Ertrags- vs. cashbasierte Verfahren zur wertorientierten Steuerung


Hausarbeit, 2005

31 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Symbolverzeichnis

1. Einleitung und Problemstellung

2. Verfahren zur wertorientierten Steuerung

3. Analyse der Kennzahlen Delta-EVA / EVA und Delta-CVA / CVA
3.1 Der Delta-EVA / EVA als ertragsbasierte Steuerungsgröße
3.1.1 Ermittlung des EVA
3.1.2 Abgrenzung des Delta-EVA zum EVA
3.2 Der Delta-CVA / CVA als cashbasierte Steuerungsgröße
3.2.1 Vom CFRoI zum CVA – Grundlagen der Ermittlung
3.2.2 Abgrenzung des Delta-CVA zum CVA
3.3 Delta-EVA vs. Delta-CVA als Kennzahlen zur wertorientierten Steuerung
3.3.1 Eignung der Kennzahlen zur Entscheidungsunterstützung
3.3.2 Eignung zur Erfolgsbeurteilung und Verhaltenssteuerung
3.3.3 Wirtschaftlichkeit des Delta-EVA- und Delta-CVA-Konzepts

4. Zusammenfassung

Anhang

Literaturverzeichnis

Schriftliche Versicherung

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Statische vs. dynamische Steuerungsgrößen im Überblick

Abb. 2: Kategorisierung der unterschiedlichen Wertmanagementkonzepte

Abb. 3: Anforderungen an Steuerungsgrößen

Abb. 4: Schematische Übersicht zur Ermittlung des NOPAT

Abb. 5: Schematische Übersicht zur Ermittlung des IV

Abb. 6: Anreizsysteme – EVA im Vergleich mit Delta-EVA

Abb. 7: Schematische Ermittlung des Brutto Cashflow (inkl. Anpassungen)

Abb. 8: Schematische Ermittlung der Bruttoinvestitionsbasis

Abb. 9: Delta-EVA-Problematik bei linearer Abschreibung

Abb. 10: Delta-EVA bei ‚sinking-fund-depreciation’

Abb. 11: Annuitäten bei der ‚sinking-fund-depreciation’

Abb. 12: Delta-EVA unter Berücksichtigung des Tragfähigkeitsprinzips

Abb. 13: Delta-CVA bei konstanten Cashflows

Abb. 14: Kennzahlenvergleich – Theorie vs. Praxis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung und Problemstellung

Seit den frühen 1980er Jahren ist das Thema der wertorientierten Unternehmensführung verstärkt in das Blickfeld von Wissenschaftlern wie auch Praktikern gelangt. Obwohl Wertorientierung kein neues Konzept darstellt und sich in seinen Grundzügen bis ins 1. Jh. n. Chr. zurückverfolgen lässt[1], basiert die aktuelle Diskussion rund um den ‚Shareholder Value’ grundlegend auf der Kritik am traditionellen Rechnungswesen von RAPPAPORT (1986).[2] Doch auch die sich veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den vergangenen zwei Jahrzehnten haben zu der Auseinandersetzung beigetragen. Die Globalisierung der Märkte und die damit verbundene zunehmende Kapitalmarktorientierung sowie der allgemein gestiegene Kapitalbedarf der Unternehmen haben dazu geführt, dass Eigenkapitalgeber (= Shareholder) zunehmend in den Mittelpunkt bei der Formulierung von Unternehmenszielen rücken.[3]

Im Laufe dieser Diskussion wurden von verschiedenen Seiten, darunter auch bekannte Unternehmensberatungen, Anstrengungen betrieben, wertorientierte Erfolgskennzahlen zur Messung der Wertsteigerung zu entwickeln.[4] Zu den in der heutigen Praxis am weitesten verbreiteten Steuerungsgrößen zählen der Economic Value Added (EVA), der Cashflow Return on Investment (CFRoI), sowie der Cash Value Added (CVA).[5] Diese Maßzahlen werden sowohl für die interne Führung, als auch zunehmend für das externe Reporting verwendet, wobei gerade im Bezug auf die Eignung als internes Steuerungsinstrument uneinheitliche Meinungen existieren.[6]

Ziel dieser Arbeit soll sein, bei Klassifizierung der Kennzahlen in ertrags- sowie cashbasierte Performancemaße, eine Aussage hinsichtlich deren Eignung als Instrumente zur wertorientierten Unternehmenssteuerung zu treffen. Hierzu wird der Delta-EVA als Vertreter ertragsbasierter Verfahren dem Delta-CVA als Vertreter cashbasierter Verfahren gegenüber gestellt: Wert aus Investorensicht kann nur dadurch gesteigert werden, indem der Residualgewinn im Periodenvergleich weiter zunimmt, also der Delta-Übergewinn positiv ist.[7] Dieser zentralen Forderung entsprechend soll die Analyse daher an den Delta-Übergewinngrößen durchgeführt werden.

2. Verfahren zur wertorientierten Steuerung

Wertorientierte Steuerungsgrößen lassen sich anhand mehrerer unterschiedlicher Kriterien klassifizieren. So kann bspw. einerseits zwischen statischen (z. B. CF, EVA) und andererseits dynamischen Maßzahlen (DCF, DEVA, etc.) unterschieden werden.[8] Abb. 1 (vgl. Anhang) gibt hierzu einen grundlegenden Überblick über die relevanten Kennzahlen und deren Einordnung.

Ein anderer Ansatz, der die eigentliche Grundlage für die Problemformulierung dieser Arbeit darstellt, ist die Unterscheidung in ertragsbasierte und cashbasierte Verfahren. Ertragsbasierte Verfahren leiten sich primär aus Zahlen des externen Rechnungswesens, präziser aus den Rechengrößen Ertrag und Aufwand der Jahresabschlussrechnung, ab. Dem gegenüber zeichnen sich cashbasierte Verfahren durch eine größere Zahlungsorientierung aus. Hier liegen zur Ermittlung der Performancemaße entsprechend Informationen des internen Rechnungswesens, genauer Cashflows, zu Grunde.[9] Abb. 2 (vgl. Anhang) fasst die Zugehörigkeit der relevanten Kennzahlen zusammen.

Die Eignung als Instrument zur wertorientierten Steuerung ergibt sich aus der Fähigkeit, die in der Wissenschaft herausgearbeiteten Anforderungen an wertorientierte Steuerungsgrößen hinreichend umfangreich zu befriedigen.[10] Diese Kriterien ergeben sich aus den, einer Maßgröße zu Grunde liegenden Aufgaben der Entscheidungsunterstützung (Planungsfunktion) sowie der Verhaltenssteuerung (Kontrollfunktion, Leistungsbeurteilung).[11] Im Folgenden wird auf die Terminologie des von COENENBERG (2003) vertretenen Ansatzes zurückgegriffen, wobei Andere inhaltlich mit diesem weitgehend übereinstimmen.[12] Eine vollständige Übersicht hierzu bietet Abb. 3 (vgl. Anhang).

3. Analyse der Kennzahlen Delta-EVA / EVA und Delta-CVA / CVA

Nachdem die Ausgangspunkte für eine fundamentale Analyse der in diese Untersuchung einbezogenen Kennzahlen dargestellt wurden, werden nun in einem ersten Schritt die Konzepte des Delta-EVA und des Delta-CVA vorgestellt und gegen die jeweiligen Absolutgrößen EVA bzw. CVA abgegrenzt.

3.1 Der Delta-EVA / EVA als ertragsbasierte Steuerungsgröße

Der Economic Value Added (EVA®) wurde Anfang der 1990er Jahre von der New Yorker Unternehmensberatung STERN STEWART & CO. als einperioden-bezogenes Residualgewinnkonzept entwickelt und publiziert.[13] Vorrangiges Ziel war es, ein Mess- und Steuerungsinstrumentarium zu kreieren, mit dem sich periodenbezogen Veränderungen des Unternehmenswerts erkennen und steuern lassen.[14]

Der EVA wird auf Jahresbasis berechnet und liefert als absolute Ergebnisgröße den Residualgewinn (=Übergewinn). Dieser Residualgewinn ist die periodenbezogene Differenz aus dem durch das eingesetzte Kapital erwirtschafteten Gewinn und den kalkulatorischen Zinsen auf das eingesetzte Vermögen. Ein positiver EVA (EVA > 0) bedeutet demnach, dass die gesamten Finanzierungskosten durch den betrieblichen Gewinn gedeckt werden konnten, während ein negativer EVA (EVA < 0) besagt, dass die Finanzierungskosten den betrieblichen Gewinn in der betrachteten Periode überstiegen haben.[15]

Der Delta-EVA gibt im Gegensatz zum EVA Auskunft über die Veränderung des absoluten betrieblichen Übergewinns im Periodenvergleich, misst also die Wertschaffung bzw. die Wertvernichtung zwischen den betrachteten Zeitabschnitten:[16]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Da der Delta-EVA in seiner Ermittlung zentral von den einzelnen Perioden-EVAs abhängt, soll zunächst in einem Überblick auf die Grundlagen der formeltechnische Ermittlung des Economic Value Added und seiner einzelnen Komponenten eingegangen werden. Diese Analyse bildet die Basis für einen fundierten Vergleich mit den cashbasierten Verfahren im weiteren Verlauf.

3.1.1 Ermittlung des EVA

In die Berechnung des EVA gehen grundsätzlich anstelle von Cashflows Aufwendungen und Erträge auf Basis des Jahresabschlusses ein (d. h. unter Vernachlässigung des Zahlungszeitpunkts).[17] Weiterhin wird der EVA i. d. R. als Größe vor Kapitalkosten ermittelt. Eine Analyse vor Zinsen ist vor dem Hintergrund, eine einheitliche unternehmensweite Steuerungsgröße zu entwickeln, realitätsnäher, da einzelne operative Bereiche im Allgemeinen auf derartige Finanzierungsentscheidungen keinen unmittelbaren Einfluss ausüben können.[18]

Formal kann der EVA nach zwei Ansätzen ermittelt werden, wobei sich beide in den jeweils anderen überleiten lassen:[19]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] Vgl. Stelter, D. (1999), S. 208; Groll, K.-H. (2003), S. VI.

[2] Vgl. Coenenberg, A. G. (2003), S. 616; Crasselt, N./Pellens, B./Schremper, R. (2000), S. 72;
grundlegend: Rappaport, A. (1986).

[3] Vgl. Lachnit, L. (2002), S. 2253; Bärtl, O. (2001), S. 1.

[4] Vgl. Ballwieser, W. (2000), S. 160; Crasselt, N./Pellens, B./Schremper, R. (2000), S. 72.

[5] Vgl. Homburg, C./Toksal, A./Gödde, D. (2004), S. 8 f.

[6] Vgl. Crasselt, N./Pellens, B./Schremper, R. (2000), S. 72.

[7] Vgl. Plaschke, F. J. (2003), S. 157.

[8] Vgl. Schultze, W./Hirsch, C. (2005), S. 35.

[9] Vgl. Küting, K./Lorson, P. (1998), S. 489.

[10] Vgl. Weber, J. u. a. (2004), S. 84 f.

[11] Vgl. Coenenberg, A. G. (2003), S. 575 ff.

[12] Vgl. Weber, J. u. a. (2004), S. 85 f.; Siefke, M. (1999), S. 53 f., Coenenberg, A. G. (2003),

S. 575 ff.

[13] EVA® ist ein eingetragenes Warenzeichen von Stern Stewart & Co.

[14] Vgl. Stern Stewart & Co. (Hrsg.) (2000); grundlegend: Stewart, G. B. (1991).

[15] Vgl. Hostettler, S. (2002), S. 19.

[16] Vgl. Schutze, W./Hirsch, C. (2005), S. 42.

[17] Vgl. Pfaff, D./Bärtl, O. (1999), S. 91.

[18] Vgl. Coenenberg, A. G. (2003), S. 621.

[19] Vgl. Stewart, G. B. (1991), S. 136 f.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Ertrags- vs. cashbasierte Verfahren zur wertorientierten Steuerung
Hochschule
Universität Augsburg  (Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre)
Veranstaltung
Hauptseminar im Schwerpunkt WP & Controlling
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
31
Katalognummer
V53170
ISBN (eBook)
9783638486927
Dateigröße
641 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ertrags-, Verfahren, Steuerung, Hauptseminar, Schwerpunkt, Controlling
Arbeit zitieren
Simon Berger (Autor), 2005, Ertrags- vs. cashbasierte Verfahren zur wertorientierten Steuerung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53170

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