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Natur in den sogenannten "Mädchenliedern" Walthers von der Vogelweide

Titel: Natur in den sogenannten "Mädchenliedern" Walthers von der Vogelweide

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 31 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Maria-Kristin Foit (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Darstellung der Natur in der Lyrik von Walther von der Vogelweide. Natur und Dichtung sind nicht erst seit der Naturlyrik der Romantik eng miteinander verknüpft. Bereits in der Dichtung der Antike tauchen immer wieder Naturelemente auf, und auch im Mittelalter finden vor allem im 13. Jahrhundert Naturtopoi Eingang in den Minnesang. Auch Walther von der Vogelweide, der wohl berühmteste deutsche Minnesänger, arbeitet in seinen Liedern mit Naturbezügen. Dabei kommen diesen Naturelementen unterschiedliche Bedeutungen bzw. unterschiedliche Funktionen in den einzelnen Texten zu.

Die Naturdarstellung in den beiden Liedern "Nemt, frowe, disen kranz" (L 74,20) und "Muget ihr schouwen, was dem meien" (L 51,13) steht im Zentrum dieser Arbeit. Zunächst werden allgemeinere Überlegungen zur Auswahl der Lieder, die in der mediävistischen Forschungsgeschichte zur Gruppe der sogenannten "Mädchenlieder" gezählt wurden, sowie zu den Texten per se und ihrer Interpretation angestellt. Bevor eine konkrete Analyse der darin vorkommenden Naturelemente folgen kann, soll die Verwendung von Naturmotiven und -topoi in Form von Natureingang und als Teil des locus amoenus-Topos im Minnesang näher betrachtet werden. Dazu werden verschiedentliche Ansätze aus der Forschung miteinbezogen. Schließlich soll auf der Basis der Analyseergebnisse versucht werden, Perspektiven zur Frage zur eröffnen, ob die Naturdarstellung mit der Kategorisierung dieser Lieder als "Mädchenlieder" in Verbindung stehen könnte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Überlegungen zu den Liedern

2.1 Zur Textauswahl: Die sogenannten ‚Mädchenlieder‘

2.2 Nemet, frowe, disen kranz (L 74,20)

2.3 Muget ir schouwen (L 51,13)

3. Natur im Minnesang

3.1 Natureingang

3.2 Locus amoenus

4. Natur in den Liedern Nemet, frowe, disen kranz und Muget ir schouwen

4.1 meie, sommer, winter – Jahreszeiten

4.2 bluomen unde klê – Blumen und Pflanzen

4.3 vogellîn – Tiere

4.4 verre in jener heide – locus amoenus

5. Natur und ‚Mädchenlied‘?

6. Conclusio

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die Funktion und Gestaltung von Naturelementen in zwei ausgewählten Liedern Walthers von der Vogelweide, dem sogenannten ‚Kranzlied‘ (L 74,20) und dem ‚Mailied‘ (L 51,13), um zu analysieren, ob die Naturdarstellung mit der umstrittenen Kategorisierung dieser Texte als ‚Mädchenlieder‘ in Verbindung steht.

  • Analyse der Verwendung von Naturmotiven und -topoi im Minnesang.
  • Untersuchung der rhetorischen und semantischen Funktionen von Naturelementen bei Walther von der Vogelweide.
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Forschungsbegriff der ‚Mädchenlieder‘.
  • Interdisziplinäre Betrachtung von Naturdarstellung, Erotik und gesellschaftlichen Normen.
  • Vergleich der Naturmetaphorik in den analysierten Liedern.

Auszug aus dem Buch

4.2 bluomen unde klê – Blumen und Pflanzen

Ein wichtiger Bestandteil des locus amoenus und auch des Frühlingseingangs sind die bluomen. Im Mailied gestalten bluomen unde klê (MIS III, 8) den Natureingang passend zur Frühlingsthematik aus. Eine deutlich zentralere Rolle allerdings nehmen die Pflanzen, besonders Rosen und Lilien, im Kranzlied ein. Für die vielschichtige Pflanzensymbolik können hier nur einige Interpretationsvorschläge ausgeführt werden.

Wie jedes Lebewesen und jeder Gegenstand, so weisen für das ma. Denken auch Pflanzen über sich hinaus auf tiefere Geheimnisse u. Zusammenhänge v. Kosmos u. Heilsgeschehen u. sind als Zeichen oft mehrdeutig (Riha 1992, S. 632).

Diese Mehrdeutigkeit, die Riha im Sachwörterbuch der Mediävistik aufführt, ist insbesondere für das Kranzlied bedeutungskonstituierend: Multiple semantische Bedeutungen werden – ganz wie ein Kranz – ineinander verflochten. Rein formal ist bereits augenfällig, dass der Endvers des 2. Stollens der Strophen I-III (NF I/II/III, 4) immer Blumenreferenzen trägt, und in IVb diese Blumenzeile sogar auf zwei Zeilen erweitert ist: die bluomen vieln ie / von dem boume bî uns nieder an daz gras (NF IVb 3f.). Allen Pflanzen, bluomen (NF II, 4), boume (NF IVb, 4) und gras (ebd.), die zwar als topische Requisiten den locus amoenus ausstaffieren, aber vor allem den Blumen, die durch diese immer wiederkehrende prominente Platzierung besonders hervorgehoben werden, kommen noch weitere semantische Rollen zu.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Verknüpfung von Natur und Dichtung im Minnesang ein und definiert den Fokus auf zwei Lieder Walthers sowie die Fragestellung bezüglich der ‚Mädchenlieder‘.

2. Überlegungen zu den Liedern: Das Kapitel bietet eine Basis zur Betrachtung der Liedauswahl und stellt die Forschungsgeschichte sowie die Spezifika der Lieder L 74,20 und L 51,13 vor.

3. Natur im Minnesang: Hier werden die theoretischen Grundlagen zu den Naturtopoi Natureingang und locus amoenus im Minnesang sowie deren literarische Tradition und Funktion erörtert.

4. Natur in den Liedern Nemet, frowe, disen kranz und Muget ir schouwen: Dieses Kernkapitel analysiert detailliert die Gestaltung von Jahreszeiten, Pflanzen und Tieren in den beiden ausgewählten Texten und deren funktionale Rolle.

5. Natur und ‚Mädchenlied‘?: Das Kapitel diskutiert, inwiefern die Naturdarstellung zu der in der Forschung umstrittenen Kategorisierung dieser Lieder als ‚Mädchenlieder‘ beigetragen haben könnte.

6. Conclusio: Die Conclusio fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Naturdarstellung bei Walther ein raffiniertes Spiel mit Topoi und semantischen Neubesetzungen ist.

Schlüsselwörter

Walther von der Vogelweide, Minnesang, Naturtopos, Natureingang, Locus amoenus, Mädchenlied, Blumenmetaphorik, Kranzlied, Mailied, Mittelalterliche Lyrik, Jahreszeiten, Literarische Tradition, Liebeslyrik, Erotik, Forschungsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Walther von der Vogelweide in zwei seiner berühmten Lieder, dem ‚Kranzlied‘ und dem ‚Mailied‘, Naturmotive einsetzt und welche Funktion diese für die Textinterpretation haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Naturmetaphorik im Minnesang, die Gattungsfragen und die kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff der sogenannten ‚Mädchenlieder‘.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist herauszufinden, ob und in welcher Weise die Gestaltung der Naturelemente mit der historisch-kritischen Kategorisierung dieser Lieder als ‚Mädchenlieder‘ verknüpft sein könnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt literaturwissenschaftliche Analyseansätze, um topische und motivgeschichtliche Aspekte sowie deren funktionale Einbettung in den Minnekontext zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Analyse der Naturdarstellung (Jahreszeiten, Pflanzen, Tiere) und deren Verbindung zum Minnethema sowie zur Argumentationsstrategie der Lieder.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Walther von der Vogelweide, Minnesang, Naturtopos, Mädchenlied, Locus amoenus und Blumenmetaphorik.

Warum wird im Kranzlied das Blumenbrechen als zentral erachtet?

Das Motiv des Blumenbrechens wird in der Forschung als Metapher für eine sexuelle Szene oder Defloration gedeutet, die in den höfischen Minnekontext eingebettet ist.

Wie unterscheidet sich die Funktion der Natur im Mailied von der im Kranzlied?

Während im Kranzlied die Natur einen idealisierten Liebesort schafft, fungiert der Natureingang im Mailied stärker als rhetorisches Mittel für den Überzeugungsversuch des Sängers.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Natur in den sogenannten "Mädchenliedern" Walthers von der Vogelweide
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
1,0
Autor
Maria-Kristin Foit (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
31
Katalognummer
V534885
ISBN (eBook)
9783346114716
ISBN (Buch)
9783346114723
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Walther von der Vogelweide Mädchenlieder Natur Mediävistik Ältere deutsche Literaturwissenschaft Minnesang Locus amoenus Nemet frowe disen kranz Muget ir schouwen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maria-Kristin Foit (Autor:in), 2016, Natur in den sogenannten "Mädchenliedern" Walthers von der Vogelweide, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/534885
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Leseprobe aus  31  Seiten
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