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Unterschlagungsprüfung

Title: Unterschlagungsprüfung

Term Paper , 2001 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Torsten Hildebrandt (Author)

Business economics - Revision, Auditing
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In der folgenden Arbeit wird der Unterschlagungsbegriff, in Anlehnung an Meyer zu Lösebeck, wie folgt definiert1.


„Eine Unterschlagung ist eine absichtliche Beeinträchtigung der Unternehmung
durch interne oder externe Täter, die sich in einer direkten Vermögensschädigung
einer Unternehmung bzw. persönliche Bereicherung widerspiegelt.“

Demnach stellen Unterschlagung (§246 StGB), Betrug (§263 StGB), Urkundenfälschung (§267 StGB), Untreue (§266 StGB) sowie Diebstahl (§242 StGB) traditionelle Komponenten einer Unterschlagung dar. Dieser ursprüngliche Katalog strafbarer Handlungen ist durch das zweite Gesetz zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität um Datenveränderungen (§303a StGB), Computerbetrug (§263a StGB), Fälschung beweiserheblicher Daten (§269 StGB), Computersabotage (§303b StGB) und Ausspähen von Daten (§202a StGB) erweitert worden. Die aufgeführten Straftatbestände werden unter dem Begriff der dolosen Handlung zusammengefasst2.

Folglich ist die Prüfung auf dolose Handlungen (=Unterschlagungsprüfung) in einer Unternehmung durch ihre Aufgabenstellung in den Bereich der Sonder- oder Teilprüfungen einzuordnen.

1 Vgl. Meyer zu Lösebeck (Unterschlagungsverhütung) S. 13
2 Vgl. Meyer zu Lösebeck (Unterschlagungsverhütung) S. 19

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Definition Unterschlagungsprüfung

1.2 Prüfungshandlungen

1.3 Formen der Unterschlagungsprüfung

2. Abschlussprüfung/Unterschlagungsprüfung

3. Prüfungsvoraussetzungen

3.1 Anlässe

3.2 Prüfungsauftrag

3.3 Prüfungsträger

4. Prüfungsvorbereitung

4.1 Sachlicher Prüfungsplan

4.2 Zeitlicher Prüfungsplan

4.3. Personeller Prüfungsplan

5. Durchführung der Unterschlagungsprüfung

5.1 Prüfung aufgrund konkreter Hinweise

5.2 Prüfung aufgrund von Verdachtsmomenten

5.3. Prophylaxeprüfung

5.4 Sonderformen

5.4.1 EDV-Unterschlagungen

5.4.2 Management-Unterschlagungen

6. Berichterstattung

7. Prüfungskonsequenzen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit analysiert die theoretischen und praktischen Grundlagen der Unterschlagungsprüfung im Kontext der betriebswirtschaftlichen Abschlussprüfung. Ziel ist es, die spezifischen Anforderungen, Vorgehensweisen und methodischen Herangehensweisen bei der Aufdeckung doloser Handlungen in Unternehmen darzulegen und von der regulären Abschlussprüfung abzugrenzen.

  • Definition und Abgrenzung der Unterschlagungsprüfung
  • Planung und Durchführung von Sonderprüfungen bei Verdachtsfällen
  • Die Rolle des internen Kontrollsystems (IKS) in der Prävention
  • Besonderheiten bei EDV- und Management-Unterschlagungen
  • Anforderungen an die Berichterstattung und Prüfungskonsequenzen

Auszug aus dem Buch

5.4.2 Management-Unterschlagungen

Im Gegensatz zu anderen Tätergruppen sind Schäden, die durch das Management verursacht werden, signifikant höher, da sich Defraudanten der Managementebene in Vertrauenspositionen befinden. Dadurch ergeben sich Möglichkeiten der Manipulation von Vermögensgegenstände, die Personen der operativen Ebene bzw. externe Täter nicht durchführen können.

Managementunterschlagungen betreffen meist Geschäftsvorfälle, die selten vorkommen bzw. die nicht – oder nur partiell – vom IKS erfasst werden können. Solche Sonderfälle doloser Handlungen werden häufig vom Management (bei unzureichender Funktionentrennung) bearbeitet und deshalb nur selten von der internen Revision oder dem Aufsichtsorgan festgestellt. Folglich darf sich ein Prüfer nicht scheuen, die Integrität des Managements in Frage zu stellen, falls Transaktionen – die vom Management durchgeführt wurden – verdächtig erscheinen.

Erhärtet sich der Verdacht einer Managementunterschlagung, ist die Identität der Geschäftspartner festzustellen. Hierzu ist es notwendig Untersuchungen einzuleiten, ob die Geschäftspartner „tatsächlich existieren, die sind, für die sie sich ausgegeben haben und vom zu prüfenden Management unabhängig sind.“

Der Unterschlagungsprüfer bedarf in Fällen der Managementunterschlagung einer erhöhten Unterstützung durch die Konzernspitze, Aufsichtsorgane oder Gesellschafter, um effizient die Prüfung durchführen zu können.

Zusätzliche direkte Prüfungshandlungen (lückenlose/stichprobenweise Prüfung) des Geschäftsvorfalles bzw. des Umfeldes sind notwendig, falls sich der Verdacht auf Scheingeschäfte oder nicht marktgerechte Konditionen erhärtet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert den Begriff der Unterschlagung und ordnet die Unterschlagungsprüfung als Sonder- oder Teilprüfung ein.

2. Abschlussprüfung/Unterschlagungsprüfung: Differenziert zwischen der Pflichtprüfung und der zweckgebundenen Unterschlagungsprüfung.

3. Prüfungsvoraussetzungen: Erläutert Anlässe, Auftragsvergabe und die Wahl zwischen internen und externen Prüfungsträgern.

4. Prüfungsvorbereitung: Beschreibt die Strukturierung der Prüfung in sachliche, zeitliche und personelle Planungsabschnitte.

5. Durchführung der Unterschlagungsprüfung: Behandelt methodische Vorgehensweisen bei konkreten Hinweisen, Verdachtsmomenten, präventiver Prüfung sowie speziellen Tätergruppen.

6. Berichterstattung: Legt die Anforderungen an die Dokumentation und die Berichtsgrundsätze fest.

7. Prüfungskonsequenzen: Zeigt operative Maßnahmen zur Risikominimierung nach einer aufgedeckten Unterschlagung auf.

Schlüsselwörter

Unterschlagungsprüfung, Dolose Handlungen, Internes Kontrollsystem, Abschlussprüfung, Defraudation, Sonderprüfung, Prüfungsvorbereitung, Management-Unterschlagungen, EDV-Revision, Beweissicherung, Prüfungsplan, Prävention, Schadensregulierung, IKS, Wirtschaftsprüfung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Anforderungen und Vorgehensweisen bei der Prüfung auf Unterschlagungen innerhalb eines Unternehmens.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit beleuchtet die Definition von Unterschlagungen, die Abgrenzung zur regulären Jahresabschlussprüfung, die Planung sowie die Durchführung von Sonderprüfungen bei Verdachtsfällen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, Prüfern einen systematischen Leitfaden an die Hand zu geben, wie Unterschlagungen in verschiedenen Unternehmensbereichen aufgedeckt und präventiv durch ein starkes internes Kontrollsystem (IKS) verhindert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der geltende Fachgutachten, Prüfungsstandards des IdW und einschlägige Fachpublikationen zur Revision und Sonderprüfung systematisch ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Prüfungsvorbereitung, die spezifische Durchführung bei Hinweisen und Verdachtsmomenten, die Rolle des IKS sowie die besonderen Vorgehensweisen bei EDV-gestützten oder durch das Management begangenen Unterschlagungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Unterschlagungsprüfung, dolose Handlungen, IKS-Prüfung und Wirtschaftsprüfung definieren.

Warum stellt die Management-Unterschlagung eine besondere Herausforderung dar?

Management-Unterschlagungen sind aufgrund der Vertrauensposition der Täter sowie deren Möglichkeiten zur Umgehung von Kontrollmechanismen besonders schwer zu entdecken und verursachen meist signifikant höhere Schäden.

Welche Rolle spielen EDV-Systeme bei der Unterschlagungsprüfung?

Moderne EDV-Systeme ermöglichen durch den Vergleich von operativen Daten und Revisionsprotokollen eine effiziente Identifikation von ungewöhnlichen Transaktionen, was sie zu einem unverzichtbaren Werkzeug für den heutigen Prüfer macht.

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Details

Title
Unterschlagungsprüfung
College
Leipzig University of Applied Sciences  (Fachbereich Wirtschaftswissenschaften)
Grade
1,7
Author
Torsten Hildebrandt (Author)
Publication Year
2001
Pages
23
Catalog Number
V5221
ISBN (eBook)
9783638131889
ISBN (Book)
9783638683814
Language
German
Tags
Sonderprüfung Unterschlagungsprüfung Management-Unterschlagung Abschlussprüfung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Torsten Hildebrandt (Author), 2001, Unterschlagungsprüfung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5221
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