Analoge Fotografie im digitalen Zeitalter


Hausarbeit, 2020

13 Seiten, Note: 2,0

Anonym


Leseprobe

1. Einleitung

2. Analoge Fotografie
2.1. Entstehung und Entwicklung
2.2. Technik der analogen Fotografie

3. Das Digitale Zeitalter
3.1. Digitalisierung
3.2. Digitalisierung in der Fotografie

4. Das Comeback der analogen Fotografie
4.1. Hinweise auf ein Comeback
4.2. Analogfotografie als Alternative zur Digitalisierung

5. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Seit seiner Existenz beschaftigt sich der Mensch mit der Erschaffung von Abbildungen seiner Umgebung. Nun seit ca. 200 Jahren ist dies durch die Fotografie moglich.

Der Begriff Fotografie (Photo - graphie) stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „Zeichnen mit Licht“1. Die Fotografie versteht sich heutzutage als ein Medium mehrerer Teilbereiche und kann in verschiedenen Zusammenhangen eingesetzt werden. Fotografische Abbildungen finden sich als ein Gegenstand in kunstlerischen, kommerziellen, dokumentarischen, journalistischen, medizinischen oder technischen Bereichen wieder.

Bilder spielen weiterhin eine groBe Rolle in der digitalen Gesellschaft und sind durch das Aufkommen der Smartphone-Kameras zu etwas Selbstverstandliches geworden. Trotz der Digitalisierung erfreut sich die Analogfotografie an groBer Beliebtheit.

2. Analoge Fotografie

2.1. Entstehung und Entwicklung

Technische Prinzipien einer Kamera waren bereits in der Antike bekannt. Der altgriechische Philosoph Aristoteles beschrieb bereits im 4. Jahrhundert vor Christus das System der Camera Obscura2. Das Prinzip gilt als Wegbereiter weiterer fotografischer Verfahren und Erfindungen.

Die Aufnahme eines ersten bestandigen Bildes gelang dem Franzosen Joseph Nicephore Niepce im Jahr 1826. Dafur belichtete er acht Stunden lang eine mit Asphalt beschichtete Zinnplatte. Eine eindeutig kurzere Belichtungszeit lieferten Versuche mit seinem Partner, dem Maler Louis Jacques Mande Daguerre. Nach jahrelangen Versuchen entwickelte Daguerre die Daguerreotypie: ein Verfahren der Bildfixierung mit Kupferplatten und Quecksilberdampfen. Jede Platte war ein Original und konnte nicht dupliziert werden. Die Fotografie konnte erstmals kommerziell fur Portraits genutzt werden.

1835 entwickelte William Henry Fox Talbot ein Negativ-Positiv-Verfahren. Bilder konnten durch Negativabzuge reproduziert werden, doch besaBen die Resultate keine hohe Auflosung. 1851 behob Frederick Scott Archer die schlechte Qualitat mit einem nassen Kollodiumverfahren. Die in Ether aufgeloste Baumwolle wurde genutzt, um lichtempfindliches Material auf Glasplatten aufzutragen. Die Qualitat war erheblich besser, jedoch blieb der Aufwand hoch. Belichtung und Entwicklung mussten erfolgen, bevor das Kollodium getrocknet war. 1971 entwickelte Richard Leach Maddox mit einer Bromsilber-Gelatine- Schicht ein Trockenverfahren. Dieses Verfahren war weniger lichtempfindlich und einfacher in der Handhabung.

Erst im Jahr 1888 ersetzte der Rollfilm, entwickelt von George Eastman, die einzelnen Fotoplatten. Die mechanische Produktion ermoglichte mehrere Fotoaufnahmen und schnell reproduzierbare Ergebnisse. Eastman brachte die Fotografie naher an die Gesellschaft und entwickelte eigene Kameramodelle. Sein Unternehmen The Eastman Kodak Company bot Kameras und Dienstleistungen an: Kunden schickten ihre Kameras mitsamt vollen Rollfilm an Kodak und erhielten deren Abzuge und eine Kamera mit neuem Film zuruck.

Dieser Schritt sorgte fur den Durchbruch einer praktikabel nutzbaren Fotografie. Oskar Barnack hatte die Idee das Negativ-Format zu verkleinern und stellte 1925 die erste Kleinbildkamera (Sucherkamera) der Welt, aus dem Hause Leica, vor. Der erste Farbfilm kam 1936 auf den Markt und ab den 1950er Jahren etablierte sich die Spiegelreflexkamera. Jeder konnte wirklichkeitsnahe Fotos von seiner Umgebung machen.

1963 stellte Canon die erste Kamera mit einem automatischen Fokus vor. In den 70er Jahren prasentierte Rollei eine vollelektronische Kamera, die Blende, Verschlusszeiten und Scharfe selbststandig einstellen konnte. Die Fotografie entwickelte sich zu einem privaten und offentlichen Massenmedium. Es kam zu einem Boom an Privat, - Familien und Portraitaufnahmen.

Ende des 20. Jahrhunderts war es moglich Fotografien auf digitalen Datentragern zu speichern und der Computer diente als ein kreatives Werkzeug

2.2. Technik der analogen Fotografie

Die analoge Fotografie speichert das Foto auf einem Film, daher auch Filmfotografie genannt. Allgemein wird zwischen Filmen fur Kleinformate, Mittelformate und groBformatige Kameras unterschieden. Der Prozess der Analogfotografie setzt sich aus drei Schritten zusammen: Belichtung, Negativprozess und abschlieBend der Positivprozess.

Der erste Schritt zu einem Foto ist das Belichten, dabei fallt Licht durch das Objektiv, welches durch Kameraeinstellung wie Brennweite, Blende und Verschlusszeit gesteuert werden. Beim Belichten trifft einfallendes Licht auf die Silberbromidschicht der Tragerschicht des Films. Der Lichteinfall hinterlasst Silberspuren in der Tragerschicht - es entsteht ein latentes Bild.3 Im weiteren Prozess wird der Trager in der Dunkelkammer mit Hilfe chemischer Prozesse in ein Negativ umgewandelt. Das entstandene Negativ muss nun in sein Positiv auf Fotopapier umgekehrt werden. Das Fotopapier ist ebenfalls mit einer Silberbromidschicht beschichtet und wird durch eine Vorrichtung in der Dunkelkammer durch das Negativ belichtet. Das Positiv erhalt die umgekehrte Schwarzung des Negativs.

Die Belichtung des Positivs ermoglicht Anderungen am Bild vorzunehmen. Durch verschiedene Belichtungszeiten kann beispielsweise der Kontrast erheblich verandert werden. Weitere kunstlerische Anderungen kann man beispielsweise durch ein Ubereinanderlegen mehrerer Negative vornehmen.

3. Das Digitale Zeitalter

3.1. Digitalisierung

Unter dem Begriff Digitalisierung versteht man grundlegend die Umwandlung von analogen Informationen in digitale Formate. Seit etwa dem Jahr 2000 wurden unterschiedliche digitale Technologien (mobiles Internet, kunstliche Intelligenz, Internet der Dinge etc.) weiterentwickelt und haben den Sprung von der Expertenanwendung in den Alltag der Gesellschaft erreicht.

Digitalisierung beschreibt durch den digitalen Wandel ausgeloste globale, nationale, individuelle, wirtschaftliche und gesellschaftliche Transformationen. Arbeits- und Lebensbereiche des Menschen werden auf eine digitale Ebene ubertragen. Auf der Basis entwickelter digitaler Technologien entstehen digitale Innovationen.

3.2. Digitalisierung in der Fotografie

Die Filmfotografie nutzt eine lichtempfindliche Silberbromidschicht, um letztlich Informationen zu speichern und die abschlieBende Informationsbearbeitung erfolgt in der Dunkelkammer. Anstelle der Schwarzung des Films erfolgt durch die Digitalisierung des Bildes eine Messung der Werte in einem geeignetem Raster. Rechnerisch weiter verarbeitet, wird das Ergebnis in einem geeignetem Dateiformat digital gespeichert und kann auf einem Bildschirm ausgegeben werden.

1981 stellte Sony die erste Kamera vor, die anstelle eines Filmes einen Chip verwendete: die Sony Mavica Magnetic Video Camera. Rasch folgten weitere Modelle anderer Hersteller. Die Basis fur heutige Digitalkameras legte die erste funktionstuchtige Digitalkamera von Kodak: die Digital Camera System 100.4 Erstmals war es moglich Fotos zu schieBen, die auf einem digitalen Datentrager gespeichert werden. Ebenfalls 1990 wurde die erste Version von Adobe Photoshop vorgestellt. In den Folgejahren zeigte sich eine rasante Entwicklung, seither ist der Fortschritt der digitalen Kameras und vergleichbaren Softwares ungebremst. Die Fotografie gewann mit der Digitalisierung eine simple Handhabung, erhohte Speicherkapazitat, wie auch eine Vielzahl an verschiedenen Gestaltungsmoglichkeiten. Aufkommende Softwares wie Adobe Photoshop ermoglichten einerseits kreative Moglichkeiten zur Herstellung von Fotos und Ahnliches, andererseits auch fur Manipulation und Falschung, die in der analogen Fotografie nicht moglich waren.

Mittlerweile hat die Entwicklung durch die Digitalisierung ein neues AusmaB erreicht. Das Internet der Dinge steht im Mittelpunkt und smarte Losungen fur gesellschaftliche und individuelle Zwecke werden entwickelt. Digitalkameras erleben erstaunlicherweise einen Ruckgang.

Abbildung eins zeigt den Umsatz mit Digitalkameras in Deutschland und die Anzahl der Digitalkameras in deutschen Haushalten von 2013 bis 2017. Die Umsatze mit digitalen Fotoapparaten brechen in den letzten Jahren deutlich ein. Seit 2013 nimmt der Umsatz stetig ab und schrumpft um mehr als die Halfte in 2017. Auch die Anzahl der Digitalkameras sinkt kontinuierlich in deutschen Haushalten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Digitalkameras verkaufen sich immer schlechter (Photoindustrie-Verband 2017)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Immer mehr Fotos dank Smartphones (Bitkom 2017)

Interessanterweise steigt die Anzahl an weltweit geschossenen Fotos rasant an, wie Abbildung zwei zeigt. Wahrend der Umsatz der Digitalkameras um die Halfte sinkt, verdoppeln sich die weltweit gemachten Fotografien im Zeitraum von 2013 bis 2017. Erneuerungen der Digitalisierung konnen ein Grund der sinkenden Zahl der Digitalkameras sein. Abbildung zwei zeigt das Gerat der Fotoquelle in 2017. Das Smartphone war fur 85 Prozent der weltweit geschossenen Fotos verantwortlich. Die Digitalkamera ist nur fur 10,3 Prozent verantwortlich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Urlaubsfotos (Bitkom 2017)

Abbildung drei beschreibt mit welchen Geraten Deutsche im Urlaub Fotos machen. Befragt wurden 1013 Personen ab 14 Jahren. Auch hier ist das Smartphone eindeutig das am haufig genutzte Mittel zur Fotografie mit 68 Prozent. Zahlt man die Digitalkameras zusammen liegen sie nur bei 49 Prozent. Vor allem die Verbreitung des Smartphones ist fur diese Entwicklung verantwortlich. Die zunehmende Verbreitung von Smartphones, 360°-Kameras, Tablets etc. ermoglichen unzahlige Moglichkeiten an Bildern.

Die praktische GroBe und die Universalfunktionen des Smartphones bieten jeder Person, auch Nicht-Fotografen Moglichkeiten des Fotografierens mit hoher Qualitat. Vor allem unterwegs ist das Smartphone immer dabei und schnell griffbereit.

Die Kamera des Smartphones kristallisiert sich als das beliebteste und haufig genutzte Mittel zur Fotografie. Wer in seinem Alltag ein Foto schieBt, tut dies mit seinem Smartphone. Schnell geschossen und ohne Aufwand bearbeitet, konnen sie auf Sozialen Netzwerken wie Instagram global online gestellt werden.

[...]


1 Vgl. Walter 2005, S. 1

2 Vgl. Walter 2005, S. 2 „Bei der beruhmten Camera Obscura handelt es sich zunachst um eine einfache Lochkamera. Diese projiziert durch ein Loch ein punktgespiegeltes Bild.“

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Analoge Fotografie im digitalen Zeitalter
Hochschule
Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft
Note
2,0
Jahr
2020
Seiten
13
Katalognummer
V520370
ISBN (eBook)
9783346119933
ISBN (Buch)
9783346119940
Sprache
Deutsch
Schlagworte
analoge, fotografie, zeitalter
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Analoge Fotografie im digitalen Zeitalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/520370

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