Was können wir wissen?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005

19 Seiten, Note: 1


Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. EINSTEINS Relativitätstheorie
2.1 Die Spezielle Relativitätstheorie
2.2 Die Allgemeine Relativitätstheorie
2.3 Sind Reisen mit Lichtgeschwindigkeit oder Zeitreisen möglich?

3. Die Urknalltheorie
3.1 Der Anfang von allem
3.2 Infragestellung der Urknalltheorie

4. Was können wir wissen?
4.1 Der Blick in die Zukunft
4.1.1 Ist alles vorbestimmt?
4.1.2 Der wissenschaftliche Determinismus
4.2 Die Grenzen des Denkens
4.2.1 Was können wir denn nun wissen?
4.2.2 Geht der Mensch zu weit?

5. Nachwort - Philosophie als Ersatz-Religion?

Literaturverzeichnis

Erklärung

1. Vorwort

Ich wählte diesen Auszug aus KINGS „Der dunkle Turm“, da er neben der Wissenschaft der Physik vor allem Aspekte der Philosophie beleuchtet. Besonders schwierig am Schreiben dieser Hausarbeit mochte er gewesen sein, bei einem Thema, das vor allem naturwissenschaftliche Erkenntnisse umfasst, diese beiden Wissenschaften unter einen Hut zu bringen.

Seit eh und je versucht der Mensch zu forschen und den Fragen der Natur auf den Grund zu gehen. Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Wie groß ist das Universum? Diese als solche formulierten Grundfragen verdeutlichen, dass Naturwissenschaften vor allem aus philosophischen Fragestellungen gewachsen sind.

Da die Frage nach einem größtmöglichen Wissen des Menschen bezogen auf die großen philosophischen Fragen sehr komplex ist, musste ich mich auf bestimmte Themen beschränken. Daher sei kurz die wesentliche Fragestellung und der Aufbau meiner Hausarbeit genannt:

1. Nach allem, was wir erforscht haben, stellt sich die Frage, ob Zeitreisen bzw. Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit nicht nur reine Science Fiction, sondern tatsächlich denkbar sind. Um zu verdeutlichen, wie man überhaupt auf einen derartigen Gedanken kommen kann, wird eine Darstellung von EINSTEINS Relativitätstheorie gegeben, deren Erkenntnisse zum besseren Verständnis einiger angesprochener Fragestellungen helfen sollen.
2. Die Frage, wie weit wir Menschen werden reisen können, bringt uns zur nächsten Fragestellung, die Mittelpunkt des Auszugs aus KINGS „Der dunkle Turm“ ist: Wie groß ist das Universum? Ist es tatsächlich unendlich groß oder sind Grenzen gesetzt? Interessante Antworten bietet die allseits anerkannte Urknalltheorie. Doch wissen wir wirklich, was wir zu wissen glauben oder bietet sie Grund zur Skepsis?
3. Letzter Punkt soll die Frage sein, die der Hausarbeit ihren Titel verleiht: Zu welchem Wissen kann der Mensch in der Lage sein? Kritik am Wissensdrang des Menschen soll auch hier nicht fehlen und obendrein will ich mich mit einer Frage beschäftigen, die meiner Ausarbeitung die Berechtigung verleiht, überhaupt als philosophische Arbeit angesehen zu werden: Die Frage, ob alles, was jemals geschieht und was wir jemals werden wissen können, vorherbestimmt ist und ob wir Menschen einen freien Willen haben.

2. EINSTEINS Relativitätstheorie

Unser Weltbild wurde durch völlig auf den Kopf gestellt, als EINSTEIN 1905 seine Spezielle und 1915 seine Allgemeine Relativitätstheorie vorstellte. Diese wurde allerdings erstmals 1919 bestätigt, und noch immer finden Tests statt, die weitere ihrer Aussagen zu bestätigen versuchen. Da dies bisher immer gelungen ist, wird bei neuen physikalischen Erkenntnissen zunächst immer darauf geachtet, ob diese mit der Relativitätstheorie zu vereinbaren sind.

Im Folgenden möchte ich die wichtigsten Erkenntnisse der Speziellen sowie der Allgemeinen Relativitätstheorie wiedergeben. Die einzelnen Punkte stellen eine Zusammenfassung von SCHIRAWSKIS Artikel über beide Theorien dar.[1]

2.1 Die Spezielle Relativitätstheorie

1. Die Lichtgeschwindigkeit ist konstant

Die Fahrer zwei aufeinander fahrender Autos, von denen eines 200 km/h und das andere mit 300 km/h fährt, sehen jeweils den anderen mit 500 km/h auf sich zukommen.

Bei weitaus größeren Geschwindigkeiten haben wir ein anderes Verhältnis, das unserem Verstand trotzt: Ein mit 200000 km/s rasendes Raumschiff sieht einen ihm entgegenkommenden Lichtstrahl mit einer Geschwindigkeit von 300000 km/s nicht mit 500000 km/s auf sich zukommen, sondern nur mit 300000 km/s.

Wie man es auch dreht und wendet; die Lichtgeschwindigkeit ist für jeden Beobachter gleich.

2. Gleichzeitigkeit gibt es nicht

Der seltsam erscheinende Umstand, dass Lichtgeschwindigkeit immer gleich ist, hat zur Folge, dass es eine objektive Gleichzeitigkeit nicht gibt.

Ob zwei weit voneinander entfernte Lampen gleichzeitig aufblitzen, erkennen wir auf der Erde daran, dass sich ihr Licht gleichzeitig in der Mitte der Strecke trifft. Ein Beobachter, der mit hoher Geschwindigkeit vorbeifliegt, sieht die rechte Lampe, wenn er auf sie zufliegt, eher aufblitzen als die Linke, von der er sich wegbewegt und deren Licht ihn später erreicht.

3. Die Zeit dehnt sich

Durch die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit ergibt sich ebenso der Umstand, dass Zeit für bewegte Beobachter langsamer vergeht. Zeit ist also relativ. Was im alltäglichen Leben wie z.B. beim Autofahren nicht auffällt, muss beim Arbeiten mit lichtschnellen Teilchen auf jeden Fall berücksichtigt werden.

4. Der Raum staucht sich

Ein vorbeirasendes Raumschiff wirkt für einen Beobachter auf der Erde verkürzt. Umgekehrt wirkt die Erde ebenso verkürzt für den Raumfahrer.

5. Die Masse wächst

Wirft ein Raumfahrer während der Fahrt einen blinkenden Gegenstand (z.B. ein Radio) an die Wand, sieht man als irdischer Beobachter, wie sich der Gegenstand langsamer bewegt als der Raumfahrer es sieht, da die Zeit im Raumschiff ja langsamer vergeht. Da das Radio dennoch zerschellt, muss die Masse des Gegenstandes, aus Perspektive des irdischen Beobachters, gewachsen sein.

Die sich daraus ergebende berühmte Formel e = mc² besagt: Energie ist Masse mal Lichtgeschwindigkeit zum Quadrat.

2.2 Die Allgemeine Relativitätstheorie

1. Gravitation und Beschleunigung sind gleich

Dass es zwischen Gravitation und Beschleunigung keinen Unterschied gibt, wird durch das Beispiel erklärt, dass ein Wissenschaftler, der sich in einem fensterlosen Labor befindet, nicht merken würde, ob er sich auf der Erde befindet oder sein Labor mittels eines Hakens an einer konstant beschleunigten Rakete angehängt und mitgezogen würde.

2. Gravitation dehnt die Zeit

Nach der Speziellen Relativitätstheorie dehnt eine hohe Beschleunigung die Zeit. Da Gravitation und Beschleunigung gleich sind, verlangsamt auch Gravitation die Zeit.

3. Massen krümmen den Raum

Gravitation hat nicht nur einen Einfluss auf die Zeit, sondern auch auf den Raum, so wie wir von der Speziellen Relativitätstheorie wissen, dass sich bei einer Zeitdehnung auch eine Raumkrümmung ergibt. Durch den gekrümmten Raum spüren andere Massen eine Anziehungskraft. Der Anschaulichkeit halber kann man sich eine Gummimatte vorstellen, auf der Kugeln mit verschiedener Masse liegen. Je massenreicher, desto mehr wird die Gummimatte (der Raum) eingedrückt. Eine umherrollende Kugel kann in eine solche Vertiefung hineinrollen (von ihr angezogen werden).

4. Massen lenken das Licht ab

Diese Raumkrümmung wirkt sich nicht nur auf Massen aus, sondern auch auf das Licht. Ein Lichtstrahl fliegt nicht geradeaus, sondern wird durch die Massen der Planeten und Sterne abgelenkt. Das hat zur Folge, dass von der Erde zu erkennende Planeten an einer anderen Stelle erscheinen können als sie sich tatsächlich befinden. Das von ihnen ausgestrahlte Licht wird abgelenkt.

Als 1919 bei einer Sonnenfinsternis dieser Effekt erstmals nachgewiesen wurde, wurde EINSTEIN im wahrsten Sinne des Wortes über Nacht berühmt.

5. Es gibt Schwarze Löcher

Schwarze Löcher sind „hochverdichtete Massen, in deren Nähe die Zeit stillsteht und die jegliches Licht aufsaugen, das ihnen zu nahe kommt.“[2] Informationen, die in Schwarzen Löchern verloren gehen, sind unerreichbar. Da sie pure Gravitation sind, könnten sie mit Leichtigkeit ganze Sterne in sich aufsaugen.

2.3 Sind Reisen mit Lichtgeschwindigkeit oder Zeitreisen möglich?

Seit EINSTEIN ist die Newtonsche Zeit, die unbeeinflusst von allem anderen verläuft, ein hinfälliger Gedanke. Sie ist abhängig von der Bewegung und kann an anderen Orten anders vergehen, je nachdem, wie massenreich das Objekt ist, dem man sich nährt. Zeit und Raum bilden eine vierdimensionale Einheit, die wir Raumzeit nennen, und die von Himmelskörper gekrümmt wird. Diese gekrümmte Raumzeit wiederum wirkt als Schwerkraft, die sich auf die Himmelskörper auswirkt.

[...]


[1] Vgl. SCHIRAWSKI, Nicolai: Einstein Special - Seine revolutionären Theorien. In: P.M. 1: 60 – 65. 2005, S. 60 – 63.

[2] SCHIRAWSKI 2005, S. 63 (Fn 1).

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Was können wir wissen?
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
Veranstaltung
Philosophische Ideen der Raumfahrtpioniere
Note
1
Autor
Jahr
2005
Seiten
19
Katalognummer
V52946
ISBN (eBook)
9783638485227
ISBN (Buch)
9783656783404
Dateigröße
478 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Über die Grenzen des menschlichen Denkens, unsere Stellung in Raum und Zeit und den wissenschaftlichen Determinismus.
Schlagworte
Philosophische, Ideen, Raumfahrtpioniere
Arbeit zitieren
Christian Wathling (Autor:in), 2005, Was können wir wissen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52946

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