Im Rahmen dieser Hausarbeit möchte ich ein Motivationsmodell aus der Wirtschaftswissenschaft vorstellen und dieses dabei auf die Schule, speziell auf den Deutschunterricht beziehen. Das Motivationsmodell ist von Porter und Lawler aus ihrer Veröffentlichung im Jahr 1968 und findet auch heute noch Anwendung in der Fachliteratur, siehe Staehle. Es stellt die Zusammenhänge zwischen Person und Situation dar, wobei insbesondere auf motivationsbedingte Verhaltensweisen eingegangen wird. Zunächst werden im zweiten Abschnitt einige Kategorien von Schülern vorgestellt, auf die in der Arbeit eingegangen wird. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit werde ich zum Verständnis der Motivationstheorie nach Porter/Lawler jeden der dort aufgeführten Teilaspekte näher definieren, beschreiben und auf die Schule beziehungsweise den Deutschunterricht übertragen. Abschließend fasse ich die Arbeit in einem kurzen Fazit zusammen, inklusive Reflexion und Ausblick.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Motivationsmodell nach Porter/Lawler
3 Schülergruppen
4 Wertigkeit der Belohnung
5 Wahrgenommene Wahrscheinlichkeit der Belohnung bei Anstrengung
6 Anstrengung
7 Fähigkeiten und Persönlichkeitszüge
8 Rollenwahrnehmung
9 Leistung
10 Zufriedenheit
10.1 Intrinsische Belohnung
10.2 Extrinsische Belohnung
10.3 Wahrgenommene gerechte Belohnung
11 Fazit, Reflexion und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, das wirtschaftswissenschaftliche Motivationsmodell von Porter und Lawler auf den schulischen Kontext, insbesondere den Deutschunterricht, zu übertragen. Im Zentrum steht dabei die Analyse der Zusammenhänge zwischen individueller Motivation, Anstrengungsbereitschaft, Leistung und Zufriedenheit bei Schülern unterschiedlicher Leistungsniveaus.
- Grundlagen des Motivationsmodells nach Porter/Lawler
- Kategorisierung von Schülern in Starke, Mittlere und Schwache
- Einflussfaktoren der Anstrengung: Wertigkeit und Wahrscheinlichkeit der Belohnung
- Bedeutung von Fähigkeiten, Persönlichkeitszügen und Rollenwahrnehmung für den Lernerfolg
- Analyse der Leistungsentstehung und Zufriedenheitsfaktoren im Unterricht
Auszug aus dem Buch
4 Wertigkeit der Belohnung
Unter Belohnung verstehen Porter und Lawler die Folge des Leistungsverhaltens. Dieses kann extrinsisch oder intrinsisch geschehen, siehe hierzu Abschnitt 10.1 und 10.2. (vgl. Staehle S.238)
Die Wertigkeit der Belohnung resultiert aus der individuellen Erwartung an die Aufgabe und das zu erwartende Ergebnis. Die Wertigkeit der Belohnung steigt, je mehr man gefordert wird. Für die einzelnen Schülergruppen bedeutet das:
Starke Schüler:
Die Lösung normaler Aufgaben hat eine geringe Wertigkeit, da das Anforderungsniveau zu gering ist. Schwierige Aufgaben hingegen haben eine hohe Wertigkeit. Der Lehrer hat hier zusätzlich noch die Möglichkeit, die Wertigkeit zu erhöhen, indem er auf die Schwierigkeit der Aufgabe hinweist. Eine andere Art von Wertigkeit erhalten einfache und mittelschwierige Aufgaben, wenn man den Schülern die Aufgabe gibt, anderen, die Probleme bei der Lösung der Aufgabe haben, zu helfen. Wenn ein Mitschüler durch Hilfe die Aufgabe lösen kann, haben beide ein Erfolgserlebnis. Der gute Schüler wird darin bestätigt, die Aufgaben wirklich gut zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Motivationsmodells von Porter und Lawler und dessen Adaption auf die schulische Lernumgebung.
2 Motivationsmodell nach Porter/Lawler: Erläuterung der Grundpfeiler Anstrengung, Leistung und Zufriedenheit sowie deren wechselseitige Abhängigkeiten.
3 Schülergruppen: Einteilung der Schülerschaft in drei Kategorien basierend auf ihrem Leistungsvermögen und ihrem Lernverhalten.
4 Wertigkeit der Belohnung: Untersuchung, wie die Erwartungshaltung und die gefühlte Bedeutung einer Aufgabe die Motivation beeinflussen.
5 Wahrgenommene Wahrscheinlichkeit der Belohnung bei Anstrengung: Analyse der Einschätzung des Schülers, ob er die angestrebte Belohnung durch eigene Anstrengung erreichen kann.
6 Anstrengung: Bestimmung des Energieeinsatzes eines Schülers in Abhängigkeit von Wertigkeit und Erreichbarkeit des Ziels.
7 Fähigkeiten und Persönlichkeitszüge: Betrachtung individueller Merkmale und Rollenbilder, die neben der Anstrengung die tatsächliche Leistung bestimmen.
8 Rollenwahrnehmung: Beschreibung der in Klassengemeinschaften typischen Rollenverteilungen und deren Bedeutung für die soziale Kompetenz.
9 Leistung: Differenzierung zwischen Anstrengung und tatsächlichem Ergebnis unter Berücksichtigung individueller Fähigkeiten.
10 Zufriedenheit: Untersuchung der Faktoren intrinsische Belohnung, extrinsische Belohnung und das Gefühl der Gerechtigkeit bei der Belohnungsverteilung.
11 Fazit, Reflexion und Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der Anwendbarkeit des Modells im Primarbereich und persönliche Schlussfolgerung der Autorin.
Schlüsselwörter
Motivation, Porter/Lawler, Deutschunterricht, Anstrengung, Leistung, Zufriedenheit, Wertigkeit der Belohnung, Schülertypen, Persönlichkeitsentwicklung, Intrinsische Belohnung, Extrinsische Belohnung, Rollenwahrnehmung, Lehrer-Schüler-Interaktion, individuelle Förderung, Schulerfolg.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit untersucht das Motivationsmodell von Porter und Lawler aus der Wirtschaftswissenschaft und analysiert, inwiefern dieses Modell auf den schulischen Kontext, speziell auf den Deutschunterricht, übertragbar ist.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die Komponenten Anstrengung, Leistung und Zufriedenheit und setzt diese in Bezug zu den unterschiedlichen Voraussetzungen von Schülern in einer Klasse.
Was ist das übergeordnete Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Motivationsfaktoren von Schülern zu entwickeln, um sie durch angepasste Anforderungen und Belohnungsstrukturen individueller fördern zu können.
Welche methodische Vorgehensweise liegt der Arbeit zugrunde?
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung der Motivationstheorie nach Porter und Lawler und führt eine deduktive Anwendung dieser Theorien auf den Schulalltag durch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?
Der Hauptteil beleuchtet detailliert die verschiedenen Einflussfaktoren auf die Anstrengung und Leistung, unterteilt nach verschiedenen Schülertypen und den psychologischen Mechanismen von Belohnung.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Motivationsmodell, Anstrengung, Wertigkeit der Belohnung, Leistungsunterschiede, Persönlichkeitszüge und Rollenwahrnehmung im Klassenverband.
Wie unterscheidet sich die Motivation von starken und schwachen Schülern laut der Autorin?
Starke Schüler benötigen anspruchsvollere Aufgaben, um eine hohe Wertigkeit zu spüren, während schwache Schüler oft durch Überforderung bei normalen Aufgaben demotiviert werden und individuelle, erreichbare Teilziele benötigen.
Welche Rolle spielt die Wahrnehmung von Gerechtigkeit für die Zufriedenheit?
Die Autorin verdeutlicht, dass Schüler ihre Belohnung im Vergleich zu Mitschülern bewerten; wird die Belohnung im Verhältnis zur erbrachten Leistung als ungerecht empfunden, sinkt die Zufriedenheit und die Motivation.
Was bedeutet "Rollenwahrnehmung" im schulischen Kontext?
Es bezieht sich auf die Entstehung typischer Identitätsrollen wie "Streber" oder "Klassenclown", die sich in jeder Klasse bilden und das soziale Miteinander sowie das Lernverhalten beeinflussen.
- Quote paper
- Julia Wöhner (Author), 2005, Motivationsmodell nach Porter Lawler unter dem Aspekt Deutschunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53273