür ist das 2002 in der Edition Riesenrad erschienene Buch „Komm, ich zeig dir meine Eltern“. Geschrieben von Michael Link und illustriert von Sabine Schön-eich, ist es um ein Vorwort von Links damaligem Partner ergänzt, dem Schlagerstar Patrick Lindner. In diesem bedankt er sich für die „Toleranz und Aufgeschlossenheit“ der Lesenden und betont, dass „Normalität [...] eine Frage des persönlichen Standpunkts [ist]“.56 Aus der Ich-Perspektive erzählt der weiße, russische Junge Daniel, wie er von Lindner und Link adoptiert wurde und jetzt mit ihnen „in einem großen Haus am Waldrand“ lebt.57 In einfachen Sätzen erklärt der Junge auch den Familienwunsch homosexuell zusammenlebender Paare.

Die Edition Riesenrad ist ein Imprint des Xenos Verlags, welcher seit seiner Gründung zu 50% der F.A.Z. gehörte. 1998 als Tochterverlag von Xenos gegründet, wurde es dem Verlag 2001 rechtlich angegliedert. Durch die Verschmelzung sollte der Umsatz gesteigert und dem Kleinverlag der wirtschaftliche Druck genommen werden.58 2002 erfolgte die vollständige Übernahme durch die F.A.Z. Nach dem Verkauf von Xenos an Oetinger 2006 wurde der Verlag 2011 von Carlsen übernommen.59 Die „Traditionsmarke“ Xenos bietet heute „Kinderbücher zu günstigen Preisen“ an.60 „Komm, ich zeig dir meine Eltern“ wird, wie auch andere vergleichbare Titel, aktuell nicht mehr neu aufgelegt und ist nur noch antiquarisch oder in der Bibliothek erhältlich.

3.2 „König & König“: LGBT-Protagonist_innen im Bilderbuch

Einige queer Bilderbücher behandeln LGBT-Themen auch außerhalb der Familie. Es geht dann nicht darum, für kleine Kinder verständlich Familien mit lesbischen* oder schwulen* Eltern sichtbar zu machen, sondern den Protagonist_innen selbst eine LGBT*-Identität zuzugestehen. Ein Beispiel hierfür ist das 2002 bei Gerstenberg erschienene Bilderbuch „König & König“ von Linda de Haan und Stern Nijland, eine Übersetzung aus dem Niederländischen. 2009 erschien eine Neuausgabe, ebenfalls bei Gerstenberg, im Kleinformat. Die Ausgaben im Kleinformat eignen sich als Geschenk und erschließen somit eine weitere Zielgruppe, die der erwachsenen Käufer.

Die Hauptfigur in „König & König“, der weiße männliche Prinz, soll heiraten, doch die ihm von der Königin vorgestellten Prinzessinnen gefallen ihm nicht. Erst als er den Bruder einer der Prinzessinnen trifft, verlieben sich die beiden ineinander und heiraten. Eine „ganz besondere“ und rührende Hochzeit findet statt.61 Auch die anderen Charaktere sind am Ende auf ihre Art zufrieden. Schwulsein wird innerhalb der konventionellen Institutionen des Adels und der Thronfolge verhandelt und ent-problematisiert. So kann das Buch vielfältige Handlungsmöglichkeiten denkbar machen, allerdings nur auf Kosten anderer marginalisierter Identitäten. So sind in „König & König“ alle bedeutenden Charaktere weiß, bis auf die indische Prinzessin mit dem Namen Radschandimaschputtin, die klischeehaft als extrem dünn und mit überlangen Gliedmaßen gezeichnet ist. Der Text unterstreicht dieses Klischee: „Mit den langen Armen kann sie dem Volk bestimmt gut zuwinken“, sagte der Prinz. Hochbeinig verließ [die Prinzessin] [...] das Schloss.“62

Drei der queer Titel mit männlichen Protagonisten aus traditionellen Kinderbuchverlagen wurden in überregionalen Zeitungen rezensiert: „König und König“ wurde in der Süddeutschen Zeitung von Rezensent Cornelius Hafner als „süß“ und dadurch effektiv gegen Homophobie bewertet.63 Im gleichen Jahr erschienen zu „Jo im roten Kleid“ von Autor und Bilderbuchforscher Jens Thiele aus dem Peter Hammer Verlag 2004 zwei Rezensionen, in Die Zeit von Otto Brunken und in der Süddeutschen Zeitung von Michael Schmitt, welche beide die bildliche Gestaltung loben, das Sprachniveau jedoch als zu simpel kritisieren.64 „Warten auf Seemann“ von Ingrid Godon und André Sollie, ebenfalls aus dem Peter Hammer Verlag, erhielt in Die Zeit vom 17.05.2001 eine lobende Rezension von Jens Thiele.65

Transgeschlechtlichkeit wird in dem Buch „Wie Lotta geboren wurde“ aus dem bereits erwähnten Kleinverlag Atelier Neundreiviertel für Menschen ab zwei Jahren thematisiert. Da Lottas Papa Tobias trans ist, hat er eine „gemütliche Babyhöhle“, in der das Kind, das er sich wünscht, heranwachsen kann. Das quadratische Softcover-Buch wird vom Verlag als „tolles Buch für alle, die Geschlecht nicht nur zweidimensional und Familie nicht nur als Mama-Papa-Kind denken wollen“ beworben. Wie der Verlag auf seiner Website angibt, handelt es sich um „eines der ersten – oder das erste? – deutschsprachige Bilderbuch, das Transgeschlechtlichkeit thematisiert“.66

3.3 „Du gehörst dazu!“ Queer Familienvielfalt im Bilderbuch

Im folgenden werden Titel untersucht, die eine Vielfalt unterschiedlicher Familien zum Thema haben. Dabei kann sich das Buch darauf ausrichten, dem normkonformen Kind beizubringen, dass auch von der Norm abweichende Familien gleichwertig sind. Dies ist der Fall in „Alles Familie!“ von Alexandra Maxeiner und Anke Kuhl aus dem Klett Kinderbuch Verlag 2010.

Um queer zu sein, müssten auch andere konstruierte Normen und Machtverhältnisse berücksichtigt und ihre natürliche Berechtigung infrage gestellt werden. Dies scheint bei dem genannten Titel nur begrenzt der Fall zu sein: Hier wird eine natürliche Ausgangssituation beschworen – der deutschstämmige, weiße Junge Ben mit Kleinfamilie bestehend aus Schwester, Mama, Papa und Katze und den in der Nähe als Paar mit Garten lebenden Oma und Opa. Von Ben ausgehend werden diejenigen erklärt, die anders sind: „Nicht alle Familien leben so wie Bens Familie“.67 So wird aus einer hegemonialen Position heraus bestimmt, wer ebenfalls existiert, benennbar und zu tolerieren ist. Es wird nicht infrage gestellt, dass Ben diese Deutungshoheit besitzt. Auf der letzten Seite kann das Kind die eigene Familie malen und Fragen beantworten. Diese lassen eine heteronormative Sicht der Macherinnen durchblicken, wenn sie „Das habe ich von Mama“ und „von Papa“ abfragen, nachdem im Buch erklärt wurde, dass manche Kinder zwei Mamas, zwei Papas oder nur ein Elternteil haben.68

Zu „Alles Familie!“ erschien 2010 eine lobende Rezension von Felicitas von Lovenberg in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.69 Der Titel wurde 2011 mit dem deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. In zwei angefragten Buchhandlungen war „Alles Familie!“ das einzige Buch, welches im LGBT-Kontext vorrätig war und von den Buchhändlerinnen als Buch für Kinder mit gleichgeschlechtlichen Eltern empfohlen wurde. Als größter Vorteil des Buches wurde genannt, dass es alle denkbaren Familienkonstellationen zeigt und betont, dass jede Familie einzigartig ist.

Zwei andere Titel aus traditionellen Kinderbuchverlagen beschäftigen sich ebenfalls mit (Familien-)Vielfalt und reproduzieren dabei weniger eine weiße, zweigeschlechtliche, heterosexuelle Norm: Ebenfalls im Klett Kinderbuchverlag erschien 2014 „So bin ich und wie bist du? Ein Buch über Toleranz“ von Pernilla Stalfelt. Hier wird nicht von einer Norm ausgegangen, sondern davon, dass alle Menschen in den meisten Dingen verschieden sind: „Alle Brillenträger können verschiedene Brillengestelle haben. Man kann verschiedene Instrumente spielen. Wir sprechen verschiedene Sprachen und gestikulieren auf verschiedene Weise“.70 Die vermeintliche Normalität (und Abweichung) wird dadurch dekonstruiert.

Der Klett Kinderbuchverlag existiert seit 2008 als Ableger des Klett Verlags, der ansonsten Schulbücher macht. In der Verlagsdarstellung bescheinigt der Verlag sich selbst im Vergleich zum Schulbuchverlag „eher einen Hang zum Antipädagogischen“.71 Zu den erklärten Normen und Zielen des Verlags mit der Zielgruppe Vor- und Grundschulkinder gehört, dass die Titel auch „unkorrekt und unkonventionell“ sein können und „man sich auch [über sie] aufregen und streiten kann“. Wissen soll nur „über den Königsweg guter Geschichten“ vermittelt werden. Letztlich soll der Unterhaltungswert so groß sein, dass „das Loslesen ganz von selber“ geschieht.72 Entgegen der Normvorgabe von Bardola, Kinderbücher sollten politisch korrekt sein, ist das Unkorrekte hier erwünscht. Dies scheint, wie in „So bin ich und wie bist du?“, dennoch dazu zu führen, dass eine größere Vielfalt an Lebensrealitäten abgebildet wird als in anderen Publikumsverlagen und damit ein größerer Beitrag zu nicht-normativer Sichtbarkeit unterschiedlicher Menschen geleistet wird.

Sauerländer brachte 2010 das aus dem Englischen übersetzte Sachbuch „Du gehörst dazu. Das große Buch der Familien“ von Mary Hoffman und Ros Asquith heraus, welches ebenfalls viele Dimensionen berücksichtigt. Der traditionelle Kinderbuchverlag Sauerländer wurde 1807 in der Schweiz gegründet. 2013 übernahmen ihn die S. Fischer Verlage, wodurch er Teil des Fischer Kinder- und Jugendbuchverlags wurde. Das Programm umfasst „hochwertige Bilderbücher, erzählende Kinder- und Jugendliteratur, Sach- und Familienbücher“.73 Die Autorin Mary Hoffman verfasste bereits 1993 das Kinderbuch „Amazing Grace“, in welchem die Schwarze Hauptperson Grace die Hauptrolle in einer Kindergartenaufführung von Peter Pan übernehmen möchte. In „Du gehörst dazu“ bricht sie wieder auf queer Art mit Sehgewohnheiten und Vorannahmen. Es tauchen viele People of Colour[74] auf, ohne dass ihre ethnische Herkunft in den Mittelpunkt gerückt wird. Wie in „Alles Familie!“ wird am Anfang die Norm-Kleinfamilie mit Papa, Mama, Junge, Mädchen, Hund, Katze und Haus mit Garten vorgestellt. Allerdings wird die Normalität dieser Familienkonstellation gleich in den ersten Sätzen infrage gestellt: „Vor langer, langer Zeit sahen die meisten Familien in Büchern so aus. Aber im echten Leben kommen Familien in allen möglichen Formen und Größen vor.“75 Hier verbirgt sich ein kritischer Hinweis darauf, dass in vielen Bilderbüchern unbegründet die Normalität der klassischen weißen Kleinfamilie mit heterosexuellen Eltern und eindeutigen Geschlechterrollen angepassten Kindern reproduziert wird. In „Du gehörst dazu“ sind sowohl homosexuelle Elternpaare als auch Jungen* im Kleid sichtbare Bestandteile der Realität. 2011 erhielt „Du gehörst dazu“ den Information Book Award der britischen School Library Association.

Außer bei Klett und Sauerländer erschienen zwei Bücher über vielfältige Familienformen von Dirk Zehender im Eigenverlag MARDI. „So lebe ich... und wie lebst Du?“ von 2008 und „Inga und der verschwundene Wurm“ von 2011 stellen unterschiedliche von der Heteronorm abweichende Familien dar. „So lebe ich... und wie lebst du?“ wurde von traditionellen Verlagen abgelehnt, da die Zielgruppe zu klein und das Projekt dadurch unwirtschaftlich sei.76 Bücher wie dieses sind jedoch nicht nur für ein Nischenpublikum gedacht, sondern können auch einen respektvollen Umgang mit Geschlechter- und Begehrensvielfalt unter Kindern fördern, die mit heterosexuell lebenden Eltern aufwachsen.77

4 Charakteristika der queer Buchmarktnische

Die bisherigen Ausführungen haben gezeigt, dass die Heteronormativität in der Gesellschaft und auf dem Buchmarkt durch queer Theorie und Praxis infrage gestellt werden kann. Sowohl einige traditionelle als auch mehrere Nischenverlage und Self Publisher haben sich LGBT-Themen und vielfältigen Familienformen angenommen. Im Folgenden soll auf zwei seit 2010 erschienene Titel eingegangen werden, die darüber hinaus gezielt Machtverhältnisse und Normen von Geschlechts- und sexuellen Identitäten auf queer Art angreifen und dabei die Intersektionalität von Unterdrückungsverhältnissen berücksichtigen. Anhand der Beispiele „Unsa Haus“ aus dem NoNo Verlag und „DAS machen?“ aus dem D.E.A. Verlag wird exemplarisch die Entstehung und Rezeption von queer Kinderbüchern beleuchtet.

4.1 „Unsa Haus“: Queerness im nicht-normativen Verlag

Das nicht-normative Kinderbuch „Unsa Haus“ handelt von fünf befreundeten Kindern in einer Großstadt. Nach der Vorstellung der Kinder wird in Wort und Bild erzählt, wie sie ein leerstehendes Haus entdecken und planen, wie sie es gemeinsam gestalten könnten. In den darauffolgenden Kapiteln wird der Fokus jeweils auf eine_n der Protagonist_innen gelegt. Das besondere an „Unsa Haus“ ist, dass laufend mit Sehgewohnheiten gebrochen wird und ansonsten marginalisierte Identitäten wie Schwarze, homosexuelle und_oder behinderte Menschen als Protagonist_innen auftreten, ohne dass sie als Andere oder Abweichende problematisiert oder exotisiert werden. Dadurch werden beim Lesen und Betrachten eigene Vorurteile und Vorannahmen auf den Prüfstand gestellt.

Beispielsweise werden Erwartungshaltungen in Bezug auf Geschlecht unterlaufen, wenn Alex, eine der Hauptpersonen mit kurzen Haaren, von einem LKW träumt, und erst im folgenden Absatz durch die Selbstbezeichnung „LKW-Fahrerin“ deutlich wird, dass Alex ein Mädchen* ist.78 Die Bedeutung von Zweigeschlechtlichkeit wird so infrage gestellt, da Alex’ Geschlechtsidentität nur als nebensächliche Eigenschaft auftaucht. Eine weitere queer Strategie des Buches ist es, bei der Benennung der Clique abwechselnd von „Freundinnen“ und „Freunden“ zu sprechen. Hierdurch wird die Beteiligung der Sprache an Konstruktion und Dekonstruktion von Zweigeschlechtlichkeit sichtbar gemacht.

Das Buch entstand im Rahmen des Anti-Discrimination Future Projects. Erst nachdem das Buchprojekt fertiggestellt war, gründeten Ben Böttger und Ina Schneider, die an der Herstellung von „Unsa Haus“ beteiligt waren, den NoNo Verlag. Weitere queer Buchprojekte sollten realisiert werden, unter anderem, da viele Verlage mit LGBT-Programm keine Kinderbücher anbieten.79 Da beide die Verlagsarbeit als Laien angingen, wurden zunächst finanzielle und arbeitsintensive Hürden unterschätzt, was dazu führte, dass beide zusätzliche Erwerbstätigkeiten aufnehmen und Schneider aus zeitlichen Gründen aus dem Verlagsgeschäft aussteigen musste.80

Die Produktion von queer Bilderbüchern kann hier, wie in ähnlichen Kleinverlagen81, nicht Haupteinkommensquelle sein. Im Gegenteil ist es schwierig, die Bücher überhaupt zu finanzieren und die Kosten durch den Verkauf zu refinanzieren, wenn die Zeit und das Wissen für aufwendige Marketingaktionen fehlen. Von den existierenden Projekten erfahren laut Böttger vermutlich „eher Leute, die sich für Gender/Queer-Themen oder für nicht-rassistische Kinderbücher oder Kinderbücher mit nicht-normativen Familienmodellen interessieren“.82 Das Interesse an neuen queer Buchprojekten sowohl für Kinder als auch für Erwachsene ist zwar vorhanden, wie die „enorm positive Resonanz“ auf „Unsa Haus“ in Kindertagesstätten und Leseförderprojekten zeigt83 und es mangelt nicht an Ideen, aber es fehlen oft die Kapazitäten, um diese umzusetzen.

„Unsa Haus“ entstand zunächst als Heft, in der aktuellen Ausgabe ist daraus ein Hardcover in einem größeren Format geworden. Das Buch ist nun in der dritten Auflage. Auch inhaltlich gab es Veränderungen. So tauchte in der Erstausgabe eine grüne Weltraumfigur auf, woran kritisiert wurde, dass das reale Konstrukt Hautfarbe hier nicht mehr ernstgenommen wurde.84 In der aktuellen Ausgabe wurde die Kritik reflektiert und umgesetzt, sodass die Geschichte nun ohne fiktives Element auskommt.

Rezensionen und Empfehlungen zu „Unsa Haus“ stammen hauptsächlich aus Milieus, die sich bereits mit (Mehrfach-)Diskriminierungen auseinandersetzen, wie feministische und antirassistische Magazine und Organisationen (Mädchenmannschaft.net, Magazin an.schläge, migrazine.at, inklusive menschenrechte) und in linken überregionalen Zeitungen wie der taz und dem Freitag.85 Erhältlich ist das Buch über die Verlagshomepage. Über amazon.de ist es nicht verfügbar. Da die Bücher des NoNo Verlags eine ISBN besitzen, können sie auch in der stationären Buchhandlung bestellt werden. Allerdings werden die Titel auch dann von der Buchhandlung direkt beim Verlag und nicht über ein Barsortiment angefordert.

4.2 DAS beschreiben? Preisgekrönte Queerness im Aufklärungsbuch

Das 2012 im österreichischen D.E.A. Verlag erschienene Bilderbuch „DAS machen? Projektwoche Sexualerziehung in der Klasse 4c“ ist die vierte Gemeinschaftsarbeit der Wiener Autorin Lilly Axster und der Winterthurer Illustratorin Christine Aebi und hat wie seine drei Vorgänger den österreichischen Kinder- und Jugendliteraturpreis gewonnen.86 Der Verlag gibt als seinen Programmschwerpunkt „Exquisite Kunstbücher und künstlerisch gestaltete Kinderbücher“ an.87 Verlegerin Edith Almhofer beschreibt den Anspruch des Verlags folgendermaßen: „Besonders wichtig ist uns, Nischenprodukten ein Podium zu geben und so qualitativ erstklassige aber schwer verkäufliche, weil unbequeme Produktionen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.”88

In „DAS machen?“ wird aus der Ich-Perspektive, wie der vollständige Titel sagt, eine Grundschul-Projektwoche über Sexualität erzählt. Die Lesenden folgen der erzählenden Schülerin in ihrem Schulalltag und erfahren, welche Aufgaben die Kinder bekommen, wie sie damit umgehen, welche Fragen von Lehrerin und Kindern gestellt und welche Themen besprochen werden. Die Vieldeutigkeit von Identitäten und Definitionen im Bereich Sexualität wird am Anfang und am Ende der Erzählung eingerahmt: „Das meiste vom Projekt wusste ich schon. Fast alles. Also fast. Nicht ganz. Das meiste. Vieles.“89 Dabei werden in Bild und Text vor allem Fragen aufgeworfen – für die Beantwortung bleibt ein großer Interpretationsspielraum. Bei Interesse können dennoch einige Antworten auf der Website des Buches www.dasmachen.net nachgelesen werden. Hier wird zudem eine Fülle an ergänzendem Material, Spielen, Informationen, Bildern und Texten für Erwachsene und Kinder angeboten.

Homosexualität und Heterosexualität werden nicht direkt angesprochen. Sie sind über Abbildungen präsent, entziehen sich aber eindeutigen Festlegungen, was einer queer Lesart entgegenkommt. Joke Janssen schreibt über diesen „queeren Gestaltungsraum“:90 „In ‚DAS machen?’ werden keine Praktiken erklärt und keine normativen Vorstellungen erzählt, nichts kommt hier auf den Punkt, sondern es bleibt eine Annäherung, ein Umkreisen des Themas, ohne festzuschreiben.“91

Aebi beschreibt die Entstehung des Buchprojekts als „spannende Herausforderung, in all diesen (von vermeintlich eindeutigen Geschlechtszuschreibungen und heteronormativem Blickwinkel u.a.) besetzten Darstellungstraditionen [der Sexualerziehung] einen Weg zu suchen.“92

Auf einer Meta-Ebene wird ein offener Umgang mit sexuellen Identitäten im Kinderbuch gezeigt, indem ein Informationsangebot darüber geschaffen wird, ohne zu belehren:

In unserer Leseecke standen lauter neue Bücher im Regal: ‚Schwitz, pubertieren ist kein Witz!’, ‚Zwei verknallte Königinnen’ [...] ... Plötzlich waren Kinder stundenlang in Bücher vertieft, die sich sonst nicht fürs Lesen interessieren.93

An anderer Stelle zeichnet die Hauptperson mit ihren Freundinnen einen geheimen Comic, in welchem sie sich in Spielen nah kommen. „DAS machen?“ füllt damit eine Lücke auf dem Buchmarkt, denn „Nähe unter Kindern kommt ganz wenig vor, und schon gar nicht unter Mädchen oder unter Buben“, so die Autorin.94

Allerdings findet in der fiktiven Schule die Thematisierung von vielfältigen Identitäten anscheinend ausschließlich im Sexualkunde-Unterricht statt, was zu einer negativeren Rezeption dieser Themen führen kann. Eine aktuelle Studie zur Thematisierung von LGBT schlägt einen anderen Umgang vor:

Wahrscheinlich ist eine Abschwächung der Assoziation von LSBT mit dem Thema Sexualität und eine Verstärkung der Assoziation mit Themen wie Liebe, Partnerschaft, Familie und soziale Vielfalt geeigneter, um die Akzeptanz für LSBT zu steigern.95

Beim Thema Zweigeschlechtlichkeit gelingt dies, da den Kindern der Klasse keine geschlechtsspezifischen Namen gegeben wurden und Annahmen über ihre geschlechtliche Identität auf der Bildebene immer wieder unterlaufen werden. Intersexualität und tatsächliche körperliche Vielfalt jenseits von zweigeschlechtlichen Normen kommen an mehreren Stellen vor. Ein Hinterfragen von Normen geschieht auch in Bezug auf Rassifizierung – die Kinder hinterfragen „das Konzept von Hautfarbe – ‚Aber wessen?’ – so lange [...], dass die Lehrerin Stress mit dem Erklären bekommt.“96

Zu „DAS machen?“ ist eine Vielzahl an lobenden Rezensionen erschienen, darunter in Zeitungen wie der Neuen Zürcher Zeitung, der Winterthurer Zeitung oder dem St. Galler Tagblatt, in Eltern- und Lesemagazinen, aber auch queer -feministischen Magazinen und Online-Portalen.97 Erhältlich ist der Titel in Deutschland als Bestellung in der stationären Buchhandlung direkt beim Verlag sowie über den Fachhandel Donna Vita. Für das Erscheinungsland Österreich sind auf der Buchwebsite drei Buchhandlungen bzw. Cafés in Wien aufgelistet, welche das Buch vorrätig haben.98

Mit der breiten Rezeption und Anerkennung ist „DAS machen?“ eine Ausnahme im Bereich der queer Bilderbücher. Die Veröffentlichung in einem Verlag, der ‚erstklassige’ aber ‚schwer verkäufliche’ Titel im Programm hat, spricht für die in Kapitel 3 zitierte Annahme von Daniela Filthaut, dass sich viele größere Verlage aus Gründen der Unwirtschaftlichkeit nicht an queer Publikationen herantrauen, auch wenn diese eine hohe Qualität und Relevanz aufweisen.

4.3 Selbstverlegen von queer Kinderbüchern

Aebi und Axster sind die Ausnahme, wenn es darum geht, einen Verlag zu finden, der die eigenen queer -feministischen Bilderbücher publiziert. Viele dieser Bücher erscheinen im Selbstverlag oder im kleinen, eigens dafür gegründeten Miniverlag. Diese Möglichkeit des Publizierens ist unter anderem durch das Internet sehr viel leichter geworden, da die Titel hierüber von interessierten Käufer_innen gefunden und gekauft werden können. Gabriele Wenke schrieb noch im Jahr 2000:

Angenommen, alle sind sich einig, da hat jemand ein gutes Buch geschrieben und jemand anderes wunderschöne Illustrationen dazu gemacht; selbst Pädagogen finden, das ist das richtige Buch für das Kind, dann kann es doch noch geschehen, dass [...] viele Verleger sagen: Dieses Buch produziere ich nicht; [...] das verkauft sich nicht. Dann wird es dieses Buch nicht geben [...].99

Für diejenigen, die queer Bilderbücher herausgeben, ist dies nicht der Fall. Findet sich kein Verlag, wird das Projekt selbst gestemmt – von den untersuchten Titeln ist nur die Hälfte in traditionellen Verlagen erschienen. Durch die „Demokratisierung der Produktionsmittel“100 kann ein Buchprojekt, das von traditionellen Kinderbuchverlagen als „zu queer“101 abgelehnt wird, auch ohne diese verlegt und vertrieben werden.

Nischenprodukte machen in Online-Shops wie amazon.de einen beachtlichen Anteil des Umsatzes aus.102 Allerdings werden queer Bücher für Kinder bisher immer als Printprodukte angeboten, sodass die Vorteile des digitalen Self Publishings wie die Nutzung von Publikationsprogrammen, beispielsweise Amazons „Kindle Direct Publishing“, nicht in Anspruch genommen werden können. Auch der Vertrieb läuft häufig nicht über große Onlinehändler, sondern vorrangig über die eigene Website.103 Soll ein im Kleinverlag erschienenes queer Bilderbuch mit einer ISBN in der Buchhandlung bestellt werden, ist es in allen untersuchten Fällen nicht über Nacht bei einem Barsortiment, sondern nur direkt beim Verlag bestellbar. Größter Nachteil des Kleinverlags im Gegensatz zum traditionellen Verlag ist somit die Verbreitung der eigenen Bücher. Wie können sie ohne Präsenz in der Buchhandlung und bei amazon.de gefunden und gekauft werden?

4.4 Verbreitung und Auffindbarkeit von queer Kinderbüchern

Die Bücherei kann eine erste Anlaufstelle auf der Suche nach Büchern abseits der Heteronorm aus traditionellen Kinderbuchverlagen sein. Hier liegt der Vorteil darin, dass auch ältere Titel verfügbar sein können, die nicht mehr neu aufgelegt werden und daher nicht in der Buchhandlung bestellt werden können. Eigene Recherchen in Buchhandlungen und der öffentlichen Bücherei der Stadt Mainz ergaben hilfsbereite Beratungen durch die anwesenden Bibliothekarinnen und Buchhändlerinnen. Die befragten Buchhandlungen konnten jedoch nur einen vorrätigen Titel anbieten, „Alles Familie!“, während der Büchereibesuch in fünf verfügbaren Titeln mit schwulen Charakteren und dem Familienvielfalts-Buch „Du gehörst dazu“ resultierte. In größeren Städten können auch queer Kulturzentren und Beratungsstellen weiterhelfen.

Eine Möglichkeit, auch Bücher zu finden, die im Nischen- und Eigenverlag erschienen sind, bietet die Recherche über das Internet. Die ausführlichsten Auseinandersetzungen mit alternativen und queer Kinderbüchern, auch auf akademischem Niveau, finden sich in der eingangs vorgestellten Schwerpunktausgabe „Ülkü, Lilli, Cosinus“ des Online-Magazins migrazine.at und dem feministischen Magazin an.schläge. Weitere Artikel werden in dem ebenfalls bereits angesprochenen Online-Dossier „’Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt!’ – Vorurteilsbewusste Kinderliteratur jenseits hegemonialer Weltbilder“ angeboten. In der Ausgabe „Alternative Kinderbücher“ des Online-Magazins kritisch-lesen.de vom Januar 2013 werden fünf queer Kinderbücher ausführlich besprochen.104 Eine weitere Quelle, in der ein kritischer Blick auf Geschlechternormen in Kinderbüchern herrscht, ist die Website Buuu.ch. Das Konzept des privat betriebenen Blogs lautet „Nette Kinderbücher empfehlen, bei mittelnetten Kritik aufzeigen“.105

Was das Thema Regenbogenfamilien betrifft, gibt es einige Lesetipps von LGBT-Organisationen und Magazinen: L-MAG, Das Magazin für Lesben, bietet online einen Artikel über Kinderbücher an, in denen lesbische und schwule Eltern vorkommen. Auf der Seite von HOSI, der Homosexuellen Initiative Wien, werden ebenfalls Kinderbücher aus dem LGBT-Spektrum besprochen.106 Der LSVD (Lesben- und Schwulenverband in Deutschland) hat ebenfalls Empfehlungen zusammengestellt, darunter 13 Bilderbücher, wobei er ergänzend auf englischsprachige Titel zurückgreift, um die Auswahl zu erweitern. Wenn die Eltern Englisch sprechen, können sie u.U. beim Vorlesen den Text übersetzen.107 Zudem bietet der LSVD Unterrichtsmaterial zum Umgang mit unterschiedlichen sexuellen Identitäten an.108 Zwölf Titel werden auch auf der Seite des Projektes Regenbogenfamilien NRW kurz besprochen.109

In KiTas und anderen Einrichtungen für Kinder ist es vorteilhaft für die Verfügbarkeit von nicht-normativen Büchern und Titeln mit queer Inhalten, wenn schon Kooperationen und Schulungen zum Thema stattfanden, wie sie in Berlin im Rahmen des Projektes Gemeinsam für Akzeptanz – Mariannenplatz gegen Lesben-, Schwulen- und Trans-Feindlichkeit des Vereins GLADT (Gays & Lesbians aus der Türkei) durchgeführt wurden.110 Nach einer Bedarfsanalyse wurde dort eine Liste mit empfohlenen Titeln zu unterschiedlichen Lebensrealitäten zusammengestellt, woraufhin auch die umliegenden Buchhandlungen gebeten wurden, die ansässigen KiTas zu beliefern.111 An anderen Orten kann es nötig oder hilfreich sein, selbst neue Titel für die KiTa vorzuschlagen. Hier sind Eltern auf die Kooperation und das Verständnis der KiTa-Leitung angewiesen.

Erschwert wird das Vorhaben durch die geringe Zahl an queer Titeln. Je allgemeiner das Buch gehalten ist, wie z.B. „Alles Familie!“, desto größer ist vermutlich die Chance, damit auf positive Rückmeldungen zu stoßen und gleichzeitig einer Vielzahl von Kindern Identifikationsfiguren zu bieten. Hier muss bedacht werden, dass die Vielfalt an Lebensentwürfen, Herkunft und Identität in einer Großstadt größer ist als in kleineren Städten oder auf dem Land. Auch dies kann eine Herausforderung darstellen, wenn es darum geht, für konstruierte Normen zu sensibilisieren.

5 Infragestellung von Heteronormativität durch queer Bilderbücher

In dieser Arbeit wurde untersucht, in welchen Verlagen und auf welchen Wegen queer Kinderbücher auf dem deutschsprachigen Kinderbuchmarkt erscheinen. Dazu wurde zunächst definiert, dass ein queer Kinderbuch Heteronormativität infrage stellt und aufbricht und dabei einem intersektionalen Anspruch genügen muss, um tatsächlich Machtstrukturen zu hinterfragen und nicht eine neue Norm zu kreieren. In diesem Punkt wurde festgestellt, dass einige der Bücher, die von Familien mit homosexuell lebenden Eltern handeln, andere Normen und Ausschlüsse reproduzieren. Dadurch werden Unterdrückungsverhältnisse nicht beeinträchtigt, sondern auf Personen verschoben, die aus dem neuen Rahmen herausfallen. Gleichzeitig haben diese Titel dazu beigetragen, die Lebenssituation von Kindern in ‚Regenbogenfamilien’ darzustellen und diesen Kindern Identifikationsfiguren zu bieten sowie in heterosexuellen Familien aufwachsenden Kindern beizubringen, dass Homosexualität der Heterosexualität sehr ähnlich sein kann. In dieser Hinsicht kann die Normalisierung als Erfolg gewertet werden.

Chronologisch gesehen, wurden die meisten dieser Titel zwischen 1994 und 2006 verlegt. Zwischen 2008 und 2014 wurde ebendiese Einseitigkeit der Normalisierung von Familien mit homosexuell lebenden Eltern teilweise aufgehoben. Es sind mehrere ‚Vielfaltsbücher’ entstanden, welche mehr davon ausgehen, dass es viele Unterschiede aller Familien gibt, auch unter weißen, deutschstämmigen Familien, wie das laut- und leise sein oder Vorlieben beim Essen, aber auch bezüglich Schichtzugehörigkeit und finanzielle Situation. In diesen Büchern geschieht so auch im Traditionsverlag eine Abmilderung von Normen dadurch, dass versucht wird, gesellschaftliche Lebensrealitäten abzubilden, ohne sie stark zu hierarchisieren oder zu bewerten.

Dabei treten Unterschiede im Grad der (Nicht-)Normativität dieser Bücher auf. So gehen einige von einer Art ursprünglich normaler Familie aus, von der andere Familien abweichen, wobei diese Positionierung im Fall von „Du gehörst dazu“ im Gegensatz zu „Alles Familie!“ reflektiert wird. Bücher dieser Art erscheinen sowohl im etablierten Kinderbuchverlag als auch im Selbstverlag. Dabei ist bemerkenswert, dass dies zeitgleich oder im Abstand von wenigen Jahren geschieht, wobei im Selbstverlag der Fokus ein wenig stärker auf der queer Familie liegt als in den in etablierten Verlagen erschienen Titeln, in welchen homosexuelle Liebe nur als eines von vielen Charakteristika von Familien auftaucht.

Seit 2010 sind in kleinen Verlagen Bilderbücher erschienen, die gezielt die Dekonstruktion von Normen zum Ziel haben. (Hetero-)Normativität als Machtverhältnis wird durch Bild, Sprache und Inhalt hinterfragt, weshalb diese Bücher queer im engeren Sinne der in dieser Arbeit verwendeten Definition sind. Sie queeren Sehgewohnheiten unter anderem durch den selbstverständlichen Umgang mit sonst marginalisierten Eigenschaften und Identitäten, durch die uneindeutige Darstellung von Geschlecht in Bild und Sprache und in „DAS machen?“ auch konkreter durch das Ansprechen von Intersexualität. Dieses Ver queeren von Geschlechtsidentität bis zur biologischen Ebene stellt einen neuen Schritt im emanzipatorischen und feministischen Umgang mit Geschlecht nach Judith Butler dar.

Self Publishing dient in der queer Nische vor allem dazu, Bücher abseits der Norm herauszugeben; es geht nicht darum, den eigenen literarischen Text herauszubringen, sondern ein auf dem Buchmarkt fehlendes Programm zu ergänzen. Was der Mainstream-Markt aus wirtschaftlichen Gründen nicht kann oder nicht bedenkt, versucht die queer Nische selbst zu machen. Sie fungiert mit ihren alternativen Titeln so auch als Korrektiv für den Buchmarkt. Das aus dem Englischen übersetzte Bilderbuch „Du gehörst dazu! Das große Buch der Familien“ aus dem Sauerländer Verlag ist hingegen ein Beispiel dafür, dass ein traditioneller Kinderbuchverlag vielfältige Darstellungen von Liebe, Familie und Gender Performance im Bilderbuch abbilden und damit erfolgreich sein kann.

Wie eingangs festgestellt wurde, stehen jedoch nicht alle Menschen neuen Entwicklungen hin zu einer queer Weltsicht im Bilderbuch positiv gegenüber. Für die Verfechter_innen eines Schutzes deutscher Kinder vor „Gender-Ideologie und Sexualisierung“ könnten queer Aufklärungsbücher wie „DAS machen?“ als Bedrohung wahrgenommen werden. Hier werden keine einfachen Antworten gegeben, die das Thema Sexualität auf einer Familien- und Fortpflanzungsebene belassen, sondern auch die eigenen Gefühle der Kinder werden einbezogen. Zudem wird vieles offen gelassen, womit die Neugier des lesenden oder blätternden Kindes akzeptiert und enttabuisiert wird. Die umfassende positive Resonanz auf „DAS machen?“ zeigt jedoch, dass ein offener Umgang mit sexueller Vielfalt auch in der Mehrheitsgesellschaft angekommen und als wichtig erachtet wird.

Die Anzahl der im Nischen- und im Traditionsverlag erschienen queer Bilderbücher hält sich die Waage. Thematische Unterschiede zeigen sich darin, dass es in Traditionsverlagen mehrere Titel mit schwulen Protagonisten außerhalb der Vaterrolle gibt und die Behandlung von Trans*-Identität ausschließlich in den Nischenverlagen erfolgt. Auffällig ist zudem, dass alle Geschichten über einzelne Regenbogenfamilien mit lesbischen Müttern im Nischenverlag erschienen und im Traditionsverlag nur schwule Väter und schwule Liebespaare auftauchen. Lesbische Liebespaare als Protagonistinnen abseits der Mutterrolle kommen in deutschsprachigen Bilderbüchern somit kaum vor. Eine mögliche Erklärung ist die Mehrfachdiskriminierung und damit geringere Repräsentation von Personen, die sowohl weiblich* als auch homo- oder bisexuell sind. Eine weitere, damit zusammenhängende Erklärung, die jedoch im Rahmen dieser Arbeit nicht ausgeführt werden kann, ist die Negierung authentischer weiblicher Homo- und Bisexualität, die sich historisch gesehen in Deutschland unter anderem in der Straffreiheit sexueller Handlungen unter Frauen* im Gegensatz zu sexuellen Handlungen unter Männern* widergespiegelt hat.112 Dieses (Miss)Verständnis kann dazu führen, dass Texte über die Liebe zwischen Mädchen und Frauen oft als Freundschaft statt als romantische oder sexuelle Liebe gelesen werden. Auch die Abwesenheit des Begriffs der Bisexualität im Diskurs über queer KJL ist bemerkenswert, da viele Figuren bisexuelle Neigungen und Verhaltensweisen zeigen, dies jedoch immer als Homosexualität bzw. schwul oder lesbisch sein betitelt wird. An dieser Stelle kann nur vermutet werden, dass das Aufbrechen von Kategorien durch die Annahme, dass viele Menschen bisexuell, also weder ausschließlich heterosexuell noch homosexuell begehren, Normalisierungsbestrebungen von hetero- und homosexueller Seite unterlaufen würde und damit ein bisher unterschätztes queer Potenzial birgt.

Neben der Funktion der Identitätsbildung und Repräsentation spielt auch die inhaltliche Qualität und damit der Unterhaltungsfaktor eine Rolle. So stellen einige Bilderbücher lediglich eine Situation dar, beispielsweise die Beschreibung ihrer Familie, ohne eine weitergehende Handlung zu besitzen. Je nach Alter der Zielgruppe ist natürlich eine sehr einfache Handlung im Bilderbuch gefragt, welche für die Kinder leicht nachvollziehbar ist. Dennoch bleibt durch den Fokus auf die abweichende Familiensituation eine Sonderstellung der Homosexualität erhalten. Dies hat vermutlich den Grund, dass das Thema erst einmal Eingang in die KJL finden musste. Erst wenn homosexuelle Protagonist_innen neben heterosexuellen Protagonist_innen vorhanden und sichtbar und somit denkbar sind, können sie auch in folgenden Bilderbüchern als selbstverständlich handelnde Subjekte auftreten, ohne dass sich die Kaufenden und Lesenden einzig auf ihre Darstellung konzentrieren. Das gleiche gilt für andere von der Heteronorm abweichende Eigenschaften und Identitäten. Dieses Freischreiben kann mit Virginia Woolf erklärt werden: Erst unter den richtigen Bedingungen steht das Frausein – in diesem Falle, das queer verlegen – nicht mehr dem eigentlichen Schaffen im Weg.113

Weiter untersucht werden könnten die Schnittstellen von geschlechtsspezifischer Lesekompetenz und -förderung, queer (-feministischer) Pädagogik und queer Aspekten im Kinderbuch. Interessant wäre auch eine Vergleichsstudie nach einem längeren Zeitraum und einem eventuell vergrößerten Angebot an queer Kinderbüchern: denn der Einzug von queer und nicht-normativen Darstellungen in das Kinderbuch und die Entwicklung der letzten Jahre hin zu mehr Queerness lässt vermuten, dass in Zukunft weitere queer Titel erscheinen und zur Respektierung unterschiedlicher Lebensrealitäten beitragen.

Literaturverzeichnis

Quellen

Verwendete Bilderbücher

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de Haan, Linda / Nijland, Stern: König & König. Hildesheim: Gerstenberg Verlag 2001.

Hoffman, Mary / Asquith, Ros: Du gehörst dazu. Das große Buch der Familien. Mannheim: Sauerländer Verlag 2010.

Link, Michael / Schöneich, Sabine: Komm, ich zeig dir meine Eltern. Hamburg: Edition Riesenrad 2002.

Maxeiner, Alexandra / Kuhl, Anke: Alles Familie! Vom Kind der neuen Freundin vom Bruder von Papas frührer Frau und anderen Verwandten. 3. Aufl. Leipzig: Klett Kinderbuch 2011.

Schmitz, Ka / Cai Schmitz-Weicht, Cai: Hallo, wer bist denn du? Berlin: Atelier 9 ¾ 2012.

Schmitz, Ka / Cai Schmitz-Weicht, Cai: Wie Lotta geboren wurde. Berlin: Atelier 9 ¾ 2013.

Stalfelt, Pernilla: So bin ich und wie bist du? Ein Buch über Toleranz. 1. Aufl. Leipzig: Klett Kinderbuch 2014.

Zehender, Dirk: So lebe ich... und wie lebst Du? Hanstedt: MARDI Verlag 2008.

Zehender, Dirk: Inga und der verschwundene Wurm. Hanstedt: MARDI Verlag 2011.

Gedruckte Quellen

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Hauck, Stefan: Auf der Überholspur. Spezial Kinder- und Jugendbuch. In: Börsenblatt für den deutschen Buchhandel vom 5. Februar 2014, S. 14-17.

Schweikart, Ralf: Powerbooks für Jungs. In: Börsenblatt für den deutschen Buchhandel, Sondernummer 3 vom 4. September 2012, S. 22-23.

Sommeregger, Jana: Pippi ist Trend. In: an.schläge. Das feministische Magazin von Juni 2013, S. 15-17.

Ülkü, Lilli, Cosinus. Emanzipatorische Kinder- und Jugendliteratur. In: migrazine.at 1/2013. http://www.migrazine.at/node/770 [13.06.2014] sowie in: an.schläge. Das feministische Magazin von Juni 2013, S. 14-26.

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Butler, Judith: Das Unbehagen der Geschlechter (edition suhrkamp 1722, Neue Folge 722). Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1991.

Ewers, Hans-Heino: Literatur für Kinder und Jugendliche. Eine Einführung in Grundbegriffe der Kinder- und Jugendliteraturforschung. 2., aktualisierte Aufl. Paderborn: Wilhelm Fink 2012.

Gerlach, Stephanie: Sexuelle Idenitität – Bedeutsam für kleine Kinder? In: Handbuch Inklusion. Grundlagen vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung. Hrsg. von Petra Wagner. 1. Ausg. d. überarb. Neuausg., 3. Gesamtaufl. Freiburg: Herder 2013, S. 209-221.

Hartmann, Jutta / Klesse, Christian: Heteronormativität. Empirische Studien zu Geschlecht, Sexualität und Macht – eine Einführung. In: Heteronormativität. Empirische Studien zu Geschlecht, Sexualität und Macht (Studien Interdisziplinäre Geschlechterforschung 10). Hrsg. von Jutta Hartmann u.a. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2007, S. 9-15.

Heteronormativität und Homosexualitäten (Sozialwissenschaftliche Reihe transblick 3). Hrsg. von Bartel, Roland u.a. Innsbruck: StudienVerlag 2008.

Kadasch, Kathrin: Gleichgeschlechtliche Lebensweisen aufgezeigt am Beispiel von Jugendliteratur. In: Ja, Nein, Vielleicht? Homosexualität und Coming Out in der deutschen Jugendliteratur. ScienceFactory – ein Imprint des GRIN Verlags GmbH 2013, S. 133-287.

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Mesquita, Sushila: Heteronormativität und Sichtbarkeit. In: Heteronormativität und Homosexualitäten (Sozialwissenschaftliche Reihe transblick 3). Hrsg. von Bartel, Roland u.a. Innsbruck: StudienVerlag 2008, S. 129-147.

Norton, Jody: Transchildren and the Discipline of Children’s Literature. In: Over the rainbow. Queer children's and young adult literature. Hrsg. von Michelle Ann Abate. Ann Arbor, Michigan: University of Michigan Press 2011, S. 293-313.

Over the rainbow. Queer children's and young adult literature. Hrsg. von Michelle Ann Abate. Ann Arbor, Michigan: University of Michigan Press 2011.

Schrader, Heike: Zwischen Mädi und Femme fatale. Das Bild der femininen homosexuellen Frau in den 1920er Jahren. In: Femme! radikal – queer – feminin. Hrsg. von Sabine Fuchs. 1. Aufl. Berlin: Querverlag 2009, S. 107-126.

Wenke, Gabriela: Der deutsch(sprachig)e Kinder- und Jugendbuchmarkt. In: Taschenbuch der Kinder- und Jugendliteratur Band 1. Hrsg. von Günter Lange. 2., korr. Aufl. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren 2000, S. 889-900.

Wilchins: Riki: Gender Theory. Eine Einführung. Berlin: Querverlag 2006.

Ziegler, Meinrad: Einleitung: Heteronormativität und die Verflüssigung des Selbstverständlichen – theoretische Kontexte. In: Heteronormativität und Homosexualitäten (Sozialwissenschaftliche Reihe transblick 3). Hrsg. von Bartel, Roland u.a. Innsbruck: StudienVerlag 2008, S. 13-23.

[...]


1 Knoll, Regina: Bücher gegen Normen. Interview mit: Ben Böttger. In: migrazine.at 1/2013. http://www.migrazine.at/node/770 [13.06.2014].

2 Ebenda.

3 Das Sternchen (*) bedeutet, dass es sich bei dem Begriff um eine Selbstbezeichnung handelt, also nicht von außen bestimmt wird, wer der jeweiligen Kategorie zugehört.

4 Over the rainbow. Queer children's and young adult literature. Hrsg. von Michelle Ann Abate. Ann Arbor, Michigan: University of Michigan Press 2011.

5 McRuer, Robert: Reading and Writing ‚Immunity’: Children and the Anti-Body. In: Over the rainbow. Queer children's and young adult literature. Hrsg. von Michelle Ann Abate. Ann Arbor, Michigan: University of Michigan Press 2011, S. 183-200, hier S. 193.

6 Norton, Jody: Transchildren and the Discipline of Children’s Literature. In: Over the rainbow. Queer children's and young adult literature. Hrsg. von Michelle Ann Abate. Ann Arbor, Michigan: University of Michigan Press 2011, S. 293-313, hier S. 309.

7 Ebenda.

8 Kadasch, Kathrin: Gleichgeschlechtliche Lebensweisen aufgezeigt am Beispiel von Jugendliteratur. In: Ja, Nein, Vielleicht? Homosexualität und Coming Out in der deutschen Jugendliteratur. ScienceFactory – ein Imprint des GRIN Verlags GmbH 2013, S. 133-287.

9 Ebenda, S. 210.

10 Ülkü, Lilli, Cosinus. Emanzipatorische Kinder- und Jugendliteratur. In: migrazine.at 1/2013. http://www.migrazine.at/node/770 [13.06.2014] sowie in: an.schläge. Das feministische Magazin von Juni 2013, S. 14-26.

11 Heinrich Böll Stiftung: Dossier ‚Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt!’ – Vorurteilsbewusste Kinderliteratur jenseits hegemonialer Weltbilder vom 24. Februar 2014. http://heimatkunde.boell.de/vorurteilsbewusste-kinderliteratur-jenseits-hegemonialer-weltbilder [14.06.2014].

12 Bücherliste zu unterschiedlichen Lebensrealitäten für die Altersstufen 2-6 Jahre. <<Gemeinsam für Akzeptanz >>. 3., aktualisierte Aufl. Hrsg. von Gladt e.V. 2011. http://ipaed.blogsport.de/images/Kinderbuchliste_2011_komprimiert.pdf [14.06.2014].

13 Vortragseinladung 2014-01-08: queere Kinderbücher. In: AG Queer Studies ... jenseits der Geschlechtergrenzen. http://agqueerstudies.de/vortragseinladung-2014-01-08-queere-kinderbucher/ [14.06.2014].

14 Heteronormativität und Homosexualitäten (Sozialwissenschaftliche Reihe transblick 3). Hrsg. von Bartel, Roland u.a. Innsbruck: StudienVerlag 2008.

15 LGBT-Erhebung in der EU – Erhebung unter Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender-Personen in der Europäischen Union. Ergebnisse auf einen Blick. Hrsg. von FRA – Agentur der Europäischen Union für Grundrechte. Luxemburg: Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union 2014.

16 Klocke, Ulrich: Akzeptanz sexueller Vielfalt an Berliner Schulen. Eine Befragung zu Verhalten, Einstellungen und Wissen zu LSBT und deren Einflussvariablen. Berlin am 16. August 2012. http://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/fileadmin/bbb/themen/sexuelle_vielfalt/Klocke_2012_Akzeptanz_sexueller_Vielfalt_an_Berliner_Schulen_ohne_Anhang.pdf [14.06.2014].

17 LGBT-Erhebung in der EU, S. 16.

18 LGBT-Erhebung in der EU, S. 21.

19 Die Schreibweise mit Unterstrich (Gender Gap) lässt Raum für zwei Geschlechter und alle Identitäten, die dazwischen liegen. Siehe Gender Gap. In: Gender Institut Bremen. http://www.genderinstitut-bremen.de/glossar/gender-gap.html [26.06.2014].

20 DEMO FÜR ALLE. http://demofueralle.wordpress.com/ [03.06.2014].

21 Bilger, Christine: Demo unter massivem Polizeischutz. Bildungsplan-Gegner in Stuttgart. In: Stuttgarter-Zeitung.de vom 05. April 2014. http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.bildungsplan-gegner-in-stuttgart-demo-unter-massivem-polizeischutz.0cf9604a-e5d0-489c-ad4a-f2a9e2a3a551.html [03.06.2014].

22 Gerlach, Stephanie: Sexuelle Idenitität – Bedeutsam für kleine Kinder? In: Handbuch Inklusion. Grundlagen vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung. Hrsg. von Petra Wagner. 1. Ausg. d. überarb. Neuausg., 3. Gesamtaufl. Freiburg: Herder 2013, S. 216.

23 Beratungsgespräche in: Cardabela Buchladen, Nimmerland Kinderbuchhandlung, Öffentliche Bücherei - Anna Seghers und Bar jeder Sicht – lesBischwules Kultur- und Kommunikationszentrum.

24 Ziegler, Meinrad: Einleitung: Heteronormativität und die Verflüssigung des Selbstverständlichen – theoretische Kontexte. In: Heteronormativität und Homosexualitäten (Sozialwissenschaftliche Reihe transblick 3). Hrsg. von Bartel, Roland u.a. Innsbruck: StudienVerlag 2008, S. 20.

25 Butler, Judith: Das Unbehagen der Geschlechter (edition suhrkamp 1722, Neue Folge 722). Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1991.

26 Vgl. Hartmann, Jutta / Klesse, Christian: Heteronormativität. Empirische Studien zu Geschlecht, Sexualität und Macht – eine Einführung. In: Heteronormativität. Empirische Studien zu Geschlecht, Sexualität und Macht (Studien Interdisziplinäre Geschlechterforschung 10). Hrsg. von Jutta Hartmann u.a. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2007, S. 9.

27 Vgl. Ziegler: Heteronormativität, S.19.

28 vgl. Mesquita, Sushila: Heteronormativität und Sichtbarkeit. In: Heteronormativität und Homosexualitäten (Sozialwissenschaftliche Reihe transblick 3). Hrsg. von Bartel, Roland u.a. Innsbruck: StudienVerlag 2008, S. 133f.

29 vgl. Mesquita: Heteronormativität und Sichtbarkeit, S. 129.

30 Vgl. Wilchins, Riki: Gender Theory. Eine Einführung. Berlin: Querverlag 2006.

31 Die Schreibweise mit erstem Großbuchstaben zeigt an, dass es sich hier um eine politische Selbstbezeichnung handelt. Zu den Schreibweisen Schwarz und weiß s.: WARUM ausgerechnet ‚SCHWARZ’? In: Der braune Mob e.V. http://www.derbraunemob.info/faq/#f03 [25.06.2014].

32 Cis = Nicht-Trans-Identität; bei der Geburt zugewiesene und selbst empfundene Geschlechtsidentität stimmen überein.

33 Mesquita: Heteronormativität und Sichtbarkeit, S. 137.

34 Ewers, Hans-Heino: Literatur für Kinder und Jugendliche. Eine Einführung. 2., aktualisierte Aufl. Paderborn: Wilhelm Fink 2012, S. 151.

35 Ebenda, S. 142.

36 Vgl. Sommeregger, Jana: Pippi ist Trend. In: an.schläge. Das feministische Magazin von Juni 2013, S. 15-17.

37 Vgl. Schweikart, Ralf: Powerbooks für Jungs. In: Börsenblatt für den deutschen Buchhandel, Sondernummer 3 vom 4. September 2012, S. 22.

38 Ewers: Literatur für Kinder und Jugendliche, S. 151.

39 Bardola, Nicola: Longseller in der Kinder- und Jugendliteratur. In: Quo vadis, Kinderbuch? Gegenwart und Zukunft der Literatur für junge Leser (Buchwissenschaftliche Forschungen 10). Hrsg. von Christine Haug und Anke Vogel. Wiesbaden: Harrassowitz 2011, S. 163-173, hier S. 163.

40 ebenda, S. 163.

41 siehe auch Ülkü, Lilli, Cosinus. Emanzipatorische Kinder- und Jugendliteratur. In: migrazine.at 1/2013. http://www.migrazine.at/node/770 [13.06.2014] sowie in: an.schläge. Das feministische Magazin von Juni 2013, S. 14-26.

42 Hauck, Stefan: Auf der Überholspur. Spezial Kinder- und Jugendbuch. In: Börsenblatt für den deutschen Buchhandel vom 5. Februar 2014, S. 15.

43 Kinder- und Jungendbücher III. Marktentwicklung, Kaufverhalten, Konsumentenstrukturen und –einstellungen. Kurzzusammenfassung. Hrsg. von Börsenverein des deutschen Buchhandels und avj – Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen e.V. Frankfurt a. M. 2013. http://www.boersenverein.de/sixcms/media.php/976/KiJuBu_Presseversion_2013.pdf [14.05.2014], S. 5.

44 Hauck: Auf der Überholspur, S. 15 f.

45 Ebenda, S. 16.

46 Ebenda, S. 15.

47 Ebenda, S. 17.

48 Wenke, Gabriela: Der deutsch(sprachig)e Kinder- und Jugendbuchmarkt. In: Taschenbuch der Kinder- und Jugendliteratur Band 1. Hrsg. von Günter Lange. 2., korr. Aufl. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren 2000, S. 889-900; hier S. 890.

49 Kinder- und Jungendbücher III, S. 19.

50 Ewers: Literatur für Kinder und Jugendliche, S. 94.

51 Vgl. Enzenhofer, Bettina: Sexualkunde machen. In: an.schläge. Das feministische Magazin von Juni 2013, S. 25f., hier S. 26.

52 Schmitz, Ka / Schmitz-Weicht, Cai: Bücher nach Maß. In: Atelier 9 ¾. Bücher für Regenbogenfamilien und mehr. http://www.atelier-neundreiviertel.de/individuelle-kinderbuecher/ [09.06.2014].

53 ebenda.

54 Schmitz, Ka / Schmitz-Weicht, Cai: Hallo, wer bist denn du? In: Atelier 9 ¾. Bücher für Regenbogenfamilien und mehr. http://www.atelier-neundreiviertel.de/bilderbuecher-regenbogenfamilien/hallo-wer-bist-denn-du/ [09.06.2014].

55 Schmitz-Weicht, Cai – autorisierte E-Mail. S. Anhang.

56 Link, Michael / Schöneich, Sabine: Komm, ich zeig dir meine Eltern. Hamburg: Edition Riesenrad 2002, S 1.

57 ebenda, S. 2.

58 Edition Riesenrad GmbH wird Imprint der Xenos Verlagsgesellschaft. In: Buchmarkt. Das Ideenmagazin für den Buchhandel vom 10.07.2001. http://www.buchmarkt.de/content/2239-edition-riesenrad-gmbh-wird-imprint-der-xenos-verlagsgesellschaft.htm [29.06.2014].

59 Über Xenos. In: Carlsen. de http://www.carlsen.de/xenos/ueber-xenos [29.06.2014].

60 Carlsen übernimmt die Marke Xenos. In: boersenblatt.net vom 16.03.2011. http://www.boersenblatt.net/432099/ [29.06.2014].

61 de Haan, Linda / Nijland, Stern: König & König. Hildesheim: Gerstenberg 2001, S. 23.

62 ebenda, S. 16.

63 Linda de Haan, Stern Nijland: König und König. In: perlentaucher.de. Das Kulturmagazin. http://www.perlentaucher.de/buch/linda-de-haan-stern-nijland/koenig-und-koenig.html [11.06.2014].

64 Jens Thiele: Jo im roten Kleid. In: perlentaucher.de. Das Kulturmagazin. http://www.perlentaucher.de/buch/jens-thiele/jo-im-roten-kleid.html [09.06.2014].

65 Ingrid Godon, Andre Sollie Warten auf Seemann. In: perlentaucher.de. Das Kulturmagazin. http://www.perlentaucher.de/buch/ingrid-godon-andre-sollie/warten-auf-seemann.html [09.06.2014].

66 Schmitz, Ka / Schmitz-Weicht, Cai: Wie Lotta geboren wurde. In: Atelier 9 ¾. Bücher für Regenbogenfamilien und mehr. http://www.atelier-neundreiviertel.de/individuelle-kinderbuecher/ [29.06.2014].

67 Maxeiner, Alexandra / Kuhl, Anke: Alles Familie! Vom Kind der neuen Freundin vom Bruder von Papas frührer Frau und anderen Verwandten. 3. Aufl. Leipzig: Klett Kinderbuch 2011, S. 3.

68 Ebenda.

69 Anke Kuhl, Alexandra Maxeiner: Alles Familie! In: perlentaucher.de. Das Kulturmagazin. http://www.perlentaucher.de/buch/anke-kuhl-alexandra-maxeiner/alles-familie.html [09.06.2014].

70 Stalfelt, Pernilla: So bin ich und wie bist du? Ein Buch über Toleranz. 1. Aufl. Leipzig: Klett Kinderbuch 2014, Vorwort.

71 Vorstellung. In: Klett Kinderbuch. http://www.klett-kinderbuch.de/index.php?id=15 [29.06.2014].

72 Ebenda.

73 FISCHER Sauerländer. In: fischerverlage.de. http://www.fischerverlage.de/verlage/fischer_sauerlaender [29.06.2014].

74 People of Colour = Selbstbezeichnung von Menschen, die nicht weiß sind. Siehe Was heißt ‚PoC’? In: der braune Mob e.V. http://www.derbraunemob.info/faq/#f055 [29.06.2014].

75 Hoffman, Mary / Asquith, Ros: Du gehörst dazu. Das große Buch der Familien. Mannheim: Sauerländer Verlag 2010, S. 1.

76 Vgl. Witte, Tanja: Kinderbücher. In: L-Mag.de vom 3. März 2010. http://www.l-mag.de/queer-family/queer-family-archiv/kinderbuecher.html [10.06.2014].

77 Vgl. ebenda.

78 Böttger, Ben / Macedo, Rita u.a.: Unsa Haus und andere Geschichten. 3., überarbeitete Aufl. Berlin: NoNo Verlag 2013, S 9.

79 Knoll, Regina: Bücher gegen Normen. Interview mit: Ben Böttger. In: migrazine.at 1/2013. http://www.migrazine.at/node/770 [13.06.2014].

80 Ebenda.

81 Schmitz-Weicht, Cai – autorisierte E-Mail. S. Anhang.

82 Knoll, Regina: Bücher gegen Normen. Interview mit: Ben Böttger. In: migrazine.at 1/2013. http://www.migrazine.at/node/770 [13.06.2014].

83 Ebenda.

84 Janssen, Joke: Intersektionen schreiben. In: kritisch-lesen.de Nr. 25 vom 8. Januar 2013. http://kritisch-lesen.de/rezension/intersektionen-schreiben [14.06.2014].

85 Rezensionen. In: NoNo Verlag. http://nono-verlag.de/index.php?id=54 [14.06.2014].

86 ‚Manche Leute finden unsere Bücher zu schwer, manche finden sie pädagogisch, andere ganz einfach und gänzlich unpädagogisch – so weit, so uneinheitlich.’ Christine Aebi und Lilly Axster im Gespräch. Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis 2008. http://www.lesefest.at/site/5089/default.aspx [12.06.2014].

87 Über den Verlag. In: D.E.A. Verlag. http://www.dea-publishing.com/ [12.06.2014].

88 Almhofer, Edith: Über den Verlag. In: D.E.A. Verlag. http://www.dea-publishing.com/ [12.06.2014].

89 Axster, Lilly / Aebi, Christine: DAS machen? Projektwoche Sexualerziehung in der Klasse 4c. Wien: D.E.A. 2012, S. 3.

90 Janssen, Joke: Eine andere Möglichkeit, über Sexualität zu sprechen. In: kritisch-lesen.de Nr. 29 vom 2. Juli 2013. https://www.kritisch-lesen.de/rezension/eine-andere-moglichkeit-uber-sexualitat-zu-sprechen [30.06.2014].

91 ebenda.

92 ‚Manche Leute finden unsere Bücher zu schwer [...]’ Christine Aebi und Lilly Axster im Gespräch. Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis 2008. http://www.lesefest.at/site/5089/default.aspx [12.06.2014].

93 Axster, Lilly / Aebi, Christine: DAS machen? Projektwoche Sexualerziehung in der Klasse 4c. Wien: D.E.A. 2012, S. 19.

94 Enzenhofer: Sexualkunde machen, S. 26.

95 Klo>

96 Janssen, Joke: Eine andere Möglichkeit, über Sexualität zu sprechen. In: kritisch-lesen.de Nr. 29 vom 2. Juli 2013. https://www.kritisch-lesen.de/rezension/eine-andere-moglichkeit-uber-sexualitat-zu-sprechen [30.06.2014].

97 Axster, Lilly / Aebi, Christine: Rezensionen. In: DAS machen? http://www.dasmachen.net/index.php/rezensionen [30.06.2014].

98 Axster, Lilly / Aebi, Christine: Buch kaufen. In: DAS machen? http://dasmachen.net/index.php/buch-kaufen [12.06.2014].

99 Wenke: Der deutsch(sprachig)e Kinder- und Jugendbuchmarkt, hier S. 899.

100 Anderson, Chris: The Long Tail – Der lange Schwanz. Nischenprodukte statt Massenmarkt. Das Geschäft der Zukunft. München: Carl Hanser Verlag 2007, S. 74.

101 Enzenhofer: Sexualkunde machen, S. 25f.

102 Vgl. Anderson: The Long Tail, S. 20.

103 Vgl. auch Schmitz-Weicht, Cai – autorisierte E-Mail. S. Anhang.

104 Alternative Kinderbücher. kritisch-lesen.de Nr. 25 vom 08. Januar 2013. http://kritisch-lesen.de/ausgabe/alternative-kinderbucher [14.06.2014].

105 buuu.ch: Über buuu.ch. http://buuu.ch/uber-buuu-ch/ [10.06.2014].

106 Buchtipps Kinderbücher – alternative Familien. In: HOSI Homosexuelle Initiative Wien. http://www.hosiwien.at/rat-hilfe/buchtipps/kinderbucher-alternative-familien/ [10.06.2014].

107 Vgl. Hager / Tanyılmaz: Bücherliste für unterschiedliche Lebensrealitäten - Kinderbücher in intersektionaler Praxis. In: Dossier ‚Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt!’ Vorurteilsbewusste Kinderliteratur jenseits hegemonialer Weltbilder vom 24. Februar 2014. Hrsg. von der Heinrich Böll Stiftung. http://heimatkunde.boell.de/2014/02/24/buecherliste-fuer-unterschiedliche-lebensrealitaeten-kinderbuecher-intersektionaler [26.06.2014].

108 Literarisches rund um ‚Regenbogenfamilien’. In: LSVD & family. http://www.family.lsvd.de/beratungsfuehrer/index.php?id=33 [10.06.2014].

109 Bilderbücher. In: Regenbogenfamilien NRW. http://www.regenbogenfamilien-nrw.de/wissen/bucher/kinderbucher/ [10.06.2014].

110 Vgl. Hager / Tanyılmaz: Bücherliste für unterschiedliche Lebensrealitäten. http://heimatkunde.boell.de/2014/02/24/buecherliste-fuer-unterschiedliche-lebensrealitaeten-kinderbuecher-intersektionaler [26.06.2014].

111 Ebenda.

112 Vgl. Schrader, Heike: Zwischen Mädi und Femme fatale. Das Bild der femininen homosexuellen Frau in den 1920er Jahren. In: Femme! radikal – queer – feminin. Hrsg. von Sabine Fuchs. 1. Aufl. Berlin: Querverlag 2009, S. 107-126, hier S. 109.

113 Vgl. Woolf, Virginia: Ein Zimmer für sich allein. Frankfurt a.M.: Fischer Taschenbuch 1981.

39 von 39 Seiten

Details

Titel
Markt und gesellschaftliche Kontexte von queer Kinderbüchern
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
39
Katalognummer
V520163
ISBN (Buch)
9783346132840
Sprache
Deutsch
Schlagworte
queer, lgbt, bilderbuch, bilderbücher, non normative, sichtbarkeit, kinderbuchmarkt
Arbeit zitieren
Sanna Mustelin (Autor), 2014, Markt und gesellschaftliche Kontexte von queer Kinderbüchern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/520163

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