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Mutmaßungen über den zukünftigen Umgang mit alten Menschen anhand der Entwicklung von Vormundschafts-/ Betreuungsrecht sowie Heimgesetz

Title: Mutmaßungen über den zukünftigen Umgang mit alten Menschen anhand der Entwicklung von Vormundschafts-/ Betreuungsrecht sowie Heimgesetz

Examination Thesis , 2006 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Wolfgang Viebahn (Author)

Sociology - Old Age
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Der Versuch dieser Facharbeit ist es, zu einer Annahme zu gelangen, wie die Zukunft von Pflegeheimen aussehen könnte und damit die Tätigkeit eines Heimleiters.
Da ich seit etlichen Jahren als selbständiger Berufsbetreuer tätig bin, versuche ich zu dieser Annahme zu gelangen, indem ich die Entwicklung des Vormundschafts- und Betreuungsrechts schildere bis in die Gegenwart hinein. Diese Entwicklung, welche gerade in dem vergangenen Jahr 2005 einen traurigen Umschwung vollzog (weshalb ich auch die Gesetzesänderung zum 1.7.2005 in einem separaten Punkt beschreibe), soll als Gradmesser dienen für den weiteren Umgang mit Alten und Behinderten, welche ja hauptsächlich vom Betreuungsrecht betroffen sind.
Um aufzuzeigen, dass ein Wandel von Werten bezüglich des Umganges mit Mitmenschen und bezüglich des Wertes eines Menschen innerhalb kürzester Zeit möglich ist, gehe ich in Punkt Nr. 3 auf den Umgang mit Behinderten - den sogenannten „Ballastexistenzen“ - im Dritten Reich ein. Ich schildere den Umgang zu dieser Zeit mit dem Vormundschaftsrecht und berichte von dem einzigen Vormundschaftsrichter, welcher sich nachdrücklich gegen die Tötung von Behinderten wehrte.
Ich beschäftige mich dann in einem weiteren Punkt mit dem Buch „Das Methusalem Komplott“ von Frank Schirrmacher, welcher aus der unausweichlich auf uns zukommenden Überalterung der Gesellschaft ebenfalls Schlüsse zu ziehen versucht auf den Umgang mit alten Menschen in der Zukunft.
Alle bis hierher behandelten Punkte benutze ich dann, um einen Ausblick zu bekommen, wie die Tätigkeit eines Heimleiters zukünftig aussehen könnte.
Ich gehe auf die Tätigkeit eines Heimleiters ein, so wie sie sich derzeit aus dem Heimgesetz ergibt und durch die Interessengruppen, welche in der Einrichtung Heim leben und arbeiten.
Zukünftig werden die demographische Entwicklung, die Sicht und Bewertung des alten Menschen und die Beständigkeit oder eben Unbeständigkeit von menschlichen Wertvorstellungen - wie in den vorhergehenden Punkten besprochen – auf das Berufsbild des Heimleiters und die Anforderungen an einen Heimleiter entscheidenden Einfluss haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ursprünge und Entwicklung des Vormundschaftsrechts

2.1. Das Betreuungsgesetz vom 1.1.1992

2.2. Das Betreuungsrechtsänderungsgesetz zum 1.1.1999

3. Vormundschaftsrecht im Dritten Reich

4. Folgen des Dritten Reichs für Vormundschaftsrecht und Betreuungsrecht

5. Das 2. Betreuungsrechtsänderungsgesetz zum 1.7.2005 und das Vormünder – und Betreuervergütungsgesetz VBVG

5.1. Widersprüche zwischen dem neuen Betreuungsrechtsänderungsgesetz und dem Grundgesetz sowie dem Betreuungsgesetz gem. BGB

5.2. Folgen des Betreuungsgesetzes zum 1.7.2005 für Sozialhilfeträger und Pflegekassen

6. Mutmaßungen über den zukünftigen Umgang mit alten Menschen

7. Die Anforderungen an einen Heimleiter

8. Aussicht auf zukünftige Anforderungen an einen Heimleiter

9. Schlusskapitel

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Vormundschafts- und Betreuungsrechts sowie des Heimgesetzes, um daraus Prognosen für den zukünftigen Umgang mit alten Menschen und das Stellenprofil eines Heimleiters unter den Bedingungen einer alternden Gesellschaft und knapper werdender wirtschaftlicher Mittel abzuleiten.

  • Historische Entwicklung des Vormundschafts- und Betreuungsrechts
  • Auswirkungen der Rechtsprechung auf die soziale Betreuung
  • Einfluss der demographischen Entwicklung auf Wertvorstellungen
  • Herausforderungen für das Berufsbild des Heimleiters
  • Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen Zwängen und Betreuungsqualität

Auszug aus dem Buch

3. Vormundschaftsrecht im Dritten Reich

Die oben geschilderte Fortentwicklung des Wesens der Vormundschaft bis in die Gegenwart wurde drastisch unterbrochen durch das Dritte Reich. Im Dritten Reich galten Behinderte vielfach als „Ballastexistenzen“. Was waren die Voraussetzungen für diese Einstellung gegenüber Behinderten ?

Besonders wichtig auch für die in den folgenden Punkten angestellten Überlegungen ist, dass zu Beginn des Dritten Reiches bekanntermassen bei weitem nicht der Lebensstandard herrschte, welcher heute gängig ist.

„ Die Inflation von 1923 und die Weltwirtschaftskrise von 1928 prägten das Denken und Handeln von Millionen Menschen bis in jede Familie hinein. Sogar wir damals Jungen konnten uns noch an die heute unvorstellbare Armut in Deutschland von 1932 erinnern. In meiner Breslauer Volksschulklasse kam fast die Hälfte der Erstklässler bis zum ersten Schneefall barfuss in den Unterricht. Die Eltern hatten weder Geld für feste Schuhe noch für warme Winterbekleidung, schon Sandalen galten als Luxus.“ (6)

Diese Armut trug sicherlich einen hier nicht zu bewertenden Teil dazu bei, dass die damaligen Entscheidungsträger auf die Idee verfielen, die o.g. „Ballastexistenzen“ zu vernichten und diese Entscheidung auch von den Personen, welche für die Ausführung verantwortlich waren, mitgetragen wurden, seien diese nun in der Ärzteschaft oder Justiz angesiedelt. Durch die Vernichtung der aufwändig zu pflegenden Behinderten sollten menschliche und finanzielle Ressourcen freigesetzt werden, hierzu jedoch später. Darüber hinaus spielte natürlich die Rassenhygiene eine Rolle.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Absicht, aus der historischen Entwicklung des Rechts und dem Buch von Frank Schirrmacher die Zukunft der Pflege und des Heimleiterberufs zu analysieren.

2. Ursprünge und Entwicklung des Vormundschaftsrechts: Es wird die historische Genese von der römischen Zeit bis zu modernen Betreuungsgesetzen nachgezeichnet, wobei eine zunehmende Stärkung der Rechte des Betreuten hervorgehoben wird.

3. Vormundschaftsrecht im Dritten Reich: Das Kapitel dokumentiert den radikalen Bruch durch den Nationalsozialismus, bei dem Menschen mit Behinderungen als Ballastexistenzen systematisch vernichtet wurden.

4. Folgen des Dritten Reichs für Vormundschaftsrecht und Betreuungsrecht: Hier wird kritisch hinterfragt, ob heutige gesetzliche Entwicklungen durch das Bestreben geprägt sind, vergangene Verbrechen durch eine teils übersteigerte oder praxisferne Gesetzgebung wiedergutzumachen.

5. Das 2. Betreuungsrechtsänderungsgesetz zum 1.7.2005 und das Vormünder – und Betreuervergütungsgesetz VBVG: Es wird analysiert, wie diese Gesetzesänderung durch finanzielle Kürzungen die persönliche Betreuung gefährdet und zu einer rein verwaltungsorientierten Praxis zwingt.

6. Mutmaßungen über den zukünftigen Umgang mit alten Menschen: Auf Basis soziologischer Literatur wird der Wandel des Altersbildes in einer Gesellschaft mit schwindendem Wohlstand untersucht.

7. Die Anforderungen an einen Heimleiter: Das Kapitel arbeitet das Anforderungsprofil eines Heimleiters gemäß Heimgesetz heraus, der heute als Vermittler zwischen verschiedenen Interessengruppen fungiert.

8. Aussicht auf zukünftige Anforderungen an einen Heimleiter: Es wird dargelegt, dass die gesetzlichen Anforderungen in der Praxis aufgrund von Zeit- und Ressourcendruck kaum umsetzbar sind.

9. Schlusskapitel: Zusammenfassend wird prognostiziert, dass die betriebswirtschaftliche Kompetenz, die Vermittlungsfähigkeit und ein starkes Gewissen zu den entscheidenden Kernkompetenzen für Heimleiter werden.

Schlüsselwörter

Vormundschaftsrecht, Betreuungsrecht, Heimgesetz, Heimleiter, Euthanasie, Nationalsozialismus, demographischer Wandel, Sozialwesen, Ballastexistenzen, Betreuervergütung, Selbstbestimmung, Menschenwürde, Pflegequalität, Wirtschaftlichkeit, Schirrmacher.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Facharbeit analysiert die Entwicklung des Vormundschafts- und Betreuungsrechts sowie des Heimgesetzes, um die Auswirkungen auf das heutige Berufsbild des Heimleiters und den gesellschaftlichen Umgang mit alten Menschen zu bewerten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung des Rechts, dem Einfluss von Wertvorstellungen und wirtschaftlichen Faktoren auf die soziale Betreuung sowie der praktischen Umsetzung gesetzlicher Vorgaben im Heimalltag.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aus historischen Erfahrungen und aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen Annahmen darüber zu treffen, wie sich die Tätigkeit eines Heimleiters und die Versorgung alter Menschen zukünftig verändern werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine rechtsgeschichtliche Analyse, verknüpft diese mit aktuellen gesetzlichen Entwicklungen und zieht soziologische Analysen aus Fachliteratur heran, um Hypothesen zur Zukunft der Pflege aufzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entwicklung vom römischen Recht über den Nationalsozialismus bis zu den Betreuungsrechtsänderungen von 1992 bis 2005 sowie den daraus resultierenden Anforderungen an Heimleiter.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Vormundschaftsrecht, Betreuungsrecht, Heimgesetz, demographischer Wandel, Menschenwürde und die betriebswirtschaftliche Herausforderung im Sozialwesen geprägt.

Welche Rolle spielt das Buch "Das Methusalem Komplott" im Kontext der Arbeit?

Das Buch dient dazu, die gesellschaftliche Wahrnehmung des Alterns und den ökonomischen Druck auf das Sozialwesen in einer überalternden Gesellschaft zu verdeutlichen und auf mögliche zukünftige Gefahren hinzuweisen.

Wie bewertet der Autor die aktuelle wirtschaftliche Situation der Berufsbetreuer?

Der Autor sieht durch die Pauschalvergütungen der aktuellen Gesetzgebung die Qualität der persönlichen Betreuung massiv gefährdet, da Betreuer wirtschaftlich gezwungen sind, ihre Arbeit auf reine Verwaltung zu reduzieren.

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Details

Title
Mutmaßungen über den zukünftigen Umgang mit alten Menschen anhand der Entwicklung von Vormundschafts-/ Betreuungsrecht sowie Heimgesetz
Course
Ausbildung Heimleiter; Management sozialer Einrichtungen
Grade
1,0
Author
Wolfgang Viebahn (Author)
Publication Year
2006
Pages
28
Catalog Number
V52681
ISBN (eBook)
9783638483285
ISBN (Book)
9783638662222
Language
German
Tags
Mutmaßungen Umgang Menschen Entwicklung Vormundschafts-/ Betreuungsrecht Heimgesetz Ausbildung Heimleiter Management Einrichtungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Wolfgang Viebahn (Author), 2006, Mutmaßungen über den zukünftigen Umgang mit alten Menschen anhand der Entwicklung von Vormundschafts-/ Betreuungsrecht sowie Heimgesetz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52681
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