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Kann Ethik im Mitgefühl begründet werden? Zur Mitleidsethik von Arthur Schopenhauer

Titel: Kann Ethik im Mitgefühl begründet werden? Zur Mitleidsethik von Arthur Schopenhauer

Hausarbeit , 2018 , 13 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Adelisa Osmanovic (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 19. Jahrhunderts
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Kann die Ethik überhaupt auf einem Gefühl des Mitleids basieren, in ihm sogar begründet werden? Gefühle sind zwar ein wesentlicher Bestandteil des Lebens; ein Leben ohne Gefühle ist unmöglich. Ist eine Handlung, die aus dem Gefühl des Mitleids geschieht, notwendig eine moralisch wertvolle? Darauf wird sich die leitende Frage dieser Seminararbeit beziehen.

Arthur Schopenhauer legt seine Ethik mit dem Begriff der Mitleidsethik in zwei Werken dar: Einerseits im vierten Buch der beiden Bände seines Hauptwerks "Die Welt als Wille und Vorstellung"; anderseits in zwei Preisschriften, nämlich in "Über die Freiheit des menschlichen Willens" und "Über die Grundlage der Moral". Am 30. Januar 1840 veröffentlichte Arthur Schopenhauer seine "Preisschrift zur Grundlage der Moral" als Antwort auf die von der Königlichen Dänischen Sozietät der Wissenschaften zu Kopenhagen gestellten Frage, was die Quelle und Grundlage der Moral denn überhaupt sei. Die Antwort darauf war das Mitleid. Schopenhauer hat in seiner Ethik nicht nur egoistische von moralisch wertvollen Handlungen abzugrenzen versucht, sondern gab ihr das Mitleid als Fundament, welches er auch noch metaphysisch begründete, um seine Ethik besonders standfest zu machen. Jedoch fand seine Preisschrift weder bei der Sozietät noch beim breiteren Publikum Zuspruch.

Die Arbeit wird wie folgt aufgebaut sein: Zuerst wird die Darstellung von Schopenhauers Mitleidsethik erfolgen. Im ersten Kapitel beschäftige ich mich mit dem Mitleid als Grundlage der Moral. Darauf aufbauend wird sich aus der Abgrenzung zu Kant die weitere Ausführung von Schopenhauers Ethik darstellen lassen. Es folgen somit Erläuterungen zu den beiden antimoralischen Triebfedern, unter denen er schließlich die einzige moralische Triebfeder ausfindig machen will. Nach dem Beweis der echten moralischen Triebfeder, der Untersuchung der beiden Kardinaltugenden und dem metaphysischen Erklärungsversuch der Ethik widme ich mich im zweiten Kapitel der Rolle des Gefühls in Schopenhauers Ethik.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Schopenhauers Mitleidsethik

2.1. Das Mitleid als Grundlage der Moral

2.2. Metaphysischer Erklärungsversuch der Ethik

3. Mitleid und Mitgefühl

3.1. Die Rolle des Gefühls bei Schopenhauer

3.2. Bewertung des Mitleids als moralisches Gefühl

4. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht Arthur Schopenhauers Mitleidsethik und geht der grundlegenden Forschungsfrage nach, ob Ethik tatsächlich auf dem Gefühl des Mitleids begründet werden kann. Dabei wird der Fokus auf die metaphysische Herleitung der Moral und die Abgrenzung zu Immanuel Kants Pflichtethik gelegt.

  • Schopenhauers Mitleid als Fundament der Ethik
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Kantischen Pflichtethik
  • Analyse der antimoralischen Triebfedern Egoismus und Bosheit
  • Untersuchung der Kardinaltugenden Gerechtigkeit und Menschenliebe
  • Das Verhältnis von Mitleid, Mitgefühl und der Rolle der Liebe

Auszug aus dem Buch

2.1.4. Beweis der moralischen Triebfeder

Nachdem sich Schopenhauer in Paragraph 15 seiner Preisschrift „Über die Grundlage der Moral“ auf der Suche nach dem Kriterium einer echten moralischen Handlung gemacht hat, entwickelte er in dem weiteren Paragraphen die Prämissen, die dem Beweis der moralischen Treibfeder dienen sollen. Nach der letzen Prämisse, die in anderen Worten sagt, dass eine moralische Handlung immer auf andere Menschen gerichtet sein muss, stellt sich die Frage, wie es möglich sein kann, das das Wohl eines anderen mir genauso wichtig oder wichtiger, als das eigene, sein kann. Schopenhauer antwortet darauf, dass es nur durch die Identifikation mit dem anderen möglich ist.

So durchbricht das Mitleid, die von Schopenhauer bezeichnende Täuschung von der Vielheit der Welt, das „principium individuationis“. Für ihn stellt nämlich die Identität aller Wesen das „wahre Ich“ dar (W I § 66, S. 441.) und diese Identität macht schließlich das Mitleid möglich. Durch das Erkennen der Identität handelt es sich nicht um das Mitleiden mit „Nicht-Ich“ sondern mit mir selbst, oder mit „Ich noch ein Mal“. Um diesen Identifikationsvorgang besser zu verstehen, schlägt Harald Köhl eine einfachere Erklärung vor: „Der andere, den ich bemitleide, ist nicht auch ich, ich noch einmal, sondern er ist einer wie ich“.

Das Mitleid verbindet Schopenhauer eng mit der „substanziellen Selbigkeit aller Dinge in der Welt als Wille“ und nennt den Vorgang des Mitleidens „das große Mysterium der Ethik, ihr Urphänomen und den Gränzstein, über welchen hinaus nur noch die metaphysische Spekulation einen Schritt wagen kann“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in Schopenhauers Mitleidsethik ein, erläutert die Relevanz der Preisschrift zur Grundlage der Moral und steckt das Ziel sowie den Aufbau der Arbeit ab.

2. Schopenhauers Mitleidsethik: Hier wird der Kern von Schopenhauers ethischem System analysiert, einschließlich der Abgrenzung zu Kant, der Identifikation der antimoralischen Triebfedern und der Begründung des Mitleids als moralischer Triebfeder.

3. Mitleid und Mitgefühl: Dieses Kapitel untersucht die Rolle von Gefühlen bei Schopenhauer sowie die philosophische und wissenschaftliche Bewertung des Mitleids als moralisches Gefühl.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert kritisch, ob das Mitleid als alleiniges Fundament der Moral ausreicht oder durch das Prinzip der Liebe ergänzt werden sollte.

Schlüsselwörter

Schopenhauer, Mitleidsethik, Moral, Ethik, Kant, Pflichtethik, Triebfeder, Egoismus, Bosheit, Mitleid, Mitgefühl, Gerechtigkeit, Menschenliebe, Metaphysik, Wille

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die ethische Philosophie von Arthur Schopenhauer mit einem spezifischen Fokus auf sein Konzept der Mitleidsethik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Begründung moralischen Handelns, die Abgrenzung von Schopenhauers deskriptiver Ethik zu Kants normativer Sollensethik und die Rolle von Gefühlen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob eine Ethik auf dem Gefühl des Mitleids basieren kann und wie dieses Mitleid als Fundament moralischer Handlungen zu verstehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche, deskriptive Analyse philosophischer Primärtexte und deren kritische Einordnung anhand von Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Mitleidsethik, die Beweisführung der moralischen Triebfeder sowie die Analyse der Kardinaltugenden und des Mitleidsphänomens.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Mitleid, Triebfeder, Egoismus, Gerechtigkeit und Metaphysik definiert.

Warum unterscheidet Schopenhauer zwischen Egoismus und Bosheit?

Egoismus ist das Streben nach eigenem Wohlergehen, bei dem Leid anderer in Kauf genommen wird; Bosheit hingegen hat das Zufügen von Leid zum aktiven Ziel.

Wie erklärt Schopenhauer die Identifikation mit anderen Menschen?

Durch die Überwindung des „principium individuationis“ erkennt das Subjekt, dass die Vielheit der Welt eine Täuschung ist und alle Wesen im „Willen“ identisch sind.

Welche Rolle spielt die Liebe bei der Bewertung des Mitleids?

Einige Philosophen, wie Georges Geordert, argumentieren, dass das Mitleid erst durch die übergeordnete Liebe zum Mitmenschen zu einer wahrhaft altruistischen und moralisch wertvollen Tat wird.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kann Ethik im Mitgefühl begründet werden? Zur Mitleidsethik von Arthur Schopenhauer
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Note
1,3
Autor
Adelisa Osmanovic (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
13
Katalognummer
V534854
ISBN (eBook)
9783346115898
ISBN (Buch)
9783346115904
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kann ethik mitgefühl mitleidsethik arthur schopenhauer
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Adelisa Osmanovic (Autor:in), 2018, Kann Ethik im Mitgefühl begründet werden? Zur Mitleidsethik von Arthur Schopenhauer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/534854
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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