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Die Rekrutierung der Soldaten im amerikanischen Bürgerkrieg

Titel: Die Rekrutierung der Soldaten im amerikanischen Bürgerkrieg

Seminararbeit , 2003 , 17 Seiten , Note: 1,75

Autor:in: Antje Lehmann (Autor:in)

Geschichte - Amerika
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Zusammenfassung Leseprobe Details

1861: Seit der Sezession South Carolinas und weiterer Südstaaten von den Vereinigten Staaten von Amerika hatte sich über das ganze Land ein Gefühl der Ungewissheit gelegt. Niemand wusste, wie es nun weitergehen würde und ob ein Bürgerkrieg noch zu vermeiden war. Der Konflikt spitzte sich in der Affäre um Fort Sumter zu, eine Festung der Union, die im Hafengebiet von Charleston, der Hauptstadt des Unruheherds South Carolina lag, und die Lincoln nicht aufgeben wollte. Daraufhin ließ South Carolina das Fort beschießen, bis die Unionstruppen am 13. April 1861 gezwungen waren, abzuziehen. Der Bürgerkrieg hatte begonnen.

Die Soldaten der beiden Seiten kämpften nun gegeneinander, und die Armee, die ursprünglich zusammengehört hatte, war gespalten. Sowohl die Unionsregierung im Norden als auch die neue Konföderationsregierung im Süden musste sich zunächst der Aufgabe widmen, ihre Armee aufzubauen. Im Laufe des Krieges mussten sie sich neben der Aufrechterhaltung auch der Bewältigung aufkommender Probleme widmen. Folgende Fragen spielen eine zentrale Rolle: Wie führten die beiden Regierungen den Aufbau ihrer Armeen durch? Welche Probleme entstanden dadurch? Warum kam der Vorwurf auf, im Bürgerkrieg würden die wohlhabenden Bürger bevorzugt, während man die Ärmeren kämpfen lasse – zusammengefasst durch das Schlagwort „a rich man’s war, but a poor man’s fight“? Wie verhielt sich die amerikanische Bevölkerung im Hinblick auf die Einführung der Wehrpflicht?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begeisterung im ersten Kriegsjahr und die Ausbildung von Amateurarmeen

2.1. Lincolns Ruf nach Freiwilligen im Norden

2.2. Soldatenrekrutierung im Süden

3. Soldatenrekrutierung ab 1862 – Wehrpflicht und die Folgen

3.1. Das Conscription Law von 1862 im Süden: Unmut in der Bevölkerung

3.2. Der Enrollment Act von 1863 im Norden: Proteste und Fahnenflucht

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rekrutierungspraktiken der Unions- und Konföderiertenarmee im Amerikanischen Bürgerkrieg und analysiert, inwiefern die Einführung von Wehrpflichtgesetzen soziale Spannungen verschärfte und den Vorwurf eines "Krieges der Armen" legitimierte.

  • Anfängliche Freiwilligenbegeisterung und deren Motive
  • Herausforderungen bei der Ausbildung von Amateurarmeen
  • Die Einführung der Wehrpflicht in Nord und Süd (1862/1863)
  • Reaktionen der Zivilbevölkerung und soziale Protestformen
  • Debatte um die soziale Gerechtigkeit der Rekrutierungsmethoden

Auszug aus dem Buch

3.1. Das Conscription Law von 1862 im Süden: Unmut in der Bevölkerung

Angesichts der Tatsache, dass in der Konföderation insgesamt weniger Menschen lebten als in der Union, musste sie umso mehr für eine adäquate Truppenstärke sorgen. Andererseits musste jedoch die Grundausstattung der Soldaten ebenfalls gewährleistet sein – denn je mehr Handwerker man einzog, desto weniger Ausrüstung konnte gefertigt werden. Da aber die Tatsache unumgänglich war, dass dringend mehr Soldaten gebraucht wurden, erließ die Regierung unter Jefferson Davis 1862 das erste Wehrpflichtgesetz in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

Mit dem ersten Conscription Law, das im April 1862 verabschiedet wurde, wurde die Wehrpflicht für alle tauglichen weißen Männer zwischen 18 und 35 Jahren erklärt. Bald darauf wurde das Höchstalter auf 45 erhöht. Personen im öffentlichen Dienst, Lehrer, Verleger, Krankenschwestern, Fabrik- und Eisenbahnarbeiter, Minenarbeiter und Telegrafierer waren ausgenommen. Das sicherte die Produktivität in den Kriegsindustrien, führte jedoch zu Protest in der Bevölkerung, die daraufhin bevorzugt in solche Berufsfelder wechselte.

Ebenso umstritten waren Provisionen, die reicheren Bürgern die Umgehung der Wehrpflicht ermöglichten. Eine davon war ebenfalls die Erlaubnis, einen bezahlten Ersatzmann zu stellen, der dann an seiner statt in den Krieg zog – sofern man das Geld dazu hatte (der Betrag schwankte je nach „Marktwert“). Zwar war diese Einschränkung primär eingeführt worden, um die wirtschaftliche Lage der Konföderation nicht mehr als nötig zu belasten, indem man diejenigen einzog, die über Privat- und/oder Firmenkapital verfügten – in der Bevölkerung entwickelte sich aber ein anderes Bild: Das Schlagwort „A rich man’s war, but a poor man’s fight“ drückte den Unmut darüber aus. Der Regierung wurde also vorgeworfen, sie bevorzugte die Wohlhabenderen, während alle anderen keine Wahl hatten und kämpfen mussten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Entstehung des Bürgerkriegs und die anfängliche Notwendigkeit beider Seiten, innerhalb kürzester Zeit eine schlagkräftige Armee aus Freiwilligen aufzubauen.

2. Begeisterung im ersten Kriegsjahr und die Ausbildung von Amateurarmeen: Dieses Kapitel behandelt die anfängliche Rekrutierungseuphorie im Norden wie im Süden und die organisatorischen Schwierigkeiten, aus zivilen Freiwilligen militärisch einsatzfähige Soldaten zu formen.

3. Soldatenrekrutierung ab 1862 – Wehrpflicht und die Folgen: Das Kapitel analysiert die Einführung der Wehrpflicht als Reaktion auf sinkende Rekrutierungszahlen sowie die damit verbundenen sozialen Unruhen und den Vorwurf der sozialen Ungerechtigkeit.

5. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Ergebnis, dass die Rekrutierungspraktiken zwar soziale Spannungen förderten, der Vorwurf eines "Krieges der Armen" jedoch primär durch den Bildungsstand und weniger durch finanzielle Unterschiede geprägt war.

Schlüsselwörter

Amerikanischer Bürgerkrieg, Rekrutierung, Wehrpflicht, Konföderation, Union, Freiwillige, Soldaten, Enrollment Act, Conscription Law, Poor man's fight, Deserteure, Kriegsführung, Sozialgeschichte, soziale Gerechtigkeit, Amateurarmeen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Strategien der nordamerikanischen Regierungen zur Soldatenrekrutierung während des Bürgerkriegs und untersucht deren soziale Auswirkungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Freiwilligenrekrutierung, die Einführung der Wehrpflicht, die Ausbildungsprobleme in jungen Armeen sowie die öffentliche Wahrnehmung der Kriegslastverteilung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu ergründen, wie die Rekrutierung organisiert wurde, welche Probleme dabei entstanden und ob die Vorwürfe einer sozialen Benachteiligung der Unterschicht begründet waren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine historisch-analytische Methode angewandt, die auf der Auswertung zeitgenössischer Dokumente, Berichte und statistischer Analysen aus der Forschungsliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Freiwilligenphase im ersten Kriegsjahr und die Analyse der durch Wehrpflichtgesetze (Conscription Law/Enrollment Act) induzierten gesellschaftlichen Proteste.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Rekrutierung, Wehrpflicht, Union, Konföderation, Bürgerkrieg, soziale Gerechtigkeit und das Schlagwort "A rich man’s war, but a poor man’s fight".

Wie reagierte die Bevölkerung im Süden auf die Einführung der Wehrpflicht?

Die Bevölkerung reagierte mit Protesten, die vor allem auf die Ausnahmeregelungen für wohlhabende Plantagenbesitzer und die Möglichkeit der Freikaufung durch Ersatzmänner abzielten.

Warum war der "New York Draft Riot" von 1863 bedeutend?

Dieser Aufstand war ein blutiges Beispiel für die soziale Gewalt, die durch die Wehrpflicht im Norden ausgelöst wurde, und verdeutlichte den massiven Unmut der Bevölkerung über die als ungerecht empfundene Rekrutierungspolitik.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Rekrutierung der Soldaten im amerikanischen Bürgerkrieg
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Historicum)
Veranstaltung
Proseminar : "Der amerikanische Bürgerkrieg 1861-1865"
Note
1,75
Autor
Antje Lehmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
17
Katalognummer
V52155
ISBN (eBook)
9783638479394
ISBN (Buch)
9783638764674
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rekrutierung Soldaten Bürgerkrieg Proseminar Bürgerkrieg
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Antje Lehmann (Autor:in), 2003, Die Rekrutierung der Soldaten im amerikanischen Bürgerkrieg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52155
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Leseprobe aus  17  Seiten
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