Der Inbegriff einer Sportgroßveranstaltung sind die olympischen Spiele, egal ob Sommer – oder Winterspiele. Deutschland hatte die Möglichkeit die Winterspiele 2022 nach München und/ oder die Sommerspiele 2024 nach Hamburg zu holen. Beide Male scheiterte dieses Vorhaben jedoch schon im Voraus an Referenden und Volksabstimmungen. Die Fußball Europameisterschaft im Jahr 2024 hingegen wird in Deutschland stattfinden. Es gibt eigentlich kaum ein Ereignis, das ein Land besser nach außen als auch nach innen präsentieren kann, wie eine Sportgroßveranstaltung. Die FIFA Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland ist der beste Beleg dafür. Das internationale Ansehen sowohl der Nation als auch der Bevölkerung hatte sich nach dem Turnier nachhaltig verbessert.
Die Frage, die sich nun stellt, ist: ist es etwa nicht großartig, eine Sportgroßveranstaltung im eigenen Land zu haben bzw. generell eine Sportgroßveranstaltung auszurichten? Ziel dieser Hausarbeit soll es sein, die Auswirkungen von Sportgroßveranstaltungen zu identifizieren, sowie des Weiteren die Bedingungen darzulegen, unter denen diese in Deutschland Zuspruch finden. Dadurch sollte oben genannte Situation ersichtlich werden und die Frage beantwortet werden können.
Erster Schritt wird es sein die Effekte von Sportgroßveranstaltungen im Allgemeinen darzulegen.
Anschließend sollen anhand eines Beispiels einer Großveranstaltung, die kurzfristigen und langfristigen Auswirkungen auf die entsprechenden Anspruchsgruppen dargestellt werden. Zu den Anspruchsgruppen gehören etwa die Stadt, Unternehmen oder die Bevölkerung. In einem nächsten Schritt soll das Augenmerk auf Sportgroßveranstaltungen in Deutschland gelegt werden. Hierbei werden die Bedingungen untersucht, die dafür verantwortlich sind, dass eine solche Veranstaltung Zuspruch in der Bevölkerung erhält, sowie die Gründe, die für entsprechenden Bedingungen sprechen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sportgroßveranstaltungen
2.1 allgemeine Auswirkungen und Effekte
2.1.1 Vorteile der Effekte
2.1.2 Nachteile der Effekte
2.2 Beispiel FIFA Fußball – Weltmeisterschaft 2014
2.2.1 kurz – und langfristige Effekte
2.2.1.1 für Sponsoren
2.2.1.2 für ausrichtende Städte
2.2.1.3 für Unternehmen
2.2.1.4 für die Bevölkerung
2.2.1.5 für die Umwelt
2.3 Bedingungen für Zuspruch in Deutschland und Gründe warum diese erfüllt sein müssen
3. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit identifiziert die kurz- und langfristigen Auswirkungen von Sportgroßveranstaltungen auf verschiedene Anspruchsgruppen, wobei die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2014 als zentrale Fallstudie dient, um zudem die spezifischen Bedingungen und Gründe für gesellschaftlichen Zuspruch in Deutschland zu untersuchen.
- Analyse ökonomischer, ökologischer und sozio-kultureller Effekte von Sportgroßereignissen.
- Untersuchung der kurz- und langfristigen Folgen für Sponsoren, Städte, Unternehmen und die Bevölkerung.
- Kritische Beleuchtung der Nachhaltigkeitsbilanz von Sportgroßveranstaltungen am Beispiel Brasiliens.
- Identifikation der Voraussetzungen für die Akzeptanz von Sportgroßveranstaltungen in Deutschland.
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Vorteile der Effekte
Eine der wichtigsten Auswirkungen stellen ökonomische Effekte dar. Sie fallen unter den monetären Bereich und sind als direkte oder indirekte Effekte messbar. Ihre Auswirkungen können sowohl kurz – als auch längerfristig sein. Sie entstehen durch zusätzliches Einkommen oder zusätzliche Steuereinnahmen. Beispiele für zusätzliches Einkommen finden sich etwa beim Veranstalter, der durch den Verkauf von Eintrittskarten oder Übertragungsrechten an Fernsehanstalten einen Teil seines Umsatzes generiert. Sponsoren – oder Lizenzverträge dienen als weitere Einnahmequelle. Profiteure von zusätzlichen Steuereinnahmen sind in der Regel die öffentliche Verwaltung. Die ökonomischen Effekte lassen sich aufteilen in makro ökonomische und mikro-ökonomische Effekte, diese wiederum in direkte und indirekte Effekte. Folgende Abbildung illustriert diese Zusammenhänge.
Des Weiteren fallen Effekte im Bereich Tourismus und Infrastruktur an. Aufgrund der Sportgroßveranstaltung erhöht sich der Bekanntheitsgrad der entsprechenden Region, was zu einem Anstieg der Touristenzahlen führt. Außerdem werden für die Veranstaltung die Sportstätten saniert, renoviert oder unter Umständen sogar Neue gebaut. Zusätzlich werden Straßen saniert oder vergrößert sowie das öffentliche Verkehrsnetz erweitert, was zu einer verbesserten Infrastruktur der Gegend führt. Weitere Effekte sind beispielsweise sozio kultureller Art. Hierbei erhöht sich der Freizeitwert für die Bevölkerung. Dies macht sich dadurch bemerkbar, dass die Infrastruktur für weitere sportliche und kulturelle Anlässe genutzt wird; auch nach Ende der Veranstaltung. Außerdem entstehen psychologische Effekte. Hierbei steigert sich die Identität der lokalen Bevölkerung. Der Stolz auf ihre Gegend und Traditionen wächst. Abschließend sollen noch politische Effekte genannt werden. Aufgrund der Sportgroßveranstaltung steigert sich das internationale Ansehen des Austragungsortes bzw. -landes.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Bedeutung von Sportgroßveranstaltungen für Nationen und definiert das Ziel, deren Auswirkungen sowie die Akzeptanzbedingungen in Deutschland zu analysieren.
2. Sportgroßveranstaltungen: Dieses Kapitel systematisiert die verschiedenen Effekte von Großereignissen in Vor- und Nachteile sowie ökonomische, soziale und infrastrukturelle Aspekte.
2.1 allgemeine Auswirkungen und Effekte: Hier werden grundlegende Wirkungsbereiche wie monetäre, infrastrukturelle und sozio-kulturelle Faktoren definiert und voneinander abgegrenzt.
2.1.1 Vorteile der Effekte: Es werden positive Aspekte wie wirtschaftliche Impulse, Infrastrukturverbesserungen und die Steigerung des internationalen Ansehens sowie der lokalen Identität dargestellt.
2.1.2 Nachteile der Effekte: Dieses Kapitel beleuchtet negative Folgen wie hohe Kosten für Veranstalter, lokale Zeitverluste, Preissteigerungen und ökologische Belastungen.
2.2 Beispiel FIFA Fußball – Weltmeisterschaft 2014: Das Kapitel bietet eine detaillierte Fallstudie zur WM 2014 in Brasilien, um die Auswirkungen auf verschiedene Anspruchsgruppen zu konkretisieren.
2.2.1 kurz – und langfristige Effekte: Einleitende Erläuterung zur zeitlichen Differenzierung der Auswirkungen, die für die nachfolgenden Analysen der Anspruchsgruppen genutzt wird.
2.2.1.1 für Sponsoren: Untersuchung der kurzfristigen Aufmerksamkeitseffekte versus langfristiger intensiver Marketingkonkurrenz unter den Sponsoren.
2.2.1.2 für ausrichtende Städte: Analyse des kurzfristigen wirtschaftlichen Aufschwungs durch Touristen im Vergleich zu langfristigen Kostenproblemen bei der Instandhaltung nicht mehr genutzter Infrastruktur.
2.2.1.3 für Unternehmen: Beleuchtung der kurzfristigen Gewinnmöglichkeiten durch Infrastrukturaufträge und das Investitionsverhalten ausländischer Unternehmen im Umfeld der WM.
2.2.1.4 für die Bevölkerung: Kritische Auseinandersetzung mit der negativen sozialen Bilanz der WM für die Bevölkerung und dem oft geringen Nutzen der Infrastrukturinvestitionen für sozial schwache Gruppen.
2.2.1.5 für die Umwelt: Untersuchung der verfehlten „grünen“ WM-Ziele und der massiven ökologischen Belastungen durch Emissionen und Infrastrukturbauten im Kontext der Nachhaltigkeit.
2.3 Bedingungen für Zuspruch in Deutschland und Gründe warum diese erfüllt sein müssen: Analyse der Voraussetzungen wie Nachhaltigkeit und Transparenz, die erfüllt sein müssen, damit Sportgroßveranstaltungen in der deutschen Gesellschaft auf Akzeptanz stoßen.
3. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der kontroversen Aspekte von Sportgroßveranstaltungen und Einschätzung zukünftiger Schwierigkeiten bei der Suche nach ausrichtenden Nationen.
Schlüsselwörter
Sportgroßveranstaltung, FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2014, Nachhaltigkeit, ökonomische Effekte, Infrastruktur, soziale Auswirkungen, Anspruchsgruppen, Sponsoring, Ambush-Marketing, ökologische Bilanz, Bevölkerung, Austragungsort, Deutschland, Tourismus, sportökonomische Analyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen von Sportgroßveranstaltungen auf verschiedene Anspruchsgruppen, insbesondere anhand der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2014, und erörtert, welche Faktoren den Zuspruch der Bevölkerung in Deutschland maßgeblich beeinflussen.
Welches ist das zentrale Thema?
Das zentrale Thema ist die differenzierte Betrachtung der kurz- und langfristigen Vor- und Nachteile von Sportgroßereignissen in ökonomischer, ökologischer und gesellschaftlicher Hinsicht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Auswirkungen von Sportgroßveranstaltungen zu identifizieren und die Bedingungen aufzuzeigen, unter denen solche Ereignisse in Deutschland gesellschaftliche Akzeptanz finden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, um existierende Studien und Berichte zu den Effekten von Sportgroßveranstaltungen auszuwerten und auf die spezifische Fallstudie der WM 2014 anzuwenden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die allgemeine Kategorisierung von Effekten, eine detaillierte Analyse der Auswirkungen der WM 2014 auf Sponsoren, Städte, Unternehmen, die Bevölkerung und die Umwelt sowie eine Untersuchung der Akzeptanzbedingungen in Deutschland.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sportgroßveranstaltung, Nachhaltigkeit, ökonomische Effekte, gesellschaftlicher Zuspruch, Infrastruktur und die Fallstudie FIFA WM 2014.
Welches Fazit zieht der Autor bezüglich der Nachhaltigkeit bei der WM 2014?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das Ziel einer „grünen“ Weltmeisterschaft nicht einmal annähernd erreicht wurde, da Umweltschutz bei der Priorisierung der Projekte aufgrund wirtschaftlicher und sozialer Probleme in Brasilien oft an letzter Stelle stand.
Warum ist das Image von Veranstaltern wie FIFA und IOC für den Zuspruch wichtig?
Die Vergangenheit, in der Veranstalter immer wieder in Skandale verwickelt waren, führt laut Arbeit dazu, dass sich die Bevölkerung eher gegen die Ausrichtung solcher Events ausspricht, da sie keine Verträge mit „zwielichtigen Organisationen“ unterstützen möchte.
Welche Rolle spielt die lokale Bevölkerung bei der Einschätzung von Sportgroßveranstaltungen?
Die lokale Bevölkerung ist zentral, da negative soziale Effekte wie Zwangsumsiedlungen oder der fehlende Nutzen der Infrastruktur für ärmere Bevölkerungsschichten oft zu Unmut und fehlender Akzeptanz führen.
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- Marvin Haas (Author), 2019, Effekte von Sportgroßveranstaltungen am Beispiel der Fußball WM 2014 in Brasilien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535313