Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › French Studies - Literature

Die Frauenfiguren in Voltaires Roman L'Ingenu - Eine Betrachtung von Voltaires Frauenbild

Title: Die Frauenfiguren in Voltaires Roman L'Ingenu - Eine Betrachtung von Voltaires Frauenbild

Seminar Paper , 2001 , 16 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Silvia Bannenberg (Author)

French Studies - Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

„Voltaire und die Frauen − das klingt nicht nach einem aufregenden Thema.“ 1 Diesem Statement Stackelbergs kann und möchte ich mich nicht anschließen, im Gegenteil bin ich der Meinung, dass dieser in der Voltaireforschung relativ wenig Beachtung zukommenden Thematik mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Diese Arbeit setzt sich deshalb mit der Frage auseinander, inwiefern sich Voltaires Frauenbild in den weiblichen Figuren seiner „romans et contes“ manifestiert und ob − etwa bei späteren Werken im Vergleich zu früheren − eine Veränderung seines Frauenbildes sichtbar wird. Aus Voltaires Privatleben sind mehrere Frauen und Affären bekannt; eine der ersten Liaisons wohl die mit Pimpette, wegen der Voltaire (1694-1778) im Alter von 19 Jahren seine Sekretärsanstellung beim Marquis de Châteauneuf aufgeben musste. In der seinem Werk Voltaire hintangestellten Lebens-Chronologie des Aufklärers berichtet Pomeau von mehreren Frauen, die Voltaire unterstützten: In seiner Kindheit wurden Voltaire von der 84-jährigen Ninon de Lenclos 1000 Franc „zur Anschaffung von Büchern“ vermacht; mit Mme de Rupelmonde unternahm er im Alter von 28 Jahren Reisen nach Cambrai, Brüssel und Den Haag; 1725 stand er bei der allmächtigen Mme de Prie in Gunst. 2 Die Frau, die ohne Zweifel die größte Rolle in Voltaires Leben gespielt hat, war Emilie du Châtelet, von Voltaire als „grand homme“ bezeichnet. 3 Von 1734 bis zu dem Tod der Marquise 1749 lebte und arbeitete Voltaire zumeist in Cirey auf dem Schloss der Châtelets, während Emilies Ehemann auf Reisen war. Die Beziehung Voltaires zu Mme du Châtelet gründete sich vor allem auf beider naturwissenschaftliches Interesse, war jedoch, so Stackelberg, nicht ausschließlich platonisch. 4 1748 überraschte Voltaire Emilie in den Armen Saint-Lamberts; die Marquise wurde schwanger und starb später im Kindbett, was Voltaire tief betrauerte. Von seiner Nichte, Mme Denis, hatte Voltaire hingegen offenbar keine ganz so hohe Meinung. Im Dezember 1760 adoptierte Voltaire Mlle Corneilles, unternahm in den folgenden Jahren einige Anstrengungen, um sie mit einer Aussteuer zu versehen, damit sie 1763 heiraten konnte. Auch im Alter wurden Voltaire noch amouröse Abenteuer nachgesagt. Er heiratete nie und hatte auch keine Kinder. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Voltaires Roman L’Ingénu

1.1 Zur Entstehungsgeschichte

1.2 Zusammenfassung des Inhalts

2. Die Frauenfiguren in L’Ingénu

2.1 Mlle Kerkabon

2.2 Mlle de St. Yves

2.3 Mlle du Tron, Mme de Lesdiguières, Mlle de Mauléon

2.4 L’amie dévote de Versailles

3. Vergleichende Betrachtung einiger Frauenfiguren aus Cosi-Sancta, Micromégas, Le monde comme il va und Candide ou l’optimisme

4. Fazit: Voltaires Frauenbild

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie sich das Frauenbild Voltaires in den weiblichen Figuren seiner "romans et contes" manifestiert und ob bei späteren Werken eine Veränderung seiner Sichtweise erkennbar ist. Dabei wird insbesondere der Roman "L’Ingénu" analysiert und in einen Vergleich mit anderen Erzählungen des Autors gesetzt.

  • Darstellung und Funktion der Frauenfiguren in "L’Ingénu"
  • Vergleichende Analyse weiblicher Charaktere in verschiedenen Werken Voltaires
  • Die Korrelation zwischen Voltaires Privatleben und seinen literarischen Frauenfiguren
  • Kritische Reflexion über das Frauenbild der Aufklärung am Beispiel Voltaires

Auszug aus dem Buch

2.2 Mlle de St. Yves

Sie ist die Schwester des Abbé de St. Yves, der zu den Freunden und Nachbarn der Kerkabons gehört, die Taufpatin des Ingénu und das Ziel dessen Liebe. Schön, klug und gleichzeitig sehr fromm, sich des Sinnlichen bewusst, sensibel und mitfühlend macht die St. Yves als Heldin des Romans im Laufe der Geschichte eine Entwicklung durch: Anfangs noch eher „typische Frau“, wird sie immer mehr zum eigenständig denkenden und handelnden Menschen, bis sie am Schluss − als einzige Frau in Voltaires „romans et contes“ neben der „princesse de Cachemire“ − vor Schmerz und Kummer stirbt. Im Gegensatz zu den meisten seiner Frauenfiguren beschreibt Voltaire Mlle de St. Yves relativ ausführlich − wenn er ihre Persönlichkeit auch nicht so sehr entwickelt wie zum Beispiel die des Ingénu − und weitgehend positiv.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es wird die Forschungsfrage dargelegt, inwiefern sich Voltaires Frauenbild in seinen Werken widerspiegelt und ob eine Entwicklung über die Zeit hinweg feststellbar ist.

1. Voltaires Roman L’Ingénu: Dieses Kapitel behandelt die Entstehungsgeschichte des Werks und gibt eine inhaltliche Zusammenfassung der Romanhandlung.

2. Die Frauenfiguren in L’Ingénu: Es folgt eine detaillierte Charakterisierung der weiblichen Protagonistinnen des Romans, darunter Mlle Kerkabon, Mlle de St. Yves und weitere Nebenfiguren.

3. Vergleichende Betrachtung einiger Frauenfiguren aus Cosi-Sancta, Micromégas, Le monde comme il va und Candide ou l’optimisme: Hier werden ausgewählte Frauenfiguren aus anderen Erzählungen Voltaires analysiert, um Parallelen und Unterschiede in ihrer Funktion als Ironieträgerinnen aufzuzeigen.

4. Fazit: Voltaires Frauenbild: Das Kapitel schließt mit der Erkenntnis, dass Voltaire zwar die Probleme der Frauen thematisierte, jedoch kein radikales Umdenken hinsichtlich gesellschaftlicher Reformen forderte, sondern seiner Zeit verhaftet blieb.

Schlüsselwörter

Voltaire, L’Ingénu, Frauenbild, Aufklärung, Romananalyse, Mlle de St. Yves, Literaturwissenschaft, Frauenfiguren, Romane, Erzählungen, Genderrollen, Gesellschaftskritik, 18. Jahrhundert, Literaturgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Frauenbild, das Voltaire in seinen "romans et contes" entwirft, mit einem besonderen Fokus auf seinen Roman "L’Ingénu".

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themenfelder umfassen die literarische Charakterisierung weiblicher Figuren, die Rolle der Frau im 18. Jahrhundert und Voltaires eigene Haltung zur Emanzipation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist herauszufinden, ob Voltaire ein konsistentes Frauenbild verfolgte oder ob sich seine Darstellung der Frau über die Zeit hinweg veränderte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Werkanalyse durchgeführt, die Textstellen aus den Primärquellen direkt mit den theoretischen Kommentaren der Voltaire-Forschung verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von "L’Ingénu" sowie einen vergleichenden Abschnitt, der weitere Werke wie "Candide" und "Micromégas" einbezieht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Schlagworte sind Voltaire, Frauenbild, Aufklärung, literarische Analyse und Gesellschaftskritik.

Warum spielt Mlle de St. Yves eine Sonderrolle unter den Frauenfiguren?

Sie ist eine der wenigen Frauen bei Voltaire, die eine ausgeprägte Persönlichkeitsentwicklung durchmacht und am Ende des Romans eine tragische, aber eigenständige Entscheidung trifft.

Wie bewertet die Verfasserin die vermeintliche Veränderung von Voltaires Frauenbild?

Sie kommt zu dem Schluss, dass keine generelle Veränderung im Sinne einer feministischen Entwicklung vorliegt; die tragischen oder selbstbewussten Züge einiger Figuren sind eher dem Zeitgeist und dem literarischen Sentimentalismus geschuldet.

Excerpt out of 16 pages  - scroll top

Details

Title
Die Frauenfiguren in Voltaires Roman L'Ingenu - Eine Betrachtung von Voltaires Frauenbild
College
University of Marburg  (Romanistik)
Course
Proseminar: Voltaire, Romans et contes
Grade
1,7
Author
Silvia Bannenberg (Author)
Publication Year
2001
Pages
16
Catalog Number
V53157
ISBN (eBook)
9783638486835
ISBN (Book)
9783656796541
Language
German
Tags
Frauenfiguren Voltaires Roman Ingenu Eine Betrachtung Voltaires Frauenbild Proseminar Voltaire Romans
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Silvia Bannenberg (Author), 2001, Die Frauenfiguren in Voltaires Roman L'Ingenu - Eine Betrachtung von Voltaires Frauenbild, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53157
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  16  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint